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Beiträge von Helga König
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Rezensionen verfasst von
Helga König
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 500 REZENSENT)   

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Zeit ist Geldverschwendung: Kühle Sprüche (Klassiker der Weltliteratur)
Zeit ist Geldverschwendung: Kühle Sprüche (Klassiker der Weltliteratur)
von Oscar Wilde
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 6,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Wer das Leben als Künstler lebt, empfindet mit dem Gehirn". (Oscar Wilde), 2. September 2016
Zitatensammlungen des Schriftstellers Oscar Wilde (1854-1900) gibt es einige und insofern ist man neugierig, wenn ein Verlag unbeeindruckt von Vorangegangenem Sentenzen dieses geistvollen Aphoristikers veröffentlicht.

Der marixverlag hat es geschafft, für "Zeit ist Geldverschwendung"-, geistreiche Bonmots dieses Schriftstellers auszugraben, die nicht in aller Munde sind. Dies hängt nicht zuletzt damit zusammen, dass die Zitate oft bis zu zehn oder noch mehr Zeilen umfassen.

Als Sprüche würde ich diese Bonmots nicht bezeichnen, sondern wohl eher als kluge Gedanken.

Die Sentenzen sind nicht nach Themen geordnet. Das macht die Seiten besonders spannend, weil man auf diese Weise einen sehr guten Eindruck von Wildes sprühendem Geist erhält.

Anbei zwei Beispiele dafür, was den Leser in diesem Buch erwartet und zeigt wie subtil die Gedanken dieses Aphoristikers tatsächlich angelegt sind.

"Eine Weltkarte, die das Land Utopia nicht in sich schließt, verdient diesen Namen nicht, denn ihr fehlt das einzige Land, wo der Traum der Menschlichkeit ankert. Und wenn dieser Traum sich dort niedergesenkt hat, späht er wieder aus und hebt, wenn er ein reicheres Land vor sich sieht, von neuem die Schwingen. Fortschritt ist die Verwirklichung der Utopien."

"Gewöhnlich warten die Leute, dass ihnen das Leben seine Geheimnisse enthülle, aber den wenigen, den Auserlesenen, entschleiern sich die Geheimnisse des Lebens, bevor sich der Schleier gelüftet hat. Manchmal übt die Kunst diese Wirkung, und hauptsächlich die literarische Kunst, die ja Leidenschaften und Gedanken unmittelbar zum Gegenstand hat. Aber hie und da nimmt eine volle Persönlichkeit die Rolle der Kunst auf sich und leistet, was diese leisten sollte, eine Persönlichkeit, die auf ihre Art dergleichen ein echtes Kunstwerk darstellt; denn auch das Leben bringt zuweilen ein Kunstwerk hervor; genau wie die Poesie, die Bildhauerei oder die Malerei."

Einzelne Gedanken des Buches werde ich im Rahmen meiner Sonntagskolumnen in den nächsten Monaten immer wieder reflektieren, denn sie motivieren zur Nachdenklichkeit wie obige Beispiele bereits zeigen.

Sehr empfehlenswert.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 30, 2016 2:54 PM CET


Markus Lüpertz: Arkadien oder die Abstraktion hat noch nicht begonnen
Markus Lüpertz: Arkadien oder die Abstraktion hat noch nicht begonnen
von Markus Lüpertz
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,90

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen .../ ist die Nachtigall vielleicht die letzte Poetin/singt sie doch wunderschön den Abend an-/ ..(175), 2. September 2016
Autor dieses poetischen Werkes ist der Maler, Bildhauer und Poet Prof. Markus Lüpertz.

"Arkadien" präsentiert sich hier als ein monumentales, philosophisches Gedicht, das mit Werken des Künstlers illustriert ist.

Was versteht man unter dem Begriff "Arkadien"?

Vor einiger Zeit habe ich einen Bildband des Künstlers Gerhard Almbauer mit dem Titel Arcadia Gerhard Almbauer. Arcadia rezensiert. Dort erfährt man, dass Arcadia, zu deutsch Arkadien, uns zum Peleponnes nach Hellas zu unserer Wiege der Kultur führt. Der Ort war in der griechischen Geschichte bekannt als Ort der "Glückseligkeit", bzw. zumindest der gesellschaftlichen Freiheit.

Die Abbildungen einzelner Werke von Lüpertz in seinem Buch erinnern an Szenen aus dem fernen Arkadien und der poetische Text lässt uns eintauchen in eine Wortwelt, die uns den Ort der Glückseligkeit verwirrend nahe bringt und dabei irgendwie als Erinnerung in Frage stellt.

Lüpertz schreibt "Jede Wahrnehmung ist nur Erinnern/und Geschichte eines Gestern/oder Geschichten eines Gestern, die schon in der Absicht des Erzählens gewesen und illustrativ-/ erzählt wird das Passierte/ vorgeführt als illustrierte Erinnerung, /aber die Darstellung des Erinnerten ist nicht Kunst, /bestenfalls Berichterstattung/und damit Literatur und unkontrolliert wahr./Diese unkontrollierte Wahrheit aber/führt zu Brüchen und Provokationen,/die das Artistische brauchen/und das Originelle predigen." (39).

Dieser Dichter skizziert Arkadien in seinem Poem als ein Land, "das auf Katzenpfoten durch die Welt geistert,/ sich durch Kriege windet/ und im Frieden Blumen sät-/ein Land, /in dem die Nacht hell klingt/ und man das Morsen der Sterne lesen kann,/ein Land/ in dem der Tag Schatten spendet,/ einen Schatten zum Verweilen,/ einen Schatten, den nicht das abgedeckte Licht gebiert, sondern ein Geschenk im Licht." (95)

Immer wieder bestaunt man Wortbilder wie "Du zogst eine Spur der Willkür in mein ordentliches Steingebet!/ Verwirrtest meine Schmetterlinge!/Erschrecktest meine Nachtigallen" und fühlt sich Seite um Seite mehr erinnert an Träume, die wir alle immerfort gemeinsam träumen, jeder auf seine Art, irgendwann, irgendwie, irgendwo, "…. erinnert der Mensch sich seiner Welt/ist alles/ was wir wahrnehmen/ ein Erinnern.." (171)

Irgendwann dann… Eros, unschön "verklemmt sich das Glied/angesägt vom Reißverschluss/ an der eilig hoch gezogenen Hose", … auch das ist der hektische Mensch, jenseits von Arkadien, der den Turmbau von Babel zu verantworten hat als "spießigsten Versuch die Götter abzuschaffen." (201)

Dann liest man "Über das Freisein" und denkt, aha, der Philosoph von Arkadien! Wie spannend. Was er uns wohl mitzuteilen hat?

Ein wichtiger Gedanken in diesem griechischen Freiheitspoem lautet:

"Die nicht motivierte Freiheit schafft zum Beispiel den Respekt ab. Diese Freiheit kennt kein Wertgefühl". (222)

Dem Gedanken stimmt man sofort zu, besonders wenn man Orte der uneingebremsten Willkür kennt.

Es folgen die Freiheitslieder von Arkadien im Bewusstsein der Vergänglichkeit:
"freilich singt die Sonne
jeden Abend und versinkt
in Freiheit." (235)

Dieses Werk ist ein poetisches Wortgemälde, das sich mit einem Sehnsuchtsort auseinandersetzt, der sich in den eingebundenen erotischen Zeichnungen widerspiegelt und eines vor allem möchte, den vergessenen Zuhörer packen und zwar dort, wo er sich gerne verliert: im Erinnern.

Sehr empfehlenswert.

Helga König


Der Name Gottes ist Barmherzigkeit: Ein Gespräch mit Andrea Tornielli
Der Name Gottes ist Barmherzigkeit: Ein Gespräch mit Andrea Tornielli
von Papst Franziskus
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Mit Liebe und Zärtlichkeit den Menschen zu dienen, die Hilfe brauchen, lässt uns in unserer Menschlichkeit wachsen.", 2. September 2016
(Papst Franziskus, Tweet vom 31. August 2016)

Dieses Buch enthält ein aufschlussreiches Gespräch zwischen Papst Franziskus und dem Journalisten sowie Vatikan-Spezialisten Andrea Tornielli zum Heiligen Jahr der Barmherzigkeit.

Diesem Gespräch vorangestellt ist der Bibeltext 18,9-14 des Evangeliums nach Lukas und ein in das Gespräch einleitender Beitrag von Andrea Tornelli.

Papst Franziskus hat das Heilige Jahr der Barmherzigkeit am 13. März 2015 ausgerufen. Andrea Tornelli hat ihm daraufhin den Vorschlag unterbreitet, im Rahmen eines Buches über den Sinn dieses Jahres aufzuklären. Der Heilige Vater willigte ein, über das Herzstück seines Pontifikats, ein Thema von zentraler Bedeutung, auch in seinen Lehren und in seinem Zeugnis, Näheres auszuführen.

So erfährt man zunächst, wann bei ihm der Wunsch entstanden ist, ein heiliges Jahr der Barmherzigkeit auszurufen und wodurch er inspiriert wurde. Schon im Juli 2013 sagte er auf dem internationalen Weltjugendtag, dass er überzeugt davon sei, dass unsere Epoche ein kairós für Barmherzigkeit verkörpere, d.h. ein dafür passender Zeitpunkt sei. Schon der hl. Johannes Paul II und Papst Benedikt XVI äußerten sich zum göttlichen Erbarmen, in dem Benedikt den Wesenskern der Botschaft des Evangeliums sieht.

Wie Papst Franziskus ausführt, bedeutet Barmherzigkeit etymologisch gesehen, das Herz zu öffnen. Dabei sei die Barmherzigkeit jene göttliche Haltung, die umarmt, sozusagen das sich Schenken Gottes, der empfängt, der sich herabbeugt zur Vergebung. Wie man weiter erfährt, verhält es sich so, dass ein Mensch, dem Gottes Barmherzigkeit zuteilwird, sich seiner selbst, der eigenen Sünde schämt, wodurch offenbar Erkenntnis und Veränderung erst möglich werden.

Die heutigen Menschen benötigen die Barmherzigkeit ganz besonders intensiv, weil die Menschheit verletzt sei und tiefe Wunden trage. Dabei wisse sie nicht, wie die Wunden heilen sollen oder glauben nicht, dass es überhaupt möglich sei. Verwundet werden kann die Menschheit durch vielerlei, so auch durch Relativismus, wonach alles gleich erscheine und das Gefühl für die Sünde verloren gegangen sei. Weil es an der konkreten Erfahrung der Barmherzigkeit mangelt, glaubt man nicht an die Erlösung von der Sünde.

Barmherzigkeit haben wir bitter nötig, so der Heilige Vater und erläutert dies näher. Er führt auch Wissenswertes zum Geschenk der Beichte aus, weil es hier zur leibhaftigen Begegnung mit der Barmherzigkeit kommt. Als Beichtvater hat er, selbst wenn er eine verschlossene Tür fand, stets nach dem Spalt gesucht, sie zu öffnen, um auf diese Weise Vergebung und Barmherzigkeit zu schenken. Offenbar kann nur derjenige, der die Umarmung der Barmherzigkeit erlebt, erfahren wie das Leben sich ändert, weil man dann versucht, auf dieses gewaltige unerwartete Geschenk zu antworten. Aus der Reue heraus entwickelt sich das veränderte Verhalten.

Papst Franziskus verdeutlicht, weshalb wir alle Sünder sind und weshalb die Kirche in diesem außerordentlichen Heiligen Jahr ihre mütterliche Barmherzigkeit wiederentdecken möge. Diese nämlich würde den zahllosen Verwundeten entgegenkommen, die deren Gehör benötigen, aber auch ihr Verständnis, ihre Vergebung und Liebe.

Kritik nimmt der Heilige Vater an jenen Priestern, denen es an Barmherzigkeit mangelt und die durch Sturheit die Tür nicht öffnen, die für alle so wichtig ist. Barmherzigkeit sei ein unverzichtbares Element in Beziehungen zwischen den Menschen, damit Brüderlichkeit entstehen könne. Es genüge nicht, nur Gerechtigkeit als Maßstab zu nehmen. Mit Barmherzigkeit und Vergebung nämlich geht Gott über die Gerechtigkeit hinaus. Er transformiert sie in einem höheren Akt, indem wir Liebe erfahren, die die Basis wahrer Gerechtigkeit ist.

Papst Franziskus erläutert u.a. den Unterschied zwischen Sünde und dem Korrumpiert-Sein durch die Sünde, ein Zustand, der uns nicht demütig werden lässt, vielmehr zum System erhoben, zur Gewohnheit, zur Lebensweise wird. Solche Gewohnheiten schränken unsere Fähigkeit zu lieben ein und führen zur Selbstgerechtigkeit.

Papst Franziskus sagt "Ein von der Sünde korrumpierter Mensch hört auf, um Vergebung zu bitten, und glaubt am Ende sogar, dass er das nicht nötig hat." Man könne durchaus ein großer Sünder sein, solle sich jedoch von der Sünde korrumpieren lassen. Korruption sei keine einzelne Handlung, sondern ein Zustand persönlicher und sozialer Korrumpiertheit, an den man sich gewöhne. Der Korrupte verbringe sein Leben auf der Schnellstraße des Opportunismus und opfere dafür seine Würde und die der anderen. Von daher führe die Korruption unweigerlich zum Verlust von Scham, der Hüterin von Wahrheit, Güte und Schönheit.

Papst Franziskus betont: "Sünder ja, korrumpiert nein!“

Dieses Gespräch zwischen Papst Franziskus und Andrea Tornielli sollte jeder lesen, weil es bewusst macht, wie nötig wir alle Barmherzigkeit haben und welche Wege wir gehen können, um diese zu erlangen.

Sehr empfehlenswert.

Helga König


Von Gipfeln und Tälern des Lebens
Von Gipfeln und Tälern des Lebens
von Anselm Grün
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,99

29 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Wandern bedarf der Disziplin. Wir können die Erfahrungen, die wir dabei machen, auf unser gesamtes Leben übertragen.", 31. August 2016
(Anselm Grün)

Autor dieses schönen Buches, das voller Lebensweisheit steckt, ist der Benediktinermönch Dr. Anselm Grün.

Seinen Text über das Wandern hat er seinen Geschwistern gewidmet, weil er mit diesen die meisten diesbezüglichen Erfahrungen gesammelt hat.

Anselm Grün schreibt eingangs, dass er im Laufe der Jahre das Wandern immer mehr als Bild für seinen Weg als Mensch zu sehen gelernt habe. Beim Wandern gehe es wie im Leben darum, sich neuen Herausforderungen zu stellen, seine Kräfte zu erproben und an Aufgaben zu wachsen. Beim Wandern gelange man wie im Leben immer wieder an seine Grenzen, müsse sich neu orientieren, erfahre Gipfelerlebnisse und Talsohlen, beschwerliche Aufstiege und wehmütige Abschiede. Zudem werde man mit sich selbst konfrontiert, erlebe auch gegenseitiges unterschützen u.a. mehr.

Von den Ideen, die Anselm Grün beim Wandern gekommen sind, erzählt dieses Buch.

"Einen Weg zu gehen, heißt immer auch, Abschied zu nehmen von einem anderen", schreibt er da. Es sei Energieverschwendung über getroffene Entscheidungen nachzugrübeln und einem Weg, den man nicht gegangen ist, nachzutrauern. Leben bedeute, sich zu entscheiden. Nur so gestalte man seine Lebensgeschichte. Wer nicht entscheide, über den werde entschieden.

Der Autor denkt auch über das Zögern nach und empfiehlt, seine Unsicherheit unter den Arm zu nehmen und sich auf den Weg zu machen. Weshalb Weggefährten wichtig sind und was sie für uns bedeuten, ist ein Thema, bevor man über den Aufbruch und das Innehalten Praktisches und Tiefsinniges erfährt und schließlich liest, dass das Gehen auch ein Sich –frei-Gehen vom eigenen Ego sei.

Leben benötige eine Balance zwischen Rasten und Wandern, Ruhe und Arbeit. Wer sich keine Auszeit nehme, den zwinge mitunter der Körper dazu. Auftanken, sich erneut aufmachen, loslassen, um ganz präsent zu sein, darum geht es im Leben, lehrt das Wandern.

Gipfelerfahrungen… Wie geht man mit Erfolg um? Auch darüber reflektiert Anselm Grün und rät Erfolge im Leben bewusst wahrzunehmen, um sich an trüben Tagen erinnern zu können.

... und über den Berg der Versuchung liest man. Es handelt sich hierbei um die Hochmut, die Folge von Gipfelerlebnissen sein kann und die uns letztlich in die Isolation führt. Es sind nicht wenige, so der Autor, die das Erstürmen der Gipfel dazu nutzen, um vor ihrem Alltag in die Grandiosität zu flüchten und immer einsamer werden. Dies muss man sich bewusst machen, um selbst nicht in die Falle zu tappen.

Auch über das Älterwerden schreibt der Autor und darüber, dass man sich damit aussöhnen muss, in fortgeschrittenen Jahren nicht mehr jeden Gipfel besteigen zu können. Er nennt auch das Phänomen der Umwege und hilft zu erkennen, dass Umkehren keine Niederlage ist, sondern eine Möglichkeit, einen neuen Weg zu finden.

Neben diesen und vielen anderen Betrachtungen, wird man mit biblischen Bildern zum Thema Weg und Berg vertraut gemacht. Diese Gedanken runden persönlichen Erlebnisse des Autors ab, der, das darf natürlich nicht unerwähnt bleiben, stets auf dem Weg zu Gott ist.

Das lehrreiche Buch endet mit sehr zuversichtlichen Worten aus dem Buch des Propheten Jesaja:

"Auch wenn die Berge von ihrem Platz weichen und die Hügel zu wanken beginnen- meine Huld wird nie von dir weichen und der Bund meines Frieden nicht wanken, spricht der Herr, der Erbarmen hat mit dir.“ (Jes 54,10)

Sehr empfehlenswert

Helga König


Männlicher Narzissmus: Das Drama der Liebe, die um sich selbst kreist
Männlicher Narzissmus: Das Drama der Liebe, die um sich selbst kreist
von Raphael M. Bonelli
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

59 von 65 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen „Der sehr narzisstische Mensch hat eine unsichtbare Mauer um sich erstellt“ (Erich Fromm), 30. August 2016
Dr. Dr. Raphael M. Bonelli ist Neurowissenschaftler an der Universität Wien sowie Psychiater und systemischer Psychotherapeut in eigener Praxis. In dem vorliegenden Werk untersucht er, begleitet von Fallgeschichten aus seinem Praxisalltag, die inneren Fesseln des narzisstischen Mannes.

Dabei untergliedert er seinen Text in drei Teile:
Teil I : Der gefesselte Mann
Teil II: Die drei Fesseln
Teil III: Die Fesseln abstreifen

Schon in der Einleitung erfährt man, dass der narzisstische Mann sich als etwas Besonderes fühle und dass es von daher auch in seinen Augen ganz natürlich, legitim und stimmig sei, wenn ihn andere wertschätzen, bewundern und lieben. Der narzisstische Mann sei allerdings nicht in der Lage andere zu lieben, weil er über seine Selbstverliebtheit nicht hinaus komme.

Laut dem Autor tritt Narzissmus bei Männern häufiger auf als bei Frauen. Das verdeutlichen 355 Narzissmus-Studien in allen Altersklassen. Nicht nur qualitativ unterscheidet sich männlicher und weiblicher Narzissmus, sondern auch quantitativ. Darüber erfährt man im Buch Erhellendes.

Es gibt drei narzisstische Fesseln:

Die Selbstidealisierung,
Die Abwertung der anderen
Die Unfähigkeit zur Selbsttranszendenz.

Man liest: Narzissten blenden das Nichtgrandiose an sich aus, weil es nicht sein dürfe. Hierzu zählen vor allem das persönliche Scheitern, seine Fehler und seine Schuld. Da er das Negative ausblendet, ist er übrigens beratungsresistent.

Abgewertet werden besonders jene, die an seiner Grandiosität kratzen könnten. Ein Narzisst sieht sich nicht auf gleicher Augenhöhe mit seinen Nächsten. Von daher nimmt er die bedingungslose Liebe, die andere ihm schenken als selbstverständlich- ohne dass er den Impuls verspürt, die Liebe zu erwidern.

Die drittel Fessel bewirkt, dass dieser Mensch in sich selbst stecken bleibt, deshalb kann er nicht über seinen Tellerrand hinausblicken.

Diese drei Dimensionen verhindern die menschliche Entfaltung eines narzisstischen Mannes.

Man erfährt im Buch mehr von dessen vermeintliche Wichtigkeit und der Tatsache, dass er selbst ohne entsprechende Leistungen sich als überlegen begreift. Das unterscheidet ihn übrigens vom Perfektionisten, der sich über Leistung definiert und sich als Leistungsträger sieht. Informiert wird man über die Machtfantasien eines Narzissten, auch über seine gefühlte Einzigartigkeit und darüber, dass er exzessive Bewunderung benötigt sowie zuweilen wütend reagiert, wenn ihm diese nicht zuteilwird.

Narzissten nutzen andere aus, um ihre Ziele zu erreichen, sind berechnend in zwischenmenschlichen Beziehungen, zeigen wenig Empathie und sind nicht bereit, die Gefühle anderer wahrzunehmen. Neid ist üblich bei solchen Personen, aber auch Arroganz, Kränkbarkeit und Abwertung. Diese Zusammenfassung macht deutlich, dass solche Männer in erster Linie abtörnend sind.

Immer wieder wird unterstrichen, dass diese Personen um sich selbst kreisen, d.h. vom Kopf, vom Bauch und vom Herzen her egozentrisch sind.

Man erfährt zudem mehr über die kranken Beziehungen eines Narzissten, die auf seiner Gier nach Bewunderung beruhen. Sein Anspruchsdenken ist übrigens exorbitant. Er hat kein Problem damit, andere auszubeuten und rücksichtslos zu handeln. Die Beziehungen eines solches Mannes sind übrigens oberflächlich und werden nur solange unterhalten, so lange sie ihm etwas bringen. Ach ja, und je mehr er sich selbst erhöht, umso weniger Zugang hat er zu Transzendentalen.

Der Narzissmus ist gewissermaßen eine Ersatzreligion. Würde mich brennend interessieren, wie viel männliche Narzissten es unter Atheisten gibt prozentual gesehen.

Forscher sprechen seit 2010 von einer Narzissmus-Epidemie, die in Generation Ego offenbar grassiert. Ihr vorläufiger Endpunkt soll die "Generation Beziehungsunfähig" sein.

Wie der narzisstische Mann sich der drei Fesseln entledigen kann, ist spannend zu lesen. Ich gehe davon aus, dass dies seltenst passiert und vieler Schicksalsschläge bedarf.

Für Frauen, die sich einen Überblick verschaffen möchten, was einen Narzissten ausmacht, ist das Buch sehr empfehlenswert, um rechtzeitig einen großen Bogen um solche Männer machen zu können. Das Drama: Es gibt mehr davon als man ahnt. Deshalb gilt: "Holzauge sei wachsam".

Die Auflistungen der 9 DSM-5- Kriterien der narzisstischen Persönlichkeit und die Fragen zur narzisstischen Persönlichkeitsdimension und deren Gegenteil zum Schluss sind sehr hilfreich, wenn man rasch erkennen möchte, ob man selbst oder andere narzisstisch ticken oder nicht.

Sehr empfehlenswert

Helga König
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 27, 2016 9:38 AM MEST


Jerusalem: Menschen und Geschichten einer wundersamen Stadt
Jerusalem: Menschen und Geschichten einer wundersamen Stadt
von Iris Berben
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 28,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Altersgenossen/ Wir haben ein Spiel/ In der Luft." Rose Ausländer,, 30. August 2016
Autorin dieses wunderbaren Bildbandes mit Schwarzweiß-Impressionen von #Jerusalem ist Iris Berben. Sie hat den einfühlsamen Text verfasst, der dem Leser ihren persönlichen Eindruck von dieser Stadt wiedergibt.

Die mehrfach ausgezeichnete, namhafte Schauspielerin ist seit 2010 die Präsidentin der #Deutschen_Filmakademie. Sie gilt als eine der engagiertesten Stimmen für #Toleranz und Mitmenschlichkeit und nimmt sich in ihren Lesungen immer wieder dem Leid der jüdischen Opfer der Nationalsozialisten an.

Die beeindruckenden Fotos im Buch stammen von #Tom_Krausz, der seit 1979 fast jedes Jahr nach Jerusalem reist und für Magazine sowie für Bücher als Fotograf tätig ist, aber sich auch bei Filmdokumentationen für #arte, den #WDR und Servus TV einen Namen gemacht hat.

#Iris_Berben reist seit 1968 nach Israel und geht in ihrem Text zunächst zurück in jene ersten Jahre. Damals verließ sie das Internat, um drei Monate hindurch in Israel zu verbringen und erlebte daraufhin eine der intensivsten Phasen ihres bisherigen Seins. Sie lässt nicht unerwähnt, dass damals erst 23 Jahre seit Kriegsende vergangen waren und die große Mehrheit der Wiederaufbau-Deutschen die Bilder aus den Konzentrations- und Vernichtungslagern verdrängt oder vergessen hatten.

Die Israel-Kennerin schreibt von ihrem ersten langen Gespräch mit einer gebrandmarkten Jüdin und von ihrer Scham in der Folge, die dazu führte, Verantwortung zu übernehmen und nicht wegzuschauen, wenn Antisemitismus und Intoleranz ihr Unwesen treiben. Berben erzählt auch von ihren Erfahrungen im Kibbuz, ihren Eindrücken in der Altstadt Jerusalems und von allem, was damals ihrem Leben eine neue Richtung gab.

Zwischen den einzelnen Abschnitten ihres Textes, hat man stets die Chance, sich in Schwarzweiß-Bilder zu vertiefen, die merkwürdig zurückgenommen erscheinen und die lebensfrohe, orange Textfarbe auf subtile Weise hervorheben. Das ist eine gelungene Maßnahme, um ganz klar zu vermitteln, dass der Text bei diesem Bildband nicht zweitrangig ist.

Als ich gestern das Buch las, twitterte ich spontan: "Schwarzweiß-Fotos sind Brücken, die oft zu ernsten Gedankenwelten führen, in denen Farbe nur bedingt vorkommt."

Der Text von Iris Berben ist voller Poesie, dabei aber sehr nachdenklich. Die Ernsthaftigkeit ihrer Gedankenwelt macht mir diese Frau noch sympathischer als sie es ohnehin aufgrund ihrer schauspielerischen Fähigkeiten schon ist.

Sie streift die Geschichte Israels, die sich in den Bildern widerspiegelt und erwähnt, dass in Jerusalem etwa 670 000 Juden 320.000 Moslems und 14.000 Christen leben und es 1204 Synagogen, 158 Kirchen sowie 73 Moscheen, daneben noch unzählige Toraschulen sowie jüdische Hochschulen gibt. Heilig sei diese Stadt den Gläubigen aller drei Glaubensrichtungen. Das wird auch in den Bildern deutlich.

Neben den geradezu poetisch erzählten Geschichten über die Stadt und den imposanten Fotos wird das Buch von zwei Gedichten getragen, die von Annemarie Königsberger und von Rose Ausländer stammen. Beide Lyrikerinnen haben den Holocaust überlebt.

Das Gedicht von Rose Ausländer mit dem Titel "Jerusalem" endet mit den Zeilen:
"Altersgenossen
Wir haben ein Spiel
In der Luft."

Damit erinnert Rose Ausländer offenbar an die "Todesfuge" von Paul Celan und dort besonders an die Zeilen:

"ein Mann wohnt im Haus dein goldenes Haar Margarete
er hetzt seine Rüden auf uns er schenkt uns ein Grab in der Luft
er spielt mit den Schlangen und träumet der Tod ist ein Meister aus Deutschland"

Wie ich schon erwähnte:

"Schwarzweiß-Fotos sind Brücken, die oft zu ernsten Gedankenwelten führen, in denen Farbe nur bedingt vorkommt."

Sehr empfehlenswert.

Helga König


»Will keiner trinken? keiner lachen?«: Goethe und der Wein (Insel-Bücherei)
»Will keiner trinken? keiner lachen?«: Goethe und der Wein (Insel-Bücherei)
von Heiner Boehncke
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 13,95

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Goethe wusste: "Wo aber der Wein fehlt, stirbt der Reiz des Lebens." Euripides, 27. August 2016
Bei diesem Büchlein aus der Insel-Bücherei handelt es sich um den Band Nr. 1400. Thema: Goethe und der Wein. Herausgeber sind Heiner Boehncke und Joachim Seng.

Nach einer zwei Seiten umfassenden Vorrede der beiden Herren, beginnen die Betrachtungen des illustrieren Büchleins mit einer Reihe von Goethegedichten, die dem Wein huldigen. Dabei muss man wissen, dass einige der bekanntesten Weingedichte aus dem "West-östlichen Divan" stammen, in dem die Liebe und der Wein zwei Hauptmotive sind.

Wie man eingangs schon erfährt, war bei dem großen Frankfurter Sohn der Wein nicht nur "Sorgenbrecher", "Balsamsaft" und "Medizin", sondern er diente gleichwohl auch als Lebenselexier und stimulierte seine Schaffenskraft.

Nach einer Vielzahl von Wein-Gedichten hat man Gelegenheit Goethes Weinbiografie zu lesen und erfährt in diesem Zusammenhang auch, dass zu Goethes Zeiten in Frankfurt auf dem Sachsenhäuser Berg Wein angebaut wurde und die Frankfurter Altstadt von Weinbergen umgeben war. Bereits im 14. Jahrhundert wurde in der Mainmetropole Weinbau betrieben. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass die Weingärtner in Frankfurt eine Zunft bildeten und diverse andere Zünfte in der Stadt vom Weinbau und Weinhandel profitierten.

Dass Goethes Großvater väterlicherseits ein Franzose aus Lyon war, wird nicht jedem bekannt sein, viele aber wissen, dass die Familie ihm ein stattliches Vermögen verdankte, das der Schneidermeister, der in zweiter Ehe zum geschäftstüchtigen Weinbergbesitzer und Weinhändler wurde und 34 000 Liter Wein nach seinem Tode hinterließ. 12 000 Liter Flaschen bildeten den Grundbestand des Weinkellers, den die verwitwete Großmutter Goethes in ihrem Witwensitz "Am großen Hirschgraben" (Goethes Geburtsort) nach dem Kauf des Hauses einrichtete. Jahrzehnte später, der Dichter lebte bereits in Weimar, verkaufte Goethes Mutter besagtes Haus, das 60 Jahre im Familienbesitz war. Im Keller befanden sich noch 5775 Liter Wein.

Goethe wuchs unter Weintrinkern und Weinkennern auf und lernte den Wein schon früh schätzen. Man erfährt Näheres zur Weinlese und Weinbereitung im Elternhaus und hier auch, dass viele Frankfurter Bürger sogenannte Gartenweine anbauten. Goethes Vater soll seinen eigenen Gartenwein besonders gerne getrunken haben. Weinduft bestimmte die olfaktorische Erinnerung an Goethes Elternhaus.

Der Wein und die Liebe des jungen Goethe kommen zur Sprache und hier auch seine ausschweifende Jugendzeit in Leipzig. Wie man auf einer aquarellierten Bleistiftzeichnung um 1770/72 sehen kann, die Goethe angefertigt hat, gehörte Wein offenbar zu seinem kreativen Arbeitsprozess.

Vom Weinkonsum, den Weinhändlern und Lieblingsweinen des Dichters später dann in Weimar in seinem Haus am Frauenplan liest man Wissenswertes und hier auch, dass die jährlichen Weinbestellungen Goethes alles andere als gering waren. Bereits 1776 gab er 200 Taler seines Einkommen für Wein aus, 1829 waren es dann 2184 Taler bei einem Einkommen von 10 000 Talern. Ein einfacher Soldat erhielt zum Vergleich einen Jahressold von 24 Talern.

Der Weinliebhaber Goethe schätzte qualitativ hochwertigen Wein. So betrug der Preis für eine Flasche 1783er Würzburger Steinwein aus dem Herzoglichen Hofkeller 1 Taler. Goethe war kein armer Poet, er konnte sich problemlos ein Leben als Mann von Welt leisten und tat es auch.

Man erhält u.a. Momentaufnahmen des Weinbestands im Hause am Frauenplan, so etwa aus dem Jahre 1816, erfährt dass Goethe verschiedene Frankenweine, aber auch Moselweine schätzte und u.a. Rotwein aus dem Languedoc trank. 2 Liter Wein soll Goethe täglich genossen haben. Was er im Einzelnen zu sich nahm, wird auch beschrieben. Da die Weine einen geringeren Alkoholgehalt hatten als heute, war der hohe Konsum nicht bedenklich, sondern schenkte ihm stattdessen ein langes Leben.

Über Goethes Weingenuss auf Reisen wird man aufgeklärt. Er soll sowohl in Italien als auch auf seinen Reisen am Rhein, Main und Neckar Weinanbaugebiete besucht und dort Reben, die Böden und das Klima genauer beobachtet haben, um auf diese Weise mehr über den Wein und deren Ursprungsort in Erfahrung zu bringen.

Sehr schön beschrieben ist Goethes Reise in den Rheingau. Der Dichter feierte seinen 65. Geburtstag in Wiesbaden auf Schloss Biebrich und wohnte 8 Tage bei Brentanos im Rheingau, wo er sich offenbar sehr wohl fühlte und "fürchterlich viel" trank, wie Antonia Brentano für die Nachwelt festhielt.

Wen wundert also der nachstehende Vers Goethes aus dem "West-östlichen Divan", den man zum Schluss des Buches lesen kann: Typisch Goethe.

Trunken müssen wir alle sein!
Jugend ist Trunkenheit ohne Wein
Trinkt sich das Alter wieder zur Jugend,
So ist es wundervolle Tugend.
Für Sorgen sorgt das liebe Leben,
Und Sorgenbrecher sind die Reben.

Johann Wolfgang von Goethe

Empfehlenswert.


Amnesty International Report 2015/16
Amnesty International Report 2015/16
von Amnesty International Sektion der Bundesrepublik
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,99

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Human ist der Mensch, für den der Anblick fremden Unglücks unerträglich ist und der sich sozusagen gezwungen sieht,, 26. August 2016
dem Unglücklichen zu helfen." Voltaire

Das vorliegende Buch informiert über die Lage der Menschenrechte in 160 Ländern und Territorien im Jahr 2015.

Salil Shetty, der internationale Generalsekretär von Amnesty International, hat das Vorwort verfasst. Gleich zu Beginn weist er darauf hin, dass im Jahr 2015 die Fähigkeit der internationalen Gemeinschaft, auf Krisen und die massenhafte Vertreibung von Menschen zu reagieren, auf eine harte Probe gestellt wird. Weltweit sind derzeit so viele Menschen auf der Flucht, wie seit dem 2. Weltkrieg nicht mehr.

Der bewaffnete Konflikt in Syrien hat das Jahr 2015 in besonderer Weise geprägt. Doch ist dieser Konflikt letztlich nur einer von vielen, wie das Buch verdeutlicht. Man liest von unglaublichen Menschenrechtsverletzungen in Afrika, nicht nur in Nigeria, sondern auch in Burundi, Kamerun, Somalia und anderen Ländern, erfährt von Flüchtlingen allerorten und von Unterdrückung, die fast schon zur Routine geworden ist.

Zunächst wird man über die Kontinente und die bewaffneten Konflikte, auch über Flüchtlinge und Migranten dort in Kenntnis gesetzt, liest immerfort zu Folter und Misshandlungen aber beispielsweise auch zu den Rechten indigener Völker, bevor man sich in die Länderberichte vertiefen kann. Dabei wird dann alphabetisch vorgegangen.

Eingangs wird über die amtliche Bezeichnung des jeweiligen Landes informiert, auch erfährt man wer jeweils Staats- und Regierungschef ist. Anhand eines Kartenausschnitts kann man stets sehen, wo das beschriebene Land liegt. Man liest stets über Hintergründe und kann sich dann in die jeweiligen Schwierigkeiten eines Landes, was Menschenrechte anbelangt, vertiefen.

Es führt zu weit, an dieser Stelle auf die Probleme einzelner Länder einzugehen. Gesagt werden kann. dass das Buch in seiner Gesamtheit zeigt, wie sehr Menschenrechte überall auf der Welt mit Füßen getreten werden, doch es würdigt auch jene Menschen, die unter schwierigen und gefährlichen Bedingungen sich auf der ganzen Welt für Menschenrechte einsetzen.

Ich empfehle allen dieses Werk des Schreckens sorgfältig zu lesen, dann dürfte jedem klar sein, dass man an den meisten Punkten dieser Erde einfach nicht leben kann und zur Flucht gezwungen ist und dass dies nicht mehr so weiter gehen kann. Die Weltgemeinschaft ist aufgefordert, endlich Vernunft anzunehmen.

Maximal empfehlenswert.

Helga König


Die unglaubliche Kraft der Farben
Die unglaubliche Kraft der Farben
von Jean-Gabriel Causse
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,90

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Bisweilen stelle ich mir die Farben als lebendige Gedanken vor, Wesen reiner Vernunft, mit denen ich mich auseinandersetzen, 25. August 2016
kann." Paul Cézanne

Autor dieses Buches ist der französische Farbdesigner Jean –Gabriel Causse. Er ist Mitglied des "Comité Francais de la Couleur" und arbeitet für Modemarken wie Jil Sander.

In seinem Buch hat er neueste neuro-wissenschaftliche Studien zusammen- getragen und verdeutlicht wie Farben unser Empfinden und Verhalten beeinflussen. Das Werk ist in drei große Kapitel untergliedert, denen eine Einleitung vorangestellt worden ist und die mit einem Fazit abgerundet werden.

Das erste Kapitel lehrt den Leser zunächst Farben zu verstehen. Hier geht es um Farbwahrnehmung und Farbtemperatur. Wissen sollte man, dass Farben mithilfe dreier Elemente bestimmt werden. Bei diesen handelt es sich um den Farbton, die Helligkeit und die Sättigung, die den Grauanteil einer Farbe beschreibt.

Je höher übrigens die Temperatur ist, desto mehr geht die Farbe ins Blaue. Man erfährt wieviel Farben es gibt. Experten in Farbmetrik sagen, dass wir etwa 150 monochrome Farben erkennen. Dies entspricht 300 000 Farben, die durch unterschiedliche Lichtstärken und Sättigungen entstehen. Einige Experten gehen sogar davon aus, dass wir bis zu 3 Millionen Farben voneinander unterscheiden können.

Berichtet wird u.a. von der Farbwahrnehmung in der Tier- und Pflanzenwelt. Interessanterweise kann ein Stier die Farbe Rot nicht erkennen, dies hat er mit Katzen, Kaninchen und Ratten gemeinsam. Diese Kreaturen nehmen nur Blau und Grün wahr.

Zur Sprache kommt auch das neurologische Phänomen der "Synästhesie", das zumindest zwei Sinne miteinander verbindet. 152 Arten von Synästhesien sind bekannt. So gibt es beispielsweise Menschen, die Buchstaben oder Zahlen mit bestimmten Farben in Verbindung bringen.

Kapitel 2 befasst sich mit Farbeinflüssen. Klinische Versuche haben nachgewiesen, dass der Einfluss von Farben auf neurotische und psychotische Patienten sehr stark ausgeprägt ist. Farben wirken beeinflussend auf unseren Biorhythmus und die Melatoninausschüttung. Dies gilt im Besonderen für die Farbe Türkis.

Interessant sind die Betrachtungen der Farben der Gefahr und der physischen Dominanz. Hier liest man u.a. , dass man dann, wenn man leistungsfähig sein möchte, sich vor der Farbe Rot hüten soll. Will man sich als "natürlicher Anführer" präsentieren, soll eine rote Krawatte oder dergleichen helfen.

Babys macht die Farbe Rot Angst. Diese Farbe schärft die Sinne, damit man potentielles Scheitern und Gefahren minimieren kann. Das geschieht, indem unsere Vernunft aus- und die Großhirnrinde eingeschaltet werden.

Man lernt auch entspannende und kreative Farben kennen. Rosa verlangsamt den Herzrhythmus und wirkt sehr entspannend. Diese Farbe soll energiedämpfend sein und die Aggressivität verringern. Blau fördert die Kreativität. Bemerkenswerterweise wirken sich bestimmte Farben auch auf das Gedächtnis aus und speziell warme Farben steigern die Produktivität sowie die Freude an der Arbeit. Interessant sind auch die Studien, wie sich Farben von Fragebögen auf die Ergebnisse auswirken. So bewirken rote Fragebögen dreimal so viele radikale Antworten.

Farben der Sexualität sind ein Thema, auch Farben und Sport und schließlich sogar Farben und Geschmackswahrnehmung. Leider ist es unmöglich, auf alle Facetten des Buches im Rahmen der Rezension einzugehen, nennen will ich aber den Aspekt Verpackung und wie Farben als Kaufanreiz dienen. Es gibt einen Zusammenhang zwischen der Erhöhung der Farbsättigung bei nahezu fluoreszierenden Farben und Spontankäufen beispielsweise. Sehr erhellend auch sind die Infos zu Farben und dem Online-Handel sowie der Hinweis, dass Kinder Schwarz, Weiß und Braun nicht mögen und nur ein Fünftel aller kleinen Mädchen Blau lieber mag als Rosa. Auf solche Erkenntnisse reagiert die Industrie natürlich und manipuliert subtil das Kaufverhalten

Man erfährt in der Folge wie Farbe das Licht beeinflusst, auch was man unter einer Farbtherapie zu verstehen hat.

Im dritten Kapitel dann geht es um die richtige Farbwahl und hier zunächst um Farbsymbolik, auch Feng Shui und entsprechende Farbeinflüsse werden gewählt und man erfährt Wissenswertes zu Farben bei der Inneneinrichtung. So sollte man Räume bei Berufen, die viel Nachdenken erfordern, bei denen schöpferisch gearbeitet wird oder kühle Entscheidungen getroffen werden, Blautöne wählen.

Farben und Bekleidung werden auch beleuchtet und es werden ausführliche Betrachtungen zu allen Farben angestellt. Diese Betrachtungen sollte man sehr bewusst lesen, da sie überaus aufschlussreich sind.

Im Anhang erfährt man mehr über die Farbsymbolik in der ganzen Welt. Man wundert sich nicht, dass überall auf der Erde Grau für Traurigkeit, Modernismus, Angst, Monotonie und Schlichtheit steht. Die Farbe Grün hingegen, bedeutet in den USA Glück und Geld, während sie in Italien für Unglück steht und in China einem betrogenen Ehemann zugeordnet wird.

Orange visualisiert in Japan die Liebe und in Indien die Leidenschaft, auf der ganzen Welt ist sie ein Zeichen für Lebensfreude und sollte meiner Ansicht nach allein schon deshalb eine besondere Stellung unter den Farben einnehmen.

Farben sind gut für uns, so das Fazit des Autors. Wer den Menschen Gutes will, schenkt Ihnen Farben. Ein Dankeschön an alle Maler, die uns immer und immer wieder dieses Geschenk machen und an den Autor, der die Leser umfassend zum Thema Farben aufklärt.

Ein sehr empfehlenswertes Buch

Helga König


Rituale der Stille. Aufstellbuch
Rituale der Stille. Aufstellbuch
von Anselm Grün
  Spiralbindung
Preis: EUR 9,99

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Erlaube allen Situationen genauso zu sein, wie sie sind. Lass Deine Anstrengungen los, nimm alles so an, wie es ist", 25. August 2016
"Wenn wir in der Stille in uns hineinhören, bricht in uns eine unendliche Sehnsucht auf." (Anselm Grün).

Dieser Tischaufsteller enthält Rituale des Benediktiners Anselm Grün, die als Schlüssel verwendet werden können, der zum Geheimnis und zur Tiefe der Stille führen. Die Rituale verhelfen zu einem friedvollen Leben.

Neben den Ritualen enthält der Tischaufsteller schöne Bilder und Zitate von Anselm Grün, die sich mit der Stille befassen. Nur wenn man wirklich still wird, so der Autor, kann man sich selbst spüren und seinen inneren Wert, das göttliche Kind in uns entdecken. Dieses Kind nimmt uns an die Hand, zeigt uns Wege für unser Leben zu anderen, für unser Leben mit Gott.

Die Rituale verhelfen dem Leser dazu, dass Gedanken und Gefühle zur Ruhe kommen. Sie überzeugen und lassen sich zumeist problemlos umsetzen.

Eines der Rituale möchte ich an dieser Stelle zitieren:

Alles darf so sein, wie es ist.
Wenn du nach einem anstrengenden Tag
Das Gefühl hast, gegen Wände zu rennen
und gar nichts bewirken zu können,
halte inne und werde still.
Erlaube allen Situationen genauso zu sein,
wie sie sind. Lass Deine Anstrengungen los,
nimm alles so an, wie es ist, und urteile nicht.
So kann in dir Ruhe entstehen,
die dich gelassener
mit allem umgehen lässt.

Dazu dann gibt es umseitig ein Zitat, der das Ritual zusammenfasst

"Wenn wir innerlich dem zustimmen, was ist, können wir zur Ruhe kommen."

Sehr empfehlenswert.

Helga König


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