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Rezensionen verfasst von
Sero Tonin (Wien)

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Das Gehirn: ein Unfall der Natur: Und warum es dennoch funktioniert
Das Gehirn: ein Unfall der Natur: Und warum es dennoch funktioniert
von David J. Linden
  Gebundene Ausgabe

21 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Das keinesfalls intelligente Design des Gehirns, 7. März 2010
Das Gehirn wird gerne und nicht ohne gewisse Ehrfurcht als äußerst präzises und perfektes Wunderwerk beschrieben. Diese Ansicht möchte David Linden, Professor für Neurowissenschaft an der Hopkins Universität, Baltimore, und Mitarbeiter des Journal of Neurophysiology mit seinem Buch widerlegen. Linden beschreibt das Gehirn vielmehr als ineffizienten, redundanten und fehleranfälligen Zellhaufen, der aus lauter adHoc Lösungen chaotisch im Laufe der Jahrmillionen von der Evolution zusammengepfuscht wurde.

Vorallem drei Fakten bilden dabei die Grundlage seiner Ansicht:
- Das Gehirn wurde im Lauf seiner Entwicklung nie neu entworfen, sondern nur durch neue Komponenten erweitert.
- Das Gehirn ist unfähig, bestimmte (kontrollierende) Komponenten abzuschalten, auch wenn diese in gewissen Situationen hinderlich oder sogar kontraproduktiv sind.
- Nervenzellen verarbeiten Informationen (z.B. im Vergleich mit Computertechnik) extrem langsam, unzuverlässig und haben eine geringe Signalbandbreite.

In neun Kapiteln geht der Autor einen interessanten Weg von innen nach außen. Er beginnt mit dem anatomischen Aufbau, der ontogenetischen Entwicklung und den Funktionen der Nervenzelle und führt über die Themen Sensorik und Empfinden, Gedächtnis, Schlaf und Traum, Sex und Liebe schliesslich zum religösen Impuls. Zahlreiche der typisch menschlichen Eigenschaften wie z.B. die lange Nestzeit, verschiedene Formen von Lernen und Erinnern, Besonderheiten unseres Liebes- und Sexualverhaltens oder unser Hang zu religiösen Erklärungen der Welt sind gerade auf die planlose Entwicklung und das sich daraus ergebende eigenwillige Konstrukt des Gehirns zurückzuführen.

Vorallem in den ersten Abschnitten und im Kapitel über das Gedächtnis geht Linden ins Eingemachte und wirft in gemütlichem Plauderton heftig mit biowissenschaftlichem Vokabular, Aktionspotentialen, Kalziumkanälen und NMDA-Rezeptoren um sich. Für einen Leser, der sich zum erstenmal mit der Biologie der Nervenzelle befasst, dürfte das nicht wirklich hilfreich sein. Das Gesamtverständnis leidet jedoch nicht, wenn der eine oder andere komplizierte Absatz überflogen wird. Für Leser mit Vorkenntnissen könnten gerade diese Abschnitte eine Vertiefung des Wissen bringen. Der größte Teil des Buches ist aber leicht verständlich, anregend und teilweise mit einem angenehmen Schuss Humor geschrieben. Der Autor wartet mit zahlreichen spannenden Informationen und Erkenntnissen auf, beschreibt interessante Experimente und diskutiert auch unerwartet Fragen, über die die Wissenschaft noch spekuliert - warum träumen wir eigentlich?

Im letzten Kapitel bringt Linden zusammenfassend sein Hauptmotiv des "keinesfalls intelligenten Designs" auf den Punkt und geht dabei konkret auf Anfechtungen ein, denen die Wissenschaft aus der Ecke des Kreationismus und seitens der Anhängerschaft eines Intelligent Designs ausgesetzt ist. Spätestens jetzt wird klar, dass wir hier einen Autor vor uns haben, der dieses Buch im Zwielicht des fundamental-religiös gefärbten Hintergrunds der amerikanischen Gesellschaft geschrieben hat. Auch wenn der eine oder andere heimische Leser das amüsante und durchaus treffende Bild des Gehirns als zufällig aufeinander geklatschte Eiskugeln in einer Waffeltüte pietätlos finden mag, ist es hierzulande kaum vorstellbar, ernsthaft über ein Unterrichtsverbot der Evolutionstheorie diskutieren zu müssen. Deshalb sollte das Buch auch unbedingt in diesem Lichte gesehen werden.


(R)Evolution 2012. Die Menschheit vor einem Evolutionssprung
(R)Evolution 2012. Die Menschheit vor einem Evolutionssprung
DVD ~ Dieter Broers
Preis: EUR 19,64

67 von 106 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Ein zynisches Machwerk der Desinformation, 30. Dezember 2009
Man schneide zusammenhanglose Interviews mit Ufologen, Kornkreis-Experten, Tonbandstimmenforschern und anderen sakulären Spiritisten in grobe Streifen, mische pseudowissenschaftlichen Unsinn über Quantenphysik und Hirnforschung mit beliebigen Zutaten modernen Esogeschwafels darunter, gieße mit billigen Fertigeffekten auf, verkoche das ganze zu einer geschmacklosen Brühe und schütte sie dem arglosen Konsumenten ins Gesicht. So ungefähr muss sich das Rezept lesen, nach dem Dieter Broers hier ein Machwerk der Desinformation übelster Sorte zusammenbraute. Der dank dem Internet schon lange als Scharlatan entlarvte Broers, der schon unter dem Alias Morpheus zweifelhafte Pamphlete veröffentlichte und dessen Eintrag in Wikipedia wegen zahlreicher Ungereimtheiten, u.a. seinen Doktortitel betreffend, gelöscht werden mußte, treibt hier im Windschatten von Emmerichs neuestem Hollywood-Klamauk und der allgemeinen 2012-Hysterie ein zynisches Spiel mit den Ängsten vieler Menschen vor der Zukunft und deren berechtigter Sehnsucht nach einer besseren Welt. Broers selbst enthält sich in dem absolut sinnfreien Streifen konsequent jeder definitiven Aussage, trotzdem wird ein unkritischer Zuseher zur Überzeugung kommen, dass im Jahr 2012 etwas Kolossales passieren muss: Elektromagnetische Strahlung von der Sonne oder auch ein geheimnisvoller Synchronisationsstrahl aus dem All (- echte Astronomen bekommen hier gewöhnlich Lachkrämpfe) werden das menschliche Bewusstsein dermaßen transformieren, dass ... ja was nun eigentlich? Vielleicht sollte ich hier einen Ausschnitt aus dem Impressum von Broers Blog zitieren: "Der Autor übernimmt keinerlei Gewähr für die Aktualität, Korrektheit, Vollständigkeit oder Qualität der bereitgestellten Informationen ...".
PS: Motiviert zu dieser Rezension hat mich mein grenzenloses Entsetzen über die zahlreichen 5-Sterne-Bewertungen; meine letzten Hoffnungen auf einen tatsächlichen Bewusstseinssprung der Menschheit sind endgültig zerstreut ...
Kommentar Kommentare (12) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 26, 2012 9:39 AM CET


Empathie und Spiegelneurone: Die biologische Basis des Mitgefühls (edition unseld)
Empathie und Spiegelneurone: Die biologische Basis des Mitgefühls (edition unseld)
von Giacomo Rizzolatti
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,00

21 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Genial ohne Abstriche, 15. August 2009
Ausser bei den Sternen kann ich mich meinem Vorrezensenten Herrn Fuchs nur anschliessen. Dieses Buch scheint mir die mit Abstand tiefste und bedeutendste Darstellung der Thematik auf biologischer Ebene zu sein und ist ein wahres Geschenk für den Leser. Meine Begeisterung ist ungetrübt. Wenn man die oft verschraubte Ausdrucksweise romanisch-sprachiger Autoren in Betracht zieht, ist die Sprache dieses Buchs noch als harmlos zu bezeichnen und rechtfertigt für mich keinen Punkteabzug. Allerdings wenden sich die Autoren an Leser, denen Ausdrücke wie lateral oder rostral geläufig und die Grundlagen der Anatomie des Gehirns selbstverständlich sind.


Das empathische Gehirn: Spiegelneurone als Grundlage menschlicher Kommunikation
Das empathische Gehirn: Spiegelneurone als Grundlage menschlicher Kommunikation
von Nadia Zaboura
  Taschenbuch
Preis: EUR 46,99

19 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Aus der Perspektive des Somatic Turns, 15. August 2009
Die Entdeckung der Spiegelneurone hat der Neurowissenschaft das Tor zum Gegenüber geöffnet und es ermöglicht, ein völlig neues Gebiet, nämlich die biologischen Grundlagen der sozialen Welt zu erforschen. Dass dies bei den Pächtern dieser Region, den Soziologen, Psychologen und Kommunikationswissenschaftern für Empörung sorgt, ist nicht verwunderlich. Waren doch soziale und kommunikative Belange bisher den Geisteswissenschaften vorbehalten.

Nadia Zaboura versucht mit ihrem Buch eine interdisziplinäre Brücke zu bauen. Sie beschreibt die Thematik vorallem aus der Perspektive der Soziologie und stellt sie im ersten Teil vor den spannenden Hintergrund der Geschichte des Leib-Seele-Problems und der philosophischen Grabenkämpfe, welche die Wissenschaft des Geistes seit Descartes in die Krise geführt haben. Der Bogen führt dabei über Descartes, Leibnitz, Husserl, Merleau-Ponty zu Darwin, Gehlen und Mead.
Die darauf folgenden biologischen Ausführungen erscheinen mir dagegen oberflächlich, unklar und teilweise fehlerhaft. Es ist nicht zu übersehen, dass die Autorin hier für sie unsicheres Terrain betritt.
Im weiterem Verlauf befasst sie sich u.a. mit phylogenetischen und ontogenetischen Aspekten von Resonanzphänomenen, einer Diskussion im Kontext der Alltagspsychologie mit der Betonung auf Imitation und Simulation und den Konsequenzen, die sich für Anwendungen aus den verschiedensten Bereichen ergeben.

Obwohl das Buch in den letzten Abschnitten versöhnlich wird und zu einem holistischen Ansatz aufruft ' vorallem der Exkurs in östliche Traditionen und die Besinnung auf Maturana hat mir gefallen - haben mir einige polemische Stellen viel vom Lesevergnügen genommen. Schon am Anfang wird ein mutmasslicher Feind ins Visier genommen. Zitat: "Eine sich geschickt in Szene setzende Gruppierung von Neurowissenschaftlern propagiert einen physikalischen Reduktionismus und versucht sich damit gleichzeitig an einem erneuten Angriff auf das eigenständig sinnhaft und intentional handelnde Subjekt und das Primat der Ratio." Dem stellt sie den Trend des "somatic turn" in der Soziologie gegenüber und will auch ihre Arbeit in dieser Tradition verstanden wissen. Dass sich Nadia Zaboura selbst vorteilhaft in Szene zu setzen weiss, kann man im Web gerne nachprüfen. Darüber musste ich schmunzeln und das Recht auf Selbstdarstellung sei jedermann unbenommen. Ich kann aber auch der Argumentation selbst nicht folgen, da sich die angesprochenen Forscher eben auf der biologischen Ebene mit intentional handelnden Subjekten befassen und diese auf der abstrahierten Ebene der Geisteswissenschaft keinesfalls anzweifeln, auch wenn das manchmal so interpretiert wird. Auch die "Ratio" ist ein Sinnkonstrukt des menschlichen Geistes, und somit auf das selbe biologische Substrat angewiesen. Ein persönlicher Dialog mit Singer, Bauer, Roth, Hüther, Spitzer et. al. würde den Konflikt wahrscheinlich schnell als Missverständnis entlarven. Dass diese Polarisierung mehr von der sensationsgeilen medialen Rezeption evoziert wird, als von den Autoren selbst, sollte gerade einer Medienfachfrau klar sein.

Zusammenfassend will die Autorin zeigen, dass mit der Entdeckung der Spiegelneurone zwar grundlegende, unbewusst basale Funktionen der Kommunikation erklärt werden können, nicht aber die kognitiven, höheren Funktionen, die erst Entscheidungsfreiheit und Sinnerfassung ermöglichen.
Das steht auch keinesfalls im Widerspruch zur Neurophysiologie. Dass die Autorin dabei kaum auf die Verbindungen der Spiegelneurone zu zahlreichen anderen neocortikalen und limbischen Arealen eingeht, vorallem solchen, die an Funktionen des bewussten Entscheidens oder reflexiven Denkens beteiligt sind, mag zu diesem Schluss geführt haben. Gerade die Verbindung mit parietalen Arealen lassen auf eine Kopplung mit assoziativen Funktionen schließen, und die Verbindungen mit den für kognitive Operationen zuständigen Bereichen des Frontallappens sind weit mehr als eine einfache Sperre, wie im Buch dargestellt. Der Integration des Spiegelsystems in das gesamte Nervensystem ist zwar ein kurzer Absatz gewidmet, trotzdem erscheint dieser fundamentale Aspekt fahrlässig unterbelichtet. Insgesamt wird das Spiegelsystem zu isoliert und abgeschlossen betrachtet.
Kein Neurowissenschaftler wird behaupten, dass sich die höheren kommunikativen Fähigkeiten ausschließlich auf das System der Spiegelneuronen begründen. Dass wir bei der Erforschung dieser Vorgänge erst am Anfang stehen, ist gerade den Forschern mehr als bewusst. (siehe auch das Qualia Problem...)

Als Einstieg in die Thematik der Spiegelneurone ohne Vorwissen ist das Buch keinesfalls zu empfehlen. Wer eine popularwissenschaftliche Einführung sucht, dem sei Bauer empfohlen. Wer es ganz genau wissen will (neurologisches Vorwissen vorausgesetzt), sollte direkt zu Rizzolatti/Sinigaglia greifen. Das jüngst erschienene Buch ist mit Abstand das Beste zum Thema (in Deutsch).
Wer sich für die Aufregung interessiert, die die Entdeckung der Spiegelneurone im Feld der Philosophie und Soziologie verursacht hat, und wen der sperrige, aber leider übliche Soziologensprech nicht stört, wird mit diesem Buch fündig.


Der Zufall als Notwendigkeit (Wiener Vorlesungen)
Der Zufall als Notwendigkeit (Wiener Vorlesungen)
von Anton Zeilinger
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 9,90

33 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Mogelpackung, 3. August 2009
Wo Zeilinger draufsteht muss nicht Zeilinger drin sein.
Als Leser, der sich für den interdisziplinären Dialog und für die Implikationen interessiert, die sich gerade aus den neuen Naturwissenschaften für die Geisteswissenschaft ergeben, wurde ich von diesem Buch schwer enttäuscht.
Die knapp 80 Seiten stellen die Zusammenfassung eines Symposiums dar, das die Wiener Kulturabteilung zu Ehren Zeilingers zu seinem 60. Geburtstag gab. Zeilingers Beitrag beschränkt sich auf etwa fünf Seiten, die Beiträge der fünf weiteren Autoren empfand ich im Hinblick auf das spannende Thema als fade, uninspirierte und akademische Monologe. Der Mathematiker Taschner präsentiert eine kurze Einführung in die Wahrscheinlichkeitsrechnung. Jürgen Mittelstrass bemüht Aristoteles und Leibnitz um festzustellen, dass wir nichts wissen. Frau Lichtenegger kommt zur Erkenntnis, dass der Zufall in der Geographie keine übergeordnete Rolle spielt. Helmut Leder spricht über den Zufall in der Kunst aus Sicht der Wahrnehmungspsychologie und Verena Winiwarter schreibt eigentlich mehr über (ME gar nicht so zufällige) Störfälle als Zufälle, wenn sie die Rolle des Zufalls in den Geschichtswissenschaften untersucht. Man hat den Eindruck, hier wurden zwanghaft und in grosser Eile Wortspenden eingesammelt, um Prof. Zeilinger, das Aushängeschild österr. Wissenschaft, zu ehren, nachdem er kurz zuvor von der (ehemaligen) Bildungsministerin aufs Schändlichste angepatzt wurde.
Nachtrag: Zum Zeitpunkt der Besprechung war nur Zeilinger als Autor angeführt, was inzwischen geändert wurde.


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