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Rezensionen verfasst von
cornelia

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tremolando: Gedichte und Geschichten II
tremolando: Gedichte und Geschichten II
von René Steininger
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 12,50

5.0 von 5 Sternen der titel ist programm!, 29. November 2010
Die Gedichte& Geschichten finde ich wirklich richtig schön, treffend, sprachlich wunderbar, und sie ziehen einen einfach mit. Sie haben einen guten Rhythmus, sind frisch, bisweilen frech und oft berührend, auch und gerade in ihrer knappen Form. Einige Texte gefallen mir besonders gut, sind dicht und sensibel und malen eindringliche Bilder.
Der Titel tremolando ist quasi Programm. Dass es ein Begriff aus der Musik ist, macht Sinn, denn die Texte haben ja auch etwas Musikalisches. Sie kommen oft in einer wellenartig sich aufbauenden Dynamik, in einem Rhythmus, der sich verstärkt, bis er sich am Strand des Lesenden bricht!


Du mußt dein Leben ändern: Über Anthropotechnik
Du mußt dein Leben ändern: Über Anthropotechnik
von Peter Sloterdijk
  Gebundene Ausgabe

66 von 85 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen hirnakrobatik mit horizontalentspannung, 30. September 2010
In seinem neuen Wälzer macht sich Sloterdijk auch so seine Gedanken über Passivitätskompetenz" und Vertikalspannung". Das find ich toll! Ins Altdeutsche rückübersetzt bedeuten diese Wörter nämlich Faulheit" und Glauben". Und dafür hab ich ja nun wirklich was übrig (vor allem für ersteres). Das Buch ist überhaupt ein rhetorisches Wunderwerk. Zu Rennpferden auffrisiert, laufen die alten Gäule der Philosophie", der Religion" und der Ethik" nun endlich wieder zur Höchstform auf. Aber auch Punkto Lebenspraxis kann man eine Menge lernen von dem deutschen Philosophie-Exzentriker. Zum Beispiel wie man das asketische Leben predigt und dabei selber immer dicker wird. Oder: wie man sich sprachlich mit dem Jargon eines ökonomischen Systems in Einklang bringt, von dem man sich inhaltlich distanzieren will. Oder - am schönsten -: wie man innerhalb der Krise erfolgreich der Versuchung widersteht, in totale konsumatorische Lethargie zu verfallen und stattdessen zum Übungssubjekt" im Sloderdickschen Sinn avanciert: in dem man nämlich sein Buch kauft und unter der Anleitung des Meisters an einem Programm zur Entpassivierung partizipiert, um vom bloßen Geformtsein (Bauch?) auf die Seite des Formenden (des Essenden?) überzutreten. Na, wenn das kein Ansporn ist! Der Schinken kostet übrigens nur lächerliche 24,80 , ist also auch für Harz IV-Empfänger einigermaßen erschwinglich und immerhin um ganze 5,10 günstiger als der Orden für Arbeitshelden der Volksrepublik Albanien (jetzt bei ebay um 29,90 zu haben)! Also, zugreifen, Faulpelze aller Länder, vereinigt euch!
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 24, 2016 2:35 PM CET


Rinforzando: Gedichte & Geschichten
Rinforzando: Gedichte & Geschichten
von René Steininger
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 9,00

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen lyrik, die das leben schreibt, 11. April 2010
Wer postmoderne Lyrik liest, muss auf einiges gefasst sein: weltentrückte Sprachexperimente, gespenstische Sphärenklänge, Verse, die einen oft in einem Gefühl völliger Ratlosigkeit zurücklassen. Visionen einer evolutionären Schubumkehr in inhaltliches Chaos und vorsprachliche Lautmalerei. Man möchte diese Texte am liebsten an den Haaren packen und sie einfach nur gerade stellen.
Die Gedichte und Geschichten von René Steininger sind hierbei eine ganz große Ausnahme und schöne Überraschung! Sie zeigen Rückgrat, sprechen in einer klaren Sprache und nennen die Probleme beim Wort. Poesie als Lebensstil und Zeitgenossenschaft. Der Wiener Autor ist ein ehrlicher und klarsichtiger Erzähler von kleinen Geschichten, die das Leben schreibt und die sich schon in fast naiver Weise einem betriebsimmanenten, intellektuellen Elitarismus widersetzen. Ein Buch, das den Menschen und nicht die Eitelkeit eines Kunstschaffenden in den Mittelpunkt rückt! Wirklich lesenswert, eine Empfehlung!


Das bin doch ich: Roman
Das bin doch ich: Roman
von Thomas Glavinic
  Taschenbuch

6 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Das Geschäft mit der Halbbildung, 11. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Das bin doch ich: Roman (Taschenbuch)
Das Tagebuch des Thomas G. richtet sich in seiner selbstgefälligen und programmatischen Nabelbeschau in erster Linie wohl an eine halbgebildete Leserschaft und deren Ängste. Wie sich in diesem Buch einer zu einem Leider und Neider stilisiert, ist kühl kalkulierte Koketterie und nicht wofür es gern gehalten: charmante Selbstironie. Dem Autor mit seinen eingebildeten und einträglichen Komplexen wäre mit einer fundierteren Bildung, die aber immer mühevoll ist, längerfristig mehr geholfen als durch diesen schnellen Applaus der leider viel zu vielen Gleichgesinnten.


Die Arbeit der Nacht: Roman
Die Arbeit der Nacht: Roman
von Thomas Glavinic
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,90

7 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen jonas allein zu Haus, 10. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Die Arbeit der Nacht: Roman (Taschenbuch)
Thomas Glavinic, der 1998 mit dem Roman Carl Haffners Liebe zum Unentschieden" debütierte, und in Jahren 2000 und 2001 gleich noch zweimal mit Herr Susi" bzw. mit Der Kameramörder", hat nun, nach einem weniger geglückten Nachfolgewerk, erneut einen grandiosen Debütroman vorgelegt. Die Arbeit der Nacht" heißt diese bislang umfangreichste Arbeit des Autors, und wird, so viel sei vorab verraten, seinem Titel leider nur halb gerecht: Der Roman spielt zwar in der Nacht, aber gearbeitet wird darin nicht. Die ontologische Geradlinigkeit der Story - ein Mann erwacht und alle Menschen sind verschwunden - unterstreicht der Autor gewohnt raffiniert mit einer äußerst einfachen, von allen erzählerischen Schlacken gereinigten Sprache. Das leserfreundliche Fehlen von Fremdwörtern in dem Buch entspricht stilistisch der Abwesenheit der Menschen, so wie die schnörkellosen Hauptsätze natürlich auf die leeren Straßen Wiens verweisen, in denen der Held seine einsamen Runden dreht. Der Plot ist schnell erzählt: Jonas ist allein. Jonas, das ist der Name des einzigen Protagonisten dieser beunruhigenden Geschichte, ein Name, der ein breites Interpretationsspektrum eröffnet, das vom zweiten Vornamen des Autors bis zum kleinen Propheten aus dem AT reicht. Wir erinnern uns: Gott schickte einen großen Walfisch, der Jona verschlang. Bei Glavinic liest sich das so: Die Luft im Inneren des Toyota war stickig...Er kurbelte das Fenster herunter. Draußen war nichts zu hören." Aus dieser an Spannung wohl kaum zu überbietenden Grundsituation entfaltet Glavinic auf 400 langen, aber aufgrund der Kürze der Sätze niemals langatmigen Seiten, ein furioses Einzeldrama rund um ein paar handfeste anthropologische Konstanten: Einsamkeit, Angst, Freiheit, Liebe. Wie mag es einem Menschen in einer menschenleeren Stadt wohl ergehen? Was denkt so einer, was fühlt er? Wie konstituiert sich Subjektivität jenseits des Wahrgenommenwerdens? Das sind nur einige der existentiellen Fragen, die Glavinics Buch aufwirft und teilweise überraschend schlicht beantwortet. Überhaupt beeindruckend, wie der Autor hier Fremdheit, psychische Ausnahmezustände, Panik in ganz alltägliche Bilder zu fassen versteht: Ein Fernseher ist kaputt, ein Computer gestört und die Verbindung zum Handy gekappt. Nur die Kameras, mit denen der Protagonist sich selbst im Schlaf filmt, funktionieren noch. Das Kameraobjektiv, das schon in Glavinics preisgekröntem Meisterwerk Der Kameramörder" eine mörderische Rolle spielte (und gleichsam spielerisch die Mechanismen der Medienwelt dekuvrierten), legt wiederum nur die destruktivsten Impulse frei: jetzt die selbstmörderischen des paranoiden Protagonisten. Dass Glavinic damit in eins auch die Position des auktorialen Erzählers vormoderner Prägung mit radikaler Ironie in Frage stellt, sei nur am Rand bemerkt. An dieser Stelle gelingen Glavinic, wie sein kongenialer Kritiker Daniel Kehlmann zu Recht festhielt, Szenen von einem subtilen Grauen, wie man es sonst nur aus Filmen David Lynch kennt." Ein Messer mit dem sich der Protagonist in den Finger schneidet, steckt wenig später in der Betonwand. Kleider hängen urplötzlich nicht mehr an ihrem Platz im Einbauschrank. Eine SMS, die Jonas erreicht, kann nicht mehr zurückverfolgt werden usw. Solche und viele andere spitzfindigen Details lassen in der Tat an Filme denken. Ein filmisches Buch also, der Schluss sei gewagt, wird er doch vom Autor selbst nahe gelegt. Tatsächlich lässt es Glavinic an diskreten Andeutungen dazu nicht fehlen, so zum Beispiel wenn der Held eine Zündholzschachtel vor seine Tür legt, wie er es im Film gesehen hatte." Doch wenn Jonas, mit einer Pumpgun bewaffnet, Lebensmittelläden plündert, erübrigt sich der Hinweis auf Romeros Zombie-Trilogie. Nicht dass solche gekonnt in den Text eingewobenen Zitate aus der Pop- und Gegenkultur der Siebziger diesen nicht auch substantiell auffüllten. Er bezieht nur seine Spannung aus anderen Elementen, die der so genannten ernsten Literatur sowie der Philosophie des Existentialismus entnommen sind. Aus dem Thema der Abwesenheit zum Beispiel, das der Autor in keinem Moment aus den Augen verliert und das bis zum Schluss seines postapokalyptischen Buchs die Handlung bestimmt. Statt mit Untoten bekommen wir es in dieser philosophischen Parabel mit einem Lebenden zu tun, der sich über 400 Seiten lang selbst Gesellschaft leisten muss. Und wie ihm dies Kunststück gelingt, gehört zweifellos zum Lesenswertesten in dieser Saison. Phänomenal, das Spiel des Autors mit den Grenzen der Identität, die, wir ahnten es bereits, in Situationen wie dieser sich aufzulösen beginnt. Die gelungenste Metapher für diese Persönlichkeitsspaltung stellt mit Sicherheit die geheimnisvolle Figur des Schläfers" dar, in der wir den schlimmsten Alpträumen des Autors selbst begegnen. So, wenn er sich selbst im Schlaf mit weit aufgerissenen Augen durchs Zimmer wandeln sieht. Aus dem Narzissmus des Alter Ego befreit schließlich nur die Sehnsucht nach Marie und die Spurensuche des Protagonisten, in deren Verlauf sich die Angst, allein zu sein, bald in ihr Gegenteil verkehrt und paranoisch wird, gipfelt zuletzt in einem melancholischen cherchez la femme. Die berührendste Episode des Buchs, ein zaghafter Liebesroman im Roman gewissermaßen. Wenn wir am Ende der Lektüre das Buch zuschlagen, ist der Wiederholungszwang des literarischen Helden längst auf seinen Leser übergesprungen, und man möchte sofort wieder von vorne beginnen. Die Monotonie der Handlung nimmt man gern in Kauf, wird man doch reichlich entschädigt durch die suggestive Stilsicherheit des Autors, die hierzulande seinesgleichen sucht. Manche Kritiker fühlten sich gar an Beckett und Kafka erinnert. In Anbetracht der kafkaesken Ausgangssituation des verzweifelten Solitärs in Glavinics bislang reifstem Werk kein so abwegiger Vergleich. Ein leiser Zweifel sei dennoch erlaubt. Inhaltlich entwickelt der Autor des Prozesses" die Spannung seines Jahrhundertromans immerhin aus einer umgekehrten Situation. So erwacht sein Held nicht in einer menschenleeren Welt, sondern die Welt rückt dem Aufwachenden selbst plötzlich bedrohlich nahe. Während bei Glavinic ein Mann sein Zimmer verlässt und ins Leere tritt, betritt bei Kafka ein Mann das Zimmer, das ganz und gar nicht leer ist, sondern in dem schon der Held liegt. Es ist zu fragen, ob dieses buchstäbliche Eindringen der äußeren Gewalten in die Privatsphäre des Einzelnen die Lage des Bürgers in den Räumen der globalisierten Wirklichkeit nicht eher charakterisiert als der einzelgängerische Leerlauf in einem entvölkerten Europa. Aber solche Überlegungen verstummen sogleich, wenn wir uns statt an die Handlung des Buchs von Glavinic an dessen Sprache halten. Tatsächlich rangiert Glavinic unter den stilistisch innovativsten Schriftstellern seiner Generation, dem es gelingt, in jedem weiteren Text eine neue Saite seines Könnens anzuschlagen. Ein wahrer Großmeisters des Debütromans sozusagen, der doch allen seinen zahllosen Erstlingswerken auch immer wieder seine unverwechselbare Handschrift aufzudrücken vermag: ein programmatisches Understatement, das sogar sprachliche Anspruchslosigkeit, syntaktische Unschärfen und ermüdende Repetitionen nicht scheut und Glavinic als Pennäler-Prosaist ersten Rangs ausweist.
Die Arbeit der Nacht
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 18, 2011 11:24 PM MEST


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