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Rezensionen verfasst von
Regina (Media-Mania)
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VW Bulli: Flotter Transporter (Bewegte Zeiten)
VW Bulli: Flotter Transporter (Bewegte Zeiten)
von Peter Kurze
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,90

5.0 von 5 Sternen Liebevoll aufgemacht, informativ und in der vom Verlag gewohnten Druck- und Bindungsqualität, 7. September 2017
Nach dem Zweiten Weltkrieg, als sich die Wirtschaft in Deutschland nach und nach erholte, gab es zunehmend Bedarf an Mobilität und somit an Fahrzeugen. Gerade der sich entwickelnde Mittelstand sowie Einsatzkräfte der kommunalen Infrastruktur benötigten vielseitige, belastbare Transporter. VW bot ein solches Auto - den "Bulli", zunächst auf dem Käfer-Fahrgestell basierend. Doch auch als Minibus und schließlich Camper-Version eroberte sich der Bulli einen beachtlichen Markt und letztlich die Herzen der Menschen.

Mit dem Kapitel "Nutzfahrzeug mit Liebhaberstatus" beginnt das Buch, und der Autor zeigt in rascher Folge auf, wie der Bulli in Form des T1 die Mobilität auf eine neue Ebene hob, warum es länger bei der Luftkühlung blieb, was das Modell zum perfekten Allrounder machte - diesem Abschnitt ist ein beträchtlicher Teil des Buchs gewidmet -, welche Weiterentwicklungen der T2 bot, wie es um den wirtschaftlichen Erfolg bestellt war, welche Konkurrenten andere Hersteller auf den Markt brachten und vieles mehr.

Gut verständliche und bei aller Sachlichkeit auch unterhaltsame Texte bilden die Basis des Buchs, zusammen mit einer Fülle an stets anschaulich kommentierten Fotos aus den unterschiedlichsten Einsatzbereichen, anhand derer die ganze Vielseitigkeit des von so vielen Fans als "niedlich" empfundenen Transporters ersichtlich wird. Skizzen zur Technik - ebenfalls gut nachvollziehbar - fehlen ebenso wenig wie Abbildungen des ein oder anderen Werbeplakats. All diese Bilder bringen dem Leser und Betrachter letztlich auch das Lebensgefühl der Wirtschaftswunderjahre mit ihrem Heile-Welt-Fortsatz in den 70ern sehr nahe, zu dem der Bulli irgendwie gehörte: vor allem, als die Camper-Version dem Privatmann Freiheit und Unabhängigkeit verhieß.

Liebevoll aufgemacht, informativ und in der vom Verlag gewohnten Druck- und Bindungsqualität, empfiehlt sich dieses Buch für jeden Bulli-Fan ganz von selbst, doch auch für Menschen, die sich gern ein wenig Nostalgie der 50er bis 70er gönnen, und allen, die diese - wie der Untertitel es besagt - bewegten Zeiten gerne kennenlernen möchten.


Netzwerk Korallenriff: wertvoller als google, apple & Co
Netzwerk Korallenriff: wertvoller als google, apple & Co
von Heinz Krimmer
  Taschenbuch
Preis: EUR 19,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Insgesamt ein hervorragendes Sachbuch, 13. August 2017
Korallen bauen Riffe, und diese Riffe entwickeln sich zu wahren Netzwerken. Netzwerke sind somit nicht nur virtuelle Systeme. Spannender als Google oder Apple erweist sich solch ein Korallenriff allemal, sobald der Leser in die Lektüre von Heinz Krimmers Buch eintaucht - und in der Tat auch wertvoller, wenn der Wert der dort lagernden Rohstoffe, doch auch der Dienstleistungen und dazu der Immobilien geschätzt wird. Nicht nur liefern fossile Korallen - nicht zuletzt in unseren Kalkalpen zu bewundern - Ausgangsmaterial für die Bau- und andere Industrien, jede Menge eiweißreiche Nahrung und vieles mehr, sie binden auch Kohlendioxid, bieten kompletten und komplexen Ökosystemen eine Basis, und ihre Riffe bilden den Untergrund für zahllose Bauten auf Inseln und, wenn die fossilen Riffe eingerechnet werden, Kontinenten.

Ein erheblicher Teil des Buchs dient dazu, die Zusammenhänge im Riff zu erläutern und für die Empfindlichkeit dieses uralten Systems zu sensibilisieren. Im Anschluss geht es vor allem um die Gefahren, die den Riffen und damit globalen Gleichgewichten durch den Menschen drohen: über den kohlenstoffdioxidinduzierten Klimawandel, Überfischung, Raubbau an Rohstoffen und andere Aktivitäten. Der Autor achtet darauf, zu warnen und zu informieren, doch keine Panik zu schüren. Denn es gibt auch Lösungen und den einen oder anderen Hoffnungsschimmer, und Krimmer zeigt auf, dass schon bei globalen Problemen, etwa dem Ozonloch, ein wirkmächtiger Konsens gefunden wurde.
Übrigens gehört auch ein prachtvoller und informativer Fotoblock zum Buch. Auch der bislang unkundige Leser kann sich somit praktisch im Wortsinn ein Bild von den Korallenriffen machen. Das Buch fesselt, allerdings wäre eine sorgfältigere Korrektur angemessen gewesen. Die "Geisel Malaria" (S. 134) ist da nur ein besonders drolliges Beispiel.

Insgesamt ein hervorragendes Sachbuch, dessen Autor mit erwiesenen Fakten arbeitet, Prognosen als solche kennzeichnet und gerade durch den sachlichen Umgang mit Studien verdeutlicht, wie wichtig das Netzwerk Korallenriff für den gesamten Planeten ist und welche Gefahren ihm drohen.


Herrschaft der Dinge: Die Geschichte des Konsums vom 15. Jahrhundert bis heute
Herrschaft der Dinge: Die Geschichte des Konsums vom 15. Jahrhundert bis heute
von Frank Trentmann
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 40,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Besitzen wir oder sind wir besessen? - Spannende Lektüre!, 13. August 2017
Besitzen wir eigentlich wirklich die Dinge, die uns umgeben, oder sind wir von ihnen besessen? Mancher Leser dürfte bereits gelegentlich beunruhigt darüber gewesen sein, wie viel "Kram" sich in kürzester Zeit anhäuft. Sachen, die wir unbedingt haben wollten.
Im ersten Teil seines Buchs über den Konsum lädt der Autor zu einer Zeitreise ein, die, in der italienischen Renaissance beginnend, in Richtung Gegenwart führt. Neben Europa und später Nordamerika bilden auch das östliche Asien und Afrika Schwerpunkte: Die Herrschaft der Dinge ist kein der westlichen Welt vorbehaltenes Phänomen.
Es gelingt Trentmann, aufzuzeigen, wie die Gier nach immer Neuem, Angesagten, die Gesellschaft umgestaltete: wie die Dienstmädchen nach den Accessoires der Damen trachteten und die Bürger nach den zur Schau gestellten Attributen des Adels. Wie die Erschließung neuer Ressourcen und Märkte die Weltpolitik in Konstellationen trieb, die uns bis heute prägen.
Ein besseres Titelbild als das Vanitas-Stillleben hätte wohl kaum gewählt werden können.

Vieles davon tritt im zweiten Teil voll in Erscheinung, der sich mit den Mechanismen des Konsums, das heißt natürlich vor allem des Marktes, befasst. Dass Trentmanns Abschlusskapitel "Wegwerfgesellschaft?" betitelt ist, verwundert nicht. Dem Autor geht es zudem um die "Kollateralschäden" des hemmungslosen Konsums, wenngleich er nicht als Schwarz-Weiß-Maler auftritt und schon gar nicht als Ratgeber-Verfasser. Ihm gelingt eine erstaunlich wertungsfreie Behandlung des in der Gesellschaft durchaus emotional besetzten Themas, und das in einer trotz des enormen Gehalts und Umfangs unterhaltsamen Darstellung. Zahlreiche Grafiken und Karten veranschaulichen Abläufe und Zusammenhänge.

Rund neunhundert Seiten (ohne Anhang!) wirken abschreckend auf viele Leser unserer Zeit, doch diese dürfen beruhigt sein: Das Buch liest sich fast wie im Fluge. Und es ermöglicht ein Nachdenken über die Zwänge, denen wir scheinbar ausgesetzt sind, und damit ein Umdenken oder zumindest einen bewussteren Umgang mit den Dingen. Dass die Lektüre einfach Spaß macht und auch manchen überraschenden historischen Einblick bietet, kommt hinzu.


Das geheimnisvolle Leben der Pilze: Die faszinierenden Wunder einer verborgenen Welt
Das geheimnisvolle Leben der Pilze: Die faszinierenden Wunder einer verborgenen Welt
von Robert Hofrichter
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

5.0 von 5 Sternen Naturwunderstaunbuch, mit einem weiten Themenbogen, ausgesprochen faktenbasiert und dennoch mit viel Liebe verfasst, 31. Juli 2017
Mykologie ist spannend, sie steckt voller Überraschungen: So ließe sich das Bild kurz beschreiben, das dem Leser vom Gegenstand des Buchs nach der Lektüre vorschwebt. Fremde Welten sind es ja nicht gerade, die der Autor vor ihm ausbreitet, möchte der Pilzsammler zunächst meinen.

In Robert Hofrichters Buch geht es aber nicht nur um die kleine Schwarz-Weiß-Pilzwelt, die sich den meisten Menschen erschließt: essbar versus giftig. Da haben fiese Gesellen ihren großen Auftritt, die es verstehen, mit ihrem Myzel kleine Tiere als Beute einzufangen. Hinterhältige Parasiten - bei genauerem Nachdenken mag der ein oder andere sich an eine Pilzinfektion erinnern, die aber nicht nur den Menschen betreffen kann, Pilze töten etwa auch andere Pilze. Bäumeversteher, ohne die unsere Wälder nicht funktionieren würden, Müllverwerter, für die dasselbe gilt, und Symbionten, die wie in der Flechte gar nicht mehr richtig als Pilze zu erkennen sind. Und noch so einige mehr. Sie stellen Rekorde auf und lassen sich das gar nicht anmerken. Pilze eben.

Eine Besiedlung des Festlandes durch Pflanzen, so zeigt sich, wäre ohne die Pilze nicht möglich gewesen, Bier gäbe es ohne sie auch nicht. Sie sind bei aller Diskretion allgegenwärtig.
Dies muss uns nicht ängstigen. Hofrichter wirkt manchem Vorurteil entgegen, wirbt um das Verständnis für diese außergewöhnlichen Wesen, die den Tieren biologisch näher stehen als den Pflanzen, und natürlich geht er auch auf Speisepilze und ihre giftigen Vettern ein, auf die komplexen Stoffwechselvorgänge, die dazu führten, dass mancher Pilz heute als giftig gilt, den Pilzführer früher als verzehrtauglich einstuften. Ein entsprechender Fototeil fehlt ebenfalls nicht.

Es macht sehr viel Spaß, dieses Buch zu lesen. Wer es kauft, dürfte von vornherein pilzaffin sein. Doch Sie erhalten keinen Pilzführer (!), sondern eine Art Naturwunderstaunbuch, mit einem weiten Themenbogen, ausgesprochen faktenbasiert und dennoch mit viel Liebe verfasst.


Enzyklopädie des Mittelalters
Enzyklopädie des Mittelalters
von Gert Melville
  Taschenbuch
Preis: EUR 29,95

4.0 von 5 Sternen Ein breites, gehaltvoll aufbereitetes Spektrum an einzelnen Themen und komfortable Handhabung, 31. Juli 2017
Rezension bezieht sich auf: Enzyklopädie des Mittelalters (Taschenbuch)
Von Anfang an besticht dieses Buch durch seine klare, durchdachte Gliederung, die es zu einem idealen Nachschlagewerk macht. Das in optisch gut erkennbare hierarchische Ebenen unterteilte Inhaltsverzeichnis ermöglicht eine rasche und effiziente Suche. Zu Beginn von Band I gibt es ein Verzeichnis für beide Bände, Band II ist zusätzlich ein "eigenes" vorangestellt. Auch die Indizes am Ende erweisen sich als hilfreich. Gewünschte Inhalte werden auf diese Weise ohne viel Blättern gefunden, insbesondere, sobald sich der Leser mit dem Konzept vertraut gemacht hat; die Einführung enthält zudem Hinweise zum Umgang mit Enzyklopädien. Die Einteilung jeder Seite in zwei Spalten sorgt für Übersichtlichkeit und gute Lesbarkeit.

Wie von einer Enzyklopädie zu erwarten, erweist sich die hier besprochene als in der Breite wie in der Tiefe gründlich. Themen werden aus allen relevanten Blickwinkeln beleuchtet, so etwa Tugenden und Laster im Kapitel über die gesellschaftlichen Normen aus Sicht der Kirche, in Bezug auf den Adel sowie die Bürger. Noch wesentlich komplexer gestaltet sich zum Beispiel das Kapitel zum Recht. In anderen Abschnitten von naturgemäß geringerem Umfang werden etwa Sujets wie Kleidung, Ernährung oder auch der Tod aufgegriffen.

Alle Punkte werden gut verständlich und ausreichend gründlich ausgeführt. Allein vom fachlichen Anspruch her können neben Studierenden auch Oberstufenschüler oder interessierte Laien mit der Enzyklopädie arbeiten. Die Inhalte dürften den aktuellen Forschungsstand widerspiegeln; übrigens gehen die Autoren auch auf offene Fragen oder widersprüchliche Forschungsmeinungen in Bezug auf den einen oder anderen Aspekt ein. Für Interessierte bietet es sich durchaus an, das Buch von vorne bis hinten zu lassen - Redundanzen gibt es wenige, dank dem Stil ist flüssiges Lesen gut möglich, und auf den Leser warten viele faszinierende Fakten und Zusammenhänge in Bezug auf das Mittelalter.

Illustrationen fehlen. Hier und da wäre vielleicht - je nach Zielgruppe - eine Kartenskizze ganz hilfreich gewesen. Insgesamt aber bietet die Enzyklopädie ein breites, gehaltvoll aufbereitetes Spektrum an einzelnen Themen und komfortable Handhabung. Trotz der sorgfältigen Gliederung geht die Sicht auf größere Zusammenhänge nicht verloren.


Iran: Frühe Kulturen zwischen Wasser und Wüste
Iran: Frühe Kulturen zwischen Wasser und Wüste
von Barbara Helwing
  Gebundene Ausgabe

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das südliche Zentralasien wird hier über 5.000 Jahre lebendig, 31. Juli 2017
Kein Buch kann den Besuch einer hochwertigen Ausstellung ersetzen, und "Iran - frühe Kulturen zwischen Wasser und Wüste" gehört zweifellos zu den Höhepunkten musealer Angebote im Jahr 2017. Der Faszination der Exponate, teils über 5.000 Jahre alt und auch für heutige Menschen ästhetisch ansprechend, kann sich wohl kaum ein Besucher entziehen. Hinzu kommt der persische Garten, in dem sich die Besucher entspannen und zugleich ein wenig Kulturgeschichte "tanken" dürfen.

Ein Katalog wird nie ganz eine Ausstellung ersetzen. Doch die Essays in diesem Buch vermögen eine Fülle an Inhalten zu vermitteln, die teilweise über die Angaben innerhalb der (zu einem guten Teil durch aufschlussreiche Videos begleiteten) Ausstellung hinausgehen. Dem Leser erschließt sich nicht nur die Historie der Besiedlung der Regionen im heutigen Iran, sondern auch die Handelsbeziehungen zwischen den dortigen Orten und Mesopotamien sowie etlichen weiter östlich gelegenen Zentren - etwa Afghanistan, das den begehrten Lapislazuli bot. Selbstverständlich sind kriegerische Auseinandersetzungen ebenfalls ein bedeutendes Thema. Das südwestiranische Elam und seine Vorläufer entwickelten sich, wie Ausstellung und Buch zeigen, anhand einer ständigen Reibung an Einflüssen aus anderen, meist weiter westlich gelegenen Zentren früher Kultur.

Bei aller Sachlichkeit fesseln die Essays, nicht minder jedoch die Abbildungen. Wer zur "Stoßzeit" im Museum war, dürfte die sorgfältig freigestellten, optimal belichteten und oft auch im Detail verfügbaren Aufnahmen der Exponate schätzen. Ihnen sind im Buch alle relevanten Angaben beigefügt. Landkarten, Skizzen und andere Grafiken tragen zur Verständlichkeit bei. Darüber hinaus gibt es einen komplexen Anhang mit weiterführenden Informationen - nicht nur zu den ausgestellten Gegenständen.

Jahrtausende alte Kunst spricht auch unser ästhetisches Empfinden an, so könnte die Zusammenfassung subjektiven Erlebens sowohl der Ausstellung als auch des Katalogs lauten. Besser hätte das Buch kaum gestaltet werden können - sowohl die wunderbar plastischen Fotografien der Exponate, die selbige jedoch nicht entzaubern, als auch die Fülle an gut aufbereiteten Informationen machen das Buch zu einem wertvollen Begleiter.


Maria Sibylla Merian und die Tradition des Blumenbildes
Maria Sibylla Merian und die Tradition des Blumenbildes
von Michael Roth
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 39,90

5.0 von 5 Sternen Tiefer und detaillierter Einblick in ein interessantes Thema der Kunstgeschichte, 30. Juli 2017
Als Maria Sibylla Merian, deren Tod sich 2017 zum dreihundertsten Mal jährt, in der zweiten Hälfte des 17. und zu Beginn des 18. Jahrhunderts ihre einzigartigen Blumen- und Insektenbilder schuf, wies ihr Sujet in der abendländischen Kunst bereits eine längere Tradition auf. Gerade für Buchillustrationen eigneten sich Blumendarstellungen gut, und schließlich veröffentlichten wohlhabende Adelige und Bürger auch Bücher mit Abbildungen ihrer Gärten und Pflanzen.

Im Katalog zur Berliner und Frankfurter Merian-Ausstellung geht es, wie der vollständige Titel ja auch ausführt, zwar vorrangig um Leben und Werk der Merian, zugleich werden diese jedoch als Station einer Tradition innerhalb der Kunstgeschichte behandelt. So beginnt das Buch mit Betrachtungen zu floralen Illustrationen in religiösen Werken noch vor der Zeit des Buchdrucks. Über Stiche und Drucke für gedruckte Bücher spannt sich der Themenbogen hin zu den Malern, die noch deutlich vor Merian detailgenau Blumen, Pflanzenteile und Insekten als Motive aufgriffen und Vorlagen erstellten, welche von anderen Künstlern gern verwendet wurden. Unter diesen Merian-Vorläufern seien beispielhaft Georg Flegel, Georg Hoefnagel und Johann Walter der Ältere genannt.

Merians Karriere, die durch Künstler und Verleger im familiären Umfeld gefördert wurde, stehen zusammen mit ihren auch für den heutigen Betrachter außergewöhnlichen Bildern im Mittelpunkt des Buchs. Der Leser erfährt neben vielen interessanten biografischen Details zum Beispiel auch, welchen Restriktionen weibliche Künstler seinerzeit ausgesetzt waren - und in welcher Weise sich die Mutigen unter ihnen diesen entzogen -, wie das Verlagswesen funktionierte und welche Wechselwirkungen zwischen Gesellschaft und Kunst es gab.
Interessant sind selbstverständlich auch die Kapitel über die "Nachfolger" Merians, darunter mit Barbara Regina Dietzsch eine weitere ausgezeichnete Künstlerin.

Im Buch folgen auf die mit begleitenden Abbildungen versehenen Kapiteltexte jeweils die entsprechenden Katalogseiten zu den dazugehörigen Exponaten, es gibt also keine getrennten Essay- und Katalogabschnitte. Das recht große Format bringt Details der ausgestellten Bilder gut zur Geltung, überhaupt besticht die Abbildungsqualität. Unmittelbar bei den Abbildungen befinden sich die Angaben zu Künstler, Technik und Material, Maßen, Eigentümer, Inventarnummer und Provenienz, gefolgt von einer kurzen Erläuterung, in der es beispielsweise um die Historie der Zuschreibung geht.

Aufgrund des sinnvollen, klaren Aufbaus und natürlich der Auswahl an faszinierenden Werken einschließlich ihrer attraktiven Präsentation ist es ein Vergnügen, dieses Buch zu lesen und zu betrachten - der Lektüre dürfte sich kaum ein Kunstfreund entziehen wollen, trotz des Umfangs. Denn die sorgfältig recherchierten, angenehm zu lesenden Informationen bieten einen tiefen und detaillierten Einblick in ein interessantes Thema der Kunstgeschichte.


Bauhaus Reisebuch
Bauhaus Reisebuch
von Bauhaus Kooperation Berlin Dessau Weimar
  Broschiert
Preis: EUR 19,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gelungene Aufmachung, viel Gehalt, praktisch, 25. Juli 2017
Rezension bezieht sich auf: Bauhaus Reisebuch (Broschiert)
Um das Bauhaus ranken sich allerlei Mythen, und doch handelt es sich letztlich um eine Schule von Menschen für Menschen. Eine kühne Dosis Meister-Kult gehörte dazu, immerhin waren die Meister des Bauhauses in ihren jeweiligen Disziplinen weithin anerkannte Koryphäen. Neben Gropius und Mies van der Rohe stechen unter vielen anderen Klee und Kandinsky heraus. Wir verbinden sie zumeist wohl mit Dessau, und doch haben natürlich auch Weimar und Berlin sowie einige kleinere Ortschaften ihre Bauhausgeschichte und -erinnerungsorte.

Im Reisehandbuch zum Thema "Bauhaus" aus dem Verlag Prestel geht es darum, die Geschichte des Bauhauses nachzuvollziehen, seine Bedeutung in den kunst- beziehungsweise architekturhistorischen Kontext - im weitesten Sinne! - einzuordnen und herauszufinden, wie sich das Bauhaus auch auf die nachfolgenden Generationen ausgewirkt haben mag. Schließlich gab es nach dem Zweiten Weltkrieg zwei deutsche Staaten mit teilweise stark unterschiedlichen Auffassungen, Einflüssen und Strömungen in puncto Architektur und Kunst. Dementsprechend kam es zu ganz unterschiedlichen Auslegungen und Weiterentwicklungen. Auch dies findet Niederschlag im Buch zum Bauhaus, und es ist spannend, sich auf diese Spurensuche einzulassen. Sie umfasst neben den bekannten Baudenkmälern und Sammlungen das eine oder andere weniger berühmte Kleinod, einige Gebäude einschlossen, die nicht besichtigt werden können.

Zahlreiche Fotos, auch aus der Bauhauszeit, Kartenmaterial und Informationen wie in jedem anderen Reiseführer - Anfahrtstipps, Öffnungszeiten, Adressen (auch Internet-) - ergänzen die Texte, die sich in ihrem Gehalt, ihrer Anschaulichkeit und Gründlichkeit der Information gegenüber der üblichen Reise-Handliteratur enorm hervortun. Übrigens werden im Anhang auch Erinnerungsorte aus dem Ausland aufgelistet.

Über den Ausführungen zu den einzelnen Sehenswürdigkeiten befinden sich in kleinerer, farblich abgesetzter Schrift eigene Artikel: zu der Bauhausgeschichte, den Menschen darin, dem politischen Umfeld und ähnlichen Themen. Sie machen das Bauhaus erfahrbar und lebendig. Allerdings ergibt sich einiges Geblättere, da der Leser nicht unbedingt immer hin und her springen möchte und Seitenumbrüche meist nicht mit Kapitel- oder Absatzenden zusammenfallen.
Insgesamt aber überzeugt die Aufmachung. Als Reiseführer ist das Buch bestens geeignet, kann aber auch bereits sehr gut als "Appetitmacher" im Vorfeld einer geplanten Reise nach Thüringen, Sachsen-Anhalt oder Berlin verwendet werden und dürfte ohnehin jeden Bauhaus-Interessierten erfreuen.


Fotografien werden Bilder: Die Becher-Klasse
Fotografien werden Bilder: Die Becher-Klasse
von Martin Engler
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 45,00

5.0 von 5 Sternen Ein bestens gelungener Katalog zur Ausstellung und darüber hinaus ein so gehaltvoller wie gut aufgemachter Sach- und Bildband, 23. Juli 2017
Bernd (Bernhard) Becher und seine Frau Hilla wurden bekannt durch ihre fotografischen Serien, die sich ganz im Sinne der "Neuen Sachlichkeit" vor allem mit Industriegebäuden im Ruhrgebiet befassten - in einem unverkennbaren Stil, mit klarer, ungeschminkter Aussage. Sie lehrten an der Düsseldorfer Kunstakademie. Etliche aus der Becher-Klasse, auch Düsseldorfer Fotoschule genannt, hervorgegangene Fotografen fanden internationale Beachtung, darunter Andreas Gursky, Candida Höfer und Thomas Ruff. Nun haben etliche Becher- sowie Becher-Schüler-Werke im Frankfurter Städel zusammengefunden.

Zwar lässt sich ein Besuch der gut aufgebauten, spannenden Ausstellung im Museum mit den teilweise recht üppigen Formaten durch den Katalog natürlich nicht ersetzen, doch dessen Abbildungsqualität und die gute Ausnutzung der großen Seiten garantieren, dass Eindruck und Aussage dennoch beim Betrachter ankommen und das Ansehen der Fotos Genuss bereitet. Auch die Essays enthalten übrigens eine Reihe von Abbildungen.
Zu jedem Fotografen beziehungsweise dessen Fotografien gibt es eine Einführung, die unter anderem untersucht, wie sich der jeweilige Künstler (Frauen inklusive) auf dem von den Fotografen beschrittenen Weg einordnen lässt, der zunehmend wegführte von der strengen, reinen Fotografie der Bechers, und wie viel "Becher" letztlich in seinem individuellen Arbeiten erhalten blieb. Die Exponate zeigen diese unterschiedlich ausgeprägte Mischung aus Innovation und Bewahrung vorzüglich auf.

Dank den Essays erschließt sich dem Leser die gesamte Entwicklung der Becher-Schule, beginnend mit den Bechers selbst. Sie sind sehr informativ und dabei anschaulich verfasst und vermögen den Interessierten zu fesseln.
Ein bestens gelungener Katalog zur Ausstellung und darüber hinaus ein so gehaltvoller wie gut aufgemachter Sach- und Bildband.


Die griechische Welt: Erinnerungsorte der Antike
Die griechische Welt: Erinnerungsorte der Antike
von Elke Stein-Hölkeskamp
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Fülle an sorgfältig recherchierten und aufbereiteten Informationen, 13. Juli 2017
Erinnerungsorte der (griechischen) Antike: Dabei denken wir sofort an die Akropolis und dann an die vielen architektonischen Relikte auf den griechischen Inseln, in Kleinasien, Troja inklusive, Nordafrika und Teilen Italiens. Dass der Begriff "Erinnerungsort" auch sehr viel weiter als nur die Baudenkmäler betreffend gefasst werden kann, zeigt das im Verlag C. H. Beck erschienene Buch. Von geografischen Orten ausgehend, erstellen die Autoren eine umfassende Zusammenschau sämtlicher Aspekte, die für das Verständnis der altgriechischen Kultur relevant sind. Mit häufig und bereitwillig vermittelten Mythen wird aufgeräumt, ihnen stehen fundierte Analysen gegenüber, beispielsweise in Bezug auf die Schlachten von Marathon, den Thermopylen und Salamis.

Ortsnamen dienen als Sprungbretter für Themen rund um die altgriechische Geschichte und Kultur, als augenfälliges Beispiel seien Olympia und die Olympischen Spiele genannt. Doch auch Fundstücke aus archäologischen Grabungen können als Aufhänger dienen. Alexandria wiederum präsentiert sich als ein ganz eigener Kosmos, ein antiker Multi-Kulti-Ort und zugleich ein Hort der Gelehrsamkeit. Selbstverständlich werden auch Homers große Epen und weitere Beispiele der antiken Dichtkunst, die Philosophen und viele weitere Persönlichkeiten "verortet". Und nicht nur Athen spielt hier eine -freilich zentrale - Rolle, sondern auch die Kolonien beziehungsweise weiteren Zentren des Hellenismus.

Sämtliche Autoren stellen die Inhalte zwar sachlich und knapp, doch auch für Laien sehr gut verständlich und dabei durchaus unterhaltsam vor. Trotz des beträchtlichen Umfangs lässt sich das Buch gut und kurzweilig lesen. Zahlreiche Abbildungen ergänzen die Texte und bieten eine Art "visueller Verortung". So präsentiert auch dieser Band aus der Erinnerungsorte-Reihe bei C. H. Beck eine Fülle an sorgfältig recherchierten und aufbereiteten Informationen. Der Preis wurde erfreulich günstig angesetzt für ein Buch dieser Qualität.


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