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Beiträge von Susann Schmidt
Top-Rezensenten Rang: 41.423
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Rezensionen verfasst von
Susann Schmidt

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Das Dorf: Psychothriller
Das Dorf: Psychothriller
von Arno Strobel
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Wortwörtlich wahnsinnig, 5. August 2017
Rezension bezieht sich auf: Das Dorf: Psychothriller (Taschenbuch)
Das ist der dritte Thriller von Arno Strobel, den ich lese, und bei allen dreien ging es um Menschen, die augenscheinlich massive Störungen mit der Realitätswahrnehmung und dem Gedächtnis haben. Kann Strobel auch noch was anderes? Und kann er wenigstens das?
'Das Dorf' ist leider eine völlig hirngespinstige Geschichte: Mann fährt mit Freund in ein entlegenes Dorf, um seine Exfreundin zu retten, und kommt grausamen Dingen auf die Spur. Auf der einen Erzählschiene entdeckt er diese Dinge und begegnet Zeug_innen, auf der anderen Erzählschiene glaubt ihm das keiner und lässt ihn als Menschen mit Halluzinationen dastehen, der wortwörtlich Gespenster sieht. Ich hätte es bald besser gefunden, wenn die Psychosenummer auch das Ende der Geschichte gewesen wäre, denn dann wäre sie wenigstens nicht völlig konstruiert gewesen.
Was mich sehr störte war, dass der (wie alle anderen Charaktere) unsympathische Bastian in diesem Dorf strandete und nicht da weg kam - selbst wenn es kein Telefon und kein Internet gab und die Reifen seines Autos zerstochen worden waren, hätte er sich dann nicht wenigstens ein Fahrrad klauen oder zu Fuß davon rennen können, als die Kuttenträger noch nicht auf ihn schossen? Aber stattdessen quartiert er sich bei Mia an, die ihn offenkundig für verrückt hält und zwischendurch nicht ausstehen kann. Alles klar. Zu der völlig unlogischen Handlung kamen die sehr flach bleibenden Charaktere, grottenschlechte, roboterhaft wirkende Dialoge und eine schlechte Ausdrucksweise (dass-Sätze sind offenbar nicht Strobels Stärke).
Fazit: Zum Abgewöhnen.


The Force
The Force
von Don Winslow
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,99

2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Blut, Heroin, schmutziges Geld und billige Frauen, 5. August 2017
Rezension bezieht sich auf: The Force (Taschenbuch)
Meine Ausgabe sieht anders aus, eher wie die spanische, aber ich vermute, dass der Inhalt derselbe ist.
Ich habe selten bei einem Buch so sehr bereut, so viel Geld für ein Buch ausgegeben zu haben. Als Frau fand ich es einfach unerträglich, mir das durchzulesen. Die allesamt unsympathischen Charaktere benehmen sich wie die vulgärsten Machos überhaupt: Haben irgendwelche Freundinnen, gehen aber als Gruppenaktivität in den Puff, konsumieren eine enorme Menge an Alkohol und Drogen und scheinen eine große Freude daran zu haben, Leuten nicht einfach nur die Fresse zu polieren (ja, diese Ausdrucksweise entspricht dem durchgehenden Jargon in dem Buch, noch ein Minuspunkt), sondern sie krankenhausreif zu prügeln oder gleich zu erschießen. Im Revier kann man eben nur mit körperlicher Gewalt, Erpressung und Bestechung herrschen. Und all diese Verhaltensweisen ohne eine Spur von Reue - man könnte denken, bei den Polizisten handele es um eine reine Psychopathentruppe. Mag ja alles authentisch sein, aber dann fehlt mir bei den Charakteren einfach jedes Identifikationspotenzial und das Buch bietet eher rohen, gewaltverherrlichenden und sexistischen Menschen Identifikationsmöglichkeiten.
Die Handlung geht kurz so: Der heimliche Boss von 'Da Force', Denny Malone, wird lange nach einem Drogengeschäft vom FBI geschnappt und soll als Kronzeuge gegen andere Korrumpierte aussagen, wobei sich das Netz immer enger um ihn zieht und die Details seiner Taten ans Licht kommen, sodass vorige Deals nicht halten und er seine Kollegen immer mehr mit reinreiten muss. Ich fand die Erzählung sehr ausschweifend und musste mir manches Mal überlegen, worum es denn noch mal ging. Zum Schluss wurde es wenigstens ein bisschen spannend und ich hatte sogar fast Mitleid mit Denny, aber das beschriebene Verhalten hatte mich so sehr angewidert, dass kein großes Mitgefühl sprießen konnte.
Fazit: Ich hatte schon lange mit "The Cartel" geliebäugelt, aber "The Force" ist so abschreckend, dass ich nicht weiß, ob der Konsum weiterer Winslow-Bücher nicht die reinste Geldverschwendung wäre.


Kluge Mädchen. Frauen entdecken ihre Hochbegabung
Kluge Mädchen. Frauen entdecken ihre Hochbegabung
von Katharina Fietze
  Taschenbuch
Preis: EUR 17,90

3.0 von 5 Sternen Liefert nicht die erhofften Erkenntnisse, 14. Juli 2017
Ich habe schon viel über Hochbegabung gelesen und hatte gehofft, nun etwas über die spezifisch weibliche Sicht darauf zu erfahren. Das war leider kaum der Fall. Der größte Unterschied zu anderen Texten bestand darin, dass die Substantive weiblich durchdekliniert wurden, inhaltlich ergab sich wenig Neues: Auch in anderen Büchern steht, dass hochbegabte Mädchen seltener erkannt werden, weil sie sich anpassen wollen oder als fleißig und nicht als klug betrachtet werden. Viel mehr in die Tiefe geht "Kluge Mädchen" auch nicht.
Ich hatte mich insbesondere auf die Beschreibungen betroffener Frauen gefreut, wurde aber sehr enttäuscht. Es wurden grauenhafte Kindheiten beschrieben, aber wie die Frauen denn letztendlich dazu gekommen waren, dass sie ihre Hochbegabung offiziell feststellen konnten, tauchte gar nicht oder nur am Rande auf, dabei hätte ich diesen Aspekt für besonders wichtig erachtet. Im nächsten Teil zur statistischen Beschreibung von Hochbegabten tauchen leider die üblichen Ungenauigkeiten auf: Ich kenne es so, dass Hochbegabung vorliegt, wenn man mehr als zwei Standardabweichungen vom Durchschnitt entfernt liegt, das wäre nicht ab 130, sondern mehr als 130 (bei Wikipedia steht auch etwas von mehr als zwei Standardabweichungen, nur damit dann im nächsten Satz wieder ab 130 erwähnt wird). Insgesamt empfand ich viele der Beschreibungen und Empfehlungen für Frauen als Plattitüden: kurz angerissen, aber nicht wirklich in die Tiefe geführt. Am interessantesten fand ich noch das letzte Kapitel, in dem auch verstärkt darauf eingegangen wird, dass herkömmliche Intelligenztests möglicherweise männlich verzerrt sind. Schade, dass das insgesamt so kurz kam.
Kurios fand ich zum einen, dass mehrfach die umgepolte Linkshändigkeit als Hindernis erwähnt wurde. Da ich selbst Linkshänderin bin und in meiner Familie in den älteren Generationen alle Betroffenen umgepolt wurden, fand ich es sehr interessant, dass diesem eher vernachlässigten Thema Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Ich fragte mich allerdings, was das nun mit spezifisch weiblicher Hochbegabung zu tun haben soll. Die andere Kuriosität tat sich im Abschnitt über Hochsensibilität auf, der darin endete, dass manch Hochbegabte über hunderte Kilometer Entfernung den Zustand anderer Leute erspüren kann oder andere Vorahnungen hat. Da hört es für mich mit der Seriosität auf. Hier ist es auch nicht hilfreich, dass das einzige am Ende beworbene Buch (an dem Katharina Fietze mitgeschrieben hat) ausgerechnet eins über eine hellsichtige Frau ist.
Fazit: Vielleicht hätte man mehr aus der Thematik machen können.


Emanzipation im Islam - Eine Abrechnung mit ihren Feinden
Emanzipation im Islam - Eine Abrechnung mit ihren Feinden
von Sineb El Masrar
  Gebundene Ausgabe

3.0 von 5 Sternen Leider etwas unstrukturiert, 8. Juli 2017
Ich hatte dieses Buch geschenkt bekommen und war als nichtmuslimische Frau mit deutsch-christlichen Wurzeln und sehr geringem Wissen über den Islam sehr interessiert gewesen. Leider konnte dieses Buch meine Erwartungen nicht ganz erfüllen.
Zunächst zur Optik: Das Cover ist sehr jugendlich gehalten, sodass ich den Eindruck habe, dass die Zielgruppe eher junge Frauen von 15 bis 25 sind. Betrachtet man die Rückseite mit dem groß gedruckten, pink gehaltenen Spruch "Traut euch", wird der Anschein erweckt, dass sich das Buch auch vornehmlich an junge Muslimininnen richtet.
Beim Lesen wurde mir denn auch nicht ganz klar, wer die eigentliche Zielgruppe ist, denn ich hatte sowohl den Eindruck, dass Nichtmuslimin_innen als auch Muslimin_innen aufgeklärt werden sollten. Die Aufklärung konnte nur teilweise gelingen, weil es eine Fülle an Informationen gab, die meines Erachtens nicht gut aufgearbeitet wurden.
Hierzu trägt der Aufbau des Buches bei: Bei knapp dreihundert Seiten Fließtext gibt es nur fünf Kapitel, in die alle paar Seiten Zwischenüberschriften eingefügt sind. Ich hatte den Eindruck, dass diese Titel oft nur begrenzt mit dem Inhalt zu tun hatten, da El Masrar Information an Information anreiht und dabei dieses mit jenem verknüpft und von A nach D und zurück zu C und B springt. Ich fragte mich so manches Mal, was das gerade Gelesene noch mit dem eigentlichen Thema zu tun hatte. Die ausschweifende Erzählweise war El Masrar offenbar selbst bewusst, da auf einen Ausflug in schöner Regelmäßigkeit "aber zurück zu ..." folgte. Gerade als Person ohne großes Vorwissen hätte ich mir eine klarere, präzisere Darstellung gewünscht. Dazu hätte stilistisch nicht nur die Ausdrucksweise gehört, sondern auch die ein oder andere Grafik. Leider gibt es aber nur Text über Text und am Ende ein Glossar und Personenverzeichnis mit den gefühlt zweihundert erwähnten Männern und Frauen. Viel zu viele, sodass ich mir weder von den "Guten" noch von den "Bösen" mehr als ein, zwei merken konnte. Positiv fand ich am Schreibstil aber doch die sarkastische, spitze Ausdrucksweise, sodass ich bisweilen gut unterhalten war.
Fazit: Eine grundsätzlich unterhaltsame Lektüre, die aber aufgrund der Informationsfülle Verwirrung stiften kann und daher leider nicht mehr ganz so lehrreich ist.


Zwischen uns die Flut
Zwischen uns die Flut
von Eva Moraal
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,99

3.0 von 5 Sternen Spannend, aber schwache Charaktere, 5. Juli 2017
Rezension bezieht sich auf: Zwischen uns die Flut (Taschenbuch)
Zuerst einmal vorweg etwas, das mich grundsätzlich an Büchern stört: Warum können die Menschen auf dem Titelbild phänotypisch nicht halbwegs den beschriebenen Charakteren entsprechen? Die weibliche Hauptperson ist blond, nicht rothaarig! Ansonsten finde ich das Cover sehr schön.

Ich hatte bei dem Buch etwas vollkommen anderes erwartet. Nur dem Klappentext nach zu urteilen, hatte ich gedacht, dass es sich um einen Thriller handeln würde. Und nicht um eine Dystopie mit Fokus auf dem Klimawandel, sodass ich zuerst enttäuscht war, mich aber schnell akklimatisiert hatte. Bevor ich das Genre verstanden hatte, hatte ich den Titel einfach nur sehr schön poetisch gefunden.
Inhalt: Nina und Max leben im Jahre X in den Niederlanden, Nina auf der privilegierten Seite, Max auf der besonders benachteiligten Seite. Beide haben in einer vorangegangenen Flut Familie verloren und sie lernen sich nun kennen, als Nina des Hochwassers wegen auf Max' Schule wechseln muss. Der weiß aber nicht, dass sie die Tochter des bösen Gouverneurs ist und als er es herausfindet, lässt er sich auf die Idee seines terroristischen Bruders ein, Nina zu entführen. Ich fand die Geschichte sehr spannend und hatte Schwierigkeiten, das Buch aus der Hand zu legen, was sicher auch an den sehr kurzen Kapiteln lag, die abwechselnd aus Max' oder aus Ninas Perspektive geschrieben waren, sodass ich immer dachte "ein Kapitel geht noch".
Charaktere: Hier gibt es den Punktabzug. Nina fand ich relativ sympathisch, Max dagegen bis zum Ende hin nicht. Er soll siebzehn Jahre alt sein, benimmt sich aber wie ein 13-Jähriger mit ADHS und massivem Gewaltproblem. Ständig wird beschrieben, dass er wütend wird und jemandem auf die Fresse geben will (und ja, diese Ausdrucksweise wird verwendet und störte mich am Schreibstil sehr). Er hat abgesehen vom (Weg-) Laufen keine Strategien und ist diesen Gefühlen hilflos ausgesetzt, wodurch er auf mich unreif und gefährlich wirkt, sodass ich Nina geraten hätte, mich nie mit jemandem wie dem einzulassen, bevor er keine Therapie zur Aggressionsbewältigung durchlaufen hätte. Die anderen Charaktere sind eher klischeehaft: Die böse Jungentruppe, die Nina vergewaltigen will, Ninas oberflächliche Kontakte aus der privilegierten Zone, der psychopathische Vater als Gouverneur, die Mutter, die nach dem Tod der Schwester depressiv und das mit Schlafmitteln vollgepumpte Gespenst des Hauses ist.

Insgesamt ein spannendes Buch, das mit sympathischeren Charakteren noch besser gewesen wäre.


Die Mühle
Die Mühle
von Elisabeth Herrmann
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,99

4.0 von 5 Sternen Sehr spannend, 1. Juli 2017
Rezension bezieht sich auf: Die Mühle (Gebundene Ausgabe)
Ich habe diesen Thriller fast in einem Rutsch durchgelesen, weil er so spannend war, auch wenn ich die Handlung (Mädchen fährt einfach so zu Treffen von eigentlich fremden Menschen nach Tschechien) im Prinzip ziemlich realitätsfern fand.
Im Nachhinein ist mir aufgefallen, dass die Hauptperson Lana sehr blass bleibt. Ich konnte mich noch nicht mal an eine wirkliche Beschreibung ihres Aussehens erinnern, ihre Vergangenheit wird nur schemenhaft angedeutet und die Zeit nach dem ereignisreichen Wochenende auch, obwohl ich darüber gerne mehr erfahren hätte. Das finde ich etwas schade, weil Lana für mich so mehr Erzählerin als wirkliche Figur gewesen ist.


Zu intelligent, um glücklich zu sein?: Was es heißt, hochbegabt zu sein
Zu intelligent, um glücklich zu sein?: Was es heißt, hochbegabt zu sein
von Jeanne Siaud-Facchin
  Broschiert
Preis: EUR 12,99

13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Kurzweilige Pauschalklatsche, 21. April 2017
Als diagnostiziert hochbegabte Person mit unglücklichem Leben sprang mir dieses Buch sofort ins Auge. Die Lektüre stellte sich allerdings als große Enttäuschung heraus, sodass ich über die durchweg positiven Äußerungen zu diesem Buch sehr überrascht bin. Meine eigene Wertung ist deutlich negativer. Zum einen liegt das an der mangelnden Identifikationsmöglichkeit mit den dargestellten Hochbegabten, zum anderen an der konsequenten Pauschalisierung und mangelnden Wissenschaftlichkeit der Ausführungen.
Ich - als Hochbegabte - habe mich beim Lesen ständig gefragt, von welcher seltsamen Spezies diese Frau nur sprechen mag. Ich habe schon sehr viel Literatur zu Hochbegabung gelesen, in der ich mich auch sehr gut wiederfinden konnte, aber hier? Bei einigen Aspekten konnte ich mich wiederfinden, bei vielen anderen nicht. Die Menschen, die Siaud-Facchin beschreibt, lassen sich ungefähr so zusammenfassen: Hochbegabte = Depression + Borderline + Generalisierte Angststörung + ADHS. So ließen sich zumindest die dargestellten Symptome deuten, auch wenn Siaud-Facchin leider nicht intensiv darauf eingeht, sondern vor allem meint, dass man Hochbegabte so fehldiagnostizieren könnte. Ich hätte mir gewünscht, dass sie intensiver auf tatsächliche psychische Störungen eingeht, die eben nicht nur Fehldiagnosen unwissender TherapeutInnen und ÄrztInnen sind. Als Gegenbeispiel musste ich an Brackmann ('Jenseits der Norm') und ihre Verknüpfung von Hochbegabung und Borderline denken - und zwar als echte Diagnose und nicht als Fehldiagnose. Es wäre interessant gewesen zu wissen, wann Siaud-Facchin psychische Auffälligkeiten als behandlungsbedürftige Symptome sieht, die über typische Hochbegabtenmerkmale hinausgehen.
Die Darstellung der Hochbegabten in ihrem Buch ist grundsätzlich negativ, so als ob 'echte' Hochbegabte gar nicht wirklich erfolgreich und glücklich und so sozial kompetent wie die Durchschnittsbevölkerung sein könnten. Ihre Beschreibungen sind dermaßen einseitig und pauschalisierend, sodass ich mich mehrfach fragte, ob sie in wohl nur an Höchstbegabte denkt. Dazu findet sich leider keine Angabe. Es gibt einen sehr kurzen Abschnitt, in dem sie schreibt, dass Hochbegabung allgemein ab einem IQ von 130 gesehen wird, das wird aber nicht weiter kommentiert. Man muss sich hier mit ein paar kurzen Sätzen zufrieden geben, dass ein IQ-Test natürlich nicht alles ist (wer hätte das gedacht) und geschulte Menschen Hochbegabte auch ohne Test erkennen können.
Durch die Pauschalisierungen werden ihre Beschreibungen beschwingt und kurzweilig, sodass sich das Buch angenehm lesen lässt, Informationen meines Erachtens aber auch verfälscht werden. Differenzierungen sucht man vergeblich - es sind durchweg ALLE Hochbegabten, die IMMER bzw. NIE etwas denken, fühlen, tun oder lassen. Da wären zum Beispiel die hohe Sensibilität und die hohe Empathie - Merkmale, die ich mir selbst auch zuordne, aber ich kenne durchaus Hochbegabte, die von sich selbst sagen, dass sie nicht hochsensibel sind, und andere, die ich nicht für sonderlich empathisch halte. Ein anderes Beispiel findet sich am Anfang des Buches: Dort wird beschrieben, dass Hochbegabte in Bildern denken und immense Schwierigkeiten beim sprachlichen Ausdruck haben, sodass sie quasi einen normalbegabten Übersetzer benötigen, und gleichzeitig Schwierigkeiten haben, den verbalen Äußerungen anderer zu folgen. Ich denke auch in Bildern, ich kann mir gar nicht vorstellen, wie man nicht in Bildern denken kann, aber Schwierigkeiten beim sprachlichen Ausdruck und Verständnis? Sprache gehört zu meinen größten Stärken, aber die Beschreibungen im Buch klingen quasi-autistisch. Ein Abschnitt, über den ich mich richtig geärgert habe.
Einer der Grundbausteine von Siaud-Facchins Darstellungen ist, dass Hochbegabte eine qualitativ und nicht quantitativ andere Intelligenz als Normalbegabte haben. Eine interessante Hypothese, die aber kaum unterfüttert wird. Am Anfang wird beschrieben, dass Hochbegabte wohl auf eine bestimmte Art und Weise denken und die rechte Gehirnhälfte mehr benutzen, die wissenschaftliche Fundierung dazu ist allerdings mehr als dünn. Zum zweiten Punkt scheint es Studien zu geben, der erste Punkt scheint die bloße Beobachtung der Autorin wiederzugeben. Das erscheint mir dann besonders schwach, wenn es um den IQ geht, denn Siaud-Facchin lehnt den IQ als Messeinheit nicht grundsätzlich ab. Wenn Hochbegabte eine andere Art von Intelligenz haben, wie kann deren Ausprägung dann ebenfalls mit einem am Durchschnitt normierten IQ-Test gemessen werden? Und vor allem: Wenn man der bipolaren Einteilung in 'hochbegabte Intelligenz' und 'normalbegabte Intelligenz' folgt, wie soll es möglich sein, Menschen auf einer Glockenkurve darzustellen? Den Beschreibungen der Autorin nach scheint es nur entweder-oder zu geben, sodass man davon ausgehen müsste, dass sich ab einem bestimmten IQ-Wert (nehmen wir mal die 130) die qualitativ andere Intelligenz zeigt. Aber was ist mit den überdurchschnittlich Begabten, haben die der bipolaren Einteilung nach eine quantitativ, aber nicht qualitativ höhere Intelligenz als der Durchschnitt? Oder haben sie, dem Prinzip der Glockenkurve folgend, ein bisschen mehr von Quantität und Qualität?
Fazit: Aufgrund der fehlenden Differenzierung der Hochbegabten eine eher ärgerliche Lektüre. Eins muss man der Autorin allerdings lassen: Ihr Schreibstil ist so beschwingt-motivierend, dass ich mich trotz allem dazu animiert fühle, mehr aus meinem Leben zu machen und zufriedener zu werden.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 3, 2017 4:18 PM MEST


Hochbegabt: Mythen und Realitäten von außergewöhnlichen Kindern
Hochbegabt: Mythen und Realitäten von außergewöhnlichen Kindern
von Ellen Winner
  Taschenbuch
Preis: EUR 40,00

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Wenig neuer Nutzen - nur für ultra Höchstbegabte, 11. August 2016
Insgesamt bin ich von diesem Buch enttäuscht. Ellen Winner beschäftigt sich hier mit 9 Mythen zum Thema Hochbegabung und probiert, diese in 11 Kapiteln und knapp 300 Seiten zu entkräften und differenzierter darzustellen.
Meines Wissens wird intellektuelle Hochbegabung bei einem IQ-Test mit einer Standardabweichung von 15 ab einem IQ von größer als 130 gesehen, Höchstbegabung ab einem Wert von größer als 145. Winner bezeichnet die erste Gruppe oft - meiner Ansicht nach abwertend - als "leicht überdurchschnittlich begabt". Es kann natürlich sein, dass hier bei der Übersetzung geschlampt wurde, aber überdurchschnittlich begabt sind doch diejenigen mit einem IQ von ca. 116 aufwärts? Der Fokus des Buches liegt denn auch auf Kindern, die sie als "extrem hochbegabt" bezeichnet, aber selbst 145 scheinen dafür nicht ausreichend zu sein, sondern eher Werte um die 170 - obwohl viele Intelligenztests bei 160 aufhören. Woher sie daher so viele Kinder mit derartig hohen Werten hat, ist mir schleierhaft. Daraus lässt sich schlussfolgern, dass dieses Buch völlig realitätsfern ist, da nur eine winzigkleine Gruppe aller Menschen - und auch aller Hochbegabten, denn die meisten von ihnen finden sich zwischen 130 und 140 - näher betrachtet wird. Die Autorin ist der Auffassung, dass die üblichen Hochbegabten keinerlei Förderung bedürften, wenn man nur die Ansprüche in der Schule allgemein ein bisschen erhöhe, außerdem hätten diese Kinder (und sie meint hier Kinder im Bereich 125-155, was auch schon zwei Standardabweichungen umfasst!) keine größeren sozialen Schwierigkeiten als die Kinder bis 124. Das halte ich für falsch und auch für fahrlässig.
Es ist wichtig, dass die Autorin darauf aufmerksam macht, dass höchstbegabte Kinder anders als hochbegabte Kinder sind, andere Bedürfnisse haben und in durchschnittlichen Hochbegabtenprogrammen nicht ausreichend gefördert werden. Trotzdem sollte sie nicht sehr vereinfacht behaupten, dass weniger hochbegabte Kinder keine besonderen Bedürfnisse oder Probleme haben. Je nach Umfeld dürfte schon eine überdurchschnittliche Intelligenz für Probleme sorgen bzw. überdurchschnittlich intelligente Kinder würden nicht ausreichend gefördert. Auch trägt ihre Darstellung von nur ultraultra Höchstbegabten dazu bei, dass ein realitätsfremdes, klischeehaftes Bild von Hochbegabung allgemein gewonnen wird. Wer allgemein etwas über Hochbegabung erfahren möchte, ohne sich lediglich auf das Extrem beschränken zu wollen, ist hier falsch.
Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass das Buch rein USA-fokussiert ist. Daher sind viele Sachen in Bezug auf das Schulsystem, die von Winner als Tatsachen dargestellt werden, vielleicht ganz interessant (gerade, wenn sie selbst das schlechte amerikanische Schulsystem kritisiert), aber nur mit Vorsicht zu genießen, weil man kaum etwas auf Deutschland oder andere europäische Länder übertragen kann. Hinzu kommt natürlich noch, dass seit der Veröffentlichung inzwischen um die 20 Jahre vergangen sind, sodass viele ihrer Darstellungen veraltet sein mögen (so hofft man zumindest).
Sehr interessant an dem Buch fand ich hingegen, dass künstlerische Hochbegabung dargestellt und auch deutlich von intellektueller Hochbegabung getrennt wird. Allerdings neigt die Autorin hier ebenfalls dazu, das äußerste Extrem, das die Leserschaft in großes Erstaunen versetzen wird, darzustellen.
Das Anliegen der Autorin, nämlich mit inkorrekten Mythen über Hochbegabung aufzuräumen, halte ich ebenfalls für sinnvoll, auch wenn es nur begrenzt gut umgesetzt worden ist. Insgesamt eine Lektüre mit spannenden Teilen, bei der ich mich aber auch oft geärgert habe.


Wenn es dunkel wird: Arena X-Thriller (Arena Thriller)
Wenn es dunkel wird: Arena X-Thriller (Arena Thriller)
von Manuela Martini
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,99

2.0 von 5 Sternen Wirres Buch, 4. August 2016
Dieses Buch hat mir nicht gefallen.
Die Erzählweise sagte mir nicht zu, ich mag es gar nicht, wenn die Leserschaft von einer Romanfigur angesprochen wird (auch wenn es in diesem Fall indirekt war). Auch störten mich manche Tempuswechsel in der laufenden Erzählung, wodurch der Lesefluss unflüssig wurde.
Leider war mir keine Hauptperson sympathisch, sodass ich mit der Erzählerin (Melody) nicht wirklich mitfühlen konnte. Mit diesem dauerdrogenkonsumierenden und im Laufe der Handlung immer asozialer werdenden Verhalten konnte ich nichts anfangen. Außerdem fand ich die Figuren bis zum Schluss blass. Ich fand die Handlung recht diffus und nebulös dargestellt, immer wieder mit Kommentaren, die wohl Spannung erzeugen sollten, und anderen Kommentaren, dass sich die Hauptperson an dieses und jenes nicht erinnere oder sich dieses und jenes nur vorstelle. Es hatte den Anschein, als ob Melody während ihrer Erzählung noch von den Resten irgendwelcher Drogen benebelt ist. Der dazugegebene Schuss Esoterik in Form von Tarotkartenlegen missfiel mir ebenfalls.
Ich habe das Buch zwar fast in einem Rutsch durchgelesen, mich aber die ganze Zeit ein Stück gelangweilt und geärgert. Wenn man sonst nichts zu lesen hat und dringend eine Beschäftigung braucht, kann man "Wenn es dunkel wird" durchaus lesen, ansonsten würde ich es nicht weiterempfehlen.


Wenn er mich findet, bin ich tot: Thriller
Wenn er mich findet, bin ich tot: Thriller
von Elisabeth Rapp
  Broschiert
Preis: EUR 13,95

4.0 von 5 Sternen Hochspannung, 18. April 2016
In diesem Thriller geht es um ein Mädchen mit vermeintlich paranoider Störung, zudem eher dissozial und stark traumatisiert, das der dissoziierten (=abgespaltenen) Vergangenheit auf die Spur kommt, losgetreten durch eine Jugendhilfemaßnahme im Winter in der finnischen Einsamkeit. Wer mehr Inhalt erfahren möchte, soll das Buch selbst lesen.
Die Geschichte erstreckt sich etwa über ein Jahr, beginnt mit der Hilfemaßnahme im späten Herbst und endet auch wieder in Finnland. Sie ist chronologisch aufgebaut und wird aus der Ich-Perspektive der Hauptfigur Tilly erzählt.Zwischendurch finden sich kleine Ausschnitte aus Tillys "Panik-Büchern", in denen sie die Albträume, die sie häufig quälen, beschreibt. Viele der Albträume stammen aus Tillys Vergangenheit, wodurch der chronologische Aufbau etwas unterbrochen wird. Da schon ein eher langer Zeitraum beschrieben wird, werden viele Abschnitte nur knapp im Zeitraffer erzählt. Hier hätte man meiner Ansicht nach gut und gerne noch 100 Seiten mehr schreiben und dafür die einzelnen Passagen etwas mehr ausführen können. Vieles wird für mich eher oberflächlich und einseitig beschrieben, so werden die anderen Jugendlichen im Camp eigentlich nur anhand einer Eigenschaft dargestellt und selbst zu Tilly fehlen mir viele Informationen (z.B. aus ihrer Vergangenheit), die ich gerne noch erhalten hätte. Ursprünglich dachte ich, dass der gesamte Thriller nur von diesem Camp handeln würde - die Lokalität wäre dafür wie geschaffen - weshalb ich sehr überrascht war, wie schnell dieser Abschnitt vorbei ging.
Die Sprache ist eher derb, knapp. Nicht mein Stil, aber es passt zu Tillys Persönlichkeit und von daher wurde mein Lesegenuss nicht übermäßig geschmälert.
Die Hautperson Tilly ist zu Beginn 14 Jahre alt und bietet mit ihrer unverblümten bis vulgären Ausdrucksweise und antisozialen Verhaltensweisen eigentlich kein gutes Identifikationspotenzial. Da sie allerdings sehr intelligent und vor allem schwer traumatisiert ist, konnte ich sehr viel Mitgefühl entwickeln und sie ins Herz schließen. Kolja und Paolo, die zwei Jungs aus der Maßnahme, mit denen sie später alles zusammen macht, sind mir bis zum Ende viel fremder geblieben, was sicher auch an der erwähnten oberflächlichen Beschreibung lag. Mit dem Sozialarbeiter Beck konnte ich ebenfalls nicht viel anfangen. Der Bösewicht ist sehr böse, aber auch hier fehlen mir Informationen, um das Bild über ihn zu vervollständigen.
Wesentliches Manko ist für mich, für wie unrealistisch ich einige Aspekte halte. Da wäre zum einen diese Jugendhilfemaßnahme in Finnland. Zum anderen dass sich Beck einfach so damit einverstanden erklärt, Tilly und die Jungs nach dem Camp bei sich zu Hause aufzunehmen, wobei es scheinbar auch gar keine Probleme mit dem Jugendamt gibt, weder mit der Aufnahme als solcher noch damit, dass er die Jugendlichen abgesehen vom sonntäglichen Essen mehr oder minder vernachlässigt. Des Weiteren die Tatsache, dass Tilly und die Jungs ja angeblich längst ihre neun Pflichtschuljahre hinter sich haben - mit Tilly als 14-Jähriger. Da stimmt irgendwas schon rein rechnerisch nicht. Außerdem hat sich mir bis zum Schluss nicht erschlossen, warum Sandra auf einmal mit Tillys Klamotten aus dem Camp verschwindet, dass sie Tilly nachmachen will, erschien mir dafür zu schwach.
Andere Aspekte, die natürlich auch sehr, sehr realitätsfern sind (insbesondere die gefälschten Schulabschlüsse und die Aktenvernichtungstour am Ende) haben mich viel weniger gestört, weil mir das im Kontext - drei hochintelligente, traumatisierte und antisoziale Jugendliche mit allerlei schwerem psychischen Gepäck - glaubwürdig erschien und es großen Spaß machte, das zu lesen.
Denn das ist der Autorin wirklich gelungen: Die Geschichte ist echt abgedreht, aber auch unglaublich spannend, vom Anfang bis zum Ende, trotz der skizzenhaften Passagen. Ich war wirklich gefesselt.
Deswegen empfehle ich den Thriller weiter.


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