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Rezensionen verfasst von
Großstadtbewohner

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Drehbuch-Tool
Drehbuch-Tool

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Damit kann man arbeiten, 1. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Drehbuch-Tool (Kindle Edition)
Nachdem ich die DVD „Figuren und Charaktere“ von Jens Becker sehr brauchbar fürs Drehbuchschreiben fand, war ich neugierig auf dieses E-Book - einerseits. Andererseits war ich skeptisch, weil ich irgendwann schon mal was über das Enneagramm gelesen und das mental abgeheftet hatte unter „esoterische Merkwürdigkeit“. Dieses Vor-Urteil muss ich berichtigen: Jens Becker beschreibt sehr verständlich die Typenlehre, die er aus dem Enneagramm entwickelt und wirkt dabei nicht wie ein Esoteriker, sondern wie ein praxiserfahrener Autor und Dramaturg, der keine Heilslehre verkündet, sondern anwendbare Erkenntnisse vermittelt.

Dabei tut er nicht so, als habe er das Fahrrad nochmal erfunden, sondern zeigt auch die Bezüge zu anderen Charaktermodellen.
Für mich verstehe ich das Enneagramm nicht als ein Mittel, eine Figur zu konstruieren, sondern vielmehr als ein Werkzeug, um mir selber klar zu machen, was ich intuitiv erschaffen habe, dies dann zu verfeinern und zu schärfen.

Das Buch gliedert sich in 3 Hauptteile: 1. Charaktermodell, 2. Strukturmodell, 3. Analysemodell. Nach einer kurzen Übersicht über wissenschaftliche und esoterische Typenlehren, sowie einem kurzen Blick auf bisherige Charaktermodelle (Hippokrates u.a.) geht es schnell zum Charakter-Enneagramm, Becker stellt die 3 Grundtypen und entwickelt daraus dann detailliert die 9 Charakterprofile des Enneagramms (in ihren Spezifika wie Licht, Schatten, Kindheitsmuster, Innerer Konflikt, Gefahr, Innerer Konflikt usw.)

Überraschend für mich war, dass das Enneagramm in der Becker-Version auch als Hilfsmittel für die Strukturierung taugt. Unterschied und Vorteil des Enneagramm- Strukturmodells im Vergleich zu Syd Field und anderen Modellen (mit denen verglichen wird), ist dabei vor allem die Fokussierung auf den Protagonisten.

Der Analyseteil vertieft und verdeutlicht dann praktisch anhand von mehreren Filmen, was in den ersten beiden Teilen des Buchs beschrieben wurde. Dabei gibt es sowohl Filme in geschlossener Dramaturgie (Billy Elliott, Ziemlich beste Freunde u.a.) als auch offener Dramaturgie (z.B. Lost in translation).

Meiner Meinung nach ist das Enneagramm nicht nur für Autoren und Dramaturgen hilfreich, sondern auch für Regisseure und Schauspieler. Aus meiner Sicht der einzige Nachteil: Die Form des E-Books. Ich hab es gerne auf Papier zum Blättern, anstreichen, reinschreiben - aber das ist natürlich meine subjektive Vorliebe und kein Vorwurf an den Autor.

Fazit: Das Enneagramm ist doch keine esoterische Merkwürdigkeit, sondern - jedenfalls in dieser Darreichungsform – ein verständliches und nützliches Werkzeug bei der Entwicklung und Analyse von Figuren und Geschichten im Prosa- und im Drehbuchbereich.


Scenario 6: Film- und Drehbuch-Almanach
Scenario 6: Film- und Drehbuch-Almanach
von Jochen Brunow
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,00

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Fundgrube für Drehbuchautoren und Filminteressierte, 4. März 2012
SCENARIO erscheint nun schon zum 6. Mal - und wieder ist es eine Fundgrube für Filminteressierte, Filmemacher und natürlich besonders für Drehbuchautoren. Danke an den Herausgeber Jochen Brunow für die Arbeit und für seine Auswahl.

Ein paar kurze Anmerkungen zu ein paar Beiträgen:
Das Werkstattgespräch mit Bernd Lange ist sehr interessant in der Schilderung der Umwege, des Scheiterns und auch des z.T. sehr subjektiven Ansatzes beim Schreiben.
Einen neuen Blick aus ungewohnter Perspektive auf einen deutschen Klassiker wirft der Beitrag über die Entstehung von "Das Boot". Sofort hatte ich Lust, diesen Film mal wieder zu sehen.
Für mich mit Abstand der interessanteste Beitrag ist der von André Georgi über "Relationale Dramaturgie". Die "Triaden" sind ein sehr hilfreiches Tool zur Figurenentwicklung. Und man darf gespannt sein auf Georgis eigenes Buch, das noch 2012 erscheinen soll.
Sehr amüsant ist das abgedruckte Drehbuch "Es war einmal" von Stefan Kolditz.

Etwas Kritik sei auch gestattet: Ich persönlich kann mit dem Beitrag von Frau Praßler wenig anfangen, vor allem, da ihre Erfahrungen als Drehbuchautorin doch recht begrenzt sind.
Und offenbar hat Brunow generell mit Serie wenig oder gar nichts am Hut. Damit ignoriert er aber, dass die Serie nicht erst seit "The wire" als "Roman unserer Zeit" einen immer wichtigeren Bereich im filmischen Erzählen einnimmt. Hier dürfte "Scenario" sich gerne öffnen und für meinen Geschmack weniger akademisch-konservativ daher kommen.

Trotzdem ist und bleibt "Scenario" auch mit dieser Ausgabe absolut lesenswert, sowohl informativ als auch unterhaltsam und voller Anregungen. Ich freue mich schon auf "Scenario 7".


Der Tatortreiniger
Der Tatortreiniger
DVD ~ Bjarne Mädel
Preis: EUR 8,59

73 von 81 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kultserie - aus Deutschland!, 2. März 2012
Rezension bezieht sich auf: Der Tatortreiniger (DVD)
Wer geglaubt hat, es sei deutschen Fernsehmachern nicht möglich, eine Kultserie zu schaffen (von "Stromberg" mal abgesehen) der muss sich den TATORTREINIGER ansehen - ganz nah an der Absurdität des Lebens und sehr, sehr witzig! Ich bin sehr positiv überrascht, dass so etwas in Deutschland möglich ist und dann noch von einem öffentlich-rechtlichen Sender! Warum nur so selten, ARD???

Heiko Schotte oder "Schotty" ist bei der "SpuBe", der "Spurenbeseitigung". So sagt er selber, damit es fast gleichberechtigt mit den Kollegen der "SpuSi" (Spurensicherung) klingt - und viel besser als Putzmann oder so. Denn das ist er eigentlich... aber Schotty macht mehr daraus: Jede der Folgen ist die Begegnung mit einem Tatort, dem Schicksal eines toten Menschen und - sehr verschiedenen - Angehörigen oder Bekannten, so wie der Prostituierten in der ersten Folge. Da kommt es dann zu sehr lustigen Debatten, vor allem wenn Schotty sich kurzerhand einen Blowjob verpassen lassen will...

Genial von der Autorin Mizzi Meyer, wie bei allem Humor immer über das Leben und den Tod philosophiert wird, und Schottys Kurzvorträge über spezielle Spuren und wie man sie am besten beseitigt, sind alleine schon köstlich.

Bjarne Mädel, bekannt eben aus "Stromberg", spielt den Schotty total glaubwürdig als einen bodenständigen und gleichzeitig intelligenten Kerl, der sich auf die Welt und seinen Job seinen eigenen Reim macht. Wunderbar auch der Kurzauftritt in der ersten Folge von Charly Hübner und Anneke Kim Sarnau in ihren "Polizeiruf"-Rollen, die was sehr Spezielles am Tatort vergessen haben... Fettes Lob an die Produzenten, die Autorin, die Regie, die Schauspieler und besonders Bjarne Mädel.

Für mich ist Schotty jetzt schon Kult - und ein klarer Kauf- und Verschenktipp!
Ich hoffe, der NDR lässt sich nicht ewig Zeit mit den nächsten Folgen...!
Kommentar Kommentare (9) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 8, 2014 1:17 PM CET


Figuren und Charaktere: Das Enneagramm als Werkzeug für Drehbuchautoren und andere Kreative
Figuren und Charaktere: Das Enneagramm als Werkzeug für Drehbuchautoren und andere Kreative
Preis: EUR 22,00

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr brauchbar für die Figurenentwicklung, 24. Februar 2012
Nachdem ich in den letzten Jahren genug über Struktur, 3 Akte, 4 Akte, 8 Sequenzen, Heldenreise usw. gelesen habe, wollte ich mal wieder mehr mit Charakteren beschäftigen (mit Sanguiniker- Melancholiker usw. und Want/Need & Backstory Wound allein kommt man ja nicht über die Runden). Ich hatte schon mal was vom Enneagramm gehört, aber das schien mir ein bisschen esoterisch. Auf der Berlinale wurde diese DVD beworben, ich kaufte kurzentschlossen.

Das Booklet nahm mir die Befürchtung vor zuviel Eso-Kram: sehr eingängig geschrieben ohne Guru-Approach. Herr Becker scheint ein handwerklich orientierter Filmemacher zu sein, der Wert auf Nachvollziehbarkeit legt. Was er schreibt, wird belegt durch wissenschaftliche Forschung aus Soziologie und Psychologie.
Durch die Einteilung in Charakterprofile und Verhaltensmuster kann man für sich selber sehr gut klar machen, was man intuitiv kreiert hat und den eigenen Figuren schärferes Profil und mehr Tiefe geben.
Für mich persönlich hätte das Booklet noch ausführlicher sein können, ich klicke mich nicht so gerne durch Text auf dem Bildschirm und man kann da auch nichts anstreichen ;-)

Bei den Filmbeispielen war ich erst etwas skeptisch, aber die Visualisierung ist sehr hilfreich um die Charaktertypen plastisch zu machen. Die Filme sind zwar unaufwändig, aber absolut professionell gemacht. Gerade die Interviews sind sehr hilfreich um die Charaktertypen zu verstehen. Übrigens spielt auch die großartige Alina Levshin ("Im Angesicht des Verbrechens", "Kriegerin") mit. Nur mit der Lautstärke hatte ich Probleme, der Ton könnte etwas höher ausgesteuert sein.

Fazit: DVD und Booklet sind handwerklich fundiert und füllen eine Lücke in der vorhandenen Literatur. Sehr brauchbar bei der Drehbuchentwicklung und hilfreich um die eigenen Figuren klarer zu konturieren.


Seventies Songbook
Seventies Songbook

10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Entspannt grandios, 20. Januar 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Seventies Songbook (Audio CD)
Das Warten hat sich gelohnt: Was für ein grandioses Album, es ist super entspannt und gleichzeitig groovt es wunderbestens!
Wer die Hits noch aus den 70ern kennt, kann sie hier wieder und neu entdecken. Und wer damals noch nicht geboren war, kann sie hier kennen lernen - in Coverversionen, die sehr verschieden sind, aber denen die Band was ganz Eigenes gibt, und trotzdem bleiben die Songs erkennbar. Allein die Version von "Smoke on the water" ist für mich schon den Kauf wert. Mein Favorit ist "Riders on the storm", und sogar "American Pie", das ich im Original grässlich finde, mag ich hier plötzlich. Das liegt natürlich auch an der Stimme von Pascal von Wroblewsky, die ist einfach extraklasse! Unglaublicher Umfang, entspannt aber nicht matt, warm und kraftvoll. Aber Musik beschreiben ist öde, ich empfehle dringend, einfach mal reinzuhören - die Songs sprechen für sich!
(Und wer Pascal von Wroblewsky mit ihren exzellenten Musikern mal live erleben kann, sollte sich das auf keinen Fall entgehen lassen, live ist sie noooooch besser, doppelschwör!)


Homicide: Ein Jahr auf mörderischen Strassen
Homicide: Ein Jahr auf mörderischen Strassen
von David Simon
  Taschenbuch
Preis: EUR 24,90

40 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannender als jede Fiktion, 29. August 2011
Hab das Buch am Samstag früh bekommen. Das Wochenende war gelaufen - ich konnte das Buch nicht mehr weglegen.

Natürlich gibt es in einem Tatsachenbericht nicht ständig Schießereien, Verfolgungsjagden oder explodierende Autos - trotzdem ist die Beschreibung der Realität spannender als jede Fiktion. Hier hat sich kein Autor Figuren nach der größten dramaturgischen Wirksamkeit ausgedacht, sondern Davis Simon beschreibt Menschen aus Fleisch und Blut. "Sind wir Polizei-Fans?" fragt Richard Price (Autor u.a. von "Cash") im Vorwort, bezogen auf sich und David Simon. Klares JA, würde ich sagen. Das ist eine Stärke dieses Buches: Die Leidenschaft mit der es geschrieben ist. Davis Simon mag die Cops, die er begleitet hat, das spürt man.
Und wer, wie ich, nach der Lektüre so richtig angefixt ist, kann sich HOMICIDE oder auch THE WIRE auf DVD bestellen... ;-)

Simon hat als so eine Art "eingebetteter Journalist" die Detectives von der Mordkommission ein Jahr lang auf den Straßen von Baltimore begleitet und hatte kompletten Zugang zu ihren Ermittlungen. Er berichtet über ihren harten Alltag, den sie mit viel Galgenhumor und einer guten Portion Zynismus bewältigen. Nicht, weil sie Spaß an Zynismus haben, sondern weil sie nur so ihre Arbeit verarbeiten können. Neben vielen interessanten Details aus der harten und anstrengenden Ermittlungsarbeit sind das Interessanteste an dem Buch die Figuren. Oder nein, es sind ja nicht ausgedachte Figuren, sondern Menschen, reale Menschen.
In der Beschreibung mehrerer konkreter Fälle lernen wir die Detectives kennen, mir am nächsten gekommen ist dabei Tom Pellegrini, der noch nicht lange dabei ist und die Vergewaltigung und Tötung eines kleinen Mädchens aufklären will.
Und natürlich habe ich die USA - hier konkret: Baltimore - noch mal ganz anders kennen gelernt als bei Besuchen als Tourist. Was man sonst nur ahnt oder als Statistiken über Drogen oder Mordopfer liest, bekommt hier eine konkretes Gesicht. Kein schönes, aber eines, das einen in den Bann schlägt. So ähnlich, wie Randy Newman in "Baltimore" singt: "Oh, Baltimore, man, it's hard just to live..."

Was einen durch diese harte bis deprimierende Lektüre führt, sind die Detectives. Hier agieren nicht coole Supercops, hier retten nicht scharfsinnige Genies die Welt. In HOMICIDE ermitteln engagierte Polizisten, eine verschworene Truppe, deren Ehrgeiz es ist, jeden Fall aufzuklären, egal wie wenig Hilfe sie von Zeugen bekommen oder wie vergeblich ihr Kampf gegen Drogen und Kriminalität sein mag.

Fazit: David Simon hat sich Zeit genommen, er kann beobachten und er kann schreiben. Und er hat es mit Leidenschaft getan. Heraus gekommen sind über achthundert Seiten - jede einzelne ist lesenswert.


Bodyguard: Zwischen High Society und Unterwelt
Bodyguard: Zwischen High Society und Unterwelt
von Michael Kuhr
  Broschiert

23 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Berlin - zwischen Blitzlichtgewitter und Organisierter Kriminalität, 18. August 2011
Ich kannte Michael Kuhr durch das legendäre Youtube-Video, in dem er nur mit seiner (verbalen!) Schlagfertigkeit und dank seiner guten Connections einen großmäuligen Pöbler binnen einer Minute zum kleinen Schuljungen macht. Und aus einer TV-Reportage über ihn und seine Security-Firma im Berliner Nachtleben, offenbar einer der ganz wenigen in der Branche, die konsequent mit der Polizei zusammen arbeiten.

Eigentlich wollte ich das Buch in Ruhe am Wochenende lesen, aber dann schaute ich rein und schon nach der ersten Seite hing ich am Haken: Es fängt an mit Kuhrs Aussage bei dem (jetzt, im August 2011) immer noch laufenden Prozess um den gleichermaßen spektakulären wie dilettantischen Raubüberfall auf das Pokerturnier am Potsdamer Platz. Die Räuber erbeuteten fast eine Viertelmillion Euro, mussten aber eine halbe Million zurück lassen, weil einer von Kuhrs Männern energisch dazwischen gegangen war. Bei dem Prozess geht es um die Drahtzieher aus einer berühmt-berüchtigten arabischen Großfamilie. Denen es natürlich gar nicht gefällt, wenn Zeugen vor Gericht aussagen, statt sich - wie sonst oft - auf plötzliche Erinnerungslücken zu berufen. Und da ist man auch schon mitten im täglichen Business von Michael Kuhr...

Der Untertitel des Buches heißt "Zwischen High Society und Unterwelt" - und das ist nicht übertrieben: Sehr amüsant zu lesen, wie Kuhr mit Usain Bolt in einem Ferrari durch die Stadt düst und bei dem halsbrecherischen Fahrstil des schnellsten Manns der Welt um sein Leben fürchten muss. Weltstars wie Muhammed Ali und Sean Penn kommen ebenfalls vor - aber dann auch die dunkle Seite des Berliner Nachtlebens: Drogenhandel, der "Kampf um die Türen", Messerattacken und brutale Schlägereien...
Am Anfang des Buches steht Kuhrs beeindruckende Sportlerlaufbahn: Sechsfacher Kickbox-Weltmeister wird man nicht mal aus Versehen. (Auf Youtube gibt's dazu ein hübsches Best-of-Video.) Und immer wieder kommt sein Berliner Mutterwitz durch, da merkt man, dass er im Wedding aufgewachsen ist und ein geradliniger, ehrlicher Typ von der Straße ist, der Klartext redet.

Ganz deutlich wird das in dem Kapitel über die Organisierte Kriminalität in Berlin. Da schildert Kuhr ganz klar, wer in Berlins Unterwelt das Sagen hat und warum die Polizei - trotz guten Willens - mit der Bekämpfung der kriminellen Clans überfordert ist: Weil die Manpower und der politische Wille fehlen. Kuhrs Vorschläge, wie man die Hauptstadt sicherer machen kann, sollten sich Innensenator und Polizeipräsident mal gründlich durchlesen - oder Michael Kuhr einfach mal ein paar Nächte begleiten...

Kritikpunkte? Bis auf ein paar sprachliche Schlampereien, die der Verlag in der zweiten Auflage sicher beheben wird, keine. Ich habe "Bodyguard" in einem Zug durchgelesen und gebe gerne zu: Ich finde das Buch klasse.

Fazit: Unterhaltsam, interessant, witzig, engagiert. Klare Kaufempfehlung!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 30, 2011 11:00 AM MEST


nur die: Ein Leben in 99 Geschichten
nur die: Ein Leben in 99 Geschichten
von Heike Melba-Fendel
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lakonisch und erhellend, 18. August 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
"Peinlich gibt es nicht" heißt das Motto von "nur die" und das ist keine hohle Phrase. Hier wird keine Rücksicht genommen: Die Autorin schon niemanden, sich nicht, die Männer nicht, denen sie nachläuft oder die ihr nachlaufen, niemanden. Sie schildert nicht den Schmerz den Niederlagen und Irrtümer in ihr hervorrufen, der Schmerz entsteht im Leser.
Ich habe manchmal an die die Short Stories von Ramond Carver gedacht, ähnlich lakonisch schreibt Heike Melba Fendel ihre knappen, schonungslosen Miniaturen. Sie erzählt harte Brüche lakonisch und dank ihrer Beobachtungsgabe werden auch in kleinen Begebenheiten die großen Wahrheiten deutlich. Und trotzdem kommt das alles nie in schweren Bleischuhen daher, sondern fast tänzelnd, mit einem halben Lächeln.

Fazit: Ein großartiges Buch - und ich hoffe, die Autorin belässt es nicht bei diesem einen.


Im Angesicht des Verbrechens: Die Entstehung einer deutschen Fernsehserie
Im Angesicht des Verbrechens: Die Entstehung einer deutschen Fernsehserie
von Dominik Graf
  Taschenbuch

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sehr fundiert und interessant, aber auch mit weißen Flecken, 25. April 2011
Der Herausgeber Johannes F. Sievert hat mit dem Regisseur Dominik Graf über "Im Angesicht des Verbrechens" gesprochen. Aber nicht nur. Graf erzählt genauso über sein Studium an der HFF in München, seinen Weg zum Film, seine Anfänge als Regisseur, die legendäre "Fahnder"-Serie mit Klaus Wennemann, den Erfolg mit "Die Katze" (mit Götz George, Heinz Hoenig u.a.) und den von Graf als schwere Niederlage empfundenen Misserfolg von "Die Sieger".
Wir erfahren Grafs Ansichten über Dramaturgie, seine Grundsätze und Tricks bei Dreharbeiten, den Umgang mit Schauspielern, über Action-Drehs, Schnitt, Musik und und und...

Das Buch ist ein ausführlicher Blick in Grafs Auffassung vom Filmemachen und natürlich speziell der Arbeit an "Im Angesicht des Verbrechens", einem Mammutwerk in 10 Teilen, von der Kritik hochgelobt, vom Publikum weitgehend verschmäht und dann von der ARD wegen der schlechten Quoten ins Nachtprogramm verbannt. Die Produktionsfirma TYPHOON musste Insolvenz anmelden, weil das Projekt unterfinanziert war. Und weil Graf, so las man es im SPIEGEL, häufig die Drehtage überzog. Sozusagen das "Heaven's Gate" der deutschen Fernsehproduktion.... ;-)
Dieses Unternehmen, das sich über Jahre hinzog, wird natürlich auch besprochen. Leider hat sich der Produzent Marc Conrad in diesem Buch nicht geäußert (wegen der noch laufenden juristischen Auseinandersetzungen?). Das ist sehr schade, denn er war es doch, der "Im Angesicht des Verbrechens" mit dem Autor Rolf Basedow entwickelt hatte. Graf kam erst später hinzu.

Und hier setzt auch meine Kritik an: Warum hat die Serie beim Publikum so total versagt? Diese Frage stellt Sieverts leider nicht. Haben nicht vielleicht die Macher auch Fehler gemacht? Ist das Ergebnis, beispielsweise im Vergleich zum gänzlich anders gearteteten "KDD", es wirklich wert gewesen, dass dabei eine der besten deutschen Produktionsfirmen Insolvenz anmelden musste? Kann man sich mit Kritiker-Hymnen zufrieden geben, wenn das Publikum sich zu einem großen Teil abwendet? Solche Fragen vermisst man deutlich.

Mein zweiter Kritikpunkt ist, dass der Autor Rolf Basedow viel zu kurz kommt. Gerade einmal sechs von 349 Seiten räumt der Herausgeber Basedow ein. Basedow aber ist derjenige, ohne den es "Im Angesicht des Verbrechens" nicht gäbe! Das betont auch Graf immer wieder.
Über den Entwicklungsprozess der Bücher und die Philosophie des Autors nicht mehr zu erfahren, empfinde ich als echtes Manko. Vor allem wäre es sehr interessant, zu wissen, was Basedow über die Rolle Grafs im Laufe der sehr konflikthaften Entwicklung denkt. Denn Graf übernahm die Kürzung und Neustrukturierung der Bücher von Basedow. All das erfährt man nicht. Auch nicht, was Basedow über die fertige Serie denkt. Sehr schade und ein echtes Manko.

In Teil 2 des Buches kommen neben Basedow weitere Beteiligte der Produktion zu Wort, Redakteure, Schauspieler, Kamera usw., die noch mal einen anderen und interessanten Blick auf die Serie liefern.
Ein Anhang mit Handlungsübersicht, Glossar, Filmographie und Registern rundet das Ganze ab.

FAZIT:
Ein sehr interessantes und fundiertes Buch, in dem der Leser viel über "Im Angesicht des Verbrechens" und noch mehr über Dominik Grafs Art Filme zu machen erfährt. Für Film- und Serieninteressierte und für Graf-Fans eine Fundgrube und ein Must-Read. Leider kommt der Erfinder Rolf Basedow zu kurz und es gibt keinerlei kritische Nachfragen zu Entstehung und Publikumsresonanz. Daher ein Punkt Abzug. Trotzdem sehr lese- und empfehlenswert.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 25, 2015 8:52 PM MEST


25 % auf alles ohne Stecker: Werbung beim Wort genommen
25 % auf alles ohne Stecker: Werbung beim Wort genommen
von Hinrich Lührssen
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

35 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Wer nicht weiß, was "Fremdschämen" bedeutet, 17. April 2011
Vorab muss ich sagen, dass ich das Buch nicht käuflich erworben habe, sondern einer meiner Sprösslinge hat das Buch gekauft. Über Humor lässt sich ja bekanntlich schwer streiten und auch innerfamiliär gibt es da offenbar Unterschiede... ;-)
Mit einem Wort: ich finde das Buch grottig.

Über Einzelheiten möchte ich mich nicht weiter äußern, aber die Aktionen von Herrn Lührssen sind in meinen Augen nicht witzig, sondern plump und peinlich. Mir tun die Leute leid, die sich mit diesem Mann auseinandersetzen müssen, der z.B. in einem Baumarkt den Stecker abschneidet, damit er dann 25 % Rabatt beanspruchen kann.
Hier werden nicht plumpe Werbeversprechen vorgeführt oder gierige Händler, hier führt sich nur einer vor, Herr Lührssen selber. Nicht nur, dass er sich penetrant und peinlich aufführt, er interpretiert auch manche Werbeversprechen bewusst völlig falsch, um daraus sein - wie er meint: komisches - Süppchen zu kochen.

Wer bisher nicht wusste, was "Fremdschämen" bedeutet - hier kann er es lernen.

Eines muss ich dem Autoren allerdings lassen: Es gehört eine große Portion Unverfrorenheit und Schmerzunempfindlichkeit dazu, solche Aktionen a) auszudenken, b) konsequent durchzuziehen und dann auch noch c) unter seinem realen Namen darüber zu schreiben. Daher gebe ich dann doch zwei Punkte.

PS: Mein Sohn hatte auch mehr erwartet, behauptet er.
Ich bin ein wenig erleichtert... ;-)


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