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Rezensionen verfasst von
H.Schwoch "hschwoch"
(VINE®-PRODUKTTESTER)   

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Wird angeboten von M·LEAD

2.0 von 5 Sternen Kann man vergessen, 18. Februar 2017
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Eigentlich beruht dieser Artikel auf einer sehr sympathischen Idee, aber das Ding wirkt letztlich billig, ist sehr eng, und das Material ist zu dick und zu hart, um wirklich zufriedenstellend zu funktionieren.

Kann man vergessen.


Return To Ommadawn
Return To Ommadawn
Preis: EUR 8,49

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nostalgie auf höchstem Niveau, 4. Februar 2017
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Return To Ommadawn (MP3-Download)
Als Jean Michel Jarre vor einigen Monaten mit OXYGÈNE 3 nach genau vierzig Jahren noch einmal auf sein wegweisendes Werk OXYGÈNE von 1976 verwies, hatte das musikalische Ergebnis relativ wenig mit der Vorlage gemein, klang es doch zugleich moderner und kühler wie auch streckenweise düsterer als das legendäre Original.

Das vollkommene Gegenteil bietet nun Mike Oldfield mit der Fortsetzung seines zu Recht immer noch überaus geliebten dritten Albums OMMADAWN, denn der 1953 in Reading/England geborene Multiinstrumentalist hat mit RETURN TO OMMADAWN die ebenso verzauberte wie verzaubernde Atmosphäre der Vorlage mit Hilfe diverser fein inszenierter Zitate ins Heute übertragen.

Darüber hinaus ist es ihm aber gelungen, ein ganz neues Kunstwerk zu schaffen, das aus der unsterblichen Trilogie TUBULAR BELLS (1973), HERGEST RIDGE (1974) und OMMADAWN (1975) nunmehr ein perfektes Quartett kreiert.

Der mittlerweile fast 64-jährige Oldfield lebt seit Langem auf den Bahamas und präsentiert sich auf neuen Fotos ungeniert wie ein ältlicher britischer Tourist mit Shorts und Sandalen. Dort, in seinem Haus am atlantischen Ozean, nahm er auch in aller Ruhe das neue Album auf, das wie das Original zwei lange Stücke enthält, mit 42 Minuten aber etwa fünfeinhalb Minuten mehr Musik bietet.

Betörende Melodien en masse, ganz viel Gitarren (akustische und elektrische), dazu - wie schon damals - diverse randständige Instrumente, die dem Ganzen etwas heiter Folkloristisches verleihen, obwohl dem Künstler auf Grund privater Katastrophen eigentlich ein zutiefst depressives Werk aus der Feder hätte fließen müssen. Doch nichts davon: Man bekommt als Hörer allerhöchstens eine ganz leichte Prise Melancholie mit auf den Weg.

Sehr ungewöhnlich ist, dass sich selbst das Feuilleton in diesem Falle durchweg angetan bis richtiggehend begeistert zeigte - und das vollkommen zu Recht, denn RETURN TO OMMADAWN bietet Nostalgie auf höchstem Niveau, auch wenn die finale Reminiszenz an das herrliche "On Horseback" nicht an das eingängige, zu Tränen rührend naive Original anzuknüpfen vermag.

Und das erschröcklich kitschige Cover-Artwork? Nun ja, Herr Oldfield wollte damit laut eigener Aussage an seine Lieblingsserie "Game of Thrones" erinnern. Ob das gelungen ist, vermag ich nicht zu beurteilen, denn ich habe bisher nie auch nur eine Sekunde dieser Fantasy-Story gesehen. :-)


Where's the Revolution
Where's the Revolution
Preis: EUR 1,29

4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Starke fünf Minuten, 4. Februar 2017
Rezension bezieht sich auf: Where's the Revolution (MP3-Download)
Martin Gores Lyrics sind ein sehr allgemeiner Aufruf zum Widerstand, der allen Frustrierten und Unterdrückten dieser Welt zu gelten scheint.

Die Melodie erinnert mich zunächst etwas an „Fly on the Windscreen“, bevor ein bombastischer Refrain einsetzt, der zwar gelegentlich ein wenig holprig klingt, aber dennoch etwas Großes hat – vielleicht so ein bisschen in Richtung Simple Minds der späten 80er.

Sehr schön dann die sich mehrstimmig steigernde Bridge („The train is coming / So get on board / The engine’s humming / So get on board“).

Dies ist natürlich nicht die stärkste Vorab-Single zu einem Depeche Mode-Album ever, dennoch vermögen Song und Produktion durchaus zu überzeugen.

Fazit: Absolut nichts Neues oder gar Revolutionäres (Where's the revolution, Martin?), gleichwohl insgesamt starke fünf Minuten.


The Best Of Chet Baker
The Best Of Chet Baker
Preis: EUR 7,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Musik für Udo L.?, 21. Januar 2017
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Best Of Chet Baker (Audio CD)
Da muss man erst so alt werden wie ich, um plötzlich mit Chet Baker Bekanntschaft zu machen, der in etwa dasselbe Geburtsjahr hat wie mein Vater. ;-)

Dieser Trompeter und Flügelhornist (singen konnte er auch) machte die perfekteste Musik für nächtliche Stunden, die man sich nur vorstellen kann. Er war ein Suchtmensch, den das Leben gehörig beutelte, doch anstatt die Hörer seiner Musik dies auch spüren zu lassen, schmeichelte sich sein Jazz so derartig smooth und melancholisch ins Ohr wie gute Butter in eine teure Bratpfanne.

Natürlich kann ein Best of-Album mit 15 Titeln nicht einmal die Spitze des Eisbergs seiner sicherlich sehr vielseitigen Arbeit zwischen 1952 und 1988 zeigen, gleichwohl ist es ein schöner Einstieg in die Welt des Chet Baker mit ihren Stärken und Schwächen (für meinen Geschmack gerät einiges dann doch zu sehr in den Bereich des 'easy listening').

Wie bereits erwähnt, ist Chet Baker der ideale musikalische Begleiter für Menschen, denen die Nacht gern den Tag ersetzen könnte. Gedimmtes Licht, dezenter Räucherstäbchenduft, ein oder drei Gläser Rotwein, dazu ein paar Rauchwaren - passt schon. Ich könnte mir vorstellen, dass Menschen wie zum Beispiel Udo Lindenberg gerne mal Chet Baker hören. :-)


Udo Fröhliche: Das Lindenberg-Lexikon von Alkohol bis Zigarre
Udo Fröhliche: Das Lindenberg-Lexikon von Alkohol bis Zigarre
von Benjamin von Stuckrad-Barre
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unverzichtbar, 19. Januar 2017
Es ist schon eine schräge Kombination, die für dieses riesengroße, hochwertig verarbeitete und gedruckte Buch verantwortlich zeichnet: 'Bild' als Herausgeber, Porsche als Werbeträger hinten und vorne im Einband und der stets hypernervöse, offenen Mundes zappelnd-zuckende Starautor Benjamin von Stuckrad-Barre, den ich seit vielen Jahren daher gerne scherzhaft Ruck Zuckhausen nenne.

Doch wie so vieles im abenteuerlichen Leben des legendären Udo Lindenberg ergibt diese Kombi letztlich doch einen Sinn.

Erstens: Wie auch andere öffentliche Personen (zum Beispiel Dieter Bohlen, Til Schweiger, Carsten Maschmeyer) scheint Udo L. seit Jahren mit der Bild-Zeitung eine Art stillschweigende Übereinkunft geschlossen zu haben, die ihm exklusive Berichte und Reportagen sichert. Motto: Tu mir nix, dann tu ich dir auch nix.

Zweitens: Udo ist schon lange Porschefahrer. Also, warum sollte er für ein Buchprojekt nicht für diese Autos werben?

Drittens: von Stuckrad-Barre hat nicht nur durch den Megaerfolg mit seinem autobiografischen Werk "Panikherz" immer wieder seine tiefe Verehrung und kritische Liebe zu Udo Lindenberg zum Ausdruck gebracht.

Also, alles klar, ne?

'Udo fröhliche' ist ein ebenso witziger wie vollkommen bescheuerter Buchtitel, denn Lindenberg mag zwar ein vom Grunde her heiter-optimistischer Mensch sein, doch 'fröhlich' ist er nun ganz bestimmt nicht. Einen solchen Begriff würde ich eher mit spießig treudeutscher Bier- und Schoppenseligkeit in 'fröhlicher' Runde verbinden, bei der dann gegen 'Urwaldmusik' und linke Weltanschauung gewettert wird. Aber sei's drum.

Rein inhaltlich dürfte so mancher Udo-Fan an dem … nun ja: elaborierten Sprachcode des stets um den Nachweis seiner intellektuellen Fähigkeiten ringenden Autoren verzweifeln. Zudem beginnt so mancher Satz ganz verständlich, um dann Zeilen später irgendwo im Niemandsland zu verrecken.

Andererseits beweist Stuckrad-Barre immer wieder, dass er den mythischen Star so gut versteht und seine zahllosen Schrullen so treffend zu beschreiben weiß wie wohl kein anderer. Er ist halt ein absoluter Insider im Lindi-Universum.

Und bildlich-dokumentarisch wird auf der langen Strecke dieses Standardwerks so viel geboten, dass eh kein Lindenbergianer an diesem Werk vorbeikommt. Insofern ist das Buch unverzichtbar. Ich fühlte mich jedenfalls alles in allem blendend informiert und unterhalten.


Long Way To The Light
Long Way To The Light
Preis: EUR 15,49

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ausschweifung ist seine Sache nicht, 16. Dezember 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Long Way To The Light (Audio CD)
Kaum zu glauben, dass das bereits Anfang November 2016 erschienene zweite Album von RPH hier noch mit keiner einzigen Rezension gewürdigt wurde. Es ist also hohe Zeit dafür.

Der schwedische Gitarrist, Sänger und Komponist Robert Pehrsson, geboren am 13. Dezember 1975 (Glückwunsch nachträglich zum 41. Geburtstag!) war von Jugend an als Musiker aktiv und ist seit zwanzig Jahren im 'Musikgeschäft' tätig. Den Vogel schoss er aber erst mit seiner eigenen Band Humbucker (das ist ein Tonabnehmer für E-Gitarren und -Bässe) ab, deren Debütalbum 2013 überall in der Welt der härteren, gleichwohl äußerst melodischen Klänge für angespitzte Spock-Ohren sorgte.

Nun legt er nach und verfeinert sein Konzept mit LONG WAY TO THE LIGHT um einige Nuancen mit verstärkten Thin Lizzy-Einflüssen und etwas stärkeren Ausschlägen in Richtung Melodic-Rock und Power Pop. Mit Hilfe diverser Musiker aus dem Umfeld des wohlbekannten Kollegen Nicke Andersson (Hellacopters, Imperial State Electric) schaffte Pehrsson es hier zum zweiten Mal mit erstaunlicher Raffinesse, eine Scheibe aus neun kompakten Ohrwürmern zu schaffen, deren Durchschnittslänge wie schon beim Debütalbum bei radiofreundlichen dreieinhalb Minuten liegt. Ausschweifung ist seine Sache eindeutig nicht. ;-)

Er selbst sagt es so: 'I like the songs short and to the point with a strong hook. I think people sometimes put me in the same category as more hard rocking bands, and we’re not really that type of band in the end. I want the freedom to do other styles as well. If I look at the old bands, I like that they were all very diverse, not playing on max all the time'. Besser könnte man es wirklich nicht sagen.

Die Länge (oder besser Kürze) seiner Alben ist sicherlich diskussionswürdig, doch ich habe da einen Tipp: Beide herunterladen (das Erste gibt es hier bei amazon inzwischen zum absoluten Spottpreis), die achtzehn Titel auf eine CD brennen und dann eine Stunde lang ungebremsten Spaß haben. Wer die Mitt- bis Spätsiebziger-Phase von Thin Lizzy (und teilweise KISS) oder die Mittsiebziger- bis Achtziger-Ära von Blue Öyster Cult oder gar Boston zu schätzen weiß, kann hier überhaupt nichts falsch machen.

Und wie er selbst es so schön sagte, macht Pehrsson durchaus auch gerne mal vereinzelte Ausflüge in andere Gefilde. So könnte das herrlich lockere "Can't Change" vom Debüt durchaus dem edlen US-Yacht Rock der Siebziger entstammen. Und eine Nummer wie "Pretender" aus dem neuen Werk würde ich gerne auch mal von Moon Martin, dem leider fast vergessenen Großmeister der Verknappung, hören.

Kurzum: Robert Pehrsson's Humbucker ist eine Klasseband mit wunderbaren Gitarren und großen Melodien, der ich von Herzen ein viel größeres Publikum wünsche.


Welt in Klammern
Welt in Klammern
Preis: EUR 14,99

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ethos, Empathie und Leidenschaft, 2. Dezember 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Welt in Klammern (Audio CD)
Am Anfang war der Name, der mich faszinierte: 'All diese Gewalt'. Kann es in dieser horriblen Zeit eine passendere Bezeichnung für ein musikalisches Projekt geben?

Dann kam dieses Gemälde hinzu, das als Cover des Albums WELT IN KLAMMERN dient. Geschaffen wurde es Anfang des 20. Jahrhunderts von der österreichisch-britischen Malerin Marianne Stokes. Es heißt 'Hungarian Boy' und zeigt einen ernst blickenden Jungen mit großen, meerblauen Augen, der eine Art Tracht oder Uniform trägt. Was er in den Händen hält, erscheint wie ein Holzschwert, das entweder zur Tracht gehört oder zum Spielen benutzt wird. Man weiß es nicht.

Max Rieger, vor 23 Jahren in Stuttgart geboren, könnte früher in etwa so ausgesehen haben wie dieser Knabe. Ab 2012 wurde er als Sänger und Gitarrist des Post-Punk-Schrammel-Trios Die Nerven bekannt und entflammte damit Leitmedien wie 'Spex' und 'Der Spiegel'. Im selben Jahr begann er zudem sein Solo-Projekt All diese Gewalt, veröffentlichte 2014 die EPs KEIN PUNKT WIRD MEHR FIXIERT und I'M NOT EVEN HERE und hat nun sein erstes 'echtes' Album am Start.

Im Gegensatz zu dem seelenverwandten Bayern Max Gruber und seinem opulenten, durchproduzierten Synth-Pop mit Drangsal macht Rieger tatsächlich alles selbst: 'All instruments, sound & text written, performed, recorded, programmed, arranged, sequenced, warped, produced & mixed by Max Rieger' verlautbart er auf dem Backcover der LP, und das hört man. Doch um klangtechnische Perfektion geht es dem Künstler offenbar auch gar nicht. Ihm geht es viel mehr um das Erspüren eines bestimmten Gefühls von Bedrückung und Melancholie und der Unsicherheit des menschlichen Erlebens.

Der Opener "Wie es geht" ist dafür die ideale Blaupause. Musikalisch klar auf den Spuren von The Cure, erfleht Rieger von einem Unbekannten/einer Unbekannten Ratschlag, der ihm aber nicht gewährt wird. 'Sag' du mir wie es geht'. Eine Antwort bleibt aus.

"Maria in Blau" geht mehr in Richtung träger Synthiepop und scheint von einer unmöglichen Liebe zu handeln. Auf alten Gemälden wurde die heilige Maria übrigens fast immer in einen blauen Mantel gehüllt dargestellt.

Das Synthetische siegt zunächst auch in "Jeder Traum eine Falle", ehe bassbetonter Rock das Zepter übernimmt. 'Inmitten all dem Chaos doch noch die Schönheit entdeckt', wird zweistimmig gesungen. Toll.

"Laut denken" könnte von frühen Depeche Mode stammen, die wiederum von deutschen Elektronikern der 70er beeinflusst waren. Das folgende Instrumentalstück "(Ohne Titel)" erinnert dann auch an Tangerine Dream und andere Vertreter der Berliner Schule.

Zu dem sanft-mysteriösen "Kuppel" gibt es ein Video, in dem Max Rieger mit zunehmend irrer werdendem Blick vor einer verschwommenen Landschaft agiert. 'Im Himmel ein Riss / Eine Kuppel grauen Lichts / Hinter den Fenstern rührt sich nichts'. Auch hier kommen am Ende Reminiszenzen an Depeche Mode der CONSTRUCTION TIME AGAIN-Ära ins Spiel.

Das mit fast acht Minuten längste Stück "Stimmen" arbeitet mit verschiedenartigen Effekten (so ein bisschen Pink Floyd-artig) und beginnt eher ruhig, wechselt dann mehrfach die Stimmung, ehe eine knurrig-hypnotische Gitarre das Geschehen bestimmt. 'Deiner eigenen Stimme hast du nie ein Wort geglaubt' singt Rieger. Faszinierend.

"Klang" ist ein wunderschönes zweiminütiges Instrumental, das mich seltsamerweise an ferne Kirchenglocken an einem verschneiten Weihnachtsabend erinnert.

"Morgen alles neu" scheint wieder von Robert Smith und The Cure beeinflusst zu sein. Die Worte 'Morgen alles anders / Morgen alles neu' verhallen irgendwo im rätselhaften Universum.

Das kurze "Geister" sorgt für einen fast kinderliedhaften Ausklang, doch Riegers verzerrte Stimme könnte auch der bösen Hexe oder gar dem gefallenen Engel Luzifer gehören.

Die Gesamtanmutung von WELT IN KLAMMERN erscheint zunächst nicht sehr stringent, doch je öfter man diese 43 Minuten durchhört, desto schlüssiger passt eines ins andere. Für mich gehört Max Rieger neben dem oben erwähnten Max Gruber zu den interessantesten jungen Hoffnungen für die Zukunft der deutschen Musikszene. Dass sie sich bevorzugt aus dem riesenhaften Fundus der Popgeschichte bedienen, ist dabei kein Hinderungsgrund, denn es kommt auf Ethos, Empathie und Leidenschaft an, und davon haben beide gleich tonnenweise.

PS: Das Vinylalbum klingt leider etwas mulmig und nicht besonders dynamisch, zudem weist es einige deutlich hörbare Kratzer auf. Ein Download-Code ist aber zum Glück beigefügt.


Memory Boy
Memory Boy
Preis: EUR 17,99

4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Spannender Ansatz, nicht so spannende Umsetzung, 24. November 2016
Rezension bezieht sich auf: Memory Boy (Audio CD)
Dass dieses Tonwerk mit Matthias Brandts Erfolgsbuch "Raumpatrouille" korrespondieren soll, ist aus dem wunderbaren, fast identischen Cover-Artwork unschwer zu erkennen. Dessen Geschichten über eine Kindheit im Bonner Kanzlerbungalow als jüngster Sohn von Willy Brandt waren für den 1970 in Braunschweig geborenen Pianisten und Komponisten Jens Thomas 'der Auslöser, die Songs des Memory Boy zu schreiben' und sich 'musikalisch mit der Zeit der Kindheit zu befassen'.

Die CD besteht aus zwölf Titeln zwischen zweieinhalb und fünfeinhalb Minuten Länge, von denen neun jeweils direkt einer bestimmten Geschichte aus Brandts Buch zugeordnet sind. Die Songtexte lassen diese Verbindung durchaus erahnen, könnten aber auch für sich selbst stehen.

Jens Thomas hat alle Nummern komponiert und solo unter Zuhilfenahme von 'acoustic and electronic instruments' offenbar im Heimstudio eingespielt. Und das hört man auch, denn zumeist klingen sie wie bessere Demos, aus denen irgendwann einmal etwas Größeres entstehen könnte. Und es gibt zwei weitere Probleme: a) Thomas singt und kann nicht wirklich singen, b) Thomas singt englisch, und dessen Aussprache liegt ihm nun wirklich überhaupt nicht.

Die Songs selbst sind zumeist eher melancholisch, manchmal geradezu düster. Gelegentlich offenbaren sie dabei durchaus gewisse Reize ("Thank You Major Tom", "Black Hole"), doch häufiger changieren sie kompositorisch und musikalisch eher zwischen 'schleppend' und 'langweilig' bis hin zu 'nervend'.

Nach der Lektüre von Brandts fabelhaftem Buch war ich gespannt auf dessen musikalische Ergänzung, muss jedoch nach mehrmaligem Durchhhören bekennen, dass ich diese Scheibe, deren Ansatz ich durchaus spannend finde, wohl nicht sehr häufig wieder in den Player legen werde.

Wie sagt der norddeutsche Volksmund so treffend: Versuch macht kluch. ;-)


Comeback: Roman
Comeback: Roman
von Alexander Osang
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen Es lebe die Imagination, 22. November 2016
Rezension bezieht sich auf: Comeback: Roman (Taschenbuch)
Alexander Osang, geboren 1962 in Ost-Berlin, ist ein renommierter Journalist und Romancier, der mit dieser Geschichte über eine fiktive Rockband aus der DDR, die im 'neuen Deutschland' nach der Wende immer mal wieder ein Comeback versucht, gleichsam die Quadratur des Kreises zu schaffen versucht. Dies ist nämlich ein Roman über die Deutsche Demokratische Republik ebenso wie über die Bundesrepublik Deutschland, über das hoch komplexe Innenleben einer Musikgruppe ebenso wie über individuelle menschliche Stärken und Schwächen, Liebesfreud und Liebesleid, Gemeinsamkeit und Einsamkeit, Erfolg und Misserfolg.

Daran kann man ehrenvoll scheitern. Doch Osang scheitert nicht, denn dafür ist er einfach zu gut - als Schreiber und als Architekt, bei dem sich scheinbare Einzelstories am Ende zu einem überzeugenden Gesamtbild formen.

Er schreibt wunderbare Sätze. Auch nicht so wunderbare. Aber viele wunderbare. Und er ist ein Meister des vergleichenden Bildes. Eines der häufigsten Wörter in diesem Roman ist daher das Wort 'wie'. Nur ganz selten geht eines seiner Bilder in die Hose, so etwa, wenn er schreibt: 'Er war dünn und hatte dunkle Locken, die ihm in die Stirn fielen wie Marc Bolan'. Sicherlich ist Marc Bolan niemals jemandem in die Stirn gefallen. ;-)

Manchmal, ganz manchmal, macht Osang auch vor Klischees nicht halt, zum Beispiel, wenn er das Aussehen von Mitgliedern der alternden Rockband und der mit ihr alternden Fans beschreibt. So von oben herab, als sei ihnen daraus ein Vorwurf zu machen, und als hätten sie nun nicht mehr das Recht auf ihre Musik und ihren Spaß daran. No way, baby. Schließlich haben sie all das live miterlebt, von dem heute ganze Heerscharen von Nachwuchsbands zehren. Sie sind die 'Generation Rock'. Aber das nur nebenbei.

Wer so eine Geschichte schreibt, schielt ganz sicher nicht auf Millionenverkäufe, sondern für denjenigen ist sie eine Herzensangelegenheit. Und auch wenn die letzten beiden Kapitel ein wenig angepappt wirken, ist "Comeback" ein faszinierendes Buch, ein Pageturner, den ich mit großem Vergnügen in kurzer Zeit verschlungen habe. Allein schon die ausgedachten Song- und Albumtitel der Band 'Steine' und die ebenso frei ersonnennen Songtexte, die gleichwohl eben auch von realen Bands wie Silly oder Pankow hätten stammen können, haben mich wirklich begeistert. Es lebe die Imagination!


Ruins
Ruins
Wird angeboten von Empor
Preis: EUR 10,30

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Vogelwild und Spaß dabei, 20. November 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ruins (Audio CD)
Als das vor zehn Jahren in London gegründete Quartett vor einigen Monaten ihr drittes Album ankündigte, behauptete es auf seiner Homepage: 'Their next LP (...) will reflect their ferociously dynamic live shows with more direct, less ethereal songs, favouring hard and heavy riffs with hailstorms of guitar noise and drum fills.'

Und sie haben tatsächlich Ernst gemacht. Der Lärmfaktor ist gegenüber ihrem eher folkloristisch betonten Zweitling FAIN um einiges gestiegen: verzerrte Gitarren, schräge Soli, waghalsige Breaks, all das findet sich hier in verstärktem Maße.

Doch gemach, das bedeutet nämlich keineswegs, dass die vier Nerds und Naturfreunde ihre zutiefst englisch geprägte Romantik auf irgendeine Lichtung im Sherwood Forest gestellt hätten, um sie von einem dahergelaufenen Wilderer über den Haufen schießen zu lassen. Und obwohl die Musik auf RUINS zum Teil sehr elektrisch ist, scheint in ihr doch stets die Sehnsucht nach einer grünen Landschaft ohne Strommasten zu schweben.

Ohrwürmer finden sich hier nicht direkt, doch Höhepunkte gibt es trotzdem zuhauf. Und betörende Melodien zu erschaffen, gehörte ja schon immer zu den Stärken dieser psychedelischen Metal-Folkrock-Kombo mit Einflüssen von Hendrix und Heep, Sabbath und Zep, Cream, Fairport Convention, Steamhammer, Jethro Tull und - allein schon durch den Gesang von Jack Sharp und diese unvergleichlich dahin wandernde Melodieführung - immer wieder Wishbone Ash.

Kann man, sollte man einzelne Stücke hervorheben? Das herrliche, siebenminütige "Kingfisher" natürlich, welches mit "Kingfisher Reprise" und "Kingfisher Reprise II" sogar noch kurze Fortsetzungen findet. "Night Witch" changiert zwischen Härte und sehnsüchtiger Sanftheit. Im satten Opener "Ninth Night" singt Jack Sharp ausnahmsweise wie ein sehr früher Ian Anderson.

Ach komm, hör' doch uff, ich könnte jetzt fast alle Stücke empfehlen - und vor allem das ganze Album als 46-minütiges Gesamtkunstwerk, das offenbar nach dem Motto 'Vogelwild und Spaß dabei' entstanden ist.

Wie oft wird man als Fan einer der sympathischsten Bands dieses Planeten noch der relativ einsame Rufer in der Wüste sein? Ich bin jedenfalls schon lange Wachs in ihren Händen.


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