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Beiträge von Walter Schmidt
Top-Rezensenten Rang: 739.252
Hilfreiche Bewertungen: 180

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Rezensionen verfasst von
Walter Schmidt "wjhschmidt" (Leipzig)
(REAL NAME)   

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Die Zelle: Rechter Terror in Deutschland
Die Zelle: Rechter Terror in Deutschland
von Christian Fuchs
  Broschiert
Preis: EUR 14,95

3 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Jugend ohne Gott, 29. März 2013
Ich habe dieses Buch v.a. in Vorbereitung auf den Prozess gegen den "Nationalsozialistischen Untergrund" und seine Helfer vor dem OLG Muenchen gelesen und bin, ehrlich gesagt, nicht enttaeuscht worden.
Die Autoren vermitteln eine Art "Innenansicht" der Zwickauer Terrorzelle, eine Sichtweise, welche die zum Verstaendnis des rechten Terrors notwendige Vermittlung der gesellschaftlichen Hintergruende der sog. "Nachwendezeit" auf dem Gebiet der ehemaligen DDR keineswegs ausser Acht laesst.
Aus meiner eigenen Erfahrung als Lehrer Anfang der neunziger Jahre in den damals sog. "neuen" Bundeslaendern kann ich durchaus bestaetigen, dass es v.a. fuer viele Jugendliche aus der ehem. DDR damals eine Art "bleierne" Zeit war, in der ein vertrautes, wenn auch oftmals verhasstes Gesellschaftssystem quasi von heute auf morgen weggebrochen war, ein System, das nicht nur zahllose arbeitslose Eltern sondern auch deren Kinder mehr oder weniger orientierungslos zurueckliess. Man konnte damals durchaus sagen, dass es sich - in Anlehnung an Oedoen von Horvath - um eine "Jugend ohne Gott" handelte, deren fruehere "Vorbilder" weitestgehend verbraucht waren und der eine offene Gesellschaft wie jene der neuen "Bundesrepublik Deutschland" zunaechst einaml v.a. als Bedrohung ihrer materiellen Existenzgrundlage erscheinen musste.
In dieses Vakuum stiessen damals v.a. solche Neonazis wie jene der Zwickauer Terrorzelle, die scheinbar einfache Antworten auf neue gesellschaftliche Phaenomene (wie z.B. das Entstehen einer bis dahin mehr oder weniger unbekannten multikulturellen Gesellschaft)bereitzuhalten schienen.
Hinzu kam, dass die Polizei auf dem Gebiet der ehem. DDR damals nahezu jeglichen Kredit als Ordnungsmacht weitgehend verspielt hatte, was zu einem totalen Autoritaetsverfall beitrug und dem Rechtsextremismus im Osten der Republik zweifellos in erheblichem Masse zugutekam. Darueberhinaus waren Migranten aus der ehem. DDR - wie z.B. Vietnamesen oder auch Schwarzafrikaner aus Angola und Mocambique - von der SED mehr oder weniger in Plattenbauvierteln "ghettoisiert" oder aber als mehr oder weniger skurrile "Exoten" (Stichwort:"Fidschis") mehr oder weniger oeffentlich der Laecherlichkeit preisgegeben worden.
Indem die Zwickauer Terrorzelle um Beate Zschaepe, Uwe Boehnhardt und Uwe Mundlos sich bei ihren brutalen Morden auf eine zumindest im Osten mehr oder weniger stigmatisierte Minderheit i.w. tuerkischstaemmiger Opfer konzentrierte, konnte sie sich einer gewissen klammheimlichen Sympathie zahlreicher Buerger auf dem Gebiet der ehem. DDR durchaus sicher sein.
Vor diesem Hintergrund schildert das Buch v.a. minutioes, mit welcher menschenverachtenden Geisteshaltung, mit welcher perfiden Abgeklaertheit und mit welcher unglaublichen Brutalitaet Boehnhardt und Mundlos bei der Liquidierung ihrer Opfer bundesweit vorgingen, um so die Grundlagen fuer ein in ihren Augen "besseres", d.h. v.a. "ethnisch sauberes" Deutschland zu legen.
Wie schon bei vielen NS-Taetern im "Dritten Reich" wird auch hier am Beispiel der Zwickauer Terrorzelle deutlich, dass es sich bei Boehnhardt, Mundlos, Zschaepe sowie ihren zahlreichen Helfershelfern im Grunde um "ganz normale Maenner" (und Frauen) handelte, die - wenn auch unter zahlreichen falschen Identitaeten - jahrelang ein mehr oder weniger unbehelligtes buergerliches Leben im Rahmen unserer Gesellschaft zu fuehren imstande waren.
Damit laesst das Buch der Journalisten Christaian Fuchs und John Goetz den Leser am Ende mehr oder weniger verstoert und ratlos zurueck, wirft es doch letztendlich Fragen auf, die in ihrer ganzen Tragweite weit ueber den bevorstehenden Prozess gegen Beate Zschaepe und ihre Helfershelfer vor dem OLG Muenchen hinausreichen duerften.


Die Zeit des Schweigens ist vorbei
Die Zeit des Schweigens ist vorbei
von Mandy Kopp
  Gebundene Ausgabe

24 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Bericht über eine gestohlene Kindheit und Jugend, 21. März 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Mandy Kopp schildert in diesem Buch, wie sie 1992 als 16jähriges Mädchen in einer sog. "Mädchen-WG", d.h. genauer gesagt im damaligen Kinderbordell "Jasmin" in Leipzig, von einem brutalen Zuhälter, der sich bester Beziehungen zur Polizei sowie zum juristischen Establishment in Leipzig rühmte, zur Prostitution gezwungen wurde. Der Zuhälter wurde später, d.h. im Jahre 2008, zu 4 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt und ist heute wieder auf freiem Fuß. Gut zwanzig Jahre später steht dafür nun Mandy Kopp als Angeklagte wegen "Verleumdung" zweier ehemaliger Freier, die damals zugleich hochrangige Juristen in Sachsen waren, vor dem Amtsgericht in Dresden. Der Prozeß mußte im November 2012 nach einer erneuten Konfrontation mit ihrem ehemaligen Zuhälter vor Gericht wegen vorübergehender Verhandlungsunfähigkeit der Angeklagten unterbrochen werden.
Wer dieses Buch in die Hand nimmt, wird es vermutlich nicht so schnell wieder aus der Hand legen und vielleicht sogar in einem Zug von vorn bis hinten durchlesen. Es ist spannend und erschütternd zugleich. Trotzdem ist es keineswegs in einem weinerlichen Ton des Selbstmitleids verfaßt.
Mandy Kopp geht es mit ihrem Buch in erster Linie um Aufklärung und Gerechtigkeit sowie um die Bewältigung ihres eigenen Kindheitstraumas. Sie will bis heute zurecht nicht akzeptieren, daß sie von ehemaligen Freiern in der Öffentlichkeit als "Prostituierte" bezeichnet wird und schildert deshalb in aller schonungslosen Offenheit, was ihr von ihrem früheren Zuhälter physisch und psychisch an Leid zugefügt wurde und weshalb sie bis zum heutigen Tage noch immer mit den Spätfolgen ihrer damaligen Mißhandlungen als Zwangsprostituierte zu kämpfen hat.
Es bleibt zu wünschen, daß dieser Lebensbericht von Mandy Kopp möglichst viele interessierte LeserInnen finden möge und daß die noch immer vorhandenen sog. "schwarzen Flecken" des sog. "Sachsensumpfes" in Zukunft zumindest teilweise aufgehellt werden können.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 15, 2013 7:23 PM MEST


Isch geh Schulhof: Unerhörtes aus dem Alltag eines Grundschullehrers
Isch geh Schulhof: Unerhörtes aus dem Alltag eines Grundschullehrers
von Philipp Möller
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

34 von 55 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Ditte war nüscht, Herr Mülla!, 9. Januar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Das Buch berichtet über mehr oder weniger hilflose Versuche des Autors, der als sog. "Quereinsteiger" gerade mal erst Referendar an einer Grundschule in Berlin geworden ist, seiner Rolle als Lehrer im Schulalltag so weit wie möglich gerecht zu werden. Das, was dabei an Humor abfällt, kann man getrost unter der Rubrik "Galgenhumor" abtun.
Was macht ein offenkundig unfähiger Lehrer?
Richtig, er mobbt seine Kollegen, schwärzt sie bei der Schulleitung an, bis er selbst in die erweiterte Schulleitung kooptiert wird und verabschiedet sich dann so schnell wie nur möglich aus dem konkreten Schulalltag, um stattdessen lieber das hohe Lied der Reformpädagogik möglichst fernab von jedweder Praxis zu singen und noch dazu die Giordano-Bruno-Stiftung in Fragen von Ethik und Religion zu beraten.
Wer Humor in der Schule sucht, der lese Stephan Serin, Frau Freitag oder Frl. Krise. Wer einen pädagogischen Ratgeber sucht, der informiere sich über das Programm des Beltz-Verlages.
Ditte war nüscht, Herr Mülla!


Live in Berlin
Live in Berlin

5.0 von 5 Sternen Wunderbare Aufnahme eines Live-Konzerts von Avitall Gerstetter, 6. Dezember 2012
Rezension bezieht sich auf: Live in Berlin (MP3-Download)
Wunderbare Aufnahme eines Live-Konzerts der Kantorin der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Avitall Gerstetter, der ersten jüdischen Kantorin hierzulande nach der Shoah überhaupt. Das Spektrum der Titel reicht von der Liturgie über das jiddische Lied bis hin zu mehr oder weniger populären Liedern aus Israel. Wer nicht die Gelegenheit hat, die wundervolle Sopranstimme von Avitall Gerstetter wirklich live zu erleben, hier wird man bestens entschädigt.


Vergesst Auschwitz!: Der deutsche Erinnerungswahn und die Endlösung der Israel-Frage
Vergesst Auschwitz!: Der deutsche Erinnerungswahn und die Endlösung der Israel-Frage
von Henryk M. Broder
  Gebundene Ausgabe

6 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nichts wirklich Neues unter der Sonne!, 24. März 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Der neueste Titel von Henryk M. Broder "Vergesst Auschwitz!" ist im Grunde lediglich eine Aktualisierung seiner Thesen aus "Der Ewige Antisemit" von 1986.
Demnach ist der "gute alte Antisemitismus" nach Auschwitz definitiv obsolet geworden und von einem "neuen Antisemitismus" abgelöst worden, bei dem Israel als "der kollektive Jude" unter den Nationen das alte antisemitische Feindbild des angeblich "parasitären, volkszersetzenden Juden" ersetzt hat.
Die Erinnerung an Auschwitz ist für Henryk M. Broder nicht nur zu einem leeren Ritual des Gedenkens an all die liebgewonnenen "toten Juden" verkommen, sie dient sogar dazu, die Gefahr eines neuen Holocausts - ausgehend von dem iranischen Atomprogramm der Mullahs in Teheran - zu verharmlosen und über eine sog. "Endlösung der Israelfrage" das Geschäft der Nationalsozialisten zu vollenden.
Auf die Idee, daß gerade die Erinnerung an Auschwitz auch zur Einsicht eines "Nie wieder!" und damit zu einem konsequenten Widerstand gegen einen nuklear aufgerüsteten Iran führen kann, kommt der Autor leider nicht. Dies liegt vermutlich daran, daß Broder als konsequent agnostischem Juden die Einsicht des Talmud "Das Vergessenwollen verlängert das Exil und das Geheimnis der Erlösung heißt Erinnerung!" in ihrer umfassenden Bedeutung offenbar verschlossen bleiben muß.
So bleibt nach der Lektüre des Buches - außer ein paar durchaus gelungenen polemischen Spitzen gegen die in der Tat oftmals nur schwer erträglichen Profis der sog. deutschen "Erinnerungskultur" nichts als der doch eher schale Eindruck eines Neuaufgusses altbekannter Thesen und Artikel des Autors, die man bereits als langjähriger Leser seiner Website "Die Achse des Guten" zur Genüge kennt.
Schade eigentlich!
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 27, 2012 2:47 PM MEST


Sündenfall: Wie die Reformschule ihre Ideale missbrauchte
Sündenfall: Wie die Reformschule ihre Ideale missbrauchte
von Christian Füller
  Gebundene Ausgabe

6 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Reformpädophilie, 2. Februar 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Nach diesem Buch von Christian Füller dürfte es den bedingungslosen Anhängern der sog. "Reformpädagogik" schwer fallen, selbst deren scheinbar positiven Impetus einer "Erziehung vom Kind aus" zu bewahren bzw. auch weiterhin verteidigen zu wollen, zeigt der Autor der linksalternativen "taz" (!) doch mit aller gebotenen Klarheit auf, wie im Zusammenspiel von institutionellen Rahmenbedingungen und pädagogischer Theorie an der Odenwaldschule unter deren Schulleiter Gerold Becker ein Ort der pädagogischen Verwahrlosung und ein System der organisierten Verantwortungslosigkeit entstanden, von denen Anhänger der "Reformpädagogik" oder sollte man jetzt besser sagen "Reformpädophilie" z.T. sogar heute noch geradezu "schwärmen" bzw. von dessen "leuchtendem Vorbild" sich die mittlerweile in die Jahre gekommenen "fellow travellers" der "Reformpädagogik" z.T. noch heute bei ihrem permanenten Versuch "Schule neu zu denken" in geradezu erschreckender Weise "inspirieren" lassen.


Schulfrust: 10 Dinge, die ich an der Schule hasse
Schulfrust: 10 Dinge, die ich an der Schule hasse
von Viviane Cismak
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

16 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Anklage und Selbstkritik, 14. Januar 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich gestehe vorab, daß ich persönlich als Lehrer diese Schülerin nicht wirklich gerne selbst hätte unterrichten mögen, denn aus eigener Erfahrung kenne ich wohl genügend ihrer AltersgenossInnen, die versuchen, mit minimalem Aufwand ohne wirklich eigene Motivation, Anstrengung, Selbstkritik oder gar Selbstironie durch die Schulzeit zu kommen, persönliche Lern- und Motivationsdefizite schlichtweg zu leugnen und die Schuld für das eigene schulische Desinteresse bzw. Versagen allein den Lehrern, dem Schulsystem an sich oder aber dem sog. Bildungsföderalismus zuzuschreiben.
Ich denke auch, daß es letztlich wenig bringt, eine Lösung der von der Autorin durchaus zu Recht beschriebenen Probleme vorrangig in Konfrontation mit Lehrern, Schulleitern, Schulbehörden oder Kultusministerien anzustreben, denn eine solche Strategie ist m.E. von vornherein zum Scheitern verurteilt.
Allerdings muß ich nach der Lektüre ihres Buches "Schulfrust" feststellen, daß die Autorin zentrale Probleme unseres heutigen Schulsystems - zugegebenermaßen aus der sehr persönlichen, subjektiven Sicht einer Abiturientin - m.E. durchaus zutreffend charakterisiert.
Leistung lohnt sich nicht, das stimmt durchaus, und zwar nicht für Schüler sondern auch für Lehrer, denn sie werden i.d.R. nicht nach Leistung bezahlt, sondern v.a. nach ihrem Status als Beamte oder Angestellte und dies mit z.T. gravierenden Unterschieden, die m.E. durch nichts zu rechtfertigen sind.
Eine Ganztagsschule ist nur dann wirklich gut und sinnvoll, wenn sie nicht zur "Aufbewahrungsstätte" verkommt, sondern gerade im Nachmittagsunterricht sinnvolle und differenzierte Förderangebote für alle Schüler bereitstellt.
Der Eindruck, daß gerade mündliche Zensuren oft von Sympathie oder Antipathie abhängig sind, sollte zu denken geben und zu einer größtmöglichen Transparenz der Notengebung führen.
Und daß gerade Beratungslehrer und Koordinatoren besonders kompetent in der Schullaufbahnberatung sein sollten, versteht sich m.E. eigentlich von selbst, um so schlimmer, wenn es im Einzelfall dann doch offensichtlich nicht immer so sein mag.
Auch Schülermobbing, hier v.a. am Beispiel von Sexismus oder Diskriminierung vonseiten muslimischer Migranten in Berlin-Kreuzberg problematisiert, halte ich für ein wichtiges oft vernachlässigtes Thema heutigen "Schulfrusts".
Allerdings gibt es auch genügend positive Gegenbeispiele, die zeigen, daß gerade SchülerInnen mit Migrationshintergrund, wenn sie sich denn besonders anstrengen und auch die zweifellos notwendige Förderung erhalten, durchaus gute bis sehr gute Leistungen im Abitur zu erzielen in der Lage sind, ja teilweise sogar besser abschneiden, als ihre deutschen MitschülerInnen.
So bleibt für mich nach der Lektüre des Buches die Erkenntnis, daß nur wenn Schüler, Eltern und Lehrer gemeinsam wirklich bereit sind, ausgehend von eigenen Defiziten, Fehlern und Unzulänglichkeiten selbstkritisch und zugleich konstruktiv zu einer Verbesserung der Situation beizutragen, eine solche tatsächlich gelingen könnte.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 3, 2012 10:30 PM CET


Die Bildungsfeinde
Die Bildungsfeinde
von Gottfried Böhme
  Broschiert

4.0 von 5 Sternen Bildungsfeinde im Freistaat Sachsen, 16. November 2010
Rezension bezieht sich auf: Die Bildungsfeinde (Broschiert)
Die Bildungsfeinde, sie sitzen überall, in den Schulen, den Schulbehörden, den Schulbuchverlagen und natürlich in den Kultusministerien.
Einige von ihnen hat der Autor im Laufe der Jahre in Sachsen kennenlernen dürfen.
Sie wollen zwar, dass ihr Land die Nummer 1 bei PISA bleibt.
Doch sie verachten die vertiefte Beschäftigung mit Bildungsinhalten, die über den Lehrplan hinaus nicht nur Wissen sondern auch Werthaltungen vermitteln.
So kommt am Ende eine Art "Bulimieabitur" dabei heraus, das eine doch recht seltsame Mischung aus nutzlosem Wissen und zweifelhafter Methodenkompetenz darstellt.
Ob Schüler damit wirklich auf ein selbstbestimmtes Leben in einer demokratischen Gesellschaft vorbereitet werden, das ist hier die Frage.
Jedem, der noch an der Diskussion über etwaige Bildungsinhalte des deutschen Gymnasiums interessiert sein sollte, sei dieses Buch wärmstens empfohlen.
Und mittlerweile ist ja auch der einstmals durchaus stolze Preis kein wirkliches Hindernis mehr.


Entweder Broder - Die Deutschland-Safari
Entweder Broder - Die Deutschland-Safari
von Henryk M. Broder
  Broschiert

33 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Borat auf Deutsch, 8. November 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Borat auf Deutsch!
Nach diesem Prinzip funktioniert das, was Henryk M. Broder und Hamed Abdel-Samad im Rahmen ihrer fünfteiligen Deutschlandsafari unternehmen.
Sie befragen u.a. Arier und Vegetarier, Neonazis und Stasileute, und diese plaudern sodann aus dem Nähkästchen, beschweren sich, ähnlich wie einst die Juden verfolgt zu werden, ohne Holocaust, versteht sich, oder sie vergleichen den Wagemut von S-Bahn-Surfern mit dem Todesmut von DDR-Flüchtlingen, die zumeist vergeblich versuchten, die Mauer und die Grenzanlagen zu überwinden.
Das Ganze ist sehr amüsant und politisch garantiert inkorrekt.
Und das jüdisch-muslimische Dreamteam Broder/Abdel-Samad wird ergänzt durch Broders Foxterrierhündin Wilma sowie etliche Devotionalien und Stofftiere, die Kurt, den alten Volvo, schmücken, mit dem das Trio infernale von Allah bis Adolf durch ganz Deutschland tourt.
Bleibt zu hoffen, daß die insgesamt fünf Folgen in der ARD am späten Sonntagabend sowie das Begleitbuch nicht das letzte Wort der zwei Beutedeutschen mit Hund bleiben werden!


Föhn mich nicht zu. Aus den Niederungen deutscher Klassenzimmer
Föhn mich nicht zu. Aus den Niederungen deutscher Klassenzimmer
von Stephan Serin
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Echt cool, Alder!, 12. Oktober 2010
Mit wohltuender Ironie und Selbstironie erzählt der Autor von seinen Erfahrungen als Referendar in Berlin mit den alltäglichen "Niederungen deutscher Klassenzimmer", mit Schülern, die "keinen Bock" auf Unterricht haben, sondern sich stattdessen lieber mit dem Lehrer im "Armdrücken" erproben möchten, von Lehrern, die nicht verstehen können, warum eine Schülerin "not amused" ist, wenn man sie während des Unterrichts direkt und unverblümt auf ihre "Neurodermitis" anspricht, von dem "Polen" Karol, der von seinen türkischen und arabischen Mitschülern scheinbar zu Unrecht eines Diebstahls verdächtigt wird und es dann doch war, von Schulleitern, die unbequeme Entscheidungen lieber an Referendare delegieren, von Hauptseminarleitern, die mit ihren Referendaren fiese und hinterhältige "Psychospielchen" veranstalten, kurz gesagt von der oftmals schizophrenen Situation eines angehenden Lehrers, von dem einerseits erwartet wird, daß er Autorität gegenüber seinen Schülern zeigt, der jedoch andererseits von seinen Ausbildern oft selbst wie ein dummer Schüler behandelt wird.
Nach der Lektüre dieses Buches vermag es kaum zu verwundern, daß immer mehr Lehrer hierzulande an dem sog. "Burn-Out-Syndrom" erkranken, zumal sie in der Regel bei Konflikten mit Schülern und Eltern von ihren Vorgesetzten oft allein gelassen werden.


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