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Rezensionen verfasst von
deep read

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Nächster Halt: Steppe (DuMont Reiseabenteuer): 10.000 Kilometer durch Kasachstan und China
Nächster Halt: Steppe (DuMont Reiseabenteuer): 10.000 Kilometer durch Kasachstan und China
von Stephanie Karraß
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,99

5.0 von 5 Sternen Wenn alles anders kommt, als man denkt, 2. Januar 2017
Nach Kalifornien, Island oder Thailand kann jeder. Aber hat irgendjemand Kasachstan als Reiseland auf dem Schirm? Eben. Genau das hat die zwei Autorinnen gereizt. Außerdem wollte die Reisejournalistin Chris Tomas schon immer die Wüste Gobi sehen. Und wenn man dann schonmal so weit gekommen ist, kann man ja auch gleich noch bis Peking reisen, wo Stephanie Karrass ein Jahr lang beim Auslandsradio gearbeitet hat. Zehntausend Kilometer legen die beiden nur mit Bus und Bahn zurück.

Doch als sie zu Beginn ihres Abenteuers in Astana, der kasachischen Hauptstadt, aus dem Flieger steigen, erleben sie erstmal eine Überraschung: Statt Steppe, ein glitzerndes Las Vegas von gigantischem Ausmaß. Sie erleben einen jungen Staat in Aufbruchstimmung, der danach strebt, alles aufzuholen, was während Sowjetzeiten nicht möglich war. Es wird tatsächlich eine Weile dauern, bis sie zum ersten Mal den Zauber der grenzenlosen Steppe erleben und es wird wider Erwarten bei einem kurzen Busstopp im Nirgendwo sein. Überhaupt läuft nicht alles so wie sich die Freundinnen das vorgestellt hatten. Die Gastfreundschaft der Menschen ist überwältigend, aber manchmal auch erdrückend. Was? Ihr wollt die Gegend auf eigene Faust erkunden? Kommt nicht in Frage! Wir kommen mit und organisieren auch gleich alles für euch!

Und dann der größte Trugschluss: Dass es einen fließenden Übergang von einem Land ins andere geben würde. Doch wie sich herausstellt, könnten Kasachstan und China nicht unterschiedlicher sein. „Wir sind erst zwei Tage in diesem Land und schon vermisse ich Kasachstans Schlaglöcher in den Straßen, das Unvollkommene, die Offenheit für jede Entwicklung. China, so scheint mir, hat einen Plan, dem alle zu folgen haben.“ Die Tour entwickelt sich zur unfreiwilligen Kaffeefahrt – vor dem chinesischen Massentourismus scheint es kein Entkommen zu geben. Da möchte man nicht unbedingt selbst dabei sein, es liest sich jedoch sehr unterhaltsam. Und gerade dieser Kontrast beider Länder ist dann sehr spannend zu erfahren.

Ein sehr ehrlicher Reisebericht, mit amüsanten, turbulenten und manchmal auch sehr bewegenden Momenten. Besonders die geübte Rucksacktouristinnin Chris Tomas findet zum Teil sehr poetische Worte, um ihre Emotionen zum Ausdruck zu bringen: "Was übrig bleibt, ist in mir. Meine Geschichte. Meine Wurzeln, mein Leben, die Menschen in meinem Herzen. Sie alle sind plötzlich da. Vielleicht fühlt sich, eines fernen Tages, so das Ende an. Nur dass heute noch nicht das Ende ist."


An guten Tagen siehst du den Norden (DuMont Reiseabenteuer): Südkorea zwischen Geistern und Glasfassaden
An guten Tagen siehst du den Norden (DuMont Reiseabenteuer): Südkorea zwischen Geistern und Glasfassaden
von Sören Kittel
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Same same but different, 1. Januar 2017
Ich war nur einmal in meinem Leben für sehr kurze Zeit in Seoul. Aber diese kurze Zeit sollte eine prägende Erfahrung werden, die mich bis heute nicht los lässt. Ein seltsames Gefühl von gleichzeitiger Vertrautheit und Fremdheit. Denn es ist so: Wenn man in dieser Metropole ankommt, denkt man zunächst einmal wie ähnlich alles zu Europa ist. Das Klima, die Architektur, die Mode ... und dann schleichen sich immer mehr kleine Irritationen ein, bis man sich wie ein Alien auf einem fremden Planeten fühlt. Ich meine nicht nur die Sprache, sondern Irritationen, die so subtil sind, das man sie kaum benennen kann z.B. wie emotionslos die Menschen in der U-Bahn wirken.

Deshalb war die Lektüre von Sören Kittels Reisereportage ein einziges großes Aha-Erlebnis für mich. Der freie Journalist und Südostasienwissenschaftler zog 2014 nach Seoul. Von hier aus bereiste er das ganze Land und seine Inseln, Denkmäler, Kultstätten und Attraktionen. Er übernachtet in Love Motels, lernt von einer Tempelkatze, was es heißt, im Moment zu leben, erfährt vom grausigen Amoklauf eines Dorfpolizisten, ergründet die Seele des koreanischen Films oder besucht eine Schule, in der die Schüler das Rentenalter bereits weit überschritten haben. Und stets fragt er die Menschen, denen er begegnet: Was ist Han für dich? Han, das hat er an seinem zweiten Abend in Seoul gelernt, ist ein Gefühl, das nur Koreaner kennen. Eine "Form von universeller Traurigkeit" wie bei "einem Knoten, der sich niemals lösen wird" -- oder vielleicht auch wie die Hoffnung auf eine Wiedervereinigung mit Nordkorea, das man an guten Tagen von der Küste aus sehen kann, scheinbar nah und doch so fern.

Das Buch bringt einem auf erhellende, gut recherchierte (da selbst erlebte) Art und Weise Land und Leute näher. Für meinen Geschmack ist es sogar etwas zu ausführlich geraten und erschlägt einen manchmal mit Informationen, insbesondere zur Geschichte und Politik, die man bereits beim Lesen wieder vergisst. Hier scheint es als wolle der Autor sein angestautes Wissen, das er in seinen Artikeln für den Tagesspiegel, die Welt, FAS u.a. nicht los werden konnte, noch einmal unterbringen wollen - vielleicht auch nur, um Seiten zu füllen. Überhaupt nervt der standardisierte Zeitungsstil nach Journalistenlehrbuch manchmal ein wenig. Das tut der Faszination an dem, worüber er schreibt, jedoch keinen Abbruch.


Toiletten: Eine Reise zu den Stillen Örtchen dieser Welt (Lonely Planet Reisebildbände)
Toiletten: Eine Reise zu den Stillen Örtchen dieser Welt (Lonely Planet Reisebildbände)
von Lonely Planet
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

5.0 von 5 Sternen Mehr als nur Klolektüre, 30. Dezember 2016
Schon klar: Dieser Lonely Plant-Band ist aufgrund seiner Kurzweiligkeit perfekt, um auf der Toilette gelesen zu werden. Aber eigentlich viel zu schade, um auf dem stillen Örtchen zu verschwinden! Denn wer hätte gedacht, dass Sanitäranlagen so unglaublich fotogen sein können! Man kommt aus dem Staunen gar nicht mehr heraus, an welchen entlegensten Orten der Welt man überall noch ein WC findet - ob in der Wüste, auf Gletschern oder mitten im Wald.

Neben spektakulären Aussichten in die Natur bieten die hier versammelten Toiletten auch viel Kunst, Historie oder Hightech - als Frau werde ich zum Beispiel ganz neidisch auf die männlichen Besucher des japanischen Vergnügungsparks Joypolis, die selbst auf dem Herrenpissoir noch "zu einem Spiel gegen ihre Nachbarn antreten und sich in Zielgenauigkit oder Strahlstärke messen" können. Überhaupt muss ich die Bildbeschreibungen loben, die mit Verve und diskreten Umschreibungen formuliert sind, ohne unter die Gürtellinie zu gehen. Kleine Kostprobe: "Die Thar oder auch Große Indische Wüste zieht sich entlang der Grenze zwischen Indien und Pakistan - eine unglaublich trockene, unfruchtbare Gegend, die nur darauf wartet, bewässert zu werden".

Wer sich selbst vor Ort ein Bild machen möchte, der findet außerdem zu jeder Toilette die präzisen geographischen Koordinaten sowie eine Standortkarte. Der Anspruch, nicht nur schöne Fotos zu präsentieren, sondern auch Reiseempfehlung abzugeben, scheint also durchaus ernst gemeint. Wirklich ein "Außen pfui, innen hui"-Buch!


Durch Mauern gehen: Autobiografie
Durch Mauern gehen: Autobiografie
von Marina Abramović
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 28,00

24 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Guter Überblick über Abramovićs Werdegang und Oeuvre - von der Meisterin selbst, 30. November 2016
Im Jahr 2010 strömten tausende Besucher ins MoMA, um einer Frau dabei zuzusehen, wie sie einfach nur auf einem Stuhl saß. Diese Frau war Marina Abramović. Ihre Performance "The Artist is present", in der sie nichts anderes tat, als acht Stunden täglich da zu sitzen und die Menschen anzuschauen, war der absolute Höhepunkt ihrer Künstlerkarriere. Aber wer ist die Frau, die sich selbst im Museum ausstellt? Die sich Pentagramme in die Bauchdecke ritzt und 90 Tage über die Chinesische Mauer wanderte? In ihren Memoiren macht sich die Künstlerin genauso nackig wie auf der Bühne und bleibt doch unergründlich.

Im selben Jahr, in dem "The Artist is present" weltweit Schlagzeilen macht, reist Abramović in den brasilianischen Dschungel, um ein Schamanen-Paar aufzusuchen, das sie von ihrem gebrochenen Herzen heilen soll. Ihr Ehemann, der Bildhauer Paolo Canevari, hatte sie für eine Sexualanthropologin verlassen. Die Schamanenfrau sagt etwas Erstaunliches zu Abramović: „Du bist von einer weit entfernten Galaxie auf die Erde gekommen, um eine ganz bestimmte Aufgabe zu erfüllen.“ Und auch wenn sie sich in ihrer Autobiografie höchste Mühe gibt, sich menschlich und nahbar zu geben, wird man das Gefühl nicht los, die Schamanin könnte am Ende recht haben. Denn wenn man Abramovićs übergroßes Leben komprimiert auf 474 Seiten liest, dann glaubt man wirklich nicht, dass sie von dieser Welt ist. Das hat auch damit zu tun, was laut Schamanin ihre Aufgabe auf diesem Planeten sei: „anderen Menschen beim Überwinden ihrer Schmerzen zu helfen.“

In ihrer Kunst setzt sich Abramović nämlich Schmerzen aus, die andere als unmenschlich bezeichnen würden. Ihren ersten Erfolg feiert sie 1973 mit ihrer Performance Rhythm 10, die auf einem Trinkspiel beruht, bei dem man sich mit einem Messer möglichst schnell zwischen die Finger sticht. Natürlich trifft man nicht immer, sodass das Ganze zur blutigen Angelegenheit wird. Doch statt Schmerzen spürt die junge Frau nach einer gewissen Zeit nur noch eins: „die totale Freiheit“. Der Schmerz ist wie eine Wand, die sie durchbricht, dahinter: keine Schmerzen. Ein neuer Bewusstseinszustand. Von da an testet sie ihre Grenzen immer weiter aus. In ihren Performances reißt sie sich die Haare büschelweise mit einer Drahtbürste vom Kopf, peitscht sich aus und verliert einmal fast das Leben, als sie sich in einen brennenden Holzstern legt.

In ihrem Buch berichtet Abramović von diesen extremen Aktionen in nüchternem, fast neutralem Ton, der wahrscheinlich jeden Voyeurismus ausmerzen soll. Es geht ihr – auch wenn sich dem Publikum schon allein beim Zusehen die Fußnägel aufrollen – nicht darum, den Schmerz zu spüren, sondern eben nicht mehr zu spüren, ihn zu überwinden. Das lernt sie bereits in ihrer Kindheit. Sie wächst in Jugoslawien als Tochter von ehemaligen Partisanenkämpfern und Kriegshelden auf, die unter Titos Herrschaft hohe Ämter bekleiden.„Wahre Kommunisten“, so lernt sie, „waren bereit, >durch Mauern zu gehen<, jedes Hindernis zu überwinden – sie waren willensstark wie die Spartaner.“ Die Mutter erzieht die kleine Marina wie eine solche Spartanerin, mit Disziplin und Härte. Man erwartet von ihr, dass sie jegliche körperlichen Züchtigungen stumm hinnimmt. Später stellt die erwachsene Marina mit ihrem Durchhaltevermögen und ihrer Zähigkeit jeden in den Schatten, auch den Künstler Ulay, mit dem sie zwölf Jahre zusammen lebt und arbeitet, bevor es zum Bruch zwischen ihnen kommt. Auch die Trennung wurde als große Performance begangen. Ursprünglich wollten die beiden von verschiedenen Enden der Chinesischen Mauer aufeinander zulaufen und in der Mitte heiraten. Stattdessen wurde ihr Wiedersehen nach 90 Tagen Marsch ein Abschied, medienwirksam inszeniert. Die Verbitterung darüber scheint bis heute echt.

Natürlich ist Abramović eine Künstlerin, die es gewohnt ist, sich öffentlich auszustellen. Das macht sie auch in ihren Memoiren routiniert. Dennoch tut dies der Faszination an ihrer Person keinen Abbruch. Eher im Gegenteil. Marina Abramović ist und bleibt ein Phänomen, das nur schwer zu fassen ist, auch wenn sie noch so viel Privates von sich preisgibt. Genau das macht sie zu einem Star. Sie selbst sagt, es gäbe nicht nur eine, sondern drei Marinas: die Kriegerin, die Spirituelle und die Jammertante. Doch wahrscheinlich sind es noch viel mehr. Auch die Marina, die diese Memoiren aufgeschrieben hat, ist vielleicht nur eine Art Rolle. Zwar teilt sie sehr viele persönliche Momente mit dem Leser, wirklich intim wird es aber nie. Wer sich jedoch einen Überblick über Abramovićs Werdegang und Oeuvre – kuratiert von der Meisterin selbst – verschaffen möchte, ohne sich durch alle Interviews und Dokus der letzten Dekaden zu wühlen, der spart durch die Lektüre dieses Buches sehr viel Zeit und wird während des Lesens immer wieder ungläubig staunen über dieses Leben in Extremen, das seines gleichen sucht – und vielleicht im allerbesten Fall auch mal wieder Lust auf experimentelle Kunst bekommen.


Das Unglück anderer Leute
Das Unglück anderer Leute
von Nele Pollatschek
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,99

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Fresh, kreativ, unorthodox - sehr lesenswert!, 20. November 2016
Neben der Doktorarbeit noch einen Roman schreiben? Klingt erst einmal ekelerregend streberhaft und nicht ganz geheuer. Lässt sich aber zumindest ansatzweise erklären, wenn man weiß, dass die Romanheldin genau wie die Autorin in Oxford Literatur studiert und nichts lieber tut als über Kurt Vonnegut und sein chrono-synklastisches Infundibulum zu sinnieren. Geschickte Zweitverwertung nennt man das wohl. Ansonsten kann man für Nele Pollatschek nur hoffen, dass die Parallelen zu Thene, der Ich-Erzählerin ihres Debüts, damit erschöpft sind. Denn Thene ist mit einer schrecklich-netten Patchwork-Familie gestraft, deren „Meschuggesein“ einem alles verschlingenden schwarzen Loch gleicht.

Erstaunlich, dass ein Roman, in dem so scheinbar akademisch schlau daher geredet wird, gleichzeitig so federleicht sein kann. Noch erstaunlicher, dass eine Geschichte, die von einem wirklich tragischen Tod handelt, sich so amüsant liest. Das Problem ist nur, dass man nicht zu viel vom Inhalt verraten darf, weil man sonst alle Pointen bereits vorwegnimmt. Und das wäre jammerschade, denn dieses Debüt lohnt sich zu lesen! Es ist fresh, kreativ, unorthodox und daher am ehesten mit Antonia Baums ebenso furchtloser Familien-Dramedy „Ich wuchs auf einem Schrottplatz auf, wo ich lernte, mich von Radkappen und Stoßstangen zu ernähren“ zu vergleichen. Nur, dass es hier nicht ein One-Man-Show-Vater ist, der alles und jeden auf Trab hält, sondern eine One-Woman-Show-Mutter.

Diese Mutter heißt Astrid und das Ausmaß ihres Egos wird direkt zu Anfang klar. Da sitzen Thene, ihre Oma und der Vater im Nachtflieger nach England, um am nächsten Tag Thenes Abschlussfeier in Oxford zu begehen. Vorher müssen sie Astrid aber noch von einem ganz anderen Flughafen einsammeln. Die Mutter hat sich zwar mehr oder weniger selbst zu der Feierlichkeit eingeladen, dennoch besteht sie darauf, persönlich aus Heathrow abgeholt zu werden. Obwohl sie mit dem Bus viel schneller in Oxford wäre. Trotzdem springen alle, „weil man mit deiner Mutter nicht diskutieren kann!“ so die ergebenen Worte von Thenes Vater über seine Ex-Frau.

Vor allem Thene fällt es jedoch schwer, Astrids Allüren einfach hinzunehmen. Wie auch? Auf ihrem Reportage-Blog setzt sich die Mutter für alles und jeden ein, nur für die Bedürfnisse ihrer eigenen Tochter fehlt ihr jedes Mitleid. Als Thene noch zu Hause wohnt, lebt sechs Monate lang ein übergewichtiger Arbeitsloser auf der Couch, der einen Bauchspeicheldrüsenkrebs vortäuscht, und als sie volljährig wird, überredet die Mutter sie beinahe dazu, einen kleinkriminellen, illegalen Einwanderer zu heiraten.

Aber auch der Rest der Familie ist nicht gerade das, was man unter „normal“ versteht: Der Vater war mal fünf Jahre lang verschwunden, die jüdisch-ostdeutsche Oma pflegt die freie Körperkultur, während die andere Oma sich schizophren gesoffen hat und das ist nur ein Teilausschnitt … was Eli, Thenes Bruder, zu der durchaus ernst gemeinten Frage verleitet: »Warum sind eigentlich alle in unserer Familie bekloppt?« Dennoch ist es keine überdrehte Freakshow, die Nele Pollatschek hier aufführt. Die Figuren wirken nicht stereotyp, auch wenn sie extrem gezeichnet sind. In dieser Extremheit polarisieren sie, vor allem Astrid: Für ihre Familie ist sie eine Rabenmutter, für alle anderen, denen sie mit Geld, Zeit oder falschen Papieren hilft, Mutter Theresa.

Wo wir wieder beim „chronosynklastischen Infundibulum“ wären, einem Ort, an dem alle Wahrheitsansprüche gleichzeitig gelten, und bei den durchaus tiefgründigen intellektuellen Kernfragen dieses Romans: Ist die eigene Familie immer die Beste aller Versionen dieser Familie? Hat man als Kind den Anspruch, von seinen Eltern mehr geliebt zu werden als alle anderen Menschen? Ein wenig schade, dass diese Fragen im Roman hinter Literaturwissen versteckt werden und nicht ganz zum Kern vordringen. Dennoch geht das Buch thematisch weit über einen rabenschwarzen Familienklamauk hinaus. Das ziemlich mit Bedeutung aufgeladene Ende, das einem abrupten Hammerschlag gleicht, wird deshalb sicher nicht jedem gefallen, aber zumindest wird bei jedem Leser eine andere heftige Reaktion auslösen.


Straus Park: Roman
Straus Park: Roman
von P. B. Gronda
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,99

5.0 von 5 Sternen Brillant durchdacht, 20. November 2016
Rezension bezieht sich auf: Straus Park: Roman (Gebundene Ausgabe)
Der Straus Park gehört zu den piekfeinen Adressen von Upper Manhattan NY, die sich nicht jeder leisten kann. Hier lebt Amos Grossmann allein in einer Wohnung, die seinen verstorbenen Eltern gehörte und die mehr einem Kunstmuseum gleicht. Die Grossmanns waren millionenschwere Kunsthändler, die bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen sind. Weshalb Amos sich auch als „reicher Erbe wie Bruce Wayne nur ohne das Batmansuperheldengetue“ bezeichnet, wobei reicher, gelangweilter Schnösel wohl die passendere Bezeichnung wäre. Amos lässt sich ziellos treiben, von Frau zu Frau, denn Beziehungen sind sein einziger Zeitvertreib. Dabei ist er mehr an dem Zustand des Verliebtseins als an wahrer Liebe interessiert. Bis er Julie kennenlernt. Die Studentin schreibt eine Forschungsarbeit über Kunstwerke, die ihren Weg aus Europa in die USA gefunden haben – eben wie die Gemälde, die in der Wohnung der Grossmanns am Straus Park hängen. Die zwei kommen sich schnell näher, doch Julie verbirgt etwas vor Amos, das ihre Verbindung unmöglich macht. „Straus Park“ besticht durch eine brillant durchdachte Dramaturgie, sodass man das Buch bis zu seinem bittersüßen Ende kaum aus der Hand legen kann. Vor allem hat dieser Roman aber Klasse und Stil – Grondas Sprache ist voll kühlem Witz und elegantem Sexappeal.


Die Konsequenzen: Roman
Die Konsequenzen: Roman
von Niña Weijers
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,00

5.0 von 5 Sternen Vielschichtiger Kunstroman, der alle Grenzen des Genres sprengt, 20. November 2016
Rezension bezieht sich auf: Die Konsequenzen: Roman (Gebundene Ausgabe)
Es gibt diese Romane, die immer besser werden, je länger man sie liest. Das Debüt von Niña Weijers ist so ein Roman. Im Prolog wagt sich die junge Künstlerin Minnie Panis auf einen zugefrorenem See und droht durch das dünne Eis zu brechen – was sie zu dieser lebensmüden Aktion antreibt, das offenbart sich Seite für Seite und wirft dabei zugleich immer neue Fragen auf. Das größte und faszinierendste Rätsel bleibt jedoch die Hauptfigur selbst.

Minnie ist eine gefeierte Künstlerin, die durch den Satz berühmt wird, sie sei gar keine Künstlerin – darauf fährt die Öffentlichkeit natürlich voll ab. Der Witz ist aber, dass ihre Werke tatsächlich mehr durch Zufall entstehen, nämlich immer dann, wenn Minnie eine persönliche Krise durchlebt. So auch ihr aktuelles Performance-Projekt. Denn als der Modefotograf, mit dem Minnie eine Affäre hat, heimlich intime Aufnahmen von ihr verbreitet, dreht Minnie den Spieß kurzerhand um: Sie engagiert den Mann, damit er sie über mehrere Wochen beschattet und fotografiert. Einzige Bedingung: Er darf unter keinen Umständen in egal welche Situation eingreifen.

„Die Konsequenzen“ ist ein Roman über Kunst, Leben und Identität, der alle Genre-Grenzen sprengt und mit immer neuen sonderbaren Überraschungen aufwartet. Hinter jeder Tür verbirgt sich in dieser doppelbödigen Geschichte noch eine weitere – bis man sich fragt, ob Minnie Panis überhaupt von dieser Welt ist.


Nussschale
Nussschale
von Ian McEwan
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,00

9 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gewöhnungsbedürftige Perspektive - mag man oder mag man nicht, 20. November 2016
Rezension bezieht sich auf: Nussschale (Gebundene Ausgabe)
Ich war voll freudiger Erwartung auf diesen Roman, da mir der letzte McEwan "Kindeswohl" so gut gefallen hatte. Die Gewissenhaftigkeit, die Ernsthaftigkeit und ja, auch der Realismus, mit dem der Autor an das heikle Thema Religionsfreiheit vs. Gesetzeslage heranging, fand ich beeindruckend. Ich war also erst einmal leicht irritiert, als ein acht Monate alter Fötus zu mir sprach, der wie die Parodie eines 400 Jahre alten Heldens in Strumpfhosen klang. Also so: „Ich zähle mich zu den Unschuldigen, und doch spiele ich offenbar eine Rolle in einem Komplott. Meine Mutter, gesegnet sei ihr unablässig laut mahlendes Herz, scheint darin verwickelt zu sein. Scheint, Mutter? Nein, ist. Du bist. Du bist verwickelt. Ich habe es von meinem Anfang an gewusst. Lasst mich ihn heraufbeschwören, jenen Moment der Schöpfung, der übereinfällt mit meinem ersten Gedanken.“

Der hochgestochene Ton kommt jedoch nicht von ungefähr. Zum einen steht dem Roman jenes berühmte Zitat aus Shakespears Hamlet voran, in dem von der Nussschale die Rede ist, die dem unglückseligen Prinzen von Dänemark ein Königreich sein könnte. Ebenso bildet der Mutterleib für den ungeborenen Ich-Erzähler sein ganz eigenes kleines Universum. Zum anderen ist sein Vater auch noch der Lyrik verfallen. Leider ist er weder als Dichter noch als Verleger in der Lage mit dieser Liebe Geld zu verdienen. Bei seiner anderen großen Liebe, der jungen, hübschen Ehefrau und baldigen Mutter seines Kindes, hat er ebenfalls kein großes Glück. Sie hat ihn aus seinem eigenen Elternhaus heraus komplementiert. Angeblich benötigt die Hochschwangere ihre Ruhe, tatsächlich vergnügt sie sich mit dem strohdoofen Bruder des treudoofen Dichters – und plant mit dem Geliebten/Schwager den Mord an dem lästig gewordenen Ehemann.

So weit, so bekannt, diese olle Shakespear’sche Kamelle. Das eigentliche Drama spielt sich jedoch gar nicht in dem abbruchreifen Familienwohnsitz ab – der aufgrund der Londoner Immobilienpreise trotzdem immer noch Millionen wert ist – sondern in den warmen, lebendigen Wänden des mütterlichen Uterus. Hier wird der ungeborene Erzähler zum ungewollten Komplizen des Mordkomplotts an seinem Vater – lauscht, hofft, bangt, spekuliert und weiß nicht, ob er sich auf die Seite seiner Mutter schlagen soll oder nicht. Alles was er weiß, ist, dass er sein Anrecht auf Leben geltend machen möchte. Aber was ist das für ein Leben, das ihn erwartet? Eines in der Obhut einer skrupellosen Mörderin und ihres heimtückischen Lovers? Eines bei Pflegeeltern aus der Unterschicht „mit Zucker, Fett und körperlicher Züchtigung“? Als Knastbaby mit einem Zellnachbar, der „will, dass der Fernseher den ganzen Tag läuft“? Zudem – wo das Baby gerade schonmal dabei ist, sich ein paar Gedanken zu machen – ein Leben in einer Welt der globalen Erderwärmung und Klimakatastrophen, Flüchtlingsströme, des religiösen Fanatismus und der heiligen Kriege.

„…ich habe vom jüngsten Gemetzel im Namen des Traums vom Leben im Jenseits gehört. Ein Blutbad in dieser Welt, Glückseligkeit in der nächsten. Frischbärtige junge Männer mit schöner Haut und Sturmgewehren auf dem Boulevard Voltaire, die in die schönen, ungläubigen Augen ihrer eigenen Generation schauen. Es war nicht Hass, der die Unschuldigen umbrachte, sondern Glaube…“

Die Erklärung dafür, woher dieses Ungeborene seine umfassende Bildung und Eloquenz nimmt, kommt mir allerdings eher hanebüchen vor. In unzähligen Podcasts und Radiobeiträgen, die seine Mutter so gerne hört, will es sich seine Kenntnisse über die Welt da draußen angeeignet haben. Was das für Podcasts sind, in denen man in 38 Wochen so klug wird wie andere in 100 Jahren nicht, möchte ich gerne wissen. Man muss diesen erzählerisch notwendigen, durchaus charmanten Einfall hinnehmen oder nicht – mir und meinem vielleicht zu fantasielosen Köpfchen fiel es schwer. Denn abgesehen von dem Geistreichtum des pränatalen Erzählers hat der Roman nicht viel Aufregendes zu bieten.

Der kriminalistische Plot ist schnell auserzählt, geradezu banal. Alles dreht sich um die monologische Gedankenwelt des Fötus. Aber gleichzeitig ist dieses Über-Baby, das sich selbst und den Rest der westlichen Zivilsation gleich mit auf die Psycho-Couch legt, für mein persönliches Leseempfinden auch der größte Knackpunkt. Denn so ganz geht diese Perspektive nicht auf. Natürlich sollte man das Ganze nicht zu ernst nehmen, immerhin sprechen wir hier von einem vor sich hin philsophierenden Fötus. Und gerade die Gestelztheit dieses kultivierten kleinen Bauchbewohners ist immer wieder Anlass für unglaublich witzige Stellen, beispielsweise wenn es mal wieder unfreiwilliger Beteiligter beim Sex zwischen Mutter und Onkel wird: „Nicht jedermann weiß, wie es ist, den Penis des Rivalen seines Vaters nur wenige Zentimeter vor der eigenen Nase zu haben.“

Dennoch konnte ich mir nicht helfen und überprüfte während der gesamten Lektüre die Perspektive immer wieder auf ihre Persistenz. Woher zum Henker weiß der Erzähler, dass schwere Hochsommerwolken am Himmeln stehen, aber kein Mond? Woher hat er einen Begriff davon, dass der eingelegte Hering, den seine Mutter verspeist, nach einem „Hauch ozeanischer Gischt von jenen breiten, offenen Meeresstraßen, durch deren klare, schwarze, eisige Fluten Heringsschwärme einsam nordwärts ziehen“ schmeckt? Es ist und bleibt mir ein Rätsel wie das funktionieren soll. Ein Rätsel, das mich sehr viel mehr beschäftigt hat, als das Schicksal des Mini-Hamlets.


Cops: Roman (suhrkamp taschenbuch)
Cops: Roman (suhrkamp taschenbuch)
von Matt Burgess
  Broschiert
Preis: EUR 15,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Fesselnd wie eine Fernsehserie, 6. Dezember 2015
"Cops" erzählt von den alltäglichen Dramen und Grabenkämpfen im Drogendezernat von Queens und entwickelt dabei eine ähnliche Sogwirkung wie episch angelegte US-Ermittlerserien à la “True Detective” oder “The Wire”. Es braucht ein paar Episoden bzw. Kapitel, bis man drin ist und ein Gefühl für die Beziehungen der Figuren untereinander entwickelt hat, aber dann taucht man ab in diese asphaltgraue und von Schlafentzug ganz paranoid gewordene Parallelwelt, die ihren eigenen Gesetzen und Regeln folgt, und dementsprechend natürlich auch ihr eigenes Vokabular pflegt. Das Drogendezernat firmiert hier unter dem Namen “der Affenstall” und die Zivilfahnder nennen sich “Uncles”. Die Aufgabe eines Uncles besteht darin, sich Drogen verkaufen zu lassen. Dazu müssen sie ziemlich überzeugend rüberkommen: als Junkies, Obdachlose, böse Buben. Muss man erwähnen, dass – nicht gerade subtile Diskriminierung am Arbeitsplatz – fast alle Polizisten, die für diesen Job ausgewählt werden, schwarz sind? So auch die 26-jährige Janice Itwaru: “Jung, farbig, aus der Stadt, ohne Collegeabschluss, mit dem unbedingten Wunsch aufzusteigen, alleinstehend und ohne Kinder, ohne jemanden, der, würde sie im Dienst getötet werden, ihre Pension einstreichen würde, war sie rein theoretisch der perfekte Uncle, der Traum eines jeden Lieutenants im Drogendezernat.”

Janice hat nur noch wenige Monate als verdeckte Ermittlerin zu überstehen, bevor sie zum Detective aufsteigen wird. Sie ist gut, weil sie harmlos aussieht, doch mit jedem Tütchen Gras, jedem Opiumklümpchen, das sie auf der Straße kauft, wird es schwieriger, Dealer zu finden, die ihr Gesicht noch nicht kennen. Ausgerechnet zu dem Zeitpunkt, als Janices Erfolge nachlassen, führen ihre Vorgesetzten eine Käufetafel ein: Jeder Uncle muss bis Ende des Monats eine bestimmte Anzahl an Transaktionen abschließen, sonst fliegt er. Also geht Janice immer größere Risiken ein, um die Quote zu schaffen, und bringt dabei sich selbst und ihre Teampartner in Gefahr.

“Cops” ist ein ausgereifter Polizeiroman, der das Genre zwar nicht neu erfindet, aber definitiv bereichert. Einzig und allein die Art, wie der Autor versucht, aktuelles Nachrichtengeschehen wie beispielsweise Obamas Aufstieg vom Senator zum ersten afroamerikanischen US-Präsidenten in die Handlung einfließen zu lassen, wirkt etwas bemüht. Auch ohne solche Anspielungen wirkt der Roman authentisch, aktuell (oder eben nicht mehr aktuell) und unterschwellig politisch. Wenn sich Janices Kollegen etwa den grausamen Scherz erlauben, ihr eine Burka zu schenken, nachdem sie enttarnt wurde oder wenn einer aus dem Uncle-Team, der nicht nur Eddie Murphy heißt, sondern sich auch als der echte Kinostar Eddie Murphy ausgibt, anmerkt, dass ein Film mit einem afroamerikanischen Undercover-Cop “etwas weniger Massenmarkt-Appeal hätte, wenn du verstehst, was ich meine”. Gerade diese Nicht-Massenkompabilität ist es, die die Uncles in diesem Buch zu sympathischen Antihelden aus Fleisch und Blut macht, mit denen man mitfiebert und mitleidet.


Moshi Moshi
Moshi Moshi
von Banana Yoshimoto
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 21,90

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lesen als Meditation, 21. Oktober 2015
Rezension bezieht sich auf: Moshi Moshi (Gebundene Ausgabe)
Obwohl Yoshimoto eigentlich immer über dasselbe schreibt: Junge Menschen in Tokyo, die vom Schicksal richtig krass auf die Mappe kriegen, aber statt rumzuheulen (okay, ein bisschen heulen sie schon) sich wieder aufrappeln. Das gilt auch für "Moshi Moshi". Trotzdem sind ihre Geschichten immer anders und nie, nie, wirklich nie langweilig!

Yotchan ist 22 Jahre alt, als ihr Vater in einem Waldstück Selbstmord begeht. Völlig unerwartet und dann auch noch mit einer fremden Frau zusammen. Yotchan ist überzeugt, dass er nicht freiwillig aus dem Leben ging, sondern von der Frau in den Tod mitgerissen wurde. Nachts quälen Yotchan Alpträume, in denen ihr Vater versucht sie anzurufen, um ihr etwas Wichtiges zu sagen. Daher auch der für deutsche Ohren irgendwie niedlich klingende Titel “Moshi Moshi” – eine Begrüßungsformel, die man in Japan am Telefon benutzt.

So düster und “The Ring”-mäßig das jetzt klingen mag, ist der Roman aber nicht die Bohne. “Moshi Moshi” ist ein positives Bekenntnis zum Leben! Nicht verdrängen, sondern aufarbeiten, lautet die Devise. Yotchan ist klar, dass sie sich von den Geistern der Vergangenheit lösen muss. Wie genau sie das anstellen soll, muss sie selbst noch herausfinden – und davon erzählt der Roman. Es ist beinahe seltsam im Zusammenhang mit einem Buch, das in gewisser Weise von Trauerbewältigung handelt, von Spaß zu reden, aber ja: Es ist eine helle Freude Yotchan dabei zu begleiten, wie sie zurück in den Alltag und zu sich selbst findet. Weil sie einfach jemand ist, der sein Leben selbst in die Hand nimmt und gleichzeitig die Dinge, auf die man eh keinen Einfluss hat, akzeptiert wie sie sind. Das ist vielleicht sehr japanisch, auf jeden Fall ist es sehr schön.

Für mich jedenfalls ist das Lesen von Yoshimotos Büchern ein wenig wie Meditieren. Ich lese die ersten Sätze und werde ganz ruhig. Ich gleite auf einem Erzählstrom dahin – es gibt keine poetischen Schnörkel oder effekthascherischen Stürze. Alles fließt auf knappen 300 Seiten konzentriert auf ein Ziel zu. Denn das Leben ist zu kurz, um sich von Negativem oder Überflüssigem ablenken zu lassen


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