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Beiträge von Melanie Holtmann
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Rezensionen verfasst von
Melanie Holtmann "Mekko!" (Utopia)
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   

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David Copperfield
David Copperfield
DVD ~ Freddie Bartholomew
Wird angeboten von ronnypb
Preis: EUR 16,90

10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Dickens' Klassiker in einer frühen Verfilmung, 24. November 2007
Rezension bezieht sich auf: David Copperfield (DVD)
David Copperfield wird erst nach dem Tod seines Vaters geboren. Seine selbst noch kindliche Mutter heiratet einige Jahre später Mr Murdstone, der sich als kaltherziger und sadistischer Mann erweist. Er schickt David nach dem Tod seiner Mutter in eine seiner Fabriken nach London; dort lernt er den notorisch verschuldeten, aber liebenswerten Mr Micawber kennen. Als Micawber und seine Familie London verlassen, flüchtet David zu seiner Tante Betsey Trotwood. Sie nimmt ihn auf und bringt ihn bei ihrem Anwalt Mr Wickfield unter. David erlebt eine glückliche Jugend und lernt in seiner ersten Arbeitsstelle seine große Liebe Dora Spenlow kennen. Doch es ziehen dunkle Wolken auf - der Leichtsinn seines Jugendfreundes Steerforth, die Betrügereien des finsteren Uriah Heep und andere Dramen stellen Davids Optimismus auf eine harte Probe...

Bedauerlicherweise habe ich mir die literarische Vorlage immer noch nicht vornehmen können, so dass der Vergleich zum Film (der mir sonst wichtig wäre) leider ausfallen muss. Dennoch: Es ist interessant zu beobachten, wie Charaktere in den unterschiedlichen Filmfassungen interpretiert werden. George Cukors Version bietet in der Titelrolle den damaligen Kinderstar Freddie Bartholomew auf (der u. a. noch den "Kleinen Lord" spielen sollte). Ich fand seine Darstellung fürchterlich unnatürlich, habe mich davon aber nicht weiter stören lassen. Basil Rathbone spielt den grausamen Mr Murdstone mit einem Tick zuviel Understatement, W. C. Fields' Micawber wirkt ein bisschen wie ein trauriger Clown, Edna May Oliver gibt die Tante Betsey resolut und herzlich, Roland Youngs Uriah Heep verströmt eine interessante Kaltblütigkeit. Die Besetzung schwankt zwischen gut und weniger gut, die Dramaturgie ist auf Grund der Spielfilmlänge (spätere (TV-)Verfilmungen konnten meist Mehrteiler aufbieten) deutlich, aber meist recht sinnvoll, zusammengekürzt. Frank Lawton gefällt mit seiner unprätentiösen Art als erwachsener David. Recht amüsant ist übrigens die Eingangssequenz, die deutlich an Stummfilmgewohnheiten anschließt - was sich nicht zuletzt darin beweist, dass Elizabeth Allan als Clara Copperfield wie eine Stummfilm-Aktrice agiert, nämlich fürchterlich übertrieben in ihren Gesten.

Cukors "Copperfield"-Version wird mir als - vor allem für die Zeit - guter Film in Erinnerung bleiben, der dieser Entstehungszeit eben in vielem noch verpflichtet ist, ohne aber vollkommen antiquiert zu wirken. Empfehlenswert.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 15, 2015 9:50 PM MEST


The Woods
The Woods
DVD ~ Agnes Bruckner
Wird angeboten von MEDIMOPS
Preis: EUR 0,51

10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Sinnloser Möchtegern-Horror., 24. November 2007
Rezension bezieht sich auf: The Woods (DVD)
Das Positive zuerst: Der Look des Films ist übelst auf 60er Jahre versus Huh-alles-so-mysteriös getrimmt. Das und die Tatsache, dass zahlreiche Szenen und Elemente so fürchterlich albern bemüht horrormäßig daherkommen, macht den Film schon wieder anschauenswerter, als er eigentlich sein dürfte. Man schaut halb amüsiert-fasziniert und - mit zunehmender Spieldauer - etwas ungläubig, was da an Spektakel aufgetischt wird, mit der einzigen Intention, doch bitte, bitte vom Zuschauer ganz furchtbar ernst genommen zu werden.

Die Story ist ein kleines Bisschen vielversprechend, überlegt es sich aber schleunigst anders: Der Problem-Teenager Heather Fasulo (zündelt gerne, weil böse mit Mama und so weiter) wird in ein konservatives Mädchen-Internat verfrachtet. Dort wird die Horror-Rumpelkiste ausgepackt: Lehrerinnen schauen furchtbar geheimnisvoll drein (und entpuppen sich natürlich auch als, ähm, eher unnatürlich), gruselige Stimmen werden gehört ("Erlöse uns" - der beliebte Klassiker), Mitschülerinnen verschwinden, Grünzeug wird lebendig, eine alte Sage gibt Anlass zu Unruhe und so weiter. Das alles kulminiert in einem seltsamen Slasher-Finale, das ungefähr so inspiriert daherkommt wie früher die Frisur von Angela Merkel (der Film ist nur wenig besser als der Witz).

Wäre mehr drin gewesen? Keine Ahnung. Die Story an sich ist schon so wirr und gleichzeitig so konventionell, die Besetzung so unspektakulär, die Bildgestaltung so reißbrettartig, dass viel Potential auch nicht ausmachbar erscheint. Gleichzeitig verdient der Film kaum das an sich ehrenvolle Prädikat "Horror", denn er gibt seine gewollte Richtung so schnell und ohne Not preis und arbeitet dann mit derart expliziten Stilmitteln, dass man geneigt ist, über so viel Willen zur Unterdurchschnittlichkeit anerkennend zu staunen.

Insgesamt ist der Eindruck trübe. Weil sich aber bei soviel Gram schon fast der gegenteilige Effekt einstellt und das Ganze schon wieder putzig wird und zum Amüsement der Zusehenden beiträgt, gibt's trotzdem unverdient drei Sterne.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 11, 2011 1:02 AM MEST


Firewall
Firewall
DVD ~ Harrison Ford
Wird angeboten von chaosrecords
Preis: EUR 3,49

12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Durchschnittlich, aber mir gefällt's., 24. November 2007
Rezension bezieht sich auf: Firewall (DVD)
Die eher zurückhaltenden Bewertungen für "Firewall" kann ich durchaus nachvollziehen. Die Grundidee hat einen längeren Bart als die meisten Witze, Harrison Ford ist eh auf Figuren wie die des Jack Stanfield abonniert und überraschende Wendungen oder sonstige Extra-Einfälle bleiben weitgehend aus in der Handlung. Da bleibt für die Vier-Sterne-Wertung nur noch das Rückzugsargument: Mir hat's gefallen. Warum? Ein paar Punkte zur Begründung. Erstens: Harrison Ford ist ja nicht umsonst einer der ganz Großen. Seine Präsenz, sein intensives Spiel, seine beeindruckende Physis liften auch diesen Film. Dazu als Fußnote: Kommentare, die Ford als zu alt für die Rolle abschreiben, finde ich lächerlich. Er wirkt auch in den Actionszenen absolut glaubwürdig, und im übrigen: Die Zu-Alt-Für-Die-Rolle - Argumentation ist eine Unsitte, die nicht nur weibliche Schauspielerinnen zu Recht beklagen.

Zweitens: Paul Bettany gibt den bösen Ganoven angenehm kaltblütig. Da wird die Nussallergie des Stanfield-Sohns ausgenutzt, um Papa Jack gefügig zu machen; da wird zur Demonstration der Entschlossenheit einer der Gangster vom Chef hingerichtet. Na gut, es ist offensichtlich, dass hier keiner der Familienangehörigen ernstlich zu Schaden kommen wird, dennoch hält die Sie-sind-zu-allem-fähig - Suggestion den Plot zumindest ein bisschen offen. Drittens: Mit der sympathisch-verhuschten Sekretärin, die im letzten Drittel des Films zu Jacks Helferin in der Not avanciert, ist ein netter Charakter gelungen - der natürlich, wäre der Film nicht so sehr auf Ford und Mainstream-Unterhaltung fixiert, eine erstklassige Projektionsfläche für weiteren schrägen Humor abgegeben hätte und ruhig im Finale hätte eingreifen dürfen.

Man sieht also: Ich mag den Film. Das kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass er - wie schon gesagt - nicht grundlos so schlecht wegkommt: Das Ganze ist ziemlich humorlos inszeniert und sehr auf Fords Passion fixiert, die Handlung kommt ohne Überraschungen daher, Eindimensionalität regiert Geschehen und Figuren. Trotzdem: Der Film bietet solide Unterhaltung mit einem Harrison Ford, dessen Rolle ähnlich angelegt ist wie etwa in "Air Force One" - mit ein bisschen "Auf der Flucht" dazu. Das kann Ford schließlich und es macht stets Spaß, ihm bei der Arbeit zuzuschauen.


In einem anderen Buch: Roman
In einem anderen Buch: Roman
von Jasper Fforde
  Taschenbuch

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Langeweile wird einfach genichtet., 24. November 2007
Rezension bezieht sich auf: In einem anderen Buch: Roman (Taschenbuch)
Der Spaß geht weiter: Die Fortsetzung des ersten Thursday-Next-Romans "Der Fall Jane Eyre" strotzt ebenso wie der Vorgänger vor Einfallsreichtum, literarischen Anspielungen und Witz. Kurz nach dem erfolgreichen Abschluss des Eyre-Falls und der Eliminierung ihres Erzfeindes Acheron Hades sieht sich unsere Heldin wieder allerlei Unbill gegenüber: Die Goliath-Corporation will den in Poes "Raben" eingesperrten Jack Schitt wieder (und dazu natürlich die enorm lukrative Technik des ProsaPortals), die eigene Behörde will Next an den Karren fahren, plötzlich wird der Göttergatte genichtet und die schwangere Thursday findet sich dazu noch einem mysteriösen Feind gegenüber, der ihr den Zufall als Mordinstrument auf den Hals hetzt...

So bunt, so fantastisch: Auch "In einem anderen Buch" bereitet schlicht enorme Lesefreude. Auch hier gilt wieder: Wer sich mit der klassischen britischen Literatur einigermaßen auskennt, dessen Spaß wird noch verdoppelt. Offensichtlich hat Jasper Fforde mitbekommen, dass gerade die Interaktion zwischen der realen Welt Thursdays und den Buchuniversen maßgeblich dazu beiträgt, dass so viele Leser ihre Abenteuer mögen. So setzt er hier noch eins drauf: Thursday muss sich ganz systematisch im Bücherspringen üben, wird Auszubildende bei der Jurisfiktion, die sich um Pannen und Ganoven innerhalb der Bücherwelten kümmert - und so erhält Fforde die Gelegenheit, sich fröhlich auszutoben: Da wird zum Beispiel die grämige Miss Havisham aus Dickens' "Großen Erwartungen" Thursday als Partnerin zur Seite gestellt. Die Gute liebt schnelle Autos, und auf ihre Hochzeit sollte man sie besser nicht ansprechen (und wer eben Dickens' Klassiker nicht kennt, wird diese Anspielung nicht mit genüsslichem Schmunzeln zur Kenntnis nehmen können). Und zum Hauptquartier der Jurisfiktionstruppe ist Norland Park aus Jane Austens "Sense and Sensibility" avanciert. Prompt trifft unsere Heldin auch beim ersten Eintreffen auf eine fröhliche Marianne Dashwood, die sich gerade von den letzten Sätzen des Kapitels ausruht.

Eigentlich war ich fest entschlossen, diesem zweiten Next-Roman fünf Sterne zu verpassen. Warum sind es doch nur vier geworden? Zwei Gründe: Erstens merkt man dem Buch an, dass es schon auf eine weitere Fortsetzung schielt; zweitens wirkt die Handlung an manchen Stellen ein wenig zerfahren. Beides ist nicht schlimm (und auf den folgenden Band freue ich mich eh schon), trübt aber das Lesevergnügen ein klitzekleines Bisschen. Deshalb vier Sterne, die aber umso lieber.


Der Fall Jane Eyre: Roman
Der Fall Jane Eyre: Roman
von Jasper Fforde
  Taschenbuch

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Erfrischend knapp an fünf Sternen vorbei., 20. November 2007
Rezension bezieht sich auf: Der Fall Jane Eyre: Roman (Taschenbuch)
Auf Jasper Ffordes "Fall Jane Eyre" bin ich durch Zufall gestoßen - glücklicherweise. Ffordes Welt bereitet ein einziges Lesevergnügen, und das nicht nur (aber doch ein bisschen mehr) für den, der mit der klassischen englischen Literatur zumindest ansatzweise vertraut ist. Und es ist eine herrlich skurrile, aber mit heiterem Ernst vorgetragene und durchgehaltene Welt, die Fforde erstehen lässt - eine Welt, in der seit 150 Jahren der Krimkrieg zwischen Russland und England die Schlagzeilen beherrscht. Aber auch eine Welt, in der Literatur im Allgemeinen und Bücher im Speziellen von enormer kultureller Wichtigkeit sind (und wer würde nicht gerne in einer solchen Welt leben...?), so dass es eigens eine Unterabteilung für alle möglichen literarischen (Un-)Fälle gibt: die LitAgs, und eine von ihnen ist Agentin Thursday Next. Sie ist die Heldin dieser Geschichte, und die entspannt sich gemütlich und rasant zugleich unter den fähigen Händen des Literaturenthusiasten Fforde. Thursdays Antagonist ist der Erzschurke Acheron Hades, ein Obergauner, der in der Welt der Bücher Unheil anrichtet, indem er (mit Hilfe einer von Thursdays Onkel entwickelten Maschine) Protagonisten aus den literarischen Werken entführt und so Chaos anrichtet.

Ffordes Buch ist gespickt mit intelligenten und äußerst witzigen Einfällen, die mit fröhlichem Mutwillen präsentiert werden. Ein besonderer Clou ist mit Charlotte Brontes "Jane Eyre" verbunden; nicht nur interagieren Mr Rochester, seine irre Frau Bertha und schließlich Jane selbst auf höchst unterhaltsame Weise mit Thursday, die es irgendwann auch in den Roman verschlägt, sondern Fforde verbindet das Eingreifen der Agentin sehr pfiffig mit dem Entstehen von "Jane Eyre" selbst - zumindest dem Buch, wie wir es heute kennen...

Fürchterlich unernst ist Ffordes Buch aber nicht; auch Krisen, Tod, Beziehungskonflikte werden abgehandelt, was das Universum des Werks erst komplettiert. In erster Linie sind es aber die enorme Phantasie Ffordes und seine phantastisch schrägen und wunderbar beiläufigen Einfälle, die dieses Buch zu einem solchen Vergnügen machen. Warum keine fünf Sterne? Die hebe ich mir hoffentlich für die Forsetzung auf ;-)


Oscar's Greatest Moments 1971-1991 [UK IMPORT] [VHS]
Oscar's Greatest Moments 1971-1991 [UK IMPORT] [VHS]
VHS

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schöner Überblick - mit Einschränkungen, 16. November 2007
Oscar's Greatest Moments - von 1971-1991. Letzteres hatte ich vorher übersehen und war so bei Erhalt des Videos erst enttäuscht, denn gerade die Zeit vorher hätte mich interessiert. Und auch die Zeit nach 1991 hatte natürlich einige Highlights parat - man denke nur an Roberto Benigni, aber auch an andere emotionale oder kontroverse Momente. Jedenfalls: Auch in den 20 Jahren, die hier behandelt werden, ist einiges geschehen. Karl Malden führt auf sympathische Weise durchs Programm, das gar nicht so genau strukturiert ist. Es gibt emotionale Dankesreden, problematische Dankesreden, witzige Dankesreden, dazwischen mehr oder weniger langweilige Musik (in einem mir eher lästigen Übermaß) und zwischendurch auch Filmausschnitte. Generell hat das Ganze leider etwas zu sehr den sehr amerikanischen Ausdruck eines "Best Of" - Szenen werden aufs Allerwichtigste verknappt und ein bisschen an Film- und Oscar-Geschichte sollte man als Vorkenntnis schon vorweisen können, sonst macht es nur halb so viel Spaß. Dass man am Ende den Eindruck hat, man hätte doch eher wenig gesehen, mag eben an den für meinen Geschmack wirklich nervigen längeren Musikpassagen liegen. Mit Verlaub, aber irgendeinen Madonna-Auftritt bei den Oscars zu Beginn der 90er auf ein "Oscar's Greatest Moments" - Video zu packen - naja. Fast skurril dagegen ist die Performance von Ricardo Montalban, Burt Lancaster, Petula Clark und einer Sängerin, deren Name mir gerade entfallen ist: Die vier intonieren irgendeinen "Thank you" - Song, der mir für die Oscars etwas sehr schmissig erscheint - aber ganz witzig anzuschauen ist. Weitere musikalische Einsprengsel bestehen im Übrigen aus Debbie Boone's "You Light Up My Life", Jennifer Warnes und Joe Cocker bzw. Bill Medley ("Up Where We Belong", "Time Of My Life") und so weiter, das alles aber nicht in voller Länge. Worauf es natürlich ankommt: Die Ausschnitte aus den Reden der Stars, und da ist natürlich dann doch einiges geboten, das das Schauen lohnt: Über Sacheen Littlefeathers putziges Statement im Namen Marlon Brandos, der den Award "wegen der Behandlung der amerikanischen Ureinwohner durch die Filmindustrie" nicht annehmen mochte, Vanessa Redgraves "zionist hoodlums" und Paddy Chafayevskys Replik, Geplänkel der Gastgeber (allen voran: Johnny Carson), Sally Fields "You like me!!!", William Holdens Tribut für Barbara Stanwyck, Charlie Chaplins und John Waynes bejubelte Auftritte bis hin zu David Nivens geistesgegenwärtiger Reaktion auf den vollkommen entblößten Oscar-Flitzer oder Clint Eastwoods herrlich missglücktem Versuch, Charlton Hestons Text anstelle des kurzfristig verhinderten Schauspielers vorzutragen. Aber auch (mir jedenfalls) relativ wenig bekannte Momente sind eingefangen. Das Ganze bietet eine amüsante und nostalgische Reise durch 20 Jahre Oscargeschichte. Ich hätte mir zwar einen etwas geordneteren Überblick gewünscht, weniger Singsang und etwas mehr Verweilen bei den einzelnen Beiträgen bzw. Themen. Trotzdem ist diese Zusammenstellung für Oscar-Fans eine schöne Sache.


Adel verpflichtet
Adel verpflichtet
DVD ~ Miles Malleson
Wird angeboten von Filmnoir
Preis: EUR 17,99

12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen ... da waren's nur noch neun (leichte SPOILER)., 10. Oktober 2007
Rezension bezieht sich auf: Adel verpflichtet (DVD)
Im Grunde haben meine werten Vorredner schon alles gesagt, was es zu "Kind Hearts And Coronets" zu sagen gibt. Die bitterbös-britische Komödie begeistert mit eigentlich relativ simplen Mitteln in höchstem Maße. Besonderes angefeuert wird der Plot um den unstandesgemäßen Erben in spe, der seine Vorgänger in der Erbfolge sorgfältig und humorlos um die Ecke bringt, durch die Rahmenhandlung: Am Anfang des Films sehen wir Mazzini im Knast beim Abfassen seiner Lebensbeichte, am Ende sind wir hier wieder angelangt und zwischendurch werden zwei Fragen beantwortet: Wie wurde er geschnappt, entgeht er dem Strick?

Bemerkenswerter Weise stört die Tatsache, dass dieser Mazzini eigentlich nichts weiter ist als ein Massenmörder mit schwerem Hau, das Vergnügen beim Zuschauen keineswegs. Was nicht einmal ambitionierten Produktionen von heute gelingen mag, das schafft dieser britische Film spielerisch: Wir nehmen dem Protagonisten Motive und Ausführung, mag beides noch so absurd sein, unbesehen ab. Dass ist zum einen Verdienst des Drehbuchs, zum anderen aber auch das des Darstellers Dennis Price, der das Kunststück vollführt, Rücksichtslosigkeit, Charme, kühle Kalkulation und Leidenschaft zusammenzubinden und ohne Widersprüche so nach außen zu verkaufen, dass eine nachvollziehbare Figur entsteht.

Die Opfer des passionierten Killers werden bekanntlich allesamt von Alec Guinness verkörpert. Und das war mein persönlicher kleiner Wermutstropfen im Film: Guiness schlüpft zwar in so unterschiedliche Rollen wie die des bornierten Adligen, des greisen Bankiers, des schnöseligen Jungadligen, des munteren Fotografen mit Alkoholproblem, des tatterigen Landpfarrers, des sturen Kapitäns, des stramm lethargischen Ex-Soldaten und - besonderes Bonbon - der handgreiflichen Feministin. Aber in manchen Rollen ist er nur sehr kurz zu sehen, so dass wir um das Vergnügen weiterer Interaktion zwischen den beiden Hauptdarstellern gebracht werden. Aber das nur nebenbei. Guinness darf sich als Meister der Facetten so richtig austoben, bei Bedarf Tonfall, Körpersprache und überhaupt die gesamte Attitüde und sowieso das äußere Erscheinungsbild komplett wechseln. Allein das macht schon einen großen Teil der - wahr gesprochen - Mordsgaudi aus.

Ein bisschen nervtötend fand ich insgesamt das ausgezirkelte Liebesdreieck; besonders die Szenen mit Sibella hätte ich am liebsten vorgespult, weil Mazzini hier am wenigsten Schau machen kann und in diesen Momenten ein stetes Belauern stattfindet. Nichtsdestotrotz sorgt dieser Handlungsstrang für die einzige wirkliche Überraschung in der Handlung (jedenfalls bis kurz vor Schluss). Und noch kurz zum Schluss selbst. Den hatte ich von einer Fernsehausstrahlung her irgendwie etwas anders in Erinnerung; existieren da verschiedene Fassungen? Die Amerikaner haben's ja damals - S P O I L E R - mit der Bestrafung von Schuldigen immer etwas deutlicher haben wollen.

Egal. "Adel verpflichtet" - und zwar dazu, sich diesen Film mal anzuschauen. Viel Spaß dabei.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 24, 2015 11:43 AM MEST


Shrek 3 - Der Dritte
Shrek 3 - Der Dritte
DVD ~ Sascha Hehn
Wird angeboten von SchwanHM
Preis: EUR 6,60

51 von 65 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Mann, es ging doch mal besser!, 10. Oktober 2007
Rezension bezieht sich auf: Shrek 3 - Der Dritte (DVD)
Hätte Shrek 3 etwa "Artus und der Oger" geheißen und wäre nicht Teil der rasend erfolgreichen Großes-grünes-Monster-mit-Herz-Megastory inklusive respektloser Seitenhiebe auf Märchen, Popkultur et cetera und dementsprechend nicht schon mit vorauseilendem Wohlwollen aufgenommen worden, dann hätte man den Film ziemlich kompromisslos zu den Akten gelegt. Abgesehen von der brillanten Animation natürlich. So aber ist Shrek 3 die Wiederkehr des ewig Mittelmäßigen geworden, ein Nummersichergeher mit vorhersehbaren Gags, die teilweise auch noch fürchterlich schlecht funktionieren, mit einer der dreistesten Nullachtfuffzehnfiguren eines ehedem so subversiv ambitionierten Projekts und überhaupt mit allerlei Altbekanntem, das lediglich mit dem speziellen shrek-lichen Anstrich versehen worden ist.

Um das Folgende schon vorab ins rechte Licht zu rücken. Ansehen kann man sich Shrek trotzdem; die Story ist immer noch unterhaltend genug, die Animation vorzüglich, die Anspielungen spaßig. Insofern ist Shrek 3 kein Flop. Aber er ist ein Film, an dem vieles ärgern kann, wenn man die kritische Brille aufsetzt. Da wären zum Einen missglückte Pointen. Des (Frosch-)Königs Tod auf Raten ist eine der lächerlichsten und unlustigsten Szenen des ganzen Films und eher ein peinlicher Ausrutscher, weil hier in einer dümmlichen Ätschbätsch-Manier Sterben als flapsig-witzige Angelegenheit demonstriert wird. Ebenso misslungen: Shreks Abschied und Fionas nachgeworfende Mitteilung, sie sei schwanger. Diese Sequenz wirkt halbherzig und ziellos, ebenso wie Shreks Reaktion. Ich war geradezu verwirrt angesichts der Fast-Verweigerung irgendeines originellen Einfalls in dieser Szene.

Das Loblied auf die ach so bissige Kommentierung amerikanischer High-School-Verhältnisse erschließt sich mir ebenfalls nicht. Das alles hat man an anderer Stelle viel spitzer, sezierender und aufgearbeiteter vorfinden können. Das größte Missverständnis der ganzen Sache ergibt sich für mich aber durch die Positionierung des Charakters Artus. Ein jugendlicher Außenseiter mit der einfallslosesten aller Klischeebiografien - vom Vater verlassen und so weiter, verblüffend harmlos illustriert durch die Vogelmetapher -, dazu ein bisschen verstockt, aber dann geht's wieder, schneller Beweis von Leadership mit der vordergründig universalmoralischen Botschaft des Ihr-könnt-alles-erreichen, die Krone wird mit dem Fuß gestoppt und dann eigenhändig auf den Schädel gepappt, fertig. Belangloses Trallala inklusive.

Witzig ist durchaus die Frauen-Gang: Märchenheroinnen wie Aschenputtel, Dornröschen und Rapunzel werden ganz pragmatisch funktionalisiert; es macht aber Spaß, zuzuschauen, wie jede den Charakter, den die klassischen Märchen nahelegen, im Laufe der Handlung in logische Extreme führt und so einen feinen Eigenkommentar leistet. Mein Highlight: Der Kampfaufruf "Ladies, in Position!" Die stellt sich dann als klassische Rolle der hilflosen Märchenprinzessin heraus: Warten auf die Rettung durch den edlen Prinzen. Auch das ist eine lustige Auseinandersetzung mit scheinbar unhinterfragter Märchen- und Geschlechterthematik. Aber von diesen durchdachten und intellektuell herausfordernden Gags gibt es eben zu wenige. Niemand verlangt Kopfkino, aber Shrek hat bisher durchaus dazu berechtigt, Ansprüche zu stellen.

Ich könnte noch einiges anführen, aber hier soll der Eindruck reichen. Und nochmal: Trotzdem kann man sich Shrek durchaus anschauen. Die drögen Längen, die nicht existenten Pointen und anderes mehr wird einigermaßen abgefangen durch die bloße Präsenz der Charaktere, die wir nun schon liebgewonnen haben, sowie durch den einen oder anderen witzigen Lichtblick - Pinocchios Versuch, durch bemerkenswertes Schwurbeln keine Lüge zu sagen etwa oder die rammdösige Mama Königin ebenso wie die stumpfen Baumsoldaten. Auch einiges an Komik, das quasi im Eifer des Gefechts dargeboten wird, reizt zum Schmunzler. Shrek hat ja noch ein paar Chancen. Eine überzeugende Geschichte und ein revitalisierter Humor sollten dem Ganzen doch auf die Sprünge helfen können.


Tarragona - Paradies in Flammen [2 DVDs]
Tarragona - Paradies in Flammen [2 DVDs]
DVD ~ Tim Bergmann
Preis: EUR 8,97

8 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Der kleine Timmy hat überlebt. Wie schön., 11. September 2007
So ein Katastrophenfilm ist schon eine kompliziertere Sache, als mancher denken mag. Ein bisschen Feuer, ein paar Explosionen, dekorativ zugerichtete Komparsen und fertig ist das Betroffenheitswerk. Wenn man dann - wie im vorliegenden Falle - noch auf ein reales Ereignis verweisen darf, an dem man sich authentifizierungsmäßig hochziehen kann, passt das natürlich noch besser. Leider scheinen Filmemacher darüber manchmal zu vergessen, dass im Film auch noch ein paar andere Qualitäten gefragt sind.

Während der erste Teil von "Tarragona" noch leidlich hübsch und panoramenhaft das Lebensgefühl der Endsiebziger entwickelt und allerlei zwischenmenschliche Konflikte aufs Tableau bringt, säuft Teil zwei förmlich ab in quälender Postkatastrophenpseudohektik. Zunächst werden dem geneigten Zuseher ein paar - akute und potenzielle - Dramen präsentiert: Die nur leidlich funktionierende Patchworkfamilie, das schwule Pärchen und der krebskranke Bundeswehrpapa, das ausgerissene juvenile Möchtegernliebespaar, der eitle Macho zwischen schwangerer Ehefrau und blonder Versuchung und so weiter. Ohne diesen ganzen Problemwust scheint ein gepflegtes Fernsehspiel heute nicht mehr möglich zu sein. Das alles hübsch im Dekors der Siebziger angerichtet, bedeutungs- und unheilsschwanger zwischengeschnittene Bilder vom maroden Lkw, der auf die unschuldigen Camper zudonnert. Irgendwann knallt's, und der heitere Campingplatz verwandelt sich in eine postapokalyptische Szenerie. Brandzerfetzte Leiber taumeln durchs Bild, Mütter und Kinder schreien nacheinander und alles ist ganz fürchterlich. Ende Teil 1.

In Teil 2 wird das Jammern, Retten und Sterben dann kaugummigleich in die Länge gezogen. Die todwunde Ehefrau aus der Patchworkfamilie muss vom Kloster, wo alle sterben (nette Pointe am Rande), mittels gekapertem Krankenwagen ins Hospital überführt werden, wo sie dann trotzdem stirbt. Die plötzlich nicht mehr so lämmerhafte Ehefrau des Machos leistet flugs Sterbehilfe und holt auch noch das dringend benötigte Schmerzmittel mit vorgehaltenem Wagenheber aus der Apotheke (darauf wäre natüüüüürlich nie ein Arzt gekommen). Dergleich geht's weiter, und man sitzt da und staunt, wieviel Langeweile eigentlich so dramatische Handlungen bereiten können. Am Ende sind ein paar tot, ein paar nicht, der überlebende Patchworkpapa fährt mit den nunmehr zu ihm gehörenden Blagen lächelnd in den Sonnenuntergang und die Ordnung ist wieder hergestellt. Bis zum nächsten Mal.

PS: Drei Sterne gibt's trotzdem. Warum auch immer.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 19, 2008 4:09 PM MEST


Der Tod steht ihr gut
Der Tod steht ihr gut
DVD ~ Meryl Streep
Preis: EUR 5,95

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Makabrer Spaß mit schönen Special Effects und noch besseren Dialogen, 8. September 2007
Rezension bezieht sich auf: Der Tod steht ihr gut (DVD)
"Death Becomes Her" ist eine eher ungewöhnliche Hollywoodproduktion. Die versammelte Prominenz vor der Kamera (Goldie Hawn, Meryl Streep, Bruce Willis) lässt jedenfalls nicht sofort erahnen, dass hier statt Drama-Overkill oder Mainstream-Comedy bitterbös-grimmiger Schwarzhumor angesagt ist. Das Ganze ist eine äußerst sarkastische Abrechnung mit Jugend- und Schönheitswahn - auf den Hollywood ja eigentlich selbst spezialisiert ist. Zwar wird nicht mit erhobenem Zeigefinger vor die eigene Haustür gedeutet; trotzdem kann man den ganzen Film als - mitunter allerdings zynischem - Kommentar zum Thema verstehen.

Das Feuerwerk entzündet sich am klassischen Liebesdreieck: Die drittklassige Schauspielerin Madeline Ashton (Streep) spannt ihrer mausgrauen "Freundin" Helen (Hawn) den Verlobten, einen Schönheitschirurgen (Willis) aus. Darüber wird Hawn schier wahnsinnig, frisst den Frust in sich hinein und geht dementsprechend auf, bis sie in der Psychiatrie landet. Als eine entnervte Psychologin ihr anrät, sie müsse Madeline endlich eliminieren - aus ihren Gedanken natürlich! - nimmt Helen das etwas zu wörtlich. Noch ein paar Jahre später erhalten Madeline und Ernest - mittlerweile ebenfalls jeweils einzeln und als Paar abgetakelt - unverhofft die Einladung zu einer Buchpräsentation Helens. Die stellt sich als strahlend schöne Sirene heraus - und ein Zweikampf um den verwirrten Ernest entbrennt...

Natürlich ist hier ein Zaubertrank beteiligt, der ewige Jugend und Schönheit verheißt. Dumm nur: Der Körper muss trotzdem konserviert werden, denn bei unsachgemäßer Behandlung beginnt der Putz abzublättern. Und natürlich geht der Kampf um Ernest nicht ohne Blessuren ab. So verwandeln sich die beiden strahlend Schönen im Laufe des Films in groteske Zerrbilder ihres früheren Selbst. Kanonengroße Löcher im Bauch und ausgerenkte Hälse sind da auf Dauer noch die kleineren Übel. So besteht der eine Teil des Spaßes daran, den Protagonisten beim Zerbröseln zuzuschauen. Der zweite ergibt sich aus den enorm witzig-schrägen Dialogen; so räsonnieren die beiden Damen etwa darüber, dass man sich mit der Zeit ja gegenseitig den A... anpinseln müsse. Für Hollywood-Verhältnisse ist das einigermaßen abgedreht und unterhält streckenweise köstlich.

Viel meckern sollte man am Ende nicht, zumal Mad und Hel einen würdigen Fußtritt raus aus dem Film erfahren dürfen. Angemerkt sei aber, dass die aufgezeigte ideale Alternative zum hohlen Dasein der beiden Wracks - Ernests ehelich-kinderreich-wohltätiger Lebenswandel - doch etwas arg konservativ daherkommt. Das lässt sich aber schnell abhaken. In diesem Fall steht der Tod wirklich gut.


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