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Beiträge von Melanie Holtmann
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Rezensionen verfasst von
Melanie Holtmann "Mekko!" (Utopia)
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   

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Vom Ende der Eiszeit
Vom Ende der Eiszeit
DVD ~ Veronica Ferres
Wird angeboten von chrisdvdshop
Preis: EUR 9,98

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Eistanz im 08/15 - Takt, 21. März 2007
Rezension bezieht sich auf: Vom Ende der Eiszeit (DVD)
Veronica Ferres spielt die Dorfpolizistin Lena Jörning. Ihre Schwester, die sie seit zwölf Jahren nicht gesehen hat, treibt auf einmal mausetot unter dem Eis. Schnell wird klar, dass es Mord war, dass Evelyn als Prostituierte gearbeitet hat und dass unter den Männern, mit denen sie geschlafen hat, auch Lenas Verlobter Bruno war...

'Vom Ende der Eiszeit' - das klingt schön und soll auch offensichtlich das duplizierte Thema des Films sein. Es taut - in der Natur und in der festgefrorenen Seele Lenas, die damals vor 12 Jahren nicht den Mut gefunden hat, zusammen mit ihrer Schwester dem engen Dorfleben und dem (so wird es zumindest vage angedeutet) Missbrauch des später krebskranken Vaters zu entfliehen. Was leider nicht auftaut, ist die mit zunehmender Spieldauer immer lähmendere Statik des ganzen Geschehens. Was als vielversprechendes Porträt einer ganz normalen Frau beginnt, endet als tranig-tränenreicher Schwermutlangweiler in bester deutscher Depri-Tradition.

Ein wenig Pepp bringen wenigstens Detlev Buck und Konstanze Breitebner als zwischen zynischem Realitätskommentar und überpointierter Ironie angelegtes Ermittlerduo. Und Martin Feifel spielt den trauernden Ehemann der Toten mit zu Herzen gehender Trostlosigkeit. Ganz nett ist auch der Kunstgriff der verschachtelten Zeitebenen - inklusive zwischengeschnittener Videoaufzeichnungen, die dem Zuschauer die tote Schwester nahebringen und die Inszenierung angemessen auflockern. Zuletzt zu Veronica Ferres: Dass sie die Figur der Lena Jörning als "ganz große Charakterrolle" (O-Ton) empfindet, schlägt sich leider nicht angemessen in ihrem Spiel nieder. Dabei hilft ihr das Drehbuch allerdings auch nicht, zumal am Ende eine dieser beliebten kathartisch-optimistischen Erlösungsszenen steht.

Das Ganze ist eben trotz aller Ambition wohlwollend solide, aber ganz sicher keine neue oder brillante Unterhaltung. Und den augenblicklichen Preis schon gar nicht wert.


Der geheimnisvolle Schatz von Troja
Der geheimnisvolle Schatz von Troja
DVD ~ Heino Ferch
Wird angeboten von Abakues
Preis: EUR 21,06

10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Würde man diese DVD einbuddeln..., 20. März 2007
Rezension bezieht sich auf: Der geheimnisvolle Schatz von Troja (DVD)
... dann müsste sich zweieinhalbtausend Jahre später garantiert keiner die Mühe machen, ähnlich wie Heinrich Schliemann Himmel und Hölle in Bewegung zu setzen, um sie dem Vergessen zu entreißen. So doll ist der Film nämlich nicht. Feinere historische Inkorrektheiten kann ich nicht beurteilen; dass der Film allein auf Originalsprachen plus Untertitel verzichtet und stattdessen sogar Briefe zwischen zwei Fremdsprachlern der Einfachheit halber auf Deutsch präsentiert, trägt jedenfalls nicht zur Glaubwürdigkeit im Allgemeinen bei.

Woran der Film im Ganzen krankt, ist sein nahezu spürbarer Wille zum Mainstream. Über die ganzen Zutaten, die da so dabei sein müssen, verliert sich die Faszination "Troja" fast vollständig. Denn was braucht man: Den bösen Antagonisten (hier wird Potenzial verschenkt: Justus von Dohnanyi), die komplizierte Liebesgeschichte plus eifersüchtigem Exfreund, zahlreiche Widerstände von seiten anderer interessierter Parteien, das missglückte Attentat und so weiter. Das stört die Konzentration aufs eigentlich doch spannende Hauptthema, zumal im zweiten Teil manche Handlungsfäden eher desinteressiert aufgelöst werden. Dass dazu Figuren wie Schliemann oder sein Gegenspieler Neumann (Dohnanyi) in einer Sekunde offensichtlich in Berlin, in der anderen wieder an der Ausgrabungsstätte auftauchen, verwirrt den Zuschauer auch ein wenig. Eher unangenehm ist auch, dass Schliemanns griechische Frau Sophia (Mélanie Doutey) nach stolzem Widerstand gegen den eigenen Status als Handelsobjekt im ersten Teil dann im zweiten zum Standardtypus der treusorgenden und, wenn's sein muss, heroischen Gattin mutiert, die ihren Angetrauten irgendwann sogar per Blick anzuflehen scheint, sie doch endlich mit ins Ehebett zu nehmen.

Was dann schon ein wenig freundlicher auffällt, ist die Tatsache, dass bis auf wenige Szenen kein grabesschwerer Melodrama-Ton angeschlagen wird, wie es oft in ähnlichen Produktionen (Un-)Sitte ist. Und immerhin hat Schliemann, wenn auch letztendlich als Identifikationsfigur natürlich Gutmensch, doch auch einige Ecken und Kanten. Das ist auch gleich der passende Übergang zur Darstellerkritik: Heino Ferch ist eben in jeder Rolle - Heino Ferch. Auch wenn er als Schliemann einige ganz nette Manierismen entwickelt. Mélanie Doutey ist erstmal ein erfrischendes Gesicht, reiht sich aber im Laufe des Films doch eben in die Liste der netten Gesichter ein. Der Rest des Casts agiert solide bis gut, ist allerdings meist auch nicht sonderlich gefordert.

Insgesamt ist "Troja" nette Fernsehunterhaltung, wie man sie eben erwartet. Heino Ferch will jetzt erstmal nicht mehr buddeln, und bei dieser Entscheidung sollte man ihm nach Ansicht dieses Films auch nicht widersprechen.


Das Vichy-Regime (Reclams Universal-Bibliothek)
Das Vichy-Regime (Reclams Universal-Bibliothek)
von Marc O Baruch
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,00

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Als Einführung eindeutig zu empfehlen, 18. März 2007
Wer sich mit dem Vichy-Regime - also dem Frankreich von 1940 bis 1944 - in irgend einer Form beschäftigt, für den stellt Marc Olivier Baruchs kleines Reclam-Bändchen den optimalen Einstieg in die Thematik dar. Auf 200 Seiten werden alle Aspekte zumindest angesprochen: die Berufung Pétains, der Waffenstillstand, der Bruch mit der republikanischen Verfassung, die Nationale Revolution, Kollaboration und Résistance, die Rolle de Gaulles und so weiter. Das alles ist sorgfältig und angemessen komplex dargestellt. Baruch bettet das historische Sujet "Vichy" auch in den noch immer aktuellen Kontext, indem er die Problematik der Kontinuitäten vor und nach Vichy anspricht und ebenso deutlich macht, dass Vichy für die Franzosen in vielerlei Hinsicht noch keine wirklich vergangene Vergangenheit ist. Das alles bleibt natürlich oft Ansatz, aber mehr als einführen kann ein solches Werk ohnehin nicht. Dem interessierten Leser wird aber mannigfaltig Material an die Hand gegeben: Schon im laufenden Text finden sich einige Bilder und zitierte Quellen. Eine Zeittafel zu Beginn und umfangreiche Literaturhinweise am Schluss des Buches sorgen, ebenso wie ein Namensregister, für den bestmöglichen Einstieg in vertiefte und vertiefende Auseinandersetzung.


Jeremy Brett - Linda Pritchard Story: On the Wings of Paradise
Jeremy Brett - Linda Pritchard Story: On the Wings of Paradise
von Linda Pritchard
  Gebundene Ausgabe

9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Beeindruckendes Dokument einer Freundschaft, 18. März 2007
Den Schauspieler Jeremy Brett werden die meisten in Deutschland - wenn überhaupt - als "Sherlock Holmes" kennen. Diese Figur, aber auch seine besondere Ausstrahlung und nicht zuletzt seine Lebensgeschichte, die sich besonders in den letzten zehn Jahren sehr tragisch liest, haben Brett eine Bewunderung eingebracht, die auch noch lange nach seinem Tod 1995 anhält. Brett litt an einer bipolaren Störung (eher bekannt ist wohl - und war auch mir - der Ausdruck 'manisch-depressiv'), die erst nach der Erschütterung durch den Krebstod seiner zweiten Frau Mitte der 80er Jahre diagnostiziert und behandelt wurde. Zu dieser Hypothek hinzu kam eine Herzkrankheit, die sich im Laufe der Jahre verschlimmerte. Das alles stellt den Hintergrund dar, vor dem man Linda Pritchards Buch lesen muss. Pritchard begleitete Brett in den letzten Jahren seines Lebens, und von diesem gemeinsamen Weg berichtet sie im vorliegenden Buch.

Wer gegenüber den literarischen Anstrengungen, authentisch Zeugnis vom Leben eines nahestehenden Menschen abzulegen, verständlicherweise skeptisch ist, wird diese Skepsis durch manche Passagen in Pritchards Buch bestätigt finden. Deutlich hört man eine weitgehend vorbehaltlose Verehrung heraus, und manche Gesprächsprotokolle wirken entweder wie mitgeschrieben oder im Nachhinein aus Erinnerungen (re-)konstruiert. Diesen Fehlern gegenüber kann man aber milde sein. Pritchards Bericht wirkt - von diesen und anderen kleinen Makeln abgesehen - aufrichtig, und vor allem ist er sehr bewegend. Sie ruft kleine Begebenheiten in Erinnerung, spricht aber auch vom Kampf Bretts gegen seine Krankheit(en) und tut dies - mit den angesprochenen Abstrichen - in beeindruckender Schlichtheit, die aber immer ungeheuer mitfühlend erscheint. Das Ganze bleibt intim und fern des Ruchs sensationslüsterner Klatschkolportage; Pritchard lässt den Leser teilhaben, ohne zu viel preiszugeben.

Wer sich nicht nur für den Schauspieler, sondern auch für den Menschen Jeremy Brett interessiert, dem gibt dieses gar nicht mal so dicke Buch viel. Eine unvoreingenommene oder gar vollständige Biografie ist es nicht, aber eine beeindruckende Schilderung einer kurzen Wegstrecke, die zwei Menschen gegangen sind, allemal.


Mr. Hitchcock, wie haben Sie das gemacht?
Mr. Hitchcock, wie haben Sie das gemacht?
von Robert Fischer
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Alles über Hitchcock - von Hitchcock, 18. März 2007
Wer den Meister verstehen will, sollte ihn auch selbst zu Wort kommen lassen. Auf diesen so einfachen wie genialen Gedanken ist Francois Truffaut gekommen, und das Ergebnis bereitet dem Hitchcock-Enthusiasten unbedingte Freude. Zum gesamten Oeuvre äußert sich der Regisseur, animiert durch seinen prominenten Fan, der mit der Lust des Sympathisanten und der Neugier des Journalisten fragt. Natürlich sollte man Hitchcocks Äußerungen mit Hilfe einschlägiger Sekundärliteratur kritisch gegenlesen; denn auch wenn Hitch selbst einige Fehler einräumt, so zwingt er dem Leser doch eben auch die eigene Werkinterpretation auf. Ein Interviewband ist ein schlechter Ort für Widerspruch; trotzdem folgt Truffaut seinem Gesprächspartner manchmal etwas zu bereitwillig auf dessen Pfade. Aber - geschenkt. Schon allein um Hitchcocks trockenen Sarkasmus’ willen lohnt sich die Lektüre. Aber das Hauptaugenmerk liegt natürlich auf vielen wirklich erhellenden Anmerkungen des Meisters, warum er dies und jenes so und nicht anders angepackt hat, warum ihn welche Stoffe interessierten und welche technischen Kniffe er um welches Effektes willen angewandt hat. Ohne zumindest die bekanntesten Hitchcock-Filme zu kennen, ist das Lesevergnügen nicht ganz so groß. Aber da wohl ohnehin die meisten Klassiker wie „The Man Who Knew Too Much“, „Rear Window“, „Rebecca“ oder „The Birds“ irgendwann einmal gesehen haben, ist diese Gefahr nicht allzu groß.


Swimming Pool
Swimming Pool
DVD ~ Charlotte Rampling
Preis: EUR 8,99

32 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Vom zweiten Gesicht des Bildes, 18. März 2007
Rezension bezieht sich auf: Swimming Pool (DVD)
Der "Swimming Pool" - in Ozons Film ist er realer Schauplatz, Metapher und Folie zugleich. Er ist der Knotenpunkt eines Spiels mit Bildern und Ebenen. Im Mittelpunkt der - man kann sagen: vordergründigen - Geschichte steht die englische Krimiautorin Sarah Morton (Charlotte Rampling). Sie ist ausgebrannt, ihr Verleger schickt sie zur Erholung ins französische Landhaus. Dort findet sich bald auch Julie (Ludivine Sagnier) ein, die Tochter des Besitzers. Während Julie sexuelles Vergnügen sucht, beobachtet die gehemmte Sarah das Treiben zunächst angewidert, dann zunehmend neugierig. Schließlich kommt es zu einem Mord -

- ,doch das ist eigentlich gar nicht die Hauptsache. Je länger der Film dauert, desto gewisser wird man, dass hier das Gezeigte nicht einfach wie eine konventionelle Filmgeschichte gesehen und gelesen werden kann. Beim ersten Anschauen ist man wohl in erster Linie verwirrt; wenn man aber beim zweiten Mal auf die sorgfältige Inszenierung achtet, spalten sich die Bilder regelrecht auf: in solche, die eine Geschichte erzählen, und jene, die Fiktion in der Fiktion sind. Dabei ist es die Farbe blau, die als Index dieser potenzierten Fiktion fungiert. Fensterläden, die Benutzeroberfläche von Sarahs Laptop, der Pool natürlich, aber auch scheinbar achtlos platzierte Gegenstände werden durch diese andere Lesart plötzlich bedeutsam. Die Bilder beginnen, Fragen zu stellen, sich selbst in Frage zu stellen. Allerspätestens deutlich wird das in der Schlusssequenz, wenn - und ab hier: Achtung, SPOILER - Sarah im Büro ihres Verlegers dessen Tochter trifft - aber das ist dann nicht Julie, sondern eine Julia, der der erotischen Figur (oder Fantasie?) aus Frankreich nur entfernt gleicht.

Wenn man Ozons Film nur mit dem Auge des vom Aktionskino konditionierten Zuschauers betrachtet, ist man vielleicht notwendigerweise enttäuscht. Statt aufzulösen, verzerrt Ozon und führt so die Regeln des amerikanisch geprägten Kinos ad absurdum. Gleichzeitig reflektiert so das Medium Film über sich selbst, über den Begriff und die Möglichkeiten von Fiktion. Das wird im Film unter anderem sehr schön durch einen betonten Einsatz von Spiegeln aufgenommen. Auch eigentümliche Parallelen, Kamerapositionen und andere Techniken, die bei oberflächlicher oder eben eindimensionaler Anschauung marginal scheinen, betonen diese Doppelbödigkeit. Ozon leistet mit diesem Film etwas, das vielleicht noch nicht richtig gewürdigt worden ist. Die Interpretation dessen, was da nun eigentlich bebildert wird, ist ein weiteres sehr interessantes Thema. Aber leider ist diese Rezension jetzt zu Ende.


Das Parfum: Die Geschichte eines Mörders
Das Parfum: Die Geschichte eines Mörders
DVD ~ Ben Whishaw
Preis: EUR 7,99

8 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Er schnüffelt sich durch's Leben., 17. März 2007
Das "Parfüm" habe ich gesehen, bevor ich es gelesen habe. Deshalb kam ein vorurteilender Abgleich mit der Vorlage erstmal nicht in Frage, und ich konnte den Film ohne diese Hypothek betrachten. Trotzdem war das Ergebnis zwiespältig und bleibt es auch und vor allem nach der Lektüre des Buches. Mein hauptsächliches Fazit lautet: Der Leistung und den Anforderungen der Vorlage wird die Verfilmung nur insofern gerecht, als dass Leseeindrücke routiniert abgefilmt werden. Die Brillanz, die Inspiration und das Thema bleiben dabei auf der Strecke. Das fängt schon beim Hauptdarsteller an. Ben Whishaw hat Momente - und die sind im Film nicht die zentralen, sondern die abseitigen - in denen man die Faszination des Phänomens Grenouille ahnt. Dummerweise wirkt er die meiste andere Zeit wie ein halbwegs sympathischer, naiver Autist. Viel zu hübsch für den "Zeck" der Vorlage, streunt er durch die Handlung und schafft es nicht, zum Epizentrum der Geschichte zu werden.

Zweiter Punkt: Wer Schwergewichte wie Dustin Hoffman und Alan Rickman verpflichten kann, darf den einen nicht zum Kasper und den anderen zur eindimensionalen Vaterfigur machen, die den Akteur einigermaßen unterfordert. Beim ersten Ansehen wirkte die Szene, in der Hoffmans Baldini durch Grenouilles Wunderparfüm in eine Traumlandschaft entführt wird, geradezu lächerlich. So macht man das in Werbefilmen: Einfach platt alles zeigen. Weg mit der Phantasie. Überhaupt: Das Zeigen. Zugegeben - Geruchseindrücke zu visualisieren ist eine enorme Herausforderung. Aber: Zoom auf die Nase, Zoom in die Nase, dichte Kamerafahrt über Graslandschaften und Menschenmassen - wo bleibt da der genialische Funke, die Kreativität und Begeisterung des Filmschaffenden, der Ehrgeiz, innovativ zu sein? Diese höchst bedauerliche Durchschnittlichkeit zeigt sich besonders auch in der Szene der Massenekstase. Mit dem Stichwort "FSK" kann und sollte sich kein Filmschaffender entschuldigen. Entweder ist man konsequent oder nicht. Oder man kann es einfach nicht. Aber dieser vollkommen uninspiriert choreografierte (eigentlich kann man gar keine Choreografie oder sonst etwas erkennen, was gewollt ausschaut) Austausch von Zärtlichkeiten ist geradezu langweilig. Und ohne etwas gegen die Schauspielerin sagen zu wollen: Wer ein so präsentes Gesicht wie das von Corinna Harfouch in "Hallo, ich bin auch dabei" - Manier vor die Kamera schubst, tut der Akteurin auch keinen Gefallen.

Ebenso ernüchternd wirkt der Film auf diskursiver Ebene. Alle Ansätze, die über die Person Grenouilles hinausgehen, werden im Ansatz eben auch schon gekappt. Diese Intention machen ja schon die Auslassungen gegenüber der Buchvorlage deutlich. Dummerweise interessiert man sich nicht einmal für das Innenleben des Protagonisten selbst, sondern schwenkt lieber zur Pointe. Dummer Fauxpas: Zwischendurch einfach mal die Erzählperspektive zu wechseln. Besonders deutlich ist der Bruch, als wir mit Baldini bekannt werden. Auf einmal geht es um die ulkigen Nöte des abgehalfterten Parfümeurs. Und bis uns überdeutlich klar geworden ist, dass da eine feine Nase Gebot der Stunde ist, betritt endlich wieder Grenouille die Szenerie. Diese Preisgabe ist geradezu symptomatisch für das Manko fehlender künstlerischer Radikalität und Konsequenz und für die Flucht vor dem mutigen Einfall.

Mit dem, was mir unangenehm aufgefallen ist, könnte ich noch weitermachen. Hier reicht's aber. Was mich so enttäuscht: Das hätte ein viel, viel, viel besserer Film werden können. Drei Sterne gibt es für solide Unterhaltung. Die Enttäuschung bleibt trotzdem.


Aufruhr in Oxford (Ein Fall für Lord Peter Wimsey, Band 10)
Aufruhr in Oxford (Ein Fall für Lord Peter Wimsey, Band 10)
von Dorothy L. Sayers
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Mehr als ein Krimi - und weniger, 17. März 2007
Dorothy Sayers' "Aufruhr in Oxford" ist einer meiner liebsten - nein, nicht Detektivromane. Sondern Schmöker- und Sesselromane. In solche versenke ich mich gerne, weil sie so eine schöne Stimmung und ein Milieu aufrufen, in die man ein- und aus der man wieder auftauchen kann. Dabei gibt es durchaus einen Mystery-Plot, aber der ist nur einer von vielen Gedanken- und Themensträngen in Sayers' Buch. Viel interessanter ist das Porträt, das Panorama fast, das Sayers hier entwirft. Sie siedelt ihren Plot im Oxford der 30er Jahre des letzten Jahrhunderts an, in der ein Frauenstudium nicht mehr extravagant, aber auch nichts völlig Selbstverständliches ist. Sayers, die ja selbst etwas früher studiert hat, kennt sich aus und zeichnet ein liebevolles Bild dieser kleinen, solidarischen Welt, in der wir den Pioniergeist der Akademikerinnen, aber auch eine gesellschaftliche Ablehnung dieses Rollenmodels finden. Sayers' Frauencharaktere dominieren dieses Buch. Sie sind alle sehr unterhaltsam konstruiert und entwickeln besonders in der Interaktion bezaubernd-scharfsinnigen Witz und Lebendigkeit. Dass daneben noch das Rätsel mysteriöser Hass-Dokumente auftaucht, die offensichtlich das (akademische) Frauenbild diskreditieren sollen, ist zwar das notwendige treibende Element der Geschichte. Es steht aber nie im Vordergrund und die Auflösung ist dann auch nicht sensationell. In gewisser Weise ist sie sogar halbherzig, aber hier merkt man eben auch, wo Sayers' Sympathien letztenendes liegen. Daneben wird natürlich auch die Beziehung zwischen Harriet Vane und Peter Wimsey weitergetrieben - und letztendlich in eine wirkliche Liebesbeziehung überführt. Auch hier lässt sich Sayers sehr viel Zeit. Es macht einfach Spaß, sich in ihre Schilderungen des Lebens in Oxford zu vertiefen, manchmal sehr gewitzten Einlassungen zu begegnen und die Helden durch eine gemütlich entwickelte Handlung zu begleiten. Klar, dass da mancher irgendwann enttäuscht das Buch zur Seite legen wird, der eine Story à la Agatha Christie erwartet hat. Sayers kann mehr und weniger als die Queen of Crime. Legt man beide nebeneinander, dann sieht man deutlich neben Sayers' bildungsstrotzender Sentimentalität und gleichzeitiger Frische die Essentialität einer handwerklich perfekten Krimiautorin wie Christie. Auf ihre Weise sind beide liebenswert, und wenn man beide kennt, wird man vielleicht die jeweils andere im Werk der einen vermissen. Aber - und damit zurück zu diesem Buch - Dorothy Sayers spricht auch für sich, und das sehr eindrucksvoll. Dieses Buch ist sicher kein brillanter Krimi und kein belletristisches Meisterwerk. Aber trotzdem muss man es einfach mögen.


100 Fragen: So schnell wie möglich, denn wir haben ja nicht ewig Zeit
100 Fragen: So schnell wie möglich, denn wir haben ja nicht ewig Zeit
von Moritz von Uslar
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,95

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Auch nur mit Wasser gekocht, trotzdem 4 Sterne, 17. März 2007
Moritz von Uslars Buch versammelt Interviews mit nationalen und internationalen VIPs. Soweit, so gut. Von Uslar will aber etwas Besonderes, um mitunter wirklich recht öden Dienst nach Vorschrift seitens des Fragenden oder Standard-Langweilerantworten des Befragten zu vermeiden. Die Lösung: 100 Fragen, in die zur Verfügung stehende Zeit gequetscht. Und: 100 Fragen, die den routinierten Interviewpartner ein wenig überrumpeln sollen. So weit, so spannend. Was von Uslar letztendlich anzubieten hat, ist in manchen Fällen wirklich sehr unterhaltsam zu lesen. In anderen merkt man - trotz oder auch wegen der nachträglich eingefügten Zwischenkommentare von Uslars - dass der Plan nicht so richtig aufgegangen ist. Und insgesamt muss man sagen, dass so originell und journalistisch gewieft das Ganze nun auch nicht ist. Trotzdem liest es sich über weite Strecken recht unterhaltsam. Und man hätte eigentlich auch sehr gerne visuelle Dokumente, weil die Verschriftlichung einer Reaktion ursprünglich nun einmal etwas defizitär sein muss. Trotzdem: Als Bahn- und Nachttischlektüre macht sich von Uslars Band ganz gut.


Miss Marple - Series 1 [4 DVD Boxset] [UK Import]
Miss Marple - Series 1 [4 DVD Boxset] [UK Import]
Preis: EUR 20,66

29 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Jane Marple ist nicht gleich Jane Marple, 17. März 2007
Nachdem ich zuerst bereit war, jeden zu steinigen, der mir meine Joan Hickson vom Thron der einen, wahren und ewigen Miss Marple stoßen will, bin ich mittlerweile zu einem etwas weniger von Weihrauch vernebelten Urteil gelangt. Geraldine McEwan geht anders an die Figur heran und ist wohl auch durch einige Entscheidungen des Drehbuchs dazu gezwungen. Ihre Marple ist viel warmherziger, beteiligter, hat eine tragische Jugendliebe aufgebuckelt bekommen. Letzteres nehme ich übel, denn es wirkt vor dem Hintergrund der Buchvorlagen einfach billig, so ein Element völlig ohne Not zu integrieren. Denn für mich bleibt McEwans Marple trotzdem einfach blass. Sie beherrscht die Szene nicht so, wie es Joan Hicksons Marple tat, mit diesem hochinteressanten Kontrast zwischen altjüngferlich-schamhafter Diskretion und britisch-scharfzüngigem Spürsinn, der kongenial in vielen Episoden ihrem Inspektor Paroli bot. McEwans Marple tickt anders. Sie ist emotional dabei, bekommt durch Szenen der (Selbst-)Reflexion eine Art dramatisches Eigenleben. Damit beugt man sich dem Trend, die Ermittler in aktuellen Krimiserien vom hohen Ross zu holen und selbst mit Defekten zu versehen. Im Zuge dieses Modernisierungswillens verlieren auch die Filme selbst viel von dem Charme, der die Bücher und noch die Hickson-Filme auszeichnete. Da wird überall dieses und jenes hinzugefügt, was man als Willen zum anbiedernden Hyperrealismus deuten könnte. Krimis, die so alt wie (Ur-)Großmütter sind, etwas aufzupolieren, ist ja durchaus legitim, aber aus einem heterosexuellen Liebespaar ein lesbisches zu machen, geht dann für meinen Geschmack etwas sehr weit dem Boulevard entgegen. Auch viele andere Abänderungen sind offensichtlich in dem Geiste geschehen, dem Ganzen mehr dramatisches Identifikationspotential zuzufügen. So eine Behandlung haben Christies Romane aber nicht nötig. Vielleicht stößt mir das aber auch nur deshalb so auf, weil diese Verfilmungen irgendwie lieblos wirken. Sie haben nichts von der Eigenheit oder Eigenwilligkeit, die man als Zuschauer gerne annimmt, sondern mehr von einer kalkulierten Reißbrettproduktion, die jede größere Rolle so ausstellt, als wolle sie förmlich schreien: Seht mich an, wie originell ich bin. Das ist auf die Dauer fade. Nicht ganz so fade sind die Filme nun endlich, aber ich sehe in ihnen nichts Neues und schon gar nichts, was den eben beschriebenen Aufwand lohnte. Joan Hickson bleibt auf dem Thron.


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