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Beiträge von Michael Schäfer
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Rezensionen verfasst von
Michael Schäfer "Kaká" (Dortmund, NRW)

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A Head Full Of Dreams
A Head Full Of Dreams
Preis: EUR 14,99

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Im Schweinsgalopp in die buntglitzernde Belanglosigkeit, 27. Mai 2016
Rezension bezieht sich auf: A Head Full Of Dreams (Audio CD)
Ich gehöre zu den Coldplay-Freunden, die bislang die gesamte Reise der Band mitverfolgt haben und diese im Gegensatz zu vielen anderen Fans der ersten Stunde, die die letzten zwei Alben "Mylo Xyloto" und "Ghost Stories" schon zu elektronisch fanden, immer mit Überzeugung mitgehen konnten. Denn trotz teilweise etwas sehr kommerziell und "zeitgemäß" angehauchtem Elektro-Sound transportierten besagte Scheiben immer noch unglaublich viel Emotion; besonders der direkte Vorgänger "Ghost Stories" hat für mich nach wie vor Gänsehaut-Potential ohne Ende.
Aber mit "A Head Full Of Dreams" scheinen sich die vier Vorzeigemusiker von der Insel jetzt doch mal so richtig vergaloppiert zu haben.
Ein Problem ist für mich dabei der sehr an die Hörgewohnheiten der jungen und jüngsten Generation angepasste Bombast-Sound: viel zu viel Elektro-Tam-Tam, Sphärensounds von links, komische Ethno-Backgroundgesänge von rechts, fünf Sorten elektronisches Percussion-Geklapper von allen Seiten anstelle eines vernünftigen Schlagzeugs, und die Gitarre von Johnny Buckland ist mittlerweile auch eher eine Randerscheinung als ein zentrales Merkmal des Coldplay-Sounds. Auf "Ghost Stories" und "Mylo Xyloto" gab es diese Elemente zwar auch schon, aber in viel dosierterer und transparenterer Form: Waren dort die neuen Soundelemente noch in Passung zum jeweiligen Song relativ prominent als Ergänzung zum Gesamtsound eingesetzt, ersetzt hier ein Einheits-Klangbrei fast komplett den eigentlichen Bandsound.
Das alles wäre aber noch als überzogenes Studio-Experiment zu ertragen, wenn nicht zusätzlich auch noch die Qualität der Songs an sich die mit Abstand schlechteste in der Bandgeschichte wäre. Die Tatsache, dass eine völlig melodiefreie und einfallslose Nummer wie "Adventure of a Lifetime", bei der einen absolute Nicht-Leistung an Songwriting mit o.g. Klangbrei zugekleistert wird, es zur Leadsingle dieses Albums geschafft hat, spricht Bände. Ähnliches lässt sich über die jüngste Auskopplung "Up&Up" sagen; einzig akzeptable Single und einziger Song, der auch in der Retrospektive noch Bestandteil einer "Best of Coldplay" werden könnte, ist für mich "Hymn for the Weekend". Auch hier hätte es etwas weniger Elektrosmog getan, aber die Nummer hat wirklich Schmiss und macht Freude. Die übrigen Songs sind für mich alle eher nichtssagend, ich verspüre auch wenig Lust, mich weiter mit ihnen zu beschäftigen.
Meiner Meinung nach sind Coldplay vom großartigen "Ghost Stories" aus falsch abgebogen. Beseelt von dem schönen Ergebnis ihres ruhigen Elektro-Albums haben sie versucht, noch elektronischer, noch zeitgemäßer, noch vermeintlich jünger zu werden - und haben sich dabei in die Belanglosigkeit weiter Teile der heutigen Mainstream-Jugendkultur manövriert. Da man ihnen dafür aus einer unfassbar trostlosen Alternativlosigkeit im Pop/Rock-Geschäft auch noch die BritAwards hinterherschmeißt, schwindet bei mir auch zunehmend die Hoffnung, dass sie sich in Zukunft auf das besinnen werden, was jetzt der einzig richtige Schritt wäre: Back to the roots - zurück zu authentischer, erdiger Rockmusik mit Gitarre, Bass, Schlagzeug und Klavier; und vor allem: guten Songs, für deren Entstehung man vor allem Zeit und Muße braucht.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 12, 2016 12:36 AM MEST


George Harrison - Seine spirituelle und musikalische Wanderschaft
George Harrison - Seine spirituelle und musikalische Wanderschaft
von Joshua Greene
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,90

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Worum es George wirklich ging..., 23. Juli 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Joshua M. Greenes Harrison-Biographie fokussiert die Beschäftigung Harrisons mit indischer Philosophie und Religion als Leitmotif des Lebens George Harrisons. Hierin besteht dann auch direkt sein Verdienst, denn wer mit der Faktenlage vertraut ist und außerdem seine Songtexte adäquat interpretieren kann, erkennt die an hinduistischen Konzepten orientierte, aber ihnen nur phasenweise (frühe 70er) dogmatisch folgende Suche nach Gott als das zentrale Unterfangen des Lebens Harrisons. Meditation, das Erschaffen wunderbarer Musik, die Pflege intensiver Freundschaften, die Bewirtschaftung seines Anwesens Friar Park sowie der Einsatz für Hilfsbedürftige sind dabei die konkreten Manifestationen dieser spirituellen Reise, und Greene gelingt es weitgehend, diese mit viel Liebe und Empathie sowie in kurzweiliger und allgemeinverständlicher Manier zu beschreiben.
Sein Stil ist angenehm-erzählerisch, zuweilen kippt es jedoch etwas ins Kitschig-Verklärende, etwa wenn behauptet wird, dass just in einem Moment, indem ihm ein Hindu-Freund versucht, seine finanzielle Gutmütigkeit auszunutzen, ein krachender Blitz in das Anwesen einschlägt. Solche Heroisierungen trifft man gelegentlich an, und mir persönlich sind sie unangenehm, liefern Wasser auf die Mühlen ignoranter Menschen, die Spiritualität für Unfug halten. Besser gefallen mir sachlicher gehaltene Passagen und dokumentierte Wiedergaben von Interviews mit Freunden und Weggefährten Harrisons, die dessen menschenfreundliches, sensibles und teilweise an dieser Welt zweifelndes, aber nie verzweifelndes Gemüt in Anekdoten beschreiben, die mitunter zu Tränen rühren.
George Harrisons Leben ist in seiner anfänglichen Wirrniss und späteren Stille und Spiritualität eines der bewegendsten Musikerleben überhaupt; sein Beispiel zeigt, wie man die Umkehr nach innen, die Suche nach Gott vollziehen kann, ohne dabei sein soziales Leben oder seine Leidenschaften zur Gänze aufgeben zu müssen. Dies aufzuzeigen, gelingt Greene schon sehr gut. Was mir persönlich jedoch etwas fehlt und was ich mir von dem Werk stark erhofft hatte, sind ausführlichere Interpretationen der Songtexte mit Blick auf den konzeptionellen Einfluss der indischen Religion und Philosophie sowie eine genauere Beschreibung der theologischen Konzepte, von denen George überzeugt war. Im Bemühen um Verständlichkeit bleibt der Amerikaner hier vergleichsweise oberflächlich, was gerade für Leser, die schon einiges Hintergrundwissen zu besagten Aspekten haben, etwas enttäuschend daherkommt, weil man sich einfach mehr neue Erkenntnisse aus einem Buch erhofft, das verspricht, Harrisons "musikalischen und spirituellen Weg" zu beschreiben. Etwas mehr Analyse, etwas mehr Raum und Ruhe für eine konkrete Auseinandersetzung mit dem Zusammenhang zwischen Musik und Spiritualität - das ist etwas, was sich nochmal jemand vornehmen muss, um noch klarer verstehbar zu machen, worum es George eigentlich ging, wenn er der Welt empfahl, die Namen Gottes zu singen. Abgesehen davon ist das Buch jedoch eine hochinteressante Reise durch Georges Leben mit der richtigen Schwerpunktsetzung.


Ghost Stories Live 2014
Ghost Stories Live 2014
Preis: EUR 9,59

4.0 von 5 Sternen nette Ergänzung, 23. Juli 2015
Rezension bezieht sich auf: Ghost Stories Live 2014 (Audio CD)
Nach der bombastischen 2012er-Tour haben sich Coldplay nach der Veröffentlichung des fantastischen "Ghost Stories"-Albums 2014 mit Live-Präsenz zurückgehalten; einer der vergleichsweise wenigen intimen Auftritte wird auf dieser Live-Publikation dokumentiert. Dies ergänzt das Album zwar ganz nett, aber man darf nicht zu viel erwarten: Sowohl CD als auch DVD beinhalten 1 zu 1-Abbildungen des Albums in Live-Form, wobei sehr viel mit Loops gearbeitet wird, sodass die Songs live im Grunde genauso klingen wie in den Studioversionen. Da diese richtig super sind, hat man natürlich auch hiermit richtig viel Freude, aber der Mehrwert gegenüber dem Studioalbum ist für mich deutlich weniger groß als bei anderen Live-Veröffentlichungen. Ich bin gespannt, wie die stark elektrifizierten Stücke von "Ghost Stories" bei späteren Konzerttourneen klingen werden und ob sich Chris Martin und Co. "trauen" werden, die Stücke mal in erdigerem Rocksound darzubieten.


EinFach Deutsch Unterrichtsmodelle: Henning Mankell: Der Hund, der unterwegs zu einem Stern war: Klassen 5 - 7
EinFach Deutsch Unterrichtsmodelle: Henning Mankell: Der Hund, der unterwegs zu einem Stern war: Klassen 5 - 7
von Kirsten Köster
  Broschüre
Preis: EUR 17,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hilfreiches Material für produktionsorientierten Literaturunterricht in der JS 6, 20. Juli 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ob Mankells wenig handlungsgetriebener, eher atmosphärischer und reflektiver Roman bei vielen Sechstklässlern gut ankommt, sei dahingestellt; ich habe es einigermaßen erfolgreich mit einer verhältnismäßig leistungsbereiten und lesefreudigen Klasse gelesen, aber man sollte schon gut überlegen, ob die Kids geduldig genug sind oder eher etwas "fetzigeres" brauchen, um zu authentischem Leseerleben angeregt zu werden.

Wenn man sich aber für die Lektüre entscheidet, ist dieses Unterrichtsmodell von Schöningh sicherlich extrem hilfreich, weil es auf einer durchaus sinnigen Reihenplanung basiert und ein gutes Mischverhältnis aus analytischen (ca. 1/3) und produktionsorientiert-kreativen (ca. 2/3) Angängen vorschlägt, dabei Differenzierungsmöglichkeiten bereithält und auch inhaltlich einiges erläutert, was man sich im hektischen Schulalltag sonst selbst "erlesen" müsste. Auch sind relativ viele Arbeitsblätter direkt in der gegebenen Form gut einsetzbar. Natürlich kommt man um das Erstellen eigener Materialien nicht komplett herum, aber mit dem Modell kriegt man ein ganz gutes Verhältnis aus vertretbaren und wirklich guten vorgefertigten Aufgaben und eigenem Input sehr leicht hin.


The Collection (Digipak inkl. 2 CDs & DVD)
The Collection (Digipak inkl. 2 CDs & DVD)
Preis: EUR 31,06

5.0 von 5 Sternen Ein singuläres, weil hinreißend entspanntes Rock-Ereignis, 20. Juli 2015
Travekung Wilburys - Die so betitelte Kollaboration der zu seiner Zeit im mittleren Lebensalter befindlichen Rock-Granden George Harrison, Jeff Lynne, Roy Orbison, Bob Dylan und Tom Petty hat nicht nur zwei höchst hörenswerte Rock-Alben hervorgebracht, sondern auch - basierenden auf freundschaftlicher Zusammenarbeit und Liebe zur Musik - eine Art Rennaissance der Rock-Ära in der Atmosphäre des Bescheiden-Halbprivaten hervorgebracht, aus der Ende der 80er neben besagten Wilbury-Veröffentlichungen auch so hinreißende Alben hervorgingen wie Harrisons "Cloud 9", Lynnes "Armchair Theatre", Orbisons "Mystery Girl" oder Pettys "Into the Great Wide Open". All diese Scheiben tragen Jeff Lynnes Gepräge in ihrem satten und doch handgemacht daherkommenden Sound mit sich und feiern das Leben und die Liebe zur Musik.

Die hier vorliegende Box dokumentiert das Zusammenwirken besagter Herren als Supergroup auf zwei digital remasterten Alben und liefert zudem eine knappe, aber schnuckelige und rührende Dokumentation über die freundschaftliche Zusammenarbeit der 5 Freunde ab.

Die musikalische Qualität der Einzelalben ist dabei sicherlich über jeden Zweifel erhaben; insbesondere Vol. 1 enthält 10 komplett großartige Stücke mit George Harrison (seine Songs "Handle With Care", "Heading For the Light", "End of the Line" sind die vielleicht eingängigsten und sicherlich auch bekanntesten Stücke des Projekts) als treibender Kraft sowie einem nach langer Sinn- und Schreibkrise wiedererstarkten Bob Dylan, der frivol-humorvoll wie lange nicht agiert ("Dirty World", "Tweeter and the Monkey Man"). Auf Vol. 3 - inzwischen war Roy Orbison leider verstorben - fehlen dann zwar einige wichtige Elemente aus Vol. 1 wie Orbisons charakteristischer Tenor sowie Dylans und Harrisons intensiver Input im Songwirting, aber Pettys Stetson-Coolness und einige richtige Kracher wie "She's My Baby" oder "Inside Out" machen auch dieses Album zu einem überzeugenden Longplayer.

Insgesamt ist diese Box ein richtig schönes Geschenk für alle, die diesen entspannten Wilbury-Sound, Jeff Lynnes erdige Produktionsarbeit der 80er sowie entspannte Herrenabende bei guter Musik mögen. Das Besondere an den Wilbury-Platten ist für mich, dass man die Entspanntheit, Freundschaft und pure Freude am Musikmachen, die die 5 Musiker eingebracht haben, in jeder Note spürt, während man die Platte hört. Hier haben 5 Herren in der Mitte (einer leider am Ende) ihres Lebens ihrer Freundschaft und Liebe zur Musik ein würdiges Denkmal gesetzt, das so authentisch, so glaubwürdig, so freudvoll daherkommt wie kein vergleichbares Projekt.


Traveling Wilburys 3
Traveling Wilburys 3
Preis: EUR 28,21

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Fortsetzung des entspanntesten Supergroup-Projektes, 20. Juli 2015
Rezension bezieht sich auf: Traveling Wilburys 3 (Audio CD)
Nach dem erschütternden Tod Roy Orbisons machten seine vier Wilbury-Mitstreiter im Gedenken an den Mann mit der glockenhellen Stimme, der Vol. 1 mit selbiger stark geprägt hatte, da weiter, wo sie zuvor aufgehört hatten: einer Mischung aus entspanntem Westcoast-Rock, klassisch-bluesorientiertem Rock'n'Roll und starken Melodien. Dennoch unterscheidet sich die zweite Scheibe (die Benennung als Vol. 3 ist wohl - wie so manches absurd-humoristische textliche Element, auf Monty Python-Fan George Harrisons Mist gewachsen) in einigen substantiellen Aspekten vom Vorgängeralbum: War das erste als spontane zusammen eingespielte Session von Einzelsongs der Künstler entstanden, bei dem man von Song zu Song klar die songschreiberische, textliche und gesangliche Handschrift eines Wilburys im Vordergrund wahrnehmen konnte (was man auch im Booklet nachvollziehen konnte), verwischen diese Grenzen auf Vol. 3 komplett. Dominant kommt jedoch eindeutig Tom Pettys lakonischer Country-Rock-Stil daher. Abgesehen von dem krachenden Opener "She's My Baby" und dem witzigen Rock-Rausschmeißer "Wilbury Twist", die als Rock'n'Roll-Anachronismen wohl hauptsächlich Jeff Lynnes "Babys" sein dürften, und dem wunderschönen melodieverliebten "New Blue Moon" (wohl eine Harrison-Nummer, wie man an dem charakterisitischen Slide-Guitar-Spiel sowie der von Harrison häufig bemühten Mond-Metapher erkennen kann) wirken alle übrigen Stücke eher von der Highway-Coolness und Americana-Mentalität Pettys geprägt. Das tut der Qualität der Platte insofern einen kleinen Abbruch, als es dem Blondschopf aus meiner Sicht nur stellenweise gelingt, als Songschreiber so zu brillieren, wie es seine Freunde Harrison und Dylan als dominante Beiträger auf Vol. 1 geschafft hatten ("Inside Out", "Poorhouse" und "You Took My Breath Away" gehen richtig unter die Haut, bei "Cool Dry Place" hingegen fängt Petty mit seiner lakonischen Art ein wenig an zu nerven). Insgesamt fehlt der songschreiberische Input Harrisons und Dylans; gerade letzterer hatte 1990 wohl sein Pulver durch sein seit langer Zeit erstes wieder richtig gutes Album "Oh Mercy" etwas verschossen.
Trotzdem gelingt es den entspannten Mid-Aged Rock-Heroes auf Vol. 3 für richtig gute Laune zu sorgen. Die Kollaboration markiert das würdige Ende einer ganzen Reihe von Kollaborationen der beteiligten Musiker in den späten 80ern, die - beginnend mit Lynnes Produktion des Harrison-Albums "Cloud 9" - eine im Kleinen, Bescheiden-Halbprivaten stattgefunden habende Rennaissance der Rock-Ära hervorbrachte. Die beiden Wilbury-Scheiben sind daher Ausdruck großer Liebe zur Rock-Musik und tief empfundener Künstler-Freundschaften, deren gutes Fluidum sich im entspannten Sound beider Platten spiegelt; und auch wenn Vol. 1 sicherlich das etwas stärkere Album ist, sollte man Vol. 3 sicherlich ebenso als ein besonderes Ereignis in der Rock-Musik würdigen.


Moon Landing (Edition 2014)
Moon Landing (Edition 2014)
Preis: EUR 16,99

4.0 von 5 Sternen solide Arbeit, 31. März 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Moon Landing (Edition 2014) (Audio CD)
Mir war Blunt eigentlich immer eine Spur zu poppig sowie zu weinerlich; mittlerweile hat er sich im positiven Sinne weiterentwickelt, man kann ihn gut anhören. "Moon Landing" ist für mich besonders an den Stellen stark, an denen die Produzenten sich etwas Wucht und Härte zutrauen: Die interessante Kombi aus bittersüßer Melancholie und Bombast-Sound beim Opener "Face the Sun" gefällt mir am besten; auch das etwas verquere Gitarrensolo am Ende des ansonsten eigentlich etwas zu Singsang-mäßig daherkommenden "Postcards" hat was; die Ballade "Sun on Sunday" is zwar wieder sehr klassisch-Blunt, aber das Ding ist gut durchkomponiert, das nehme ich ihm ab, ebenso wie das hymnische "Bonfire Hearts", der vielleicht kompletteste Song der Platte. Darüber hinaus sind eigentlich alle Songs brauchbar, wenn auch selten wirklich fesselnd. Richtig ungern höre ich persönlich nur "When I FInd Love Again", dieser Refrain kommt mir von der Melodieführung her sehr penetrant und auf eine in diesem Zusammenhang irgendwie negativ aufzufassende Weise infantil daher - ein Eindruck, der von dem merkwürdigen Chorgesangs-Sound des Ganzen unterstützt wird. Insgesamt ist die Scheibe für Pop-Freunde ein guter Griff, wer eher aus der Rockecke kommt, kann mit "Moon Landing" aber auf jeden Fall deutlich mehr anfangen als mit Blunts früheren Alben. In die Coldplay-Kategorie wird es der Gute aber voraussichtlich nicht mehr schaffen, dafür fehlen songschreiberische Klasse und musikalischer wie textlicher Tiefgang.


Tell Tale Signs: the Bootleg Series Vol.8
Tell Tale Signs: the Bootleg Series Vol.8
Preis: EUR 8,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das "frühe Spätwerk" aus Bootleg-Perspektive: Spannende Alternate Takes, Live-Aufnahmen und bislang unentdeckte Songperlen, 31. März 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Wer sich mit Bob Dylans Musik intensiv beschäftigt, kommt zumeist zu zwei Erkenntnissen: 1. Kaum ein anderer Künstler hat so viel unveröffentlichtes Material hinterlassen, das trotzdem einfach großartig ist. 2. Der Mann wird im Alter immer besser. Nach einigen privaten, spirituellen und künstlerischen Irrfahrten und Aufs und Abs hat er mit "Oh Mercy" 1989 ein grandioses Spätwerk eingeläutet, dessen Nebenerzeugnisse diese Doppel-CD im Rahmen der ohnehin famosen Bootleg Series als Vol. 8 der Reihe abbildet. Enthalten sind - anders als bei Vol. 1-3, die die Zeit bis 89 abbilden, in nicht-chronologischer Reihenfolge - Vor- und Alternativversionen vor allem aus den Produktionsprozessen zu "Oh Mercy", "Time out of Mind", "Love and Theft" sowie dem genialen "Modern Times". Dabei entpuppen sich fast alle Songs als ebenso interessant, wenn nicht interessanter, als in der Albumversion, so z.B. "Most of the Time" als reiner Folk-Song zur Akustikgitarre, "Someday Baby" als lässiger Walking-Blues oder "Mississippi" in gleich zwei sehr reduzierten, charmanten Varianten. Besonders spannend wird es, wenn sich bis dato völlig unbekannte Stücke als Vorformen bekannter Album-Tracks entpuppen: So verbindet etwa das somnabul-unheimlich daherkommende "Dreamin' of You" textliche Elemente, die später in "Standing in the Doorway" Eingang fanden, mit einer davon völlig unabhängig erscheinenden musikalischen Hülle, die offenkundig verworfen wurde. Schade eigentlich; zwar ist "Standing in the Doorway" tatsächlich nochmal eine Spur schöner, aber auch "Dreamin' of You" ist eine richtig gute Nummer geworden. Ähnlich verhalten sich übrigens auch der langsame Blues "Marchin' to the City" und seine Album-Nachfolger "Til' I Fell in Love with You" und "Not Dark Yet" zueinander. Beide Tracks speisen sich textlich hauptsächlich aus dieser Vorgängernummer, wobei musikalisch nur ersteres Anleihen dort nimmt. Wer an solchen Entdeckungsreisen zum Produktions- und Songwritingprozess bei Dylan Freude hat, wird diese Platte hier absolut lieben.
Doch es sind nicht nur diese Vor- und Alternativversionen bekannter Songs, die faszinieren, sondern auch komplett ungenutzt gebliebene Songperlen aus dem Studio sowie ausgewählte Live-Nummern sind Bestandteil von "Tell Tale Signs". In erstgenannter Kategorie ist aus meiner Sicht das wunderschöne "Girl From the Red River Shore" aus dem TOOM-Phase hervorzuheben, unter den Live-Songs sticht für mich vor allem eine 92er-Aufnahme von "Ring Them Bells" zu unterstreichen, auf der Dylan dem auf "Oh Mercy" doch recht brav zum Piano vorgetragenen religiösen Manifest eine unglaubliche gesanglich vermittelte Überzeugungskraft im mitreißenden gitarrenlastigen Band-Sound verleiht, was aufzeigt, zu welchen performativen Leistungen dieser Künstler jederzeit in der Lage war und ist - auch in Phasen seines Schaffens, in denen man solche grandiosen Auftritte vielleicht nicht unbedingt vermutet hätte.
Mit "Tell Tale Signs" liegt also eine rundum gelungene Zusammenstellung des - wie man es mittlerweile sagen muss - "frühen Spätwerks" aus Bootleg-Perspektive vor, das nicht nur als logische Fortsetzung der bisherigen Bootleg-Bemühungen daherkommt, sondern aus meiner Sicht qualitativ alles andere pulverisiert, was wir von Dylan sonst vorliegen haben. Von der qualitativen Dichte der Aufnahmen her betrachtet können hier aus meiner Sicht nur noch - wenn auch auf eine natürlich völlig andere Weise, jeder Vergleich hinkt eigentlich - die Folk-Rock-Kracher der Mid-60s und die dazugehörige Royal Albert Hall-Liveplatte mithalten. Dieser Mann hat es im Alter nochmal allen gezeigt und ist weiterhin dabei, dies zu tun. Hören wir ihm weiter zu und lernen! ;-)


Original Album Classics
Original Album Classics
Preis: EUR 12,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen 80er-Set, sehr zu empfehlen, 31. März 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Original Album Classics (Audio CD)
Diese wahrlich sehr preisWERTE 5-CD-Box enthält zwar nicht das gesamte 80er-Werk Bob Dylans, aber doch den Grundstock, den man braucht. Mit "Shot of Love" ist das letzte Album der evangelikalen Trilogie vertreten - für viele Fans gewöhnungsbedürftigt, aber erstens ein Teil des Gesamtwerks, zweitens an vielen Stellen besser als man denkt, und drittens mitsamt dem wohl schönsten Dylan-Song überhaupt: "Every Grain of Sand"; wer den Song kennt, weiß, wovon ich rede/schreibe. Zweite CD der Box ist das 83er-Rockcomeback "Infidels" mit einem unglaublich kraftvollen Sänger Dylan, einem sehr präsentent Mark Knopfler in bester Spiellaune und acht richtig starken Songs, u.a. dem hymnischen "Jokerman", dem verschlagenen "Sweetheart Like You" und dem vielschichtigen "I and I". An diese Pubilkation schmiegt sich dann das 84er-Live-Scheibchen "Real Live" an, das den für seine unberechenbaren Liveauftritte, die entweder traumhaft oder ziemlich verquer geraten können, von einer dem erwartbaren Publikumsgeschmack recht nahe kommenden Seite zeigt: geradlinig-rockige Versionen von Songs wie "Highway 61" oder "Masters of War" geben sich mit im alten Folk-Barden-Stil vorgetragenen Stücken wie "It Ain't Me Babe" oder "Tangled up in Blue" die Klinke in die Hand; der Maestro trägt lustvoll vor - man hätte sich eine Doppel-CD gewünscht. Anders dann die vierte Platte: "Dylan and the Dead", ebenfalls live, aber ein paar Jahre später, zeigt Dylan gemeinsam mit den Grateful Dead als weniger souveränen Künstler. Eine merkwürdige Songauswahl (Wer will schon das 10-minütige Klagelied "Joey" hören?), ein Sänger, der nicht textsicher daherkommt, eine wenig inspirierte Althippie-Truppe als Begleitband, hmm. Egal. Dafür ist Dylans famose Rückkehr zu seiner künstlerischen Souveränität als letzte CD beigefügt: das großartige "Oh Mercy", das von schmerzlich-schönen Kompositionen des Meisters ebenso lebt wie vom düster-kraftvollen Produktionsstil Daniel Lanois'. Eine Klasse-Scheibe, die als Einstieg in Dylans famoses, bis heute andauerndes Spätwerk gesehen werden kann. Man bekommt mit dieser Box also einiges geboten; wer wie ich die 80er in Dylans Oeuvre bislang geflissentlich ignoriert hatte, kann hier wahrlich einige Perlen entdecken, auch wenn sicherlich nur "Oh Mercy" und mit leichten Abstrichen "Infidels" zur absoluten Master-Class gehören. Ausgespart aus dem 80er-Werk sind mit "Saved" (1980) und "Empire Burlesque" (1985) zwar zwei der schwächsten Dylan-Alben überahupt, aber trotzdem verstehe ich nicht recht, was da Auswahlkriterien waren; wer das Gesamtwerk sammeln will, muss die dann halt einzeln nachkaufen. Dennoch ist das Set im Großen und Ganzen sehr empfehlenswert für Dylan-Sammler, denen die 80er noch fehlen.


Vol. 1
Vol. 1
Wird angeboten von Fulfillment Express
Preis: EUR 20,41

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Entspannter Herrenabend im Studio, 15. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: Vol. 1 (Audio CD)
Die Supergroup-Konstellation "Traveling Wilburys" startete 1987 als Zufalls- und Beiprodukt der Kooperation George Harrisons und Jeff Lynnes rund um Georges schönes "Cloud Nine"-Album und mündete in einen erstmal rund 2-wöchigen transatlantischen "Herrenabend" in entspannter, wertschätzender Atmosphäre, aus der eines der gutgelauntesten und hochwertigsten Rock-Alben der 80er-Jahre hervorging. Man muss sich mal vor Augen führen, dass hier tatsächlich die versammelte Elite der Rock-Hochphase der 60er/70er-Jahre, in leicht fortgeschrittenem Alter, sich auf diese Kooperation völlig spontan und unkompliziert einließ; nur in dieser Spontaneität und dank der Freundschaft der Beteiligten, die ihren Nukleus und gemeinsamen Ankerpunkt in George Harrison hatte, konnte ein solches Projekt funktionieren. Doch nicht die Prominenz der Beteiligten an sich macht dieses Album aus, sondern die Magie des Moments; es scheint einer dieser Fälle zu sein, bei denen die Gesamtkonstellation in einem kurzen Moment so super passte, dass einfach Magie in der Luft lag. Und so zauberten der beste Rock-Gitarrist (Harrison), der beste Rock-Produzent (Lynne), der beste Rock-Texter (Dylan), der beste Rock-Sänger (Orbison), und zudem der damalige Mann der Stunde und Benjamin der Gruppe, Tom Petty, innerhalb kürzester Zeit ein Album voller zumeist fröhlich-optimistischer oder aber verschlagen-ironisch-schlüpfriger Songs zusammen, das in dieser qualitativen Dichte seines Gleichen sucht. Kein Wunder, konnten die Stärken der verschiedenen Einzelkomponisten doch super gebündelt werden, da für keinen Einzelnen der Druck bestand, besonders viel Material zusammenbekommen zu müssen. Die produktivsten und stärksten Beiträger in Sachen Songwriting sind dann letztlich Harrison mit den wunderschönen "Handle with Care", "Heading for the Light" und "End of the Line" (Mann, war der Mann in Topform Ende der 80er) und Dylan mit dem versauten "Dirty World", dem beißenden "Congratulations" und der unnachahmlich-dylanesken Outlaw-Moritat "Tweeter and the Monkey Man". Petty liefert das beschwingte "Last Night" und näselt sich mit seiner Highway-Coolness durch so manchen weiteren Refrain bzw. B-Teil, Orbison bringt seine Gesangsgrandeur überall erfolgreich ein und Lynne steuert mit "Not Alone Anymore" eine Orbison auf den Leib geschriebene Herzschmerzhymne ein, sowie mit "Rattled" einen Song in der Rock'n'Roll-Tradition der späten 50er-Jahre, mit dem er einmal wieder beweist, dass er vielleicht nicht der innovativste Songwriter ist, aber ein Arrangeur und Produzent, der mit seinen Studiofertigkeiten jeden erdenklichen Sound dieser Welt nicht nur imitieren, sondern in ein ganz neues Sounderlebnis verwandeln kann. Insgesamt ist die Scheibe der perfekte Begleiter für unbeschwerte Aktivitäten am Wochenende, weil sie einfach gute Laune macht und zum Mitsingen und -wippen einläd, ohne die musikalische Tiefe zu entbehren, für die die großen Namen der Bandmitglieder natürlich bürgen. Man kann fast schon melancholisch werden, wenn man bedenkt, dass von diesen 5, die damals in der Mitte ihres Lebens standen, reich und berühmt waren und so wunderbar herumschäkerten, wie man es von eigenen Männerwochenenden kennt, heute z.T. schon tot bzw. sehr alt sind und ihre Erinnerungen an diese Tage im sonnigen Kalifornien 1987 für sie langsam verblassen werden. So macht einen dann auch eine solch fröhliche Produktion nachdenklich.


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