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Rezensionen verfasst von
S. Kapper (Niedersachsen)
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Stahlhart
Stahlhart
von Henning von Melle
  Taschenbuch
Preis: EUR 5,00

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Konnte mich insgesamt nicht überzeugen..., 24. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Stahlhart (Taschenbuch)
Zu wenig kriminalistische Spannung kann ich bei diesem Lokalkrimi eigentlich nicht bemängeln. Schnell hattte ich seine vom Leben gerade besonders stark gebeutelte Hauptfigur Rainer West ins Herz geschlossen und war eingenommen von der gut aufgebauten Handlung. In angenehm zügigem Tempo erzählen die Autoren Henning von Melle und Volkmar Joswig ihre Geschichte, doch der Erzählstil wirkt auf Dauer etwas eintönig, erinnert die meiste Zeit an Zeitungsberichte der Boulevard-Presse. Da dies irgendwie zum Job Rainer Wests passt, konnte ich mich aber nach einer kleinen Eingewöhnungsphase damit arrangieren und es mit einigem Wohlwollen als beabsichtigte Wirkung der Autoren einstufen.
Die oft sehr hölzern, unnatürlich wirkenden Dialoge, viel zu viele Erwähnungen der Bremer Örtlichkeiten, wohl um das Lokalkolorit zu fördern, uninteressante Informationen oder auffällige Verweise auf bekannte Persönlichkeiten, die zufälligerweise diesen Krimi gelesen und für großartig befunden haben, lassen den Lesefluß leider immer wieder stocken. Recht plump wird auch auf das satirische Projekt des Autorenduos hingewiesen, was einen eher peinlich berührt und die Frage aufkommen lässt, wieso die beiden diese Eigenwerbung nötig haben.
Was die zentralen Figuren der Story betrifft, konnten mich die Autoren auch hier nicht durchweg überzeugen. Rainer West lernt man während des Lesens gut kennen und kann sich mit ihm identifizieren. Die Nebenfiguren jedoch bleiben blass, dürfen ihr Potential nicht ausleben, was wohl dem Tempo der Geschichte geschuldet ist. Einzig Wests Kollege Jens Goldstein sorgt für etwas Farbe im charakterlichen Grau und ein wenig zwischenmenschliche Spannung.

Durch diese leider so deutlichen Schwächen leidet die Qualität dieses Krimidebüts ziemlich stark. Hätten von Melle und Joswig ihr Augenmerk mehr auf den gut durchdachten, am Ende durchaus überraschenden Kriminalfall gelegt, hätten sie statt einem nur im unteren Durchschnitt rangierenden Roman einen wirklich guten Krimi zu Papier bringen können. So eignet er sich als lockere Lektüre für zwischendurch, vermag es aber nicht, nachhaltig zu fesseln oder gar zu begeistern. Schade.


Der letzte Werwolf
Der letzte Werwolf
von Brigitte Endres
  Gebundene Ausgabe

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fantastisches Leseabenteuer..., 18. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Der letzte Werwolf (Gebundene Ausgabe)
Mit "Der letzte Werwolf" ist der Autorin Brigitte Endres ein wunderbar fantastisches Leseabenteuer gelungen, das alles beinhaltet, was ich zum Abtauchen in eine Geschichte brauche. Endres bringt durch einfache, aber wirkungsvolle Elemente Magie und Übersinnliches in unsere Welt und schaffte es so, mich ab der ersten Seite zu fesseln. Von Anfang an liest sich die Geschichte sehr flüssig und leicht, bis zum Buchende finden sich keine Längen oder zähe Passagen. Wenn es gerade mal nicht spannend oder aufregend ist, gibt es viel zu lachen und auch einige romantische Momente. Dorian sorgt mit seiner Ahnungslosigkeit in unserer Welt und seiner altertümlichen Aussprache für reichlich heitere Szenen und lässt einen beim Lesen oft vor sich hin kichern. Sie zarte Romanze, die sich zwischen ihm und Valentina entwickelt ist einfach nur süß, nimmt aber nur einen kleinen Platz neben der eigentlichen Handlung ein, sodass junge Leserinnen ein wenig ins Träumen kommen können, junge Leser sich dadurch aber auch nicht gestört fühlen oder zu viel Kitsch befürchten müssen.
Die Mystery-Werwolf-Story mag manche bei einem Blick auf den Titel abschrecken, man kann sie aber so gar nicht mit den Geschichten über Werwölfe zu vergleichen, die man zurzeit so häufig in diesem Genre findet. "Der letzte Werwolf" findet seine Grundlage natürlich auch in den alten Sagen über Werwesen, diese dient jedoch nur als Gerüst für ein spannendes Abenteuer dreier Kinder, die Zusammenhalt, Freundschaft und Mut beweisen müssen. Die Suche nach dem Geheimnis der Mondlilie macht so viel Spaß, weil Phil, Valentina und Dorian so glaubwürdig agieren. Sie akzeptieren die seltsamen Vorkommnisse nicht einfach, sondern versuchen ihnen mit Logik auf den Grund zu gehen.
Auch das Zwischenmenschliche wird sehr authentisch dargestellt. Sei es die Verliebtheit Valentinas und Dorians, der Umgang der Geschwister miteinander oder die Gespräche mit ihrer lustigen Oma Isolde. Die Charaktere wirken natürlich und frisch, weshalb man sie innerhalb kürzester Zeit ins Herz schließt und mit ihnen mitfiebert.

Brigitte Endres schreibt Geschichten, die auch ihre älteren Leser wieder ins Träumen bringen. Man spürt ihre Freude am Schreiben und der Fantasie auf jeder Seite des Buches, zwischen jeder Zeile. "Der letzte Werwolf" ist ein toller Lesespaß für Jungen und Mädchen ab ca. 11 Jahren, bietet aber auch erwachsenen LeserInnen wie mir gute und kurzweilige Unterhaltung.


Das verbotene Eden. David und Juna: Roman (PAN)
Das verbotene Eden. David und Juna: Roman (PAN)
von Thomas Thiemeyer
  Gebundene Ausgabe

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Anders, aber gut., 14. September 2011
Thomas Thiemeyer schrieb in den letzten Jahren einige spannende Mystery-Thriller wie "Nebra" oder "Korona" und tobte sich in seinen "Chroniken der Weltensucher" bereits im Jugendbuchbereich aus. Immer verstand er es, mich mit seinem Erzähltalent zu begeistern und mitzureißen. Nun schlägt er mit seiner dystopisch angelegten Reihe "Das verbotene Eden" ein neues Kapitel auf.
Die Vision, die er im ersten von drei geplanten Bänden zu Papier gebracht hat, erscheint keinesfalls abwegig. Die Idee die Mutation von Viren zugrunde zu legen, ist eine denkbare Variante, die vielleicht schon heute Realität werden könnte. Einfach wie faszinierend ist der Gedanke, dass diese mutierten Viren die naturgegebene Verbindung zwischen Mann und Frau kappen.
Thiemeyer beschreibt die Auswirkungen der Katastrophe und den Alltag im Jahr 2085 so anschaulich, dass ich ab der ersten Seite vom Geschehen gefesselt war. Die Schilderungen der menschlichen Siedlungen, der gesamten Umgebung und vor allem der Lebensstandards, erinnert ans Mittelalter. Die Stimmung ist spürbar bedrückend und es herrscht eine sehr seltsame Atmosphäre. Einerseits sind die Umstände mediäval, werden aber immer wieder mit modernen, mittlerweile veralteten bzw. unbrauchbaren Details gespickt. Autowracks stehen herum, die Überreste der alten Städte sind zu sehen, es gibt noch einige wenige fahrbereite Wagen und Waffen. Alles wirkt extrem düster und verstörend. Dazu kommt die Präsenz der Kirche wie zu den schlimmsten Zeiten der Hexenverfolgung, man ist gefangen in dieser fiktiven, aber so beklemmend vertrauten Welt. Die Geschichte regte ab der ersten Seite zum Nachdenken an, las sich aber sehr flüssig und hatte mich sofort gut im Griff. Die Stimmung dieser gezeichneten Zukunft überträgt sich beim Lesen, wühlt auf und lässt einen gespannt Seite um Seite umblättern. Man kann sich vorstellen, dass so etwas passieren könnte, genau das macht den besonderen Reiz der Geschichte aus.
Zu Beginn der drei Buchteile erwarten den Leser kurze Botschaften aus der Vergangenheit, ein Brief, eine Radiomeldung, ein Tagebucheintrag längst vergessener Personen, verfasst zur Zeit des Anbruchs der dunklen Jahre. Durch die grafische Hervorhebung und die jeweilige Brisanz dieser kurzen Sprünge in die Vergangenheit entsteht noch mehr Spannung und Dramatik. Die vom Autor gestaltete Karte auf den Vorsatzseiten ermöglicht einen Blick aus der Vogelperspektive auf den Handlungsbereich des Buches rund um die alte Stadt und zeigt, wie wenig noch von der Vergangenheit übrig ist.

Die Charaktere sind allesamt sehr interessant gezeichnet, auch die weniger präsenten Nebenfiguren. Bei einigen hätte ich mir vielleicht noch einen etwas genaueren Blick auf die Hintergründe gewünscht, aber man darf auch nicht vergessen, dass man hier ein Jugendbuch in den Händen hält. Da abwechselnd aus der Sicht Davids und Junas erzählt wird, sind es natürlich vor allem diese beiden, denen man als Leser nahe kommt. David schloß ich aufgrund seiner ruhigen, ehrlichen Art schnell ins Herz, Juna macht es einem da schon etwas schwerer. Sie ist für ihr Alter ziemlich hart, ihre Meinung schon sehr eingefahren. Sie ist vielleicht nicht von Anfang an sympathisch, aber genau das macht ihre Person interessant. Ihre Entwicklung im Laufe der Zeit wirkt sehr natürlich. Mit dem Wissen aufgewachsen, dass Männer furchtbare Monster sind, bringt David sie ganz schön aus dem Konzept. Er entspricht so gar nicht dem Bild, das ihr bisher vermittelt wurde. Es ist schön zu beobachten, wie sie ihren Gefühlen vertraut und sich nicht an die Lehren ihrer Gemeinschaft klammert. Thomas Thiemeyer lässt seinen Protagonisten Raum sich zu entfalten und neue Erfahrungen zu sammeln, die Auswirkungen auf ihr Verhalten und den Verlauf der Geschichte haben.

Unglaublich spannend und aufregend kann man diese Geschichte nicht nennen, aber das hat mich ehrlich gesagt nicht gestört. Vielmehr war ich fasziniert von Thiemeyers neuer Welt, das Handeln der einzelnen Personen und ihre Entwicklung sind es, die es nie langweilig werden ließen. Die zarte Romanze zwischen den beiden Hauptfiguren kann einen aufgrund der Umstände nicht kalt lassen, ihre Verbindung durch Shakespeares "Romeo und Julia" hebt sie auf eine besondere Ebene, die in dem düsteren Umfeld für helle, gefühlsbetonte Momente sorgt. Glücklicherweise fehlt es ihr dabei an Kitsch und schnulzigen Momenten, womit sie in diesem Genre angenehm aus dem Rahmen fällt.

Wer die anderen Bücher von Thomas Thiemeyer gelesen hat, wird feststellen, dass diese Geschichte ganz anders ist, als man es bisher von ihm kennt. Thiemeyer geht neue Wege und er geht sie festen Schrittes. Ihn auf dieser Reise zu begleiten und seine Vielseitigkeit zu genießen, war wie gewohnt ein besonderes Lesevergnügen für mich.


148/und die feurige Flut
148/und die feurige Flut
Preis: EUR 7,99

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Dem Durchschnitt näher als dem Besonderen, aber nett anzuhören..., 9. September 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: 148/und die feurige Flut (Audio CD)
Wenn es in der Zentrale nach Pferd riecht, ist Allie Jamison nicht weit. Die alte Bekannte der drei Detektive taucht unverhofft bei Justus, Peter und Bob auf und fordert auf ihre gewohnt selbstbewusst, herrische Art deren Hilfe. Die Zeit drängt, denn Allie ist davon überzeugt, dass sie und ihr Freund Emerald Pendragon durch einen alchimistischen Fluch seines Vaters dem Tode geweiht sind. Schon in zwei Tagen soll das Schicksal seinen Lauf nehmen, weshalb Eile geboten ist. Nur die Entschlüsselung einer kryptischen Nachricht von Emeralds Vater kann Allie und Emerald retten und wer wäre dafür besser geeignet als die drei Fragezeichen? Sie besuchen Allie in der Zauberer-WG ihrer Tante Patricia, wo Emeralds Vater sein alchimistisches Labor betreibt, nichts ahnend, dass diese Sache weitaus gefährlicher ist, als man auf den ersten Blick annehmen kann...

"Allie Jamison ist ein merkwürdiges Mädchen." stellt Justus Jonas zu Beginn dieser Folge wieder einmal fest. Ebenso merkwürdig ist auch diese Folge bisweilen, man muss sich über seltsames Verhalten, verworrene Überlegungen und putzige Namensgebungen wundern. Allies liebevolle Anrede für ihren Freund Emerald lässt einen regelmäßig erschaudern als würde jemand mit Kreide auf einer Tafel quietschen. Nichtsdestotrotz bietet die Handlung dem Hörer ein angenehm kurzweiliges Hörvergnügen.
Das Wiederhören mit Allie Jamison erinnert an die "guten alten Fälle", was auch durch eingestreute bezugnehmende Bemerkungen unterstützt wird. Ihre Person ist sinnvoll in die Geschichte eingebaut worden. Die Sprecherin Katrin Fröhlich füllt die Rolle wie eh und je gut aus, auch wenn sie natürlich deutlich älter klingt. Da das bei Oliver Rohrbeck, Jens Wawrczeck und Bruder Andreas Fröhlich nicht anders ist, passt ihre Stimme dennoch wunderbar ins Ensemble. Einzig Allies fehlende Sorge wegen ihres bald bevorstehenden Todes irritiert ein wenig, was die Sprecherleistung jedoch nicht schmälert.
Das Umfeld, in dem Allie zur Zeit lebt, sorgt mit seinen kuriosen Persönlichkeiten für heitere Momente und wirkt mit seiner übersinnlichen Note authentisch durchgeknallt. Dagmar Dreke spielt die Sunshine herrlich überdreht und so voller Energie, wie es diese Rolle fordert. Die Nebenrollen kommen meist nur kurz zum Zug, doch auch hier findet man nur gute Leistungen. Peter Weis als Carl Parsley wirkt sympathisch schusselig, Tetje Mierendorf als wichtige, wenn auch namenlose Schlüsselfigur glaubhaft gefährlich und entschlossen.

Der Fall an sich ist nicht besonders spektakulär, aber das Rätselraten auf alchimistische Art ist mal was anderes. Die Auflösung der weiteren Verwicklungen am Ende wirkt vielleicht etwas zu konstruiert, doch wurde der Rahmen dieses Mal besser gestaltet. Zur Abwechslung ist es einmal Bob, der die Zusammenhänge während der finalen Verfolgungsjagd erklären kann und damit auch Justus in Erstaunen versetzt. Eine letzte gemeinsame Szene mit Allie schließt die Folge ab und sorgt für den obligatorischen Schlussgag.
Eine nette Folge, wenn auch dem Durchschnitt näher als dem Besonderen, weshalb ich statt vier Sternen eigentlich lieber 3,5 vergeben würde.


Der feine Unterschied
Der feine Unterschied
von Philipp Lahm
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,90

7 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Interessant und kurzweilig zu lesen..., 3. September 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der feine Unterschied (Gebundene Ausgabe)
"Ich bin kein Mensch, der Ärger sucht. Aber ich nehme Ärger in Kauf, wenn ich damit etwas bewegen kann."
(Philipp Lahm in "Der feine Unterschied", Seite 232)

Sachlich, aber auch kritisch, gradlinig und kompetent, so hat man FC Bayern- und Nationalmannschaftskapitän Philipp Lahm in den letzten Jahren kennengelernt. Der Fußballspieler aus Leidenschaft verschließt seine Augen nicht vor der Realität und sagt klar seine Meinung, womit er nicht immer auf Gegenliebe stößt. So hält er es auch in seinem Buch "Der feine Unterschied". Durch den Vorabdruck aussagekräftiger Passagen kam er schon vor dem Erscheinen verbale Prügel, dass die Aussagen vollkommen aus dem Zusammenhang gerissen wurden interessierte niemanden. Man sollte sich aber ruhig die Zeit nehmen, Lahms Buch komplett zu lesen und sich eine eigene Meinung bilden.

Es handelt sich hier keinesfalls um eine hetzerische, abrechnende Schrift, sondern um eine interessante, kurzweilig erzählte Lebensgeschichte eines noch jungen, aber bereits sehr erfahrenen Fußballspielers, der seinen Sport, seine Leidenschaft lebt und seine Erfahrungen an diejenigen weitergeben will, die genau dieses Leben anstreben. Natürlich entsteht so auch Kritik.
Wie soll man von diesem Beruf erzählen ohne das alltägliche Miteinander von Mannschaft und Trainer zu erwähnen? Die kritischen Passagen sind hier aber weder abwertend noch unfair. Sie sind nötig, um zu erklären, wie der Alltag eines Profifußballers abläuft, dass man auch mit Trainern klarkommen muss, die nicht auf der selben Wellenlänge liegen, deren Stile vollkommen verschieden sind, aber in der einen Mannschaft zum Erfolg, in der anderen zum Absturz führen können. Das Märchen von den elf Freunden, die gemeinsam auf dem Platz stehen, wird noch einmal klar als solches definiert und der Arbeitsalltag der Fußballprofis anschaulich geschildert.
Lahm schreibt dies alles sachlich und klar, nennt positive sowie negative Eigenschaften, Methoden und Entwicklungen, immer mit dem Verweis darauf, dass es sich hier ausschließlich um seine persönliche Meinung handelt. Auch schildert er das Dilemma eines Trainers allen gerecht zu werden, sowohl den Bossen des jeweiligen Klubs wie den Spielern und den Erwartungen der Fans. Nicht nur seine Sichtweise steht im Vordergrund, Lahm versucht, allen Beteiligten gerecht zu werden.
Er schildert wie unberechenbar eine Karriere im Fußball ist, wie schon eine kleine Verletzung, ein schlechtes Spiel die Richtung ändern, das angestrebte Ziel in weite Ferne oder in greifbare Nähe rücken kann.
Natürlich erfährt man hier auch noch mal hautnah etwas über seine schönsten Momente als Spieler, die härtesten Rückschläge und Enttäuschungen. Kurz nimmt Lahm auch auf sein Privatleben Bezug, schreibt über seine gemeinnützige Arbeit, äußert sich zu schon lange kursierenden Gerüchten und macht unter anderen dadurch klar, dass ein Leben in der Öffentlichkeit wohl durchdacht werden muss.

Insgesamt nimmt er alle Punkte auf, die für einen jungen Spieler oder auch eine junge Spielerin auf dem Weg nach oben wichtig sein könnten und bietet damit genau das, was er angekündigt hat: eine Hilfestellung auf diesem Weg, Anregungen, Hintergründe und Zusammenhänge, die auch für mich, den einfachen Fan dieses Sports, interessant zu lesen sind. "Wer fliegt, darf keine Angst haben zu fallen." schreibt Lahm und so handelt er auch selbst. Er bleibt sich und seinen Werten treu, steht zu dem, was er sagt, gibt eigene Fehler zu und nimmt seine Verantwortung ernst.


Sieben Minuten nach Mitternacht: Mit Originalillustrationen
Sieben Minuten nach Mitternacht: Mit Originalillustrationen
von Siobhan Dowd
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Unglaublich berührend..., 28. August 2011
"Sieben Minuten nach Mitternacht" war für mich, wie für so viele, eine sehr emotionale Lektüre.
Zu Beginn fiel es mir noch leicht, der Geschichte neutral zu begegnen, doch je mehr Seiten ich las, je mehr ich mich auf die Story einließ, desto intensiver wurde das Gefühl beim Lesen. Wer hier nicht irgendwann in Tränen ausbricht, hat sich entweder gut im Griff oder ein Herz aus Stein. Ich weine wirklich selten beim Lesen, aber hier kann man sich irgendwann gar nicht mehr entziehen, wenn man sich wirklich in die Handlung vertieft. Ich staune noch immer ein bisschen, wie gut es Patrick Ness gelungen ist, diese Vielzahl von Gefühlen zu vermitteln, allen beteiligten Personen eine Stimme zu geben und so mehrere Sichtweisen zuzulassen. Das sorgt dafür, dass ich dieses Buch nie vergessen werde.
Aber eigentlich bin ich nun erleichtert, dass es vorbei ist, denn insgesamt war es mir einfach viel zu düster und traurig. Wahrscheinlich kann es anderen Lesern helfen, mit ähnlichen Situationen umzugehen oder Betroffene besser zu verstehen, aber wenn man das alles oder ähnliches schon erlebt hat, leidet man eigentlich nur mit und hofft, dass jeder seinen Weg findet.

So sehr es mich also auch beeindruckt, wie gut es dem Autor Patrick Ness mit der Vorlage Siobhan Dowds gelungen ist, die Emotionen rüber zu bringen und den Leser an die Geschichte zu fesseln, Spaß hat das Lesen nicht gemacht. Vielmehr fühlte ich mich danach richtig schlecht. Selbst die positiv angehauchten Szenen konnten den Text nicht wirklich auflockern, es gab kaum "helle" Momente in dieser Geschichte. Am ehesten noch die Passagen, in denen das Monster auftaucht. Die Darstellung in der Gestalt eines Baums, so alt und weise, wie es ist, passt wirklich gut.
Mich hat es überrascht unter dem an sich schon sehr schönen Schutzumschlag noch ein schönes Cover auf dem eigentlichen Einband zu finden. Dadurch kommt man von Anfang an in eine etwas düstere Stimmung. Die Illustrationen finde ich klasse. Auf den ersten Blick wirken sie düster und lassen gar nicht so viel erkennen. Aber wenn man sich Zeit nimmt und genauer schaut, sieht man doch mehr, als man zunächst annimmt. Sie sind eine schöne Ergänzung zum Text und tragen viel zur Wirkung der Story bei.


Anna Strong 6: Gesetz der Nacht
Anna Strong 6: Gesetz der Nacht
von Jeanne C. Stein
  Taschenbuch

5.0 von 5 Sternen Spannend, überraschend, rasant., 28. August 2011
Rezension bezieht sich auf: Anna Strong 6: Gesetz der Nacht (Taschenbuch)
Der Einstieg in den mittlerweile sechsten Band der Reihe fiel mir wieder sehr leicht. Man kennt Anna und ihre Weggefährten mittlerweile ziemlich gut und ist ihnen dadurch sofort wieder nah. Es ist toll, dass Lance dieses Mal eine größere Rolle spielt. Schöner Einstieg, sofort spannend und auch ein bisschen romantisch.
Ziemlich rasant geht es dann weiter, das Buch strotzt wirklich vor Überraschungen, man kommt gar nicht mehr raus aus dem Staunen. Erst Lance Geheimnis, Williams, seine verwandelte Frau und dann noch Tracey. Puh.
Rasant, rasant. Gefällt mir wieder sehr gut! Ich glaube, ich habe es bisher bei jedem der Folgebände geschrieben und auch hier trifft es wieder zu: Die Reihe wird von Buch zu Buch besser.
In diesem Teil passiert wirklich eine Menge, viele überraschende Wendungen und Erkenntnisse sorgten für Spannung und wenn das so weitergeht, bin ich total zufrieden. Mir hat das Ende, wie auch das ganze Buch, gut gefallen, auch wenn ich teilweise ganz andere Erwartungen an die Entwicklungen hatte.
Anna entwickelt sich zwar nur in kleinen Schritten weiter, aber die Bände umfassen ja insgesamt nur ca. ein Jahr, sodass man da nicht zu viel erwarten kann bzw. diese kleinen Schritte auch realistischer wirken.
Band I hat mich damals nicht so vom Hocker gehauen, aber mittlerweile liebe ich es, Anna zu begleiten. Mal sehen, was die Autorin da in Zunkunft noch so in petto hat.


Was, wenn es nur so aussieht, als wäre ich da?
Was, wenn es nur so aussieht, als wäre ich da?
von Oscar Brenifier
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,95

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Von der Notwendigkeit der Gegensätze..., 28. August 2011
In unserer Welt existiert eine Vielzahl von Gegensätzen. Ohne das Eine gäbe es das Andere nicht. Egal ob Groß und Klein, Heiß und Kalt, Dunkelheit und Licht, eines kann ohne den anderen nicht und wenn sie noch so verschieden sind. In "Was, wenn es nur so aussieht, als wäre ich da?" wird einerseits deutlich gemacht, dass und warum wir nicht ohne diese Gegensätze auskommen können und zum anderen regen die einzelnen Diskussionspunkte natürlich zum Nachdenken an. Über die Welt als Ganzes, über die Menschen im Allgemeinen und über das einzelne Lebewesen, über das Sein an sich.
Auf den ersten Blick meint man ein besonders schönes Bilderbuch in den Händen zu halten. Das Cover und die niedlichen Illustrationen von Jacques Després, die sich fast auf jeder Buchseite finden, werden sicher auch den ganz Kleinen gefallen, doch sollte man die Altersangabe des Verlags nicht außer Acht lassen. Die Texte zu den hübschen Bildern sind zwar kurz und einfach, aber sehr gehaltvoll formuliert. In jedem der zwölf Kapitel werden zunächst mit wenigen Worten und jeweils einem aussagekräftigen Bild die beiden Begriffe der Überschrift erklärt. Darauf folgen eine passende Frage zum Thema und eine etwas ausführlichere Antwort, wie z.B. in dem Bereich "Freiheit und Notwendigkeit":

Kann es Freiheit geben, wenn man die Notwendigkeit ignoriert?

Der Aufbau der Kapitel wurde wie folgt gestaltet:

- Eines und Vieles
- Endlich und Unendlich
- Sein und Schein
- Freiheit und Notwendigkeit
- Vernunft und Leidenschaft
- Natur und Kultur
- Zeit und Ewigkeit
- Das Ich und der Andere
- Körper und Geist
- Aktiv und Passiv
- Objektiv und Subjektiv
- Ursache und Wirkung

Interessierte und aufgeweckte LeserInnen ab zwölf Jahren können sich sicher selbstständig mit diesem Werk auseinander setzen, doch es ist auch ein Buch, das der ganzen Familie, einer kompletten Schulklasse oder einfach ein paar Freunden interessante und spannende Diskussionen bescheren kann. Sich gemeinsam den philosophischen Fragen und Antworten zu widmen macht wahrscheinlich noch mehr Spaß, als sich allein in seinen Gedanken zu verlieren.
Die liebevolle gestaltete Aufmachung des Buches steht im Kontrast zu den schlichten Texten, doch zusammen machen sie "Was, wenn es nur so aussieht, als wäre ich da?" zu etwas Besonderem, zu einem literarischen Begleiter, der ein Leben lang den Alltag bereichern kann.


Sensenmann: Thriller
Sensenmann: Thriller
von Claudia Puhlfürst
  Taschenbuch

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Guter Thriller mit einigen Schwächen..., 26. August 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Sensenmann: Thriller (Taschenbuch)
"Sensenmann" ist mein erstes Buch von Claudia Puhlfürst. Eine Leseprobe machte mich so neugierig, dass ich den Rest der Geschichte unbedingt lesen wollte. Nach der Lektüre bin ich recht begeistert, auch wenn ich nicht alles positiv bewerten kann.

Zunächst packt einen das Schicksal Matthias Hases. Lange verdrängte Erinnerungen des mittlerweile Vierzigjährigen kommen bei einem TV-Bericht über Verbrechen in einem Kinderheim auf Jersey wieder an die Oberfläche seines Bewusstseins. Auch er wuchs im Heim auf und wurde wie viele seiner Leidensgenossen von den dort tätigen Erziehern gequält und missbraucht. In ihm wächst der Wunsch nach Rache, dem er auf grausame Weise nachgibt. Seine Beweggründe sind aufgrund der Erinnerungsfetzen sehr gut nachvollziehbar, wenngleich seine Vorgehensweise natürlich nicht gutzuheißen ist. Doch aufgrund seiner Erlebnisse ist man durchaus auf seiner Seite und wünscht seinen einstigen Peinigern zumindest eine klare Vorstellung von den Qualen, die sie selbst bereiteten, wenn auch nicht unbedingt den Tod. Durch das Wissen, dass solche Dinge tatsächlich passiert sind und wahrscheinlich immer noch passieren, liest sich alles natürlich noch intensiver.
Neben Matthias begleitet man in einem gleichwertigen Handlungsstrang die Journalisten Lara Birkenfeld, die hier nach "Ungeheuer" bereits ihren zweiten Einsatz hat. Nachdem ihr Kollege Tom ihr den aktuellen Fall der Plattenbauleiche vor der Nase weggeschnappt hat, ermittelt sie heimlich auf eigene Faust, unterstützt von ihrem Freund, dem Psychologen Mark Grüntal. Wie schon in "Ungeheuer" hat sie plötzlich wieder Visionen und hört Stimmen, kann diese aber nicht zuordnen. Mich haben diese "Gesichte" nicht gestört, aber sie kamen mir auf Dauer einfach überflüssig vor. Wirklich weitergebracht haben sie Lara nicht und oft las man dieselben Passagen dann noch einmal aus der Sicht Matthias'. Ohne diese Passagen wäre es auch gegangen, denn weder zeichnen sie Laras Charakter besonders aus, noch kann sie damit umgehen.
Lara selbst war mir durchaus sympathisch. Sie ist eine nette, zielstrebige Person mit einer ordentlichen Portion Sturheit. Dazu passt ihre partielle Naivität allerdings nicht so ganz. Besonders im letzten Drittel des Buches habe ich einige Male ungläubig den Kopf geschüttelt. Nach allem was schon passiert war, gab sie sich dort doch ziemlich blauäugig. Das fand ich unglaubwürdig und konnte es auch nicht mit ihren hochgekochten Emotionen entschuldigen.
Auch über Mark Grüntal habe ich mich zwischendurch ziemlich gewundert. Schon früh war mir klar, an was seine Patientin Maria Sandmann leiden muss, doch er kommt einfach nicht drauf. Dabei ist er der Profi und müsste doch zumindest mal die Möglichkeit einer multiplen Persönlichkeit in Betracht ziehen, die Anzeichen waren mehr als deutlich.

Trotz dieser Unstimmigkeiten war die Spannung doch ab der ersten Seite gegeben, auch wenn manches vorhersehbar wurde. Am Ende konnte mich die Autorin dennoch überraschen, denn soweit hatte ich nicht gedacht. Ihr Schreibstil liegt mir und so las sich das Buch sehr flüssig und fast in einem Rutsch. So bin ich am Ende zwar nicht vollkommen begeistert, aber durchaus so angetan, dass ich weitere Bücher von Frau Puhlfürst mit Interesse entgegen sehe.


Das Reich der Dunkelelfen: Weltennebel
Das Reich der Dunkelelfen: Weltennebel
von Aileen P. Roberts
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,00

7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gelungene Fortsetzung..., 24. August 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Band II der Weltennebel-Trilogie hat mir insgesamt noch wesentlich besser gefallen als "Das magische Portal". Darians dortiges Rumgeeiere ist nach dieser tempo- und ereignisreichen Fortsetzung wirklich vergessen. Nun ging alles viel flotter voran, Ergebnisse waren zu sehen, neue wie alte Bekannte bereichern die Geschichte und auch zwischen den Gefährten ergeben sich interessante Konflikte und Verbindungen, die die eigentliche Handlung aber glücklicherweise nicht überlagern, sondern einfach für ein wenig mehr Aufregung sorgen.

Zurück in Albany fiel mir der Einstieg ins Geschehen sehr leicht, da es erst ein paar Wochen her ist, dass ich Darian dort zurückließ. Außerdem geht es gleich spannend los mit der Flucht aus Rodgill. Es ist schön, dass man darauf nicht ewig warten musste, denn so nimmt die Geschichte gleich Fahrt auf und ich war sofort wieder mittendrin. Mal gemeinsam, mal getrennt, versuchen Darian, Mia, Atorian und Nordhalan zusammen mit ihren Freunden und Verbündeten einen Weg zu finden, Samukal und seine Dämonen aufzuhalten. Dabei geht die Reise natürlich auch ins im Titel angekündigte Reich der Dunkelelfen. Die faszinierende Unterwelt Albanys wird sehr anschaulich beschrieben. Die Enge und Dunkelheit, aber auch ihre Schönheit und Vielfältigkeit kann man sich dank der bildhaften Schilderungen der Autorin wunderbar vorstellen und so noch viel besser mit den Protagonisten mitfiebern.
Darian hat sich im Gegensatz zum Auftakt der Reihe zum Positiven entwickelt. Seine Sucht hat er überwunden, seine Selbstzweifel sind teilweise noch vorhanden, aber er zeigt mehr Willensstärke und handelt vernünftiger. Endlich kann er zeigen, dass mehr in ihm steckt und dass er sein Erbe angenommen hat.
Wie schon zuvor zeichnen sich auch die anderen Charaktere wieder durch ihre Komplexität aus. Samukal, der hier ja grundsätzlich für das Böse steht, zeigt Gefühle und Schwächen, wenn auch meist gut versteckt vor seinem Umfeld. Er ist kein eiskalter Machtmensch, wenn auch vorwiegend auf seinen Vorteil bedacht. Darians Bruder Atorian gibt sich als starker Führer der kleinen Gemeinschaft, doch er hat Sehnsüchte, die ihn unerwartet handeln lassen und auch seine Vergangenheit macht ihm zu schaffen. Darians Gefährtin Aramia muss erkennen, dass die Wahrheit manchmal zwei Seiten hat und sich auf Gefühle einlassen, die sie zunächst weit von sich wies. So bleibt es auch auf emotionaler Ebene durchgehend spannend und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.

Am Ende sind natürlich nicht alle Probleme gelöst, aber Aileen P. Roberts hat einen guten Abschluss für diesen Band gefunden, der einen nicht zu sehr auf die Folter spannt, einen aber neugierig auf das Finale Im Schatten der Dämonen: Weltennebel warten lässt. Eine Karte Albanys am Buchanfang und ein ausführliches Personenregister am Buchende runden das Ganze ab und sorgen zusammen mit der mitreißenden Story für kurzweilige Lesestunden.


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