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TK (GN)

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Denken heilt!: Philosophie für ein gesundes Leben
Denken heilt!: Philosophie für ein gesundes Leben
von Albert Kitzler
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr gelungene Einführung in die Lebensphilosophie, 20. September 2016
Ich habe "Denken heilt! Philosophie für ein gesundes Leben" von Albert Kitzler bei einer Buchverlosung auf lovelybooks.de gewonnen.

In dem Buch geht es um die praktische Lebensphilosophie der Antike im Osten und im Westen. Im Hinblick auf zentrale Probleme im menschlichen Leben werden Einsichten und Gedanken bedeutender Philosophen vorgestellt. Zu Wort kommen im Westen u.a. Demokrit, Sokrates und die Stoiker (Seneca, Mark Aurel, Epiktet) und im Osten Konfuzius, Zhuangzi, Buddha und Patanjali. Dazu zitiert der Autor auch immer wieder Passagen aus Werken wie den Upanischaden oder dem I Ging.

Das Buch ist so aufgebaut, dass nach der Einleitung den einzelnen Problemen/Belastungen jeweils ein eigenes Kapitel gewidmet ist. Konkret sind dies: Überlastung, Überforderung; Ängste; Zorn, Ärger, Wut, Hass; Sorgen, Kummer; Entfremdung; Leidenschaften; Trauer; Habgier, Ehrgeiz;, Neid, Eifersucht, Missgunst, Schadenfreude; Gier; Ehrgeiz und Überheblichkeit, Hochmut.

In jedem Kapitel wird das Problem zunächst näher beleuchtet. Danach werden die Ursachen aufgezeigt. Im Anschluss folgt die Darstellung der "Heilmittel", die die antiken Philosophen angewendet haben. Damit gemeint sind Einsichten in die Natur der menschlichen Existenz, die bei dauerhafter Verinnerlichung das Leid beim Auftreten des Problems verkürzen und deutlich abschwächen können. Am Ende des Kapitels werden dann die Heilmittel noch einmal kurz zusammengefasst.

"Denken heilt!" stellt für mich ein sehr erfreuliches Wiedersehen mit vielen hochinteressanten Philosophen und Gedanken dar. Der Text ist allgemein verständlich und sollte auch ohne philosophische Vorkenntnisse mit Gewinn lesbar sein. Den Aufbau mit jeweils Problem und Heilmittel finde ich gut gelungen. So kann man immer wieder in den passenden Kapiteln nachschlagen. Die inhaltliche Auswahl gefällt mir gut. In allen Kapiteln finden sich tiefgreifende Ideen und anregende Gedanken. Dabei bin ich auch auf Philosophen und Texte gestoßen, die ich bisher noch nicht kannte und die ich mir in der Zukunft möglicherweise ansehen werde.

Über das Buch verteilt betont der Autor immer wieder, dass nur regelmäßige Übung über lange Zeiträume hinweg zu einer Besserung der Probleme führt. Die Heilmittel sind nicht als "Medikamente" zur Einname bei akuten Problemen gedacht, sondern viel mehr zur Bildung von vorbeugender Resilienz. Ziel der Lebensphilosophie ist das Erreichen eines dauerhaften Zustandes der Mitte: die Seelenruhe. In diesem Zusammenhang ist der Titel "Denken heilt!" für mich etwas missverständlich geraten.

Wirklich zu kritisieren gibt es aus meiner Sicht nicht viel. Da die regelmäßige Übung häufig hervorgehoben wird, hätte ich mir dazu mehr konkrete Anleitung erhofft. Der Abschnitt des Textes zu diesem Thema ist leider sehr kurz geraten. Der Autor weist jedoch darauf hin, dass jeder seinen persönlichen individuellen Weg zur Verinnerlichung der Heilmittel finden müsse und die Verbindung von Theorie mit eigener Erfahrung von zentraler Bedeutung sei.

PS zur weiteren Lektüre: vor einigen Jahren habe ich ein Buch gelesen, das diesem recht ähnlich ist und mir damals auch sehr gut gefallen hat: "Trost der Philosophie" von Alain de Botton. In diesem Buch führt der Autor fundiert und unterhaltsam in die Lebensphilosophie anhand der Biografien und Gedanken bedeutender Philosophen (u.a. Sokrates, Seneca und Montaigne) ein.


Ich und du und Müllers Kuh: Kleine Charakterkunde für alle, die sich selbst und andere besser verstehen wollen
Ich und du und Müllers Kuh: Kleine Charakterkunde für alle, die sich selbst und andere besser verstehen wollen
von Ariadne von Schirach
  Taschenbuch
Preis: EUR 15,00

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Als Buch zu einem Uni-Seminar in Ordnung, Lust auf mehr macht es aber nicht, 14. September 2016
Ich habe "Ich und du und Müllers Kuh" von Ariadne von Schirach bei einer Buchverlosung auf lovelybooks.de gewonnen.

Es handelt sich dabei um ein kompaktes Büchlein (17x11cm, 178 Seiten), in dem es um verschiedene Typen des menschlichen Charakters geht. Ihre Typologie basiert auf den Werken "Grundformen der Angst" von Fritz Riemann und "Kleine psychoanalytische Charakterkunde" von Karl König. Für ein Seminar an einer Universität in Hamburg begann sie, beide Autoren "zusammenzudenken und mit meinem eigenen Blick zu aktualisieren".

Das Buch beginnt mit einer Einleitung. Danach folgt ein kurzer Überblick über die sechs Charaktere (narzisstisch, schizoid, depressiv, zwanghaft, phobisch, hysterisch). Im Anschluss werden diese im Detail vorgestellt. Den Abschluss bildet dann das Nachwort.

In der Einleitung stellt die Autorin kurz verschiedene gängige Persönlichkeitsmodelle vor und erläutert dann, warum sie sich speziell für Riemann und König entschieden hat und was sie an ihnen besonders findet. Darüber hinaus führt sie auch einige philosophische Gedanken zum Thema an (die Autorin hat Philosophie studiert), die ich ganz interessant fand. Dazu gehört z.B. die Idee, dass der Sinn des Lebens in der Entfaltung aller Seinsmöglichkeiten liege.

Die Kapitel zu den Charakteren sind wie folgt aufgebaut: Grundlegende Informationen, positive Charaktereigenschaften, negative Charaktereigenschaften, Grundkonflikt nach König, Entwicklung nach König, Objektbeziehung nach König, Energiesystem, Monolog oder Dialog, Offenheit oder Verschlossenheit, Veränderung oder Enthaltung, Beobachtbares Verhalten nach König, Verhalten in der Arbeitswelt nach K., Verhalten in Institutionen nach K., Umgang mit Ressourcen, Überlegungen zum Umgang.

Es ist schon einige Jahre her, dass ich die "Grundformen der Angst" selbst gelesen habe und Karl König kannte ich bisher noch gar nicht. Aus diesem Grund kann ich natürlich nur bedingt einschätzen, inwiefern von Schirach die Positionen der beiden Autoren korrekt wiedergibt. Allgemein kann ich jedoch sagen, dass das Buch professionell wirkt und man einen ganz guten Einblick über die einzelnen Charaktere gewinnen kann. Der Inhalt ist allerdings recht akademisch und damit eher trocken. Aufgrund des aus meiner Sicht eher "schwungvollen" Titels hätte ich mir hier mehr "Lebendigkeit" erwartet und erhofft. Ich denke dabei z.B. an Abbildungen oder ilustrierende Geschichten. Aus demselben Grund bin ich auch skeptisch, was die Übertragbarkeit auf das reale Leben angeht. Auf der anderen Seite betont die Autorin auch gerade, dass alle Menschen Mischwesen aus den verschiedenen Typen sind und das Buch nur einen kleinen Einstieg in die Thematik bieten kann, der bestenfalls "zum Reflektieren und Beobachten anregen soll, um sich und andere besser zu verstehen".

Mein Fazit ist daher zwiegespalten: als Buch zu einem Seminar oder einer Vorlesung ist das Buch adäquat und gut lesbar. Als Einstieg in die Persönlichkeitspsychologie, der auch Vorfreude auf mehr machen soll, kann ich es nicht empfehlen.

3,5 Sterne


Credo: Das Letzte Geheimnis.
Credo: Das Letzte Geheimnis.
von Douglas Preston
  Audio CD

3.0 von 5 Sternen Eine sehr zwiespältige Angelegenheit, 28. August 2016
Rezension bezieht sich auf: Credo: Das Letzte Geheimnis. (Audio CD)
Diese Rezension bezieht sich auf das Hörbuch von Lübbe Audio (6 CDs, gelesen von Johannes Steck)

Die Story von "Credo: Das letzte Geheimnis" von Douglas Preston dreht sich rund um den Teilchenbeschleuniger "Isabella", der von der US-Regierung für 40 Mrd. Dollar im Gebiet der Navajo in der Wüste Arizonas gebaut wurde. Ziel des Projektes ist die Erforschung der Bedingungen während des Urknalls. Bei den Testläufen Isabellas stößt die kleine Crew aus Wissenschaftlern vor Ort auf immer neue Probleme, halten diese aber vor Washington geheim. Kurz drauf kommt es zum Selbstmord des leitenden Computerwissenschaftlers. Zur Aufklärung sendet daraufhin der wissenschaftliche Berater des Präsidenten den Ethnologen und Kybernetiker sowie Ex-CIA Agenten Wyman Ford nach Arizona.
Zeitgleich kündigt die Regierung der Navajo ihren Vertrag mit einem Washingtoner Lobbyisten, der sich in Washington für sie für den Bau Isabellas auf ihrem Land einsetzte. Um sie umzustimmen und in eine neuen Vertrag hineinzumanipulieren, heuert dieser einen fundamentalistischen Fernsehprediger an, um seine Anhänger gegen Isabella aufzuhetzen. Dessen Message trifft auf fruchtbaren Boden bei einem abgehalfterten Erweckungsprediger namens Russell Eddy, der seine Zelte im Navajo-Reservoir aufgeschlagen hat. Für ihn ist Armaggeddon gekommen, denn er hält Isabella für das Tier aus der Offenbarung und den Leiter des Projektes, den Nobelpreisträger Gregory North Hazelius, für der Antichrist. Mit einer Schar Gleichgesinnter marschiert er auf den Isabella-Komplex zu. Dort führen Hazelius und sein Team währenddessen einen weiteren Testlauf durch. Als Isabella annährend volle Leistung erreicht, taucht plötzlich eine seltsame Nachricht auf dem Monitor auf. Der Absender der Nachricht stellt sich als Gott selbst vor...

"Credo" ist für mich eine sehr zwiespältige Angelegenheit. Die Geschichte hat sowohl ihre Stärken als auch ihre Schwächen. Sie ist insgesamt recht kurzweilig und unterhaltsam. Der Disput zwischen Wissenschaft und Religion ist auf der einen Seite spannend und gut erzählt, auf der anderen Seite nervig und klischeehaft. Die (wissenschafts-)philosophischen Aussagen "Gottes" finde ich größtenteils interessant. Hier hat der Autor viel aus der aktuellen Kommunikation zwischen westlicher Wissenschaft und östlicher Philosophie genommen. Der unglaubliche Dogmatismus und die Menschenverachtung der Erweckungschristen hat mich immer wieder sehr stark "gestört" (fast schon angewidert). Dies kann man auf der einen Seite als gute Arbeit des Autoren (Stichwort: Intensität) oder auf der anderen Seite als Griff in die Klischee-Mottenkiste sehen ("Gut" vs. "Böse" in einfachster Form).
Sehr blass bleibt für mich der eigentliche Protagonist Wyman Ford. Sein Anteil an der Handlung ist gering und eine emotionale Bindung konnte ich zu ihm nie aufbauen.
Ab einem gewissen Punkt der Geschichte überschlagen sich die Ereignisse förmlich und wirkten auf mich teilweise zu konstruiert und übertrieben. Einiges lässt sich dabei wohl auf die starken Emotionen und Motivationen Hazelius' und Eddys zurückführen, aber etwas mehr Zurückhaltung in der Entwicklung der Handlung hätte der Geschichte sicherlich gut getan.

Unter dem Strich steht eine Geschichte, die auf einem schmalen Grat zwischen guter Wissenschaftsthriller-Unterhaltung und Klischee-Action basierend auf den üblichen Elementen wandelt.

3(,5) Sterne


Lied über die geeignete Stelle für eine Notunterkunft
Lied über die geeignete Stelle für eine Notunterkunft
von Simone Hirth
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,90

5.0 von 5 Sternen Ein außergewöhnliches Leseerlebnis, 21. August 2016
Ich habe "Lied über die geeignete Stelle für eine Notunterkunft" von Simone Hirth bei einer Buchverlosung auf lovelybooks.de gewonnen und kann mich wohl doppelt glücklich schätzen, da ich sonst möglicherweise nie in den Genuss der Lektüre dieses Buches gekommen wäre.

In dem Roman, der in der Ich-Perspektive geschrieben ist, geht es um eine junge Frau, deren Eltern sterben und für die damit eine Welt zusammenbricht. Ihr Elternhaus kann sie nicht mehr halten und als immer mehr Rechnungen und Mahnungen eintreffen, versteckt sie sich im Keller. Schließlich wird das Haus zwangsversteigert und abgerissen und sie sammelt alles noch irgendwie Brauchbare zusammen und errichtet sich eine Notunterkunft etwas außerhalb ihres Wohnortes.

"Lied über die geeignete Stelle für eine Notunterkunft" ist ein außer- und ungewöhnlicher Roman, dessen Stil und Aufbau für mich sehr originell sind. Etwas in dieser Art habe ich bisher noch nicht gelesen. Die Schilderungen der Protagonistin sind oft sehr sprunghaft. Hauptsächlich geht um die Errichtung ihrer Notunterkunft; um die Art und Weise, wie sie ihr neues Leben gestalten kann und muss sowie um Erinnerungen an die Zeit vor dem Schicksalsschlag. Sie ist eine sehr genaue Beobachterin und beschäftigt sich (zwangsweise) viel mit der Natur und dem Leben um sie herum. Nebenbei liest sie noch in einem Buch über Betriebswirtschaft. Konsumgesellschaft und alternative Lebensweisen sind Themen, die immer wieder auftauchen.

Viele Abschnitte der Geschichte haben etwas, das man als poetisch bezeichnen könnte. So kann man sich bei der Lektüre in gewisser Weise einfach nur treiben und die Bilder und Emotionen auf sich wirken lassen. Trotz des eigenlich tragischen Themas ist der Text fast durchgehend optimistisch und positiv.

Kritisieren könnte man den für mich relativ hohen Preis bei geringer Seitenzahl (um die 190 Seiten). Dafür bekommt man allerdings ein gebundenes Buch, bei dem sowohl der Schutzumschlag als auch das Buch sehr schön gestaltetet sind und das auch noch ein Lesebändchen enthält.


The Club Dumas
The Club Dumas
von Arturo Perez-Reverte
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,26

4.0 von 5 Sternen Ein ungewöhnlicher, recht anspruchsvoller und dennoch unterhaltsamer Roman, 2. August 2016
Rezension bezieht sich auf: The Club Dumas (Taschenbuch)
In "Der Club Dumas" von Arturo Pérez-Reverte geht es um den Madrider Buchjäger Lucas Corso. Dieser bekommt von einem befreundeten Antiquar den Auftrag, ein Originalmanuskript eines Kapitels der "Drei Musketiere" von Alexandre Dumas auf Echtheit überprüfen zu lassen. Zeitgleich tritt auch der steinreiche Sammler von okkulten Werken, Varo Borja, an Corso heran. In seinem Besitz befindet sich eins von nur drei bekannten Exemplaren eines Buches namens "Die neun Pforten ins Reich der Schatten", mit dem man angeblich in der Lage sein soll, den Teufel selbst zu rufen, um einen Pakt mit ihm zu schließen. Auch Borja zweifelt an der Echtheit seines literarischen Besitzes und beauftragt Corso damit, sein Exemplar des Buches mit den zwei anderen zu vergleichen und ggf. die anderen mit allen Mitteln für ihn zu aquirieren. Corso macht sich sofort an die Erledigung beider Aufgaben, doch schon bald passieren merkwürdige Dinge. Ein Mann mit einer Narbe im Gesicht verfolgt ihn; ein geheimnisvolles junges Mädchen schließt sich ihm auf seiner Reise an; Büchersammler sterben unter mysteriösen Umständen. Corso kommt es immer mehr so vor, als würde er in eine moderne Version der Drei Musketiere hineingezogen.

"Der Club Dumas" ist für mich in mehrerer Hinsicht ein ungewöhnliches Buch. Es handelt sich grundsätzlich um einen Kriminalroman, der aber viele Elemente anderer Genres enthält. Es wird recht viel auf das Sammeln alter Bücher eingegangen. Man könnte vielleicht von einer Hommage an die Bibliophilie sprechen. Ganz zentral ist auch die Geschichte der Drei Musketiere, auf die auch immer wieder explizit eingegangen wird. Zuguterletzt hat Pérez-Reverte einen ganz besonderen Schreibstil, der das Buch weit von gängigen 0815-Thrillern entfernt. Das Buch ist so für einen Unterhaltungsroman recht anspruchsvoll, vermittelt wahrscheinlich sogar etwas "Bildung", ist aber dennoch größtenteils kurzweilig und sehr unterhaltsam.

Vor der Lektüre des Buches hatte ich zuerst den Film "Die Neun Pforten" mit Johnny Depp gesehen. Dieser hat mir gut gefallen, er unterscheidet sich aber vom Buch recht stark v.a. in der Tatsache, dass das Dumas-Thema explizit komplett fehlt und Dumas/Neun Pforten in einen Handlungsstrang verwoben werden.

Ähnlich wie im Film könnte man das etwas enttäuschende Ende der Geschichte bemängeln. Nachdem eine gute Spannung aufgebaut wird, wirkt es etwas, als bleibe der große Abschluss einfach aus. Auch wenn mir auf Anhieb keine besser Variante einfällt, ziehe ich dafür einen Stern ab. Dennoch kann ich das Buch jedem empfehlen, der an einer anspruchsvolleren Art von Unterhaltungsliteratur interessiert ist.


Profit: Roman
Profit: Roman
von Richard Morgan
  Taschenbuch

3.0 von 5 Sternen Interessanter Rahmen, guter Stil, aber hätte deutlich gekürzt werden sollen, 30. Juli 2016
Rezension bezieht sich auf: Profit: Roman (Taschenbuch)
"Profit" von Richard Morgan spielt in London einige Jahrzehnte in der Zukunft. Protagonist ist der Manager Chris Faulkner, der für einen internationalen Großkonzern in der Abteilung "Conflict Investment" arbeitet. Seine Aufgabe besteht darin, Regierungen in Drittweltländern ein- und abzusetzen und dafür bestimmte Anteile am BIP dieser Länder für die Firma zu kassieren. Generell haben die Großkonzerne mittlerweile praktisch uneingeschränkte Macht erlangt. Regierungen sind nur noch dazu da, um einen Schein von Demokratie zu wahren; viele Menschen müssen ein Dasein in den "Zonen" (Slums) fristen, während die Manager der Konzerne fast tun oder lassen können, was sie wollen.
Chris kommt ursprünglich auch aus den Zonen, hat sich aber v.a. durch sein fahrerisches Können (Beförderungen werden in Duellen auf der Straße zwischen den Kontrahenten entschieden) schnell einen Namen in der Szene gemacht. Seine Frau Carla - gleichzeitig auch seine Mechanikerin - hält nicht viel von den Machenschaften der Großkonzerne. Sie kommt aus Norwegen, wo es scheinbar noch eine deutlich besser funktionierende Gesellschaftsstruktur gibt und ihr Vater ist ein wirtschaftskritischer Journalist, der freiwillig in den Zonen Londons lebt, um die Auswirkungen des Systems hautnah miterleben zu können.

Das Setting von "Profit" ist ansprechend und scheint mir eine logische Weiterentwicklung unserer heutigen Situation zu sein. Die Geschichte ist zu Beginn sehr interessant (Darstellung der Gesellschaft, die Machenschaften der Großkonzerne) und weist auch eine gewisse Spannung auf (Chris' Duelle; der Konflikt zwischen Chris und Carla). Leider ist es dann so, dass diese Spannung relativ schnell nachlässt, da es zu keiner wirklichen inneren Entwicklung der Geschichte und der Charaktere kommt. Chris mag seinen Job und streitet sich daher immer wieder mit Carla. Sie will, dass er aussteigt, aber seine Motivation wird mir nie wirklich klar. Chris' Figur bleibt insgesamt viel zu oberflächlich, um eine gute Geschichte tragen zu können und die Darstellung der Machenschaften der Konzerne sowieso die recht gut geschriebenen regelmäßigen Action- und Gewaltszenen sind nicht ausreichend, um von einer spannenden Geschichte reden zu können.

"Profit" ist durch den recht guten Stil des Autors und das interessante Setting kein schlechter Roman, aber er hätte aus meiner Sicht deutlich gekürzt gehört (er hat knapp 600 Seiten), um das regelmäßige Gefühl von Wiederholung und die damit entstehende Langeweile zu vermeiden. Zusätzlich hätte der Autor mehr Zeit in die Motivation und den Hintergrund seines Protagonisten investieren sollen. Eine Empfehlung ist er für mich nicht wirklich.


Level 9. Ein teuflisches Spiel, 6 CDs (BILD am SONNTAG Thiller-Edition)
Level 9. Ein teuflisches Spiel, 6 CDs (BILD am SONNTAG Thiller-Edition)
von David Morrell
  Audio CD

2.0 von 5 Sternen Uninspiriert und langweilig, 14. Juli 2016
In "Level 9" von David Morrell gehen Frank Balenger und seine Freundin Amanda zu einem Vortrag eines angeblichen Geschichtsvereins in New York. Beide werden betäubt. Amanda wird entführt und zusammen mit ein paar anderen Personen gezwungen, an einer Survival-Schnitzeljagd in einem abgelegenen Tal in Wyoming teilzunehmen. Diese wird geleitet vom sog. "Game Master", für den die Sache offenbar nur eine Art High End-Videospiel darstellt. Die Teilnehmer müssen mit nur wenig Wasser und Nahrung bestimmte Stellen mithilfe von GPS finden und dort Aufgaben meistern, um wiederum neue Koordinaten zu erhalten. Ziel ist laut Game Master die Entdeckung der "Grabkammer weltlichen Begehrens". Ein Aussteigen aus dem Spiel führt zum sofortigen Tod und an jeder Stelle des Spiels warten tödliche Gefahren auf die Gruppe. Währenddessen führt Frank in New York eigene Ermittlungen zum Verschwinden Amandas durch und gerät in seine eigene Variante des Spiels.

Zu Beginn hat mir die Geschichte ganz gut gefallen. Der Vortrag über Zeitkapseln war interessant und die Anfänge des "Spiels" sowie Franks Recherchen waren unterhaltsam und recht kurzweilig. Mit zunehmendem Hören wurde die Geschichte dann aber immer schlechter und langweiliger. Die Charaktere des Spiels bleiben flach und der Aufbau einer Beziehung zu ihnen ist nicht wirklich möglich. Das Spiel selbst ist uninspiriert und bietet nichts Kreatives und Überraschendes. Ähnliches kann man in jedem 0815-Abenteuerroman lesen. Spannung im Zusammenhang mit der "Grabkammer weltlichen Begehrens" kommt auch nicht wirklich auf (warum wird die Idee der Zeitkapseln hier überhaupt eingeführt? Ich sehe keine wirkliche Bedeutung für die Geschichte). Trotzdem habe ich bis zum Ende gehört und das Finale schließt sich leider nahtlos an das Vorhergehende an und bleibt sehr fad.

Als ich zu hören anfing, war mir gar nicht bewusst, dass "Level 9" der Nachfolger zu "Creepers" sein soll. Letzteres habe ich vor Jahren gelesen und habe es als sehr unterhaltsam und recht originell in Erinnerung. Von "Level 9" kann ich leider nur das Gegenteil behaupten.


Babylon: Thriller
Babylon: Thriller
von Thomas Thiemeyer
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Erst sehr langatmig, dann groteske Fantasy, 18. Juni 2016
Rezension bezieht sich auf: Babylon: Thriller (Broschiert)
"Babylon" ist der vierte Roman in Thomas Thiemayers Reihe um die Archäologin Hannah Peters und ihren Mann John Evans. Diesmal fördert ein Projekt von Norman Stromberg ein rätselhaftes Bauwerk im nördlichen Irak zu Tage. Der leitende Archäologe ist davon überzeugt, dass es sich um den biblischen Turm zu Babel handelt, der aber statt nach oben in die Tiefe gebaut wurde. Gewidmet ist das Bauwerk dem düsteren babylonischen Gott Marduk und es scheint auch als ob eine dunkle Kraft von diesem Ort ausgeht. Dennoch reist Stromberg mit Hannah, John und deren genialer Tochter Leni zur Fundstätte, um die Eingangspforte mit Hilfe eines speziellen Mechanismus zu öffnen. In einem weiteren frühen Zweig der Handlung gerät eine Journalistin in die Hände einer IS-Gruppierung.

Die grundlegende Thematik ist ansprechend (geheimnisvolles altes Gebäude in die Erde gebaut; von Mythen umrankt; eine dunkle Kraft am Werk). Der Roman ist insgesamt aber leider enttäuschend. Zunächst ist er sehr langatmig. Von Anfang an ist klar, dass es zur Öffnung des Tempels kommen wird und alle Stränge dort zusammenlaufen werden. Bis dass dann aber der Fall ist, ist bereits ca. 2/3 des Romans vorbei. Die Handlung um den IS ist durchaus gut gemacht. Die langen Diskussionen um Religion und Politik zwischen der Journalistin und dem lokalen Führer der Miliz sind interessant und nicht oberflächlich, aber tragen definitiv nicht zur Spannung bei. Als der Tempel dann geöffnet wird, tritt die dunkle Kraft in Aktion. Von hier an wird der Roman von einem Archäologie-Thriller zu einem bizarren Horror-Fantasy-Werk. Langatmig ist es dann nicht mehr, dafür dermaßen unglaubwürdig und übertrieben, dass ich daran keinen Spaß haben konnte. Die "Auflösung" ist dann noch vergleichsweise in Ordnung (wenn auch nicht originell), wird aber vom Abschluss der Geschichte gleich wieder deutlich getrübt.

In einem fortgeschrittenen Band einer Serie sollte man davon ausgehen, dass sich eine gewisse Verbindung mit den Hauptcharakteren entwickelt hat. Zumindest geht mir das normalerweise so. Im Falle von Hannah und John konnte ich diese leider nicht entdecken. Beide bleiben als Charaktere flach und Entwicklungen finden auch nicht statt. Viel besser und interessanter gefiel mir da noch die Journalistin.

"Medusa" und "Nebra" hatten mir gut gefallen. "Valhalla" empfand ich als deutlich schlechter und hat mich sehr enttäuscht. "Babylon" setzt für mich leider diesen qualitativen Abwärtstrend fort und ich kann das Buch von daher nicht weiterempfehlen. Schade.


Spielverderber
Spielverderber
von Bernd Mannhardt
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,95

4.0 von 5 Sternen Schnelle und kurzweilige Leseerfahrung mit mehr Höhen als Tiefen, 16. Juni 2016
Rezension bezieht sich auf: Spielverderber (Taschenbuch)
Ich habe "Spielverderber" von Bernd Mannhardt bei einer Buchverlosung auf lovelybooks.de gewonnen.

Es handelt sich um eine Sammlung von sechs mehr oder weniger kurzen Theaterstücken (insgesamt hat das Bändchen nur 147 Seiten). Die Stücke scheinen alle aus den 80er und 90er Jahren zu stammen und wurden bereits als Hörspiele produziert und gesendet und/oder auf der Bühne aufgeführt.

In den Stücken geht es in etwa um folgendes:

- In "Liesbeth ist tot" führt ein Apotheker ein Telefongespräch mit einem sehr ungewöhnlichen Kunden
- In "Zwicks Mühle" muss sich ein Programmierer vor seinem Chef wegen Betriebsspionage rechtfertigen
- "Solowetz" erzählt die zufällige Begegnung von zwei sich fremden Menschen auf einer Berghütte
- In "Talk light" unterhalten sich bei Bekannte in der U-Bahn auf der minimalistische Weise
- "Alpha liebt Gamma" ist ein Monolog, in dem ein unglücklich Verliebter von seinen Seelenqualen erzählt
- "Spitzweg" ist auch ein Monolog und das mit Abstand längste Stück der Sammlung. In kabarettartiger Weise schildert ein Poet seine aktuelle Lebenssituation.

Die Stücke sind sehr unterschiedlich. Manche haben mir sehr gut gefallen, andere sind für mich zu kurz, um bleibende Eindrücke zu hinterlassen. Teilweise merkt man sehr deutlich, dass das geschriebene Wort nicht das richtige Medium ist. Als Hörspiel oder auf einer Bühne kommen die Stücke sicherlich noch einmal ganz anders zur Geltung. Die meisten Geschichten enthalten einen dunklen Galgenhumor, den ich persönlich ansprechend finde. Besonders gefallen hat mir der Fatalismus des ersten Stücks sowie die zwei Monologe, bei denen man sich gut in den Geist der Charaktere einfinden konnte. Insgesamt eine schnelle und kurzweilige Leseerfahrung mit mehr Höhen als Tiefen.


Folge 6: Die Bürde des Captains
Folge 6: Die Bürde des Captains
Preis: EUR 6,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Erfindet die Science Fiction nicht neu, aber sehr unterhaltsam und qualitativ hochwertig, 6. Juni 2016
Ich habe die Hörspiel-CD der Folge 6 "Die Bürde des Captains" aus der Reihe "Heliosphere 2265" von Andreas Suchanek für eine Leserunde auf lovelybooks.de kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen. Die CD enthält sowohl eine Audio- als auch eine mp3-Version der 6. Folge sowie den 6. Band der eBook-Reihe als .pdf, .epub und .mobi.

FÜR NEUEINSTEIGER:

"Heliosphere 2265" ist eine Science-Fiction Reihe, die im Jahr 2265 beginnt. Im Zentrum steht der junge Captain Jayden Cross, der das Kommando über das neueste Schiff der Flotte der Menschheit erhält. Sein erster Auftrag führt zur Entdeckung eines merkwürdigen fremdartigen Artefakts. Gefahr lauert aber nicht nur von außen. Auch innerhalb der Regierung werden von bestimmten Personen Pläne zur Übernahme der Macht geschmiedet...Die einzelnen Folgen sind chronologisch und bauen inhaltlich aufeinander auf. Von daher kann ich nur abzuraten, mit Folge 6 zu beginnen und stattdessen mit Folge 1 "Das dunkle Fragment" zu beginnen.

WER DIE FOLGEN 1-5 BEREITS KENNT:

Am Ende von Folge 5 wird Captain Cross von Sarah McCall in Sjöbergs Machenschaften eingeweiht. Zusätzlich lernt er die Hintergründe zum Krieg mit den Palidenund die Bedeutung der Heliosphäre. Sjöberg wird vom mysteriösen Captain Stark angewiesen, Cross und Kensington eliminieren zu lassen.
In Folge 6 bekommt Cross nun den Auftrag, den zentralen Planeten der Paliden mit einer Fusionsbombe zu zerstören. Im System der Paliden angekommen, entwickeln sich die Dinge aber sehr schnell anders als erwartet. Gleichzeitig werden Dr. Petrova und Buckshaw in einem Internierungslager auf Pearl gefangen gehalten. Sie versuchen, Petrovas Hand-Com zu aktivieren und fliehen (genaue Inhaltsangabe mit Spoiler siehe unten).

BEWERTUNG DER FOLGE:

"Die Bürde des Captains" gehört für mich weder zu den schwächsten, noch zu den besten Folgen bisher. Die Spannung kommt nicht an die der Folgen 3 & 4 ran. Der Thread um Petrova und Buckshaw ist noch in der Entwicklung. Das Ende dagegen ist furios und intensiv und macht definitiv Lust auf mehr. An zwei oder drei Stellen waren mir Dinge unklar, was offenbar daran liegt, dass Hintergrundinfo, die man im eBook findet, nicht in die Hörspielversion übernommen wurde.
Am eBook auf der CD gefällt mir besonders das zusätzliche Material in Form von einem Glossar wichtiger Begriffe und einer Aufstellung der Crew mit Aufgabenbereich. Zum Nachschlagen ist das gut geeignet.

ALLGEMEINE BEWERTUNG DER REIHE:

Insgesamt gefällt mir "Heliosphere 2265" bisher sehr gut. Die Science-Fiction wird nicht neu erfunden, aber die Story enthält viele klassische Elemente und wirkt gut ausgearbeitet und ist sehr unterhaltsam. Die zentralen Charaktere sind überzeugend und rund. Die Höspielproduktion ist sehr professionell. Highlights waren für mich bisher die Folgen 3 & 4 und das oben erwähnte Ende dieser Folge. Bei Folge 7 werde ich wieder dabei sein.

***

Zum Abschluss eine kurze stenographische Inhaltsabgabe (ACHTUNG KOMPLETTER SPOILER):

Kensington und Alpha 365 führen ein verschwörerisches Gespräch - Dr. Petrova und Buckshaw werden in einem Internierungslager auf Pearl gefangen gehalten. - Die Hyperion wird angegriffen. Captain Cross wird schwer verwundet. - Rückblende: Cross unterhält sich mit Sjöberg. Die Hyperion soll mit einer Fusionsbombe den zentralen Planeten der Paliden zerstören und damit Milliarden von Leben auslöschen. - EC Johnston verpasst Cross eine Nano-Injektion, die ihn töten soll. - Petrova zeigt Buckshaw das Hand-Com. Dieser hat eine Idee, wie man es aktivieren könnte. - Ishida berichtet, dass Cross durch Zufall gerettet werden konnte, aber sich weiterhin in kritischem Zustand befindet. - Petrova und Buckshaw fliehen aus dem Lager und retten sich in eine geheime Forschungseinrichtung. Auf dem Weg erzählt Buckshaw seine Geschichte. Dort angekommen lösen sie versehentlich die Verteidigungsanlagen aus. - Paramedic Pembleton führt einen Anschlag auf Kensington aus, da ihr Bruder von der Inner Security Police (ISP) gefangengehalten wird. - Die Hyperion kommt im Palidensystem an und wird von einem Schiff der Paliden, die offenbar auch die Interlinktechnik entwickelt haben, schwer beschädigt. Zur gleichen Zeit kommt Captain Cross zu sich und konfrontiert EC Johnston. Er gibt den Befehl, die Bombe nicht anzuwenden. Johnston gibt seine wahre Agenda preis. Er hat einen Override und lässt die Bombe auf dem Planeten hochgehen. Dann schießt er auf Akoskin und lässt einen Chip in Ishidas Kopf explodieren.


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