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Pegasus Spiele 51963G - Imperial Settlers: Nachbarschaftshilfe, Kartenspiel
Pegasus Spiele 51963G - Imperial Settlers: Nachbarschaftshilfe, Kartenspiel
Preis: EUR 7,99

5.0 von 5 Sternen Kleine aber feine Kartenerweiterung zu einem ohnehin schon abwechslungsreichen Spiel, 30. April 2016
Bei der Nachbarschaftshilfe zu Imperial Settlers handelt es sich um eine reine Kartenerweiterung zum Grundspiel, so dass nicht nur die Packung erwartungsgemäß kompakt ausfällt, sondern auch der Inhalt der Box recht überschaubar ist. Dabei handelt es sich zunächst einmal um jeweils zehn Völkerkarten für die bekannten Fraktionen der Römer, Barbaren, Ägypter und Japaner, so dass, wer auf ein neues Volk gehofft hat, sich noch bis zur zweiten Erweiterung gedulden muss. Nichtsdestotrotz lohnt sich das Set für Vielspieler auf alle Fälle, denn ich für meinen Teil habe bei so ziemlich jeder Fraktion – mittlerweile bin ich persönlich großer Fan der Römer geworden – gemerkt habe, dass es immer wieder Karten gibt, mit denen ich bei meiner Taktik rein gar nichts anzufangen weiß und die lediglich als Handelsabkommen taugen.

Dabei hat jede der neuen Karten ihre Daseinsberechtigung, zumal es speziell die offenen Produktionsorte sind, die diese Erweiterung so lohnenswert machen und ihr auch den Namen Nachbarschaftshilfe verleihen, denn anders als die bekannten Produktionsorte können diese nun auch von den Mitspielern genutzt werden, um Waren zu produzieren, wofür wiederum der Eigentümer des Produktionsortes einen Arbeiter aus dem allgemeinen Vorrat erhält, was ein nicht zu unterschätzender Vorteil ist. Aber auch die Allgemeinen Karten erfahren mit insgesamt 13 neuen Orten eine Erweiterung, worunter sich ebenfalls diverse Märkte als offene Produktionsorte finden, eine neue Art von Ruinen, die eine Bauprämie von einem Stein statt einem Arbeiter beinhalten sowie nicht zuletzt eine sogenannte Sofort-Karte, den Vulkan, dessen Fähigkeit es erlaubt, einen Allgemeinen oder auch Völker-Ort eines Mitspielers gänzlich aus dem Spiel zu entfernen.

Die neuen Karten der Imperial Settlers-Erweiterung Nachbarschaftshilfe fügen sich nahtlos in das Grundspiel ein und erweitern dieses zwar nur um wenige neue, dafür aber umso durchdachtere Mechanismen und Möglichkeiten, während es speziell die bereits im Basisspiel angedeuteten Deckbau-Optionen sind, die dieser handlichen Kartenerweiterung ihren Reiz verleihen.


Pegasus Spiele 51962G - Imperial Settlers, deutsche Ausgabe, Brettspiele
Pegasus Spiele 51962G - Imperial Settlers, deutsche Ausgabe, Brettspiele
Preis: EUR 31,40

5.0 von 5 Sternen ungemein taktisches und forderndes Kartenspiel, 16. Januar 2016
Ein erster Blick auf das bewusst knuffig gehaltene Imperial Settlers vermag schnell zu trügen, denn der glückliche Siedler, den man dort mit seinem Hund spazieren gehen sieht, entspricht nicht einmal annähernd dem, was man während des Spiels geboten bekommt – was aber in keiner Weise negativ gemeint sein soll – , denn was sich hier als fröhlich-locker-leichtes Aufbauspiel präsentiert, bei dem es sich de facto mehr um ein Karten- denn ein Brettspiel handelt, wenn auch jeder Spieler eine Völkertafel sein Eigen nennt und eine Vielzahl Marker und Plättchen zum Einsatz kommen, ist hinter dieser Fassade ein ungemein taktisch ausgelegtes und durchdachtes Strategiespiel, das wie so oft zwar einfach zu erlernen, aber nur schwer zu meistern ist. Dem zupass kommt insbesondere, dass es insgesamt vier Völker gibt, die gegeneinander antreten, namentlich die Römer, Ägypter, Japaner und Barbaren, die nicht nur jeweils einen eigenen Völkerkartenstapel mit ihnen eigenen Bauten besitzen, sondern sich auch hinsichtlich Taktik und Vorgehensweise teils massiv voneinander unterscheiden.

Während sich Imperial Settlers also leichtfüßig präsentiert, verbirgt sich dahinter ein ungemein taktisches und forderndes Kartenspiel mit einer Vielzahl ausgereifter und ineinandergreifender Mechanismen, die zwar auch vom Kartenglück abhängen, aber ebenso eine gewiefte und durchdachte Strategie erfordern. Vier sich gänzlich unterschiedlich spielende Völker runden den durchweg positiven Eindruck gekonnt ab und versprechen – auch im Hinblick auf künftige Erweiterungen – eine Menge Langzeitspielspaß mit einer gesunden Portion Konkurrenzkampf.


Veronica Mars - Mörder bleiben nicht zum Frühstück
Veronica Mars - Mörder bleiben nicht zum Frühstück
von Rob Thomas
  Broschiert
Preis: EUR 14,95

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen orientiert sich gekonnt am Stil und Ton der Kultserie, 23. September 2015
Ich habe ja förmlich auf der Lauer gelegen, um die Veröffentlichung des zweiten Bandes Veronica Mars – Mörder bleiben nicht zum Frühstück nicht zu verpassen und dieses Engagement hat sich gelohnt, um das gleich einmal vorwegzunehmen, denn der zweite Band der in Kollaboration von Serienschöpfer Rob Thomas und Autorin Jennifer Graham entstandenen Buchreihe gefiel mir sogar noch einmal merklich besser als der erste Teil Veronica Mars - Zwei Vermisste sind zwei zu viel, was vorrangig daran gelegen haben mag, dass nun das Setting – freilich auch schon beim ersten Buch, hier aber deutlicher zu spüren – hinlänglich bekannt ist und keiner Auffrischung bedarf, wie man sich zuvor zu bemühen meinte und damit einhergehend auch, dass ich deutlich leichter und schneller ins Buch gefunden habe und mir der Stil, gerade zu Anfang der Geschichte, merklich mehr zugesagt hat als beim Vorgänger.

Vor allem aber, und das kann man sowohl Thomas und Graham als auch den deutschen Übersetzerinnen Sandra Knuffinke und Jessika Komina nicht hoch genug anrechnen, trifft das Buch nicht nur vorzüglich den Ton der Serie, sondern skizziert auch die altbekannten Figuren auf liebevolle Art und Weise, so dass man während der besten Momente und insbesondere bei manchen Dialogen meint, man würde einer aufwendig aufbereiteten, seinerzeit schlicht nur nicht verfilmten Serienepisode beiwohnen, so sehr gelingt es, die Stimmen der Figuren beinahe mühelos mit dem geschriebenen Wort zu verknüpfen, dass man sich auf jeder Seite in die Welt von Veronica Mars und zurück nach Neptune versetzt fühlt. Einzig zu bemängeln wäre vielleicht, dass Veronicas frühere Haus- und Hof-Begleiter Mac und Wallace auch diesmal wieder ein wenig stiefmütterlich behandelt werden, wobei Mac als Teil des Teams von Mars Investigations zumindest ein wenig was zu den Ermittlungen und der Geschichte beiträgt, Wallace hingegen sich mit einem kurzen Gastauftritt begnügen muss.

Der Fall selbst, wie sollte es auch anders sein, schlägt durchaus wieder den einen oder anderen Haken und weiß zu überraschen, doch muss man auch ehrlich sein, dass der große Erfolg von Veronica Mars weitaus mehr in ihrer Figur an sich begründet liegt als in den unglaublich einfallsreichen Kriminalgeschichten, denn von dieser Warte aus betrachtet ist der Plot von Mörder bleiben nicht zum Frühstück sicherlich nicht überzeugender oder lohnenswerter als viele andere Krimi-Veröffentlichungen auch, doch geht es ja eben gar nicht nur darum, sondern auch, wie sich Logans und Veronicas Zukunft entwickeln wird, ob es Keith und Cliff letztlich mit vereinten Kräften gelingt, Sheriff Lamb zu Fall zu bringen und die um sich greifende Korruption im Department, die ja auch schon im Film thematisiert worden ist, aufzudecken, darum, ob Eli „Weevil“ Navarro in alte Verhaltensmuster zurückfällt oder seine Familie zu halten imstande ist. Und endlich wird auch beleuchtet, wie es Logan nach Veronicas Weggang aus Neptune ergangen ist und wie er beim Militär gelandet ist, eine biografische Lücke, die zu schließen schon längst überfällig war.

Sicherlich, das sind alles Dinge, die nur eingefleischte Serien-Fans interessieren werden, doch für wen wenn nicht die werden Bücher wie Veronica Mars – Mörder bleiben nicht zum Frühstück geschrieben? Man kann sich dem Buch freilich auch ohne Kenntnis der Serie, des Films oder des Vorgängerbandes widmen, doch mag da die Faszination sicherlich an einigen Stellen auf der Strecke bleiben, weil man mit den Figuren und Begebenheiten nicht annähernd so vertraut ist, wie es wünschenswert wäre, zumal auch dieser Fall Veronica wieder mit ihrer weit zurückliegenden Zeit an der Neptune High konfrontiert und aktiv auf Seriengeschehnisse Bezug nimmt, was wieder einmal die Kohärenz unterstreicht, um die man sich auch hier wieder redlich bemüht hat. Umso erfreulicher ist da auch, dass Rob Thomas selbst verkündet hat, die Bücher dürfen als Kanon betrachtet werden und die Ereignisse in ihnen würden nicht durch einen möglichen zukünftigen Film (der aber noch völlig in den Sternen steht) unterminiert würden. Dennoch gibt es auch Grund sich zu ärgern, denn nachdem Thomas die Marshmallows nun mit dem Film plus zwei Büchern wieder richtiggehend angefixt hat (mich zumindest), ist bisher auch nicht die Rede von weiteren geplanten buch-Veröffentlichungen und obwohl der Abschluss des Bandes versöhnlich stimmt und im Worst-Case (wieder einmal) als Abschluss der Serie fungieren könnte, würde ich mir natürlich viel lieber wünschen, wenigstens einmal pro Jahr ein neues Buch mit meiner Lieblings-Detektivin präsentiert zu bekommen. Danach sieht es aber derzeit leider nicht aus.

Fazit:

Auch der zweite Fall Veronica Mars – Mörder bleiben nicht zum Frühstück orientiert sich gekonnt am Stil und Ton der Kultserie und erzählt die im Film begonnene Geschichte kohärent und spannend weiter, ohne dabei den aktuellen Fall zu vernachlässigen, der die blitzgescheite Detektivin wieder tief in die Schatten von Neptune schickt und weit mehr als nur ein Rätsel bereithält, während Veronica sich einmal mehr mit ihrer umtriebigen Vergangenheit konfrontiert sieht.


Der letzte Mad Man: Bekenntnisse eines Werbers
Der letzte Mad Man: Bekenntnisse eines Werbers
von Jerry della Femina
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen amüsant-skurrile Schilderungen einer schillernden Dekade - ein Muss für jeden Mad Men Fan!, 4. Juli 2011
Zum Inhalt:
In "Der letzte Mad Man" schildert Jerry della Femina sein Leben in der und seine Eindrücke aus der Werbebranche, die - was Dekadenz und Freiheit angeht - zweifellos im New York der 60er Jahre ihr absolutes Hoch erreicht hatte. Ständig schossen, neben etablierten Agenturen wie beispielsweise Doyle, Dane & Bernbach neue, aufstrebende, kreative Agenturen aus dem Boden, die oftmals nur ein kurzes Dasein fristeten. Denn nichts ist umtriebiger als Werbung und die Menschen, die für sie arbeiten. Von Feminas Spießrutenlauf von Daniel & Charles über Fuller & Smith & Ross, weiter zu einer Stippvisite bei Ashe & Angelmore bis hin zu seiner Tätigkeit bei Delehanty, Kurnit & Geller (DDB), einer der renommiertesten Agenturen der damaligen Zeit, berichtet dieses Buch und lässt Femina all die kleinen Anekdoten, die skurrilen Geschichten, die Grabenkämpfe um die Etatvergabe wichtiger Großkunden und die kleinen Kriegsspielereien unter den Kreativen, den Textern und den Kontaktern Revue passieren, bis hin zur Gründung seiner eigenen Agentur Della Femina Rothschild Jeary & Partners, die bis zum heutigen Tage fortbesteht.

Rezension:
Es fällt nicht schwer zu glauben, dass dieses Buch die bekannte und mehrfach preisgekrönte Serie Mad Men inspiriert hat, wie bereits das Cover von "Der letzte Mad Man: Bekenntnisse eines Werbers" verlauten lässt, da einerseits der Autor Jerry della Femina als Berater der Serienproduzenten fungiert und er sich andererseits angesichts seiner Schilderungen wahrhaftig als einen der letzten "Mad Men" bezeichnen kann.

Auch wenn er sich nicht so sehr in der Schilderung sexueller Eskapaden und dekadenter Ausschweifungen ergeht wie sich das manche wünschen würden, so zeichnet er doch ein durchweg unterhaltsames und nicht zuletzt glaubwürdiges Bild der jungen Wilden und verrückten Kreativen während der damaligen Blüte der Werbeagenturen. "Der letzte Mad Man" ist hierbei weder Roman noch Autobiografie, denn die einzelnen Anekdoten, Episoden und Stationen auf Feminas Reise durch das damalige New York sind nur lose miteinander verknüpft und weisen nicht unbedingt einen roten Faden auf, von stringenter Erzählweise ganz zu schweigen.

Dieses Unstete indes steht den versammelten Schilderungen in diesem Fall ganz ungemein, da so beinahe der Eindruck entsteht, man würde mit Jerry Femina persönlich in einer verrauchten Bar sitzen bei ein paar Martinis oder einem guten Old Fashioned, während einem dieser Insider der Werbebranche seine Geschichten und Geheimnisse preisgibt. Die Stories sind bis auf wenige Ausnahmen dabei überraschend unverbraucht und modern, obwohl die Erstauflage dieses Buches bereits 1971 unter dem provokanten Titel "From Those Wonderful Folks Who Gave You Pearl Harbor: Front-Line Dispatches from the Advertising War" veröffentlicht worden ist und sich auch damals schon gut verkaufte. Anlässlich des enormen Erfolges von "Mad Men" lässt sich leicht erklären, wieso hier a) eine Neuauflage in Betracht gezogen worden ist und b) der Titel zugunsten einer besseren Erkennbarkeit für die Serienanhänger abgewandelt worden ist.

Obwohl sich "Der letzte Mad Man" keiner Schublade zuordnen lässt, weder Fisch noch Fleisch zu sein scheint, nicht chronologisch ist, nicht tiefenpsychologisch das Terrain der Werbung unter die Lupe nimmt, sich kaum merklich mit soziokulturellen Umwälzungen im Laufe der Jahre beschäftigt, auch nicht mit der übertriebenen Dekadenz der Serie dienen kann, keinen Romanhelden, keinen Anfang und kein wirkliches Ende besitzt, kann ich dieses Buch trotzdem jedem ans Herz legen, der entweder dem Charme der Serie "Mad Men" erlegen ist oder sich für die damalige Zeit zu interessieren scheint, denn es ist so, wie Jerry della Femina selbst schreibt, "dass die Werbung großen Spaß macht, und zwar die Sorte Spaß, für die man sich sonst ausziehen muss. " Und eben das merkt man dem Buch an!


Stadt der Verlierer: Roman
Stadt der Verlierer: Roman
von Daniel Depp
  Taschenbuch

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen vor Wortwitz sprühender Beginn einer vielversprechenden Reihe, 29. Juni 2011
Rezension bezieht sich auf: Stadt der Verlierer: Roman (Taschenbuch)
Zum Inhalt:
David Spandau ist ein früherer Stuntman, der sich seit eines Unfalls als Privatdetektiv verdingt. Als moderner, nicht auf den Mund gefallener Cowboy passt er nicht so recht ins Bild der Traumfabrik Hollywood, doch seine Erfolge bei Coren Investigations sprechen für sich.

Als er den Auftrag erhält, den aufstrebenden Star Bobby Dye zu beschützen und herauszufinden, wer ihm ominöse Morddrohungen schickt ist er anfangs skeptisch und Bobbys Untergebene hat er auch nicht unbedingt auf seiner Seite. Doch schnell kommt Spandau dahinter, dass eindeutig mehr hinter der Sache steckt und Bobby Dye in Wirklichkeit von Drogendealer und Clubbesitzer Richie Stella erpresst wird, der ein starkes Druckmittel hält und Bobby zwingen will, in einem seiner Filme die Hauptrolle zu spielen.

Spandau bittet seinen alten Freund Terry McGuinn um Hilfe, einen trinkenden, raubeinigen, kampferprobten Herr der Ringe-Fan, dessen Charme die Frauenwelt nichtsdestotrotz nicht widerstehen kann, doch es steht zu befürchten, dass seine forsche Art mehr Probleme verursacht als sie löst.

Rezension:
Daniel Depps Erstlingswerk ist eine überzeugende, hochintelligent und wahnsinnig geistreich geschriebene Detektivgeschichte in der Glitzerscheinwelt von Los Angeles. David Spandau ist hierbei ein zutiefst sympathischer Protagonist mit zahlreichen Eigenarten und Schwächen, dem Daniel Depp einen bestechenden Wortwitz und eine gehörige Portion Sarkasmus spendiert hat, was wiederholt zu großartigen Lachern führt und damit die ansonsten eher ernst angelegte Geschichte gehaltvoll auflockert.

Depp macht aber nicht den Fehler, bei seinem Augenmerk auf Spandau die anderen Figuren links liegen zu lassen, sondern spendiert quasi jedem von ihnen eine mehr oder minder ausführliche Vorgeschichte, so dass weder die Guten noch die Bösen farblose Stereotypen bleiben. Gekonnt wechselt er auch zwischen den verschiedenen Handlungssträngen und den agierenden Figuren und schafft es, diese glaubhaft miteinander zu verknüpfen, bis sich am Ende alles zu einem großen Ganzen fügt.

Das Bild, dass Daniel Depp hingegen von Hollywood zeichnet ist keineswegs neu und wie schon oft gesehen eine Parabel auf die Verderbtheit der Menschen, ihre Skrupellosigkeit und ihr schwindendes Moralempfinden. Das bringt er aber so gekonnt auf den Punkt, dass die Schilderung zu keinem Zeitpunkt unglaubwürdig wird. Dies zieht sich glücklicherweise durch den gesamten Roman, so dass bei allem Übermaß, bei all der Tristesse und Hoffnungslosigkeit der Leser nie in die Verlegenheit gerät zu denken, dass es jetzt ein wenig zu viel des Guten sei.

Einzig zu bemängeln wäre vielleicht, dass sich der Autor zuweilen in seinem Ensemble verliert und die eigentliche Hauptperson ein wenig ins Hintertreffen gerät. Dabei hat - wie oben schon angerissen - David Spandau alle Qualitäten, um eine Romanreihe zu schultern. Dementsprechend erscheint auch schon im Herbst dieses Jahres sein zweiter Fall mit dem verheißungsvollen Titel Nächte in Babylon: Roman.

Ich für meinen Teil kann nur sagen, dass ich mich schon jetzt auf ein Wiedersehen mit diesem eloquenten und zynischen Freizeitcowboy freue!

Daniel Depps erster Roman überzeugt auf ganzer Linie und bietet allerfeinste Unterhaltung, verpackt in einem spannenden und mitreißenden Plot. Gerne mehr davon!


Einsamkeit und Sex und Mitleid: Roman (Taschenbücher)
Einsamkeit und Sex und Mitleid: Roman (Taschenbücher)
von Helmut Krausser
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen teils klischeebehafteter, aber großartig dargebrachter Episodenroman, 29. Juni 2011
Zum Inhalt:
Einsamkeit und Sex und Mitleid handelt von Dr. Robert Stern, dem auf einer Zugfahrt nach Berlin seine Schuhe von einem Punk namens Holger geklaut werden. Dies tangiert ihn jedoch nur peripher, denn seine Sekretärin und Geliebte Carla versorgt ihn schnell mit neuen Tretern, während Holger in Berlin Sybille kennenlernt. Dr. Sterns Frau Sarah weiß um dessen Affäre und hat sich damit abgefunden, während ihre Freundin Julia König sich vor einem guten Jahr von ihrem Mann Uwe getrennt hat und ihr dazu rät, sich einen Jungen vom Escort-Service kommen zu lassen für die "gewissen Stunden". Dieser Junge ist Vincent, der voriges Jahr Weihnachten mit seiner Freundin zusammen gekommen ist. Julias Exmann Uwe wiederum ist Leiter eines Edeka-Marktes und lernt dort den ehemaligen Lateinlehrer Ekkehard Nölte kennen, der es nicht verwinden kann nicht mehr zu unterrichten und deshalb Zuflucht sucht im Nachtmahr, einer Berliner Kneipe, wo er die Kellnerin Minnie kennenlernt. In dieser Kneipe gerät auch der Punk Holger mit Mahmud aneinander, einem Araber, der dort mit Johnny nur ein Bier trinken möchte, obwohl beide um die Gunst der fünfzehnjährigen Swentja buhlen, deren Eltern Maschjonka und Robert Pfennig für die Teilnahme an einem Tanzwettbewerb die Hilfe der professionellen Tänzerin Janine suchen, welche den Edeka-Filialleiter Uwe über eine Online-Dating-Börse kennengelernt hat

Rezension:
So verworren sich die Inhaltsbeschreibung auch anhören mag, so gekonnt schafft es Helmut Krausser, niemals den Überblick zu verlieren und diesen Durchblick auch an seine Leser weiterzugeben. Die Figuren werden so behutsam und auf ihre ihnen eigene Art eingeführt, dass nur selten Verwirrung aufzukommen droht. Zudem schafft es Krausser durch seine Erzählweise, dass keine der Verflechtungen und Begegnungen aufgesetzt, erzwungen oder gekünstelt wirkt.

Einsamkeit und Sex und Mitleid ist so vielfältig wie die vorkommenden Figuren und weiß deshalb zu jedem Zeitpunkt wunderbar zu unterhalten, zumal sich der Autor zwar einerseits nicht zu ernst nimmt und die Geschichte mit einem Augenzwinkern in neue Richtungen zu lenken weiß, dabei das Ganze aber auch nie ins Lächerliche abdriften lässt.

Das einzige was man Herrn Krausser vorwerfen könnte ist, dass er doch extrem die gängigen Klischees bedient, sei es der saufende und stehlende Punk, der kaum des Deutschen mächtige und überaus aggressive Türke, der fanatische Araber, der gutsituierte Mann mit Geld und einer jungen Geliebten und so weiter und so fort. Zwar nimmt er diese Klischees auch wunderbar selbstironisch aufs Korn, jedoch funktioniert dies eben nicht immer oder nur bedingt.

Nichtsdestotrotz ist Einsamkeit und Sex und Mitleid ein guter Roman, zwar ohne hehre Ansprüche an die werte Leserschaft, aber doch herrlich unterhaltsam. Hier ist tatsächlich der Titel Programm, der mich natürlich als allererstes auf das Buch hat aufmerksam werden lassen, auch wenn ich gestehen muss, dass mir erst einige Zeit später aufgefallen ist, dass es sich um eine phonetisch naheliegende Umdichtung der Titelzeile der deutschen Nationalhymne handelt.

Helmut Kraussers Roman ist kein großer Wurf und kämpft mit seinen vielen Klischees, aber seine Geschichten wissen zu unterhalten und zu begeistern und sorgen so für einige Kurzweil.


Bin das ich, die du liebst?: Roman
Bin das ich, die du liebst?: Roman
von Amanda Sthers
  Taschenbuch

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen an den eigenen Ambitionen gescheitert, 29. Juni 2011
Zum Inhalt:
Andréa Stern erzählt ihren Kindern, dass sie und ihr Mann sich getrennt haben, dass die Liebe vorbeigegangen ist. Doch wie lässt man Jahre Revue passieren, wie vermittelt man glaubhaft den Exzess der Liebe. In ihrer Unfähigkeit, adäquate Worte zu finden flüchtet sich Andréa in die Biographie der anderen großen Liebe ihres Lebens: Keith Richards.

Ihrer beider Leben verschmelzen bis nicht mehr zu erkennen ist, wo Andréa aufhört und Keith beginnt.

Rezension:
Was sich anfangs zunächst spannend anhört - auch wenn ich durch den Klappentext in keiner Weise auf die Machart, die eigentliche Geschichte hingewiesen worden bin - scheitert meiner Meinung nach leider an den hoch gesteckten Ambitionen. Denn von Andréa erfahren wir im Laufe des Buches so leidlich wenig, dass ihre Figur vollständig verblasst gegenüber der polarisierenden Gestalt, die sie sich als Alter Ego geschaffen hat. Zudem funktioniert der Geschlechterwechsel nur bedingt, da es zu vielen sonderlich anmutenden Situationen kommt sobald "Keith" mit Frauen anzubändeln beginnt.

Denn Andréa versucht nicht einfach eine Geschichte zu erzählen, nein, in ihrer Gedankenwelt ist sie Keith! Schlittern wir zwischen den Schilderungen in die Realität zurück, geschieht dies so unvermittelt und ohne erkennbaren Paradigmenwechsel, dass sich die Wirkung dessen kaum entfalten kann, bevor die Rückführung in Keith` halbfiktive Lebensgeschichte erfolgt.

Es verhält sich leider so, dass die Verschmelzung beider Figuren so konsequent verfolgt wird, dass man bereits von Anfang an nicht mehr in der Lage ist zu bestimmen, wo die eine aufhört und die andere anfängt. Das führt dazu, dass auch keine Steigerung mehr erfolgen kann und das vermeintliche Finale ohne Wirkung verpufft. Außerdem bewirkt es, dass die Geschichte unglaublich richtungslos wirkt und vor sich hin plätschert, nur lose zusammengehalten von Eckdaten aus Keith` Richards Vergangenheit - und selbst hier erfolgen Zeitsprünge in beide Richtungen.

Dessen Geschichte wiederum funktioniert für sich genommen ausnehmend gut und bietet ein interessantes Leseerlebnis, insbesondere da - wie die Autorin selbst einräumt in ihrem Leben von Keith Richards alles wahr ist, aber nichts exakt. Unter diesem Aspekt empfindet man als Leser dann die wenigen Schnipsel von Andréa störend. Man kann es drehen und wenden, Amanda Sthers schafft es nicht, die beiden fragmentarischen Aspekte ihrer Geschichte zu einem sinnvollen Ganzen zu verbinden.

Bin das ich, die du liebst? steckt voller Ambitionen und scheitert an diesen kläglich. Der Stil ist gut, die Idee ebenso, an der Umsetzung hapert es allerdings umso deutlicher.


Der dritte Bruder
Der dritte Bruder
von Nick McDonell
  Taschenbuch

4.0 von 5 Sternen eine außergewöhnliche Geschichte über die Tragik des Lebens, 29. Juni 2011
Rezension bezieht sich auf: Der dritte Bruder (Taschenbuch)
Zum Inhalt:
Mike hat über einen alten Freund seines Vaters ein Volontariat bei einer Zeitung in Hongkong bekommen. Elliot Analect, Chef der Zeitung und Freund von Mikes Vater, schickt ihn nach Bangkok, um über die dortige Backpacker-Szene zu berichten. Ganz nebenbei soll er sich auf die Suche nach Christopher Dorr begeben, der dort seit geraumer Zeit verschollen ist.

Neugierig stürzt sich Mike in Bangkok in eine Welt, die beherrscht wird von Drogen, Prostitution und Gewalt und die das Gegenteil der ihm bekannten privilegierten Oberschicht darstellt.

Doch dann geschieht ein Unglück und Mike muss vorzeitig nach New York zu seinem Bruder Lyle zurückkehren.

Als dann auch noch die zwei Türme des World Trade Center einstürzen, gerät Mikes vormals so heile Welt vollends aus den Fugen.

Rezension:
Im Vergleich zu seinem Erstling Zwölf hat sich McDonells Erzählweise noch einmal merklich verbessert. Zwar finden sich auch in Der dritte Bruder unglaublich kurze Kapitel, die nur das Nötigste vermitteln, doch tun sie das hier mit einer solchen Prägnanz und Effektivität, dass das Ergebnis einem mitreißenden, schnell geschnittenen Film gleicht, der auf schmückendes Beiwerk fast gänzlich verzichtet.

Die Erzählung teilt sich hierbei in drei Teile, deren erster hauptsächlich in Bangkok spielt und den meisten Raum einnimmt. Er ebnet zudem den Boden für alles Folgende. Hierbei werden Mikes Erlebnisse immer wieder unterbrochen von Rückblenden in seine Kindheit oder seine jüngere Vergangenheit in New York. Dieses Stilmittel ist bereits durch Zwölf hinlänglich bekannt, funktioniert aber auch hier einwandfrei, um Hintergrundinformationen und einschneidende Begebenheiten sinnvoll zu vermitteln, ohne den Leser aus dem Fluss der Geschichte zu reißen.

McDonells Roman konzentriert sich vollkommen auf seinen Hauptprotagonisten Mike und schildert tagebuchartig seine Sicht der Dinge. Der Autor macht also nicht wie bei Zwölf den "Fehler", sich mit der Berücksichtigung zu vieler Figuren zu verzetteln. Das Motiv des dritten Bruders wird in unterschiedlicher Variation aufgegriffen und das teils in überraschender Weise, so dass ich gar keine Thesen bezüglich des Titels aufstellen möchte und kann, ohne Grundlegendes zu verraten.

Der dritte Bruder ist einmal mehr ein nicht unbedingt seitenstarkes Werk, doch gelingt es trotzdem, eine Geschichte epischer Breite zu erzählen, was durch die erwähnte fragmentarische Erzählweise begünstigt wird.

Nick McDonell hat bewiesen, dass er kein "One-Hit-Wonder" ist. Der dritte Bruder ist eine außergewöhnliche Geschichte über die Bedeutung von Familie und über die Tragödien des Lebens.


Nach dir die Sintflut
Nach dir die Sintflut
von Andrew Kaufman
  Taschenbuch

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ein modernes Märchen fast biblischen Ausmaßes, 4. Juni 2011
Rezension bezieht sich auf: Nach dir die Sintflut (Taschenbuch)
Zum Inhalt:
Andrew Kaufmans neuestes Werk handelt von Rebecca Reynolds, deren Schwester Lisa verstorben ist und die das Problem hat, das jedes ihrer Gefühle auf alle umstehenden Personen projiziert wird, so dass diese dasselbe fühlen wie sie. Außerdem geht es um Lewis Taylor, Lisas Mann, der später Gott begegnen wird. Auch Rebeccas Exmann Stewart Findley, der sich in einem Hotel auf dem platten Land nahe Winnipeg niedergelassen hat, um ein Schiff zu bauen, ist Teil der Geschichte, ebenso wie die beiden Regenmacher Kenneth und Anderson Richardson, Vater und Sohn, die von den verzweifelten Bürgern von Morris, Manitoba aufgrund einer nicht enden wollenden Dürre gerufen werden.

Und natürlich und vor allem handelt Nach dir die Sintflut von Aby, eigentlich Aberystwyth, eine einer menschenähnlichen Art, den unter Wasser lebenden Hlith'afgoth' angehörige junge Frau, die sich in einem schrottreifen Honda Civic auf die Suche nach ihrer entwässerten Mutter Margaret macht, um sie zu überreden, ins Meer zurückzukehren.

Und all diese Gestalten treffen in der einen oder anderen Weise aufeinander.

Rezension:
Auch in diesem Buch, wie zuvor schon in Alle meine Freunde sind Superhelden gelingt es Kaufman, ein modernes Märchen zu erzählen, voll sonderbarer Begebenheiten, verworrener, magischer Geschichten und einzigartiger Ideen. Er schafft es dabei sowohl mit der Erwartungshaltung des Lesers zu spielen und gleichzeitig, einzigartige Bilder zu entwerfen, die eine noch lange im Gedächtnis bleiben werden. Er bedient sich hierzu auch gerne und oft einer symbolischen, einer metaphorischen Sprache und eines einzigartigen Erzählstils.

Dabei wächst einem jede einzelne Figur auf ihrer persönlichen Odyssee so sehr ans Herz und die Magie der Geschichte unterstreicht noch die gewünschte Emotionalität, statt diese zu untergraben, wie es sonst häufig der Fall ist. Zudem gelingt ihm auch der Spagat, gekonnt zwischen verschiedenen Genres zu wechseln und eine sowohl romantische, als auch dramatische, komische wie auch traurige, aber in allen Fällen überzeugende Arbeit abzuliefern.

Kaufman gelingt hier meiner Meinung nach ein kleines Meisterwerk mit fast biblischen Ausmaßen - darauf gibt auch schon der Originaltitel The Waterproof Bible einen Hinweis - , das zu jedem Zeitpunkt zu bezaubern und begeistern weiß und in seiner Form einzigartig ist.

Leider, leider lässt der Schluss des Buches den Leser mit einigen, teils gravierenden, offenen Fragen zurück und man merkt allzu deutlich, dass der Autor mit dem Gros an verschiedenen Erzählsträngen überfordert ist. Doch die Entwicklung, die Kaufman in Bezug auf narrative Strukturen von seinem Erstlingswerk Alle meine Freunde sind Superhelden zu dem vorliegenden Buch durchgemacht hat, lässt darauf schließen, dass ihm mit seinem nächsten Buch fast unter Garantie ein Meilenstein gelingen wird.

Nach dir die Sintflut hat alles was einen großartigen Roman ausmacht und wird dabei niemals langweilig oder vorhersagbar. Das Lesen ist eine wahre Freude und auch, wenn man irgendwann den Ausgang des Ganzen erahnt und das Ende leider viel zu hektisch und abrupt abgewickelt wird, bleibt man mit einem allzu glücklichen Gefühl zurück, weshalb ich das Buch nur uneingeschränkt empfehlen kann.


Killing Game: Thriller
Killing Game: Thriller
von Charlie Huston
  Taschenbuch

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen düstere, harte, schwarzhumorige Thriller-Kost, 4. Juni 2011
Rezension bezieht sich auf: Killing Game: Thriller (Taschenbuch)
Zum Inhalt:
Der Roman spielt im Jahre 1983 in einer nordkalifornischen Kleinstadt. Zu Beginn lernen wir die vier Jungs Andy, George, Paul und Hector kennen, die als eingeschworene Clique tagtäglich um die Häuser ziehen, ihre Streiche spielen und gelegentlich auch in die Häuser der reichen Kleinstadtbewohner einbrechen, um sich ihr Taschengeld aufzubessern.

Interessant wird das Ganze, als die vier mit den Mitgliedern der Arroyo-Gang in Berührung kommen und durch eine Verkettung von Umständen die Drogenküche der Gang entdecken und an deren Meth*-Vorräte gelangen. Denn was sie nicht wissen ist, dass die Arroyo-Brüder nicht die eigentlichen Oberhäupter des Drogenkartells sind, sondern dass sich noch andere Gestalten im Hintergrund tummeln und es auf die Jungs abgesehen haben. Auch die dunkle Vergangenheit ihrer Eltern und Anverwandten spielt hierbei eine nicht unwesentliche Rolle und im Laufe der Geschichte wird so manches Geheimnis gelüftet, welches besser nicht ans Tageslicht hätte gezerrt werden dürfen.

Rezension:
Der Roman gewinnt leider nur langsam an Fahrt und die ersten siebzig Seiten fragt man sich noch, wohin und in welche Richtung diese Geschichte steuern soll, auch und besonders, da die vermeintliche Bedrohung durch die Arroyo-Brüder schnell von der Bildfläche verschwindet. Doch erst langsam offenbart sich dann die Genialität des Romans, der - in verschiedenen Zeitebenen stattfindend - immer wieder unvermittelt vor- und zurückspringt und wir dadurch relativ früh vom Schicksal der Jungen erfahren und Seiten später lesen werden, wie sie in den Schlamassel hineingeraten sind. Wie oben bereits erwähnt, gibt es neben der Bande um Andy und George noch eine weitere Gruppe, die hier durch eine so unglaubliche wie auch unglaubwürdige Verkettung von Zufällen und falschen Vermutungen wieder zusammengeführt wird und die sich dereinst unter dem Kürzel BW/JL/G auf einem Bartresen verewigt hat.

Hier zeigt sich auch die wahre Stärke des Romans, denn so simpel sich der Plot um vier Jugendliche, die in Schwierigkeiten geraten, auch anhören mag, so schnell wird auch klar, dass dort noch einiges mehr unter der Oberfläche brodelt.

Außerdem nimmt sich Huston Zeit für die Entwicklung seiner Charaktere und beschreibt auch die Hintergründe der einzelnen Familien und ihres Umfelds und schafft damit ein umfassendes Bild mehrerer zerrütteter Kleinstadtfamilien in den achtziger Jahren.

In meinen Augen versteht es Huston unvergleichlich, düstere, harte, schwarzhumorige und auf den Punkt gebrachte Romane zu schreiben. Killing Game ist hier die Regel, nicht die Ausnahme, auch wenn das Werk nicht an meinen Favoriten Clean Team heranreicht. Ich bescheinige dem Roman hier - gerade aufgrund der Erzählstruktur - ein definitives: Hat sich gelohnt!


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