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Rezensionen verfasst von
opernfan

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Bartok:Works for Orchestra #3
Bartok:Works for Orchestra #3
Preis: EUR 22,09

5.0 von 5 Sternen Perfekte Synthese, 22. Oktober 2017
Rezension bezieht sich auf: Bartok:Works for Orchestra #3 (Audio CD)
Ivan Fischer ist mit seinem Budapest Festival Orchestra der perfekte Sachwalter für das Werk Bartoks, wie man vielfach auf CD hören kann: so auch hier. Er schafft die perfekte Synthese aus Moderne und Tradition, ohne die Bartok nicht zu denken ist. Gerade im Konzert für Orchester schafft er somit eine wunderbare Deutung zwischen Dissonanzen und Melancholie, zwischen Aufbruch und Tradition, Dynamik und Ausdrucksintensität. Er geht dabei weniger schroff vor, wie jetzt z.B. ein Boulez, der die Musik mehr seziert. Fischer schafft es vielmehr, modern zu klingen, ohne das Prinzip des Dissonanten zu überziehen. Für mich die Referenzaufnahme eines sattsam bekannten Werkes, welches dergestalt noch einmal ganz anders klingt. Die drei Dorfszenen sind hingegen etwas gewöhnungsbedürftig und wohl auch nicht Bartoks inspiriertestes Werk (der Chor ist auch nicht kann sauber), Kossuth hingegen ist in seinen gebrochenen Wagner-Anklängen ein spannendes Stück Musik, das in dieser spannenden Wiedergabe definitiv ein Kennenlernen wert ist.


Schubert: Späte Klaviersonaten D958, D959, D960
Schubert: Späte Klaviersonaten D958, D959, D960
Wird angeboten von mario-mariani
Preis: EUR 49,90

4.0 von 5 Sternen Nicht ganz einheitlich, 15. Oktober 2017
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Perahia ist lange nicht als Schubert-Interpret aufgefallen, bis er die Trias der letzten Sonaten vorlegte. Jene mirakulösen, letztlich geheimnisvollen letzten Sonaten, die Schubert in kürzester Zeit zu Papier brachte - warum, für welchen Anlass entzieht sich unserer Kenntnis, bleibt wie so vieles in Schuberts kurzem Leben rätselhaft.
Dem Interpreten ist es nun aufgegeben, das Zerrissene, die Form sprengende und gleichzeitig doch noch die klassischen Elemente wahrende, zu verbinden, über den gesamten Sonatenverlauf hinweg den Spannungsbogen zu halten. Das gelingt nicht wirklich vielen Interpreten überzeugend (mit am überzeugendsten vielleicht Lupu, auch Leonskaja und Uchida haben - mit jeweils unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen - uns viel zu sagen, einzelne Sonaten wären dann auch noch von Pires, Schnabel, auch Serkin und Pollini zu nennen), Perahia schlägt sich mehr als achtbar, insbesondere die Sonate A-Dur (D959) gelingt ihm in meinen Ohren dabei am überzeugendsten. Lyrisch im Anschlag, dramatisch im Gesamtgestus, schafft er es, diese Sonate zwingend auf höchstem Niveau zu interpretieren, hält Schwermut und Dramatik wunderbar ausbalanciert, beschönigt nicht und stellt gleichzeitig die wunderbaren Melodien vortrefflich aus.
Die Sonaten D958 und D960 haben jetzt nicht ganz diese Geschlossenheit, immer wieder droht der Spannungsfaden etwas abzureißen. Immer wieder gelingen wunderbare berührende, schmerzlich schöne Passagen - aber das Element der Geschlossenheit stellt sich für mich nicht ganz so zwingend dar. Was bleibt, ist immer noch viel: nuancierter Anschlag, Wahren des großen Bogens, wunderbare Kantilenen, kurz ein Schubert, der eine gute Mischung aus Schönheit und Abgründigem schafft, ohne jetzt vielleicht den letzten Mut zur Entäußerung zu haben, wie ihn bspw. ein S. Richter (oder auch eine Leonskaja, eine Uchida, ein Lupu) hat. Dennoch eine hervorragende Aufnahme, die sich im Interpretationkanon weit oben anzusiedeln weiß.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 22, 2017 12:21 PM MEST


The People United Will Never Be Defeated-36 Var.
The People United Will Never Be Defeated-36 Var.
Preis: EUR 12,30

5.0 von 5 Sternen Faszinierend, 15. Oktober 2017
Rzewski war mir bis zu der Aufnahme durch Igor Levit (und den dazu gehörenden Live-Eindruck) kein Begriff - und es bedarf schon eines Künstlers wie Igor Levit, um ein solch komplexes Werk packend zu Gehör zu bringen. Und dann muss sich dieses technisch äußerst vertrackte Werk auch nicht hinter großen, anderen Variationszyklen verstecken - nicht umsonst hatte es Levit ursprünglich in seiner 3-CD-Box mit den Goldbervariationen und den Diabelli-Variationen gekoppelt.
Variationszyklen sind letztlich nur dann interessant, wenn es Komponist und Interpret es schaffen, Spannung aufzubauen (dass dies auch mit einem eher uninteressanten Ausgangsmaterial funktionieren kann, beweist Beethoven genial in seinen Diabelli-Variationen) und die einzelnen Variationen mit Sinn, mit Farbe und Aussage aufzuladen. Und dies gelingt hier auf allen Ebenen bewundernswert: der humanistische Anspruch Rzewskis wird jederzeit hörbar, das "Revolutionslied" wird spannend in Szene gesetzt und mit den verschiedensten Ausdrucksebenen versehen. Levit wirft sich mit Feuereifer und großem Engagement in die Exekution, die ihm alles abverlangt, ohne dass man jemals den Eindruck hätte, dass er technisch an seinen Grenzen wäre. Aber über das Virtuose hinaus berührt er in der Stimmigkeit der Interpretation, in dem Mitreißenden auch der politischen Aussage des Werks. Welches - dergestalt - schlichtweg mitreißend und bewegend gleichzeitig ist.


Klaviersonate D960 / Allegre.Tod915 u.a.
Klaviersonate D960 / Allegre.Tod915 u.a.
Wird angeboten von Bessere_Musik ( 12-24 Tage Lieferzeit aus Kalifornien)
Preis: EUR 26,75

5.0 von 5 Sternen Zu Unrecht in der zweiten Reihe, 6. Oktober 2017
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Stephen Kovacevich hat meiner Wahrnehmung nach nur zwei Schubert-CDs herausgebracht - was angesichts deren Qualität sehr zu bedauern ist. Schon in der vorletzten Sonate D 959 hat er seine Qualitäten unter Beweis gestellt: sein Schubert ist spannend, durchaus dramatisch gedacht, bezwingend in seinem "Drive", ohne dabei das Zerrissene, das Abgründige aus den Augen zu verlieren. Ähnliche Qualitäten finden wir auch hier in Schuberts letzter Sonate: nie übergeht Kovacevich das Schwere, Düstere der Musik, gleichzeitig hat die Musik aber einen bezwingenden Vorwärtsdrang, eine Art Innendramatik, die etwas mitreißend hat. Dabei gelingt es ihm ganz wunderbar, die einzelnen Aspekte der Musik ganz wunderbar in Balance zu halten. Dabei hat auch hier die Musik einen ungeheuren Drive, reißt einen mit. Dabei gestaltet er aber gerade auch den zweiten Satz ungemein berührend in seiner Traurigkeit, ohne jetzt im Schmerz zu erstarren.Es ist eine gänzlich andere Sicht wie jetzt z.B. ein S. Richter vertritt, der viel vergrübelter, auch schwerer in seiner Interpretation ist (nicht minder faszinierend), aber nicht weniger berechtigt. Faszinierend, wieviel spannende Interpretationen dieser grandiosen Sonate es gibt (angefangen mit A. Schnabel, benannter S. Richter, aber auch R. Lupu, M. Uchida, M.J. Pires, C. Haskil - um nur einige der ganz großen Interpret*innen dieser Sonate zu benennen).


Chopin Evocations
Chopin Evocations
Preis: EUR 16,99

11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Unglückliche Paarung, 6. Oktober 2017
Rezension bezieht sich auf: Chopin Evocations (MP3-Download)
Trifonov ist der Shooting-Star der Pianisten-Szene und Universal Classic bewirbt ihn entsprechend und lässt ihn überraschend viele CDs in relativ kurzer Zeit produzieren. Jetzt also die beiden Chopin-Konzerte, gepaart mit Kompositionen, die im weitesten Sinne mit Chopin assoziiert sind. Von der Idee her ein gutes Konzeptalbum. Und in den Solo-Piecen beweist Trifonov auch prompt seine Qualitäten als Meister der "kleinen Form". Wunderbarer Anschlag, fabelhafte Artikulation, spannende Interpretation von größtenteils nicht sonderlich bekannten Werken, was ein zusätzliches Plus dieses Albums ist. Soweit so gut also.
Mit den Chopin-Klavierkonzerten werde ich hingegen nicht sonderlich glücklich, was größtenteils nicht an Trifonov liegen dürfte, sondern an dem reichlich spannungsarmen Dirigat von Pletnev: dessen doch sehr trockene Lesart führt in meinen Ohren immer wieder zu Spannungs-Duchhängern und passt auch so gar nicht zu der im positiven Sinne "verspielt-nuancierten" Sichtweise des Pianisten. Es entsteht eben nicht jener Klangfluss, der im besten Falle Chopins Klavierkonzerte auszeichnet, es ist eher ein nebeneinander, denn ein miteinander musizieren. Was angesichts der Qualitäten von Trifonov durchaus als bedauerlich zu bewerten ist. Wenn man diese Aufnahme aber alleine mit dem Back-Katalog der Universal-Classic vergleicht, dann fällt der Vergleich definitiv nicht zugunsten der Neuaufnahme aus: beide Zimerman-Aufnahmen sind deutlich beredter, spannender als diese Aufnahme hier und auch eine Pires hat mit ihrer dezidiert lyrischen Lesart einfach mehr zu sagen. An die Aufnahmen mit einer Argerich und einem Pogorelich reicht die Neuaufnahme nun ebenfalls bei weitem nicht heran. In allen Fällen sind die Dirigenten (Zimerman einmal auch in Personalunion als Pianist und Dirigent) eindeutig Pletnev überlegen. Und so bleibt es in meinen Ohren eine Aufnahme, die den in sie gesetzten Erwartungen nicht gerecht wird.


Mit Siebzehn
Mit Siebzehn
DVD ~ Sandrine Kiberlain
Preis: EUR 14,99

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Superb, 24. September 2017
Rezension bezieht sich auf: Mit Siebzehn (DVD)
A. Téchiné schafft es immer wieder, zu überraschen. Als einer der Altmeister des französischen Films kann man nur überrascht feststellen, wie junggeblieben der Mit-70er sein muss, um so überzeugend die Geschichten und Nöte der Jugend erzählen zu können. Wie so oft bei ihm ist es ein eher stiller, umspektakulärer, dabei umso intensiverer Film über das Erwachsenwerden, mit all seinen Schwierigkeiten, insbesondere auch als junger Mann. So begegnen sich also zwei Männer (Thomas und Damien), die sich letztendlich ähnlicher sind, als ihnen lieb ist - weil sie sich eben nicht zueinander hingezogen fühlen dürfen, müssen sie sich eben bekämpfen - eine zutiefst männliche Logik - vielleicht erzählt uns der Film hier mehr darüber, als so manch psychologisch-soziologischer Exkurs: über die Schwierigkeit des Mannwerdens. Dabei geht es nicht mehr um äußere Widerstände oder gesellschaftliche Missstände, die diese Form der Zuneigung verbieten würden - es sind innere Widerstände, ein sich etwas nicht eingestehen wollen bzw. dürfen, die es beiden jungen Männern zunächst verunmöglicht, sich zueinander zu bekennen.
Eingebettet ist diese Geschichte auch in eine Geschichte von Marianne, der Mutter einer der beiden Hauptprotagonisten (superb gespielt von S. Kiberlain), die sich im Verlauf der Geschichte mit dem Verlust ihres Mannes auseinandersetzen wird müssen, dem Vater von ihrem Sohn Damien. Auch hier zeigt sich das Großartige des Films: nie überdramatisiert erzählt der Film - fast nebenbei und dabei sehr ergreifend - von einem großen Verlust und der Frage, wie man danach weitermachen soll.
So hält der Film wunderbar die Balance zwischen Schmerzlichem, Schönem (wunderbar die Landschaftsaufnahmen, großes Lob auch an die Kamera), Gewaltigem (Natur und Erwachsenwerden) und Leisem/Berührendem. Er ist hervorragend gespielt und für mich eines der überzeugendsten Filme zum Thema Erwachsenwerden in der letzten Zeit. Auch ein schwuler Film, aber darüber hinaus auch ein großer Film über das Erwachsenwerden, dem sich auch Marianne nach dem Tod ihres Mannes noch einmal in einer ganz anderen Art und Weise stellen muss.


Kater
Kater
DVD ~ Lukas Turtur
Preis: EUR 16,99

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hinter der bürgerlichen Fassade, 24. September 2017
Rezension bezieht sich auf: Kater (DVD)
Zunächst sehen wir ein Idyll am Rande von Wien: zwei Männer, sich sichtlich zugetan, leben in einer Art Naturidyll, sind gut integriert, haben Freunde, einen Beruf und auch sonst scheint alles in Ordnung zu sein. Der Beginn lässt auch kaum ahnen, was kommt. Und vielleicht ist das auch das Besondere an diesem Film, dass er etwas zeigt, was für viele von uns normal ist: scheinbar ist alles in Ordnung und wir haben alles im Griff. Bis wie aus dem Nichts heraus etwas passiert, was das bisher Gewesene in Frage stellen wird. Etwas Unbewußtes, vielleicht Verdrängtes, Triebhaftes findet seinen weg an die Oberfläche und erschüttert das Idyll oder eben den Anschein des Idylls. Und das Bewegende an diesem Film ist, dass er es unspektakulär daherkommen lässt und das Ringen der beiden Männer um eine Rückkehr zu einem veränderten Miteinander zeigt. Eine Rückkehr zum Idyll ist da natürlich nicht mehr möglich - aber ist die Beziehung der beiden am Ende gar authentischer, weil ein verdrängter Anteil mit seinen Platz gefunden hat? Der Film hat hier keine einfachen Antworten, lässt manches in der Schwebe, wie er überhaupt primär über Stimmungen arbeitet, vielfach herrscht in dem Film (Dialog-)Stille, es sind v.a. auch die Geräusche, die diese ganz besonderen Stimmungen erzeugen. Der Film ist dabei formidabel und intensiv gespielt, auch die Kamera trägt viel zu der Intensität des Films bei. Ein Film, der lange nachwirkt, einem zum Nachdenken anregt und zwingt: über die Frage, wie zivilisiert wir sind und welchen Preis wir am Ende vielleicht dafür zahlen. Und wie authentisch das Ganze dann eben auch ist - oder eben nicht...


EINEN FREUND ZUM GEBURTSTAG (OmU)
EINEN FREUND ZUM GEBURTSTAG (OmU)
DVD ~ Cole Doman
Preis: EUR 12,99

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Über das Verdrängte, 24. September 2017
Rezension bezieht sich auf: EINEN FREUND ZUM GEBURTSTAG (OmU) (DVD)
Der Hauptprotagonist hat Geburtstag und feiert eine Party, die Gäste kommen und alles scheint zunächst seinen gewohnten Gang zu gehen: es ist eine quasi evangelikale Party und auf den ersten Blick sind alle auch vorbildlich christlich. Und doch schimmert rasch unter der Oberfläche das verdrängte Verlangen nach einem anderen, freieren Leben durch. Der Film versteht es in der Summe gut, diese Stimmung des Unterdrückten und dann eben auch sich sehnendem wiederzugeben. Da geht es natürlich auch um Sexualität in den verschiedensten Spielarten (und recht eigentlich ist es kein primär schwuler Film, auch wenn es einen schwulen Handlungsstrang gibt), aber eben auch um authentisch sein bzw. werden wollen, was in der Enge der hier gezeigten Gemeinschaft kaum möglich ist. Dabei macht sich der Film an keiner Stelle lustig über seine Protagonisten oder über das Evangelikale. Alle meines es irgendwie gut und meinen das richtige zu tun - vieles bleibt dabei aber auf der Strecke und fügt auch Leid zu. Und so ist der Film letztlendlich ein Plädoyer für ein "zu-sich-stehen", für den Mut, auszubrechen und den eigenen Weg, nicht den (vermeintlich) richtigen Weg zu gehen. Das ist ansprechend gespielt und in Szene gesetzt, weil es der Film eben schafft, Stimmungen, Blicke, Gesten einzufangen und gleichzeitig nicht zu plump, nicht zu direkt zu werden. Nicht jeder Twist des Plot geht ganz auf, nicht alles mag jetzt zu 100% schlüssig sein, im Großen und Ganzen aber ist es ein stimmungsvoller low-budget Film mit viel Innenspannung und manch Bedenkenswertem.


Sonaten/Impromptus/Forellenquintett
Sonaten/Impromptus/Forellenquintett
Preis: EUR 11,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Sicht der Dinge, 22. September 2017
Man kann Schubert auf vielerlei Art deuten, hier finden wir eine sehr überzeugende Sicht auf die Dinge, die uns Schubert zu erzählen hat - und das aktuell zu einem unschlagbar günstigen Preis.
Leonskaja, die 2016 noch einmal die späten Sonaten vorlegen wird, bewegt sich schon lange im Schubert'schen Klang-Kosmos - man hört diese Vertrautheit (und wohl auch Seelenverwandtheit mit dem Komponisten) auf sehr angenehme Art und Weise: hier ist jeder Ton stimmig im Sinne von authentisch, immer gibt es die Passung Musik und Interpretin. Es ist eine Interpretation, die das Schwere in der Musik Schubert betont, dramatisch geschärft, kraftvoll, nie verzärtelnd oder bagatellisierend. Leonskaja stellt die Brüche in den Werken schonungslos dar (in den neueren Aufnahmen geht sie hier noch ein Stück weiter) und schafft es dennoch, den musikalischen Fluss beständig zu wahren, die Werke zusammenzuhalten. Sie betrügt uns nicht um die (wunder)schönen Passagen, lässt aber immer auch das Bedrohte unterhalb hören, den (musikalischen) Abgrund des Sehnsuchtsschmerz, ohne den Schubert nicht funktionieren kann. Aber sie holt uns immer wieder auch zurück in die tröstende Schönheit der so wunderbaren Melodien. Man kann in der Interpretation weiter gehen, wie es S. Richter getan hat, man kann einen anderen Ansatz wählen wie z.B. eine M.J. Pires, die lyrischer bleibt und sich mehr den melancholischen Aspekten der Werke zuwendet. Aber Leonskaja findet hier einen in sich sehr stimmigen Zugang, (zu)packend, die Zerrissenheit der Werke ausbalancierend. Eine der überzeugendsten Zugänge zu Schuberts Klavier-Ouevre.


Klaviersonate D.959 / Moments musicaux
Klaviersonate D.959 / Moments musicaux
Wird angeboten von Bessere_Musik ( 12-24 Tage Lieferzeit aus Kalifornien)
Preis: EUR 34,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zwingend, 22. September 2017
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Stephen Kovacevich gehörte nie ganz in die erste Reihe der Top-Pianisten und ist v.a. als Beethoven Interpret bekannt geworden. Hier zeigt sich aber einmal mehr, dass es gar nicht notwendigerweise die "großen" Namen sind, die die wirklich großen Schubert-Interpreten sind (wenn man die nicht sehr überzeugenden Versuche eines Zimerman oder auch eines A. Schiff z.B. als Vergleich heranzieht, verlieren sie sich doch im schönen Spiel und bleiben uns viele Ausdrucksnuancen schuldig). Und so habe ich für mich mit Staunen diese Kovacevich-Schubert-CD entdecken dürfen, der eine ganz wunderbar ausgewogene Interpretation der vorletzten Sonate vorlegt: drängend, mit einer Art inneren Drive, zwingend nach vorne schreitend, ohne jemals das Zerrissene der Musik zu beschönigen. Kovacevich lotet ganz wunderbar die Tiefen der Musik aus, es ist ein durchaus dramatischer Schubert, der einem Tänzer auf dem Drahtseil gleich die Schönheit benennt und doch immer vom Absturz bedroht bleibt. Die einzelnen Motive rauschen vorbei, erzeugen einen ganz eigenen Sog, verlieren sich und kommen wieder zurück. Ein bestechender Interpretationsansatz, der für mich gerade bei dieser Sonate zu den überzeugendsten überhaupt gehört. Auch die Moments musicaux bewegen sich auf diesem hohen Niveau und strafen all die Lüge, die darin harmlose Salonmusik hören wollen. Die Innenspannung der Werke Schuberts rühren immer aus dem Nebeneinander von himmlischen Melodien (auch Längen) und dramatischen Einbrüchen, die es in Balance zu halten gilt.
Hier hören wir also einen großen Schubert-Interpreten, diese Platte ist in meinen Augen völlig zu Unrecht nicht so bekannt, wie sie sein müsste. Unbedingte Kaufempfehlung.


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