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Rezensionen verfasst von
opernfan
(TOP 500 REZENSENT)   

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Sämtliche Klavierkonzerte 1-5 (Ga)/Chor-Fantasia
Sämtliche Klavierkonzerte 1-5 (Ga)/Chor-Fantasia
Preis: EUR 19,18

5.0 von 5 Sternen Immer noch ein Klassiker?!, 7. November 2015
Aufnahmen der 5 Klavierkonzerte von Beethoven gibt es wie Sand am Meer und viele von diesen sind auch gut bis sehr gut. Es gibt allerdings gar nicht so viele, die sich sozusagen im Olymp behaupten können (Schnabel sicherlich, Brendel wohl auch - um nur zwei Beispiele zu nennen). Für viele gilt diese Version ebenfalls als "olympverdächtig" - zu Recht?
Letztlich ja. Das liegt sicherlich zu einem großen Teil an O. Klemperer, der einen in jeder Hinsicht "großen" Beethoven dirigiert: wuchtig in den Ecksätzen, voller Poesie und Tiefe in den langsamen Sätzen, dabei stets auf die Gesamtarchitektur achtend, tiefgründig und gleichzeitig von einer inneren Dramatik, die beeindruckt. Alleine vom Dirigat her also eine Aufnahme für die einsame Insel. Und wie schlägt sich der blutjunge (und damals noch wenig bekannte!) D. Barenboim angesichts des großen alten Mannes? Sehr gut, wäre man geneigt zu sagen. Nicht ehrfurchtsvoll, sondern jungendlich frisch, ja fast schon unbekümmert und sich doch stets in Klemperers Konzept fügend gelingt somit eine wunderbare Synthese von gelassener Erfahrung und jugendlichem Elan, auch wenn man pianistisch sicher "mehr" aus den Werken herausholen kann, tiefsinniger spielen kann (s. neben den bereits Genannten auch Arrau, Pollini, Argerich, um nur weitere große Interpreten zu nennen). Und dennoch ist diese Aufnahme in der Summe immer noch ein großer Wurf und somit bleibt es letztlich Geschmacksache, welche Version man in den Olymp einlassen will.


Goldberg Variationen
Goldberg Variationen
Preis: EUR 16,49

11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Über die Langsamkeit, 7. November 2015
Rezension bezieht sich auf: Goldberg Variationen (Audio CD)
Kurz nach dem I. Levit seine Version der Goldbergvariationen vorstellt, zieht nun also A. Tharaud nach. Und in einem Bereich sind sich die beiden Pianisten sozusagen schon einmal einig: sie denken diesen Zyklus vom modernen Klavier aus, weniger vom Cembalo und nutzen also folgerichtig alle Möglichkeiten eines modernen Flügels. Und beide haben sich weit von den Klangidealen eines G. Gould entfernt, bzw. sich von selbigen nachhaltig emanzipiert.
Dabei wählt Tharaud jetzt größtenteils sehr langsame Tempi, mitunter gefährlich langsam, weil sie fast die Textur der Komposition gefährden. Dass dies nicht passiert, liegt am eminenten Können von Tharaud, der seinen langsamen Tempi mit einem Farbenreichtum sondergleichen anreichert. Und dennoch - die Geschlossenheit von Levit erreicht er hier nicht ganz für mich. Zudem er an manchen Stellen fast so etwas wie Ehrfurcht vor dem Werk (oder seiner Rezeption) zu haben scheint und nicht ganz frei zu sein scheint. Und so gibt es viele faszinierende, berückend schöne Passagen, die sich nicht immer ganz zu einer Einheit fügen wollen. So bleibt eine spannende, sehr diskussionswürdige Interpretation, die einen v.a. im Detail aufhorchen lässt und einen spannenden Pianisten in der Auseinandersetzung mit einem wahrhaft großen Werk zeigt (als Zusatz-DVD).


Icon:Solomon
Icon:Solomon
Preis: EUR 15,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einer der ganz Großen, 30. Oktober 2015
Rezension bezieht sich auf: Icon:Solomon (Audio CD)
Solomon ist sicherlich einer der ganz großen Pianisten, der uns zumindest auf Tonkonserve erhalten geblieben ist. Dass er viel zu jung gezwungen war, mit dem Klavierspielen aufhören zu müssen (aufgrund eines Schlaganfalls in relativ jungen Jahren), bleibt angesichts der hohen Qualität seines Spiels sehr zu bedauern.
Hier haben wir einen repräsentativen Querschnitt durch sein Repertoire: er gehört zweifelsfrei zu den ganz großen Beethoven-Interpreten, ich würde ihn auf eine Stufe mit A. Schnabel stellen und noch über Kempff. Technisch brillant (und hierin womöglich Kempff überlegen) ist er gleichzeitig ein Klangmagier, der wunderbare Schattierungen mit dem Klavier schafft und auch den "Sinngehalt" der Sonaten in all ihrer Vielschichtigkeit erfasst. Hier aufgenommen sind ein Großteil der "Namensonaten" (inkl. Hammerklaviersonate), es fehlen die letzten Sonaten (in einer Extra-Box bei EMI erschienen). Alleine die Wucht der Appassionata, die Tiefe im langsamen Satz der Hammerklaviersonate weisen ihn als einen der ganz Großen aus. Und wer es schafft, das eigentlich leider eher "abgenudelte" Thema der Mondscheinsonate so berührend zu gestalten, der ist wohl wahrlich im Klavier-Olymp anzusiedeln. Auch die Klavierkonzerte zeugen von einer hohen Qualität und gehören mit zu den besten Aufnahmen überhaupt.
Auch als Mozart-Interpret exzelliert Solomon: "Einfachheit" in der Klanggebung, flüssiges Spiel, subtiler Anschlag, all das lässt diese Aufnahmen nahe an die Qualität einer Haskil heranreichen, mehr Lob geht fast nicht.
Das Klavierkonzert Nr. 2 von Brahms ist ebenfalls von hoher Qualität (klanglich allerdings nicht ganz unproblematisch), überwältigend virtuos und spannend interpretiert der Tschaikowsky - man mag überrascht sein ob der breiten Bandbreite des Interpretation-Könnens von Solomon, der uns quasi als Universalist begegnet.
Das Schumann-Konzert ist von der Klavierseite her wieder überragend, hier gibt es allerdings vom Dirigat her bessere Interpretationen, was die Qualität dieser Aufnahme etwas schmälert, überwältigend wieder der Grieg - eine fulminante Aufnahme.

In der Summe eine Zusammenstellung von Aufnahmen, die man jedem Klavierfan nur ans Herz legen kann. Es gibt nicht viele Pianisten auf diesem Niveau. Die Tonqualität geht meistenteils in Ordnung, guter Mono-Standart der 50er Jahre.


Klarheit Und Geheimnis / Clarity and Mystery
Klarheit Und Geheimnis / Clarity and Mystery
Preis: EUR 19,56

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Verachtet mir die alten Meister nicht..., 17. Oktober 2015
Diese Zusammenstellung - unschlagbar billig - gibt einen repräsentativen Querschnitt über das pianistische Schaffen von Solomon wieder: viele große Aufnahmen eines nun wahrhaft großen Pianisten, der vielfach nur noch Connaisseurs ein Begriff sein dürfte. Was auch daran liegt, dass er allzu früh durch einen Schlaganfall daran gehindert wurde, weitere Aufnahmen machen zu können.
Aber was für Aufnahmen hat er hier hinterlassen, welche Bandbreite deckt er ab: die Mozart Aufnahmen waren vorher schon bekannt und zeigen ihn als wunderbaren Mozart-Pianisten, der es schafft, es leicht klingen zu lassen, was nicht leicht zu spielen ist, der jenen "Mozart-Ton" trifft, der ihn auf eine Stufe mit C. Haskel stellt. Sein Beethoven ist legendär - zu Recht, wie man hören kann. Die hier versammelten Sonaten (3, 8, 23, 32) weisen ihn als großen Beethoven-Interpreten aus, seine Sonaten-Aufnahmen sind in einem Atemzug mit A. Schnabel und W. Kempff zu nennen: kraftvoll, dramatisch und dennoch voller poetischer Tiefe, technisch auf der Höhe der Zeit - wunderbar. Auch die Klavierkonzerte (1 und 3) zeigen ihn als ganz großen Interpreten, die Aufnahmen sind zu den Besten zu zählen: er verfügt über die technische Finesse und das interpretatorischen Gestaltungsvermögen, um die Aufnahmen aus der Flut der bestehenden Aufnahmen herausragen zu lassen. Es finden sich auch zwei Cellosonaten mit Piatigorsky, die ihn auch als hervorragenden Kammermusiker ausweisen: und wenn Piatigorsky technisch nicht makellos sein mag - welche Spielfreude, welche Selbstverständlichkeit im gemeinsamen Musizieren, im Treffen des "richtigen" Tons.
Vielleicht fast überraschender seine Brahms-Aufnahmen (hier das Klavierkonzert Nr. 1 und die Sonate Nr. 3 und kleinere Werke): kraftvoll, poetisch, auch hier voller Tiefe. Sicher eine der besten Aufnahmen des 1. Klavierkonzertes überhaupt - nur weiß das kaum jemand (sehr gut begleitet von R. Kubelik).
Ein genuiner Chopin (Polonaisen, Nocturnes), die Klavierkonzerte von Schumann und Grieg auf hohem Niveau runden das Bild eines wahrhaft großen Pianisten ab, der quasi ein "Allrounder" war und den jeweils richtigen Ton zu treffen vermochte und stets ein bedachter, überlegter Interpret war, der sein Können stets in den Dienst der Werke stellte.
Noch ein Wort zu dieser Zusammenstellung: bei diesem Preis kann man keinen "Service" erwarten - es ist eine Pappbox mit Papp-Schubert. Keine Booklets, es sind lediglich die Interpreten und immerhin die Jahreszahlen vermerkt.
Die Tonqualität ist guter Standard der 40er und 50er Jahre.
Für diesen Preis eine absolute Kaufempfehlung für Aufnahmen eines der ganz großen Pianisten der Plattengeschichte.


Lucerne Festival,Vol.1-Clara Haskil
Lucerne Festival,Vol.1-Clara Haskil
Preis: EUR 12,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Große Vergangenheit, 12. Oktober 2015
Auf dieser CD werden zwei Konzertmitschnitte mit zwei großen Pianisten/-innen zusammengefasst, die beide größte Aufmerksamkeit verdienen: Clara Haskil ist für Mozart so etwas wie eine "sichere Bank". Sie verfügt über einen ausnehmend differenzierten Anschlag und eine dementsprechende "Klangkultur" und schafft eine schnörkellose, innige (manch einer würde an dieser Stelle auch sagen: poetische) Wiedergabe. Man hat nie den Eindruck, es ginge um die Pianistin (im Sinne einer Selbstdarstellung), immer stellt sie ihre hohe Kunst in den Dienst des ihr anvertrauten Werkes. Klemperer dirigiert einen eher "schweren" Mozart, was bei dem in moll gehaltenen Werk aber durchaus als passend angesehen werden kann und reizvolle Kontraste mit der "Leichtigkeit" der Haskil ergibt.
Die zweite Aufnahme gilt dem Gespann Mitropoulos/Casadesus und dem 5. Klavierkonzert von Beethoven (es gibt auch eine Studioversion aus New York mit den gleichen Künstlern). Hier begeistert zum einen das mitreißende Dirigat von Mitropoulos - meiner Ansicht nach eines der unterschätztesten Dirigenten überhaupt. Seine Interpretation hat so etwas wie Drive und eine immanente Dramatik, die begeistert. Die Wiener Philharmoniker sind an dieser Stelle ein wunderbarer Klangkörper und sind mit ihrem warmen Klang noch besser als die New Yorker Philharmoniker in der Studio-Aufnahme. Und Casadesus geht mit Mitropoulos ganz wunderbar mit: dramatisch, kraftvoll wo nötig, mit viel Innigkeit in den leisen Passagen liefert er eines der überzeugendsten Interpretationen dieses "Schlachtross' der Klavierliteratur" ab. Nie ist Virtuosität hier Selbstzweck, immer hört man bei Casadesus eine wunderbar ausbalancierte Ausgewogenheit von Dramatik und lyrischem Verweilen. Trotz kleiner Wackler eine wahrlich große Interpretation.


Klaviersonaten 17,19-21
Klaviersonaten 17,19-21
Preis: EUR 18,49

3.0 von 5 Sternen Das Bessere ist des Guten Feind...?!, 9. Oktober 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Klaviersonaten 17,19-21 (Audio CD)
Leif Ove Andesnes ist ohne Zweifel ein sehr guter Pianist und hat beeindruckende Aufnahmen eingespielt (u.a. Rachmaninov und Beethoven), technisch ist er sowieso über jeden Zweifel erhaben.
Nun aber die Frage: kann er auch Schubert interpretieren? Und da werde ich mit diesen Einspielungen nicht ganz glücklich. Sie sind gut, keine Frage, aber gerade die letzten Sonaten Schuberts haben eine Tiefe, einen Ausdrucksgehalt, den Andsnes hier nicht wirklich trifft. Natürlich spielt er technisch blitzsauber, sehr auf Dramatik bedacht, was aber größtenteils auf der Strecke bleibt, ist das Element der Melancholie, das "Wandermotiv", ohne das Schubert nicht wirklich zu interpretieren ist. Da haben Pianisten wie z.B. Uchida, Pollini, R. Lupu und Richter deutlich mehr zu sagen. Das Element des Traurigen (z.B. kongenial von Herbert Schuch erfasst) braucht es als Gegengewicht zu den wunderschönen Melodiekantilenen, es ist quasi die dritte (Ausdrucks-) Dimension, die hier dann doch deutlich zu kurz kommt. Andsnes überspielt mit teilweise auch etwas überhasteten Tempi genau die Passagen, die zu einem tieferen Verständnis der Musiksprache von Schubert aber unerlässlich wären.
Insofern eine gute Aufnahmen, die aber im Schatten "tiefgründigerer" Auseinandersetzungen mit dem Sonatenkosmos von Schubert stehen (angefangen bei A. Schnabel, C. Haskil über die bereits oben erwähnten Pianisten - wünschenswerte wäre es im übrigen, dass Herbert Schuch gerade auch die späten Sonaten einspielen würde)
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 24, 2016 3:41 PM CET


Bach, Beethoven, Rzewski
Bach, Beethoven, Rzewski
Preis: EUR 19,99

30 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die ganze Bandbreite pianistischen Könnens, 9. Oktober 2015
Rezension bezieht sich auf: Bach, Beethoven, Rzewski (Audio CD)
Igor Levit ist ein Phänomen - wie er es in seinen jungen Jahren schafft, neben einem eminenten pianistischen Können eine interpretatorische Tiefe zu erreichen, ist sehr beeindruckend. Und die neue Veröffentlichung unterstreicht dies nachhaltig.
Insgesamt 99 Klaviervariationen aus drei verschiedenen Epochen mit Leben füllen zu können, ist bemerkenswert:
Die Goldbergvariationen gestaltet er melancholisch, sehr von der Klangmöglichkeit des Klavier aus denkend, die er konsequent nutzt. Er erzeugt jenen magischen Sog, der einen die Zeit vergessen lässt, wenn man in den Bach'schen Klangkosmos eintritt. Es ist eine ungemein dichte, verhalten-melancholische Wiedergabe, klangsensibel und den Klang in den Vordergrund stellend, ohne die Struktur zu vernachlässigen - damit weit weg von einer Vorstellung eines G. Gould, aber nicht weniger faszinierend.
Die Diabelli-Variationen gestaltet er mit einem ungeheuren Drive, wirft sich förmlich in die einzelnen Variationen hinein, wagt technisch alles (und gewinnt) und zeigt auch hier eine beeindruckende Klangpalette, mit der er die unterschiedlichsten Charaktere der einzelnen Variationen ganz wunderbar nachzeichnet. Und wie immer bei großen Interpretationen dieses Werkes - welches recht eigentlich schwierig zu gestalten ist: Variationen über einen recht eigentlich wenig originellen Walzer - gelingt es ihm, das ganze Spektrum (musikalisch vermittelter) Emotionen nachzuzeichnen und das Werk bei aller immanenter Heterogenität zu einer Einheit zusammenzuschweißen.
Und dann schließlich der zeitgenössische Beitrag zum Thema der großen Klaviervariationen, jenes schier (schon alleine technisch) "unspielbare" Werk Frederic Rzewskis, für den sich Levit seit längerem nachhaltig einsetzt. "The people united will never be defeated". Technisch makellos schafft es Levit auch hier, den großen Bogen zu schlagen und einem ein zunächst recht sperriges Werk nahezubringen, welches sich nicht hinter den beiden anderen hier versammelten Werken zu verstecken braucht: auch hier besticht Levit durch große Ausdruckstiefe und Gestaltungswillen und schafft somit jenseits aller technischen Brillanz (welche für sich alleine genommen langweilig wäre) ein mitreißendes Plädoyer für einen nur wenig rezipierten zeitgenössischen Komponisten, den zu kennen sich absolut lohnt, der eine sehr spannende Mischung aus dissonanten Klängen und einer musikalischer Originalität (bis hin zum Einsatz von Stimme und "Pfeifen") schafft.
Das Großartige an dieser Zusammenstellung ist, dass hier verschiedene Variations-Stile unterschiedlicher Epochen zusammengefasst sind, die mit interpretatorischer Tiefe gefüllt werden (was per se nicht selbstverständlich sein muss, denn Variationen, nur technisch abgespult, können schnell langweilig wirken, da sie als Zentrum ja das stets gleiche Thema haben) und so zu einem mitreißenden Plädoyer für Klaviermusik auf höchstem Niveau werden.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 13, 2015 8:01 AM CET


Stabat Mater/Laudate Pueri
Stabat Mater/Laudate Pueri
Preis: EUR 5,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ausdrucksintensiv gesungen, 3. Oktober 2015
Rezension bezieht sich auf: Stabat Mater/Laudate Pueri (Audio CD)
Pergolesis Stabat Mater ist sozusagen ein Alltime-Klassiker, es gibt eine Vielzahl - auch guter - Aufnahmen. Bisher war es eher die Domäne von Sopranistinnen (unvergleichlich z.B. E. Kirkby), nun haben auch die Countertenöre das Werk für sich entdeckt. Valer Sabadus ist vielfach schon durch sein schönes Stimm-Material und v.a. durch sein Ausdrucksvermögen sehr positiv aufgefallen und unterstreicht hier einmal mehr, dass er einer der besten - weil ausdrucksintensivsten - Counter unserer Zeit ist. Er mag jetzt vielleicht nicht so koloratursicher sein wie ein Cencic oder ein Fagioli (was im Stabat mater aber auch nicht so bedeutsam ist), in Punkto Ausdruckstiefe und Gestaltung ist er diesen aber mindestens ebenbürtig, wenn nicht überlegen. Es ist eine ungemein stimmige, klangschöne Wiedergabe in die sie auch T. Wey nahtlos einzureihen vermag (auch er ein sog. forthcoming star...). Sängerisch also eine klare Sache, beide Sänger brauchen sich beileibe nicht hinter ihren Sopran-Kolleginnen verstecken.
Wie andernorts aber schon angemerkt, bin auch ich mit manchen instrumentalen Details von Herrn Hofstetter nicht ganz glücklich. Ein hervorstechendes Cembalo (v.a. zu Beginn), manch arg rasche und in sich nicht immer ganz stimmige Tempi sind als kleines Manko zu verbuchen. Insofern erreicht diese Aufnahme auch nicht einen Refernzstatus, der rein sängerisch durchaus gegeben gewesen wäre.
Das Laudate pueri dominum ist ebenfalls unbedingt ein Kennenlernen wert und sängerisch ebenfalls auf hohem Niveau , hier gefällt mir das Dirigat von M. Hofstetter auch besser, die instrumentalen Details wirken stimmiger.


Klavierkonzert 1 / Händel-Varia.
Klavierkonzert 1 / Händel-Varia.
Preis: EUR 15,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Trotz kleiner Patzer überwältigend, 29. September 2015
Rezension bezieht sich auf: Klavierkonzert 1 / Händel-Varia. (Audio CD)
Diese Aufnahme ist nicht die perfekte Aufnahme des ersten Klavierkonzert von Brahms, aber auf ihre Art kommt sie ihr dennoch nahe. Klanglich geht das in Ordnung (50er Jahre) und das Orchester patzt an manchen Stellen. Macht aber (fast) nichts, wenn man berücksichtigt, was auf der Haben-Seite steht: da ist zum einen das sehr spannende, dichte Dirigat von R. Kubelik, der Brahms durchaus als Dramatiker versteht und der Interpretation so etwas wie "Drive" verleiht, aber auch den Atem für das wunderbar erfühlte Adagio hat. Und dann ist da natürlich Solomon, einer der ganz großen "Alten", dessen Karriere leider allzufrüh durch einen Schlaganfall beendet wurde. Ihm gelingt hier (wie anderswo) so etwas wie die Quadratur des Kreises: feinfühlig, mit äußerst noblem Anschlag und einer letztlich poetischen Interpretationshaltung (man höre sich nur das wunderbar innige Adagio an) verfügt er gleichsam über genug Kräfte, um auch die dramatischen (und technisch hoch anspruchsvollen) Passagen sehr überzeugend zu gestalte. Im Verbund mit Kubelik gelingt so eine in sich äußerst überzeugende Interpretation von großer Geschlossenheit, die Innigkeit und Dramatik wunderbar ausbalanciert.


Beethoven: Tripleconcert op. 56 / Ouvertüren
Beethoven: Tripleconcert op. 56 / Ouvertüren
Preis: EUR 11,99

10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gut eingespielt, 25. September 2015
Beethovens Tripelkonzert wird nicht allzu häufig eingespielt, obwohl es ein sehr dankbares Konzert ist. Aber es bedarf dreier hochklassiger Solisten, die sich zusammenfinden müssen, was nicht zwangsläufig gelingen muss. Neben der legendären frühen Karajan-Aufnahme (mit Oistrach, Richter und Rostropowitsch), die bis heute eine Art Klassikerstatus für sich in Anspruch nehmen kann, gibt es gar nicht so viele überzeugende Aufnahmen.
Nun also eine Neuaufnahme mit dem Kammerorchester Basel unter Antonini und drei gut aufeinander eingespielten Solisten.
Zunächst spielt man historisch informiert, mit scharfen, rauen Akzentsetzungen und sehr transparent - hierin liegt sicher der größte Unterschied zur Karajan-Aufnahme, die natürlich zeitbedingt sehr in der romantischen Tradition wurzelt. Es ist ein sehr frisches Musizieren, welches aber stets den musikalischen Fluss wahrt und dieses Akzentuieren nicht übertreibt. Die Solisten fügen sich gut in das Konzept ein (obwohl Lazic und Gabetta nicht aus der Tradition der historisch informierten Aufführungspraxis kommen) und spielen sehr aufeinander bezogen, miteinander im Einklang (vor der CD-Einspielung gab es auch eine Tournee in dieser Besetzung). Insofern eine stimmige, spannende Wiedergabe.
Als Draufgabe gibt es bekannte Beethoven-Ouvertüren, die gemessen am Tripelkonzert schärfer akzentuiert gespielt werden. Auch hier gefällt die Transparenz des im übrigen blitzsauber spielenden Orchesters, hier bleibt mir Antonini aber etwas die Geschlossenheit im musikalischen Fluss schuldig, die in meinen Ohren im Tripelkonzert (vielleicht aus Rücksicht auf die Solisten?) besser gelingt. Dennoch eine spannende, diskussionswürdige Auseinandersetzung mit den sattsam bekannten Werken.


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