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Rezensionen verfasst von
opernfan
(TOP 1000 REZENSENT)   

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Streichquartett 15
Streichquartett 15
Wird angeboten von London Lane Deutschland
Preis: EUR 56,96

5.0 von 5 Sternen Von schmerzlicher Schönheit, 15. Januar 2016
Rezension bezieht sich auf: Streichquartett 15 (Audio CD)
Schuberts letztes Streichquartett sprengt jede Form, nicht nur, was die Länge angeht (hier hat es quasi symphonische Ausmaße). Wie immer beim "späten" Schubert lebt auch dieses Werk von Brüchen, die sich doch wundersam zu einem Ganzen fügen: schmerzlich Schönes wechselt sich ab mit dem Abgründigen, Dramatisch-Wildem, um eben doch wieder zurückzukehren zu jenen "himmlischen" Längen, die einer Interpretation wie hier unfassbar schön und berührend sind. Ein Wechselbad zwischen (irdisch?) Leidvollem und (himmlisch?) Tröstlichem.
Das Alban Berg Quartett - hier sicherlich auf dem Höhepunkt ihres Könnens - schafft es ganz wunderbar, diese feine Balance zwischen Dramatik und Lyrik zu halten und lädt das Werk mit einer schmerzlichen Melancholie auf, die ungemein berührend ist. Es gibt schärfer akzentuierte Versionen (Hagen Quartett, Belcea Quartett) und doch kehre ich immer wieder zu dieser "klassisch" ausgewogenen Version zurück, die eine ungemein dichte, stimmige Interpretation eines der größten Quartette der Kammermusikliteratur darstellt. Eine Interpretation, bei der ich stets den Eindruck habe, "genauso" kann und soll es klingen.
Angesichts der Größe des Werks weder die einzige noch eine hypothetisch bestmögliche (per se unmöglich), aber eine äußerst gelungene, berührende Aufnahme, die ich nicht missen möchte.


Neujahrskonzert 2016
Neujahrskonzert 2016
Preis: EUR 18,49

20 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Symphonisches im 3/4-Takt, 8. Januar 2016
Rezension bezieht sich auf: Neujahrskonzert 2016 (Audio CD)
Alle Jahre wieder - und für M. Jansons zum dritten Mal - ein Bund Sträuße in Wien. Und es ist sicherlich nicht einfach, zu entscheiden, welchen Weg man wählt, wie man Strauß so dirigiert, dass es spannende Musik wird. Macht man es wie Kleiber (kongenial), tänzerisch, leicht, beschwingt? Oder wie Harnoncourt, der Strauß ernst nimmt und die Werke Richtung "Symphonik" rückt? Um nur zwei herausragende Beispiele zu benennen.
Jansons nimmt nun die Sträuße durchaus ernst, rückt sie - anders als Harnoncourt, und dennoch - Richtung Konzertwalzer. Und tut dies mittels feinster Nuancierungen, wunderbaren Abschattierungen und Klangmalereien, bei denen ihm die famos aufgelegten Wiener nur allzu gerne folgen (man hört es doch immer wieder, wenn die Wiener einen Dirigenten mögen). Und natürlich verstehen sich Orchester und Dirigent vortrefflich darauf, den Takt so wunderbar zu verschleppen, dass der scheinbar so einfache Takt jederzeit spannend bleibt.
Höhepunkte mögen die Sphärenklänge sein (ein Wunschstück von Jansons), wunderbar in seiner Klangwirkung, voller Poesie und auch Melancholie. Die Libelle schwirrt leicht, auch hier beeindrucken Klangwirkung und Wahl der Tempi. Ein Schmankerl besonderer Art die "Ballszene" von Hellmesberger, diffizil gesetzt für die Streicher, die sich natürlich bravourös schlagen (ein Werk im übrigen, das man kennt und doch nicht richtig zuordnen würde). Es gibt wunderbare Raritäten, so z.B. die Entr'Acte Musik zu Fürstin Ninetta und sattsam Bekanntes (Kaiserwalzer, etc.), die einem in so tiefsinniger, das Melancholische betonende Interpretation ganz neue Höreindrücke bescheren. Es ist ein Strauß-Konzert mehr für den Konzertsaal, denn für den
Tanzsaal, eine absolut zulässige, die Schönheit der Musik betonende Haltung, die einen ein ums andere Mal staunen lässt ob des Melodienreichtums und der Klangwirkung, die hier komponiert wurden.


Mr. Holmes
Mr. Holmes
DVD ~ Sir Ian McKellen
Preis: EUR 10,82

26 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Über die letzten Dinge, 1. Januar 2016
Rezension bezieht sich auf: Mr. Holmes (DVD)
Dies ist ein Film, der den Mythos der Figur Sherlock Holmes vortrefflich neu gestaltet: er zeigt den alten, seine Geisteskräfte nach und nach verlierenden Meisterdetektiv, der jetzt, am Ende seines Lebens noch einmal die Chance erhält, eine neue (Gefühls-) Dimension in seinem Leben entdecken zu dürfen. Es wird der Sohn seiner verhärmten Haushälterin sein (bewegend dargestellt von L. Linney), der ihn auf die Fährte seines letzten Falles setzen wird, jenes Falles, der ihn letztlich dazu bewog, sich von seiner Tätigkeit als Detektiv zurückzuziehen. Einem Puzzle gleich setzt sich nach und nach die alte Geschichte zusammen, deren Hintergründe Mr. Holmes gründlich verdrängt hat, bis eben jetzt alles wieder an die Oberfläche drängt. Wie der Film diesen Aufbruch zu neuen Ufern - liebevoll ausgestattet - nachzeichnet, ist sehr bewegend, lebt dabei insbesondere vom überragenden, berührenden Spiel von Ian McKellen, der einmal mehr seine Ausnahmestellung unter den heutigen Schauspielern unterstreicht. Mit welchem Mut, mit welcher Unbedingtheit er die Verletzlichkeit und Zerbrechlichkeit seiner Figur nachzeichnet, verdient alleine 5 Sterne. Somit ist es in erster Linie auch ein Schauspielerfilm, aber eben nicht nur:
Es ist eine Auseinandersetzung mit der Frage, was bleibt, wenn der Verstand uns verlässt, was am Ende wirklich zählt, wenn Alter und Gebrechlichkeit Einzug in das Leben halten. Und der interessante Fragen zu der Faszination der Figur Sherlock Holmes stellt. Großes Lob also an die Schauspieler, aber auch an den Regisseur, der allzu große Sentimentalitäten vermeidet und eine berührende Geschichte rund um den großen Meisterdetektiv erzählt, die dem Mythos ganz neue Seiten abgewinnt.


FUTURO BEACH [P./Dt. OF]
FUTURO BEACH [P./Dt. OF]
DVD ~ Clemens Schick
Wird angeboten von PRO-FUN MEDIA GmbH
Preis: EUR 12,99

4.0 von 5 Sternen Spröde Geschichte einer Selbstfindung, 31. Dezember 2015
Rezension bezieht sich auf: FUTURO BEACH [P./Dt. OF] (DVD)
Futuro Beach und sein Regisseur machen es einem zunächst nicht einfach: in sehr langsamen Einstellungen erzählt er die schwierige Geschichte von Donato (intensiv dargestellt von Wagner Moura), der Brasilien verlässt, um mit Konrad (Clemens Schick, mit großer Selbstverständlichkeit und Ausdrucksstärke) ein neues Leben in Berlin zu beginnen. Ohne sich wirklich von Brasilien zu lösen, bzw. sich wirklich auf sein neues Leben in Berlin einlassen zu können. Er wird über einen langen Zeitraum wie dissoziiert/betäubt leben, unerreichbar für seine Umgebung, für Konrad, der wiederum selbst am tragischen Tod seines Freundes in Brasilien zu "nagen" hat.
Erst als der Bruder von Donato nach Berlin kommen wird, kommt Bewegung in das Leben von Donato und vielleicht stellt sich so etwas wie Hoffnung ein.
Wie schon erwähnt, wählt der Regisseur sehr langsame Einstellungen, reduziert die äußere Handlung auf ein Minimum, schafft dabei immer wieder intensive, emotional sehr dichte Momente, hält diesen Spannungsbogen aber nicht konsequent durch, so dass ich in meinen Augen immer wieder auch deutliche Längen einstellen. Auch die Einteilung des Films in Kapitel ist mitunter etwas künstlich gewollt. In der Summe also vielleicht etwas zu viel arthouse und zu wenig dramaturgisches Geschick.
Was den Film aber dennoch interessant macht, ist neben der schauspielerisch sehr ansprechenden Leistungen die große Selbstverständlichkeit, mit der hier eine homosexuelle Liebe mit all ihren Schwierigkeiten gezeigt wird, ohne falsche Scham, mitunter schmerzhaft in ihrem Ausdrucksgehalt. Für Liebhaber langsamer, "introvertierter Filme" also kein Fehler...


Klavierkonzerte/Violinsonate op.134
Klavierkonzerte/Violinsonate op.134
Preis: EUR 18,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ausdrucksmusik?!, 31. Dezember 2015
Die Klavierkonzerte von Shostakovich gelten gemeinhin als nicht so "gehaltvoll", eher als virtuose Fingerübungen für Shostakovich's Sohn Maxim. Ist dieses (Vor-) Urteil aber gerechtfertigt?
Nicht, wenn man diese Aufnahme hier hört. Currentzis und Melnikov zeigen auch in den Klavierkonzerten das Abgründige, Gallig-Bittere in Shostakovich Musik auf, wandeln die Musik zur Ausdrucksmusik jenseits allen Virtuosentums um. Was im ersten Konzert (mit obligater Trompete) noch mehr überraschen mag, als im zweiten. Wenn man die (zu Recht) berühmte Aufnahme mit Argerich im Ohr hat, so ist man hier erst mal überrascht - deutlich weniger virtuos, langsamer, schwerer wird hier interpretiert, was jetzt vielleicht etwas zu Lasten des "Drive" geht, den eine Argerich findet, aber zu einer Ausdruckstiefe führt, die die große Argerich vielleicht nicht ganz findet . So sind es gänzlich andere Interpretationsansätze, die vielleicht auch nebeneinander bestehen können?! Im zweiten Konzert findet Melnikov wunderbare Klänge im langsamen Satz, ohne Gefahr zu laufen, sentimental zu werden. Auch hier ist Currentzis mit dem präzisen Mahler Chamber Orchestra ein sehr wacher, intensiver Begleiter.
In der späten Violonsonate schließlich findet Melnikov in I. Faust eine kongeniale Partnerin. Beide legen den tiefen Schmerz dieser Partitur schonungslos offen, es ist quasi ein Musizieren wie unter dem Röntgenschirm, nackt, ausdrucksintensiv, dem emotionalen Ausdrucksgehalt verpflichtet: und dieser ist fast schon trostlos, melancholisch, weltabgewandt. Intensiv, traurig, großartig.


Mr Holmes [DVD] [2015] [UK Import]
Mr Holmes [DVD] [2015] [UK Import]
DVD ~ Ian McKellen
Wird angeboten von ZOverstocksDE
Preis: EUR 2,89

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Superb gespielt, 30. Dezember 2015
Rezension bezieht sich auf: Mr Holmes [DVD] [2015] [UK Import] (DVD)
Es gibt unzählige Verfilmungen über Sherlock Holmes - diese hier ist sicher eine der intelligentesten. Es geht hier um den 93-jährigen Sherlock, dessen Geisteskräfte rapide nachlassen und der jetzt im Spätherbst seines Lebens erkennen muss (darf), dass Intelligenz und Logik womöglich nicht alles im Leben sind. Und der sich an seinem Lebensabend noch einmal aufmacht, (emotionales) Neuland zu betreten. Indem er paradoxerweise in die Vergangenheit gehen muss, um sich seines letzten Falles zu erinnern, der ihn nachhaltig verändern sollte. Wenn er sich denn nur erinnern könnte....
Die Story hätte leicht etwas ins Plakative abgleiten können, aber Regie und eine herausragende Darstellerriege verhindern allzu viel Sentimentalität, zeigen vielmehr mit großem Respekt den Umgang mit einem so abgedroschenen Sujet wie Sherlock Holmes und gewinnen der Figur so ganz neue menschliche Züge ab. Die Ausstattung ist liebevoll, die Musik passend eingesetzt. L. Linney als verhärmte Haushälterin liefert ein Kabinettstück ab und Sir Ian McKellen ist schlichtweg überwältigend: mit welchem Mut er das Alter spielt, mit welchen Ausdrucksgesten er seiner Figur Leben einhaucht, ist zutiefst bewegend. Alleine für ihn gibt es 5 Sterne, Regie, Ausstattung und die übrigen Schauspieler stehen ihm aber kaum nach. Eine nachdenkenswerte Auseinandersetzung mit dem Mythos S. Holmes und mit den letzten Dingen.


What Becomes/Smart Dust/Poems
What Becomes/Smart Dust/Poems
Preis: EUR 19,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eigenständig, nicht ohne Augenzwinkern, 29. Dezember 2015
Rezension bezieht sich auf: What Becomes/Smart Dust/Poems (Audio CD)
Thomas Larcher gehört zu den gefragten Komponisten der Jetztzeit und ist hier mit Solo-Klavierwerken und einem M. Padmore gewidmeten Zyklus vertreten und zeigt ihn als innovativen Tonsetzer, der mit Ironie und Augenzwinkern mit der Tradition spielt, sich nur schwer einer Stilrichtung zuordnen lässt, sondern zu einer ganz eigenen Klangsprache findet. Diese changiert zwischen ruhigen, fast schon meditativen Passagen und sehr dissonanten, unruhigen Stellen, die den jeweiligen Zyklen viel Innenspannung und Dramatik verleihen.
In den Solo-Klavierwerken gefällt Stefanovich mit subtiler Gestaltung und dem Vermögen, Innenspannung zu halten.
In den durchaus witzig, ironisch-gebrochenen Liedern erweist sich Widmungsträger M. Padmore als kluger Gestalter, wortdeutlich und ausdrucksstark. Der Zyklus ist auf jeden Fall ein Kennenlernen wert und dergestalt kurzweilig zu hören (was auch an den durchaus witzigen Texten liegt).
So macht zeitgenössische Musik durchaus Freude.


Martha Argerich - Carte Blanche
Martha Argerich - Carte Blanche
Preis: EUR 19,49

4.0 von 5 Sternen Von sehr gut bis durchschnittlich, 28. Dezember 2015
Rezension bezieht sich auf: Martha Argerich - Carte Blanche (Audio CD)
Live-Mitschnitte sind immer so eine Sache: oft bannen sie auf Tonträger sehr fesselnde Aufführungen, aber mitunter hört man eben auch Schwäche dieser - in diesem Fall - meist adhoc zusammengestellten Ensembles. Und so hören wir hier neben wirklich großartigen Aufführungen auch Interpretationen, die nicht an große Aufnahmen heranreichen und dennoch durch Lebendigkeit und eben jenen Live-Eindruck bestechen. Am schwächsten das Schubert-Duo mit Lang Lang (liegt es an ihm?), wo die Argerich und ihr nicht minder berühmte Musikerkollege nicht zu einem rechten gemeinsamen Ton finden wollen. Ganz anders die Sonate für Arpeggione mit dem großartigen Y. Bashmet (hier an der Viola, was klanglich aber völlig in Ordnung geht, zudem es die Arpeggione ja heute so nicht mehr gibt), wo sich beide Künstler als versierte Schubertianer zeigen.
Das Beethoven-Trio ist nicht ganz einheitlich geraten, hier gibt es ab und an Unstimmigkeiten im Zusammenspiel. Aber eine spannende Wiedergabe.
Der Schumann ist ein (altes) Bravourstück der Argerich und hier sehr spannend und packend wiedergegeben. Ma mère l'oye mit Lang Lang gelingt besser als der Schubert, aber ein Kammermusiker ist Lang Lang wohl nicht, man kann es auch hier hören. Das Miteinander gelingt auch hier nicht immer. Der Bartok dann wieder spannend, auch wenn man nicht immer alles unwidersprochen lassen würde. Aber Capucon und die Argerich sind ein gut eingespieltes Duo.
In der Summe ein etwas wildes Sammelsurium an verschiedenen Kompositionen und Mitstreitern, mit einer Argerich auf der Höhe der Zeit und Musikern, die ihr nicht immer ganz das Wasser reichen können bzw. nicht immer zu einem gemeinsamen Ton finden. Dennoch spannend, lebendig, mit Highlights.


150 Jahre Wiener Philharmoniker - Bruno Walter
150 Jahre Wiener Philharmoniker - Bruno Walter
Preis: EUR 14,46

5.0 von 5 Sternen Leidenschaftlich, 28. Dezember 2015
Bruno Walter, ansonsten vorwiegend für Mozart und Mahler ein Begriff hier also mit einem Programm, welches diese einseitige Sicht vortrefflichste zu korrigieren weiß: zum einen ein überraschender Haydn, der jetzt natürlich nichts von historisch informierter Aufführungspraxis weiß und dennoch durch Lebendigkeit und "Spritzigkeit" zu überzeugen weiß - der Haydn'sche Witz ist stets präsent und die Aufführung gefällt jenseits aller Stilfragen. Der Brahms ist schlicht weg überwältigend, leidenschaftlich, spannend, von den Wienern quasi auf der Stuhlkante wiedergegeben. Eine großartige Interpretation, die dem Dramatiker Brahms vortrefflich zur Geltung bringt und zeigt, dass auch ein Walter über ein großes dramatisches Geschick verfügte.
Und quasi als Draufgabe das Adagietto aus Mahlers 5. Symphonie: auch hier fern jener Sentimentalität, mit eher strammen Tempi, klangschön und sehr berührend.
Die Tonqualität ist in Ordnung - guter Mono-Standard der 50er Jahre.


The Wigmore Hall Recital
The Wigmore Hall Recital
Preis: EUR 12,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Tücken des Live-Mitschnitts, 27. Dezember 2015
Rezension bezieht sich auf: The Wigmore Hall Recital (Audio CD)
Die von mir äußerst geschätzte Maria Joao Pires in einem eher seltenen Live-Mitschnitt, hier mit dem Cellisten A. Meneses, welcher über einen schönen Ton und natürlich viel Kammermusikerfahrung verfügt. Und bei Schubert sind beide in ihrem Element: mit großer Ernsthaftigkeit gelingt hier eine sehr geschlossene Interpretation, voller lyrischer Melancholie und Ausdruckstiefe, ganz wunderbar im Zusammenspiel. Diese Interpretation gehört für mich zu den gelungensten des sowieso nicht allzu häufig eingespielten Werkes und weist Pires einmal mehr als große Schubert-Pianistin aus.
In den 3 Intermezzi von Brahms gefällt Pires einmal ,mehr mit wunderbarer Anschlagskultur und wunderbar lyrischem Ausdrucksgehalt.
Bis zu diesem Punkt also eine uneingeschränkte Kaufempfehlung. Bei der 1. Cellosonate von Brahms treffen nun beide Künstler auf eine größere, meinethalben auch stärkere Konkurrenz und hier hätte ich auch den ein oder anderen kleinen Einwand vorzubringen. Gerade im Vergleich zu Richter/Rostropovich oder Grimaud/Gabetta fällt auf, dass der betont lyrische Zuschnitt dieser Interpretation auch an Grenzen stößt, insbesondere im letzten Satz: hier fehlt es mir etwas an einer gewissen Unbedingtheit, einen gewissen dramatischen "Zug". Mitunter droht hier die Musik fast etwas zu zerfallen. Und so bleibt in der Cellosonate ein hoch achtbarer Interpretationsansatz, lyrisch, vielleicht mit etwas zu wenig dramatischem Zug?!
In der Summe also eine CD, die ich nicht ganz uneingeschränkt empfehlen kann, für Schubert aber ganz oben ansiedeln möchte.


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