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Rezensionen verfasst von
opernfan
(TOP 500 REZENSENT)   

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Streichquartette
Streichquartette
Preis: EUR 34,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Meisterlich, 27. Mai 2016
Rezension bezieht sich auf: Streichquartette (Audio CD)
Dies ist nun (natürlich) keine Gesamtaufnahme der Streichquartette von Hayden, aber ein repräsentativer Querschnitt durch das Oeuvre schon. Und was für einer: das Quatuor Mosaiques, auf historischen Instrumenten spielend, versteht sich vortrefflich auf die Klangsprache von Haydn. Geschärfte Artikulation (man hört, dass man Harnoncourt kennt), dabei stets auch den Atem für die langsamen Sätze wahrend, spannende, rhythmisch präzise Pointierungen, all das macht diese Aufnahme zu Kostbarkeiten des gar nicht so reichen Katalogs der Haydn-Quartette. Dabei ist die historisch informierte Aufführungspraxis gerade bei Haydn von großem Vorteil, weil alleine die entsprechende Klangfärbung den Werken sehr entgegenkommt und alles vermeintlich "Gemütliche" gründlich austreibt.
Neben den Sonnenquartetten (op. 20), auf gleichem Niveau wie das nicht minder beeindruckende Hagen Quartett, gibt es auch die letzten Werke von Haydn für Streichquartett, darunter auch die op. 76 mit dem berühmten Kaiserquartett. Alle Quartettgruppen erfahren hier eine vorbildliche Wiedergabe, Freunden der entsprechenden Werke seien diese 10 CDs wärmstens empfohlen.
Eine sehr zu empfehlende Zusammenstellung, auf einem Niveau mit dem ABQ oder den Hagens, die leider nur wenig Haydn eingespielt haben.


Vespers, Mass for Mixed Choir
Vespers, Mass for Mixed Choir
Wird angeboten von Media-Seller
Preis: EUR 22,52

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Verkanntes Werk, 17. April 2016
Rezension bezieht sich auf: Vespers, Mass for Mixed Choir (Audio CD)
Rachmaninov wird gemeinhin als eine Art "Salonkomponist" verkannt, Tiefgründigkeit wird ihm meistenteils aberkannt. Dabei hat er durchaus tiefgründige Werke geschrieben (seine Symphonien, "Insel der Toten", Cellosonate, um nur ein paar Beispiele zu nennen) und auch die Vespers müssen/dürfen zu seinen gelungensten Werken gezählt werden. Angelehnt an die Musik der orthodoxen Kirche ist ihm hier ein innbrünstiges Werk gelungen, welches ganz wunderbar Tonfall und Stimmung des orthodoxen Kirchengesangs einfängt und somit zu den großen sakralen Werken gezählt werden kann. Die Aufführung hier ist als sehr gelungen anzusehen, weil er Chor sehr dem Idiom von Text und Musik verpflichtet ist. Das Werk ist unbedingt ein Kennenlernen wert und sei allen Freunden sakraler Chormusik sehr ans Herz gelegt.


Sinfonie 3
Sinfonie 3
Preis: EUR 19,99

5.0 von 5 Sternen Weit über Durchschnitt, 14. April 2016
Rezension bezieht sich auf: Sinfonie 3 (Audio CD)
Kenner wussten es schon lange - in Bamberg ist unter J. Nott ein veritables neues "Mahler"-Zentrum entstanden, was sich inzwischen auch in einer Gesamtaufnahme der Mahler-Symphonien niederschlägt. Die Bamberger Symphoniker sind dabei ein sehr guter Klangkörper, der sich auch hinter "berühmteren" Orchestern nicht zu verstecken braucht.
Die 3. Symphonie von Mahler ist ein komplexes Werk, was nicht nur in ihrer Länge begründet liegt. Es sind die vielfältigsten Stimmungen in ihr abgebildet, deren Heterogenität es erst einmal zusammenzuhalten gelingt. Was Nott hervorragend gelingt. Er hält den großen Bogen, schafft es, die einzelnen Stimmungen nachzuzeichnen, ohne sich in ihnen zu verlieren. Im Gegensatz zu Abbado (Aufnahme mit den Wiener Philharmonikern The Originals-Mahler: Sinfonie 3) wählt er einen konkreteren Ansatz, ist in der dynamischen Auslotung des Werkes schärfer, pointierter. Das geht vielleicht etwas zu Lasten des poetischen Ausdrucksgehalts, schafft aber reizvolle Spannungsbögen und "andere" Klangeindrücke. Der Chor bewegt sich auf hohem Niveau, M. Fujimura macht ihre Sache gut, kommt aber stimmlich und ausdrucksmäßig nicht an die überragende J. Norman heran.
So würde ich für diese Aufnahme 4,5 Sterne vergeben, sie gehört für mich zu den überzeugendsten Aufnahmen, mindestens so überzeugend wie z.B. Levine und deutlich der disperaten Aufnahme unter Chailly überlegen. Abbado/Wien bleibt für mich die Referenz, aber Nott steht dieser Aufnahme nicht viel nach, gerade weil er einen anderen Weg einschlägt.


Lied von der Erde
Lied von der Erde
Wird angeboten von Presto Classical
Preis: EUR 15,30

3.0 von 5 Sternen Die Musik zerfließt, 12. April 2016
Rezension bezieht sich auf: Lied von der Erde (Audio CD)
Diese Aufnahme hätte von der Papierform her eine große Aufnahme werden können - aber manchmal gelingt das offensichtlich nicht in der Umsetzung.
Das liegt zum größten Teil am Dirigat von J. Levine. Obwohl er bei weitem nicht der langsamste Dirigent des Lied von der Erde ist, kommt er mit der Musik des öfteren nicht so recht vom Fleck. Immer wieder bricht der Spannungsbogen ein. Es gibt schöne Details, aber kein wirklich gelungenes Ganzes. Auch bleibt er in seiner Interpretationshaltung unentschlossen, weder dirigiert er das Werk als großen Abschiedsgesang (wie z.B. bei Walter), noch als eine melancholische Lebensbetrachtung, Levine bleibt zu neutral.
Da können dann die Sänger auch nicht viel retten. S. Jerusalem ist ganz gut, tut sich aber mit der hohen und heldischen Tessitura der Partitur schwer. Und J. Norman ist natürlich gut (tut sich aber, wie schon in der Aufnahme unter C. Davis im 4. Lied schwer, welches rhythmisch aber auch sehr vertrackt ist), unter C. Davis ist sie aber intensiver in der Gestaltung. Insofern kommt diese Aufnahme nicht an die "großen" heran, B. Walter (Wien, mit Patzak und Ferrier) bleibt am ausdrucksintensivsten, von den neueren Aufnahmen gefällt mir die Aufnahme unter Boulez in seiner klaren Strukturiertheit und orchestralen Farbigkeit deutlich besser. Und wenn man Wert auf J. Norman legt, ist man mit der Aufnahme unter C. Davis besser bedient, der interessanterweise langsamer als Levine ist und doch dynamischer wirkt.


Franz Schmidt: Das Buch mit sieben Siegel (Salzburger Festspiele 1959)
Franz Schmidt: Das Buch mit sieben Siegel (Salzburger Festspiele 1959)
Preis: EUR 8,97

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gewichtiges Festspieldokument, 3. April 2016
Franz Schmidt's Oratorium hat sich nie wirklich durchsetzen können, obwohl es einige bedeutsame Tondokumente dieses spätromantischen Werkes an der Schwelle zur Moderne gibt (in letzter Zeit v.a. durch Harnoncourt). Und es ist durchaus schade, denn das Werk ist in seiner Klangsprache und -architektur, in seiner Dramatik und in seiner Synthese von romantischer Tradition und Aufbruch hin zur Moderne einzigartig und auch durchaus originell. Früh schon hat sich Mitropoulos für dieses Werk eingesetzt und hier wird es endlich wieder zugänglich gemacht (übrigens v.a. mit dem Verweis auf F. Wunderlich, was letztlich "ungerecht" ist, weil den Löwenanteil des Vokalteils der Tenöre bestreitet hier - äußerst überzeugend - A. Dermota!). Mitropoulos unterstreicht den modernen Charakter des Werkes, zeigt die ganze Zerrissenheit und Düsternis des Werkes auf und findet in den ruhigen Passagen immer auch zu einer tröstlichen Schönheit, die berührt. Er ist ein äußerst überzeugender Sachverwalter der ganz eigenen Tonsprache von F. Schmidt und hat Künstler um sich geschart, die in dieser Qualität später nicht mehr erreicht wurden. Die Tonqualität ist etwas dumpf, schmälert aber kaum den Wert dieses Festspiel-Dokuments, welches wirklich als herausragend bezeichnet werden kann.


Requiem
Requiem
Preis: EUR 29,99

5.0 von 5 Sternen Große Live-Aufnahme, 3. April 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Requiem (Audio CD)
Colin Davis hat sich Zeit seines Lebens für das Werk von Berlioz eingesetzt und war eines seiner überzeugendsten Interpreten - so gibt es alleine das Requiem von ihm in drei Versionen, die alle ihre Meriten haben. Im Gegensatz zur "klassischen" Version aus London (Studioaufnahme) lebt diese Aufnahme hier durch die Unmittelbarkeit des Live-Eindrucks. Dabei ist die Tonqualität erstaunlich gut, was gerade bei einer so komplexen Klangarchitektur wie dem Requiem von Berlioz sehr wichtig ist. Und wenn auch nicht alles perfekt ist (im Chor gibt es einige Wackler, die Frauen sind in der Höhe nicht immer ganz "frei", der Tenor hat auch etwas Mühe mit der tückisch gesetzten Tessitura der Partie), so ist es in der Summe doch eine äußerst bewegende Interpretation geworden (ich vermag hierbei nicht einzuschätzen, ob auch der Ort der Aufnahme - die Frauenkirche in Dresden - hier einen Einfluss hinsichtlich der Dichte der Interpretation gehabt haben mag).
Im Grunde bleibt sich Davis in seiner Interpretationshaltung treu - er nimmt das Requiem sehr ruhig, getragen, langsam, bändigt somit die gewaltigen Aufschwünge des Werkes und hält dabei stets die Gesamtarchitektur des Werkes im Blick. In der Summe ist es eine verinnerlichte Interpretationshaltung jenseits aller Grandiosität, die dem Werk auch innewohnt. In dieser Interpretation gefällt mir besonders die Tiefe und Menschlichkeit, die sie vermittelt, es ist ein wirkliches Requiem im Sinne der Trauer um die Sterblichkeit des Menschen. Und damit letztlich auch dem Genius loci angemessen. Neben der Aufnahme von McCreesh eine äußerst überzeugende Version.


Bruckner: Sinfonie Nr. 9 (Baden-Baden, 2015) [DVD]
Bruckner: Sinfonie Nr. 9 (Baden-Baden, 2015) [DVD]
DVD ~ Staatskapelle Dresden
Preis: EUR 23,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Angekommen, 3. April 2016
Ich beobachte Thielemann schon lange auf seinem Bruckner-Weg und war lange Zeit eher kritisch: in früheren Aufnahmen (und auch live) gab es bei ihm oft eine Art "Effekt-Musizieren" zu bemängeln. Zwar hob er einzelne Details der Musik beeindruckend hervor, dies ging aber zu Lasten der Gesamtarchitektur der Werke, was gerade bei Bruckner besonders negativ zu Buche schlägt. Und doch hörte man im Ansatz schon den Bruckner-Interpreten. Zu dem Thielemann zumindest hier auch geworden ist. Endlich hat er den großen Atem gefunden, unterbricht nicht mehr den musikalischen Fluss zugunsten des (vordergründigen) Effekts, sondern hat stets den Gesamtzusammenhang des Werks im Blick, dirigiert Bruckner wie aus einem Guss und schafft somit jene "Klangarchitektur", ohne die Bruckner nicht funktioniert. Und findet zugleich zu einer interpretatorischen Tiefe, die man vorher vermisst hat: es ist eine ungemein reife, tiefe Interpretation geworden - wobei Thielemann die 9. Symphonie als großen Abschiedsgesang dirigiert. Die Aufnahme ist getragen von einer schmerzlichen Melancholie und Trauer, die über die Musik doch auch Trost findet. Und Thielemann wird dabei unterstützt von der famosen Staatskapelle Dresden, mit der er ein kongeniales Orchester für seine Interpretations- und Klangvorstellungen gefunden zu haben scheint.
Für mich ist dies eine der großen Bruckner-Interpretationen geworden und es zeigt wunderbar einen Entwicklungsprozess eines streitbaren Dirigenten, der sich hier wunderbar zurücknehmen gelernt hat.


Requiem und Te Deum Op. 5
Requiem und Te Deum Op. 5

4.0 von 5 Sternen Beeindruckend, mit kleinen Schwächen, 13. März 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Requiem und Te Deum Op. 5 (Audio CD)
In den letzten Jahren erfährt das Berlioz-Requiem eine zunehmende Aufwertung, galt es doch lange Zeit als zu pompös, ja zu äußerlich. Als Bernstein sich des Werkes angenommen hat, was das noch lange keine Selbstverständlichkeit. Und Bernstein hat auch maximalen Aufwand betrieben (wie vielleicht nur noch McCreesh in seiner wegweisenden Aufnahme), um den Intentionen von Berlioz gerecht zu werden. Und mit der ihm eigenen Überzeugungskraft schafft es Bernstein weiten Teils auch, für das Werk einzunehmen. Es ist eine grandiose, aber nie pompöse oder äußerliche Aufführung. Sie ist emotional dicht, an manchen Stellen überrumpelnd (wie es Bernstein zu eigen war). Und doch gibt es auch Passagen, in denen Bernstein nicht so recht vom Fleck kommt, gerade in den a Capella Passagen stellen sich Längen ein, die andere Dirigenten geschickter umschiffen. Und auch der Chor ist nicht zu 100% optimal (v.a. die Frauen tun sich in den exponierten Lagen etwas schwer - hier überzeugen die Chöre bei McCreesh oder auch C. Davis und Norrington mehr). Das vertrackt schwer gesetzte Tenor-Solo im Sanctus gelingt S. Burrows recht überzeugend (wenn mir M. Schade hier auch besser gefällt).
So ist es v.a. auch aus historischer Sicht eine überzeugende Aufnahme, weil sich Bernstein früh für ein lange verkanntes Werk eingesetzt hat und über weite Strecken mit der ihm eigenen Überzeugungskraft punkten kann. Die Krone für dieses Werk geht für mich dann aber doch eher zu C. Davis (neuere Aufnahme aus London Berlioz: Grande Messe des Morts) und v.a. zu McCreesh (Berlioz: Grande Messe des Morts (Requiem)), die insgesamt geschlossenere Versionen abliefern.
Das Te Deum ist überwältigend, mitreißend (mit D. Barenboim als Co-Dirigent!), wobei es mir die Version hier doch etwas an Verinnerlichung fehlen lässt. Das gelingt C. Abbado (Hector Berlioz: Te Deum (op. 22))in der Summe besser.


Requiem
Requiem
Preis: EUR 26,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Mit wundervollen Details, 6. März 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Requiem (Audio CD)
Das Berlioz Requiem ist vielfach ein immer noch unterschätztes Werk und wird auch nicht allzu oft aufgeführt. Was zum einen daran liegt, dass wahre Hundertschaften aufgebracht werden müssen, um den Intentionen Berlioz gerecht zu werden. Und Aufnahmen haben es insofern schwer, als dass es nicht leicht ist, die Klangintentionen/-wirkungen auf CD zu bannen. Was in meinen Ohren hier was Raumwirkung und Staffelung des Klanges angeht, gut gelungen ist, ohne natürlich im Entferntesten einen Live-Eindruck wiedergeben zu können.
Die musikalische Qualität der Aufführung ist ebenfalls gut. Norrington dirigiert das Requiem schlank, sehr auf Transparenz ausgerichtet und fördert so wunderbare Details zutage, die anderen Aufführungen so oft nicht wahrnehmbar sind. Wie so häufig bei Norrington führt das aber in meinen Ohren auch dazu, dass er sich mitunter in den Details etwas verliert, was dann zulasten des Gesamtzusammenhanges des Werkes geht. So habe ich an machen Stellen auch den Eindruck, dass er nicht so recht "vom Fleck" kommt mit der musikalischen Dynamik, so dass die dem Werk auch innewohnende Dramatik etwas zu kurz kommt (man höre im Vergleich hierzu nur einmal Mitropoulos).
Und dennoch gibt es viele sehr bewegende Momente und eben wunderschöne, so noch nicht gehörte Details. Chöre und Orchester bewegen sich auf hohem Niveau und auch T. Spence macht seine Sache gut. Die Geschlossenheit der Aufführung von McCreesh Berlioz: Grande Messe des Morts (Requiem) erreicht Norrington für mich aber nicht ganz und auch C. Davis ist für mich (v.a. in den beiden neueren Mitschnitten) letztlich überzeugender Berlioz: Grande Messe des Morts.


Berlioz Grande Messe Mitrop
Berlioz Grande Messe Mitrop
Preis: EUR 14,33

4.0 von 5 Sternen Expressiv, 6. März 2016
Rezension bezieht sich auf: Berlioz Grande Messe Mitrop (Audio CD)
Das Berlioz Requiem erfreute sich lange einer eher geringen Beliebtheit - allemal im deutschsprachigen Raum, wo es vielfach als zu pompös angesehen wurde. Und so ist es beileibe keine Selbstverständlichkeit gewesen, dass Mitropoulos im Jahre 1956 (!) dieses Werk auf den Spielplan stellte. Zudem Berlioz zu diesem Zeitpunkt sicher auch nicht der "Leib- und Magen"-Komponist der Wiener Philharmoniker war - die sich ihrer Aufgabe aber bravourös entledigen.
Dass es dennoch eine sehr beeindruckende Wiedergabe geworden ist, ist sicher v.a. Mitropoulos zu danken, der jenseits des Verdachts, dieses Requiem könnte zu äußerlich sein, eine sehr bewegende Aufführung dirigierte. Schlank im Klang, mit sehr expressiven Chorpassagen (auch wenn der Chor der Wiener Staatsoper nicht immer ganz "sauber" singt und für heutige Ohren sicher viel Vibrato mitbringt) und einem bewegenden L. Simoneau im wunderbaren "Sanctus". Es ist eine sehr expressive Aufführung geworden, größtenteils mitreißend, mit viel Dramatik, ohne jedoch jemals in eine pompöse Äußerlichkeit zu verfallen.
Natürlich ist der Klang der Aufnahme nicht so ausgefeilt wie moderne Aufnahmen, er ist nicht genug aufgefächert, letztlich zu flächig.
Und dennoch ist es ein wichtiges Dokument, dass es vor C. Davis sehr würdige Verfechter dieses Werkes gab, welches lange zu Unrecht vernachlässigt wurde und sich hinter den Vertonungen von Verdi, Fauré und Brahms mitnichten zu verstecken braucht.


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