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Rezensionen verfasst von
opernfan
(TOP 500 REZENSENT)   

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Brahms: Streichquartette / Klavierquintett
Brahms: Streichquartette / Klavierquintett
Preis: EUR 29,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Symphonisch?!, 2. April 2017
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Brahms Streichquartette (hier sinnig gekoppelt mit seinem Kalvierquintett) haben nie ganz die Strahlkraft von Beethoven erreicht (denen sie mehr ähneln als den Stammvätern der Streichquartette - Haydn und Mozart) - was angesichts der Aufnahme hier nicht nachvollziehbar ist. Brahms denkt die Streichquartette aus einer anderen, mehr symphonischen (dabei natürlich dann reduzierten) Klanglichkeit heraus, ist dabei nicht weniger komplex, dicht als Beethoven, aber im Duktus eben symphonischer. Was das Belcea-Quarett hier mirakulös herausarbeitet. Es sind klangsatte Aufnahmen, ohne je die Komplexität der Werke zu vernachlässigen. Aber es entsteht eben jener Flow, der einen nie die Komplexität spüren, aber eben doch hören lässt. Das ist also technisch vom Feinsten, dicht musiziert, klanglich faszinierend, spannendes Miteinander-Musizieren. Und kann bezogen auf die Streichquartette durchaus Referenzstatus für sich in Anspruch nehmen.
Was nun das Klavierquintett angeht, so finden wir hier ähnliche Meriten. Sehr dichtes, spannend-dramatisches Musizieren. Aber hier gibt es für mich noch eine andere Referenzaufnahme (Hagen Quartett, Paul Gulda), deren Dramatik und Innenspannung hier nicht ganz erreicht wird. Es ist eine brillante, spannende Aufnahme, die nicht ganz den Siedepunkt der Hagens erreicht. Fellner fügt sich gut ein, und dennoch....
In der Summe aber eine Brahms-Kammermusik-CD, die höchsten Ansprüchen genügt und auch den Kammermusiker Brahms im besten Licht dastehen lässt.


Einsamkeit
Einsamkeit
Preis: EUR 15,99

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Romantische Schwermut, 19. März 2017
Rezension bezieht sich auf: Einsamkeit (Audio CD)
Matthias Goerne widmet sich nach Schubert (und Brahms) jetzt also Schumann - nicht enzyklopädisch, sondern eine repräsentative Auswahl zum Thema Einsamkeit, teilweise auszugsweise aus verschiedenen Opus-Gruppen. Und wenn ich bei den Heine-Interpretationen von Goerne nicht ganz glücklich war, weil er in meinen Ohren den ironisch-gebrochenen Ton nicht ganz traf, so ist er hier ganz in seinem Element. Sein dunkler Bariton trifft ganz wunderbar den Duktus der Lieder. Wortdeutlich, sehr stimmig in seiner Interpretation gelingt ihm hier eine herausragende Interpretation, ohne jemals eintönig zu werden, was bei einer Einengung der Thematik auch hätte passieren können. Man höre sich nur das Nachtlied von Goethe an - welch wunderbares Legato, welche Tiefe (in Stimme und Interpretation).
Markus Hinterhäuser ist ein sehr aufmerksamer, eigenständiger Begleiter.


Etudes D'execution Transcendante (Transzendentale Etüden)
Etudes D'execution Transcendante (Transzendentale Etüden)
Preis: EUR 18,49

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geheimtip, 19. Februar 2017
Kiril Gerstein ist hierzulande eher noch ein Geheimtip - es gehört zu den Merkwürdigkeiten des Klassikbetriebs, dass viele vorzügliche Künstler nicht die Aufmerksamkeit bekommen, die sie verdienen würden, eigentlich (andere bekommen vielleicht ein wenig zu viel davon?!). Gerstein, der hier v.a. auch als Kammermusikpartner von sich Reden machte, ist zunächst einmal technisch brillant und ohne Virtuosität kommt man den technisch vertrackten Etüdes nicht bei. Nur wenn man an keiner Stelle das technisch Schwere spürt/hört, kann Interpretation gelingen. Und auch diesen zweiten Schritt meistert Gerstein vorzüglich, schafft er es doch, neben dem Rasenden/Virtuosen einen Sog zu erzeugen, ohne den die Etudes transcendante nicht funktionieren. Das Transzendentale als Flow sozusagen, wobei Gerstein gleichzeitig den exakten Ton jeder einzelnen Etüde trifft und gleichzeitig den Spannungsbogen über alle 12 Stücke hinweg zu halten vermag. Ihm steht dabei eine große Palette an Farben und Ausdrucksvaleurs zur Verfügung, die diese Aufnahme ungemein spannend, ja mitreißend macht.
Gerstein hat jetzt vielleicht das Pech, dass er mit seiner Aufnahme im Schatten von Trifonov landet, der um ein vielfaches mehr gehyped wird. Und wenn Trifonov unbestritten eine ebenfalls herausragende Interpretation abgeliefert hat, so steht ihm Gerstein in keinster Weise in irgendetwas nach. Und so ist dies eine ebenfalls sehr zu empfehlende Interpretation dieser so schwer zu spielenden Etüden, die aber hier wie dort an keiner Stelle schwer wirken. Sondern einfach nur fesselnd, spannend, tiefgründig, faszinierend.


Fantasies
Fantasies
Preis: EUR 13,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ausnahmerang, 18. Februar 2017
Rezension bezieht sich auf: Fantasies (Audio CD)
Piotr Anderszewski zeigt einmal mehr seinen Ausnahmecharakter als Pianist - der scheue, introvertierte Musiker tritt nie in den Vordergrund, liefert ein ums andere Mal durchdachte Musikprogramme auf höchstem Niveau ab. Biedert sich nie an, bezieht als Interpret Stellung und spielt sich doch nie in den Vordergrund (wie jetzt manch anderer seiner Klavierkollegen). Hier nun also Mozart und Schumann (letzteren kennt man schon von ihm) in einer sinnigen Zusammenstellung.
Mozarts Fantasie in c-moll (auf dem Cover fälschlicherweise als C-Dur ausgewiesen) gilt als eines der rätselhaftesten Werke Mozarts: düster, wuchtig fällt es in vielerlei Hinsicht aus dem Rahmen. Anderszewski spielt sie ungewöhnlich langsam, lädt sie mit tiefem Ausdruck auf, betont den "tragischen" Aspekt des Werks und liefert eine ungemein dichte Interpretation ab. Gekoppelt (wie meist) mit der ebenfalls herausragend interpretierten c-moll Sonate (wiederum falsch ausgewiesen in Dur auf dem Cover) ergibt sich ein ungewöhnlicher Mozart, der all diejenigen Lügen straft, die Mozart als leicht beschreiben würden.
Schumanns Fantasie in C-Dur (sic!) ist in sich sehr geschlossen, schwärmerisch, zwischen Lyrik und Dramatik changierend erfährt in Anderszewski eine Modellinterpretation: hier wechselt er nicht nur den Klang hin zu einem spezifisch "romantischem" Ton mit genügend dramatischem Aplomb.
Schließlich die enigmatischen Geister-Variationen (Es-Dur), jenes letzte, äußerst selten gespielte Werk Schumanns, was vorüber zu huschen scheint: keine letzten Worte im Sinne des Wissens um das Ende (des Lebens? des Komponierens?), sondern mehr eine Art klangliche Auflösung. Anderszewski macht aus dem Werk nicht mehr, als es vielleicht ist, er lässt ihm seine Flüchtigkeit und zeigt vielleicht gerade dadurch auf, dass es für Schumann an dieser Stelle nicht weitergehen konnte.
In der Summe ein weiteres herausragendes Album eines stillen, nichtsdestotrotz großen Pianisten, dem zuzuhören ein ums andere Mal große Freude und tiefe Einsichten bringen.


Paganini: Violin Concerto No.4/Suonata Varsavia
Paganini: Violin Concerto No.4/Suonata Varsavia
Preis: EUR 9,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sensationell, 17. Februar 2017
Ob man nun Paganini zu den großen Komponisten zählen muss oder nicht, sei jetzt einmal dahingestellt - in einer Interpretation wie dieser ist man auf jeden Fall geneigt zu sagen, dass er mindestens einmal ein guter Komponist gewesen sein muss: so wie diese Interpretation gefällt, muss das musikalische Ausgangsmaterial gut genug sein. Die vorzüglichen Wiener im Verbund mit dem engagierten R. Muti liefern die Grundlage für einen entfesselten G. Kremer, der hier zeigt, dass er neben aller intellektueller Finesse eben auch ein stupender Könner ist, dem technisch hier alles gelingt. Mit so einer Leichtigkeit und Mühelosigkeit macht Paganini einfach Spaß, die Musik funkelt, hat Esprit und Witz und ist im besten Sinne unterhaltsam. Und was Kremer hier zeigt, macht ihm so schnell niemand nach. Und es braucht wohl solche Interpreten, um das Werk von Paganini wirklich zum Leben zu wecken. Sicher einer der überzeugendsten Statements für Paganini auf Platte überhaupt.


Eclairs Sur l'au-delà...
Eclairs Sur l'au-delà...
Preis: EUR 15,16

5.0 von 5 Sternen Von den letzten Dingen, 29. Januar 2017
Rezension bezieht sich auf: Eclairs Sur l'au-delà... (Audio CD)
Ingo Metzmacher setzt sich unermüdlich für die Moderne an - hier mit den Wiener Philharmonikern, die man zunächst nicht primär mit moderner Musik verbinden würde. Das man ihnen damit unrecht tut, kann man hier aber auf wundervolle Weise hören: Messiaens letztes vollendetes Werk bedarf eines Klangkörpers wie der Wiener Philharmoniker mit all ihren Meriten, um seine ganze Stärke ausspielen zu können: neben choralen, wuchtigen Passagen sind es gerade auch immer wieder die leisen, lyrischen Momente, die einen innehalten lassen, berühren und in Verbindung bringen mit der Auseinandersetzung über die letzten Dinge, um die es Messiaen hier geht. Die impressionistisch-moderne Klangsprache wird ganz wunderbar getroffen von Metzmacher, der diesem Werk große Innenspannung und Schönheit zu verleihen vermag. Kein primär eingängiges Werk, aber eins, welches bei aufmerksamen Zuhören packt und einen mitnimmt auf eine Klangreise in die Grenzregionen von Tonalität und Ausdrucksebenen über die letzten Dinge, wenn man Messiaen bereits ist zu folgen. Kaufempfehlung für ein immer noch sträflich vernachlässigtes Werk und einen Komponisten, der uns heute viel zu sagen hat.


Manchester by the Sea
Manchester by the Sea
DVD ~ Casey Affleck
Preis: EUR 12,99

8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wie weiterleben?!, 29. Januar 2017
Rezension bezieht sich auf: Manchester by the Sea (DVD)
Das ist ein eher untypisch amerikanischer Film und auch kein Betroffenheitskino - was angesichts der eigentlichen Schwere des Films durchaus auch dabei hätte herauskommen können. Aber Regisseur K. Lonergan findet eine ganz wunderbare Balance zwischen Schwere und dem Leichten, der Tragik und (oft absurder) Komik.
Lee (überragend: Casey Affleck) muss nach dem Tod seines Bruders zurück in seine Heimatstadt und wird konfrontiert mit einem alten Trauma, dessen Wunden nie heilen konnten (können sie es überhaupt?). Seitdem funktioniert er noch irgendwie, ein Leben im eigentlichen, fühlenden Sinn hat er zu dem Zeitpunkt nicht (mehr). Hier bekommen wir Einblick in die zerstörte Seele eines zutiefst traumatisierten Menschen, der irgendwie versucht, klarzukommen und jetzt aufgefordert ist, zumindest ein Stück weit zu versuchen, wieder ins Leben zu finden. Lonergan findet dazu exquisite Bilder, setzt Landschaft und Musik gekonnt ein, um die Seelenzustände seiner Protagonisten
darzustellen, setzt lange, repetitive und langsame Einstellungen bewusst ein, um die Verlangsamung des Lebenstempo in Lee aufzuzeigen und fordert somit auch seine Zuschauer. Und schafft ein zutiefst menschliches, mitfühlendes Bild des Lebens in all seinen Facetten: Lachen und Weinen liegen ganz oft sehr nahe bei einander.
Neben Kamera und Musik sind alle Darsteller (gerade auch M. Williams als Exfrau von Lee, Lucas Hedges als verwaister Neffe von Lee) äußerst überzeugend. Und natürlich ist es ein Film, der die Klasse von Casey Affleck zeigt und ihn als einen der leading men amerikanischer Schauspieler ausweist. Und Lonergan als einen der interessantesten, mutigsten Regisseure Amerikas.


Philip Glass: Piano Works
Philip Glass: Piano Works
Preis: EUR 9,29

60 von 62 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Deutlich mehr als nur minimalistisch, 27. Januar 2017
Rezension bezieht sich auf: Philip Glass: Piano Works (Audio CD)
An Philip Glass scheiden sich immer wieder die Geister - manches gilt als zu eintönig und wenig variantenreich. Und gerade auch seine Klavierwerke standen lange im Ruf, primär repetitiv zu sein und somit tendenziell eher langweilig. Und man muss auch sagen, dass Glass selbst als Pianist (bei weitem kein schlechter!) nicht der beste Sachwalter seiner eigenen Werke war und ist. Das hat u.a. schon Valentina Lisitsa in ihren Glass-Einspielungen bewiesen: es braucht eine(n) Pianisten/-in, die sehr differenziert in Tempi und Anschlag vorgehen muss, um neben dem hypnotischen Element eben auch Spannung erzeugen zu können. Und das gelingt dem Pianisten V. Olafsson hier ebenso: spannend, sehr differenziert, vereint er das hypnotische Element mit durchaus spannender Musik, indem er Tempi leicht verändert, den Anschlag in den Wiederholungen leicht variiert und somit auch eine Binnenbewegung in den stets nach vorne drängenden Musik-Etuden erzeugt. Vielfach hat die Musik einen regelrechten Drive, der mitreißt, rhythmisch und melodisch (!) zu packen vermag. Und somit kann Olafsson nachweisen, dass Glass eben doch mehr zu sagen hat, als das immer wiederkehrend Gleiche. Und somit darf man auch sehr gespannt auf die Karriere eines jungen Pianisten sein, der hier zumindest eine sehr überzeugende Visitenkarte abliefert und neugierig auf mehr macht. Denn das vermeintlich Leichte ist oft am schwersten zu spielen.


Clifford Curzon Edition-Complete Decca Recordings
Clifford Curzon Edition-Complete Decca Recordings
Preis: EUR 62,86

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einer der ganz Großen, 15. Januar 2017
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Clifford Curzon war wohl ein sehr uneitler Mensch und Künstler, der (nichtsdestotrotz?!) über ein immenses pianistisches Können verfügte und die gesamte Bandbreite interpretatorischer Reife zur Verfügung hatte. So mag man seinen ungemein subtilen Anschlag und seine lyrischen Fähigkeiten bei den Mozart-Konzerten bewundern (vielfach Aufnahmen für die einsame Insel und in einem Atemzug mit den Aufnahmen eines Schnabel, einer Haskil, eines Solomon zu nennen), oder aber die kraftvolle Art, sich Brahms zu nähern, den er sehr dramatisch/leidenschaftlich nimmt, ohne auch hier nicht die lyrischen Passagen nachgeradezu zauberhaft wiederzugeben. Seine Beethoven-Auseinandersetzungen gemeinsam mit Knapperstbusch sind zu recht legendär, auch hier welche kraftvolle Attitüde auf der einen Seite und welcher Atem in den langsamen Sätzen. Fast staunend dann seine Tschaikowsky-Exegese mit dem jungen Solti, fast bis zur Raserei getrieben, sicherlich nicht immer exakt, auch nicht immer subtil, aber welches Feuer, welche Dramatik, welch atemloses Musizieren. Rachmaninov 2 mag von Richter noch subtiler und stimmiger gespielt worden sein, aber dieser Vergleich findet dann schon auf dem allerhöchsten Niveau statt. Auch seine Schubert-Interpretationen sind von hoher Klasse, zu einer Zeit, als Schubert als Klavier-Komponist weitestgehend vergessen war.
Manche Konzerte sind auch in zwei Versionen vorhanden und lassen interessante Vergleiche zu, wobei sich Curzon im Grunde jeweils treu bleibt.
die Comprimarii sind von unterschiedlicher Qualität, manches Orchester ist nicht ganz auf der Höhe des Solisten - sei's drum.
In der Summe bildet diese Box einen der ganz Großen der Pianisten ab (auch wenn natürlich nicht alles gleich gelungen sein mag) und ist für Klavierliebhaber ein absolutes Muss. Wobei die frühen Aufnahmen erwartungsgemäß klanglich weniger überzeugen als die späteren Aufnahmen. Gleichbleibend hoch also (nur) die Qualität des Klavierspiels von C. Curzon.


Brahms: 4 Symphonies; Haydn Variations (3 CD's)
Brahms: 4 Symphonies; Haydn Variations (3 CD's)
Preis: EUR 29,49

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Klassisch, ausgewogen, 14. Januar 2017
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Böhm hat sich Zeit seines Lebens mit Brahms auseinandergesetzt, schon aus seinen jungen Jahren gibt es Zeugnisse (übrigens zum Teil auch mit den Wienern). Hier kann man so etwas wie die Summe seines Brahms-Verständnisses hören. Und das ist beeindruckend in seiner klassischen Ausgewogenheit: an vielen Stellen hat man den Eindruck, genau so muss/soll Brahms klingen. Böhm findet in den einzelnen Symphonien den richtigen Ton, das richtige Tempo und siedelt Brahms wohl in der Klassik an und lässt doch auch das Neue an ihm durchklingen, zeigt Brahms auch als Neuerer. Er verhetzt Tempi nicht, stellt Brahms nicht primär als Dramatiker dar (wie jetzt vielleicht Furtwängler, oder Kleiber in der 4. Symphonie), sondern erzeugt durch feine Abschattierungen, mitunter durch die Betonung der Nebenstimmen eine Innenspannung, die einen fesselt. Brahms im Spannungsfeld zwischen lyrischem Ausdruck und einem nach vorne drängen. Assistiert wird er hierbei von den famos aufspielenden Wiener Philharmonikern. Und quasi als Draufgabe gibt es die Altraphsodie mit einer fulminanten Christa Ludwig - mit die beste Aufnahme dieses verinnerlichten Werks überhaupt. Auch klanglich eine Aufnahme, die nichts zu wünschen übrig lässt und somit eine unbedingte Kaufempfehlung für diesen Brahms-Zyklus.


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