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Rezensionen verfasst von
kwichybo "Jörn M." (Nürnberg)

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Set the Phantom Afire [Explicit]
Set the Phantom Afire [Explicit]
Preis: EUR 8,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Swiss 'em all !!!, 27. November 2012
Wenn man das taufrisch veröffentlichte Neuwerk "Set the phantom afire" der Underground-Thrasher BATTALION in den CD-Schacht der heimischen Steroanlage legt, uns einfach nur die ersten beiden Songs "Buried nation" und "Dead men tell no tales" (kein MOTÖRHEAD-Cover!) in sich reinprügelt, dann schwirren die Assoziationen zwischen skeptischem Unverständnis und grenzenloser Euphorie. Einerseits ist dem Hörer in den letzten Jahren gewiss kein derart dreistes METALLICA/SLAYER-Plagiat untergekommen, wie dieses Schweiz-Quartett, welches den Sound "der Originale" über die komplette 43-minütige Spielzeit quasi in Grund und Boden kopiert. Andererseits gibt es auch nur verdammt wenige Bands, die diesen Songwriting-Diebstahl sooo überzeugend und mit sooo viel Herzblut in Szene setzen können. BATTALION orientieren sich auf dem 10-Tracker (inkl. dem kurzen Instrumental "Cursed in the smoke") dermaßen hautnah an der kompositorischen Linie ihrer Vorbilder, dass die Verblüffung teilweise schon perfekt ist. Das wegweisende, musikhistorisch nicht zu toppende METALLICA-Triple "Kill 'em all" , "Ride the lightning" und "Master of puppets" (vor allem!) steht ganz klar im Mittelpunkt dieses Albums, und wird dabei durch den rasenden Thrash-Spirit der SLAYER-Meilensteine "Show no mercy" oder "Hell awaits" ergänzt. Eine eigene Bandnote haben die vier Eidgenossen nicht zu bieten - und wer das Gegenteil behauptet, der lügt! Denn sogar der Sänger klingt wie eine stimmliche Doppelinkarnation von Tom Araya und dem jungen James Hetfield.
Wenn man sich als langjähriger Thrash-Fan auf diese Scheibe einlassen möchte - denn hier weiß wirklich jeder was er bekommt! - , dann wird man mit "Set the phantom afire" aber auch wirklich sehr viel Freude haben. Rabiate Geschosse wie "Oppression departement" , "Possessed by satan" . "Dead men tell no tales" oder dem abschließenden Neunzigsekünder "Mullet head" stehen für alle Freunde des "namedroppings" offen wie ein Scheunentor: Neben den bereits genannten Haupteinflussgebern darf man auch gern noch EXODUS und SODOM (speziell die "Better of dead"/"Tapping the vein"-Phase) mit ins Spiel bringen. An ihren Instrumenten beweisen sich BATTALION alles andere als amateurhaft. So wimmelt die 10-Song-Breitseite nur so vor spielerischen Kabinetstückchen - eine Vielzahl astreiner Gitarrensoli straft selbst den größten Ignoranten schweigen! - und wahrhaften Könnermomenten. Beim ersten Höreindruck hatte ich noch das Gefühl, dass sich die beiden Sechssaiter irgendwann "zu Tode solieren"...und in der Tat wäre hier weniger wohl doch mehr gewesen. So steht ein Song wie der überlange Titeltrack "Set the phantom afire" zwar spielerisch nie zur Diskussion. In diesem Fall hätte aber auch ein MAIDEN-artiges Doppellead doch irgendwie ausgereicht. Dennoch coole Nummer!
Der überfamose Opener "Buried nation" ist ein Meisterstück des METALLICA-Rip-offs, auf dem die Band einfach die allerbesten Passagen von "Fade to black" und "Battery" in adaptierter Form wieder zusammensetzt. Und auch der Songverlauf von "Bomber" (ebenfalls kein MOTÖRHEAD-Cover!) setzt seine Glanzpunkte im Aufwärmen nahezu originalgetreuer "Master of puppets"-Passagen. Diese ganze Suppe ist nicht nur bei allen Oldschool-Heads sowas von dermaßen bekannt, dass man schon teilweise ins Zweifeln gerät. Und dennoch gehört dieses Schweizer-Quartett wohl doch zu den begnadetsten bzw. kompetentesten Thrash-Clones auf dem ganzen Erdball. Sie sprühen vor Spielfreude - der sympathische Charme des ganzen ist unbestritten. Die mächtige Mid-Tempo-Keule "Drifting towards insanity" überzeugt im Mittelteil mit einem saucoolen Glockenschlag-Groove (!!!), und reißt dieses Album schon im Alleingang in den roten Bereich. Einzig der gemächliche Langweiler "Underdogs" steht am Ende als entbehrliches Nümmerchen auf dem Zettel - hier raubt die Überlänge dem Hörer fast den allerletzten Nerv. Gääähn!
Fazit: An dieser Stelle muss man über BATTALION eigentlich kein weiteres Wort verlieren. Wenn man die eingangs erwähnten Thrash-Meisterwerke mal in einer etwas anderen, phasenweise sogar richtig begeisternden Version hören möchte, dann ist man bei "Set the phantom afire" sehr gut aufgehoben. An ihrem eigenen Band-Stil müssen die vier Eidgenossen noch einige Jahre arbeiten. Für der Reproduktion alter Achziger-Referenzwerke gibt es momentan aber doch kaum eine bessere Band!


Flammenreich
Flammenreich
Preis: EUR 15,81

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ostfriesisch herb !!!, 24. November 2012
Rezension bezieht sich auf: Flammenreich (Audio CD)
Adel verpflichtet! Immer wenn sich Musiker putzige Künstlernamen wie Solarian van Branden , Vestriz von Mesopotamien und Arminius von Theesfeld geben, dann kann ich mir das Lachen nur schwer verkneifen - denn im richtigen Leben heißen solche Leute ja dann doch zumeist Horst, Schorsch oder Dieter. "Es ist nicht wichtig, wer wir sind. Von Bedeutung ist nur, wer wir nicht sind." schreibt das adelige Trio im Booklet ihres Zweitwerks "Flammenreich", und kann seine Herkunft trotzdem nicht ganz verheimlichen. Hinter den maskenhaften Pseudonymen der Dynastie VON BRANDEN verbergen sich nämlich einige bekannte Personen der norddeutschen Metal-Halbprominenz. Während der Sänger die letzten beiden Scheiben der Black/Deather MEPHISTOPHELES ("Modern instincts purity" und "Death unveiled" ; brillianter Stoff!) eingekeift hat, waren der Gitarritst und der Trommler viele Jahre bei MANDRAKE aktiv. Und wenn man (so wie ich) jedes Werk der letztgenannten Gothic-Doomer in- und auswendig kennt, dann sind die musikalischen Parallelen teilweise schon mehr als eindeutig...ganz viel Keyboards, Piano, usw.
Mit ihrer Avantgarde-Melange aus Black-Metal , bedrohlichem Dark-Metal á la MOONSPELL und Postrock-Spurenelementen reihen sich VON BRANDEN direkt ins zweite Glied hinter ALCEST , AGRYPNIE und den unantastbaren SHINING ein. Im gesamtdeutschen Schwarzmetall-Vergleich steht "Flammenreich" in diesem Jahr sogar verdammt gut da, und teilt sich mit dem fabelhaften EIS-Debüt ("Wetterkreuz") gleichberechtigt die Pole-Position. Noch vorab eine Anmerkung zu den Lyrics: Die manisch depressiven, verzweifelten, aus purer Isolation schreienden Texte werden zweisprachig vorgetragen, wobei die deutschen Songs letztlich etwas "runder" klingen. Im Vergleich zu den Nürnbergern FREITOD kommt die Dynastie dabei komplett ohne peinlich-schlagerartige Gesangslinien aus, sondern lässt einfach nur die verwundete Psyche sprechen. Klarer Punkt für Ostfriesland!
Und in der Tat sind VON BRANDEN einige der besten Extrem-Metal-Nummern des Jahres gelungen, wobei der überragende Opener "Für die nächste Ewigkeit" als Glanzstück des Albums direkt am Anfang steht. Damit wird dieser Seelenschmerz verursachende 46-Minüter also vorftrefflich eingeläutet! Das sprunghafte Tempo-Chamäleon "Verlust" sowie der dauertrauernde Titelsong "Flammenreich" - nach einem bittersüßen Bass-Break im Mittelteil zieht das dramatische Finale den Hörer entgültig in den Abgrund! - zeigen die Band ebenfalls in großartiger Form. Doch auch das restliche Material dieses 8-Trackers ist kaum einen Deut schlechter: Bei "Sehnsucht" handelt es sich eigentlich um einen waschechten MANDRAKE-Song, der aber natürlich ohne weiblichen Lead-Gesang auskommen muss. Gut, aber leider kein Überflieger! Auch der heftige Stampfer "Eremite" atmet in Punkto Melodieführung das typische Flair der ehemaligen Hauptband, wobei vor allem die weinenden Gitarrenlinien am Schluss brilliant genug sind, um die unnötigen "Come to me"-Shouts zu egalisieren. Spätestens beim Song "Reverance" sind VON BRANDEN dann entgültig in Postrock-Gefilden angekommen...und bei dieser harmonisch-depressiven Atmosphäre wirft der CD-Käufer dann einen kurzen Blick ins Booklet, ob nicht doch eventuell JESU-Chefdenker Justin K. Broadrick als Ghostwriter engangiert wurde. Der Krächzgesang will bei dieser Nummer zwar nicht unbedingt passen, dafür sorgt der Schlagzeuger mit seinem dynamischen Spiel jedoch für einige rundum gelungene Momente. "Desert sand" ist ein guter Song, der aber auch nach mehreren Durchgängen nicht richtig zünden will und daher vergleichsweise blass bleibt. Mit "Monologue" folgt dann zum Abschluss ein hackender Longtrack mit WOLVES IN THE THRONEROOM-Schlagseite, dessen schräg-quäkenden Keyboard-Melodien den Song urplötzlich in eine komplett andere Richtung lotsen. Black-Metal-untypisch aber saumäßig stark!
Fazit: Offen gestanden hatte ich den VON BRANDEN-Erstling "Scherben" (2007) nicht in allerbester Erinnerung. Mit dem zweiten Album setzt dieses Trio aber ein großes Ausrufezeichen - die musikalische Weiterentwicklung ist hier für den Hörer jederzeit spürbar. Mit "Flammenreich" kann sich die Oldenburger-Dynastie ab sofort deutschlandweit behaupten. Allen Zweiflern sei an dieser Stelle dringend angeraten, mal das Video zum Titelsong auf den üblichen Online-Portalen anzuchecken. Dies lohnt sich nicht nur in musikalischer Hinsicht, sondern gibt darüber hinaus einen Einblick in das visuell schockierende Endzeit-Szenario ("Nosferatu" meets "The ring"), das VON BRANDEN mit diesem tollen Album heraufbeschwören. Großes Kino!


Bridges To Disturbia
Bridges To Disturbia
Preis: EUR 14,99

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kein Samba in Mettmann !!!, 22. November 2012
Rezension bezieht sich auf: Bridges To Disturbia (Audio CD)
Wenn man erst mit dem fünften (!) Studio-Album überhaupt von der Existenz einer Band erfährt, dann ist dies eigentlich recht vielsagend: Naja, kann ja insgesamt nicht so dolle sein! Ich selber kannte das Düsseldorfer Quintett VOODOMA bisher nicht die Bohne, und war nach den ersten Höreindrücken auch mehr als skeptisch. Dies mag gewiss auch daran liegen, dass ich kommerziellen Gothic-Rock/Metal - bis auf wenige Ausnahmen! - relativ unspektakulär finde. Meine Begeisterungsfähigkeit kennt somit klare Grenzen!
Und doch müssen die fünf Rheinländer von VOODOMA auf ihrem neuen Longplayer "Bridges to disturbia" einiges richtig gemacht haben...denn trotz aller ungünstigen Vorzeichen dreht der Silberling in meinem CD-Player seit Tagen eine Bonusrunde nach der nächsten. Die musikalische Sparte des 11-Trackers ist ganz klar Gothic-Rock, wobei ich die eigens ausgegebene Bezeichnung Dark-Rock bzw. Dark-Metal weitaus treffender finde. Wenn man an dieser Stelle also nach Herzenslust Schubladen öffnen und schließen will, dann kann man VOODOMA bedenkenlos allen Anhängern von Acts wie SISTERS OF MERCY , KRYPTERIA , THE 69 EYES , APOPTYMA BERZERK oder den rockigeren SENTENCED empfehlen. Was viele andere Gothic-Bands meiner Meinung nach hoffnungslos "versemmeln", das entwickelt sich während der 43 Minuten zum großen Qualitätsplus: Songs wie "Evolution zero" , "Rebirth" , "Slave of light , king of dreams" oder das hitverdächtige "Wasted daylight" schlagen zwar durch und durch kommerzielle Töne an, sind dabei aber zu keiner Sekunde weinerlich oder übertrieben emotional. Bei VOODOMA kommen also nicht ausschließlich die schwarz/weiss getünchten Gothic-Heulsusen auf ihre Kosten. Im Gegenteil, dieses Album ist gleichzeitig auch für jeden "normalen" Hardrock-Fan interessant - u.a. ist ein gewisser Hang zu den Bombast-Rockern MAGNUM einfach nicht wegdiskutierbar. Spannend!
Auffällig ist zudem, dass die Band ihren Stromgitarren-Sound an allen Ecken und Enden in ein düsteres Synthesizer-Gewand hüllt, was ich normalerweise als allergrößten Störfaktor empfinden würde. Die omnipräsenten Elektonic-Passagen sorgen aber dafür, dass sich dieses Quintett vom Rest der Genre-Konkurrenz positiv anhebt. Nervige Keyboards, Loops und Programmings werte ich für gewöhnlich als absolutes No-Go. Aber bei VOODOMA passt auf wundersamer Weise alles zusammen - wie der sprichwörtliche Popo auf den Eimer!
Wenn man "Bridges to disturbia" also genauer unter die Lupe nimmt, dann fallen mit den eher schwächeren "Pray" und "My religion" (schnarch!) lediglich zwei Nummern durchs Qualitätsraster. Alles was danach kommt ist ganz große Rock/Elektronik-Kunst. Mit "Doomsday messiah" und "The devil dances" haben die fünf Düsseldorfer sogar überraschend harten Stoff im Gepack, bei dem sich Dampfhammer-Riffs und eingänig flirrende Soundscapes megaprächtig ergänzen. Ein bulliger Elektro-Stampfer wie "Jesus crimes" bringt dabei ebensoviel Ohrwurm-Potential mit, wie die lupenreinen Tanzflächenfeger "Another me" und "One second in life". Der Sänger gehört zwar nicht zu den tadellosesten Rock-Goldkehlchen unter der Sonne, passt aber - wie oft will ich es noch schreiben? - exakt zum VOODOMA-Sound. In Punkto Songwriting beweist diese tolle Band Mut zur Einfachheit - und gefällt mir auch deswegen sooo gut!
Und wenn die Produktion (made in Mettmann!) des 11-Trackers letztlich noch mehr Schmackes gehabt hätte, dann wäre hier zweifellos die Höchtnote drin gewesen. Doch speziell der Gitarren-Sound säuft in den eigentlich ruppig-harten Momenten gern mal dezent ab. Ohne Ecken und Kanten, ohne große Not seelenlos glattgebügelt. Schade! "Bridges to disturbia" hätte eine energisch-wuchtige Produktion verdient gehabt. Dennoch 4 Sterne für eine der größten Überraschungen des Jahres.


Ekpyrosis (Periodic Destruction)
Ekpyrosis (Periodic Destruction)
Wird angeboten von GMFT
Preis: EUR 6,68

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Viel Licht und etwas Schatten !!!, 19. November 2012
Rezension bezieht sich auf: Ekpyrosis (Periodic Destruction) (Audio CD)
Die "Soundlodge"-Studios im ostfriesischen Rhauderfehn sind seit einigen Jahren ein glühender Geheimtipp, wenn es um deftige Extrem-Metal-Produktionen geht. Zwar haben sich hier bisher noch nicht die absoluten High-Roller der Szene die Klinke in die Hand gedrückt - mit OBSCENITY , DEFLORATION , GOD DETHRONED , CLITEATER , DEW-SCENTED sowie den "hauseigenen" Bands MANDRAKE und VON BRANDEN liest sich die Gästeliste dennoch schon recht imposant. Einer der neuesten, soundtechnisch veredelten Acts ist der Todesblei-Fünfer BURIAL VAULT, die bei der Produktion ihres ersten Full-lenght-Albums "Ekpyrosis - periodic destruction" ebenfalls auf Nummer sicher gehen wollten. Ergebnis? Die Scheibe klingt natürlich absolut erste Sahne und gehört nicht nur deshalb zu einer der lohnenswertesten Death-Metal-Pflichtveranstaltungen des laufenden Jahres.
Dabei fühlt sich das Quintett aus dem Emsland vor allem dem melodischen Schwedentod Mitte/Ende der 90er Jahre verpflichtet, der bis heute im Lichtkegel von Meisterwerken wie "The jester race" (IN FLAMES) , "Ancient god of evil" (UNANIMATED) , "Slaughter of the soul" (AT THE ATES) oder "The Somberlain" und "Storm of the lights bane" (beide DISSECTION) erstrahlt. Leider können BURIAL VAULT in Punkto Songwriting nicht hundertprozentig zu den genannten Melo/Death-Pionieren aufschließen - wenig verwunderlich! - , was ist in den vergangenen 1,5 Jahrzehnten aber ja eh nur einer Handvoll Bands gelungen ist. Auf "Ekpyrosis - periodic destruction" ist in vielerlei Hinsicht noch genug Luft nach oben. Dieses Urteil liest sich vielleicht zuuu kritisch, ist aber durchaus aufmunternd gemeint. Denn der Todesblei-Newcomer aus dem Nordwesten Deutschlands legt auf seinem Erstling schonmal ein beeindruckendes Zeugnis ab, wohin die Reise zukünftig gehen könnte. Trotz einiger kompositorischer "ups and downs" hat diese Scheibe einen tollen Unterhaltungswert, der niemals Langeweile aufkommen lässt. Nackenbrecher wie "Dominate god's creation" , "Genesis trinity carnage" und "Weapon without a choice" sind gespickt von vielen lupenreinen Aha-Momenten, die aber leider auch oft mit arg vorhersehbaren Parts "gepaart" werden. Im Sound-Tornado aus rasendem, teilweise schwarzmetallischem Todesblei fühlt sich der Hörer trotzdem sofort wie zuhause. Dies liegt nicht zuletzt an den wunderschönen Melodie-Arrangements (gern auch zweistimmig!) und der mehr als soliden Tempo-Variabilität, die wirklich jedem Song anhaftet. Zwischen groovigem Mid-Tempo, fein ausgearbeiteten Harmonielinien, akustischen Playalongs bis zur harsch-abgehenden Abrissbirne können BURIAL VAULT vorzüglich kombinieren, tun dies aber nicht im Stile einer Prog/Death-Band. Spielerisch präsentieren sich die Herren Musiker - speziell die grandiose Gitarrenfront! - von ihrer Schokoladenseite. Hier gibt es nicht mal ansatzweise Grund zu Meckerei. Wie gesagt, nur so mancher Part kommt dem geneigten CD-Käufer dann aber doch bekannt vor. Aber Todesblei-Schwamm drüber!
Beim ersten Durchlauf des 8-Trackers sind auch die unumstößlichen Höhepunkte schnell gefunden: Mit "The embodiment of animosity" und dem herrlich rabiaten "Heretic" pulsiert das Death/Black-Gemisch von BURIAL VAULT zwischen klirrender Kälte und tosendem Höllenfeuer. Der Melodie-Gourmethappen "Icons of indignity" glänzt im Mittelteil durch tadellose OPETH-Hooks im Akustik-Format. Und da das allerbeste bekanntlich dann doch zum Schluss kommt, kann man beim genialen Album-Rausschmeißer "Those things which were thought can never be unthought" (ass' klar?) Ohrenzeuge eines überlangen "The somberlain" / "Symbolic"-Jointventures werden, das einen auf Anhieb packt, durchrüttelt und geplättet zurücklässt. Mal ernsthaft: Wenn es in der Metal-Historie jemals zu einem Zusammenspiel von Jon Nödtveidt (DISSECTION) und Chuck Schuldiner (DEATH) gekommen wäre, es hätte sicherlich exakt so geklungen. Fabelhaft!
Fazit: In den letzten Monaten habe ich schon kübelweise Lob über den deutschen Death-Metal-Nachwuchs ausgegossen, der sich heuer mit DESERTED FEAR , VENENUM und REVEL IN FLESH in begeisternder Form präsentiert. Mit dem Emsland-Fünfer BURIAL VAULT mache ich an dieser Stelle gern ein weiteres Kreuzchen. Denn wenn man in diesem Jahr umfassend über Todesblei bescheid wissen möchte, dann gehört deren Debüt "Ekpyrosis - periodic destruction" zum Handwerkszeug. Lasst euch vom Punktabzug nicht beirren - diese Scheibe sollte man trotzdem kennen. Thank you for been "soundlodged"!!!


Venenum  (Digipak+Miniposter)
Venenum (Digipak+Miniposter)
Preis: EUR 15,35

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geschichten aus der Gruft !!!, 14. November 2012
Rezension bezieht sich auf: Venenum (Digipak+Miniposter) (Audio CD)
Im Death-Metal-Genre gab es in den letzten Monaten einige Scheiben zu bestaunen, die man als langjähriger Krawallfreund definitiv haben muss (!). Und dabei spreche ich ausdrücklich nicht vom aktuellen, teilweise doch arg überbewerteten ASPHYX-Longplayer "Deathhammer". Mein aufrichtigstes Lob geht an dieser Stelle an das deutsche Todesblei-Quartett VENENUM, die sich auf ihrer ersten Mini-CD stilistisch zwar zweifellos am Sound von Martin van Drunen & Co. orientieren, im direkten Vergleich aber die deutlich besseren bzw. packenderen Songs am Start haben. Das dies keine leeren Lippenbekenntnisse sind, werden all diejenigen schnell entdecken, wenn sie sich auf diesen tollen 28-Minüter eingelassen haben.
Das selbstbetitelte VENENUM-Debüt enthält nur vier "richtige" Songs (alle in Überlänge!), die in einige atmosphärische Akustik-Zwischenspiele eingebettet wurden. Allein schon diese Herangehensweise erinnert an die Berliner Todesblei-Hopefulls NECROS CHRISTOS ("Doom of the occult" , "Triune impurity rites"). Doch auch in Punkto Songwriting gibt es zwischen beiden Bands einige Parallelen, mit denen VENENUM den "Hauptstädtern" ziemlich nah auf die Pelle rücken. Die musikalische Spielwiese des 7-Trackers (so sei es!) liegt dabei in einer exakten Schnittmenge aus Doom/Death und Neunziger-Todesblei, so dass an dieser Stelle alle Fans von AUTOPSY , MORGOTH , IMMOLATION , den langsamen MORBID ANGEL und natürlich ASPHYX verzückt jubeln dürften. Rattenstarke Songs wie "Crown of reversion" , "Sacrosanct transcendence" oder die Album-Flügelzange "Bewitched craft" / "Lunar tombfields" (Hammer!) kriechen durch die versifftesten Sumpfmoraste der Republik, und bringen dabei nichts als pures Verderben. Dabei fühlen sich VENENUM vor allem im deftigen, zermürbenden Mid-Tempo pudelwohl. Besonders toll: Jeder einzelne Song hat diese gewissen Chaos-Momente, bei denen man unmöglich sagen kann, wie es weitergeht. Immer dann heißt es "Kopf einziehen!"...denn meistenfalls bricht kurz darauf ein unheilvolles Black/Thrash-Inferno á la HELLHAMMER oder early SODOM (die "Obsessed by cruelty"-Phase) los, welches dem Hörer die geballte Sound-Faust die Magengrube rammt. Freudigerweise ist "Venenum" dabei so richtig geil unterproduziert - speziell das Schlagzeug poltert mehr als deutlich! - , aber niemals ohne Sinn und Verstand. Dieses räudige Olschool-Gebräu kann nämlich nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Herren Musiker einiges auf dem Kasten haben. Flirrende Gitarrenlinien, kurz-knackige Soli und meisterhaft inszenierte Lava-Riffings zeugen durchaus von spielerischem Knoff-Hoff. Jedoch wird nur so viel experimentiert, wie es der Songverlauf nötigerweise erfordert. Wo sich viele Acts in überambitionierter Art und Weise ins Nirwana frickeln, da schwören VENENUM lieber auf ihr Gespür für unheilvolle, aber bodenständige Death-Metal-Kunst. Ein Album, das nur als Gesamtwerk funktioniert!
Fazit: Schon mit den aktuellen Longplayern von REVEL IN FLESH ("Deathevocation") und DESERTED FEAR ("My empire") war der deutsche Todesblei-Underground in diesem Jahr gewaltig gut aufgestellt. Doch dieses Quartett legt mit seiner 7-Song-EP nochmal einige Briketts nach. Kann man haben - muss man aber auch!


Dead Silence
Dead Silence
Preis: EUR 13,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Jenseits der Stille !!!, 13. November 2012
Rezension bezieht sich auf: Dead Silence (Audio CD)
Widerspruch zwecklos! Spätestens nach ihrem weltweit beklatschten dritten Langeisen "III" ist das kanadische Power-Quartett BILLY TALENT eine der größten Nummern der gesamten Rock-Szene. Vom Tellerwäscher zum Millionär ??? Oder wohl doch besser vom Insider-Tipp zur absoluten Alternative/Hardcore-Großmacht! Der vierte Longplayer von BILLY TALENT ist die erste Scheibe, die nicht mit nummeriertem Titel daherkommt - eine sympathische Hommage an die Hardrock-Urväter LED ZEPELLIN, deren bestes bzw. beliebtestes Album nunmal den Namen "IV" trägt. Für diese glaubhafte Ehrerweisung schonmal "Hut ab!".
Erwartungsgemäß ist "Dead silence" genau das exakte Gegenteil von dem, was die Band dem Hörer suggerieren will. Denn Totenstille sucht man auf diesem 54-Minüter wirklich vergebens. Dafür haben die Kanadier einige ihrer eigenen Fehler wieder ausgemerzt, die sich auf dem direkten Vorgänger hörbar "breitgemacht" hatten. Das gefällige, teilweise recht höhepunktarme Songwriting wurde rundum aufgelockert, ohne dass BILLY TALENT ihren Sound neu erfinden mussten. Ganz einfach ausgedrückt: Die 14 Songs auf "Dead silence" sind diesmal wieder um einiges stärker ausgefallen, ohne jedoch am haushohen Sockel der beiden Erstwerke zu kratzen. Das allerwichtigste dabei ist, dass "Dead silence" auf ganzer Linie Spaß macht, und man beim Komplettdurchlauf keinen einzigen (vermeintlich schwächeren) Song überspringen muss.
Mit ihrem ganz eigenen energischen Charme hämmert sich die Band durch ihr Song-Wunderprogramm, auf dem Melodie und überbordende Energie jederzeit Hand in Hand zusammenstehen. Höhepunkte gibt es dabei am laufenden Band: Gutlaunige Smasher wie der Quasi-Opener "Viking death march" , "Man alive!" , "Love was still around" , "Surprise surprise" , "Runnin' across the tracks" oder den beiden Gnadenlos-Ohrwürmern "Hanging by a thread" (gaaanz stark!) und "Don't count on the wicked" (gaaanz stärker!) bringen alle Vorteile des BILLY TALENT-Sounds schonungslos aufs Tableau. Die pumpende Rhythmus-Fraktion bereitet ein herzhaft-groovendes Fundament, bei dem der Hörer praktisch nicht stillsitzen kann (!). Die beiden Sechssaiter zaubern ihre Riffs wahlweise aus dem Hardcore/Alternative/Nu-Rock-Köcher, die mit ihrer melodischen Eingängigkeit ihresgleichen suchen. Musikgewordenes Adrenalin - wild zappelnd und ausrastend bis zum Get-No! Der Sänger rotzt seine Strophen in gewohnt gutklassiger Manier ins Mikro, um dem Hörer dann im nächsten Moment einen zuckersüßen Bubblegum-Refrain in die Ohrmuscheln zu kleben. Das war schon immer geil - das bleibt geil!
Die brettharten Up-Tempo-Bolzen (Vergleich: "Devil in a midnight mass" oder "Try honesty") sind auf dem 14-Tracker zwar klar in der Unterzahl, was jedoch nicht als Kritikpunkt gewertet werden muss. Dafür gibt es mit "Crooked minds" und "Curse for the enemy" (großartig!) zwei fantastische Stampfer, die härtetechnisch jeweils nur wenige Sekunden vor der großen Explosion stehen. Mit "Stand up and run" , "Show me the way" und "Swallowed up by the ocean" hat man zudem drei heiße Aspiranten fürs weltweite Radio-Airplay in der Hinterhand, auf denen BILLY TALENT stilistisch wie eine Starkstrom-Version der irischen Kultrocker U2 klingen. Hat was! Und wenn "Dead silence" nach knapp einer Stunde mit dem überragendem Titeltrack - nicht nur wegen der brillianten Singalongs die beste Nummer der Scheibe! - ausklingt, ist die Höchstnote von 5 Sternen eh schon längst vergeben. Musikalischer Mainstream kann bisweilen doch mal sooo richtig Spaß machen. In dieser Form bleibt der Ahornblatt-Vierer auch weiterhin der allergrößte gemeinsame Nenner aus RAGE AGAINST THE MACHINE , AT THE DRIVE-IN und MY CHEMICAL ROMANCE. Well done, boys!


My Empire
My Empire
Wird angeboten von zoreno-deutschland
Preis: EUR 15,01

12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Todesblei-Pflicht !!!, 28. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: My Empire (Audio CD)
Vor einigen Wochen habe ich das Debüt des Schwaben-Duos REVEL IN FLESH ("Deathevocation") zur wohl besten Todeblei-Scheibe des Jahres gekührt. Dieses Urteil steht zwar nach wie vor, muss jetzt aber zu 50 % revidiert werden. Denn mit dem saustarken Newcomer DESERTED FEAR taucht plötzlich eine weitere brilliante Death-Metal-Combo "aus dem Nichts" auf, die heuer für massive Furore sorgen wird.
Mit dem 10-Tracker "My empire" hat der Thüringen-Dreier eine fantastische Scheibe im Handgepäck, die - obwohl von Dan Swanö gemixt und gemastered - komplett unschwedisch daherkommt. Und dennoch sind die stilistischen Paten von DESERTED FEAR zu allererst in Europa zu finden. Die Band aus Eisenach stibitzt sich einfach die allerbesten Stilmittel ihrer Vorbilder zusammen, um sie dann in herrlich eigenständiger Art und Weise "zum großen Ganzen" zu formen. Unverkennbar ist sofort, dass die Musiker riesengroße Fans des holländischen Kampfgeschwaders ASPHYX sind - denn diese abartig-dreckigen, kellertiefen Schlurfschlurf-Riffs ziehen sich praktisch wie ein roter Faden durch die 42minütige Spielzeit ihres Debüts. Brettharte Songs wie "Battalion of insanities" , "Nocturnal frags" , "The black incantation" und das mit Thrash-Roots hantierende "Scene of crime" spielen sich zumeist im rasanten Mid-Tempo ab, ohne dabei große Temporekorde aufstellen zu wollen. Dabei erspielt sich das Trio bereits jetzt schon den Ruf einer Groove-Übermacht, die es mit wichtigen Todesblei-Pionieren wie GOREFEST und BENEDICTION wirklich spielend aufnehmen kann. Im nächstbesten Moment walzt das Trio dann im angriffssicheren BOLT THROWER-Kampfpanzer durch das Thüringer Hinterland, und sorgt - wie bei den superben "Pestilential" und "Morbid infection" - mit hymnischen Passagen für offenstehende Münder. Also wenn Propeller-Headbanging irgendwann mal olympische Disziplin wird, dann dürften die "My empire"-Verkaufszahlen schlagartig in die Höhe schnellen. Für Trainingszwecke ist dieses Album nämlich prädestiniert. Wetten dass...???
DESERTED FEAR bewegen sich spielerisch bzw. technisch auf überschaubarem Niveau - dissonante Frickeleien und Jazz-Spielchen überlässt die Band ganz klar denen, die sich damit auskennen. Das man diesem 10-Tracker dennoch nicht vorschnell den "Stumpfsinn"-Stempel aufdrücken darf, dafür sorgt die Band höchst selbst. Immer wieder nisten sich in den Songs tolle Gitarren-Leads und Harmonien ein, die beim Hörer einfach auf Dauer im Ohr hängen bleiben. Verdammt auf den Punkt gerotzte Todesblei-Hymnen wie "My empire" , "Bury your dead" (hier luken die alten AMON AMARTH kurz durchs Schlüsselloch) oder die bis an die Zähne bewaffnete Übernummer "Field of death" stehen dabei als beste Beispiele für die Symbiose aus Olschool und melodischem Hit-Appeal.
Fazit: Mit "My empire" ist DESERTED FEAR ein mehr als beeindruckendes Album geglückt, an dem in diesem Jahr kein Krachfetischist vorbeikommt. Für alle Fans von ASPHYX , GOREFEST , HAIL OF BULLETS bis DEATH (die "Leprosy"/"Spritual healing"-Phase) ein absoluter Hochgenuss, den man sich auch gern mal in tagelanger Endlosschleife um die Ohren hauen lässt. Zusammen mit den eingangs genannten REVEL IN FLESH führen DESERTED FEAR den Todesblei-Reigen 2012 Kopf an Kop an. Ein Wahnsinns-Debüt!
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 3, 2013 11:05 PM CET


White Lightnin'
White Lightnin'
Preis: EUR 19,99

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Operation Hinkelstein !!!, 14. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: White Lightnin' (Audio CD)
Ah ja, manchmal ist weniger wohl doch mehr. Wenn man die Digipack-Version des OBELYSKKH-Zweitwerks "White lightnin'" in den Händen hält, dann findet man nur die minimalsten Informationen: Neben dem wirklich fantastischen Artwork und den Songtiteln erfährt der CD-Käufer nur, dass die Scheibe auf dem in Fachkreisen hochgeschätzten Label "Exile in mainstream" erschienen ist. Den Rest muss man sich auf eigene Faust erarbeiten. Dann also gleich ran an die Braut.
Lärme, wem Gelärm gegeben! Das Quartett aus der Nürnberger Westvorstadt liegt nicht nur regional in unmittelbarer Nähe zum kolossalen Dröhn-Kommando OMEGA MASSIF (aus Würzburg), sondern musiziert auch in fast in ein und derselben Nische. Die sieben Songs des "Mount nysa"-Nachfolgers bieten erneut monströsen, sich durch zähe Endlos-Akkorde auftürmenden Brachial-Sound, um den vor allem Herr Ottonormal einen großen Bogen machen sollte. Und wenn er sich wider Erwarten doch die Rübe matschig hauen lassen möchte? Bitteschön!
Bereits der hypnotische Instrumental-Opener "The enochian keys" bringt die OMEGA MASSIF-Parallelen ans Tageslicht. Denn im destruktiven Ultra-Langsam-Tempo schmeißen OBELYSKKH ihren Sludge/Doom/Drone-Motor an, der auch in den folgenden 64 Minuten seltenst ins Stottern gerät. Wenn man in diesem Zusammenhang oft von einer "wall of sound" spricht, dann hat das auch seinen Grund. Denn die haushohen Zehntonner-Riffs sind ebenso massiv, wie es diese Band schon im Namen trägt - hart wie grauer Fels! Zumeist überlange Songs wie "Abysmal desert cavern" , "Elegy" (überraschend im Aufbau!) und das sich mit fiesen Gitarren in die Hirnrinde fräsende "Amphetamine animal" sind wahrlich nichts für schwache Gemüter...alle Freunde des Lava-Sounds (u.a. also NEUROSIS , YOB , SLEEP oder das irre Nippon-Trio BORIS) schalten bei dieser Lärmfrequenz allerdings erst ein.
Der Mittelteil des 7-Trackers tönt beinahe schon luxuriös, da die Mittelfranken hier vermehrt ihre psychedelische Stoner-Seite nach außen kehren: Man stelle sich einfach eine dreckige, schlurfend knarzige Garagen-Version von KYUSS oder MONSTER MAGNET vor, und man hat die tolle Atmosphäre des Doppels "The white lightnin'" und "Mount nysa" (weder verwandt noch verschwägert mit dem Debüt) schon treffend beschrieben. Der in Granit gemeisselte "Superjudge"! Gut gefällt hier auch das beschwörende Organ des Sängers, der ausnahmsweise mal nicht den schlecht gelaunten Brüllwürfel mimt, sondern am Mikro eher zurückhaltend agiert. Zeitlupig brilliant!
Etwas enttäuscht bin ich jedoch vom viertelstündigen Album-Closer "Invocation to the old ones", der mir alles in allem zuuu zerfasert aus den Boxen lullt. Hier wäre weniger wohl tatsächlich mehr gewesen, denn speziell auf diesem Longtrack präsentieren sich OBELYSKKH ehrer als Vakuum denn als Volltreffer. Schade!
Fazit: Wenn man mit großem Enthusiasmus im Sludge/Doom-Genre unterwegs ist, dann gehört "White lighnin'" zweifelsohne zur Pflichtveranstaltung. Und auch wenn mir die Mannheimer BLACK SHAPE OF NEXUS ("Negative black") noch einige Prozentpunkte besser gefallen haben...den Franken-Vierer OBELYSKKH darf man sich in diesem Jahr als kleinen Lärm-Geheimtipp auf den Zettel kritzeln.
Und bei genauester Betrachtung des Digipacks - für den Leser praktisch kaum zu entziffern - findet man dann doch noch die fehlenden Songwriting/Produzenten-Credits. Nur das Wesentliche bleibt für das Auge unsichtbar...


Down IV Part 1-the Purple Ep
Down IV Part 1-the Purple Ep
Wird angeboten von B68 Solutions
Preis: EUR 7,99

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Farbe Lila!!!, 13. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Down IV Part 1-the Purple Ep (Audio CD)
Als das brilliante DOWN-Debüt "Nola" vor exakt 17 Jahren veröffentlicht wurde - ach herrje, ich werde alt! - , war dies auch gleichzeitig die Geburtsstunde einer Legende. Das musikalische All-Star-Projekt aus New Orleans warf 1995 fast ohne Vorwarnung einen waschechten Rock/Metal-Klassiker auf den Markt, der auch noch heute zum essentiellen Pflichtprogramm gehört. Und damit meine ich jede einzelne gespielte Note! Mit den Nachfolge-Werken "A bustle in your hedgerow" und "Over the under" setzte der Freundeskreis aus CROWBAR/PANTERA/C.O.C./EYEHATEGOD-Mitgliedern die Tradition des staubtrockenen, bluesgetränkten Southern-Metal erfolgreich weiter...auch wenn beide Alben für mich persönlich eher unter die Kategorie "Kann man haben - muss man aber nicht!" fallen.
Freudigerweise ist vor einigen Wochen die sogenannte "Purple E.P." erschienen - die erste von insgesamt vier Mini-Alben, mit denen DOWN ihre Fans in nächster Zeit zufrieden stellen wollen bzw. werden. Wurde aber auch mal wieder Zeit! An der unvergleichlichen Faszination des Erstlings kann sich der 6-Tracker zwar nicht jederzeit messen. Und dennoch gefällt mir die "Purple E.P." doch um einiges besser als die direkten Vorgänger.
Zunächst die Kritikpunkte: Der Spielzeit von 33 Minuten hätte hier und da etwas Auflockerung gut getan, denn eine vernebelte Stoner-Ballade wie "Jail" vermisst man ebenso wie einen beherzten Groove-Rocker á la "Stained glass cross". Insofern wirken die neuen Songs teilweise etwas gleichförmig - zumindest für meine klangverwöhnten Ohren. Aber zum Glück ist das noch immer Geschmackssache.
Die musikalische Klasse kann man DOWN hingegen zu keiner Zeit absprechen. Kaum eine andere Band kann derart beeindruckend die Muskeln spielen lassen, und dabei gleichzeitig die Seele wärmen. Neue Nummern wie "The curse is a lie" , "This work is timeless" , "Levitation" oder das hitverdächtige "Witchtripper" stehen für jeden BLACK SABBATH-Fan erneut offen wie ein Scheunentor, wobei die knarzig-düsteren Retro-Riffs immer wieder von lichtdurchflutenden Melodien aufgehellt werden. Nicht jeder Song entpuppt sich anfangs als Ohrwurm...und doch haken die beiden Gitarristen Pepper Keenan und Kirk Windstein immer wieder beim Hörer nach, um ihn im nächstbesten Moment auf ihre Seite zu ziehen. Bestes Beispiel: Das grandiose "Open coffins" klingt anfangs nach typischem Southern/Sludge/Doom-Futter, entwickelt sich aber am Ende zur fieberträumenden Jam-Session mit Langzeitwirkung. Der beste DOWN-Songs seit dem Debüt! Man hört der "Purple E.P." das positive Proberaum-Flair wirklich überdeutlich an: Authentisch zeitlose Rockmusik von Freunden für Freunde! Stimmlich hält sich Phil Anselmo leider ungewohnt zurück, so dass seine formidablen, klaren Gesangslinien (á la "Stone the crow") diesmal etwas im Verborgenen bleiben. Macht aber auch nix, denn der Mann wird von den Fans ja vor allem für seine rauchig-heiseren Vocals verehrt, die es hier erneut im Überfluss auf die Ohren gibt. Mit dem derb schrotenden Rausschmeißer "Misfortune teller" (wächst und wächst und wächst!) setzt das New Orleans-Quintett dem Mini-Album das verdiente Sahnehäubchen auf, wobei man bei der zweiminütigen Stille am Ende dann doch über Sinn oder Unsinn diskutieren kann.
Kurze Scheibe, kurzes Fazit: Mit der "Purple E.P." haben DOWN die Erwartungshaltung enorm angeheizt. Wenn die Band dieses Level auf dem folgenden E.P.-Triple noch ausbauen kann, dann stehen jedem Rock/Metal-Fan goldene Zeiten bevor. Dicke vier Sterne für ein tolles Studio-Comeback!
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 14, 2012 4:56 PM MEST


Away From The World
Away From The World
Preis: EUR 19,78

26 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nicht von dieser Welt !!!, 30. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Away From The World (Audio CD)
Der Mond dreht sich um die Erde, und die Erde dreht sich um die Sonne - oder ist es genau andersrum?! Eigentlich egal: Astrologisch bisher komplett unerforscht ist die Tatsache, dass sich in meinem Leben (fast) alles um das musikalische Schaffen der DAVE MATTHEWS BAND dreht. Denn obwohl ich seit nunmehr 25 Jahren beinharter Heavy-Metal-Fan (!) bin und ich daher also vor allem harte Sounds bevorzuge, überragen alte DMB-Meisterwerke wie "Busted stuff" , "Under the table and dreaming" , "Before these crowded streets" oder "Crash" praktisch alles, was jemals auch nur in die Nähe meines CD-Players gekommen ist - von den unzähligen, begnadeten Live-Scheiben der Band müssen wir an dieser Stelle erst garnicht reden. Nach den Kräfte zehrenden Tourneen zum letzten Album "Big whiskey and the groogrux king" mussten Großmeister Dave Matthews und sein mega-vielseitiges Ensemble erstmal eine kleine Ruhepause einlegen. Umso überraschter war die DMB-Fanwelt natürlich, als die Info die Runde machte, dass noch in diesem Jahr ein neues Studiowerk das Licht der Welt erblicken soll. Yessss! Voll unbändiger Vorfreue habe ich dem Veröffentlichungstermin von "Away from the world" entgegengefiebert, wie ein kleines Kind der weihnachtlichen Bescherung oder dem ersten Tag der Sommerferien. Spannung, Spannung, Spannung!
Und was soll ich sagen?! Mit dem brandneuen 11-Tracker ist der DAVE MATTHEWS BAND erneut ein Stück zeitloser, rundum begeisternder Weltmusik (!) geglückt. Die kurze Abstinenz hat den Musikern hörbar gut getan...denn man konnte die minimalen Kreativitäts-Schwächen des Vorgängers (u.a. die faden "Timebomb" oder "Spaceman") komplett ausmerzen, und an entscheidenden Kleinstdetails feilen. Songwriting ist das Stichwort! Somit ist das 53-minütige "Away from the world" das vielschichtigste und facettenreichste DMB-Album des letzten Jahrzehnts geworden, dem man seine allumfassende Genialität aber nicht auf Anhieb anhört. Selbst nach 20 konzentrierten Kopfhörer-Durchläufen fallen einem immer wieder kleine Nuancen und Spielereien auf, die man vorher verpasst hatte. Und genau das macht diese Scheibe sooo packend: Die Musik ist scheinbar leicht zu konsumieren - kein Zweifel! - , hat aber entscheidene Überraschungen parat. Das "Away from the world" übrigens endlich wieder von Sound-Koryphäe Steve Lillywhite produziert wurde (jaaa!) ist allen Alt-Fans natürlich Hinweis genug. Nun also sofort rein in's Getümmel...
Auf neuen Songs wie "If only" , "Broken things" oder "Snow outside" (am Ende eine locker-flockige Jam-Session!) kombiniert Dave Matthews wie immer das allerbeste aus Funk, Country, Jazz, Singer/Songwriter-Pop und technisch versiertem Progrock. Instrumental ist und bleibt die Band einfach eine Klasse für sich - der originelle Soundcocktail aus Gitarre, Violine, Saxophon, Trompete, Flöte und Keyboard (vereinzelt) bietet Musik von einem anderen Stern. Das zappelnde Funk-Monster "Belly belly nice" explodiert haargenau zwischen Hits wie "Too much" und "Shake me like a monkey", und bietet damit astreines Tanzfutter aus dem Lehrbuch. Mit den ruhigen "Sweet" und "Belly full" (zwei Minuten sind leider viel zu kurz!) lustwandelt die DAVE MATTHEWS BAND dafür auf romantischem Terrain des Matthews-Solowerks "Some devil". Das gutlaunige "Rooftop" hätte ohne Probleme schon auf dem DMB-Debüt "Remember two things" (1993) stehen können und beinhaltet im Mittelteil ein unfassbares Melodie-Break zum Weltumarmen. Eine tolle Herzschmerz-Ballade wie die erste Single "Mercy" umschmeichelt alle Ohrmuscheln von Nowosibirsk bis nach Capetown, ist dabei aber auch mindestens zwei Klassen besser als das vergleichbare "The space between" (von "Everyday"). Super superbe!
Und wenn der Hörer bis hierher noch nicht vollständig bekloppt ist, dann wird dies definitiv noch kommen. Das anfangs träge Nümmerchen "The riff" steigert sich nach und nach zum spannungsgeladenen Wahnsinns-Ohrwurm, der in Punkto Dynamik neue Maßstäbe setzt. Das umtriebige "Gaucho" wartet (titelgemäß!) mit südamerikanischen Bläsern auf, hat aber neben aufbrausenden Starkstromgitarren auch noch einen waschechten Kinderchor zu bieten. Der kommende Live-Abräumer! Großes Lob geht an dieser Stelle natürlich wieder an Schlagzeuger Carter Beauford, der mit seiner verspielten Routine für offenstehende Münder sorgt. Wer diesen Mann schonmal "live" auf die Finger schauen durfte, der weiß woher der Drummer die Becken holt. Weltklasse, verdammt nochmal!
Das große Finale von "Away from the world" hätte wiederum auch nicht geiler ausfallen können. Denn mit dem knapp 9-minütigen Longtrack "Drunken soldier" hat sich die DAVE MATTHEWS BAND den fesselndsten Song der Scheibe für den Schluss aufbewahrt. Durch das traumhafte Zusammenspiel von Gesang , Gitarre und Saxophon/Trompete schraubt sich der Song zu einer wahrhaften Hymne empor, die jeder einzelnen gespielten Matthews-Note aus der Vergangenheit die Show stielt. Doch dann: Nach einem Break chillt die Band urplötzlich im PINK FLOYD-Modus und lässt das 53-minüte Wunderwerk mit seichten Wohlfühl-Vibes ausklingen...."That's not a star , that's a satellite!". Leroi Moore hätte seine helle Freude gehabt.
Fazit: Die DAVE MATTHEWS BAND hat sich auch im Jahre 2012 den Gottstatus bewahrt. "Away from the world" ist ein musikalisches Meisterwerk - Punkt! Wenn jetzt dann noch die nächste Europa-Tournee kommt, dann brauch ich erstmal 3 Wochen Urlaub.
Kommentar Kommentare (12) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 26, 2015 8:40 AM CET


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