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Rezensionen verfasst von
kwichybo "Jörn M." (Nürnberg)

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The Headless Ritual
The Headless Ritual
Preis: EUR 14,49

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ich kann tote Menschen hören !!!, 11. August 2013
Rezension bezieht sich auf: The Headless Ritual (Audio CD)
Der erste Eindruck von der neuen AUTOPSY-Schlachtplatte "The headless ritual" ist auch gleichzeitig der allerwichtigste: Musikalisch hat sich bei den Mannen um Death-Metal-Urgestein Christ Reifert nichts, aber auch rein gar nichts geändert...zumindest nicht in negativer Hinsicht. Die vier Kalifornier sind zum Glück in der luxuriösen Position, dass die treue Hörerschaft eigentlich keine großen Wunder mehr erwartet, und AUTOPSY somit ohne Erwartungsdruck richtig frei aufspielen können. Wie im Falle des Vorgängers "Macabre eternal" kommt am Ende halt doch mal ein kleines Meisterstück zum Vorschein. Auf dem neuen blutgetränkten 44-Minüter setzen die Ekel-Veteranen haargenau dort an, wo sie aufgehört haben...und exakt mit den Mitteln, die sie am besten beherrschen - jedoch mit zwei wichtigen Unterschieden: Die 10 Songs von "The headless ritual" enthalten insgesamt weniger "Ballast", so dass die Scheibe unterm Strich auch über 20 Minuten kürzer ausgefallen ist. Hinzu kommt - jawoll ja! - die schrittweise Rückbesinnung auf die eigenen, abartig kriechenden Death/Doom-Wurzeln, die den neuen AUTOPSY-Sound endlich wieder bestimmen. Ohne wieder reflexartig (unangebrachte!) Vergleiche zu "Mental funeral" ziehen zu wollen...aber soooo laaangsaaam war diese Band schon lange nicht mehr. Zumindest teilweise!
Mit Schädelspaltern wie "Mangled far below" , "Arch cadaver" , "Coffin crawlers" und "Running from the goathead" haben Reifert & Co. natürlich wieder klassische Schädelspalter aus der "Stumpf ist Trumpf"-Kategorie am Start, die einmal mehr beweisen, dass alle uralten Achtziger-Death-Metaller halt immer noch insgeheim eine Grind/Hardcore-Vorliebe pflegen. Neben vielen Mid-Tempo-Passagen wird nämlich liebend gern frei von der Leber drauflos geknüppelt. AUTOPSY-like halt! Melodische Experimente gibt es wenige ("Thorns and ashes" , "The headless ritual")...raubeinige Haudrauf-Attacken dafür umso mehr. Hinter der Schießbude gröhlschreit Chefdenker Chris Reifert erneut wie ein tollwütiger Brüllaffe kurz vor der Zwangserschießung durch den Amtstierarzt, und bringt die Gewaltbereitschaft dieser Scheibe dabei treffend auf den Punkt. Die Songtexte sind dabei wieder märchenhaft schön und ein Muss für alle Horror/Splatter-Fans. Kult!
Die musikalischen Höhepunkte stehen dicht an dicht. Wie bereits geschildert, der widerlich kellerasselige Doom-Death bei u.a. "Flesh turns into dust" , "Slaughter at the beast house" , "When hammer meets bone" (durch verstörende Gitarrentupfer besonders intensiv!) und der unkaputtbaren Neu-Hymne "She is a funeral" (nur noch geil!) sorgt für einige der besten Todesblei-Momente des laufenden Jahres. So klingt es also, wenn die lebenden Toten kurz nach der mitternächtlichen Auferstehung wieder ihre Instrumente einstöpseln?! Offensichtlich! Und da auch die ungestüme Produktion erneut nicht dem plastikhaften Hochglanz gewichen ist - allein die Drums sind absolute Spitzenklasse! - , können AUTOPSY ihrem Ruf als alles niedermetzelnde Großmacht mit Nachdruck gerecht werden. Ein Pflichtkauf für alle Metalheads, die Knüppelklassiker wie "Leprosy" (DEATH) , "From beyond" (MASSACRE) oder "Severed survival" (ähem, AUTOPSY) immer noch feierlich in einer Sänfte zum CD-Player tragen lassen. 5 Sterne für eine bockelstarke Platte !!!
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 1, 2013 4:39 PM MEST


Abra Kadavar (Digipak)
Abra Kadavar (Digipak)
Wird angeboten von DVDMAXXX
Preis: EUR 11,47

7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Simsalabim !!!, 10. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Abra Kadavar (Digipak) (Audio CD)
Holla, das ist aber mal eine kleine aber feine Erfolgsstory! Die Berliner Psychedelic/Vintage-Rocker von KADAVAR sind im Underground schon längst Kult. Dahinter steckt aber weder fauler Zauber noch irgendwelchen mystischen Hexenflüche...auch wenn der Titel des KADAVAR-Zweitwerks "Abra kadavar" dies vielleicht vermuten lässt. Nein, das ist das Ergebnis von viel harter Arbeit und mindestens ebenso viel (schwarzem?) Herzblut: Denn seit dem Release des 2012er Debüts spielt das Trio aus der deutschen Hauptstadt praktisch an jedem Ort der Welt (!), der auch nur notdürftig ans Stromnetz angeschlossen ist...oder in dem zumindest eine angemessene Anzahl in Retro-Klamotten gekleideter Langbärte anzutreffen ist. Guter Musikgeschmack wird als selbstverständlich vorausgesetzt!
Exakt wie ihre Labelmates von ORCHID - beide Bands sind ja mittlerweile auf "Nuclear Blast"! - haben sich KADAVAR dem staubtrockenen, warmherzig knarzigen Doom-Rock verschrieben, der von Genre-Koryphäen wie BLACK SABBATH , LED ZEPPELIN , PENTAGRAM oder der kompletten WINO-Suppe seit Jahren bzw. Jahrzehnten zelebriert wird. Gut informierte Szenebeobachter wissen natürlich schon längst, dass der große Retro-Rock-Kult seit einigen Monaten um sich greift, und die besten Bands dabei zweifellos aus Skandinavien kommen: GRAVEYARD , HORISONT , DEVIL , CRYSTAL CARAVAN , natürlich WITCHCRAFT...um nur die bedeutsamsten zu nennen. Umso geiler also, wenn Deutschland diesbezüglich endlich mal "nachziehen" kann. Aber sowas von...!!!
Die 10 Songs von "Abra kadavar" sind durch die Band gut bis saustark ausgefallen, so dass ein Qualitätsunterschied zu den schwedischen Kollegen zu keiner Zeit auffällt. KADAVAR zocken ihren kauzigen Psychedelic-Hardrock nicht nur mit spürbarem Enthusiasmus, sondern sind auch in Punkto Songwriting stets auf Augenhöhe. So strotzen Nummern wie "Black snake" , "Abra kadabra" , "Liquid dreams" (Orgel, baby!) , "Eye of the storm" oder der coole Bonus-Track "The man I shot" nur so vor liebenswerten Arrangements der uralten Siebziger-Schule. Der Sound knarzt , poltert und groovt wunderbar organisch in die Ohrmuscheln des Hörers. Innerhalb weniger Millisekunden folgt dann ein Befehl des Großhirns, um die unteren Extremitäten des Körpers sofort ins Tanzbereitschaft zu versetzen. KAVADAR sind wirklich eine Band, bei der man nicht stillsitzen kann. Und das wissen nicht nur alle eingeweihten Langbartfreunde, die das Trio schon mal "live" erleben durften. Wertvollster Hingucker hierbei: Der dauerheadbangende Schlagzeuger, dem der Vergleich zum Tier aus der Muppet-Show locker zur Ehre reichen würde. Großes 70's-Kino!
Ehrlicherweise möchte ich zugeben, dass das psychedelisch wabernde "Rhythm for endless minds" nicht ganz an das Restmaterial heranreicht. Dies wird aber durch todsichere Retro-Wundernummern wie "Dust" , dem Opener "Come back life" , "Doomsday machine" (der große Hit!) und "Fire" (der fast noch größere Hit!) mühelos kompensiert. Hier sitzt wirklich jedes Gitarrenriff an der richtigen Stelle...jede Basslinie haut dem Hörer ohne Umwege direkt ins Gemächt...jede gesungene Silbe klingt so, als wäre sie am schwarzen Sabbat vom "Madman" höchstpersönlich erschaffen worden. Kurzum: KADAVAR gehören für mich ohne Frage zu den besten Bands des derzeitigen Vintage/Rock-Booms, weil sie den magischen Geist - das kongeniale Zusammenspiel aus Musik, Lyrics, Sound, Cover und dem ganzen Drumherum! - am glaubhaftesten verkörpern. "Abra kadavar" ist eine tolle Scheibe voller Mystik und dunkler Energie, die aber vor allem einen Höllenspaß macht. Und das ist doch das wichtigste, oder?


Tribute to Perseverance
Tribute to Perseverance
Preis: EUR 18,33

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Japanisch, praktisch gut !!!, 22. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: Tribute to Perseverance (Audio CD)
Komische Welt! Manchmal kommt es vor, dass ich die Scheibe einer eigentlich gar nicht sooo interessanten Band immer und immer wieder rauf- und runterspiele...wieso weshalb warum wüsste ich selbst gern. Als großer Kritiker von modernen Mainstream-Sounds kann ich mir persönlich selbst nicht erklären, warum das Debüt der spanischen Alterna-Rock/Metal-Formation EIKOSTATE derzeit mein erklärter Favorit für die "Repeat"-Taste ist. Ich finde die Scheibe derart faszinierend, weil...weil...ja, warum eigentlich?!
Wenn meine Freundin den Album-Opener "Riot" beim ersten Höreindruck "richtig geil" (O-Ton) findet - ab dem zweiten Song gibt's immerhin ein aussagekräftiges, breit grinsendes "Daumen hoch!" - , dann ist das alles andere als ein fundiertes Qualitätsurteil. Zu unterschiedlich sind unsere Geschmäcker! Somit ist der EIKOSTATE-Erstling "Tribute to perseverance" wohl der einzige musikalische Nenner, bei dem wir beide überhaupt konform gehen. Kaum zu glauben, aber kommt vor....
Das Quartett aus Barcelona zockt auf diesem 12-Tracker eine energisch-groovige Mischung aus SEVENDUST , FUNERAL FOR A FRIEND und BIFFY CLYRO. Die Songs sind garniert mit smoothen COHEED & CAMBRIA-Gesangsmelodien und harschen, von Zeit zu Zeit aufbrausenden BOYSETSFIRE-Weckrufen. So weit, so banal....eigentlich!
Größtes Alleinstellungsmerkmal dieser jungen Band: Die Musiker sind offensichtlich große Japan-Fans, was sich während der 45minütigen Spielzeit auch an allen Ecken und Enden bemerkbar macht. Wo viele vergleichbare Acts eher mit genrefremden Latino- oder Tribal-Einflüssem jonglieren, da fühlen sich EIKOSTATE eher "im Land der aufgehenden Sonne" beheimatet. So wimmeln Songs wie "The betrayal" , "Selfish deconstruction" , "Scars" , "Theory of a lifetime" sowie die beiden balladesken Durchschnaufer "Memories" und "How this story ends" nur so vor traditioneller Nippon-Folklore...besonders wertvoll ist dabei natürlich die japanische Instrumentierung (trommel, fiep, zupf, tröööt!), die sich wie selbstverständlich im modernen Alterna/Post-Hardcore-Gewand einbettet. Um die Wahrheit zu sagen: In diesem Bereich habe ich schon lang nicht mehr etwas sooo außergewöhnliches bzw. exotisches gehört. Und mit dieser Besonderheit beim Songwriting retten EIKOSTATE selbst die mittelmäßigste Nummer in den grünen Bereich - u.a. das fast schon schmerzhaft eingängige "A life less painful". Das größte Hitpotential tummelt sich dabei im mittleren Album-Drittel: Denn mit zünftigen Groove-Granaten wie "Silence" , "Breaking the circle" und dem tollen Single-Highlight "Away from here" haben die vier Katalanen tatsächlich das Zeug, die alternative Rock/Metal-Hörerschaft mit nur einem Handstreich zu nehmen. Top, die Wette gilt!
"Tribute to perseverance" hat bereits einige Monate auf dem Buckel, und wurde u.a. im Jahr 2011 bereits auf dem japanischen Markt (wen wundert's?) veröffentlicht. Nun darf aber endlich auch die europäische Zielgruppe in den verträumten EIKOSTATE-Mikrokosmos eintauchen. Eine dringende Kaufempfehlung für all diejenigen, die sich eh noch die neue BIFFY CLYRO-Scheibe ("Opposites") zulegen wollten. Denn die Kombination beider Alben (beim mehrtägigen "Kreuz-und-quer"-Hören!) ist fast schon unschlagbar. Von mir gibt's die Höchstnote. Ratz-fatz, bevor ich es mir anders überlege!


Vol.2 (CD)
Vol.2 (CD)
Preis: EUR 13,80

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen WOW de Cologne !!!, 6. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: Vol.2 (CD) (Audio CD)
Selbstverständlich kann man über die tückischen Datenfallen des Internets oder über Downloads, Tablet-PCs , Apps, Smartphones, Chatrooms oder Social-Networks stundenlang fluchen: Gern wird dabei aber vergessen, dass - dem technischen Fortschritt sei Dank! - die nächstbeste Lieblingsband oft nur einen Mausklick entfernt ist. Vermutlich wäre ich auf das Kölner Rock-Trio GRANT NATIONAL niemals aufmerksam geworden, wenn mir auf einer großen Online-Tauschbörse (!) nicht zufällig deren "Volume II"-Scheibe begegnet wäre. Also mal eben kurz via Internet in die Mucke reingehorcht, und dazu auf den relevanten Rock/Metal-Seiten die hochlobenden Reviews gelesen. "Alles paletti, dass könnte was sein!"...und schon wechselte die CD-Version des GRANT NATIONAL-Zweitwerks den Besitzer. Ein Glücksgriff, den ich bisher keine Sekunde bereut habe!
Bereits in den Album-Credits heißt einen die Band mit einem sympathischen "Soul Power!"-Gruß willkommen. Keine Frage, dass ich dieser Einladung liebend gern nachkomme.
Das Trio aus der Rheinmetropole zählt u.a. Bands wie LED ZEPPELIN , BLACK SABBATH , NOMEANSNO und die MELVINS zu seinen Faves - das hört man auch! Die Inspiration von James Brown und Willy Brandt (!) dafür jedoch umso weniger. Für meinen Geschmack könnte man aber noch musikalische Einflüsse von CLUTCH , HELMET , QUEENS OF THE STONEAGE und den US-Paradiesvögeln TORCHE hinzuaddieren, und schon wäre die Rock/Metal-Spielwiese bestens beschrieben. Mit ihrem tollen Mix aus Noise, schlurfendem Stoner und reinem Groove-Metal wären GRANT NATIONAL quasi die Idealbesetzung fürs nächste "Roadburn-Festival", würden aber wohl auch bei fast jedem anderen Stromgitarren-Event der Republik locker und lässig abräumen.
Bereits das gefühlt ellenlange Eingangs-Riff des Openers "Holy water" schlägt einen mächtigen Spannungsbogen, so dass der Hörer nicht nur gebannt hinhören muss, sondern vor allem auch hinhören will. Aus dem kraftvollen Sound sticht zunächst der Mörder-Bass heraus, der während der 38minütigen Spielzeit konsequent am Limit pumpt. Massive Rock/Metal-Walzen wie "Poison mind" , "Ricochet" oder der lärmige Rauskicker "Propator" sind trotz ausgedehnter Riff-Endlosschleifen kurz und knackig geraten, und packen dabei jeden Zufällig-Reinhörer ohne Umschweife bei den Eiern. Der GRANT NATIONAL-Sänger rebelliert mit seiner markanten Asi-Röhre an vorderster Front...wobei ich mich seit einiger Zeit immer wieder frage, an wen mich diese Stimme eigentlich erinnert, verdammt! Das punkige "Fake bonnet" ist ein gefundenes Fressen für die TURBONEGRO-Zielgruppe - ähnlich wie die Nummer "Flask granny", auf dem die Band dem Schweinerock einen groovigen Slo-Mo-Anstrich verpasst. Größtes Highlight: Mit dem zwischen schwebenden Melodien und Sludge-lastigem Dröhnfiep pendelnden "Stone tree", hat sich dieses Rock/Metal-Dreigestirn selbst ein Denkmal gesetzt, neben dem der Kölner Dom wie eine windschiefe Bretterbude ausschaut. Super!
Und auch wenn ich die Debüt-Scheibe von GRANT NATIONAL leider noch nicht kenne...den Album-Titel "Sheer beauty" kann man gewiss wörtlich nehmen. Denn nicht anderes beinhaltet auch "Volume II": Pure Schönheit!


High Voltage Thrash
High Voltage Thrash
Preis: EUR 6,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Pure Polen-Power !!!, 29. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: High Voltage Thrash (MP3-Download)
Der Album-Titel "High voltage thrash" ist natürlich ein sympathischer Querverweis auf den legendären AC/DC-Klassiker. Und dennoch sagt diese Headline praktisch alles aus, wofür das polnische Quartett RUSTED BRAIN auf seinem energischen 9-Track-Debüt einsteht. Den Musikern kann man aber gewiss keine "rostigen Gehirne" attestieren. Denn eine derart glaubhafte Huldigung des Bay-Area-Thrash lässt darauf schließen, dass hier eben keine untalentierten Matschbirnen am Werke sind. Mit knapp 29 Minuten ist die Spielzeit leider etwas kurz ausgefallen...jedem Thrash-Metal-Fan reichen aber nur ca. 60 Sekunden aus, um die Marschrichtung der Polen zu verorten: Stichwort METALLICA !!!
RUSTED BRAIN machen kein Geheimnis daraus, dass sie die Scheibe "Kill 'em all" in den letzten Jahren wohl irgendwann mal zufällig gehört haben dürften. Nein, sie verkörpern den magischen Geist des METALLICA-Erstlings bis (fast!) ins letzte Detail. Außerdem ist das Quartett an den Instrumenten stets auf der Höhe und somit auch spielerisch weitaus interessanter, als ein Großteil der weltweiten Bay-Area-Clones. Und wenn der Sänger dann auch noch dieses urtypische, positiv-garstige Hetfield-Timbre in der Stimme hat, dann hört man als Headbanger eh doppelt gern hin.
Man vermutet es schon: Die neun Songs von "High voltage thrash" lassen nicht viel Zeit für Kompromisse oder gar Langeweile. Auf Granaten wie "Burn 'em" , "Juggler" , "Waiting for death" oder "High voltage drunk" wechseln RUSTED BRAIN immer gekonnt zwischen Mid-Tempo-Bombe und heftigem Thrash-Metal-Brett, wobei das Hauptaugenmerk eher auf letzterem liegt. Salopp ausgedrückt: Das Album rockt echt wie Sau! Die Gitarren-Riffs sind messerscharf, nur hier und da etwas beliebig und altbacken. Dafür ist soundmäßig alles im grünen Bereich...lediglich das Schlagzeug hat manchmal einen minimalen Holper-Touch, den aber wohl kein Oldschool-Fanatic jemals als Kritikpunkt ankreiden würde.
Auch wenn ein richtiger Überhit leider fehlt, Anspieltipps gibt es einige: Das mit hastigen Wirbelsturm-Soli aufgeputschte "Terrorzone" (kein KREATOR-Cover!)...der eingängige Power-Stampfer "Bloodpath"...die herrlichen IRON MAIDEN-Doppel-Leads in "Executor"...sowie der unbändige Quasi-Opener "Caught in the fire", der METALLICA vor knapp 30 Jahren irgendwie aus dem Tourbus gekullert sein muss. Solide abgeliefert!
Natürlich kann man über die Daseinsberechtigung von RUSTED BRAIN vortrefflich streiten. Denn als Kenner aller Altklassiker von EXODUS , TESTAMENT oder eben METALLICA wird man hier keine weltbewegenden Neuigkeiten entdecken. Und doch schmeckt manchmal jeder Eintopf doppelt so gut, wenn er mehrfach aufgewärmt wurde. Alle selbsternannten Thrash-Küchenchefs besorgen sich den schick aufgemachten Silberling am besten sofort über die irische Plattenfirma "Slaney Records". Denn dieses Label steht eh seit längerer Zeit für Top-Qualität und puren Oldschool-Enthusiasmus, was sie u.a. mit hauseigenen Bands wie POSSESSOR , VINDICATOR oder den deutschen DESTROYER beweisen. Zusammen mit dem aktuellen EXARSIS-Longplayer ("The brutal state") ist "High voltage thrash" für mich heuer ein heisser Kandidat auf den Award "Galopper des Jahres". Kaufen!


Mens Animus Corpus
Mens Animus Corpus
Preis: EUR 17,81

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Halb stark !!!, 29. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: Mens Animus Corpus (Audio CD)
Ein kluger Schachzug! Ex-THE DEVIL'S BLOOD-Mastermind Selim Lemouchi begegnet seinem arg ramponierten Ruf mit bissigem Sarkasmus, indem er seine neue Band ganz schlicht SELIM LEMOUCHI & HIS ENEMIES getauft hat. Und angesichts des ersten 3-Track-Silberlings "Mens animus corpus" ist eines klar: Wenn man solche Feinde hat, dann brauch man keine Freunde mehr! Die musikalischen Experimente des Niederländers sind zu zwei Dritteln absolut gelungen, so dass dieser 28-Minüter bereits beim ersten Hördurchlauf polarisiert. Während alle treuen SL-Follower wohl auf Anhieb stilistische Parallelen zu THE DEVIL'S BLOOD oder zumindest POWERVICE vermuten, lacht sich Herr Lemouchi insgeheim ins Fäustchen...denn auf dem vorliegenden Mini-Album werden größtenteils komplett andere Wege eingeschlagen.
Anstatt das Genre des Okkult-Hardrock weiter revolutionieren zu wollen, bewegen sich die Musiker in einem ruhigen und vor allem atmosphärischen Sound-Labyrinth, in dem man sich als Rock/Metal-Fan vorschnell verirren kann. Die Plattenfirma "Ván Records" führt die Mini-CD unter dem Oberbegriff "Alternative"...doch selbst mit dem simplen Prädikat "Rock-Musik" haben SELIM LEMOUCHI & HIS ENEMIES eigentlich nur entfernt etwas zu tun.
Der Einstieg in die knapp halbstündige Spielzeit gelingt mit dem dunklen Longtrack "Eschaton" (gewohnt) eindrucksvoll. Eine Blues-inspierierte Düsternummer, die mit ihren relaxten Gitarrenfarben beinahe schon eine Western/Roadtrip-Szenerie (à la CALEXICO , SUTCLIFFE) heraufbeschwört. Selim Lemouchi punktet zudem als charismatischer Sänger, wobei die Lyrics eher gehaucht als gesungen werden. Der gewaltige Höhepunkt folgt mit dem Depri-Ohrwurm "Thistle", der vom kongenialen Zusammenspiel aus lebendiger Schlagzeugarbeit, aufreibenden Streichern und (erneut!) großartigem Gesang jeden Freund atmosphärischer Klänge sofort "anfixt". Was zum Teufel ist das? Ein Sound, der nur schwer in Worte zu fassen ist, und für den eine grobe Typisierung aus PINK FLOYD , HAWKWIND , THE CURE und der musikalischen Weltoffenheit einer Steven Wilson/Mikael Akerfeldt-Kollaboration noch am ehesten zutrifft. Weltklasse!
Der große erwartete Jubelsturm muss jedoch leider ausfallen. Denn mit dem abschließenden Viertelstünder "Your way down" ist auch ein Song vertreten, der mir persönlich ganz und gar nicht gefällt - eine reine Geschmacksfrage! Zwar handelt es sich bei dieser psychedelischen Stoner-Rückkopplungs-Orgie erstmals um eine waschechte Rocknummer, die aber recht überraschungsfrei einfach so durchrutscht. Ich selber habe mich nach zwei Minuten gefragt, wann der Song jetzt denn eigentlich mal anfängt...ohne zu wissen, dass der Rhythmus und dasselbe Schrammel-Riff bis zum bitteren Ende so runtergedudelt werden. Ärgerlich nur, wenn dadurch die Hälfte der kompletten Album-Spielzeit flöten geht. Allerdings: Für Gitarristen, Jam-Afficionados und nimmersatte "space-cookie"-Mampfer ist dieser Song vermutlich eine Offenbarung. Für mich eher eine herbe Enttäuschung! Schade, denn unterm Strich wäre für "Mens animus corpus" weitaus mehr als eine 3-Sterne-Bewertung möglich gewesen.
Von einem bin ich aber felsenfest überzeugt: Der erste offizielle Longplayer von SELIM LEMOUCHI & HIS ENEMIES wird gewiss eine megaspannende Scheibe, für deren Erkundung man bei der Arbeit am besten gleich mehrere Wochen Urlaub einreicht. Die Tür steht weit offen, jetzt muss die Band nur noch durchlaufen!


The Devil's Blood-III: Tabula Rasa Or Death and
The Devil's Blood-III: Tabula Rasa Or Death and
Preis: EUR 21,99

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Und alle Fragen offen !!!, 26. Juni 2013
Schluss, aus und vorbei !!! Mit der doch etwas überraschend verkündeten Auflösung von THE DEVIL'S BLOOD verliert die Szene eine der spannendsten und besten Rock-Bands der letzten Jahre. Die Vorgeschichte ist bekannt: Mit einigen fragwürdigen Aktionen hat sich TDB-Chefdenker Selim Lemouchi in jüngster Vergangenheit nicht nur Freunde gemacht. Inwieweit diese aber zum Split der Band beigetragen haben - kurzfristig lässt sich dies für Außenstehende nicht beantworten. Lieber ein Ende mit Schrecken...??? Egal ob Herr Lemouchi seine urkaotischen Botschaften nun wirklich von einer höheren Macht eingeflüstert bekommt, oder ob der Gute in seiner Kindheit vielleicht einmal zu oft am Starkbier genippt hat...er war, ist und bleibt bis auf weiteres eine der streitbarsten Persönlichkeiten im Business, dessen musikalisches Schaffen ab sofort mit seiner neuen Band SELIM LEMOUCHI & HIS ENEMIES weitergetragen wird.
Durch das urplötzliche Ableben von THE DEVIL'S BLOOD hat der letzte offizielle Release "Tabula rasa or death and the seven pillars" mehr oder weniger den Charme eines Schnellschusses. Denn bei diesem 7-Tracker handelt es sich streng genommen um die Veröffentlichung eines vorproduzierten Demos, dem man die spontanen Studiovibes teilweise deutlich anhört. Wohlgemerkt, dies muss nicht schlecht sein! So finde ich den etwas dumpf-verwaschenen Sound des Albums zu keiner Zeit störend oder gar "schlampig" - auch wenn man erwartungsgemäß nie an den Klang der Vorgänger "The time of no time evermore" oder "The thousandfold epicentre" heranreicht. Meiner Meinung nach wird der Hörgenuss einzig und allein durch das programmierte Schlagzeug geschmälert, das bei fast allen Songs zum Einsatz kommt. Speziell bei den etwas straighteren Nummern "In the loving arms of lunacy's secret demons" oder dem ungewöhnlich hart riffenden "The lullaby of the burning boy" klingen die Drums (u.a. die klirrenden Becken!) leider viel zu klinisch. Zwar schade - aber nicht kriegsentscheidend. Immerhin ist auf "Dance of the elements" und dem sagenhaften "If not a vessel" ein Trommler aus Fleisch und Blut zu hören.
Auffallend ist zudem, dass THE DEVIL'S BLOOD beim Songwriting dieses 65-Minüters teilweise sehr sperrig und unbequem zu Werke gehen. Bestes Beispiel ist hier gewiss der famose Opener "I was promised a hunt", der sich in epischer Überlänge zu einem wahren Monstrum auftürmt, das man von der Band in jener Form nicht erwarten konnte. Neben dem gewohnt kraftvollen Gesang von Schwesterchen Farina - wie immer, Spannung pur! - , ist Mr. Lemouchi hier sogar als harscher Gastvokalist zu bewundern. Ein vergleichsweise anstrengender Einstieg, von dem ich an anfangs dachte, ich würde ihn vermutlich niemals begreifen...doch schon beim zweiten Anlauf machte es "Klick!". Exakt dasselbe Urteil trifft auch auf alle restlichen Songs zu. Ein neuer Band-Hit á la "Die the death" oder "The yonder beckons" erschließt sich dem Hörer vorerst nicht. Anders als bei den Vorgängern packen dich die eingängigen Refrains nicht sofort am Schlawittchen...und dies, obwohl manche Gesangslinien bzw. Singalongs diesmal besonders "extravagant" daherkommen.
Die berauschende Wirkung von "Tabula rasa or death and the seven pillars" entfaltet sich vor allem auf musikalischem Wege. Die Gitarrenarbeit ist erneut schlichtweg überragend (!) ausgefallen, so dass man dem Silberling trotz aller ungünstigen Vorzeichen einfach nicht aus dem CD-Player nehmen kann. Mit den zwei Instrumentals "Tabula rasa" und "Dance of the elements" (stockfinster und bedrohlich!) bestechen THE DEVIL'S BLOOD durch ihr frisches, unberechenbares Sixties/Seventies-Songwriting, dessen Reiz auf der allumfassenden Gitarren-Magie basiert. Wer hier weghört, der verliert! Und doch hätte man beide Songs irgendwie gern mit Gesang gehört...auch hier gilt die Vermutung, dass die Nummern letztlich nicht fertiggestellt werden konnten. Übrig bleibt noch das über 10minütige "White storm of teeth", welches allen Uralt-Fans wahrscheinlich am besten "reinlaufen" dürfte. Durch den gemäßigten Grundrhythmus hat dieser Longtrack beinahe schon etwas Hypnotisches, und hätte den etwas verworrenen "Feverdance" (vom Album-Vorgänger!) qualitativ mal locker vom Sockel gestoßen. Klassischer Bandstoff zum Niederknien!
Fazit: Selbstverständlich spielen alle früheren THE DEVIL'S BLOOD-Scheiben in einer ganz anderen Liga. Vergleicht man "Tabula rasa or death and the seven pillars" mit den bisherigen musikalischen Göttlichkeiten, dann bleibt das Album unbestritten letzter Sieger. Eine gerechte Bewertung zu treffen fällt mir wirklich sehr schwer, da die eingangs genannten Defizite einen Punktabzug quasi einfordern. Wenn mich aber jemand um eine ehrliche Antwort bitten würde, ob ich an dieser Stelle eine Kaufempfehlung aussprechen könnte...ich würde die Frage glasklar mit "Jaaa!" beantworten. Das ist exzellente, brilliante und überaus eigenständige Rockmusik einer Band, die mir fortan sehr fehlen wird. Also, Punktabzug wofür?
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 18, 2013 7:40 AM CET


Doominicanes
Doominicanes
Preis: EUR 16,98

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die große Unbekannte !!!, 18. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: Doominicanes (Audio CD)
Die Würfel sind schon längst gefallen! Denn im Doom-Metal-Bereich wurde bereits zum Bergfest des Jahres 2013 (sprich: nach den ersten sechs Monaten!) alles gesagt, was es zu sagen gibt. Mit der brandneuen PROCESSION-Scheibe "To reap heavens apart" können alle Zeitlupen-Fanatics eines der brilliantesten Alben der Jetztzeit abfeiern, während das spanische Sludge-Trio LORDS OF BUKKAKE mit dem irrwitzigen "Desengravio"-Longplayer buchstäblich jeden Nervenstrang kurz und klein schlägt. Und mal so ganz nebenbei haben es sogar die Urväter BLACK SABBATH geschafft - deren Comeback-Scheibe "13" ist zu meiner Überraschung echt bärenstark ausgefallen! - ein angebliches Doomrock-Highlight wie "The mouths of madness" von ORCHID als beinahe irrelevantes Plagiatswerk auf die hinteren Plätze zu verweisen.
Gelobt sei das Motto: Wenn der Kuchen redet, dann haben die Krümel Pause! Denn wie unwichtig wirken dagegen die polnischen Doom-Heads von EVANGELIST, deren zweite Scheibe "Doominicanes" seit einigen Wochen in den Regalen steht?! Traurig aber wahr, denn diese Scheibe wird dem Genre gewiss keine weiteren Impulse einhauchen. Was aber auch kein Problem ist - denn als Ergänzung der heimischen CD-Sammlung taugt dieser Moll-lastige Epic-Doom-Brocken nämlich ausgesprochen gut. Die fünf Songs von "Doominicanes" bergen keinerlei Überraschungen, sondern bringen alle Qualitäten von SOLITUDE AETERNUS , COUNT RAVEN und CANDLEMASS - praktisch alle Verdächtigen, die in diesem Zusammenhang stets genannt werden - unter einen Hut. Während man über die Musiker nicht mal die kleinste Hintergrundinfo geliefert bekommt, bietet der 45-Minüter klassischen Doom-Metal, wie man ihn kennt und liebt. Nummern wie der feine Opener "Blood curse" (mit stimmungsvollen "spoken words") , "To praise to bless to preach" sowie das doppelte Filetstück "Pain and rapture"/"Deadspeak" sind komplett im langatmigen Zeitlupen-Tempo gehalten, wobei die Gitarrenarbeit immer wieder durch schöne Harmonien und melodische Schlenker positiv auffällt. Die Songs sind schlüssig, gut arrangiert, atmosphärisch ohne Fehl und Tadel, und lassen dabei aber keinerzeit Langeweile beim Hörer aufkommen. Dafür sitzen die erstaunlich ohrwurmigen Refrains (außerdem toll gesungen!) immer an der richtigen Stelle...der latente CANDLEMASS-Touch wird nicht nur dadurch allgegenwärtig.
Als negativer Ausreißer muss ich EVANGELIST jedoch ankreiden, dass mit dem über 12-minütigen "Militis fidelis deus" der längste Song auch gleichzeitig der schwächste ist. Anders als beim Restmaterial wirkt hier alles ziemlich zerstückelt und künstlich aufgebläht. Da hilft auch die sicherlich gut gemeinte, aber schlecht gemachte Interpretation vom "Palästinalied" nichts, die diese Nummern gegen Ende beinahe schon quälend in die Länge zieht...hier hätte die Band nach sieben Minuten am besten schon "Schicht" gemacht. Leider schmälert dieser songwriterische Fauxpas meine finale Bewertung, bei der ich einen Stern abziehen muss. Alles in allem ist der EVANGELIST-Erstling "Doominicanes" jedoch eine coole Scheibe geworden, die man als Doom-Metal-Fan gewiss nicht verschmähen sollte. Kein großer Wurf - aber eine mehr als gelungene Darbietung, auf die sich aufbauen lässt. 4 Sterne !!!
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 16, 2013 10:09 AM MEST


Mors Viri
Mors Viri
Preis: EUR 8,88

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wenn die Gondeln Trauer tragen !!!, 20. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Mors Viri (Audio CD)
Die Niederländer OFFICIUM TRISTE zählen nicht unbedingt zu den bekanntesten Bands des Doom/Death-Genres...dafür aber zweifellos zu den hartnäckigsten und beständigsten. Auf ihrem mittlerweile fünften Longplayer "Mors viri" setzen die sechs Rotterdamer einfach exakt an der Stelle an, an der sie bereits seit Ewigkeiten musizieren. Als wäre man in der eigenen Entwicklung vor knapp 20 Jahren stehengeblieben, liefern die acht Songs erneut die melancholische Vollbedienung, die in den Midneunzigern wegweisende Highlights wie "Shades of god" (PARADISE LOST) , "Brave murder day" (KATATONIA) , "Danse the marble naked" (ENCHANTMENT) oder "One with darkness" (TRISTITIA) hervorgebracht hat. Im direkten Vergleich zu anderen Doom/Death-Acts stinkt "Mors viri" nicht nach moderigem, dreckigen Bunker-Sound, sondern lässt den Hörer während der 41 Minuten durch eine altertümliche Kathedrale wandeln, um dabei jeden Winkel und jedes Detail wunderschön auszuleuchten. Anstatt lärmender Sludge-Verliebtheit bewegen sich OFFICIUM TRISTE immer stets an der Grenze zum Gothic-Metal, was vor allem an den opulent arrangierten - andere würden sagen "schwülstigen" - Keyboards liegt. Und in der Tat gibt es hier (fast!) keine Sekunde, in der die Gitarrenwand nicht Seite an Seite mit den dichten Synthesizern steht. Als Kritiker kann man dies natürlich doof finden...man kann "Mors viri" sogar als langweiligen Weichmacher-Metal bezeichnen. Gleichzeitig wird diese vorschnelle Meinung aber alle hastigen Einmalhörer disqualifizieren, die sich für diese Scheibe nicht genug Zeit nehmen. Denn eines steht fest: Man muss sich schon über einen längeren Zeitraum in das Album "hineinhören", jede Facette aufnehmen und auf sich wirken lassen...buchstäblich jeden Stein umdrehen. Erst dann - und nur dann! - wird man die wahre Schönheit von OFFICIUM TRISTE's Fünftwerk wirklich für sich entdecken.
Ehrlicherweise sind die acht Songs nicht alle herausragend: Während mir speziell die Anfangsmelodie von "Your heaven my underworld" (der Rest ist dafür echt knorke!) ganz und gar nicht gefällt, driftet die Band mit dem arg oberkitschigen "One with the sea" doch in Gefilde ab, die ihr nicht gerecht werden. Und allein diese beiden Negativausreißer sind der einzige Grund, warum ich am Ende der Rezension einen Stern abziehen muss. Ärgerlich zwar, aber letztlich nur konsequent. Bedeutend besser gefallen mir hingegen die Songs, bei denen OFFICIUM TRISTE ihrer Gitarrenfraktion in Punkto Heaviness absolut "freies Geleit" erteilen. So stehen die beiden Mollorgien "To the gallows" (mit tollem Klargesang-Refrain!) und "Burning all boats and bridges" für die alles umfassende Schwere, die diese Band wie aus de Effeff beherrscht. Obwohl das Sextett unwidersprochen zum Doom/Death-Genre gezählt wird, spiegelt sich der klassische Todesblei nur in wenigen Spurenelementen (u.a. den mächtigen Growls!) wieder. Lobenswerte Ausnahme: Das tiefschwarz riffende "The wounded and the dying" (was für eine geile Bridge!) ist eine emotional-eingängiger Kriecher aus dem Neunziger-Bilderbuch, der einem eine ungefähre Vorstellung liefert, wie es wohl klingen könnte wenn BOLT THROWER den Song "True belief" von PARADISE LOST covern würden. Sensationell! Eingerahmt wird der 41-Minüter durch den tollen Opener "Your fall from grace", der quasi als typischster Signature-Song von OFFICIUM TRISTE durchgeht, und dem alles unterwerfenden Rausschmeißer "Like atlas". Letztgenannter Song ist eine 10-minütige, sich mit jedem Moment steigernde Zeitlupenhymne, die zwischen bitterer Trostlosigkeit und wahrer Schönheit alle Facetten ineinanderfließen lässt, um dem Hörer mit einem sehnsüchtigen "grande finale" um den Finger zu wickeln. Ein fantastischer Schluss!
Kurze Rede, langer Sinn: Das neue Album der sechs Holländer ist ein betörendes Erlebnis, das alle Fans von MY DYING BRIDE , ALCEST , SHAPE OF DESPAIR , alten KATATONIA und ANATHEMA sowie den norddeutschen MANDRAKE dringend anchecken sollten. Großartige Neuerungen liefern OFFICIUM TRISTE zwar nicht..."Mors viri" erfüllt aber locker alle Erwartungen, die man heutzutage an eine Doom/Death-Scheibe haben kann. Monotonie und ganz große Gefühle im Überfluss! Eine Scheibe, die man kennen sollte!
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4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Volle Packung !!!, 11. Mai 2013
Einen printmedialen Wirbel, wie er aktuell um die amerikanischen BLACK SABBATH-Soundalikes ORCHID gemacht wird, den hätte ich mir auch schon seit einigen Jahren für die deutschen Underground-Doomer SEAMOUNT gewünscht. Zum einen schlägt deren bisherige Band-Diskografie (insbesondere die obergöttlichen "Light and truth" und "Sacrifice"!) jede Veröffentlichung von ORCHID um mehrere Längen...und zum anderen haben eben jene Doom-Würzburger auch keine Unterschrift beim mittlerweile höchst unsympathischen Plattenlabel "Nuclear Blast" nötig. Denn während SEAMOUNT hierzulande immer noch kein Schwein kennt, bringen andere dafür halt hochdekorierte, selbstverständlich streng limitierte Box-Sets auf den Markt. In Donzdorf rollt der Rubel!
Gern möchte ich meine kritischen Worte nun etwas abschwächen: Denn der musikalische Erfolg gibt ORCHID insofern Recht, als dass sie in der Tat zu den authentischsten BLACK SABBATH-Clones unter der Sonne gehören, und auch in Punkto Songwriting ziemlich oft den richtigen Riecher haben.
Fakt ist: Was vor knapp 40 Jahren gut war, dass muss heutzutage nicht automatisch ebenso gut sein. Aber trotzdem schafft es dieses Hippie-Quartett irgendwie, die großartigen Vibes von "Paranoid" , "Masters of reality" oder "Sabotage" ohne Qualitätsverlust ins neue Jahrtausend zu retten. Und sie tun es schlicht und ergreifend, indem sie gute Songs schreiben! Ob das Ganze aber nun wirklich sooo sensationell ist sei mal dahingestellt.
Der neue ORCHID-Longplayer "The mouths of madness" ist erneut ein beeindruckend ehrliches Album geworden, auf dem die Band all ihren großen Vorbildern nacheifert. Wenn man die bisherige Schaffensphase mitverfolgt hat (u.a. das coole "Capricorn"-Debüt), dann hat man natürlich längst begriffen, welche Bands hier insgeheim im Hintergrund "agieren": BLACK SABBATH , TROUBLE , PENTAGRAM oder - als deren Fortführung - auch Acts wie KYUSS , THE OBSESSED und GRAVEYARD. Auf dem aktuellen 9-Track-Album kann der Hörer gleich auf Anhieb mindestens sechs Highlights herauspicken, bei denen jeder Doom-Fan schon im Alleingang zum Portemonnaie greifen würde. Denn mit "Nomad" (lässiger Groove-Schrubber!) , "Loving hand of god" (klasse Jam-Session!) , "See you on the other side" (THIN LIZZY lassen grüßen!) , "Mountains of steel" (der eigentliche Hit!) sowie den schroff-riffenden "Wizard of war" und "Mouths of madness" (feiner Ohrwurm-Opener!) liegt man als Liebhaber von Stromgitarren-Musik absolut goldrichtig. ORCHID haben ein Wunderhändchen für schöne Melodien und wahrhaftiges Retro-Feeling...das steht außer Frage. Ich weigere mich bloß nach wie vor dagegen, diese Band als die riesengroooße Sensation abzufeiern. Der leibhaftige Seventies-Gott (vermutlich ein Dortmunder?) möge es mir verzeihen! Neben einer Vielzahl toller Momente hat dieser 56-Minüter leider auch einige Schattenseiten: Während die Nummer "Marching dogs of war" weder Fisch noch Fleisch ist, bildet das langweilige "Leaving it all behind" den biederen Album-Tiefpunkt. Und irgendwie hatte ich mir schon gewünscht, wenn ORCHID sich bei "Silent one" schon sooo dreist und offensichtlich aus dem SLAYER-Melodie-Fundus bedienen, dass sie dies zumindest auch in den Songwriting-Credits erwähnen. Ganz schön uncool irgendwie...so wie der gesamte Song. Alles in allem ist "The mouths of madness" eine feine Nostalgie-Scheibe geworden, für die ich jederzeit das "Prädikat gut" vergeben würde. Kann man sich durchaus ins Regal stellen!
Die limitierte Edition beinhaltet zusätzlich noch die beiden EP's "Heretic" (vier Tracks!) und "Wizard of war" (drei Tracks!), die jeweils im schmucken Mini-Gatefold daherkommen. Hier sind als Anspieltipps vor allem die grandioses "Albatross" und "Saviour of the blind" hervorzuheben, die beide - ganz nüchtern betrachtet! - sogar dem offiziellen Album die Show stehlen, und gewiss zu den ganz großen Sternstunden der bisherigen ORCHID-Historie gezählt werden dürfen. Ich würde zwar nicht unbedingt von "value for money" reden...für das Gesamtpaket ist der Kaufpreis aber doch sehr angemessen. Wie gesagt, darf man ruhig kaufen. Aber auch nur dann, wenn man sich auch gleichzeitig mit der Band SEAMOUNT beschäftigt. Denn hier muss endlich mal entschieden nachgeholfen werden!
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