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Beiträge von Adelhöfer, Han...
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Rezensionen verfasst von
Adelhöfer, Hans-Joachim (40822 Mettmann)
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Recht und Gerechtigkeit: Ein Märchen aus der Provinz
Recht und Gerechtigkeit: Ein Märchen aus der Provinz
von Jörg Kachelmann
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

17 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Halbgerechtigkeit für Reiche, 16. Oktober 2012
Ich mag Hans-Hermann Tiedje, der bei Günther Jauch abermals weniger journalistische Qualitäten bewiesen - hier ist er ohnehin allenfalls untere Mittelklasse - als seiner früheren Funktion eines Medienmacht-Apparatschiks Ehre gemacht hat, nicht gänzlich widersprechen: Es gibt aus der Sicht eines nach sprachlich-inhaltlicher Autorenleistung schmachtenden Lesers gewiss bessere Bücher als dieses. Überdies trieft nahezu von Subjektivität. Allein zum konkreten Thema vermag ich darin keinen Makel zu erkennen. Weitaus deutlicher noch als der gleichsam prozessbeteiligte Journalist erfährt der Leser, wo für diesen unseren Rechtsstaat die Fußangeln zum Total-Absturz liegen, dessen Opfer jede(r) Einzelne von uns werden kann - und zwar geradezu jederzeit.
Jeder Angehörige einer Institution, die nicht nur dazu ausersehen ist, sondern sich auch selbst anmaßt, über andere zu richten, verwirkt jegliche Achtung und damit eigentlich auch Relevanz, sobald er nicht alle seine Gegenüber als Schutzbefohlene ansieht, wahrnimmt und behandelt. Insofern kenne ich eigentlich keine Verunglimpfung, die für die seinerzeit zuständige Kammer des Landgerichts Mannheim sowie die beteiligte Staatsanwaltschaft überzogen wäre.
Nicht nur das Verbiegen der Strafprozessordnung, die massivsten Verstöße gegen die Persönlichkeits- und Prozessrechte eines Angeklagten bis hin zum Nachtreten des Gerichts in der Freispruchs-Begründung stellen Missbrauchstatbestände dar, die den fassbaren Unterschied zwischen Mannheim und Guantanamo schier unerträglich gering werden lassen. Für Jörg Kachelmann war allenfalls Halbgerechtigkeit erreichbar - und die auch nur mit dem Einsatz von rund einer halben Million Eigenmitteln (Wer von uns hat die schon?).
Was die Würdigung seines Privatlebens betrifft, wird mich Herr Kachelmann nicht zu seiner Fangemeinde zählen dürfen. Dafür hingegen, dass sein Buch mehr Fakten enthält als die betreffenden Strafprozessakten, ist ihm meine Anerkennung sicher.
Bleibt Frage 1: Wie handelt ein Rechtsstaat? Meine Antwort: So sicher nicht! Und Frage 2: Was wird sich nun ändern? Die beantworten Sie sich am besten selbst.
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 17, 2012 12:15 PM MEST


Jenseits des Protokolls
Jenseits des Protokolls
von Nicole Maibaum
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

11 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schäuble freut sich mit, 13. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Jenseits des Protokolls (Gebundene Ausgabe)
5 Euro Autorenanteil mal 100000 Exemplare bedeuten bei den hier geltenden Einkommensteuersätzen, dass Frau Wulff den ihrem Gatten zugestellten Ehrensold faktisch refinanziert. Und das ist ja nur die Start-Auflage. Bleibt zu hoffen, dass bis zum aus Hannover, Celle oder Karlsruhe zu erwartenden juristischen Dessert auch weitere Entlastungen der Steuerzahlers auf diese höchst lobenswerte Art und Weise erfolgen. Überdies werden für die Müllverbrennungsanlagen ständig Altpapier-Beimischungen benötigt. Zum Dritten gibt es für dieses recht jenseitige Buch zumindest derzeit nicht mal eine Lesepflicht, geschweige denn eine Kaufpflicht. Was also soillen die doch höchst zweifelhaften Adrenalinspiegel-Entlastungsversuche der hiesigen Rezensentenschaft?


Extrablatt
Extrablatt
von Michael Graeter
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 20,00

21 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Klatsch ohne Beifallsanspruch, 11. September 2009
Rezension bezieht sich auf: Extrablatt (Gebundene Ausgabe)
Zwischen dem für mehrere Journalitstengerationen als Vorbild geltenden Hanns-Joachim Friedrichs - mit dessen viel zitierter Erkenntnis, ein Journalist solle sich mit keiner Sache gemein machen, nicht einmal mit einer guten und schon gar nicht mit einer eigenen - und dem in einschlägigen Kund(inn)enkreisen zumindest einst immer wieder gern gelesenen Klatschspaltenfüller Michael Graeter, dem die Seelmann-Eggebert-Liga der Königshausmeister verwehrt geblieben ist, liegen Welten. So wie ersterer wäre man als Kollege gern, so wie letzterer am liebsten auf gar keinen Fall. Allerdings ist auch dies wahr: Nicht nur Freudenhausleitungen befriedigen eine Nachfragesituation, auch der Prominentenbeschreiber hat seinen Arbeitsauftrag vom Markt selbst erhalten.
Graeters Buch heißt ,Extrablatt' - wie sein 1979 eröffnetes Münchner Café-Klatsch-Etablissement mit nicht mehr existenten Filialen in Berlin und Los Angeles. Wer dringend Geld braucht und zumindest halbwegs leidlich zu schreiben vermag, liegt mit der Offenbarung einer Autobiographie nicht zwingend falsch. Graeters entsprechendes Werk beginnt gleichsam mit dem tiefsten Tiefpunkt seines Lebens, nämlich seiner polizeilichen Festnahme im Schweizer Exil, und ist somit zumindest an dieser Stelle thematisch von Schönfärberei recht weit entfernt.
Wer sein Essen einschließlich Champagner eigentlich nie selbst hat bezahlen müssen, fällt eher als andere dem Problem anheim, etwas gar nicht bezahlen zu können und dies noch nicht einmal wirklich gemerkt zu haben. So mag der Vorwurf von Insolvenzverschleppung, Bankrott und Veruntreuung von Arbeitsentgelt juristisch so korrekt sein wie die entsprechende 14-monatige Haftstrafe - klientelpolitisch mutet weniger die Tat als deren gerichtliche Wertung reichlich unanständig an. Dass er da von ,Paranoia' nicht verschont worden ist, mag ihm so manches Damenherz nachzuempfinden vermögen.
Ob Graeters immenser Duzfreundeskreis ím Umfeld der Reichen, Schönen, Wichtigen, sich Wichtig Wähnenden oder von ihm zu gewisser Wichtigkeit Hochgeschriebenen das ,Du' stets freiwillig herausgerückt hat oder nicht, mag dahingestellt bleiben. Natürlich ist auch das ,Extrablatt' in dieser Hinsicht alles Andere als namenlos, wenngleich Aha-Effekte während des Durchlesens eher Seltenheitswert haben.
Zu irgendetwas ist man immer gut, wenn mitunter auch nur als abschreckendes Beispiel. Als Vorlage für ,,Baby Schimmerlos" in der Serie ,,Kir Royal" hat Graeter jedenfalls den entsprechenden Dienst an der Allgemeinheit geleistet.
Intim- oder Privatsphäre - diese mittlerweile juristisch besser als je zuvor abgesicherten Tabuzonen, sind für Graeter & Co. längst wenn nicht Gift, so doch zumindest starker Tobak. So stellen die mit der Herausgabe einer Autobiographie verbundene Berufslebensendzeit-Erwartung und die Wiederaufnahme der Kolumnenschreiberei bei der Münchner Abendzeitung - Graeters einstiger Startrampe - nur anscheinend einen Widerspruch dar. Heute folgt auf nahezu jedes Milligramm journalistischer Niedertracht eine fachanwaltlich wohlvorbereitete Klageflut, und damit ist auch Graeters Leben ganz sicher nicht mehr das, was es einst gewesen sein mag.
Hier noch ein Geständnis: Das Buch habe ich mir ausgeliehen, den Kaufpreis habe ich mir ersparen mögen und schätze die Zahl derer, die es mir in dieser Hinsicht gleichtun, recht hoch ein. Wer Graeter für diesen und anderen Klatsch Beifall zollen möchte, mag dies ungehindert tun. Ich übe mich da in Verzicht.
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 13, 2010 6:51 PM CET


Das parlamentarische Schimpfbuch: Stilblüten und Geistesblitze unserer Volksvertreter in 60 Jahren Bundestag
Das parlamentarische Schimpfbuch: Stilblüten und Geistesblitze unserer Volksvertreter in 60 Jahren Bundestag
von Günter Pursch
  Gebundene Ausgabe

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Unsinn und Schlimmeres, 8. September 2009
Beate Klarsfeld ist einst per Ohrfeige zur Tat geschritten (und dafür bestraft worden). Im üblichen Parlamentssalltag ist es in aller Regel bei Worten geblieben, wenn es gegolten hat, andere zu diffamieren, statt selbst etwas Ansehnliches zustande zu bringen. Das, was Günter Pursch im Untertitel seines Buches als Stilblüten und Geistesblitze benennt, scheint mir eine bekämpfenswerte Entwicklung aufzuzeigen: Immer weniger Stil, immer mehr Blitz und immer weniger Geist wird von dem bezeugt, was der Autor aus rund einer Viertelmillion Seiten Sitzungsprotokolle gewrungen hat.
Vom Brunnenvergifter (Kiesinger) über die Meinungsterroristin (Matthäus-Maier), die Schutzgemeinschaft der Steuerhinterzieher (FDP), den Falschmünzer (Helmut Kohl) bis zum Mini-Goebbels (Schily) hat alles irgendwie Namhafte im Zuge der Zeit eine schmachvolle Zusatzbezeichnung erlangt.
Von Hans Dichgans (CDU) stammt die Feststellung aus dem Jahre 1967, Unsinn zu reden, sei eines der Grundrechte des Parlaments. Mittlerweile lässt die Unmenge im Bundestag und anderswo verströmter Fäkalien eher den Ruf nach einem Klärwerksbetreiber laut werden. Günther Purschs Buch enthält zur angenehmen Abwechslung auch eine Fülle freud'scher Fehlleistungen und anderer Höchstmenschlichkeiten, die dazu geeignet sind, auch nachträglich noch so manchen Lacher hervorzurufen.
Gewünscht hätte ich mir ein wenig mehr begleitende Analyse - etwa des zeitgebundenen Wandels von Begriffen -und damit auch Angriffen -, der Entwicklung von Hochironie hin zu plattester Abwatscherei, der Debattenkultur hin zu inhaltsleeren Volltreffern.
Die bange Erkenntnis hätte zu lauten: Sowas wählen wir am 27. September möglicherweise wieder auf einen wohldotierten Berliner Reichstagssessel. Andererseits wäre an dieser Stelle auch einzugestehen: Eine nicht zu vernachlässigende Minderheit von (vornehmlich weiblichen, mitunter aber auch männnlichen) Mitgliedern des Deutschen Bundestags hat sich über die Jahrzehnte deutscher Parlamentsgeschichte hinweg durchaus zu benehmen und zum Wohle der Wählerschaft zu verhalten gewusst.


Warum Strafe sein muss: Ein Plädoyer
Warum Strafe sein muss: Ein Plädoyer
von Winfried Hassemer
  Gebundene Ausgabe

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Strafe mit Maß und Ziel, 8. September 2009
Winfried Hassemer ist einst als eher Theroretiker von der Universität ans Bundesverfassungsgericht gewechselt und dessen Vizepräsident mit deutlich liberalem Ruf geworden. Der Kenner und Wahrer des Grundgesetzes verficht die Unantastbarkeit der Würde auch jener Menschen, die ihren Opfern diese Würde keinesfalls haben zuteil werden lassen. Damit stellt sich für ihn die Frage nach dem Sinn von Strafen in deutlich engerem Umfeld als den vielen verhinderten Amateurhenkern ringsum.
Hassemer setzt nicht auf Rigorosität, die letztlich die Spirale der Gewalt nur weiterdreht, sondern auf die Erkenntnis, dass eigentlich keine Gemeinschaft auf Sanktionen gänzlich verzichten kann. Und dass sich gerade auch das Strafrecht im Zwiespalt zwischen zu wahrenden (Grund-) Werten und mitzubedenkenden Veränderungen der gesellschaftlichen Wirklichkeit zu bewegen hat, ohne sicheren Boden einzubüßen.
Selbst bei neuen Straftatbeständen wie dem stalking bleibt der Abwägungsprozess zwischen den Rechten vermeintlicher Opfer und vermeintlicher Täter unverzichtbar. Das Hauptproblem der Richter dabei ist, dass sie Recht anzuwenden und auszugestalten haben, das nicht von ihnen selbst stammt, sondern von einem Gesetzgeber, der vor allem an seine eigene Wiederwahl denkt.
Zum Thema Ehrenmord verweist der Autor auf die Notwendigkeit, die abseits auch kulturell unterschiedlicher Auffassungswurzeln geltende hiesige Rechtsordnung mit persönlichen Lebens- und Auffassungsumständen von Tätern abzugleichen. An dieser Stelle ist die größte Flut von Einwänden der Leserschaft zu erwarten.
Strafe ist in gewisser Weise ebenfalls Dienstleisterin und eben nicht vornehmlich Zeugnis staatlicher Macht. Darin, diesen Blickwinkel beständig offen zu halten, liegt der in meinen Augen größte Verdienst dieses in Buchform gekleideten Herzensanliegens Hassemers.


Das Maß der Gerechtigkeit: Bringt unser Land wieder ins Gleichgewicht!
Das Maß der Gerechtigkeit: Bringt unser Land wieder ins Gleichgewicht!
von Paul Kirchhof
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

22 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Guter Rat für überfällige Taten, 8. September 2009
Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder hat ihn gleichsam mit korrekter Bezeichnung als ,Professor aus Heidelberg' diffamiert, die damalige Kanzlerkandidatin Angela Merkel hat ihn im Zuge von ihr nicht mehr zuträglichem Wahrheitsgehalt politisch fallen gelassen. Doch seine Botschaft ist wichtig und richtig geblieben. Mit diesem Buch wird ansatzweise alter Wein in neuen Schläuchen zu Markte getragen, doch im konkreten Fall rechtfertigt allein schon die Qualität des ,Weines' seine Neu-Verkostung.
Gerechtigkeit muss nicht mit Kompliziertheit verwoben werden. Ganz im Gegenteil: Mitunter kann Gerechtigkeit nur herrschen, wo es schlicht und einfach zugeht. Überschaubarkeit und Verstehbarkeit sollen nicht nur die Steuerpolitik, sondern die Staatspolitik insgesamt prägen und nutzbar machen - diese These trägt der umfassend kenntnisreiche und wirksame Rechtsgelehrte, hochrennommierte Exverfassungsrichter und sprachgewandte Schreiber / Redner rundum verstehbar und beispielreich über alle Seiten hinweg.
Er selbst wird wohl keinem Kabinettstisch mehr zustreben. Andere bleiben dazu aufgerufen, seine richtigen Erkenntnisse in die längst überfällige Tat umzusetzen.


The Beatles Stereo - The Original Studio Recordings
The Beatles Stereo - The Original Studio Recordings
Wird angeboten von folk4all
Preis: EUR 209,89

26 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Beatles 3000, 8. September 2009
Sucht kennt kaum Grenzen - auch die Musik ist von dieser Menschheitsbewegung nicht ausgenommen. Und wenn dann noch der Name Beatles fällt, ist bei der Ankündigung von Neuem auch heute noch nichts so, wie es einmal gewesen ist. Oder gerade doch: Eine über Jahrzehnte generationenübergreifend beständig gewachsene Fangemeinde ist schon vorab völlig aus dem Häuschen. Nach ersten realen Klangeindrücken von der Neuerung komme ich zum Ergebnis: Völlig zu Recht!
Das, was George, John, Paul und Ringo zwischen 1963 und 1970 über damalige Studiotechniken hör- und archivierbar in die Welt getragen haben, hat nunmehr reproduktionstechnisch das Jahr 2009 erreicht und vermag gerade diejenigen zu überzeugen, die seit dem von Charly Buchmann veranstalteten ersten Konzert der Pilzköpfe auf deutschem Boden bis zur (vorerst?) letzten Neuentdeckung nahezu alles bislang Hörbare miterlebt und mitgenossen haben.
Die zwölf Studio-Alben der Beatles haben unter den Händen und Ohren von sieben hochleistungsfähigen Toningenieuren einen weiteren Grad an Vollkommenheit erlangt und sind somit gerade nicht ein Remake zum Leeren von Fan-Brieftaschen beziehungsweise zum Füllen von Produzentenkonten, sondern Anlässe zu beständigem Verbüfftsein: Anders als beim in den 80-er Jahren mehr oder weniger unhandwerklich erfolgten Klangwechsel vom analogen ins digitale Zeitalter ist diesmal enorme Mühewaltung nicht zu leugnen. Jederzeit hörbare Veränderungen, die mitunter schier umwerfende Fesselungskraft freisetzen, sorgen für einen schier neuen Beatles-Genuss und fordern zum Vergleich heraus, ohne zur Entscheidung über ein besser beziehungsweise schlechter zu verführen.
Da ist etwas Anderes entstanden, das mitunter druckvoller, mitunter differenzierter und klarer, meist aber auch wärmer klingt als die erste CD-Generation.
Für die Älteren unter uns mag der 9. September 2009 ein Tag bestmöglich aufgefrischter Erinnerung sein. Für weitere Generationen kann er zum Ursprungstag einer neuen Liebe werden, zumal alle Alben auch einzeln erhältlich, also auch dem <<kleinen Geldbeutel>> zugewandt sind.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 8, 2009 5:15 PM MEST


Bach to Africa
Bach to Africa
Wird angeboten von all my music
Preis: EUR 28,13

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Botschafter ohne Botschaft, 26. Juli 2009
Rezension bezieht sich auf: Bach to Africa (Audio CD)
Ich mag das Außergewöhnliche. Und allein die Tatsache, dass etwas außergewöhnlich ist, reizt mich zu näherem Hinsehen - im konkreten Fall Hinhören. Ich mag Bach, ich verehre Albert Schweizer, längst hat meine Zuwendungsbereitschaft die Musik Afrikas erfasst. Afrikanisches Bach-Verständnis? Übernommene Liebe eines großen Mannes zu einem großen Organisten und Komponisten? Gar eine Art neuer Botschaft?
Was ich ganz und gar nicht mag, sind Intendanten, Dirigenten oder Interpreten, die anderen und mir zu erläutern trachten, was denn der Komponist uns nachgelassen hätte, wenn er denn sein Anliegen wirklich verstanden, unsere Jetztzeit gekannt und heutige Möglichkeiten von Preisgabe und Aufnahmefähigkeit auch nur erahnt hätte.
So bin ich gleichsam mit zwei Herzen in meiner Brust an diese Einspielung herangegangen, der das Prädikat ,,bemerkenswert" in meinen Augen und Ohren von vornherein sicher gewesen ist. Lautere Absicht sowie nacherlebenswerter Einsatz von Ideen, Engagement und finanzieller Unterstützung lassen sich wohl nicht anzweifeln. Allein das Ergebnis hat mich keine Botschaft erkennen lassen. Insofern sind die Botschafter allein geblieben.
Wer Cola mag, aber auch Kakao, Kaffee und Bier, findet an einem Mix aus alldem halt nicht zwingend gleichfalls Gefallen. So ist es mir ergangen. Das ist für mich nicht ,,Bach", nicht ,,Schweitzer" und auch nicht ,,Afrika". Hätte ich nicht mit all diesen Begriffen konkrete Erfahrungen und insofern auch Erwartungen verbunden, wäre das ,,Experiment" möglicherweise in meine Richtung erfolgreich verlaufen. Ich mag nicht ausschließen, dass entsprechender Erfolg in andere Richtung möglich ist, habe da aber auch auf Nachfrage bei afrikanischen Freunden keine Rückkopplung dieser Art erhalten. So lautet meine Einschätzung: Bach und Schweitzer passen - Schweitzer und Afrika auch. Der Versuch eines ,,Dreiklangs" hingegen ist Versuch geblieben.


Erkenntnis und Interesse (suhrkamp taschenbuch wissenschaft)
Erkenntnis und Interesse (suhrkamp taschenbuch wissenschaft)
von Paul Celan
  Taschenbuch
Preis: EUR 18,00

5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Ende der Ahnungslosigkeit, 26. Juli 2009
Um es gleich auf den Punkt zu bringen: Ein Richter, der ein Zeugnis als <vorsätzlich falsch> sanktioniert, ohne dieses Buch gelesen (und verstanden) zu haben, handelt selbst bislang zumindest fahrlässig und ab sofort zumindest grob fahrlässig. Es ist nämlich schon das Bild von <Wirklichkeit>, das auf den Prüfstein gehört, ehe Urteilsfähigkeit - im philosophischen und erst recht im juristischen Sinne - überhaupt erreichbar ist. Da ich Habermas' Schrift bislang noch in keiner Gerichtsbibliothek, ja noch nicht einmal juristischen Fakultätsbibliothek angetroffen habe, muss ich davon ausgehen, dass die entsprechende Brisanz bislang nahezu flächendeckend verkannt wird. Dabei steht sie der Frage, ob die Erde eine Scheibe ist oder nicht, eigentlich eher voraus als nach.

Denken setzt Erkenntnisfähigkeit voraus - dies ist keinesfalls eine Entdeckung des J. H.. Der Frage hingegen, wie Erkenntnis möglich und vor allem, wie sie wirksam wird, hat er zur zentralen Bedeutung verholfen. Erkenntnis ist unter keinen Umständen eine unabhängige, eigenständige, verlässliche Zugangsmöglichkeit zu irgendetwas, sondern stets Ergebnis einer Art Selbstgefälligkeitsleistung, die einem verdeckten Erkenntniswunsch gerecht wird und sich von diesem nicht abzukoppeln vermag.
Sie ist bestenfalls Dienerin und schlechtenfalls Sklavin einer Art Forschungsauftrag und so gut wie nie ergebnisoffen. Sie ist Vorbedingungen unterworfen, die im <Erkennenden> selbst liegen, dem <Erkenntnis leitenden Interesse>. Und damit ist sie nur unter großer Vorsicht vergleichbar und unter noch größerer Vorsicht verwertbar - für die Beschreibung von <Wirklichkeit> wie für das (Selbst-) Verständnis von Denken.

Dass das Denken ein Beleg für das Sein ist, hat zumindest einschlägig bereits vor Habermas gegolten. Dass ich nur erkenne, was ich erkennen will (und meist auch exakt so, wie ich es erkennen will), ist hingegen seines Geistes Kind. Diese Leistung kann meines Erachtens nicht hoch genug anerkannt werden.
Es gibt ganz sicher Bücher auch dieses Genres, die sich leichter lesen und verstehen lassen. Allerdings wohl kaum eines, bei dem für die Leserschaft Aufwand und Erfolg in so günstigem Verhältnis zueinander stehen wie in diesem.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 16, 2012 6:37 PM MEST


Bestsellerfressen V: Hauptsache Wind
Bestsellerfressen V: Hauptsache Wind
von Klaus Bittermann
  Broschiert

4.0 von 5 Sternen Auf zur Erkenntnis!, 26. Juli 2009
Es sind nicht die vergleichsweise wenigen Urheber, die unsere Sinnen blockieren, sondern die vielen Spediteure, die uns beständig daran hindern, Wichtiges wahrzunehmen und mit geistigen Spendensammlungen für manche Idiotie dieses Lebens von Politik bis Gosse endlich aufzuhören. Ob sie dabei aus persönlichem Gewinnstreben handeln oder, um die Verblödung dieser Welt voranzutreiben, oder auch nur, weil ihnen gerade nichts Anderes in die Finger gelangt ist und da doch noch eine Lücke auf der Zeitungsseite, im Nachrichtenbukett, im Redenmanuskript oder anderswo fehlt, ist dabei völlig gleichgültig.
Der stattliche Beifall für <Nitschke live> ist offenbar Beweis genug, um aufzuzeigen, dass es wenn schon nicht eines Rettungsbootes, so doch wenigstens eines Signals bedarf, um Ertrinkende über ihr Ertrinken in Kenntnis zu setzen.

Dass die Bücher 1 bis 4 nichts wahrhaft Rettendes bewirkt haben, darf Nitschke nicht angelastet werden. Manchmal hilft da das Weiterlesen doch noch.

Einem Problem hat sich Wolfgang Nitschke mit der Nummer fünf seiner zur Selbstbesinnung und Gegenwehr anregenden Beispielreihe nicht ganz entziehen können, nämlich Wiederaufbereitungsgefühlen der Leserschaft. Nach bis zu viermaligem Beifallklatschen hat die mitunter eine weitere Steigerung erwartet und mag nun feststellen müssen, dass der Botschaftsgipfel längst erreicht ist und somit nochmaliger Aufstieg entfällt. Daher aus meiner Sicht nicht die volle Punktzahl.


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