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Rezensionen verfasst von
Toby Tambourine (Gießen)
(VINE®-PRODUKTTESTER)   

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On An Island
On An Island
Preis: EUR 12,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Gediegene Langeweile, 11. März 2017
Rezension bezieht sich auf: On An Island (Audio CD)
David Gilmour ist einer meiner absoluten Lieblingsgitarristen, und Pink Floyd sind eine meiner drei Lieblingsbands. Natürlich könnte man sagen, ich hätte somit zu hohe Erwartungen; andererseits hat Gilmour bei mir aber auch einen großen Vorab-Bonus an Wohlwollen. Dementsprechend habe ich mich 2006 auf "On an Island" gefreut. Vom ersten Durchhören an war ich allerdings irritiert, da sich - bis heute - einfach keine Aha-Erlebnisse bei mir einstellen wollten. Natürlich sind da Gilmours Stimme und sein unverwechselbarer Gitarrensound, wie schon bei "The Divison Bell" schrieb seine Frau wieder an etlichen Songs mit, und mit u.a. Phil Manzanera, David Crosby, Graham Nash und Rick Wright hatte er prominente und bewährte Unterstützung. Allein, kein einziger Song kann mich kompositorisch überzeugen, es dauert ewig, bis mal ein Song bei mir hängenbleibt. Am ehesten ragen für mich der Titelsong und "Smile" heraus, aber beide finde ich nicht sonderlich erfreulich. Nun waren ja Pink Floyd nie eine Band der schnellen Songs, und damit hatte ich nie Probleme. Ich habe auch überhaupt nichts gegen ruhige Alben, solange sie etwas zu sagen haben. Auf "On an Island" warte ich aber vergebens darauf, dass Gilmour ein wenig losrockt, damit endlich mal etwas passiert.

Seine beiden Vorgängeralben "David Gilmour" (1978) und "About Face" (1984) waren keine Überflieger, aber sie erscheinen angesichts von "On an Island" in neuem Licht, denn sie waren lebendiger. Auf ihnen kam zum Ausdruck, dass hier ein Musiker etwas zu sagen hatte und auf der Suche nach Ausdrucksmöglichkeiten war.

Ich kann mir "On an Island" auch 11 Jahre später beim besten Willen einfach nicht schön hören. Es bleibt für mich ein großes, waberndes, zähfließendes, spannungsloses Nichts auf hohem Niveau, und es geht mir, anders als erhofft, auch mit den Live-Versionen auf "Live in Gdansk" kein bisschen anders. "On an Island" zeigt auf erschreckende Weise, dass Gilmour auf sich allein gestellt bei weitem nicht zu solchen Höhenleistungen in der Lage ist wie seinerzeit bei Pink Floyd; eine Tendenz, die er 2014 mit Pink Floyds letztem Album "The endless River" konsequent fortsetzte. Er mag nach den endlosen Streitereien mit Roger Waters in den Achtzigern seinen Frieden gefunden haben und nur noch die Musik machen, die ihm Spaß macht. Ganz offensichtlich fehlt ihm dabei aber das Korrektiv bzw. der kreative Ansporn seiner angestammten Bandkonstellation. Viele Alben wachsen mit der Zeit; dieses leider überhaupt nicht.


Black and Blue
Black and Blue
Wird angeboten von GMFT
Preis: EUR 14,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Hot Stuff, 2. August 2016
Rezension bezieht sich auf: Black and Blue (Audio CD)
Nach Mick Taylors Kündigung nutzten die Rolling Stones die Aufnahmen zu diesem (fast ausschließlich in München aufgenommenen) Album Ende '74 bis Frühling '75 als Vorspieltermine u.a. für die Ersatzkandidaten Ron Wood, Wayne Perkins und Harvey Mandel, der durch Alben wie Canned Heats "Future Blues" und John Mayalls "Back to the Roots" in mein Gesichtsfeld rückte. Nachdem Rod Stewart die Faces verlassen hatte, war auch Ron Wood frei, um auf dem Cover von "Black and Blue" gleich als Bandneuzugang vorgestellt zu werden. Keith hat später gescherzt, diese Entscheidung habe mit Rons britischer Staatsangehörigkeit zu tun gehabt, und er mag als Persönlichkeit gut zu den Stones und vom Stil her gut zu Keith passen; die Musikalität und elegante Virtuosität eines Mick Taylor konnte er nicht ersetzen.

Hot Stuff und Hey Negrita (basierend auf einem Riff von Ron Wood) fallen in die Kategorie "Ich hab' nicht viel Geld, Mädel, aber lass die Hüften kreisen und tanz für mich!" Zum Tanzen gut, für viel mehr nicht - aber toll!

Vorläufiger Tiefpunkt nicht nur auf diesem Album, sondern in der ganzen Karriere der Stones ist für mich der kinderliedartige, flügellahme Reggae Cherry oh Baby, der dem ohnehin schon nicht aufregenden Original nichts Neues abringt, einer der wenigen Songs überhaupt, die ich bisweilen überspringe; da haben die Stones mit Ain't too proud to beg oder (Just my) Imagination in den 70ern weitaus überzeugender gecovert.

Das sacharinsüße Fool to cry - ausgerechnet die Singleauskopplung!- sollte wohl in die Erfolgskerbe von Angie hauen; Macho Mick kann aber als im Falsett singender Softie, der sich beim Weinen nach einer laaangen, harten Nacht im Büro von seiner Tochter auf dem Schoß trösten läßt, nicht wirklich überzeugen. Der Legende nach soll Keith bei dem Song auf der Bühne regelmäßig eingeschlafen sein; eine gesunde Reaktion.

Viel überzeugender ist für mich Memory Motel, der Höhepunkt auf dem Album, in dem Jagger von der Liebe unterwegs singt, und wie immer in seinen besten Songs scheint die Protagonistin nicht ganz frei erfunden zu sein.

In Melody und Crazy Mama ist Jagger der Jäger, in Hand of Fate der Outlaw auf der Flucht (wie Dylan in Romance in Durango auf "Desire"); die kontrollierte Stimmung läßt den Song nie ganz abheben, aber auch nicht langweilig werden. Crazy Mama ist ziemlich viel heiße Luft, das Duett mit Billy Preston im angejazzten Melody groovt launig.

Crazy Mama (halbe Minute), Fool to cry (ganze Minute) und Hot Stuff (zwei Minuten) erschienen über die Jahre (auf "Sucking in the 70s", "Jump back" oder "Forty Licks") als leicht bis stark gestraffte Edits, was vor allem Hot Stuff gut getan hat, das dadurch kompakter wurde. Anders als auf LP und den beiden CDs von '86 bzw. '95 erreicht Hot Stuff auf dem Remaster von 2009 erst nach drei Minuten das Lautstärkeniveau des Restalbums.

Als Stones-Platte mit der kleinsten Songanzahl (8) kam "Black and Blue" dank längerer Songs doch auf normale LP-Länge; trotz der genannten Mängel strahlt sie eine luftige Sorglosigkeit und Unbekümmertheit aus, die mich die Platte immer wieder gern auflegen lässt, besonders wenn mir sommerlich ist.


Eric Clapton - Slowhand At 70 (1 DVD + 2 CDs)
Eric Clapton - Slowhand At 70 (1 DVD + 2 CDs)
DVD ~ Eric Clapton
Preis: EUR 16,38

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Feier zum Siebzigsten in Wohnzimmeratmosphäre, 18. März 2016
Kein Wunder, dass im Zusammenhang mit den über 200 Shows, die Clapton im Laufe der letzten fünf Jahrzehnte dort abgeliefert hat, von der Royal Albert Hall immer gern als von "Claptons zweitem Wohnzimmer" gesprochen wird. Anlässlich seines 70. Geburtstages im März 2015 war ein Mitschnitt dieses Konzertes am 30. Mai 2015 (fast exakt zehn Jahre nach der ebenfalls dort aufgezeichnet Wiedervereinigung von Cream) natürlich obligatorisch. Clapton muss sich oder anderen schon lange nichts mehr beweisen, er ist längst bei sich angekommen, und nachdem er lange Zeit mit seinem Status als "Gitarrengott" gehadert hatte, fühlt er sich nun sichtlich wohl inmitten seiner souverän aufspielenden Band. Dementsprechend ist auch seine E-Gitarre auf der CD nach rechts gemischt, statt wie zu erwarten in die Mitte. Er agiert als gleichwertiges Bandmitglied, das nur für seine Soli aus dem Ensemblespiel hervortritt, und für You are so beautiful und High Time we went - seine Grüße an Chris Staintons Ende 2014 verstorbenen alten Weggefährten Joe Cocker - überlässt er Paul Carrack das Mikrophon, für Can't find my Way Home zusätzlich Nathan East. Der Harmoniegesang seiner Begleitsängerinnen (Sharon White & Michelle John) ist so erfreulich weit nach vorne gemischt, dass man von Hintergrundgesang nicht mehr sprechen kann.

Ob Hoochie Coochie Man, Can't find my Way home, Layla, Tears in Heaven, I shot the Sheriff, Crossroads, Cocaine, Wonderful tonight - wie zu erwarten, feiert Clapton live ein weiteres Mal seine Markenzeichen-Hits ab, gewürzt mit seltener Gespieltem wie einer weiteren entspannten J.J. Cale-Hommage (Somebody's knockin' on my Door), Let it rain, Tell the Truth und dem von mir sehr geschätzten Pretending. Der Großteil seiner Setliste besteht dabei aus Songs, die lange vor 2004 (Little Queen of Spades) bzw. 1994 (Hoochie Coochie Man) auf seinen Alben erschienen, ein Phänomen, das auch andere Veteranen wie z.B. die Rolling Stones kennen. Mit der Zeit fällt mir auch auf, wie ungern Clapton sich - für einen Bluesgitarristen - bei seinen zahlreichen Bluesstücken vom Drei-Akkorde-12-Takt-Bluesschema trennt. Andere Blueskünstler holen aus ihren Bluesvorlagen auf Dauer doch deutlich mehr heraus (vgl. z.B. die Version der Allman Brothers Band von Stormy Monday mit der doch recht herkömmlichen Cream-Interpretation von 2005).

Dank der wunderbar ruhigen, fast malerischen Kameraführung hatte die exzellente Bildregie leichtes Spiel, der Konzertfilm ist ein optischer Genuss; schade nur, dass man den musikalischen Leckerbissen, die siebzehnminütige Version von Robert Johnsons Little Queen of Spades, in dem Chris Stainton das Publikum mit einem sich über Minuten steigernden Piaonosolo zu Begeisterungstürmen hinreißt, in den Bonusteil verbannt hat, vermutlich um das Mainstream-Publikum nicht zu verschrecken.

Key to the Highway hat er live schon mit deutlich mehr Biss gespielt, der Chorgesang in I shot the Sheriff mag sich wieder stärker an Bob Marleys Version orientieren, nervt aber dennoch, und dass Clapton ausgerechnet Tears in Heaven zu einer Easy Listening-Version verschlimmbessert hat - Schwamm drüber. Mir gefällt Eric Clapton aber immer dann am besten, wenn er mit einem zweiten Gitarristen auftritt, an dem er sich reiben und mit dem er kontrastieren kann und der ihn ein bisschen anstachelt (hörbar fehlend z.B. in Pretending). Schrieb ich eingangs, dass Clapton und Band souverän agieren, so muss ich abschließend doch konstatieren, dass mir bei diesem Konzert zum fünften Stern dieser zweite Gitarrist sehr fehlt, der dem Ganzen mehr Drive verpasst hätte - wie die Zugabe High Time we went zeigt, zu der Clapton Andy Fairweather Low mit auf die Bühne holt.


The Rolling Stones From the Vault: Live in Leeds 1982 (+ 2 Audio-CDs) [DVD]
The Rolling Stones From the Vault: Live in Leeds 1982 (+ 2 Audio-CDs) [DVD]
DVD ~ The Rolling Stones
Wird angeboten von mrtopseller
Preis: EUR 22,45

19 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Sommerabend im Park, 22. November 2015
Ich will nicht sagen, dass die Stones hier Dienst nach Vorschrift machen. Aber schon als das Konzert vom 25.7.1982 im Roundhay Park in Leeds 2012 als Download veröffentlicht wurde, hatte ich den Eindruck, dass die Band länger brauchte, um ins Konzert reinzukommen, dass sie nervöser, fahriger und ein wenig hektischer spielte als gewohnt, nach dem Motto: "Okay, Jungs, heute ist der letzte Abend der Europa-Tournee, wenn wir schon um halb sieben anfangen, ist es immer noch hell, wenn wir fertig sind, und dann haben wir mehr Zeit, in Micks Geburtstag reinzufeiern. Bringen wir's professionell hinter uns, eingespielt sind wir ja."

Ausschnitte aus dem Film kannte ich aus dem Internet, weshalb ich mich sehr auf die DVD freute. Doch genau die offenbart das Manko des Konzertfilms: zu gefühlten 95% bekommt der Zuschauer nur Nahaufnahmen der Protagonisten zu sehen. Und so sehr ich es natürlich schätze, die Mimik der Stones verfolgen zu können, so ermüdend wird dieser Effekt schon nach wenigen Minuten. Allerdings: dies muss der Konzertfilm sein, in dem man so viel von Bill Wyman sieht wie nie zuvor oder danach! Nur dass es bei seiner ruhigen Bühnenpersönlichkeit eben auch nicht viel zu sehen gibt. Zudem wünschte man sich, die Kameramänner könnten selber ein wenig Gitarre spielen: als Musiker will man einfach mal sehen, was Keith und Ronnie auf dem Griffbrett spielen, die Schlaghand interessiert niemanden. Lediglich bei Bill - der ja einen sehr kleinen Bass spielt - kann man das ab und zu sehen, schön z.B. bei Miss you. Das Publikum bekommt man zum ersten Mal ausführlicher ins Blickfeld, als es an die Zugabe (Satisfaction) geht, und die Gesamtansicht der Bühne beschränkt sich auf wenige Momente zu Konzertbeginn und an dessen Ende. Sogar als Jagger bei Satisfaction in einer Art Korbwagen ein wenig durch die Luft gefahren wird, bekommt man keinerlei Eindruck davon, wo auf der Bühne man ihn dabei verorten könnte. Durch die regelrecht autistische Bildregie entgeht uns völlig die Interaktion zwischen den Rolling Stones im Bühnengeschehen - ironischerweise allerdings nur die der Stammband, denn die Saxofonisten Gene Barge und Bobby Keys sind durchaus öfter gemeinsam im Bild, und Ian Stewart und Chuck Leavell teilen sich einmal sogar ein Klavier. Aber wie gut hätten dem Film Schwenks übers Publikum und über die Bühne getan!

Die Bildqualität ist angesichts des hellen Abendlichts natürlich sehr gut, und das Schlussfeuerwerk kommt durch seine Rauchbombeneffekte vorm Sommerhimmel gut zur Geltung.

Da das Konzert vom vorletzten Abend der US-Tournee im Hampton Coliseum, Virginia vom 18.12.1981 ebenfalls vorliegt, komme ich um einen Vergleich nicht umhin: statt durch Ernie Watts wird Bobby Keys am Saxofon jetzt von Gene Barge unterstützt, und Keyboarder Ian McLagan wurde durch Chuck Leavell ersetzt, der schon 1973 auf "Brothers and Sisters" von der Allman Brothers Band mitspielte und seit 1982 auf Stonesalben und als musikalischer Leiter auf den Stones-Tourneen dabei ist, keine schlechte Karriere.

Die Setlist ist fast identisch, lediglich Waiting on a Friend und Let it bleed wurden gegen Angie ausgetauscht. Miss you ist schön kompakt, in Black Limousine bekommt Charlie den Shuffle wieder besser hin, und Ron spielt eins der besten Soli, die ich von ihm kenne. Ansonsten fällt mir mit Ausnahme von You can't always get what you want kein Song vom Leeds-Konzert ein, der Hampton gefährlich werden könnte.

Anders als der Download enthält die CD das gesamte Konzert samt der Einleitung in Form von Duke Ellingtons Take the 'A' Train und den Sound des Feuerwerks am Ende. Was damals noch keiner wissen konnte: Dies war die letzte Stones-Show für die nächsten sieben Jahre, und die letzte mit Ian Stewart, der 1985 starb. Die CDs werde ich mir immer wieder anhören, aber den Konzertfilm werde ich mir nur häppchenweise antun, und für den gibt es auch den Punktabzug.


The Life of a Man - The Ultimate Hits 1968-2013
The Life of a Man - The Ultimate Hits 1968-2013
Preis: EUR 13,99

17 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Von Marjorine bis "Fire it up - Live", 21. November 2015
Als Joe Cocker kurz vor Weihnachten 2014 an Lungenkrebs starb, war ich doch recht angerührt; auf "Fire it up - Live" hatte er noch völlig fit und vital gewirkt, und ich hatte mir vorgenommen, ihn mir "irgendwann" noch einmal live anzusehen. Angesichts der körperlichen und psychischen Konstitution, mit der dieser Mann sich über die Jahre aus seinen gesundheitlichen Tiefen in den Siebzigern wieder herausgearbeitet hat, durfte man davon ausgehen, dass dazu noch lange Zeit Gelegenheit sein würde. Ich mochte einfach schon lange seine Alben und seine Stimme, und er fehlte mir wirklich. Bemerkenswerterweise verfiel die Plattenfirma anschließend nicht in einen Wiederveröffentlichungsrausch, und auch "The Life of a Man" wird mitunter als "letztes und einziges offizielles posthumes Album" angekündigt.

Im Rahmen einer Doppel-CD hat man von fast jedem von Cockers Studioalben sowie von "Mad Dogs & Englishmen" und "Fire it up - Live" mindestens einen, aber nie mehr als drei wichtige Hits ausgesucht. Lediglich ein paar Alben blieben dabei aus kommerziellen ("Jamaica say you will" ('75), "Stingray" ('76), "Luxury you can afford" ('78), "Joe Cocker Live" ('90)) oder auch qualitativen Gründen ("Organic" ('96), "Respect yourself" ('02)) außen vor. Einzig das Fehlen von Civilized Man, immerhin der Titelsong seines '84er Albums, bleibt dabei völlig unverständlich und lässt sich auch mit Platzmangel (76:33/71:56) nicht entschuldigen.

Mir persönlich gefällt es immer sehr gut, wenn solche Werkschauen chronologisch sortiert werden, aber das ist natürlich Geschmackssache. In diesem Fall scheint man die Songabfolge allerdings ziemlich willkürlich einem Zufallsgenerator überlassen zu haben; da wäre etwas mehr Sorgfalt angebracht gewesen. Hitchcock Railway hätte ich Darling be Home soon vorgezogen, und das recht monotone Woman to Woman ist eine mutige Wahl. Bis auf die Studioversion von Come together, einem weiteren in einer langen Liste von Lennon/McCartney-Covers und Bonustrack von "Hymn 4 my Soul", den ich bislang nur als Download finden konnte, gibt es hier keinerlei Überraschungen oder gar Unveröffentlichtes wie z.B. meine Lieblings-Joe-Cocker-B-Seite, One more Time. Shelter me und Have a little Faith liegen als Edit vor, When the Night comes ist hier leider der ziemlich "trockene" und somit nüchternere Remix von '92, und ob es nicht vielleicht einen anderen Song von "Fire it up - Live" gegeben hätte als You are so beautiful, das somit doppelt vorliegt - geschenkt. Aber Performance, der letzte Song von "I can stand a little Rain", ist ein rührender Ausklang dieser Doppel-CD.

Denn sehr positiv fällt das durchweg runde und transparente Remastering auf, von dem vor allem die Songs bis Mitte der Achtziger profitieren, und zwar umso mehr, je älter die Aufnahmen sind. Im Booklet wird Joe Cocker nicht als Star verklärt und über den grünen Klee gelobt, sondern von seinem Bruder Vic als Mensch mit Stärken und Schwächen gewürdigt. Als einzige Gesamtschau von Joe Cockers Karriere vom "offiziellen" Beginn seiner Karriere 1968 bis zu seinem letzten Album "Fire it up - Live" 2013 ist "The Life of a Man" trotz kleiner Schwächen ein prima Einstieg für Interessierte und eine schöne Würdigung Joe Cockers auf Doppel-CD, die ich mir von der Songauswahl her auch vorher schon recht ähnlich zusammengestellt hatte.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 26, 2015 7:11 AM CET


The Rolling Stones From the Vault - Live At the Tokyo Dome (+ 2 Audio-CD) [3 DVDs]
The Rolling Stones From the Vault - Live At the Tokyo Dome (+ 2 Audio-CD) [3 DVDs]
DVD ~ The Rolling Stones
Preis: EUR 19,98

11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Das nächste Lied solltet ihr inzwischen kennen. Mal sehen, ob ich's kenne!" (Keith vor "Happy"), 17. November 2015
Nachdem es 1973 aufgrund von Drogenproblemen mit einer Japan-Tournee nicht geklappt hatte, waren Band und Publikum 1990 mehr als reif, diese Erfahrung nachzuholen, so dass die Stones den Tokyo Dome zehnmal hintereinander ausverkaufen konnten. Den Konzertfilm, vermutlich eine Fernsehübertragung vom 26.2.1990, dem neunten Abend dieser Reihe, gab es seit längerem als halblegale und qualitativ entsprechend durchschnittliche DVD, bei der zudem 2000 Light Years from Home und Sympathy for the Devil aus vermutlich rechtlichen Gründen fehlten. Den remasterten Soundtrack gibt es seit 2012 als offiziellen Download im sehr guten, wenn auch stark komprimierten Remix.

Die Bildqualität ist jetzt viel besser, natürlich kein Blue Ray-Standard 2015, aber eben guter TV-Standard Japan 1990. Lediglich bei schlechter Bühnenausleuchtung kommt es doch zu einigen Unschärfen. Am Soundtrack irritiert mich etwas, dass beide Kanäle vertauscht wurden; Keith muss einfach von rechts kommen, sonst fehlt mir etwas ;-). Bei vier Songs (Harlem Shuffle, Almost hear you sigh, Mixed Emotions und Honky Tonk Women) fällt auf der CD, vermutlich wegen eines Mastering-Fehlers, der Lautstärkepegel des Publikums am jeweiligen Songende abrupt etwas ab, sowas darf nicht vorkommen. Andererseits ist die Tonspur jetzt, anders als der Download, erfreulich unkomprimiert zu hören.

Keyboarder Chuck Leavell ist gut rauszuhören, und Keith und Ron sind ausgewogen abgemischt - anders als bei den offiziellen Veröffentlichungen, bei denen Mick & Keith die Finger an den Reglern haben. Die Stones hatten in Tokio einen guten Lauf: Mick punktet mit Ansagen auf Japanisch und klatscht bei Satisfaction die erste Fanreihe ab, Ron hat ein gutes Solo in Miss you, Keith zeigt Selbstironie (s. Überschrift), und die Band spielt durchgängig lebendig und kompakt. Obwohl Satisfaction und Jumpin' Jack Flash wie üblich live mit je über acht Minuten etwas ausufern, schaffen es die Stones, Brown Sugar mit viereinhalb Minuten mal erstaunlich straff zu halten! Laut meinen Internetquellen fanden Ruby Tuesday, Harlem Shuffle und Jumpin' Jack Flash vom Konzert am nächsten Abend (und eine Ansage auf Japanisch von diesem Abend) ihren Weg auf die "Flashpoint"-CD bzw. die sie begleitenden Maxi-CDs; die "Flashpoint"-Version von Sympathy for the Devil soll sogar (in gekürzter Form) von diesem Abend stammen.

Natürlich wünsche ich mir immer noch "Atlantic City" vom 18.12.1989 als offizielle Veröffentlichung in dieser "From the Vault"-Serie (kommt hoffentlich noch), schon aufgrund der interessanteren Setliste wegen der Gäste: John Lee Hooker, Eric Clapton, Axl Rose und Izzy Stradlin. Mick Jagger hat sich allerdings auch für diese Zugabe immer noch nicht von seinem affigen Kapuzenmantel verabschiedet. Davon abgesehen habe ich weiter viel Spaß mit diesem Konzert. Bill Wyman sieht zwar angesichts seiner Eheprobleme auf dieser seiner letzten Tournee mit den Rolling Stones wieder überwiegend sehr bedrückt aus, aber sein Spiel wird dadurch nicht beeinträchtigt. Schon wegen der großen Anzahl zusätzlicher Musiker mussten die Rolling Stones zum ersten Mal die Schlüsse richtig proben! Zudem ist hier endlich das ganze Konzert (126 Min.) samt der beiden bisher fehlenden Songs 2000 Light Years from Home und Sympathy for the Devil zu sehen, und das Intro (Continental Drift) läuft hier, anders als beim Download, ganze 50 Sekunden.

Die Songs von der damals aktuellen Platte "Steel Wheels" waren leider spätestens bei der übernächsten Tournee für immer aus den Setlisten verschwunden. Ich werde bei dieser DVD schon allein deshalb immer etwas nostalgisch, weil sie mich daran erinnert, dass ich die Stones genau drei Monate später mit dieser Show und fast identischer Setliste das erste Mal im Frankfurter Waldstadion live sah - es ist ein bisschen so, als könnte ich noch mal dabei sein.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 30, 2015 4:15 PM CET


Who's Last
Who's Last
Preis: EUR 7,99

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Weder ihre noch "das Letzte" - aber auch kein Glanzlicht, 19. Juli 2015
Rezension bezieht sich auf: Who's Last (Audio CD)
1982 war nicht das beste Jahr für The Who: das aktuelle Album, "It's hard", war bis auf Eminence Front sehr schwach, Pete Townshend behielt die besseren Songs offenbar für seine Soloalben zurück ("Empty Glass" und "All the best Cowboys have Chinese Eyes"), zudem hatte er auf der Tournee mit Alkoholproblemen und Depressionen zu kämpfen, und Roger Daltrey machte intern keinen Hehl aus seiner Geringschätzung für Kenney Jones, den er für eine Fehlbesetzung hielt. Ich konnte das nie ganz nachvollziehen, denn Jones versuchte weder, Keith Moon zu kopieren, noch erstarrte er in Ehrfurcht vor dessen Stil. Ironischerweise war mittlerweile eine neue, jüngere Generation an Who-Fans nachgewachsen, die The Who als etablierten Rock-Act betrachteten. So waren es nicht zuletzt finanzielle Gründe, die die Who überzeugten, auf Tournee zu gehen, und vor allem Pete Townshend ließ keinen Zweifel daran, dass es die letzte überhaupt sein würde. (Zum Glück revidierte er seine Meinung später, wie so oft.) Entsprechend routiniert wirkten die Who dann auch auf dieser Tour, nachzusehen auf den DVDs "Live at Shea Stadium" und "Live from Toronto", d.h. sie zogen alle Register ihre Könnens, aber der Funke konnte und wollte nicht recht überspringen. Natürlich konnten Stadion-Konzerte wie diese nicht die Intimität eines Universitäts-Gigs wie "Live at Leeds" erreichen. Aber speziell diese von der Plattenfirma zwei Jahre später nachgereichte Live-Doppel-LP (75:32) hatte im Vergleich zu "Live at Leeds" auch nur die Aussagekraft einer Postkarte: "Wir waren hier. Viele Grüße!" Kaum vorstellbar, dass die Band sich groß um die Veröffentlichung scherte.

Ich fand den Sound immer merkwürdig verwaschen. Der Mangel an Ansagen unterstreicht dabei das Unpersönliche. Große Teile des Konzertes (z.B. Long live Rock und Won't get fooled again) scheinen von den letzten Konzerten der Tour in Toronto (16. & 17.12.1982) zu stammen, die damals bereits auf Video erhältlich und Fans somit bekannt waren. Ich möchte mir auch nicht vorstellen, dass die Songauswahl aus den besten Konzerten der Tour stammte. Zudem ging die Plattenfirma dabei auf Nummer Sicher, denn bis auf Dr. Jimmy fanden sich auf den vier LP-Seiten ausschließlich Songs, die ohnehin alle gängigen Best of-Alben zierten; interessante Songs des Tourprogramms wie Tattoo, Young Man Blues, Sister Disco, Drowned, Love ain't for keeping, Naked Eye, The Quiet One, It's hard, Dangerous, A Man is a Man, Cry if you want und Eminence Front blieben außen vor.

"Who's Last" bleibt ein Tourdokument aus einer sehr unglücklichen Phase der Band; zum Glück blieb es nicht ihre "Letzte", es markierte noch nicht einmal ihre Halbzeit, wie wir heute wissen. Wer interessantere Setlisten sucht, sei noch mal auf die genannten DVDs und die 1997 neu abgemischten CDs "Face Dances" und "It's hard" verwiesen.


The Who - Live at Shea Stadium 1982
The Who - Live at Shea Stadium 1982
DVD ~ The Who
Wird angeboten von -uniqueplace-
Preis: EUR 12,27

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Drowned, 16. Juli 2015
Rezension bezieht sich auf: The Who - Live at Shea Stadium 1982 (DVD)
Nach dem Tod von Keith Moon brachten The Who noch zwei Alben mit Kenney Jones am Schlagzeug heraus und kündigten dann ihre "Abschiedstournee" an. Diese blieb natürlich nicht ungefilmt, so auch an diesem Abend am 13.10.1982 im Shea Stadium. Pete Townshend wirkt überwiegend resigniert bis deprimiert, so als ersehne er das Ende der Tournee. Roger Daltrey dagegen ist voll in seinem Element und singt hervorragend. Er mag in späteren Jahren immer wieder gesagt haben, Kenney Jones sei in seinen Augen nicht der richtige Schlagzeuger für The Who gewesen, aber ich fand ihn immer klasse. Auch Tour-Keyboarder Tim Gorman macht einen tollen Job. John Entwistle ist wie immer über jeden Zweifel erhaben. Diese Tournee war übrigens eine der seltenen Gelegenheiten, Roger Daltrey bei ein paar der neueren Songs (It's hard, Eminence Front) mal an der Rhythmusgitarre zu hören; er spielt auch eine Prima Bluesharp (Baba O'Riley, Drowned). Ich habe mich immer gewundert, wie er es geschafft hat, beim Hin- und Herschleudern seines Mikrofons nie einen seiner Bandkollegen auszuknocken.

Bei dieser zweiten Show im Shea Stadium (126 Min.) kamen Who-Fans trotz des Regens vor allem wegen der selten gespielten Songs auf ihre Kosten, darunter Tattoo, Naked Eye und eine - recht spontane - Version von I saw her standing there, bei der John Entwistle mal darf. Sein Twist and Shout ist ein furioser Ausklang, und mein persönliches Lieblingslied ist die neunminütige Version von Drowned. Das Bonusmaterial vom Vorabend (19 Min.) ist, zumindest auf DVD, von nicht so guter Bildqualität wie der Hauptteil. Neben zwei überflüssigen Wiederholungen (Substitute, I can't explain) gibt's dort zusätzlich ein sehr straffes My Generation sowie A Man is a Man und 5:15. Und obwohl ich das damals aktuelle Who-Album "It's hard" für eines ihrer absolut schwächsten halte, kann ich mit den fünf stärkeren Songs gut leben, die sie daraus live spielten.

Kameraführung und die Bildregie gefallen mir sehr gut, und die Bildqualität meiner DVD ist auch sehr gut, nicht nur eingedenk des Entstehungsjahres. Der Sound ist ebenfalls sehr gut - hätte ich fast geschrieben, denn jetzt kommt mein großes Aber: Das Publikum klingt die ganze Zeit über so, als sei es von außerhalb des Stadions aufgenommen worden, was beim Kameraschwenk über die Massen doch irritiert. Alle Musiker sind sehr gut zu hören, aber ich weiß nicht, was Bill Pridden, seit Jahrzehnten Soundmann bei den Who, und seinen Techniker geritten hat, denn sie haben - ich beziehe mich auf den Stereomix - Pete Townshend ohne ersichtlichen Grund durchgehend viel zu leise abgemischt. Auch wenn er der Hauptsänger ist, wird sein Gesang nicht lauter ausgepegelt als bei seinen Harmoniegesang-Passagen. Seine Gitarre ist nur dann einigermaßen zu hören, wenn er alleine spielt; sobald die Band einsteigt, geht sie im Mix unter, was bei seiner tollen Rhythmusarbeit, aber besonders bei seinen Soli sehr ärgerlich ist. Sowas passiert Amateuren am Mischpult beim Stadtfest, war aber an diesem Abend im Stadion ganz sicher nicht der Fall, und es hätte sich im Studio mit Sicherheit viel besser machen lassen, wie schon 1997 die Bonustracks auf "Face Dances" und "It's hard" zeigen (The Quiet One stammt von diesem Abend).

Alles in allem eine tolle Show, aber so sehr ich mich auf diese DVD gefreut habe, dafür muss ich einen Punkt abziehen. Wer Townshend besser verstehen und seine brillante Gitarrenarbeit hören will, muss auf das Album "Who's Last" oder die CD/DVD "Live in Toronto" ausweichen, deren Bildqualität allerdings mit der vom "Shea Stadium" bei weitem nicht mithalten kann. Für Bassisten hingegen - und John Entwistle-Fans im Besonderen - ist dieser Mitschnitt nicht zuletzt ein leckeres Dokument seiner Virtuosität und seines Ideenreichtums.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 16, 2015 4:46 PM MEST


Eric Clapton & Friends - Live 1986
Eric Clapton & Friends - Live 1986
DVD ~ Eric Clapton
Wird angeboten von CD-DVD-Tonträger Berlin
Preis: EUR 5,79

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "Okay Jungs - zurück ins Hotel!", 13. Juli 2015
Rezension bezieht sich auf: Eric Clapton & Friends - Live 1986 (DVD)
Claptons Plattenfirma hatte ursprünglich für 1987 eine Live-CD mit ihm geplant, wofür 1986/'87 acht Shows mitgeschnitten und teilweise auch gefilmt wurden. Eine davon (Birmingham 15.7.1986) resultierte in vorliegender DVD. Clapton wurde von Greg Phillinganes (keyb) und Nathan East (b) begleitet, beide nicht nur hervorragende Musiker, mit denen Clapton noch viele Jahre spielte, sondern auch sehr kompetente Sänger, die nebenbei für gute Laune auf der Bühne sorgten und die Lücken, die Jack Bruce und sogar Tina Turner gesanglich ließen, mehr als passabel füllten. Phil Collins hatte Claptons aktuelle Alben "Behind the Sun" und "August" produziert, und so spielte er natürlich Schlagzeug. Dass er sein unvermeidliches In the Air tonight ins Programm schummeln durfte, geschenkt...

Etwas unklar bleibt, warum es vom Konzert nur neun Songs in den Film (58 Min.) schafften; unveröffentlicht blieben Wanna make Love to you, Same old Blues, Behind the Mask, Cocaine und Further on up the Road. Badge und Let it rain zumindest waren drei Jahre später Bonustracks auf der Bad Love Maxi-CD, und I shot the Sheriff soll auf irgendeiner B-Seite auftauchen.

Amüsant, wie Eric Clapton am Konzertbeginn allein auf der Bühne mit dem Riff zu Crossroads einsteigt und Phil Collins hinter der Bühne, gerade als die Restband loslaufen sollte, witzelt: "Okay, Jungs - zurück ins Hotel!" Ein origineller Einfall der Bildregie ist, am Ende von Layla schon mal den üblichen Abspann einzublenden und diesen dann zu unterbrechen, damit die Band noch "spontan" Sunshine of your Love als Zugabe spielen kann. In diesem Song trifft ein grinsender Clapton einen Ton nicht, worauf ein "Sorry!" eingeblendet wird.

Zu dieser Zeit schafften es mit White Room und Sunshine of your Love seit langem mal wieder ein paar Cream-Songs die Setliste. Neu waren die vier Songs von "August": Holy Mother überzeugt mich erst live gespielt, während meine Hoffnungen zerstört werden, dass Run, Miss you und Tearing us apart auf der Bühne gewinnen könnten: besonders letzterer wird von den gleichen schrecklichen vorprogrammierten Percussion-Spuren zugemüllt, die mir bereits die Studioversionen so verleiden. Es hatte schon seinen Grund, dass derlei Spielereien schon bald darauf für immer verschwanden.

Wer ein (fast) komplettes, doppelt so langes Konzert dieser Tournee sehen will, sei auf die DVD "Live at Montreux" (10.7.1986) verwiesen. Die DVD vom Konzert in Birmingham bleibt ein netter Einblick in Claptons '86er Konzerte; immerhin gibt's Run nur hier zu sehen (und zu hören als Bonustrack auf der Tearing us apart-Maxi-Single). Bild und Ton sind dreißig Jahre alt und völlig okay.


1964-1993
1964-1993
Wird angeboten von Bear Family Records GmbH
Preis: EUR 49,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Paul Simon 1957 - 1991, 7. Juli 2015
Rezension bezieht sich auf: 1964-1993 (Audio CD)
Gibt es von Elvis Presley unendlich viel mehr Sampler als Original-Alben, so dürften sich diese bei Paul Simon in etwa die Waage halten. Nach seinem Erfolg mit "Graceland" (1986) musste er niemandem mehr etwas beweisen und konnte sich mit einem neuen Album so viel Zeit lassen, wie er wollte; zur Überbrückung gab seine Plattenfirma 1993 diese Dreifach-CD heraus, eine erweiterte Fassung der zeitgleich veröffentlichten Doppel-CD "Paul Simon Anthology".

Diese Anthologie beginnt mit der "Tom & Jerry" (alias Simon & Garfunkel)-Single Hey, Schoolgirl und widmet sich nach neun obligatorischen Simon & Garfunkel-Hits Simons Solokarriere von "Paul Simon" (1972) bis zu seinem damals aktuellen Album "Concert in the Park", weshalb der Titel der Box strenggenommen "1957 / 1991" lauten müsste. Bis auf Hey, Schoolgirl, das von einer knisternden Vinyl-Single übernommen wurde, ist die gesamte Box hervorragend überspielt worden, und die Songauswahl, unter Paul Simons Aufsicht vorgenommen, bietet einen sehr ausgewogenen Einblick in alle seine Soloalben, wobei der Schwerpunkt verständlicherweise auf dem Erfolg und den Nachwehen von "Graceland" liegt (CD 3). Dieses Mal hat man zwischen den einzelnen Titeln so gut wie keinen Leerlauf gelassen, das fand man damals wohl schick.

Der zusätzliche Kaufanreiz für Sammler in Form von sechs Bonustracks hat sich inzwischen etwas überholt: Leaves that are green ist mittlerweile offiziell auf "The Paul Simon Songbook" erhältlich, und Thelma, ein Outtake von "Rhythm of the Saints", ist dem Remaster seit längerem als Bonustrack beigefügt. The Breakup ist ein kurzer Studio-Dialog von 1973, in dem Paul Simon den pedantischen Regisseur gibt, der Art Garfunkel ständig beim Versuch verbessert, ein offizielles Statement über die Trennung des Duos einzusprechen. Das ist einerseits witzig, lässt aber gleichzeitig die Spannungen erahnen, die Simon & Garfunkel seit Ewigkeiten begleiten. Interessant ist Paul Simons Demo-Version von Bridge over troubled Water. Still crazy after all these Years schließlich wird im Booklet als Livemitschnitt vom 4.7.1991 in Dortmund deklariert und auch von Paul Simon so kommentiert; die Plattenfirma hat sich aber offenbar nach der Drucklegung leider entschlossen, stattdessen einfach eine etwas wärmer und präsenter abgemischte Version von "Concert in the Park" zu verwenden.

Das 44-seitige Booklet enthält eine Diskographie, genaue Besetzungsangaben zu fast jedem Titel, Paul Simons persönliche Anmerkungen zu einigen Songs aus der Periode 1972-1981 sowie Artikel von Phil Glass, Kevin Howlett und Paul Zollo. Schöne Aufmachung, prima Songauswahl und toller Sound: wäre ich bereits 1993 auf diese Box gestoßen, wäre ich mit Sicherheit schon viel früher Paul Simon-Fan geworden!


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