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Beiträge von Toby Tambourine
Top-Rezensenten Rang: 823
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Rezensionen verfasst von
Toby Tambourine (Gießen)
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 1000 REZENSENT)   

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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sont des chansons qui vont tres bien ensemble, 9. April 2011
Dieses Konzert, mitgeschnitten am 20.7.2008 in Quebec während der Promotion-Tour zu Paul McCartneys damals aktuellen Album "Memory almost full", war offenbar eine TV-Liveübertragung, worauf auch die Tatsache hinweist, dass das Konzert vorm zweiten Zugabenteil ausgeblendet wird; wie mein Vorrezensent schreibt, ist es höchst unwahrscheinlich, dass Paul die Bühne verlässt, ohne Yesterday, Hey Jude und sein Sgt. Pepper's/The End-Medley gespielt zu haben. Er macht zur Freude des Publikums ein paar Ansagen auf Französisch, und einige der englischen werden auf der großen Videoleinwand simultan übersetzt. Bildregie und Kameraführung sind angenehm ausgewogen, und gelegentliche Rückkopplungen sowie ein paar kleine Schnitzer in der Band zeigen, dass das Konzert nicht nachbearbeitet worden ist. Beim zweiten Instrumentalteil von Live and let die zünden Kanonenböller und Feuerwerk ein paar Sekunden zu spät, die Band schaut verdutzt, lässt sich den Spaß aber nicht nehmen, denn sie ist ausgeruht und gut aufgelegt; zudem ist Paul gut bei Stimme.

Die Setliste nimmt in groben Zügen seine genau ein Jahr später aufgenommene CD/DVD "Good Evening New York City" vorweg, nur dass die E-Gitarren hier fetter klingen. Durch Hinzunahme von Songs wie Good Day Sunshine, Penny Lane und Let 'em in und dadurch, dass einige Rocker wie I saw her standing there, I'm down, Get back und Helter Skelter fehlen, ist das Konzert überraschend keyboardlastig ausgefallen.

Interessant für McCartney-Fans wird diese DVD durch die Variablen in der Setliste, die neben den festen Bestandteilen Abwechslung ins Tourprogramm bringen, z.B. C Moon, I'll follow the Sun, Good Day Sunshine, Penny Lane und das Medley aus Too many People und She came in through the Bathroom Window.

Ist das Konzert mit 123 Minuten auch nicht ganz vollständig, sind Bild und Ton sehr gut, und besonders angesichts des günstigen Preises kann man mit dieser DVD nichts falsch machen.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 11, 2013 6:25 PM CET


Rubber Soul (Remastered)
Rubber Soul (Remastered)
Preis: EUR 7,99

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das "Pot-Album", 6. April 2011
Rezension bezieht sich auf: Rubber Soul (Remastered) (Audio CD)
Mit "Rubber Soul" gelang den Beatles 1965 der Übergang von der Pubertät zur Adoleszenz. (Der Albumtitel, ein Wortspiel um Gummi-Sohle/Gummi-Seele, entsprang dem Begriff Plastic Soul, den farbige Musiker für Mick Jagger gebrauchten.) Es war das letzte Beatlesalbum, das unter Zeitdruck - in nur vier Wochen - für den Weihnachtsmarkt entstand; sie hatten die anstrengenden Tourneen langsam satt und begannen, im und mit dem Studio zu experimentieren, was dann in den nächsten beiden Jahren zur vollen Blüte kam.

Mit "Rubber Soul" begannen die Beatles, in Album-Kategorien zu denken, d.h. sie konzipierten das Album nicht mehr als Sammlung potenzieller Hitsingles wie bisher, sondern als im Ganzen funktionierende Einheit. Brian Wilson musste beim ersten Hören anerkennen, dass bei diesem Album jeder Song so gut war, dass es ihn wiederum zu den Höchstleistungen von "Pet Sounds" anspornte.

Wie mittlerweile bekannt, waren die Beatles während "Rubber Soul" gestandene Kiffer und bemüht, ihren musikalischen und thematischen Horizont zu erweitern: hatten ihre bisherigen Songtexte überwiegend von Liebe gehandelt, schrieben sie nun auch Songs wie Drive my Car und Norwegian Wood mit Comedy-Einschlag (der sich auch in dem "tit-tit-tit"-Chor in Girl zeigte). Michelle hatte einen französischen Refrain, und McCartneys Texte von You won't see me, I'm looking through you und We can work it out (der parallel erschienenen Single) waren nicht mehr rein fiktiver Natur, sondern von realen Konflikten in seiner Beziehung mit Dauerfreundin Jane Asher inspiriert.

The Word darf als erster Beatles-Song mit einer Botschaft gelten, der Songs wie All you need is Love, Revolution und Lennons spätere Songs wie Give Peace a Chance, Imagine, Power to the People etc. ankündigte. (Zudem vermute ich aufgrund des Sounds und der Positionierung im rechten Kanal, dass der Bass bei The Word als erstem Beatles-Song eine eigene Aufnahmespur bekam, was dann ab "Revolver" zum Standard wurde.) In Run for your Life drohte Lennon seiner Holden zur Abwechslung mit unverhohlener Eifersucht, in Girl setzte er sich kritisch mit dem Christentum auseinander, in Nowhere Man besang er anschaulich seine zunehmende Apathie und innere Leere angesichts des Ruhmes als Beatle, und In my Life (für das George Martin ein wundervolles Barockpianosolo einspielte) war eine erstaunlich altersweise Lebensrückschau für den damals gerade mal 25-Jährigen.

George Harrison lieferte mit Think for yourself und If I needed someone zum ersten Mal ebenbürtige Eigenkompositionen; im Sound und im Riff von If I needed someone (von Bells of Rhymney von den Byrds entlehnt) gab er das Kompliment mit der zwölfsaitigen Rickenbacker an die Byrds zurück.

Auch instrumental streckten sich die Beatles mit dem Einsatz von Harrisons damals exotischer Sitar in Norwegian Wood, dem zahllose weitere folgten, z.B. bei Paint it black von den Rolling Stones oder Scott McKenzies San Francisco. Neu war auch Pauls verzerrter Bass in Think for yourself.

Das Album ist nicht ohne Füller: um auf die - zumindest in England - üblichen 14 Songs zu kommen, polierte man mit Wait einen Outtake aus den "Help!"-Sessions auf, und für Ringos obligatorischen Beitrag What goes on kramten die Beatles einen Song hervor, den sie 1963 bei den Sessions für From me to you schon mal versucht hatten, aufzunehmen (nebenbei der einzige Song mit der Autorennennung Lennon/McCartney/Starkey).

Auf der US-Ausgabe von "Rubber Soul" fehlten Drive my Car, Nowhere Man, What goes on und If I needed someone, dafür wurden hier I've just seen a Face und It's only Love von der britischen "Help!" nachgereicht, was der US-Version einen deutlich akustischeren Anstrich verlieh. Auf der US-CD finden sich zwei Raritäten: am Anfang von I'm looking through you sind die beiden Fehlstarts auf der Akustikgitarre zu hören, und von The Word gibt es einen alternativen Stereomix, bei dem Johns Stimme während der Strophen gedoppelt war, der Bass von rechts nach links wanderte und dafür Pauls hohe, dritte Stimme während der beiden Schlussrefrains besser zu hören ist (vgl. "Capitol Albums Vol. 2").

Wie damals in England üblich, wurden We can work it out und Day Tripper nicht aus dem Album ausgekoppelt, sondern als Single veröffentlicht, und zwar als erste Beatles-Single mit doppelter A-Seite; ich bin etwas enttäuscht, dass man sie nicht einmal 2009 mit auf das Remaster gepackt hat. Für die kompositorische Qualität des Albums spricht allein schon die Tatsache, dass - die Single mitgerechnet - die Hälfte der Songs aus den "Rubber Soul"-Sessions es später auf das berühmte "Rote Album" schafften, so viel wie von keinem anderen Beatlesalbum, und zwar zu Recht!

"Rubber Soul" mag nicht so innovativ sein wie "Revolver", nicht so revolutionär wie "Sgt. Pepper's", nicht so abwechslungsreich wie das "Weiße Album" - aber es hat dank der tollen Kompositionen eine durchweg wunderschöne, herbstlich-romantische Gesamtstimmung, die im Coverfoto stimmig eingefangen ist, und deswegen bleibt es mein zweitliebstes Beatlesalbum gleich nach "Abbey Road".

(P.S. Persönlicher Nachtrag zur Produktion: Seit I want to hold your Hand hatten die Beatles auf vier Spuren aufgenommen, und die Stereo-Mixe der drei folgenden Alben wurden dementsprechend abgemischt: Rhythmusspur links, Soli und andere Overdubs rechts, Gesang mittig. Obwohl ebenfalls eine Vierspuraufnahme, erschien jedoch der originale Stereomix von "Rubber Soul" im Pingpong-Stereo der ersten beiden Beatlesalben, also Rhythmusspur links, Overdubs und Gesang rechts, die Gesangsspuren höchstens mal auf beide Kanäle verteilt; über die gesamte Albumlänge von gut 35 Minuten kommt kein einziges Signal aus der Mitte des Stereospektrums, was für 1965 wie ein Rückschritt anmutet. Wohl deshalb schob George Martin bei der Aufbereitung des Beatles-Katalogs für CD 30 Jahre später bei "Rubber Soul" in vielen Fällen die Rhythmusspur auf dem linken und den Gesang auf dem rechten Kanal erheblich weiter zur Mitte hin, um den Mix voller klingen zu lassen. Leider wurden diese halbgaren '87er Remixe auch bei den offiziellen Remasters 2009 wiederverwendet; die '65er Original-Stereomixe von "Help!" und "Rubber Soul" sind nur als Bonustracks in der Mono-Box zu finden - dafür immerhin gänzlich unkomprimiert; auch wurde bei dieser Gelegenheit das dicke "Fump" im Solo von Run for your Life (1:07) ausgemerzt. Nowhere Man und Think for yourself, die 1999 für den "Yellow Submarine"-Songtrack neu abgemischt wurden, zeigen, wie man es bereits 1987 hätte besser machen können: Rhythmusspur in der Mitte, Overdubs wie gehabt rechts oder links, aber den Gesang räumlich über die Stereokanäle verteilt. Meine Traum-Version von "Rubber Soul" ist eine Deluxe Edition mit allen drei Varianten zur freien Auswahl: die Original-Mono- und Stereomixe von 1965 sowie der Remix von '87, samt der Single We can work it out/Day Tripper - vielleicht wird's ja was 2015 beim 50jährigen Albumjubiläum...?)
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 1, 2013 3:31 AM MEST


14:Pumuckl und das Goldene Herz/Pumuckl und der Wa
14:Pumuckl und das Goldene Herz/Pumuckl und der Wa
Preis: EUR 5,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Herzig, 4. April 2011
Beim Spielen im Hof verliert der Pumuckl seine Glaskugel und ist darüber ganz betrübt, bis er einen Kettenanhänger in Form eines kleinen goldenen Herzens findet, den er auch nicht wieder hergeben will, als sich herausstellt, dass die Bärbel ihn schmerzlich vermisst. Das Schöne an dieser Geschichte ist, dass der Meister Eder dem Pumuckl zwar ins Gewissen redet, ihm aber nicht mit einer moralischen Strafpredigt kommt wie in einigen anderen Pumuckl-Geschichten, sondern ihn von selber darauf kommen lässt, dass man nur dann richtig glücklich sein kann, wenn es nicht auf Kosten anderer geht. Am Ende willigt der Pumuckl nicht nur in den Tausch des goldenen Herzens gegen seine Glaskugel ein, sondern bekommt vom Eder darüber hinaus ein eigenes kleines Goldherz.

Bei einem Waldspaziergang entdecken Meister Eder und sein Pumuckl zwei Umweltsünder, die mit dem Auto ihre Müllsäcke im Wald abladen. Der empörte Pumuckl entdeckt den "Waldkobold" in sich und nimmt die Sache in die Hand: auf pfiffige Weise sorgt er dafür, dass die beiden nicht nur erwischt werden, sondern ihre Mülltüten wieder mitnehmen und auch noch die Abschleppkosten für ihr Auto übernehmen müssen, wobei der Meister Eder natürlich mitspielt. Diese Episode ist eine meiner absoluten Lieblingsfolgen, da Eder und Pumuckl wie das gut eingespielte Team zusammen arbeiten, das sie ja auch sind.

Beide gelungenen Pumuckl-Geschichten zusammen machen diese 14. Folge zu einer der vergnüglichsten in der Reihe mit Gustl Bayrhammer als Meister Eder.


Layla and Other Assorted Love Songs (Deluxe Edt.)
Layla and Other Assorted Love Songs (Deluxe Edt.)
Wird angeboten von Fulfillment Express
Preis: EUR 35,01

25 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen You got me on my knees, 24. März 2011
Zum 40. Jahrestag gibt es "Layla and other assorted Love Songs" endlich als Deluxe Edition. CD 2 enthält genau die essenziellen Songs, die die Ausgabe zu einem Rundum-Glücklich-Paket machen: neben dem unverzichtbaren Mean old World, einem Outtake mit Duane Allman an der zweiten akustischen Slidegitarre, der schon seit Anfang der Siebziger immer wieder auf Duane Allman- und Clapton-Samplern auftaucht, gibt es auch hier wieder einige Songs, die wir schon von Claptons "Crossroads"-Box (1988) kennen:

Tell the Truth war 1970 die A-Seite einer nur kurzzeitig erhältlichen Dominos-Single, und beim Hören wird auch klar, warum die Band die Single bald wieder zurückzog: der Song wird in einer derartigen Hochgeschwindigkeitsversion eingespielt, dass die Dominos zu Recht fanden, der Song gebe noch nicht ihren wahren Sound wieder (er tauchte Anfang der Siebziger auf dem raren Sampler "History of Eric Clapton" auf). Die B-Seite, Roll it over (mit George Harrison und Dave Mason an weiteren Gitarren), war schon besser, der Song kam für lange Zeit nur auf Claptons Live-Alben "In Concert" und "Rainbow Concert" zu Ehren. Beide Songs entstanden bereits während Sessions für Harrisons "All Things must pass", sie erscheinen hier wieder in ihrem '87er Remix von "Crossroads".

Im Zuge ihrer Amerika-Tournee traten die Dominos kurz nach den Aufnahmen für das später erschienene "In Concert"-Album am 5.11.'70 als Gäste in Johnny Cashs Fernsehshow auf, und entsprechend gut eingespielt präsentierten sie It's too late, Got to get better in a little While, Matchbox (mit Carl Perkins) und Blues Power. Ich hatte vom Auftritt der Dominos schon im Zusammenhang mit Johnny Cashs DVDs von diesen Fernsehshows gelesen, ihn aber noch nicht gesehen, und hier erscheinen die Audioversionen zum ersten Mal offiziell. Die Klanqualität dieser Monoaufnahmen ist für einen Fernsehmitschnitt von 1970 erstaunlich gut; etwas kurios ist, dass einzig Bobby Whitlocks Harmoniegesang und Carl Perkins' Gitarre links im Stereospektrum auftauchen.

Im Frühjahr 1971 gingen die Dominos ein letztes Mal für ein neues Album ins Studio, wo sie sich dann derart zerstritten, dass sie nie wieder miteinander musizierten, auch wenn Clapton noch auf den nächsten zwei Alben von Bobby Whitlock zu hören war und Carl Radle von '74 bis '78 sein permanenter Bassist blieb. Fünf der Songs, die dabei entstanden, gab's bereits auf "Crossroads" zu hören; sie wurden für diese Deluxe Edition von Andy Johns neu abgemischt, und für die beiden Versionen von Got to get better in a little While spielte Bobby Whitlock - fast 40 Jahre später - die fehlenden Keyboard- und Gesangsoverdubs ein. Schade, dass Whitlock keine weiteren Alben mit Clapton aufnahm und man von ihm seit Mitte der Siebziger so wenig gehört hat (seine frühen Alben sind lange vergriffen), die beiden haben klasse zusammen gesungen.

Leider wurde, anders als bei den meisten anderen Deluxe-Edition-Ausgaben, auf jeden Begleittext im Booklet verzichtet; die Qualität der Aufnahmen rechtfertigt in diesem Falle aber keinen Punketabzug. Wer mehr möchte, sollte sich nach der limitierten Super-Deluxe-Ausgabe mit Doppel-LP, vier CDs plus DVD umschauen. Schöne Einblicke geben auch die beiden Bonus-CDs der Sonderausgabe zum 20jährigen Jubiläum von 1990.

Der Sound des Albums ist erwartungsgemäß deutlich stärker komprimiert als die '96er Vorgänger-Ausgabe; hier wäre weniger mehr gewesen, das Ohr kommt leider kaum noch zum "Atmen".

Über dieses Album ist in den letzten 40 Jahren schon sehr viel geschrieben worden, ich rezensiere es irgendwann mal gesondert, vorab nur soviel: ich wünschte, Eric Clapton hätte seine Alben "Me and Mr. Johnson" und "Sessions for Robert J." in dieser Inkarnation als Derek and the Dominos eingespielt und nicht erst 2004 als gestandener und abgeklärter Rockstar - er war nie wieder näher am dafür erforderlichen Feuer und der nötigen Seelenpein dran als auf "Layla".


LENNONYC (Doku)
LENNONYC (Doku)
DVD ~ John Lennon
Preis: EUR 7,99

9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Die Zeit verwundet alle Heilung" - oder so..., 3. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: LENNONYC (Doku) (DVD)
Mit "LENNONYC" beleuchtet Michael Epstein John Lennons Jahre in New York von 1971-1980 und seine Liebe zu dieser Stadt. Der Mensch und Musiker wird dabei nicht zu einem Heiligen verklärt, sondern mit einigen seiner Schwächen porträtiert, wobei selbstverständlich keine Schmutzwäsche gewaschen wird. Die Doku lebt von den zahlreichen Interviewpartnern, allen voran natürlich Yoko Ono, die erstaunlich weich und authentisch rüberkommt, dann u.a. Jack Douglas, der Produzent von "Double Fantasy", Roy Cicala, Toningenieur einiger Lennon-Alben, May Pang, Lennons Geliebte während seines "Verlorenen Wochenendes" 1973/74, Photograph Bob Gruen, und Elton John, der 1974 mit Lennon bei mehreren Songs zusammenarbeitete und für dessen letzten öffentlichen Auftritt er mitverantwortlich war. Wichtig sind aber auch Leon Wildes, Lennons Anwalt beim Kampf um seine Green Card, sowie einige der Musiker, die an Lennons Alben beteiligt waren: Klaus Voormann (bg) sowie Jim Keltner und Andy Newmark (dr), Hugh McCracken und Earl Slick (g) - und nicht zu vergessen zwei Musiker der Elephants Memory Band, Bassist Gary Van Scyoc und Keyboarder Adam Ippolito!

Natürlich kommt Lennon selber mit seinem Wortspiel-Humor nicht zu kurz (s. Überschrift); gewürzt ist der Film mit zahlreichen Film- und (leider meistens sehr kurzen) Songausschnitten, viele davon aus bisher offiziell nicht zugänglichen Lennon-Demos, Live-Versionen und Studiosessions. Auffallend ist das Fehlen von Lennons Söhnen Julian und Sean als Interviewpartner.

Die deutschen drüber synchronisierten Stimmen stören eher, ich ziehe den Original-Ton mit den deutschen Untertiteln vor, die bis auf zwei Kleinigkeiten sehr gut übersetzt sind (an einer Stelle wird "Yippies" mit "Hippies" übersetzt). Ausschnitte aus den Sessions zu "Double Fantasy" rahmen die 115minütige Doku ein, die ausführlich - und ohne nennenswerte Überschneidungen mit dem '88er Film "Imagine: John Lennon" - Lennons Leben in New York thematisiert: seinen Umzug mit Yoko nach New York und sein Bedürfnis nach Kontakt zur dortigen Szene aus Künstlern und politischen Aktivisten, die permanente Drohung, aus den USA abgeschoben zu werden, den daraus resultierenden Stress in seiner Beziehung zu Yoko, der wiederum seinen Umzug nach L.A. mit sich brachte, Johns und Yokos Versöhnung und ihr Rückzug nach New York, Seans Geburt, die Erteilung der Green Card und schließlich den erneuten Ausbruch von Lennons kreativen Kräften nach fünf Jahren Abstinenz vom Musikgeschäft, der leider jäh durch seinen Mörder Mark Chapman beendet wurde.

Aufgrund der trotz des Alters der Quellen durchaus befriedigenden Bild- und Tonqualität scheint mir die Anschaffung auf DVD ausreichend. Bonusmaterial gibt's keins, das ist aber sowieso häufig eine etwas zweifelhafte Angelegenheit, zumal ich oft finde, das Bonusmaterial hätte auch gleich in den Hauptfilm integriert werden können.

Ich bin seit 1978 Beatles-Fan, aber erst Michael Epsteins Doku kann mir zum ersten Mal anschaulich vermitteln, warum Lennon 1971 überhaupt mit Yoko nach New York ging - für immer, wie sich herausstellen sollte - und warum genau er sich den Ärger des FBI zuzog. Das Akustik-Demo von Watching the Wheels, meinem Lieblingssong auf "Double Fantasy", im Abspann ist ein rührender Ausklang dieser gelungenen Doku über Lennons Leben nach den Beatles.


Gold
Gold
Preis: EUR 7,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Mercury-Jahre 1969-1974, 22. Januar 2011
Rezension bezieht sich auf: Gold (Audio CD)
"The Mercury Anthology 1969-1974" (1992), "Handbags & Gladrags" (1995) oder bereits die beiden Doppel-LPs "The Best of Rod Stewart, Vol. 1 & 2" aus den Siebzigern - nicht nur aus vertragsrechtlichen, sondern vor allem aus musikalischen Gründen macht es Sinn, sich auf einer Doppel-CD auf Stewarts erste fünf bei Mercury erschienenen Alben zu konzentrieren, denn hier widmete er sich noch, unterstützt von den Faces und weiteren seelenverwandten Musikern, mit seinem unnachahmlichen trockenen Humor handgemachtem, unbekümmertem Pub- und Bluesrock (Street Fighting Man), gefühlvollen Balladen (Only a Hobo) und Soulcovers (Twistin' the Night away), denen er parallel auch auf den Faces-Alben frönte - wobei es ein offenes Geheimnis war, dass die etwas besseren Stewart-Kompositionen immer irgendwie auf seinen Solo-Alben landeten, ein vielleicht nicht ganz unerheblicher Anstoß zur Trennung der Faces 1975.

In der Folge wechselte Stewart die Plattenfirma und wandte sich mit amerikanischen Musikern und Produktionen dem glatteren, radiotauglicheren Mainstream zu (Stichwort "Sailing"), der ihm zu dem Weltruhm verhalf, den er mit den Faces nie erreicht hätte, von dem er aber auch bis heute nie richtig gesundet ist, was mich betrifft.

Bei fünf Alben überrascht es nicht, dass sich die Titelauswahl auf "Gold", chronologisch sortiert, zu großen Teilen mit den beiden eingangs erwähnten CDs deckt: "An old Raincoat won't ever let you down" und "Smiler" sind, ihrem Qualitäts- bzw. kommerziellen Standard entsprechend, jeweils zur Hälfte vertreten, "Never a dull Moment" zu zwei Dritteln, "Gasoline Alley" fast (bis auf einen Song) und das Hammer-Album "Every Picture tells a Story" komplett. Abgerundet wird die Doppel-CD mit der Kuriosität Pinball Wizard und der Single What's made Milwaukee famous sowie zwei von den fünf '74er Outtakes, die erstmals auf "Handbags & Gladrags" auftauchten.

Das Mastering ist Standard, und auf "Gold" finden sich alle wichtigen Rod Stewart-Songs von seinen ersten fünf Mercury-Alben. Wer damit noch nicht genug hat, greift am besten gleich zur Dreifach-CD "Reason to believe - The complete Mercury Recordings 1969-1974", die in tollem Mastering alle diese Alben inklusive rarer Single-A- und B-Seiten und Outtakes enthält.


Before the Flood
Before the Flood
Preis: EUR 17,17

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Endless Highway, 3. Dezember 2010
Rezension bezieht sich auf: Before the Flood (Audio CD)
Nach seinem Motorradunfall 1966 hatte sich Dylan für viele Jahre von Liveauftritten zurückgezogen. Wenige populäre und teilweise wohldokumentierte Ausnahmen wie 1969 auf der Isle of Wight oder 1971 bei George Harrisons "Concert for Bangla Desh" bestätigten die Regel. Nun legte er, abgesehen von der George Jackson-Single, fünf neuen Songs auf "More Bob Dylan Greatest Hits" und dem Soundtrack zu "Pat Garrett & Billy the Kid", Anfang 1974 mit "Planet Waves" sein erstes "richtiges" Album seit fast vier Jahren vor, was sicher den großen Andrang nach seinen Konzerttickets bei seiner ersten Tournee seit acht Jahren erklärte (Gerüchten zufolge sechs Millionen Vorbestellungen). Und was lag näher, als sich dabei wieder der Dienste von The Band zu versichern, die ihn auf eben jener '66er Tournee, den "Basement Tapes" sowie bei seinem Isle of Wight-Konzert und auf "Planet Waves" begleitet hatten? The Band ihrerseits hatten seit "Cahoots" '71 auch keine neuen Eigenkompositionen mehr vorgelegt.

Das Tourdokument "Before the Flood" belegte eindrucksvoll, dass The Band in letzter Zeit vielleicht nicht so kreativ gewesen waren, dafür aber nichts von ihrer Live-Power verloren hatten. Es fällt auch auf, dass sie in Titelgebung und Gestaltung des Innencovers (das nicht von ungefähr an die von "Rock of Ages" erinnert) als absolut gleichwertig präsentiert werden und nicht bloß als Dylans Begleitband.

Über die Gründe für Dylans Rückkehr auf die Bühne kann nur spekuliert werden - die Tournee war zweifellos äußerst lukrativ, aber waren es Geldsorgen oder Dylans Angst vor dem Vergessenwerden? Im Begleittext zu Dylans "Bootleg Series Vol. 5 - Rolling Thunder Review" klingt an, es könnten beginnende Eheprobleme gewesen sein, die ihn on the road trieben, und Fakt ist, dass Dylan 1974 im Zeitraum eines Jahres drei Alben veröffentlichte und dass auf Folgealben seine Trennung von Sara bestimmendes und teilweise erstaunlich offen behandeltes Thema bleiben würde. In diesem Sinne verstehe ich persönlich auch den Albumtitel "Vor der Sintflut" (d.h. vor der Trennung) - aber wie üblich bietet Dylan einen so weiten Interpretationsrahmen, dass man solche Dinge nicht überbewerten sollte.

Was immer Dylans Gründe waren: die Zeit war definitiv reif, und er war es auch. Er war hörbar "Herr der Lage", wie ein Kritiker schrieb, seine Stimme kraftvoll und kompromisslos, fast zornig, und The Band begleiteten ihn dabei ebenso kraftvoll wie vital. Die Tour und Dylans erstes Live-Album legten Zeugnis davon ab, dass er seine Songs live nicht einfach reproduzieren, sondern ihnen durch Tonart- und Taktwechsel und neue Arrangements neues Leben einhauchen würde.

Höhepunkte sind für mich vor allem zwei Songs: beim Intro von Like a Rolling Stone habe ich immer das Bild eines Oldtimers vor Augen, der mit der Kurbel angeworfen wird und dann so richtig Fahrt aufnimmt; und die Publikumsreaktion auf die Zeile "selbst der Präsident der Vereinigten Staaten muss manchmal die Hosen runterlassen" (in It's alright, Ma (I'm only bleeding) von 1965) angesichts der damals aktuellen Watergate-Affäre zeigte, dass Dylans Songs nicht nur zeitlos, sondern rückwirkend prophetisch sein können! Dies traf dann Jahre später auf Clintons Lewinsky-Affäre erneut zu.

Von den 21 Songs bestritten The Band acht alleine, sie lieferten klasse Versionen einiger ihrer stärksten Songs und machten auf "Before the Flood" mit When you awake und Endless Highway dem Publikum zwei unveröffentlichte Songs zugänglich. Richard Manuels Gesang auf Dylans I shall be released (für mich die definitive Fassung unter allen Coverversionen) scheinen nicht alle zu mögen - ich finde seinen brüchigen Gesang sehr ergreifend.

Schade allerdings, dass sich die Plattenfirma bei der Songauswahl von Dylans Stücken - bis auf die Eröffnungsnummer Most likely you go your Way (And I'll go mine) - fast ausschließlich auf ein Greatest-Hits-Programm festlegte; Frederik Hetmann (1979) schreibt von 80 geprobten Songs und Robert Shelton (1986) von 35 Stunden mitgeschnittenem Live-Material. Sony hat sich entschieden, keinerlei Bonustracks zu veröffentlichen, damit muss man leben. Seit 2005 findet sich zumindest eine Proben-Version von Highway 61 revisited auf "A Musicla History" von The Band.

Ich fand immer schon witzig und erfrischend, dass man sich gar keine Mühe machte, zu verbergen, dass die Platte aus mehreren Shows zusammengeschnitten wurde; bei ein paar Songs kommt Dylans Gitarre von rechts, Robertsons von links, bei anderen umgekehrt. Und ich fand schon zu LP-Zeiten, dass sie für eine Liveaufnahme von 1974 erstaunlich gut klang, und das Remaster von 2009 brachte die erwartete Klangverbesserung gegenüber der CD-Erstauflage sowie ein paar Extra-Fotos.

Dylan hatte im Laufe seiner Karriere noch einige Hänger, aber "Before the Flood" dokumentierte seine endgültige Rückkehr auf die Bühne, die er Ende der Achtziger dann noch zu seiner "Never Ending Tour" erweiterte.


Deepest Purple (30th Anniversary Edition)
Deepest Purple (30th Anniversary Edition)
Wird angeboten von DVDMAXXX
Preis: EUR 16,99

9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Darauf habe ich fast 30 Jahre lang gewartet!, 7. November 2010
...naja, nicht ganz. Aber seit Anfang der Achtziger diese LP auf einer Fete lief (damals wurden noch solche Alben auf Feten gespielt), ist "Deepest Purple - The very Best of Deep Purple" unter der Vielzahl von Purple-Samplern mein Favorit über die frühen Jahre - klasse Zusammenstellung bis hin zur Abfolge der Songs (nicht zu verwechseln mit dem ziemlich deckungsgleichen Sampler "The very Best of Deep Purple", 2000 auf Rhino).

Die mit 64 Minuten unerhört lange LP wurde für die Ausgabe zum 30jährigen Jubiläum um vier Songs auf satte 79 Minuten ergänzt: Hush, When a blind Man cries, Soldier of Fortune und You keep on moving, wobei Hush leider ohne das Wolfsgeheul im Intro und When a blind Man cries im '97er Remix kommt; den Originalmix ziehe ich bis heute vor. Statt dieser wunderschönen B-Seite hätte vielleicht die A-Seite Never before etwas besser gepasst, aber egal. Strange Kind of Woman gibt's in der kürzesten bekannten Version (3:48), und Speed King ist auch hier wieder die Albumversion mit dem Orgelintro. You keep on moving ist der Single Edit, Burn dafür, anders als auf dem Cover vermerkt, zum Glück die volle sechsminütige Albumversion. Apropos Cover: die Reproduktion der originalen LP-Rückseite verstärkt meine nostalgischen Anwandlungen.

Die Songs werden erwartungsgemäß in ihrem jeweils aktuellsten Remastering präsentiert, so wie sie seit Mitte der Neunziger erscheinen (Speed King ist laut Booklet sogar als einziger Song nagelneu remastert); die klanglich unzulängliche CD-Erstausgabe hat also endlich ausgedient. Sahnehäubchen ist die 100-minütige Bonus-DVD, auf der die meisten Albumtracks in herrlich zeitgeistigen Promo-, Live- bzw. Live-im-Studio-Clips gezeigt werden, von Jon Lord mit feinem Humor kommentiert (die deutschen Untertitel sind hervorragend). Abgerundet wird die CD durch einen sympathischen Begleittext von Geoff Barton. Was soll ich sagen? Ich habe lange darauf gewartet, dass mein Lieblings-Purple-Sampler endlich "richtig" auf CD erscheint - und hier ist er!
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 8, 2010 2:20 PM CET


1962-1966 (Red Album) (Remastered)
1962-1966 (Red Album) (Remastered)
Preis: EUR 17,99

23 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Für die Insel Vol. 1 - 2010 Remasters, 18. Oktober 2010
Rezension bezieht sich auf: 1962-1966 (Red Album) (Remastered) (Audio CD)
Das "Rote" und "Blaue Album" habe ich schon unter ihren Erstausgaben von 1993 rezensiert (s.d.), deshalb hier nur ein paar Worte zu der Neuauflage von 2010: Wie zu erwarten, wurden die Remasters vom letzten Jahr verwendet, wobei man sich strikt an der genannten Erstausgabe orientierte, d.h. Please please me und From me to you gibt's, anders als auf den Original-LPs, wieder nur in Mono, die Stereoversionen finden sich auf den "Please please me"- bzw. "Past Masters"-CDs. Es gibt eine löbliche Ausnahme: All my Loving, für das 1993 extra ein "Schmalspur"-Stereomix angefertigt wurde, erscheint hier im Breitwand-Stereomaster, was die Frage aufwirft, warum das dann nicht auch gleich für Please please me und From me to you ging... Für die Songs von "Help!" und "Rubber Soul" hat man wieder auf George Martins neu balancierte Stereomixe von 1987 zurückgegriffen. Das wäre doch eine gute Gelegenheit gewesen, die Original-Stereomixe von 1965 auszugraben, die weiterhin nur als Bonustracks in der "Beatles-Mono-Box" zu finden sind.

Der Begleittext von Bill Flanagan ist nett, aber nicht weiter erhellend, da waren Kevin Howletts Liner Notes im "Past Masters"-Booklet spannender, den hätte man hier auch ranlassen sollen. Auch die Songtexte, die meine ersten Gehversuche im Englisch-Lernen begleiteten, sind natürlich wieder abgedruckt; diesmal noch sorgfältiger editiert, was die Zeilenumbrüche betrifft, und aus "She loves you yeh yeh yeh" wurde endlich "yeah yeah yeah".

Die Fotos im Booklet wurden um ein paar neue ergänzt; ihre Druckqualität war 1993 etwas schärfer, was besonders für die der Coverfotos gilt, die jetzt wieder eher an die der LP-Hüllen erinnern. Das große Innenfoto mit den Beatles hinter dem Eisenzaun ist leider von 1968 auf 1969 umdatiert worden.

Dass das "Rote Album" bei einer Spielzeit von knapp 63 Minuten allerings i m m e r noch auf 2 CDs verteilt erscheint, ist ja wohl der Witz des Jahres. Hallo EMI, hat sich bei Euch schon rumgesprochen, dass seit der Markteinführung der CD vor knapp 30 Jahren die Speicherkapazität von 74 auf mittlerweile fast 80 Minuten gestiegen ist und Ihr so Herstellungs- und den Kunden Anschaffungskosten sparen helfen könntet? Wie, Ihr habt die CD so rausgebracht, weil sie 1973 als Doppel-LP erschien...? Ich mach Euch einen Vorschlag: veröffentlicht das Album das nächste Mal doch auf 4 CDs, pro Albumseite eine; die Hörer werden im MP3-Zeitalter den Nostalgie-Effekt schätzen lernen, weil man ja bei der LP auch alle 15 Minuten aufstehen und die Schallplatte umdrehen musste... meine Güte!!

Egal, das "Rote" und das "Blaue Album" von den Beatles kann ich nach wie vor nicht als getrennte Einheiten betrachten, sie waren, als ich 10 Jahre alt war, die ersten "richtigen" LPs, die ich zu hören bekam und gleichzeitig der beste denkbare Einstieg in die Rockmusik für mich, auch wenn ich dies erst im Laufe der Jahre habe schätzen lernen können. Sie hatten indirekt, aber maßgeblich Anteil an meinem Wunsch, Gitarre zu lernen und später Musiker zu werden.

Ich bin grundsätzlich ein Freund von Bonustracks. In diesem einen Falle aber muss ich sagen, dass ich die Reihenfolge der Songs im Laufe der Jahre so verinnerlicht habe wie die Akkordfolge eines tollen Songs, und zusätzliche Komponenten könnten diese "Komposition" einfach nicht mehr verbessern, sie würden eher störend wirken.

Ähnlich wie der geschätzte Kollege Strawberry Fields habe ich wohl kein Album so oft gehört wie diese beiden - und auch keine besseren. Insofern war es völlig klar, dass ich mir beide gleich bei Erscheinen bestellt habe, selbst wenn sie gegenüber den remasterten Beatles-CDs von 2009 keine Neuerungen bieten.
Kommentar Kommentare (11) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 7, 2015 6:05 PM MEST


The Best of the Original Mono Recordings
The Best of the Original Mono Recordings
Wird angeboten von dodax-shop
Preis: EUR 3,70

10 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eindeutig 4. Straße, 15. Oktober 2010
Begleitend zum Erscheinen des Box-Sets "The Original Mono Recordings" von Bob Dylan erscheint diese Best of-Auslese; Bonustrack - und für Dylan-Komplettisten wie mich Kaufgrund - ist die Nachfolgesingle von Like a Rolling Stone, Positively 4th Street. Bei 60 Minuten Spielzeit hätte ich mich über weitere Schlüssel-Songs aus diesen Jahren wie Don't think twice und It's all over now, Baby Blue gefreut, und für die Mono-Single Mixed-up Confusion (und weitere Mono-B-Seiten) muss man weiterhin auf die rare 3er-CD "Masterpieces" zurückgreifen, die hätte(n) dieser CD das i-Tüpfelchen aufgesetzt.

Die Besetzungsangaben im Booklet lassen leider zu wünschen übrig; mangels sorgfältiger Recherche hat man z.B. bei Mr. Tambourine fast die gesamte Besetzung von "Bringing it all back home" gelistet, obwohl Dylan hier lediglich von Bruce Langhorne begleitet wurde, und bei Positively 4th Street, obwohl direkt nach dem Tombstone Blues von derselben Mannschaft aufgenommen, werden Schlagzeuger und Keyboarder weggelassen und Al Kooper als Gitarrist gelistet, dabei stammt von ihm die tragende Orgelbegleitung. Wiederum waren bei I want you ganz sicher nicht dieselben Musiker beteiligt, wie laut Booklet bei Positively 4th Street angegeben. Dylan wäre auch der Letzte gewesen, der bei seinen größtenteils live im Studio entstandenen Aufnahmen bei 6-Minuten-Songs wie Like a Rolling Stone nachträglich zu seiner Gitarrenarbeit noch eine Pianospur zugespielt hätte, zumal sowieso schon zwei Keyboarder beteiligt waren. Bei den "Blonde on Blonde"-Songs werden unrealistischerweise alle vier an den Sessions beteiligten Gitarristen und teilweise drei Bassisten gleichzeitig gelistet.

Greil Marcus schafft es in seinem Begleittext, einem die Mono-Mixe so richtig schmackhaft zu machen! Beim Hören treten keine bisher unentdeckten Details zutage; aufgrund der dominanteren Positionierung des Basses in der Mitte des Spektrums habe ich hier und da einen kleinen Bassisten-Fehler entdeckt, der mir im Stereo-Mix bisher so nicht aufgefallen war, aber das scheint offenbar ganz im Sinne Dylans gewesen zu sein bzw. es hat ihn schlichtweg nicht gekümmert (nachzulesen in "Bob Dylan-Highway 61 Revisited" von Colin Irwin) und gehört zum Charme der Aufnahmen. Einige Songs laufen ein paar Sekunden länger als in den Stereo-Versionen, andere ein paar Sekunden kürzer; ein paar scheinen mir etwas mehr Hall auf Dylans Stimme zu haben, und der Monomix von Mr. Tambourine Man entfaltet für mein Empfinden noch mehr von seiner traumhaften Atmosphäre.

Ob der Sound besser oder schlechter ist, bleibt subjektiv, ich finde die Mono-Mixe (auf die sowieso viel mehr Sorgfalt verwendet wurde als auf die Stereo-Mixe) erstaunlich gut, sie sind vor allem keinesfalls so muffig wie befürchtet. Das Hörerlebnis ist auf jeden Fall ein anderes und befriedigt meine Ersatz-Nostalgie: So hat man Bob Dylan (und alle anderen eigentlich auch!) bis zur Übernahme durch das Stereoformat Ende der Sechziger eben notgedrungen von Plattenspielern oder aus dem Radio gehört, wenn man nicht zum erlesenen Kreis der exotischen Stereo-Hörer gehörte, die in den Sechzigern ungefähr so verbreitet waren wie heutzutage Besitzer von Heimkinos mit Surround-Anlage.

Von den genannten Mängeln abgesehen gibt dieser starke Sampler einen reizvollen Einblick in eine Zeit, in der man Dylan-Songs fast ausschließlich in diesen Mono-Versionen zu hören bekam. Eine klare Empfehlung für die oben genannte Box mit Dylans Mono-Alben von 1962-1967!


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