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Rezensionen verfasst von
Odysseus (HH)

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Die römischen Kaiser: 55 historische Portraits von Caesar bis Iustinian
Die römischen Kaiser: 55 historische Portraits von Caesar bis Iustinian
von Manfred Clauss
  Taschenbuch

10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Lesenswert, 29. Mai 2007
Das vorliegende Werk ist eine Sammlung von Biographien römischer Kaiser, geschrieben von mehreren Historikern. Das Buch fängt mit dem Diktator Julius Cäsar an und endet mit dem oströmischen Kaiser Justinian I. und seinen Versuchen, das alte Römische Reich wiederherzustellen. Nicht alle römischen Kaiser werden dabei porträtiert. Herrscher mit sehr kurzer Regierungszeit oder Usurpatoren wurden ausgespart. Lässt sich m.E. über den Beginn der Kaiserzeit - Cäsar oder Augustus? - noch streiten, so scheint der Abschluss des Werkes mit dem Oströmer gut gewählt zu sein. Nach Ansicht vieler Historiker endet mit dem Scheitern von Justinians Plänen und dem späteren Einfall der Langobarden in Italien endet wohl der letzte qualifizierte Versuch eines Römers das alte Reich neu zu errichten.

Das Buch gliedert sich in einzelne, mehrseitige Biographien, die jeweils von einem Autor erstellt wurden. Manche Kaiser werden sehr ausführlich beschrieben, andere eher kurz und knapp. Man muss den Autoren zu Gute halten, dass auch Porträts bedeutender Machthabern wie Augustus, Diokletian oder Marc Aurel durchaus auf den Punkt kommen. Auch wenn sich bei solchen Persönlichkeiten sicher noch mehr schreiben ließe.

Natürlich schwankt die Qualität der Kurzbiographien. Dies liegt einerseits an den verschiedenen Verfassern, andererseits aber auch an der Quellenlage. Zu manchen Kaisern geben zeitgenössiche Quellen wenig her oder sind zudem propagandistisch verfärbt. Trotz dieses Mankos: Keiner der Beiträge fällt negativ aus dem Rahmen. Sicher, teilweise wird lediglich altbekanntes zusammengfasst, teilweise kann man anderer Meinung sein.

Besonders lesenswert sind m.E. die Abschnitte über die vermeintlichen Tyrannen. So eröffnet die Biographie über den Vesapasiansohn und vermeintlichen Gewaltherrscher Domitian erfrischend neue Einsichten.

Auch wenn wahrscheinlich die Autoren gerade das vermeiden wollten, dem Buch hätte Begleitwerk zu den Biographien gut getan. Gerade für den Einsteiger wären kurze, einleitende Abschnitte und Übersichten, beispielsweise zur Reichskrise im dritten Jahrhundert oder auch zu den Tetrarchen, sehr hilfreich. Zwar geizen manche Autoren nicht mit Ausführungen zum Zeitgeschehen, aber es fehlt doch ein umfassenderer Einblick in die Gesamtzusammenhänge. Gerade in der Spätphase des Römischen Reiches, nach der Teilung in Ost- und Westreich und unter dem Ansturm der germanischen und später slawischen Völker, werden die Verhältnisse doch um einiges komplizierter als zu Zeiten eines Augustus oder Trajan.

Fazit:

Dieses Buch ist sowohl ein gutes Nachschlagewerk als auch eine gute Lektüre, aber hauptsächlich für den fortgeschrittenen Leser. Wer sich kurz und gezielt über eine der Persönlichkeiten informieren will, wird gut bedient. Connaisseure erfahren zudem bei einigen Herrschern sicherlich neues, da ja gerade die kurzlebigeren Kaiser in den Standardwerken nicht so tiefgründig behandelt werden. Allerdings werden grundsätzliche Zusammenhänge eher sparsam dargestellt. Einsteiger sollten sich deshalb eher an die üblichen Standardwerke halten, um dieses Buch dann im Anschluss zur Hand zu nehmen.

Für Kenner aber mit Sicherheit kein Fehlkauf.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 17, 2010 11:59 AM CET


Andreas Baader
Andreas Baader
von Jörg Herrmann
  Broschiert

11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Unvollständig, 18. Mai 2007
Rezension bezieht sich auf: Andreas Baader (Broschiert)
Das vorliegende Werk bietet befasst sich mit dem Leben des 1977 gestorbenen RAF-Mitbegründers Andreas Baader. Das Buch der beiden Autoren Herrmann und Stern ist in zwei Teile gegeliedert. Der erste Teil behandelt Baaders Leben bis zu seiner letzten Festnahme nach der "Mai-Offensive", im zweiten Abschnitt geht es um den letzten Lebensabschnitt Baaders bis zu seinem Selbstmord in der Stammheimer Vollzugsanstalt. Der Verlag betont, dass beide Verfasser einen objektiven Blick auf die Geschehnisse haben, da zu spät geboren um 1968 dabei gewesen zu sein (kleiner Seitenhieb auf Stefan Austs "Baader-Meinhof-Komplex"?)

Vorneweg: Das Buch ist gut lesbar und fesselnd geschrieben. Es bietet allerdings keine Geschichte der RAF, sondern versucht sich auf die Person Baader zu konzentrieren. Ein nicht immer einfaches Unterfangen. Die beiden Verfasser haben neben den üblichen Quellen wie Vernehmungsprotokolle und Medienberichten auch jede Menge Interviews verwendet, so unter anderem mit Baaders ehemaliger Lebensgefährtin, seiner Tochter, den vorsitzenden Richtern in Stammheim und schließlich sogar mit Horst Herold, dem ehemaligen Chef des BKA.

Dennoch enttäuscht das Buch meines Erachtens. Das Wirken und die Taten der RAF, die zahlreichen Banküberfälle und die Bombenanschläge im Mai 1972, werden nur sehr allgemein behandelt. Sicher, darüber kann man sich anderweitig genauso gut informieren, und es handelt sich hier um eine Baader-Biographie und um keinen Abriß der RAF-Historie. Dennoch, gerade hier hätten die Autoren konkreter und ausführlicher werden müssen. Letzten Endes war es die Zeit in der RAF, die Baader zum Staatsfeind machte, und nicht der vergleichsweise ausführlich dargestellte Prozess um die Brandstiftungen in diversen Kaufhäusern.

Ein anderer Kritikpunkt für den ersten Teil: Zentrale RAF-Mitglieder wie Meinhof, Ensslin, Raspe oder Meins werden völlig unzureichend eingeführt, obwohl zumindest Gudrun Ensslin sicher maßgeblichen Einfluß auf Baader hatte.

Sachlicher und informativer geschrieben fand ich den zweiten Teil, in dem der Zeitabschnitt zwischen Baaders endgültiger Verhaftung und seinem Selbstmord abgehandelt wird. Leser mit weniger Vorbildung nehmen hier mehr mit.

Was meines Erachtens manchmal etwas stört, ist der etwas flappsige Stil. Manche Sätze kommen zu locker daher, eine konservativere Wortwahl wäre hin und wieder angebrachter gewesen. Auch nicht jedes Interview, dass die Autoren führten, ist wirklich aussagekräftig.

Das Angebot an "neutraler" Literatur über die RAF ist überschaubar. Deshalb sind Vergleiche mit dem kontrovers diskutierten Aust'schen "Baader-Meinhof Komplex" zumindest teilweise angebracht. Wer letzteres schon gelesen hat, wird hier wenig essentiell neues finden. Allerdings, die hiesigen Autoren stehen den von der RAF verwendeten Begriffen wie "Isolationsfolter" und auch den Hungerstreiks kritischer und distanzierter als Aust gegenüber. Das ist ein eindeutiger Pluspunkt.

Ich kann das Buch keinem Einsteiger in das Thema empfehlen. Interessierte Leser können einen Blick riskieren, aber es ist definitiv kein Muss.


Die Festung: Roman
Die Festung: Roman
von Lothar-Günther Buchheim
  Gebundene Ausgabe

11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die Fortsetzung vom "Boot", 23. April 2007
Rezension bezieht sich auf: Die Festung: Roman (Gebundene Ausgabe)
...ist dieses Buch sicher nicht.

Buchheims zweiter Roman spielt im Jahr 1944, einige Jahre nach dem "Boot" und bei völlig veränderter Kriegslage. Die Handlung des Buches ist die Beschreibung einee Odysee des Erzählers durch Europa: Der Verfasser, wie im "Boot" Kriegsberichterstatter, wird kurz vor der Landung der Alliierten im Juni 1944 kurzfristig von Frankreich nach Berlin befohlen, muss über Paris und die Invasionsfront wieder zurück in seinen Stützpunkt nach Brest, das kurz nach der Landung eimngeschlossen wird. In einem U-Boot wird er aus der eingeschlossenen "Festung" Brest evakuiert und kann dann quer durch Frankreich flüchten. Der Autor schildert den "Irrsinn" einer langsam zusammenbrechenden Welt, die teilweise im Gegensatz zu ihm die "Niederlage" nicht sehen will.

"Die Festung" ist zwar chronologisch eine Fortsetzung des "Boots", baut aber nur bedingt darauf auf. Lediglich der "Alte" spielt noch eine Rolle - man muss deshalb auch nicht "Das Boot" gelesen haben, um mitzukommen und man kann die Werke auch nicht miteinander vergleichen - liest sich das "Boot" noch wie eine Reportage, so hat der Autor hier seinen Stil komplett verändert: Er beschreibt sehr ausführlich, Landschaften beispielsweise oder das damalige Stadtleben in Paris, die Spannung und die rasante Handlung aus dem Vorgänger fehlen über weite Teile. Natürlich flammt hier und da der sehr vulgäre, gerne auch bissige und ironische Stil wie man ihn aus dem "Boot" kennt auf, nur dominiert er nicht so sehr.

Das Buch ist sicher kein Fehlgriff für Leser, die sich auf sehr umfangreiche Werke einlassen können und sich für den Zweiten Weltkrieg interessieren. Wer aber etwas ähnliches wie "Das Boot" erwartet, wird schwer enttäuscht werden. Was den einen oder anderen stören könnte: Buchheim verwendet Abkürzungen und Fachausdrücke aus der Marine, die sicher nicht jedem geläufig sind.

Die Festung ist sicher kein schlechtes Werk und man soll Bücher nicht nach dem Umfang bewerten. Es fehlt dem Werk aber an Spannung, auch wenn immer wieder sehr gelungene Passagen den geduldigen Leser belohnen. Vor allem am Anfang ist die Lektüre eher ermüdend. Es gibt Seiten, die sicher die Höchstwertung verdienen, aber dann wieder Abschnitte, wo man das Werk weglegen will. Deshalb drei Punkte, aber mit deutlicher Tendenz zur vier.


Der Baader-Meinhof-Komplex
Der Baader-Meinhof-Komplex
von Stefan Aust
  Taschenbuch

21 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Diskussionswürdig, 20. April 2007
Rezension bezieht sich auf: Der Baader-Meinhof-Komplex (Taschenbuch)
Mit Sicherheit ein umstrittenes, aber defintiv lesenswertes Buch, das sich auf die Geschichte der RAF von den Anfängen Ende der 1960er bis zum Ende der Schleyer-Entführung 1977 konzentriert. Das Buch erschien zuerst 1985, wurde aber 1997 mit zusätzlichen Quellen erweitert und aktualisiert. Der Wert des Buches wurde durch die Debatte um die RAF 2007 keineswegs eingeschränkt.

Der Autor Stefan Aust, derzeitiger Chefredakteur des Spiegels und früher für die Sendung Panorama beim NDR tätig, ist auch ein ehemaliger Mitarbeiter der Zeitschrift "konkret", bei der RAF-Mitbegründerin Ulrike Meinhof als Journalistin arbeitete. Aust beschreibt die Anfänge der RAF im Umfeld der 1968er, die Hinwendung zum Terrorismus, den Prozess in Stammheim und schließlich die Ereignisse des "Deutschen Herbstes" 1977. Die Zeit danach - also die RAF-Morde in den 1980ern, Bad Kleinen und das Ende ' wird nur sehr periphär abgehandelt.

Austs Werk ist durchweg, man verzeihe die Wortwahl, packend, fesselnd und sehr verständlich geschrieben. Er konzentriert sich auf eine chronologische Abhandlung der Ereignisse, ohne sich zu sehr in Details zu verstricken, und vermittelt ein anschauliches Bild der Zeit.

Ein Kritikpunkt ist meiner Meinung nach dass das Buch das Geschehene häufig aus Sicht der RAF-Terroristen erzählt, zu selten wechselt die Perspektive vor der Entführung von Schleyer zu den deutschen Regierungsstellen. Wie die Aussagen des Ex-RAF Mitgliedes und Schleyer-Entführers Peter-Jürgen Boock,' die auch in dieses Buch einflossen, zu bewerten sind, wird die Zukunft noch zeigen. Letzten Endes kommt man an seinen Angaben bei der Recherche noch nicht vorbei, da es allenfalls wenig andere Orignalberichte gibt.

Man kann dem Werk zu Gute halten, dass es sich mit tendenziösen Spekulationen und Meinungsäußerungen zurückhält. Dennoch wäre meines Erachtens ab und an eine deutlich gekennzeichnete Interpretation seitens des Autors interessant gewesen. Aust in seiner Eigenschaft als Zeitzeuge und ehemaliger Mitarbeiter von "konkret" kann schließlich eine gewisse Nähe zum Gedankengut der 1968er (nicht der RAF!) nicht abstreiten, und zum Geschehen selbst auch nicht, wie eine aufschlussreiche "Anekdote" im Buch zeigt. Wie der Autor selber zur Thematik steht, ist schwer zu erahnen. Er gibt recht (ungewollt?) unkritisch die paranoid-idiotischen Vergleiche der RAF zwischen Stammheim und Auschwitz oder die "Isolationsfolter" wieder, andererseits erzählt er auch, wie die Gruppe mit Abweichlern umging. Diverse "Verschwörungstheorien" betreffs Stammheim werden erfreulicherweise recht kompakt und nüchtern abgehandelt, und der Autor distanziert sich mit diesem Buch deutlich von den Legenden, die es zu diesem Thema gibt.

Fazit: "Der Baader-Meinhof Komplex" ist definitiv kein Standardwerk über die RAF. Dafür fehlt schon einmal die Zeit nach 1977. Es ist zwar sehr gut geschrieben, aber zu einem solchen Standardwerk gehört es meines Erachtens auch, Auswirkungen auf die nachfolgende Zeit aufzuzeigen, und das findet hier nicht statt. Wenn es das Ziel des Autors war, einen interessierenden Überblick über die Jahre 1967/68 bis 1977 zu geben, so ist ihm das mit Sicherheit gelungen und die journalistische Leistung Zeitgeschichte zu beschreiben, ist brilliant.

Ich empfehle das Buch jedem der sich für die neuere Geschichte der Bundesrepublik interessiert. Sicher, "Der Baader-Meinhof Komplex" soll mit sehr kritischem und wachem Auge gelesen werden. Was das Buch seinen Lesern defintiv nicht bietet, ist eine Abhandlung der Geschehnisse aus der Sicht des Historikers oder Soziologen. Radikale Anhänger der Theorie von der Stammheimer Mordnacht dürften auch nicht fündig werden.


Das Boot
Das Boot
von Lothar-Günther Buchheim
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,99

10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kantig und umstritten, 20. April 2007
Rezension bezieht sich auf: Das Boot (Taschenbuch)
Trotz des Erfolges und des hohen Bekanntheitsgrades ein mit Sicherheit nicht unumstrittenes Werk.

Handlung des Buches ist die "Feindfahrt" eines deutschen U-Bootes 1941 im Atlantik - der Protagonist begleitet als Kriegsberichterstatter die Besatzung während der gesamten Fahrt. Nach wochenlangem Warten erfolgt der Angriff auf einen britischen Schiffskonvoi, danach erhält der Kommandant den Befehl, mit seiner Besatzung in das Mittelmeer, am britischen Flottenstützpunkt Gibraltar vorbei, "durchzubrechen".

Buchheim beobachtet das Geschehen auf dem U-Boot fast minutiös. Sein Werk ist eine Mischung aus Roman und Reportage. Als Zeitzeuge und Seekriegsteilnehmer beschreibt er fesselnd viel Selbsterlebtes und verdichtet seine Erinnerungen zu einer tragischen und spannenden Handlung. Das Buch ist sehr flüssig geschrieben, er versteht es die Besatzungsmitglieder glaubhaft zu charakterisieren und die tehnischen Aspekte des U-Bootes zu erklären, spart allerdings auch nicht mit der Wiedergabe vulgärer Landerlebnisse der Seeleute.

Kritiker werfen sowohl dem Buch als auch dem späteren gleichnamigen Film erstens eine gewisse Heroisierung der Besatzung vor, und zweitens dass der Nationalsozialismus nicht hinterfragt wird. Es wäre falsch, dieses Argument völlig von der Hand zu weisen, denn letzten Endes kämpft die Besatzung für die Nazis und eine Bewertung der ganzen Unternehmung im "politischen" Sinne findet seitens des Autors nicht statt. Sicherlich, der Unmut des Kommandanten gegenüber der Marine- und Luftwaffenführung - wegen der fehlenden Luftaufklärung über dem Atlantik - wird gezeigt, und auch die moralischen Fragen des Seekrieges (Stichwort Schiffbrüchige) werden nicht übersehen. Aber dass letzten Endes der Mut und die Opferbereitschaft der Besatzung den verbrecherischen Zielen des NS-Regimes dient, dieser Aspekt kommt nicht durch. Zur Verteidigung des Autors sei aber angemerkt, dass Buchheim mehrere anerkannte Dokumentationen über den U-Boot-Krieg herausgebracht hat, die den Themenkomplex Nationalsozialismus und Seekrieg durchaus kritisch behandeln.

"Das Boot" ist zwar in erster Linie ein sehr guter Roman, aber weit entfernt von einer reinen Fiktion, wenn man die Biographie des Autors betrachtet. Vorsicht: "Das Boot" ist sicher keine leichte Lektüre. Buchheim beschreibt aus erster Hand die Schrecken des Seekrieges, wie die Klaustrophobie an Bord des U-Bootes oder das Schicksal derer, die auf den versenkten Schiffen waren.

Ein Buch über dieses Thema kann keine "gute" oder "schlechte" Handlung haben, entscheidend für die Wertung ist die Sprache des Autors und die Qualität seiner Beschreibungen und die verdient m.E. die Höchstwertung. Wer sich für den Zweiten Weltkrieg interessiert oder mit dem Film einverstanden war, dem kann ich das Buch nur empfehlen. Leser, die nur auf Spannung aus sind, sollten aber eher nicht zugreifen.

Zum Thema Buch und Film: Wer hier nur eine Wiedergabe des Filmes erwartet, täuscht sich. Der Film ist zwar teilweise sehr nah am Buch, lässt aber auch viele Abschnitte weg oder stellt einige Besatzungsmitglieder anders dar.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 7, 2013 3:42 PM MEST


Die Festung. Roman
Die Festung. Roman
von Lothar-Günther Buchheim
  Taschenbuch

12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die Fortsetzung vom "Boot", 16. April 2007
Rezension bezieht sich auf: Die Festung. Roman (Taschenbuch)
...ist dieses Buch sicher nicht.

Buchheims zweiter Roman spielt im Jahr 1944, einige Jahre nach dem "Boot" und bei völlig veränderter Kriegslage. Die Handlung des Buches ist die Beschreibung einee Odysee des Erzählers durch Europa: Der Verfasser, wie im "Boot" Kriegsberichterstatter, wird kurz vor der Landung der Alliierten im Juni 1944 kurzfristig von Frankreich nach Berlin befohlen, muss über Paris und die Invasionsfront wieder zurück in seinen Stützpunkt nach Brest, das kurz nach der Landung eimngeschlossen wird. In einem U-Boot wird er aus der eingeschlossenen "Festung" Brest evakuiert und kann dann quer durch Frankreich flüchten. Der Autor schildert dabei den "Irrsinn" einer langsam zusammenbrechenden Welt, die teilweise im Gegensatz zu ihm die "Niederlage" nicht sehen will.

"Die Festung" ist zwar chronologisch eine Fortsetzung des "Boots", baut aber nur bedingt darauf auf. Lediglich der "Alte" spielt noch eine Rolle - man muss deshalb auch nicht "Das Boot" gelesen haben, um mitzukommen und man kann die Werke auch nicht miteinander vergleichen - liest sich das "Boot" noch wie eine Reportage, so hat der Autor hier seinen Stil komplett verändert: Er beschreibt sehr ausführlich, Landschaften beispielsweise oder das damalige Stadtleben in Paris, die Spannung und die rasante Handlung aus dem Vorgänger fehlen über weite Teile. Natürlich flammt hier und da der sehr vulgäre, gerne auch bissige und ironische Stil wie man ihn aus dem "Boot" kennt auf, nur dominiert er nicht so sehr.

Das Buch ist sicher kein Fehlgriff für Leser, die sich auf sehr umfangreiche Werke einlassen können und sich für den Zweiten Weltkrieg interessieren. Wer aber etwas ähnliches wie "Das Boot" erwartet, wird schwer enttäuscht werden, das Werk ist um einiges weniger dramatisch. Was den einen oder anderen stören könnte: Buchheim verwendet Abkürzungen und Fachausdrücke aus der Marine, die sicher nicht jedem geläufig sind.

Die Festung ist sicher kein schlechtes Werk und man soll Bücher nicht nach dem Umfang bewerten. Es fehlt aber die Spannung, auch wenn immer wieder sehr gelungene Passagen den geduldigen Leser belohnen. Vor allem am Anfang ist die Lektüre eher ermüdend. Es gibt Seiten, die sicher die Höchstwertung verdienen, aber dann wieder Abschnitte, wo man das Werk weglegen will. Deshalb drei Punkte, aber mit deutlicher Tendenz zur vier.


Kostolany's Wunderland von Geld und Börse
Kostolany's Wunderland von Geld und Börse
von André Kostolany
  Gebundene Ausgabe

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nichts für Marxisten, 4. April 2007
Das vorliegende Werk ist eine kurze, teils recht unterhaltsam geschriebene Geschichte der Börse und der Spekulation, angereichert mit Anekdoten des Autors, geeignet für jeden Börseninterssierten.

André Kostolany, einer der größten Spekulanten des vergangenen Jahrhunderts, war bei Erscheinen des Buches schon mehrere Jahrzehnte an der Börse tätig und erzählt in diesem Buch seine Erlebnisse, erklärt warum er von Börsentheorien nichts hält und "polemisiert" nebenbei herzhaft gegen Chartanalysten. Er erklärt in den ersten Kapiteln wie die Börse ' seiner Meinung nach ' funktioniert. Danach geht er auf die Geschichte der Wertpapier- und Warenbörsen ein, und mit den 1920ern wird diese Geschichte auch seine. Im letzten Drittel bewertet er ' bei Erscheinen des Buches neuartige ' "Phänomene" wie Investmentfonds und Mischkonzerne und evaluiert alternative Anlageformen wie Kunst und Rohstoffe. Das Werk schließt mit einem lesenswerten Anhang gesammelter Börsenweisheiten des Autors.

Das große Manko, dass dieses Buch heute hat, ist seine mangelnde Aktualität: Der Kalte Krieg ist längst Geschichte, und auch auf den Finanzmärkten haben zahlreiche Innovationen statt gefunden. Natürlich wäre es interessant, Kostolany's Meinung dazu zu lesen, gerade im Hinblick auf die Finanzkrisen der 1990er oder die aufstrebenden Märkte China und Indien.

Ich würde es aber trotzdem jedem Börsen interessierten oder Wirtschaftsteilleser und defintiv auch jedem VWL-Studenten empfehlen, da es der Autor versteht, auf unterhaltsame Weise die Grundmuster der Börse zu erklären und die Börsenhistorie defintiv gewinnbringend darstellt. Was das Buch nicht leisten kann, ist ein Grundkurs in Sachen Wirtschaft und Finanzen, gewisse Vorkenntnisse sollten schon vorhanden sein. Wer zudem noch auf der Suche nach ewig gültigen Anlagestrategien ist, wird ebenfalls nicht fündig, da der Autor diese vehemment ablehnt.

Fazit: Für Wirtschaftsinteressierte sicher eine entspannte Bahnlektüre und eine gute Ergänzung zu diversen Lehrbüchern, aber zeitlich sicher überholt. Leser ohne Vorbildung sollten aber eher davon die Finger lassen.


Der neue Kalte Krieg: Kampf um die Rohstoffe - Ein SPIEGEL-Buch
Der neue Kalte Krieg: Kampf um die Rohstoffe - Ein SPIEGEL-Buch
von Erich Follath
  Gebundene Ausgabe

17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen solide und knapp, 21. März 2007
"Der neue kalte Krieg - Kampf um die Rohstoffe" ist eine Zusammenstellung einer ganzen Reihe an Spiegel-Artikeln zum Thema Rohstoffe weltweit. Es werden dabei nicht nur Energieträger betrachtet, sondern auch die globale Situtation für Edelmetalle, Kaffee, Zucker oder auch Diamanten. Das Buch beinhaltet neben "analytischeren" Teilen auch Interviews und Reportagen.

Vorneweg: Hier wird das Rad nicht neu erfunden und es werden keine revolutionären neuen Einsichten entwickelt. Die Zusammenstellung dieser verschiedenen Arbeiten ist vielmehr als Einstieg gedacht. Den Autoren geht es darum, ein möglichst umfassendes Bild des globalen Warenhandels zu vermitteln, ohne jeden Markt voll zu durchdringen. Und das ist ihnen grundlegend gelungen: Das Buch ist nicht zu abgehoben, die einzelnen Abschnitte sind kurz und prägnant und eingestreute Interviews oder Reportagen sorgen für Abwechslung. Das wichtigste: Die Darstellung bleibt im großen und ganzen sachlich, Wertungen werden m.E. größtenteils unterlassen.

Sicherlich könnte man als Kritik anführen, dass vieles, was die Märkte treibt, nicht gebracht wird. Zu Stichworten wie "peak oil"oder auch dem Weltzuckermarkt lassen sich sicher Unmengen interessanter Meinungen und Theorien anführen. Und es gibt mit Sicherheit auch zu jedem Markt andere Zahlen oder Einschätzungen. Außerdem gehen die Beiträge vom Fachlichen her nicht sehr tief und kratzen lediglich etwas an der Oberfläche, indem sie dem Leser zwar ein gut strukturiertes, aber letzten Endes nur grobes Bild vermitteln.

Persönlich stört mich der penetrante, manchmal leicht ironische Spiegel-Stil, der sich durch das ganze Buch zieht, zudem trifft man hier und da auf Wortgebilde, die auch in Boulevardzeitungen zu finden sind. Die eine oder andere Grafik hätte sicher auch nicht geschadet.

(Wirtschafts-)Politisch Interessierte, die einen raschen, teilweise kurzweiligen Überblick über dieses weite Thema suchen, werden sicher zufrieden sein. Das Buch eignet sich auch gut als Einstiegslektüre um einen Gesamteindruck über den weltweiten Warenhandel zu bekommen. Fachleute und Leser die eine Abhandlung auf akademischen Niveau oder tiefgründige Einsichten erwarten, sei aber eher von der Lektüre abgeraten. Mit Sicherheit ein solides Werk, das die Situation auf den globalen Rohstoffmärkten interessant, abwechslungsreich, aber auch sehr knapp darstellt.


Der Abschied
Der Abschied
von Lothar-Günther Buchheim
  Taschenbuch

18 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Die Luft ist raus, 31. August 2006
Rezension bezieht sich auf: Der Abschied (Taschenbuch)
Zur Handlung:
Der Autor beschreibt hier seine zweite Fahrt mit seinem ehemaligen U-Boot-Kommandanten (("Der Alte")/ Lehmann-Willenbrock) auf dem Atomschiff Otto Hahn. Die Seereise nach Durban bildet dabei lediglich einen Rahmen. Kern der Handlung sind die Erinnerungen der beiden Protagonisten an die Endphase des WWII und die Nachkriegszeit. Das Buch bildet den Abschluss einer Trilogie, angefangen mit dem reportageähnlichen "Das Boot" über den U-Boot-Krieg und dessen Fortsetzung, "Die Festung", die sich vor dem Hintergrund des Zusammenbruchs 1944 in Frankreich abspielt.

Sinn:
Einerseits: Buchheim will "offene" Fragen klären. Das Buch nimmt dabei direkt Bezug auf "Die Festung" und führt das ganze zu einem Ende, da ja der Verbleib des "Alten" in der "Festung" unklar ist. Auf das "Boot" nimmt er nur indirekt bezug, bzw. mehr auf Fragen des U-Boot-Krieges im allgemeinen.
Andererseits: Als Rahmen verarbeitet der Autor seine Erfahrungen mit dem in seinen Augen bizarren Atomschiff und dem Leben an Bord. Dass er als de facto Rentner mit dem modernen Leben an Bord nicht zurechtkommt, verschweigt er nicht und auch nicht seine anfängliche Distanz und seine spätere Abneigung.

Stil
Buchheim schreibt manchmal sehr subtil und ironisch und das macht das Buch stellenweise sehr lesbar. Längere Passagen ermüden aber und ob die Darstellung des Atomreaktors gelungen ist, da kann man darüber streiten. Sicher aber nicht so mitreißend geschrieben wie das "Boot".

Wertung
Irgendwie musste er ja die ganze Story von dem "Alten" zu Ende bringen. Anfänglich liest sich das noch sehr interessant, v.a. was die turbulenten Jahre nach dem Krieg betrifft.
Aber: Es fehlt irgendetwas. Ein anderer Rezensent hat den mangelnden Bezug zum "Boot" (Stichwort Gibraltar) angesprochen und dem ist zuzustimmen. Das Verhältnis mit Simone wirkt störend und es kommt auch wirklich nichts dabei raus. Und die Altherrensicht ist manchmal etwas übertrieben. So ab der Hälfte des Buches geht jegliche Spannung verloren.

Fazit
Wer "Boot"/"Festung" gelesen hat, kann und soll zugreifen. Ohne Kenntnis der beiden Bücher, versteht man das ganze nur bedingt. Vom Leseerlebnis her aber schwächer als die beiden Vorgänger. Einsteiger sollten lieber beim "Boot" beginnen.


Hungry Years
Hungry Years
Preis: EUR 7,99

1 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Defintiv kein Muß, 23. August 2006
Rezension bezieht sich auf: Hungry Years (Audio CD)
Zum Inhalt:

Auf der Scheibe befinden sich nur Lieder der Scheiben vor "Balls to the Wall". Der Stil schwankt noch etwas und klingt noch nicht ganz so wie auf genanntem Meisterwerk oder auf der "Russian Roulette". Dafür ist die Liedauswahl ausgewogen und die Platte beinhaltet sowohl echte Speedklassiker ("Fast as...", "Restless...") als auch Balladen wie "The King" und den Klassiker "Princess of the dawn". Den Texten muss man dabei übrigens meistens nicht lauschen.

Zur Notwendigkeit:

Allenfalls begrenzt vorhanden. Wer auf Accept steht, für den sind "Breaker" und "Restless&Wild" sowieso Pflicht und damit auch diese Platte überflüssig. Wem die raueren ersten Scheiben nicht zusagen, der kann sich hier bedienen, da der Anteil an Balladen&Partymetal recht hoch ist.

Ich habe eine (wohl ältere) Ausgabe der "Restless&Wild", die noch etwas dumpfer klingt und auch "Princess of the dawn" abgeschnitten ist. Keine Ahnung, ob es anderen auch so geht, letzten Endes macht deshalb die "Hungry years" bei mir einen gewissen Sinn im CD-Regal.

Zur Wertung:

Keine Frage, der Inhalt ist top. Wegen kurzer Spielzeit gibt es aber massiven Abzug. Und "Starlight" und "Feelings" fehlen.

Deshalb von fünf auf drei.


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