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Hattie "hattie"

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Integrationsunwillige Muslime?: Ein Milieubericht
Integrationsunwillige Muslime?: Ein Milieubericht
von Ahmet Toprak
  Taschenbuch
Preis: EUR 20,90

17 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schonungslos, 7. September 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ebenso wie in seinen bisherigen Untersuchungen gewährt Toprak auch mit diesem Mileubericht einen tiefen Einblick in die Strukturen und die handlungsanweisenden Normen und Werte der in Deutschland lebenden türkischen Bevölkerung.

Schonungslos zeichnen seine Interviews das Bild einer Bevölkerungsgruppe, die inmitten unserer Gesellschaft, sich selbst abschottend, ihr Denken und Handeln nach konservierten Normen und Werten der Herkunftsgesellschaft ausrichtet, einer Gruppe, in der das Kollektiv alles, das Individuum nichts zählt, in der eigenverantwortliches Handeln weder gewünscht, noch gefördert wird. Die Interviews offenbaren zugleich einen erschreckend geringen Kenntnisstand über die Aufnahmegesellschaft und die dafür umso ausgeprägteren Vorurteile dieser gegenüber.

Anhand von Interviews zeigt Toprak auf, dass Türkinnen ohne Kopftuch keineswegs freier als Türkinnen mit Kopftuch sind, sondern dass die ländlich-traditionellen Normen und Werte der Herkunftsgesellschaft für sie, ebenso wie auch für türkische Alevitinnen, gleichermaßen handlungsanweisend sind und auch die Emanzipation gebildeter und modern auftretender Türkinnen oftmals nur eine scheinbare ist. Er verdeutlicht den ausgeprägten Hang zur Selbststigmatisierung dieser Bevölkerungsgruppe, so nimmt die qualifizierte kopftuchtragendende Türkin lieber die Arbeitslosigkeit in Kauf, als die am Arbeitsplatz geltenden Kleidungsvorschriften zu respektieren, und die nicht minder ausgeprägte Neigung, den systemimmanenten Konflikt in die Aufnahmegesellschaft hinein zu tragen und statt Selbstverantwortung zu übernehmen und die für das Leben in der Aufnahmegesellschaft dysfunktionalen Handlungsmuster kritisch zu hinterfragen, alles und jedes in Diskriminierung begründet zu sehen - eine Versuchung, der z.T. auch Toprak unterliegt.

Mit diesem Milieubericht zeigt Toprak einmal mehr auf, worin die Integrationsresistenz dieser Bevölkerungsgruppe begründet ist, dass nämlich die Menschen gar keine Veranlassung haben, dieses in sich geschlossene Sozialsystem zu verlassen, können sie doch ihre sämtlichen Bedürfnisse innerhalb dieses Systems abdecken und wie schwer es zudem dem Einzelnen durch die allumfassende Kontrolle gemacht wird, aus diesem System auszubrechen. Nur wenige Türkinnen haben die Möglichkeit der interviewten Studentinnen, ein Studium in einer anderen Stadt als Vorwand für eine räumliche Trennung zu benutzen.

Entsprechend hilflos wirken denn auch Topraks Verweise auf die Ausführungen Schiffauers und Karakasoglus, deren Untersuchungen, und das weiß auch er, wissenschaftlichen Standards nicht gerecht werden. Nicht minder hilflos muten auch seine Lösungsvorschläge an, die weniger Lösungsvorschläge als vielmehr Beschwichtigungsgesten gegenüber der hier lebenden türkischen Bevölkerung sind. Keinen Zusammenhang zu seinen letztlich vernichtenden Untersuchungsergebnissen erkennen lassend, bestehen sie in der Forderung, dass dieser Bevölkerungsgruppe mehr (Mitsprache-) Rechte eingeräumt werden sollen und dass die Mehrheitsgesellschaft auf ihre Deutungshoheit verzichten solle und ihre Normen und Werte, auf die sie sich im Zuge ihrer Entwicklung geeinigt hat, gegenüber einer zugewanderten Minderheit ebenso zur Disposition stellen solle, wie diese ihre archaischen Normen und Werte.

Kritisch anzumerken ist zudem, dass Toprak dem Einfluss der islamistischen und türkisch-nationalistischen Organisationen, der seinen Ausdruck auch in der Zunahme der "freiwilligen" Kopftuchträgerinnen findet, nur eine untergeordnete Bedeutung zuschreibt und den integrationsverhindernden Part dieser Organisationen eher am Rande erwähnt. Das zunehmende Engagement von Türkinnen für das Tragen von Kopftüchern stellt er als eine in die Türkei hinein wirken sollende "Emanzipationsbewegung" dar und nicht als die aus der Türkei nach Deutschland überschwappende Reislamisierungbewegung, die sie tatsächlich ist. Seine Seitenhiebe auf Necla Kelek wirken, bei aller gerechtfertigter Kritik, schließlich bedient sie sich munter auch seiner Unterschungsergebnisse, ohne sie allerdings als solche zu benennen, unprofessionell.

Von diesen Kritikpunkten abgesehen, leistet dieses Buch jedoch ebenso wie auch die anderen Untersuchungen Topraks einen wichtigen Beitrag zur Integrationsdebatte. Toprak ist einer der wenigen, der wissenschaftlich seriös einen wirklich tiefen Einblick in die Strukturen der türkischen Parallelgesellschaft gewährt. Und das macht seine Ausführungen nicht nur umso erschreckender, es erklärt auch, warum Toprak bisher so wenig öffentliches Gehör gefunden hat. Einen so tiefen und unerfreulichen Einblick will die Aufnahmegesellschaft dann doch nicht haben.


Die schönen Lügen meiner Mutter: Erinnerungen an meine iranische Familie
Die schönen Lügen meiner Mutter: Erinnerungen an meine iranische Familie
von Azar Nafisi
  Gebundene Ausgabe

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Enttäuschend!, 16. August 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Nach "Lolita lesen in Teheran" enttäuscht "Die schönsten Lügen meiner Mutter" in jeder Hinsicht. Nicht nur, dass die Autorin nichts neues mitzuteilen hat, auch die blumige Sprache, die Liebe zur Literatur, die "Lolita lesen in Teheran" durchzieht, sucht der Leser in "Die schönsten Lügen meiner Mutter" vergebens. Nafisis Sprache wirkt hier, ebenso wie ihre ständigen Verweise auf Literatur, holperig und aufgesetzt, die Überbetonung ihrer Zugehörigkeit zur Bildungselite arrogant. Gelang es ihr in "Lolita lesen in Teheran" wunderbar, Literatur, Lebensläufe und politische Verhältnisse miteinander zu verknüpfen, springt Nafisi in "Die schönsten Lügen meiner Mutter" thematisch hin und her, jedes Thema nur oberflächlich streifend, so dass der Leser sich mit zunehmender Ungeduld fragt, wohin die Autorin eigentlich möchte.

Anders als der Titel verspricht, gelingt es Nafisi auch nicht, ein wirkliches Bild von ihrer Mutter zu zeichnen, und ihre Idealisierung ihres offenkundig rückgratlosen Vaters, dessen vermeintliche Liebe zu Literatur nichts anderes als ein Verstecken hinter Zitaten ist, wirkt ermüdend.

Auch wenn Nafisi "Lolita lesen in Teheran" in ihrer Rolle als Literaturprofessorin verfasst hat und sie in "Die schönsten Lügen meiner Mutter" nun die, um Reflexion bemühte, gekränkte Tochter zu Wort kommen lässt, so wirkt doch insgesamt das vorliegende Buch wie eine schlechte erste Rohfassung ihres ersten Buches. Das Ärgerliche daran ist jedoch nicht allein, dass Nafisi mit dem vorliegenden Buch nicht das hält, was sie mit ihrem ersten Buch versprochen hat, bedauerlich ist vor allem, dass sie mit dem vorliegende Buch ihr erstes entwertet. Schade!


Die Tiere Afrikas in 3-D: Wildlife of Africa in 3D (terra magica Faszination)
Die Tiere Afrikas in 3-D: Wildlife of Africa in 3D (terra magica Faszination)
von Benny Rebel
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 9,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Toll!, 24. Juli 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Nachdem wir völlig begeistert von Benny Rebels zutiefst berührenden Fotografien in "Ungezähmt" waren, haben wir uns umgehend auch dieses Buch gekauft. Die 3-D-Bilder sind beeindruckend, und es ist faszinierend, die Tiere durch die 3-D-Brille direkt vor sich zu sehen. Absolut empfehlenswert!


Mein Abenteuer Wildnis: Erlebnisse eines Tierfotografen
Mein Abenteuer Wildnis: Erlebnisse eines Tierfotografen
von Benny Rebel
  Gebundene Ausgabe

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannend, 24. Juli 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Spannend und kurzweilig geschrieben, gewährt Benny Rebel dem Leser Einblicke in seine Arbeit als Tierfotograf, eines Tierfotografen, der uns atemberaubend schöne Bilder schenkt. Nur zu empfehlen!


Kein Titel verfügbar

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Praktisch und schön, 24. Juli 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Schöner und übersichtlicher Terminplaner mit viel Platz für Notizen und vor allem: Mit wunderschönen Tierfotografien! Ich hoffe, dass dieser Kalender auch für 2011 erhältlich ist.


Arabboy: Eine Jugend in Deutschland oder Das kurze Leben des Rashid A
Arabboy: Eine Jugend in Deutschland oder Das kurze Leben des Rashid A
von Güner Balci
  Gebundene Ausgabe

18 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Widerlich!, 19. November 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Wer sich eine Milieustudie erhofft, wird bitter enttäuscht. In grauenhaft einfachem, mitunter auch fehlerhaftem Sprachstil verfasst, ist "ARABBOY" eine bloße Aneinanderreihung detaillierter Beschreibungen extremer Gewalthandlungen, von der Autorin genüsslich ausgewalzt.

Schockierend an diesem Buch sind daher nicht die - hinlänglich bekannten - Missstände, die sie thematisiert, schockierend ist die voyeuristisch anmutende Beschreibung der Gewalthandlungen und bestialischen Tierquälereien.

Balci ist hier offensichtlich auf den fahrenden Zug gesprungen und versucht nun ebenfalls, die eklatanten Missstände in Teilen der hier lebenden türkischen und arabischen Bevölkerung gewinnbringend zu vermarkten. Es entsteht der Eindruck, als wetteifern die selbsternannten Frauen- und Menschenrechtlerinnen Balci, Ates, Cileli und Kelek regelrecht darum, wer unter den Missständen die größten Abscheulichkeiten "aufdeckt".

Dementsprechend wirkt Balcis Geschichte wie ein wildes Konglomerat aus allgemeinen Kenntnissen über das Rotlichtmilieu, über Jugendgewalt und über innerfamiliale Gewalt in vielen türkischen und arabischen Familien, alles in der Person des Protagonisten gebündelt, den sie zusätzlich noch mit einer dissozialen Persönlichkeitsstörung ausstattet, die wiederum mit dem Migrationshintergrund wenig zu tun hat.

Wie soll Balci als Mitarbeiterin eines Jugendtreffs auch über tatsächliche, tiefe Einblicke in die persönliche Lebenssituation der arabischen Jugendlichen verfügen? Und der "Migrationshintergrund" allein macht noch nicht zu einer Fachfrau. Insofern ist es vielleicht sogar verständlich, dass Balci ihre Geschichte aus allgemein Bekanntem, vereinzelten Informationen aus erster Hand und aus Informationen vom Hörensagen zusammengesetzt und mit eigenen Phantasien abgerundet hat.

Nicht Aufdeckung oder Problemlösung steht hier im Vordergrund, sondern einzig das Bedienen des voyeuristischen (deutschen) Lesers. Und das ist das eigentlich Fatale. Indem sie sich über das Leid der Betroffenen profilieren, machen solche Autorinnen nicht nur sich, sondern auch die Betroffenen unglaubwürdig und arbeiten damit denjenigen zu, die die Missstände in vielen traditionell orientierten türkischen und arabischen Familien als bedauerliche Einzelfälle hinstellen.

Jedem, der sich wirklich informieren möchte, empfehle ich daher, da fernab von jeglicher "Betroffenheitslektüre", Ahmet Toprak "Das schwache Geschlecht - die türkischen Männer" oder "Mein Abschied vom Himmel" von Hamed Abdel-Samad.


Die Schallplatte - nied opleggt
Die Schallplatte - nied opleggt
Preis: EUR 5,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wunderschön!, 12. November 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Schallplatte - nied opleggt (Audio CD)
Die neue CD von Ina Müller ist wunderschön. Im Gegensatz zur ersten Aufnahme der "Schallplatte", die mir auch gut gefallen hat, kommt Ina Müller hier gefühlvoll und ruhig, aber nicht weniger kraftvoll rüber. Diese CD geht absolut unter die Haut.

Gut finde ich darüber hinaus, dass die Texte, die ja bei Ina Müller auch nicht unwichtig sind, für die Hörer, die des Plattdeutschen nicht mächtig sind, ins Hochdeutsche übersetzt wurden.

Jedenfalls, diese CD ist nur zu empfehlen.


Das große Du
Das große Du
Preis: EUR 13,49

4 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Wer ist das?, 12. November 2009
Rezension bezieht sich auf: Das große Du (Audio CD)
Wer immer dies ist, es ist nicht Ina Müller!!!

Ich habe alle CDs von Queen Bee und die Solo-CDs von Ina Müller und bin immer wieder begeistert von der phantastischen Stimme Ina Müllers, sowohl im Duo mit Edda Schnittgard als auch Solo.

Bei dieser CD jedoch fragt man sich fassungslos, was Ina Müller um Himmels willen da geritten hat. Es wirkt, als habe sie sich in ein Schlagersternchen-Annett Louisan-Corsett gezwängt und ihre grandiosen musikalischen und stimmlichen Fähigkeiten mühsam unterdrückt.

Zum Glück war diese CD ein einmaliger Ausrutscher, den man Ina Müller aufgrund ihrer vorherigen und nachfolgenden CDs gern verzeiht.

Insofern vergebe ich den einen Stern auch mit einem Zwinkern.


Mein Abschied vom Himmel: Aus dem Leben eines Muslims in Deutschland
Mein Abschied vom Himmel: Aus dem Leben eines Muslims in Deutschland
von Hamed Abdel-Samad
  Gebundene Ausgabe

243 von 252 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen schonungslos ehrlich, 12. November 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ausgeprägt analytisch und tabulos setzt sich Abdel-Samad mit sich selbst, seiner Geschichte, den archaischen Traditionen Ägyptens und den Versuchungen und Überforderungen, die das Leben in Deutschland für ihn mit sich bringen, auseinander.

Die innere Zerrissenheit des Autors ist für den Leser schmerzhaft spürbar, die schonungslose Ehrlichkeit des Autors sich selbst gegenüber mutig und schwer erträglich zugleich.

Anhand seiner eigenen Geschichte, der Geschichte eines zutiefst verletzten Menschen, gewährt Abdel-Samad dem Leser einen tiefen Einblick in die Lebenssituation der Menschen in Ägypten, in die gewaltproduzierenden, von arabischen Clanstrukturen geprägten, gesellschaftlichen Strukturen in arabischen Ländern, die in dem Individuum auch nach der Emigration weiter wirken. Abdel-Samad zeigt auf, worin die Faszination des Lebens in Deutschland, die Sehnsucht nach Freiheit und die gleichzeitige Überforderung des Einzelnen nach der Immigration begründet ist.

Ohne je seinen analytischen Blick zu verlieren, erklärt er den gesellschaftlichen Konflikt der Herkunftsgesellschaft, der, von dem Individuum verinnerlicht, in der Aufnahmegesellschaft Gestalt annimmt. Das Ankommen in Deutschland provoziert die kritische Auseinandersetzung mit den Lebensverhältnissen und Traditionen der Herkunftsgesellschaft und setzt sie zugleich voraus.

Insgesamt lässt sich daher sagen, dass dieses Buch, fesselnd geschrieben, ein sehr persönlicher und zugleich wichtiger Beitrag ist, sowohl im Rahmen der Integrationsdebatte als auch für die Menschen in den arabischen Ländern selbst.

Ein Buch, über das man lange nachdenkt.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 6, 2016 6:49 AM MEST


Der Antitürke
Der Antitürke
von Serdar Somuncu
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

26 von 108 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Enttäuschend!, 15. August 2009
Rezension bezieht sich auf: Der Antitürke (Taschenbuch)
Der Autor leitet sein Buch mit den Worten "Ich bin weder Wissenschaftler oder Psychologe, noch bin ich Historiker oder Soziologe. Es gibt vieles, was andere besser wissen als ich [...]" ein. Es wäre schön gewesen, hätte er sich an diese weise Erkenntnis auch gehalten. Denn was nun folgt, sind ellenlange Abhandlungen, in denen Somuncu mit einem Halbwissen brilliert und von einer Peinlichkeit in die nächste stolpert.

Abgesehen von Somuncus offenkundigem Hang zu einseitiger Schuldzuweisung und der Verkehrung von Ursache und Wirkung, wird er nicht müde, "den Deutschen" auf 152 Seiten Barbarentum und Nazitum zu attestieren. Daher dürfen neben Somuncus eigenwilliger Geschichtsinterpretation selbstverständlich auch Seitenhiebe in Bezug auf das NS-Regime ebenso wenig fehlen wie der Hinweis auf die beiden Brandanschläge in Solingen und Mölln vor 17 Jahren. Auch in der WM 2006 sieht er eine Neuinszenierung des Dritten Reiches und schreckt selbst vor geschmacklosen Äußerungen wie dieser nicht zurück, dass er "erahnen könne, wie sich Juden im Holocaust gefühlt haben".

Von Tabubruch, gar scharfsinniger Analyse keine Spur. Frei von jedem Witz sind seine Ausführungen vielmehr geprägt von Ressentiments und gnadenloser kollektiver Selbstüberschätzung. Das, was Kayar Yanar oder Kerim Pamuk gelingt, nämlich sich selbst und andere mit spielender Leichtigkeit auf die Schippe zu nehmen, daran scheitert Somuncu kläglich.

Nun mag man Somuncu zu Gute halten, dass er sich mit diesem Buch an eine andere Zielgruppe wendet als in seinem Buch "Getrennte Rechnungen" und dass die "Nazikeule" und das Propagieren der "Diskriminierungsideologie" nicht nur entschieden einfacher ist, sondern auch garantiert folgenloser bleibt, als das Thematisieren tatsächlicher Missstände in Teilen der in Deutschland lebenden türkischen Bevölkerung.

Es gäbe einiges, bei dem Somuncu den Finger in die Wunde legen und Tabus brechen könnte. Aber leider tut er genau das nicht.
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 7, 2015 2:53 PM CET


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