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Beiträge von C. G. Kiem
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Rezensionen verfasst von
C. G. Kiem (Cochin, Indien)

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Alessandro Stradella
Alessandro Stradella

5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Verstaubte Oper in Wühltischqualität, 3. Juli 2009
Rezension bezieht sich auf: Alessandro Stradella (Audio CD)
Wer sich, begeistert von Flotows Meisterwerk "Martha", dem "Alessandro Stradella" zuwendet, wird auf der ganzen Linie enttäuscht. Zwar zeigen beide Opern musikalisch viele Gemeinsamkeiten (einige Chöre wurden förmlich kopiert), doch fehlen "Alessandro Stradella" gerade jene Eigenschaften, die "Martha" erst reizvoll machen - Witz, Schwung und Eleganz. Der vermeintliche Gewinn an Dramatik im "Stradella" erschöpft sich in pompöser Behäbigkeit, die Flotows einfach gestrickter Musik ganz und gar nicht bekommt.

Zum negativen Gesamteindruck der vorliegenden Einspielung tragen auch die unbefriedigenden Leistungen der Protagonisten bei. Werner Hollweg als Alessandro huldigt einem ermüdenden altmodisch-deklamatorischen Gesangsstil. Helen Donath bleibt als Leonore farblos und ihre Artikulation über weite Strecken unverständlich.

Vollkommen inakzeptabel wird diese "Gala"-CD schließlich durch die miserable technische Qualität. Die Aufnahme stammt - den Angaben zufolge - aus den späten siebziger Jahren, klingt jedoch wie eine Einspielung der frühen fünfziger Jahre, die nachträglich auf Stereo getrimmt wurde. Was hier als Ausgangsmaterial gewählt wurde, bleibt rätselhaft. Mit Sicherheit waren es jedoch nicht die Originalaufnahmen... Egal wie niedrig der Preis sein mag, Käufer sollten sich vom Hersteller solcher Wühltischprodukte nicht auf den Arm nehmen lassen.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 8, 2017 8:17 PM CET


Schumann. Genoveva (Gesamtaufnahme)
Schumann. Genoveva (Gesamtaufnahme)
Preis: EUR 5,99

3 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Schumanns vergessene Oper, 24. Mai 2009
Fragt man hundert Klassikfreunde, wird man kaum einen einzigen finden, der von der Existenz diese Oper weiß, geschweige denn sie schon einmal gehört oder gesehen hat. Und in der Tat: Ein Meisterwerk ist Schumann hier nicht geglückt.

Die musikalische Sprache dieses Werks, angesiedelt im "Niemandsland" zwischen Carl Maria von Weber und Richard Wagner, ist hochromantisch, mit düster-schweren Streicher- und Jagdhornklängen. Die gesamte Oper durchweht ein spezifisch deutsches Gepräge (Schumann strebte - wie Wagner - nach der "deutschen Nationaloper") mit teilweise kuriosen Resultaten. So steht gleich am Anfang ein lutherischer Choral, der in ein martialisches Kampflied aus der Kreuzfahrerzeit (in der es noch keinen Protestantismus gab) gewendet wird.

Dominiert wird die Oper von begleiteten Rezitativen; Arien und Ensembles findet man kaum. Dramatisch und musikalisch wirklich gelungen sind nur wenige Szenen, etwa jene, in der es zum endgültigen Bruch zwischen Genoveva und Golo kommt, nachdem jene diesen als "ehrlosen Bastard" beschimpft hat. Schumanns Bemühen, den erhabenen Ton der versunkenen Opera seria in die "moderne" Oper zu retten, führt vor allem im letzten Akt von "Genoveva" zu einer nur schwer erträglichen Schwülstigkeit. Dies, zusammen mit dem völligen Fehlen der für die Genoveva-Legende zentralen (und auch in die literarischen Vorlagen von Tieck und Hebbel aufgenommenen) siebenjährigen Verbannung der Protagonistin, mag ein wichtiger Grund für die sehr verhaltene Resonanz dieser Oper beim Leipziger Premierenpublikum im Jahre 1850 gewesen sein.

Die vorliegende Einspielung des Gewandthausorchesters unter Kurt Masur zeigt den musikalisch und technisch hohen Standard von DDR-Klassikaufnahmen aus den siebziger Jahren. Der damaligen Praxis entsprechend stehen die Gesangssolisten sehr stark im Vordergrund, was bei den hervorragend besetzten Partien von Golo (Peter Schreier) und Siegfried (Dietrich Fischer-Dieskau) nicht weiter stört. Anders verhält es sich bei den beiden weiblichen Protagonistinnen. Edda Moser singt die Genoveva mit viel dramatischem Einsatz, mitunter an Hysterie grenzend, doch hätte man sich in dieser Rolle einen weniger schrillen und mehr lyrischen Sopran gewünscht. Der "kehlige" Mezzosopran von Gisela Schröter als Margaretha ist ebenfalls kein Ohrenschmaus und geht zudem auf Kosten einer klaren Artikulation.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 30, 2012 3:03 AM MEST


Händel - Messiah (Der Messias) / Augér · von Otter · Chance · Crook · Tomlinson · The English Concert · Pinnock
Händel - Messiah (Der Messias) / Augér · von Otter · Chance · Crook · Tomlinson · The English Concert · Pinnock
Preis: EUR 35,57

6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gutes Mittelfeld, aber keine Referenzaufnahme, 5. März 2008
Auch die BBC empfiehlt die vorliegende Einspielung des Messias als "first choice", doch ich kann mich dieser Einschätzung nicht anschließen. Die Stärken von Pinnocks Messiah sind schnell benannt - hervorragender Orchesterklang und exzellente Aufnahmetechnik -, doch die Schwächen sind zahlreich: unausgeglichene Tempi (langsame Stellen zu langsam, schnelle zu schnell), meist wenig überzeugende Solisten (Crook als Tenor bleibt blass, der Bass von Tomlinson ist über weite Strecken eine Zumutung, Otter scheint nicht gut bei Stimme, sie klingt mitunter heiser) und ein Chor, der hinsichtlich Präzision und klangliche Eleganz bestenfalls als mittelmäßig zu bezeichnen ist.

Wem diese Einschätzung zu hart erscheint, der sollte bedenken, dass der Messias zu den am häufigsten eingespielten Werken der "ernsten Musik" gehört und jede weitere Aufnahme sich deshalb an ausgezeichneten Vorgängern messen lassen muss. Wer das beliebte Oratorium von Händel im "historischen Gewand" hören möchte, sollte weiterhin zu Gardiner (1982) greifen. Sein Messias ist stilistisch und interpretatorisch exzellent und Gardiner beweist auch hier - wie eigentlich immer - guten Geschmack bei der Wahl seiner Tempi und Solisten. Der Monteverdi Choir ist ohnehin konkurrenzlos.

Wer, wie ich, aber zu jenen Messias-Freunden gehört, die bis heute nicht einsehen wollen, warum Händels Oratorium zwangsläufig auf Originalinstrumenten und mit "ausgedünnten" Besetzungen präsentiert werden muss, dem steht die in fast jeder Hinsicht perfekte Messias-Einspielung von Karl Richter mit dem London Philharmonic Orchestra und dem John Alldis Choir aus dem Jahre 1972 zur Verfügung (nicht zu verwechseln mit der deutschsprachigen Einspielung des Münchner Bach-Orchesters und Chors!). Kaum weniger hervorragend ist der Messias von Charles Mackerras und dem English Chamber Orchestra aus dem Jahre 1966 - ein interessanter Kompromiss, da gespielt auf modernen Instrumenten, von der Besetzung jedoch den historischen Gegebenheiten angepasst. Und wer hören möchte, wie ein "Rejoice!" ohne modisches Understatement klingen kann, der greift zum Klemperer-Messsias von 1964 und einer wirklich "frohlockenden" Elisabeth Schwarzkopf.


The Originals - Fidelio (Gesamtaufnahme)
The Originals - Fidelio (Gesamtaufnahme)
Preis: EUR 17,49

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kollo besser als erwartet; störende "Leonore III", 18. Februar 2008
Den anderen Rezensenten ist in ihrer positiven Bewertung von Bernsteins "Fidelio" unbedingt zuzustimmen. Zwei Punkte möchte ich jedoch nicht unkommentiert lassen:

(1) Über Kollo kann man geteilter Meinung sein, doch halte ich seine Leistung im vorliegenden Fall für ausgezeichnet. Er zeigt in den Dialogen überdurchschnittlichen dramatischen Einsatz, und man sollte ihm auch nicht zum Vorwurf machen, dass er versucht seine Arie zu "singen" und nicht zu "schreien" (wie das leider zu oft geschieht). Er passt in dieser Hinsicht auch hervorragend zur eher lyrischen Interpretation der Leonore durch Gundula Janowitz.

(2) Die vorliegende Aufnahme liegt gesanglich auf Klemperer-Niveau und aufnahmetechnisch sowie dramatisch deutlich darüber. Sie als alleinige Referenzaufnahme zu empfehlen, halte ich dennoch für problematisch und zwar aus zwei Gründen: Bernsteins Dirigat ist zu eigenwillig und die unselige (auf Mahler zurückgehende) Einfügung der Ouvertüre 'Leonore III' vor der Schlusssequenz ist ein dramaturgisches Unding.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 1, 2008 10:30 AM MEST


Wolfgang Amadeus Mozart: Die Entführung aus dem Serail (Oper) (Gesamtaufnahme)
Wolfgang Amadeus Mozart: Die Entführung aus dem Serail (Oper) (Gesamtaufnahme)
Preis: EUR 12,99

9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Dramatisch gut umgesetzt, aber gesanglich nicht immer überzeugend, 3. Oktober 2007
Unter Opernfans weltweit genießt die vorliegende Aufnahme von Mozarts beliebtem Singspiel großes Ansehen. Im "Metropolitan Opera Guide to Recorded Opera" von 1993, immer noch eines der Standardwerke für jeden Opernliebhaber, bewertet der Musikkritiker Kenneth Furie die von Eugen Jochum und dem Orchester der Bayerischen Staatsoper im Jahre 1965 eingespielte Version nicht nur als "beste einzelne Aufnahme der Entführung", sondern auch als "wahrscheinlich wichtigste Aufnahme von Fritz Wunderlich". Im ersten Punkt würde ich Furie folgen, im zweiten nur mit Einschränkungen. Die Verwendung des Wortes "wahrscheinlich" weist wohl darauf hin, dass Furie von seinem eigenen Urteil nicht restlos überzeugt war.

Wunderlich singt zwar mit ungewöhnlich viel interpretatorischem Einsatz, doch klingt sein Tenor nicht so strahlend wie auf der "Zauberflöten"-Einspielung des Vorjahres. Woran dies liegt - ob an der Aufnahmetechnik, Wunderlichs Tagesform oder gar einer bereits abnehmenden Strahlkraft seiner Stimme -, mag ich nicht zu beurteilen. Wie der "Metropolitan Guide" zu Recht bemerkt, handelt es sich bei Wunderlichs Mitstreitern nicht um eine "Traumbesetzung". Erika Köth als Konstanze ist zwar technisch perfekt, doch das Timbre ihres Soprans und ihre eigenwillige Phrasierung sind für heutige Ohren äußerst gewöhnungsbedürftig. Kurt Böhme als Osmin und Friedrich Lenz können als guter Durchschnitt gelten. Am meisten überzeugt mich - neben Wunderlich - noch Lottle Schädle als Blonde, die mit viel Stilgefühl verhindert, dass ihre Rolle ins Alberne abrutscht.

Angesichts all dieser Einschränkungen mag man sich über den legendären Ruf dieser Aufnahme wundern. Er ist dennoch berechtigt. Was die vorliegende Einspielung von anderen heraushebt, sind vor allem ihre dramatischen Qualitäten. Das Geschehen entwickelt sich mit einer Dynamik und Zwangsläufigkeit, wie sie den meisten auf CD erhältlichen Versionen dieses "komischen Singspiels" (so der ursprüngliche Untertitel") völlig abgeht. Dies ist nicht nur der sensiblen Führung von Eugen Jochum zu danken, sondern in besonderer Weise auch dem Einsatz des Ensembles.

In seiner Mozart-Biografie schreibt Wolfgang Hildesheimer, dass "im Singspiel das Unding der abgegrenzten Nummern zwischen gesprochenem Text herrsche". Und weiter: "In diesem Text bewegt sich der Sänger außerhalb seines Metiers, mit seiner Überzeugungskraft als Sprecher liegt es meist im argen." Im vorliegenden Fall trifft dies nicht zu. Die Übergänge zwischen Text und Gesang sind nahtlos, die Sänger überzeugen mitunter sogar mehr in den Dialogen als in ihren Arien! Wer erfahren möchte, welches musikdramatische Potential in der "Entführung" liegt, dem sei diese Aufnahme wärmstens ans Herz gelegt.


Prima Voce - Heinrich Schlusnus (Schubert-Lieder)
Prima Voce - Heinrich Schlusnus (Schubert-Lieder)
Preis: EUR 12,99

14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Historischer Bariton, ausgezeichnet "remastered", 22. Juni 2007
Unter den deutschsprachigen Sängern der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts gehört Heinrich Schlusnus (1888-1952) - neben Richard Tauber - sicherlich zu den herausragenden Persönlichkeiten. Ebenso wie Tauber überzeugte Schlusnus gleichermaßen als Opernsänger wie als Liedinterpret.

Wer allerdings an die Schubert-Interpretationen von Dietrich Fischer-Dieskau (ebenfalls Bariton) gewöhnt ist, wird sich hier umstellen müssen. Als Sänger an der Berliner Staatsoper betätigte sich Schlusnus vorwiegend im dramatischen Fach. Sein Bariton ist dementsprechend voluminöser und tiefer als das eher schlanke, lyrische Organ von Fischer-Dieskau. Schlusnus fehlt dessen Wendigkeit, dafür sind seine Interpretationen "objektiver" und - vom zeittypischen Portamento abgesehen - frei von Manierismen.

Die Qualität der digitalisierten Schellack-Matrizen ist ausgezeichnet, ebenso wie das begleitende Informationsmaterial mit einer Biografie von Schlusnus und detaillierten Aufnahmedaten.


The Originals - Die Schöne Müllerin/ 3 Lieder
The Originals - Die Schöne Müllerin/ 3 Lieder
Preis: EUR 7,99

8 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Wunderlich als Liedsänger?, 10. Juni 2007
Zur "Legende Fritz Wunderlich" gehört für viele Fans dessen Unfehlbarkeit. Auch ich halte Wunderlich für einen der größten lyrischen Tenöre des vergangenen Jahrhunderts, leite daraus jedoch nicht die Verpflichtung ab, nun alles gut zu heißen, was der Sänger jemals in seiner kurzen Laufbahn unternommen hat. Im Fall der vorliegenden CD muss ich leider feststellen: Das Kunstlied war nicht Wunderlichs Metier. Der Sänger fühlt sich hörbar unwohl in dieser Rolle. Die gezwungene Pose lässt seine ansonsten so natürliche Stimme merkwürdig heiser und unpersönlich klingen.

In zahlreichen Opernaufnahmen besticht der Tenor bis heute durch die besondere Strahlkraft seiner Stimme. Unglücklicherweise steht ihm genau diese bei der Liedinterpretation im Wege. Mit jeder Note spürt man Wunderlichs angestrengtes Ringen um den richtigen Ton, was umso fataler wirkt, wenn man sich erinnert, mit welcher Leichtigkeit er diesen sonst auch in schwierigsten Arien trifft! Im siebten Lied des Zyklus mit dem Titel "Ungeduld" (Nomen est omen!) kann der Opernsänger in Wunderlich nicht länger an sich halten und durchbricht kurzzeitig die Grenzen des Liedes, was für Interpret (und Zuhörer) befreiend, für ein Schubert-Lied jedoch unpassend wirkt.

Wenig Glück hatte Wunderlich auch mit der Wahl seines Kompagnons am Klavier: Hubert Giesens Begleitung ist behäbig und wenig inspiriert. Keinesfalls spielt er in der Liga von Pianisten wie Moore, Brendel oder Schiff. Fazit: Wir sollten Fritz Wunderlich als Tamino und Belmonte in Erinnerung behalten, seine Leistungen als Liedsänger verblassen dagegen. Als Referenzaufnahmen für "Die schöne Müllerin" empfehle ich all jenen, die einen Tenor als Interpret bevorzugen, die Einspielung von Peter Schreier aus dem Jahr 1991 mit András Schiff am Klavier. Ansonsten bleibt für mich (und wohl für viele andere auch) Dietrich Fischer-Dieskau der unerreichte Maßstab, vor allem in der Aufnahme mit Gerald Moore von 1972.

Was Wunderlichs "schöne Müllerin" letztendlich vor einem Fiasko bewahrt, ist der besondere Eindruck, den der Schluss des Schubertschen Zyklus auf der vorliegenden Aufnahme hinterlässt. Es war schon immer bedrückend, wenn in "Des Baches Wiegenlied" der "müde Wanderer" auf zweideutige Weise zum (ewigen?) Schlaf aufgefordert wird. Von Wunderlich gesungen bekommen die Zeilen "Gute Ruh, gute Ruh, tu die Augen zu" einen fast unheimlichen Klang, zumal der Sänger - passend zu den Worten - merkwürdig erschöpft wirkt. Wie wir heute wissen, war es seine letzte Studioaufnahme...
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 30, 2012 6:18 PM CET


Musikalisches Opfer Bwv 1079
Musikalisches Opfer Bwv 1079
Preis: EUR 18,99

18 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sperriges Spätwerk in historischem Gewand, 9. Juni 2007
Rezension bezieht sich auf: Musikalisches Opfer Bwv 1079 (Audio CD)
Außerhalb einer engeren Bach-Gemeinde ist das "musikalische Opfer" heute kaum noch bekannt. Das hat Gründe. Zwar gilt das Spätwerk als kammermusikalisches Vermächtnis Bachs, in dem der Meister aus Anlass einer Huldigung an den damaligen preußischen König noch einmal alle Register seiner Kompositionskunst zieht. Wem Bach in diesem Werk jedoch mit Sicherheit nicht huldigt, ist der musikalische Zeitgeist seiner Epoche. Dieser hatte sich längst neuen Ufern zugewandt. Bach galt Mitte des achtzehnten Jahrhunderts, zur Entstehungszeit des "Opfers", längst als "altmodisch", was den hochbetagten, fast blinden Komponisten, so heißt es, wenig störte.

Dennoch glaubt man eine stille Melancholie aus der Musik herauszuhören, so als hätte der Meister der Fuge geahnt, dass seine Zeit unwiederbringlich vorbei war. Von der Heiterkeit und Musizierfreude der "Brandenburgischen Konzerte" ist in dem eher schwerfälligen musikalischen Material nichts mehr zu spüren, abgesehen vielleicht von der wunderschönen Triosonate für Flöte, Geige und Cembalo, die den vergleichsweise "modernen" Höhepunkt des ansonsten eher altertümlichen Werks darstellt. Auch diese konnte jedoch nicht verhindern, dass Bach wenige Jahre später so gut wie vergessen war. Bis zu seiner "Wiederentdeckung" sollte es über ein halbes Jahrhundert dauern.

Angesichts des ohnehin etwas anachronistischen Charakters des "musikalischen Opfers" ist die Verwendung historischer Instrumente durch Jordi Savall und seine Mitstreiter nur begrenzt hilfreich. Salopp formuliert: Wenn Altes noch älter klingt, erleichtert das nicht unbedingt die Rezeption. Dennoch gebührt dem Concert des Nations Lob, sich überhaupt an diesen schwierigen Stoff gewagt zu haben. Mit großen Umsatzziffern war kaum zu rechnen. Savalls Truppe musiziert mit der gewohnten Klarheit und Detailfreude, die Aufnahmequalität ist brillant. Wirklich empfehlen kann ich diese CD allerdings nur eingefleischten Bach-Fans und Freunden der historischen Aufführungspraxis.


Mozart: Die Entführung aus dem Serail (Gesamtaufnahme)
Mozart: Die Entführung aus dem Serail (Gesamtaufnahme)
Wird angeboten von mario-mariani
Preis: EUR 18,50

4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Starkes Orchester, verzagter Belmonte, 1. Juni 2007
Die Vorzüge dieser Einspielung von Mozarts "Entführung aus dem Serail" liegen in der Orchesterarbeit und - mit Einschränkungen - in der Besetzung der weiblichen Rollen. Die English Baroque Soloists spielen mit der gewohnten Präzision und Dynamik. Die Tempi sind mitreißend und der Orchesterklang außergewöhnlich transparent, was die Mozartsche Kunst auch für Laien gut nachvollziehbar macht. Die von Gardiner gepflegte historische Aufführungspraxis bleibt jedoch Ansichtssache. Wen es stört, dass Mozart etwas nach Barock klingt, sollte vom Erwerb dieser CDs Abstand nehmen.

Unter den Gesangssolisten ist Cyndia Sieden als Blondchen für mich das Glanzlicht dieser Einspielung: jugendlich frisch, herrlich schnippisch in den Dialogen und bezaubernd sinnlich in der Arie "Durch Zärtlichkeit und Schmeicheln". Ein weiterer Höhepunkt ist ihr Duett mit Osmin ("Ich gehe, doch rate ich dir"). Eine insgesamt überzeugende Leistung liefert auch Luba Orgonasova als Konstanze. Die Arie "Martern aller Arten" ist bei Sängerinnen zu Recht gefürchtet. Orgonasova zeigt hier ihr ganzes Können und meistert auch die Koloraturen mit Bravour. Allerdings finde ich ihre Stimme etwas zu kehlig, um sie vorbehaltlos als "schön" bezeichnen zu können. Zudem macht ihr stellenweise die deutsche Diktion zu schaffen.

Als problematisch erweist sich die Besetzung der männlichen Rollen. Wer nach 1965 den Belmonte singt, muss sich wohl oder übel an der überragenden Leistung von Fritz Wunderlich (unter Eugen Jochum) messen lassen. Stanford Olsen hält diesem Vergleich nicht stand. Schon mit der Einführungsarie ("Hier soll ich dich denn sehen") kommt die Ernüchterung. Olsens Phrasierung mag der Aufführung eines Oratoriums von Bach oder Händel angemessen sein, in einer Mozart-Oper wirkt sie dünn und kraftlos. Vor dem Hintergrund des strahlenden Orchesterklangs verflüchtigt sich Olsens Stimme mitunter fast. Etwas besser behauptet sich Cornelius Hauptmann als Osmin, allerdings empfinde ich seinen Bass für diese Rolle ebenfalls als zu leicht und geglättet.

Zum Schluss noch der Hinweis auf ein Schmankerl dieser Aufnahme: Mit Hans-Peter Minetti in der Sprechrolle des Selim Bassa legt sich ein Hauch von "großem Theater" über das ansonsten eher seichte Libretto.


Wohltemperiertes Klavier 1
Wohltemperiertes Klavier 1
Preis: EUR 22,85

10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bach zum "Anfassen" und Wohlfühlen, 22. Mai 2007
Rezension bezieht sich auf: Wohltemperiertes Klavier 1 (Audio CD)
Bach-Experten und solche, die es werden wollen, führen seit Jahrzehnten einen Weltanschauungskrieg über die "richtige" Interpretation des Bachschen Klavierwerks. Vertreter einer eher zurückgenommenen, "konventionellen" Auslegung stehen dabei dabei den Anhängern der mehr individualistischen bis "exzentrischen" Versionen von Gould bis Gulda unversöhnlich gegenüber. Dies alles muss den interessierten Laien, der einen Zugang zum mitunter etwas sperrigen, etüdenhaften Werk des Meisters sucht, wenig berühren.

Hewitts Einspielung des wohltemperierten Klaviers, Buch 1, richtet sich wohl eher an letztere Hörerschaft: Bach zum "Anfassen" und Wohlfühlen! Schon der alte Goethe ließ sich dieses Werk zur Entspannung vorspielen, und die vorliegende Fassung stieße sicherlich auf seine ungeteilte Zustimmung. Angela Hewitt ist zu Recht längst ein Fixstern am Himmel der Bach-Interpreten! Die Pianistin aus dem kanadischen Ottawa vermeidet die Extreme einer romantisierenden Bach-Interpretation ebenso wie die Radikalität von eher "mechanistischen" Darbietungen. Tempi und Anschlag zeigen Sinn für Proportion und der Klang hinterlässt insgesamt ein Gefühl der Wärme ohne süßlich zu wirken.

Auf englischsprachigen Internetseiten wurde von einigen Rezensenten die Aufnahmequalität als zu "dumpf" bemängelt. Dies kann ich nicht nachvollziehen, es sei denn man legt den "metallischen" Klang der fast 50 Jahre alten Gould-Aufnahmen als Maßstab zugrunde.


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