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Rezensionen verfasst von
KrimiKritik

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Paganinis Fluch: Kriminalroman. Joona Linna, Bd. 2
Paganinis Fluch: Kriminalroman. Joona Linna, Bd. 2
von Lars Kepler
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen völlig "vergeigter" Schwedenkrimi, 24. September 2014
Daß der Begriff Schwedenkrimi längst kein Gütesiegel mehr ist, beweist einmal mehr dieser Versuch, auf der lukrativen Ikeathriller-Schiene mitzufahren, durch sein eindrucksvolles Kollektivversagen von Autorenteam Ahndoril (klingt Keppler tatsächlich verkaufsfördernder?), Übersetzung und Lektorat.

Autoren:

Das beginnt schon mit dem auf Mystik gequälten Titel, dem jeder zwingende Bezug zum eigentlichen Krimigeschehen fehlt. In peinlich anmutenden Manier wird eine bedeutungslose Instrumentengeschichte konstruiert, nur um den Namen des Teufelsgeigers für die angepeilte Klientel fruchtbar machen zu können.

Aber schlimmer noch ist der "geistige" Überbau der Story (in den Händen einer kleinen Friedensaktivistin befindet sich ein Belastungsfoto, das illegalen Waffenhandel dokumentiert, und die deshalb von einem Profikiller mit Terminatorqualitäten verfolgt wird), weil absolut unlogisch und damit als Handlungsträger gänzlich ungeeignet. Die neue Besitzerin ist nämlich nicht die Fotografin. Also könnten, was mehr als wahrscheinlich wäre, durchaus -zig Abzüge zirkulieren. Trotzdem wird nicht etwa der Versuch unternommen, über die Aktivistin die Spur zum Urheber bzw. Originalfilm/Speichermedium zurückzuverfolgen, sondern der Killer soll das arme Mädchen erledigen und dabei probaterweise, weil sonst ja nicht thrillergerecht, halb Schweden entvölkern. Natürlich möglichst grausam, denn Schwedenkrimis müssen düster sein.

Um das Maß insoweit voll zu machen, sprich die naive Bilderwelt der Autoren abzurunden, wird der italienische Oberschurke zu einem mafiösen Don Bacio hochstilisiert, der seine Abmachungen per Handkuß besiegeln läßt.

Geht es wirklich noch alberner?

Aber klar; denn pikanterweise entlarvt das Autorenteam in seinem Bemühen, kriminotorisches Spezialwissen vorzugaukeln, auch seine technische Ahnungslosigkeit selber, indem es in diesem Sinne der Pistole Glock 21 ein Kaliber von 45 Millimetern (!) zuerkennt, die damit bloß noch von einer Lafette abgefeuert werden könnte. - Ausschließlich dieses Maß an ungewolltem Humor ließ den Rezensenten kurzzeitig an die Vergabe eines 2. Sterns denken.

Präsentiert wird der Unsinn in einem furchtbar hölzernen Stil, der durch die Verwendung des Präsenz rasante Handlung suggerieren soll.

Übersetzung:

"Ein Schuss durchschlägt" eine Scheibe - und nicht etwa die Kugel oder ein Projektil.
Der Revolver wird aus einem "Halfter" gezogen - das nun einmal kein Holster ersetzen kann und besser im Pferdestall geblieben wäre.
Aus einem Coupé wird ein "Coupet". - usw.

Lektorat:

Und alles wird von einem globalignoranten Lektorat abgesegnet, das allein durch das Zusammenstreichen der ewigen Vor- plus Zunamen von dem auf 621 Seiten aufgeblasenem Text gefühlte 50 Seiten hätte eliminieren können.

Fazit: Schrott bleibt Schrott, bei dessen Produktion auch schwedische Thrillerautoren endlich mit deutschen Regiokrimischreibern mithalten können.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 10, 2017 9:51 PM CET


Die Macht des Mr. Miller
Die Macht des Mr. Miller
von Charles den Tex
  Broschiert

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spähaffere, 1. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Macht des Mr. Miller (Broschiert)
Das Firmen von Internetnutzern Profile über Cockies anlegen, dürfte den
meisten Leuten inzwischen bekannt sein. Das man mit seinen Daten im
Internet vorsichtig umgehen soll, lernt heute jedes Kind. Aber wer
Charles den Tex Buch "Die Macht des Mr. Miller" gelesen hat, weiß wie
hilflos der "normale" User im world wide web ist.

Die Handlung: In einer Unternehmensberatung wird die Leiche einer Frau
gefunden. Das computer gestützte Zeiterfassungssystem der Firma weist
Hauptfigur Michael Bellicher als einzigen Anwesenden im Gebäude aus. Das
bringt Bellicher in allerlei Schwierigkeiten.

Das niederländische Original dieses Buches erschien 2005 und hörte sich
damals sicher an wie Sience Fiction ala Orwell. Acht Jahre später hat
das Thema aus Charles den Tex` Roman durch NSA und Prism-Skandal eine
ganz besondere Aktualität gewonnen. Denn anders als Orwells
Überwachungsstaat aus "1984" scheint die Macht des Mr. Miller Realität
geworden zu sein.

Nicht nur wegen seiner Aktualität ist dieses Buch absolut lesenswert.
Die Geschichte ist spannend erzählt und man muss kein Computerexperte
sein, um der Handlung folgen zu können. Einzige Schwäche des Buches sind
die Blogeinträge des "Ich-Erzählers". Da der Leser das Seelenleben des
Michael Bellicher zu genüge kennt, hätte man sich diese durchaus sparen
können.


Schwanengesang (Marc Hagen)
Schwanengesang (Marc Hagen)
von Andreas Hoppert
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Harvey Smithfield in Bielefeld, 1. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Schwanengesang (Marc Hagen) (Taschenbuch)
Anwaltskrimis gibt es viele. Meist bemühen sich die Anwälte darum die
Unschuld ihrer Mandanten zu beweisen, weil die Polizei dazu nicht in der
Lage ist. In Schwanengesang ermittelt Anwalt Marc Hagen aber in eigener
Sache, was dem ganzen eine besondere Note verleiht. Da die Geschichte
nicht um einen "Ich-Erzähler" aufgebaut ist, aber der Leser trotzdem
immer nur so schlau wie es auch die Hauptfigur ist, lässt sich der
logischen Handlung gut folgen.

Auch die juristischen Ausführungen zu Sterbehilfe und Beihilfe zum
Selbstmord sind nicht ermüdend, sondern auf die, für die Handlung
notwendigen Details reduziert, um den nichtjuristischen Leser in die
Materie einzuführen.

Insgesamt ist Schwanengesang eine gut konstruierte Geschichte, die Lust
auf mehr macht. Laut Wikipedi bezeichnet man als "Schwanengesang" das
letzte Werk eine Dichters. Aber genau das sollte der Krimi von Andreas
Hoppert bitte nicht sein.


Uferwechsel (Vijay Kumar)
Uferwechsel (Vijay Kumar)
von Sunil Mann
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zürcher Curry-Geschnetzeltes, 1. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Uferwechsel (Vijay Kumar) (Taschenbuch)
Zürcher Geschnetzeltes ist ein Schweizer Nationalgericht. Curry ist eine
aus Indien stammende Bezeichnung für verschiedenste Eintopfgerichte mit
einer sämigen Sauce. Beides für sich jeweils ein Genuß. Ob nun eine
Mischung aus Geschnetzeltem und Curry auf dem Teller eine gelungene
Mischung ergibt sollen andere beurteilen. In Sunil Manns "Uferwechsel"
zumindest ist die Schweizer-Indische Krimi-Mischung sehr bekömmlich.

Der Titel des Buchs deutet es schon an, es geht um den Wechsel "ans
andere Ufer". Die Ermittlungen führen Privatdetektiv Vijay Kumar in
Zurichs Schwulenszene. Wer aber in der Geschichte das Ufer wechselt wird
hier natürlich nicht verraten.

Lange wird der Leser von Mann auf falsche Spuren gesetzt und immer wenn
man glaubt der Lösung des Falls näher zu sein, ergibt sich eine neu
Spur. Das Ganze liest sich angenehm flott. Gewürzt mit einer
ordentlichen Prise Witz macht dies "Uferwechsel" zu einem
Lesevergnügen, besonders auf den Seiten 226 bis 228.


Schneckenkönig (Martin Nettelbeck)
Schneckenkönig (Martin Nettelbeck)
von Rainer Wittkamp
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

1 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Krimi mit Soundtrack, 1. August 2013
"Du bist etwas Besonderes. etwas ganz Seltenes." So lautet der erste
Satz der neuen Krimiserie um Kommissar Martin Nettelbeck. Leider gilt
dieser Satz nicht für dieses Buch. Der Kommisar wird nach einer
Strafversetzung in das Resort "Versorgung" wegen Personalengpass zurück
geholt. Aber so ganz kann er sich von der Versorgung nicht lösen und
immer wieder tauchen "warenwirtschaftssystematische Einordnungen" im
Buch auf, was den Fall nicht voran bringt und auf die Dauer nervt.

Außerdem hat der Kommisar auch noch eine Vorliebe für Posaunenmusik. Man
sollten die im Buch genannten Stück als Soundtrack mitliefern, damit die
Leser wenigsten einen Hörgenuss haben, denn die Stücke die Rainer
Wittkamp seine Hauptfigur hören lässt gehen wirklich ins Ohr und machen
es leicht, dem letzten Satz des Buches ("Hört mehr Posaunen") Folge zu
leisten.

Die 252 Seiten lassen sich zügig lesen, aber die Handlung ist einfach zu
simpel. Dumme Nazis und geldgierige Sektenführer lassen in keinem Moment
Spannung aufkommen und es gibt auch keinen wirklichen Clou in der
Geschichte. Das, was für eine Überraschung beim Leser hätte sorgen
können, wir gleich auf der ersten Seite Seite des Buches verraten, denn
schon dort erfährt man, was ein Schneckenkönig ist.


Der Wolf
Der Wolf
von John Katzenbach
  Gebundene Ausgabe

12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Ende der Fahnenstange, 2. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: Der Wolf (Gebundene Ausgabe)
An dieser Stelle soll nicht der Versuch unternommen werden, das Innenleben des Romans bzw. die zugrunde liegende Geschichte zu sezieren, weil es an ihm einen viel wichtigeren Aspekt gibt.
Denn egal, was sonst noch unter dem Label "Psychothriller" auf den Markt gebracht werden wird, nun weiß der Rezensent wenigstens, wie das Ende der Entwicklung dieses Genres aussieht. Jedenfalls soweit es Autoren betrifft, die nach dem Katzenbachschen Schema verfahren.
Auf die Vorderseite des Einbandes kommt ein gelungenes Titelbild, auf dessen Innenseite eine Spannung verheißende, zusammenfassende Vorschau.
So weit, so gut.
Auf der Rückseite findet sich dagegen nichts, und das ist höchst informativ, weil diese punktgenaue Inhaltsangabe präzise den Gehalt der Buchstaben, Worte und Sätze widerspiegelt, die sich auf gefühlten tausend Seiten vergeblich bemühen, etwas ähnliches wie einen fesselnden, wenigstens aber nachvollziehbaren Handlungsablauf zu vermitteln.
Ist der Leser dann irgendwann aus dem zwangsläufigen Schlaf erwacht, wird er sich nur zu zweierlei beglückwünschen können, nämlich
a) Zeuge des größtmöglichen Mißbrauchspotentials des Begriffs "Thriller" geworden sowie
b) Kunde der Stadtbücherei zu sein und damit für einen solchen verqueren Murks keinen Cent an Kaufpreis verschwendet zu haben.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 8, 2016 6:24 PM CET


Erlösung: Der dritte Fall für Carl Mørck, Sonderdezernat Q Thriller
Erlösung: Der dritte Fall für Carl Mørck, Sonderdezernat Q Thriller
von Jussi Adler-Olsen
  Broschiert
Preis: EUR 14,90

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen starker Spannungsabfall, 10. Mai 2013
Der Roman beginnt spannend: zwei entführte Brüder werden von einem Erpresser in einem Bootsschuppen am Meer gefangengehalten. Dem Älteren gelingt es, einen Hilferuf per Flaschenpost loszuwerden, der jedoch erst nach etlichen Jahren polizeiliche Ermittlungsaktionen in Gang setzen wird. So weit, so vielversprechend. Doch bereits in dem Moment, als die Flasche ins Wasser fällt, fällt auch die Spannung. Denn um die Identität des in seiner Kindheit verkorksten (wie originell!) Täters, der Erpressung plus Mord, falls letzterer ihm nötig erscheint, zu seinem höchstpersönlichen Berufsbild geformt hat, wird nie eine Geheimnis gemacht. Und weil er mit seiner 1-Mann-GmbH noch nicht genug Einnahmen auf die hohe Kante legen konnte, muß er weiter seinem Job nachgehen.

Was kommt, ist mehr als vorhersehbar, böte bei gekonnter Darstellung aber dennoch ein ausreichendes Fundament für einen zumindest durchschnittlichen Spannungsbogen. Leider vertut der Autor diese Chance durch ermüdend bis verärgernde Zeit- und Szenensprünge, für die kein nachvollziehbarer Anlaß besteht, übersteigerte Skurrilität diverser Personen, das Auswalzen höchst verzichtbarer Nebensächlichkeiten (Fliegenjagd), Einstreuung von Jedermannwitzchen, sowie ein Übermaß an familiär-problematischem Ballast, ohne den eine Kriminalroman der Gegenwart sich anscheinend nicht zu präsentieren wagt.

Ein solcher Berg an Füllmaterial, der die Grundstory erstickt, unterhält nicht, sondern läßt als einzig positive Reaktion (dafür die 2 Sterne) beim Rezensenten Erinnerungen an die goldenen Krimijahre wach werden, in denen die gelben Ullstein- und roten Goldmannbücher auf knapp 200 Seiten Kriminalromane verkörperten, die dieses Etikett von der ersten bis zur letzten Zeile verdienten.


Milchgeld. Kommissar Kluftingers erster Fall
Milchgeld. Kommissar Kluftingers erster Fall
von Volker Klüpfel
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

8 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen großer Kässpatznkäse, 7. Mai 2013
Der Inhalt dieser auf Romanstärke aufgeblasenen Minigeschichte ist schnell zusammengefaßt: Profitgeier verpanscht die gute Allgäuer Alpenmilch mit illegalem Billigzusatz und ermordet lästige Mitwisser. Daß eine derartige intellektuelle Dimension, in der sich der wahre Handlungsträger als Kässpatz entpuppt, den der popanzige Kommissarclown andauernd verzehren möchte, eine besondere Spezies von Leser benötigt, liegt auf der Hand. So muß der Milchgeldaspirant folgendes lieben:
- den Bullen von Tölz, aber ohne dessen pointierten Witz und Ironie;
- die Rosenheimcops, aber ohne deren nachvollziehbare Grundstories;
- den Münchner Tatort, aber ohne dessen Spannung;
- den Komödienstadl, aber nur aus den 60er Jahren und in schwarzweiß.

Ein solcher Konsument wird sich natürlich auch nicht von der Verwunderung des Spiegel (Nr. 9 vom 27.2.12) verunsichern lassen, der sich fragt, " warum Kitsch und schlechtes Deutsch derzeit im heimischen Kriminalroman eine merkwürdige Blüte erleben - ein Befund, den zum Beispiel der Millionenerfolg der Allgäuer "Kluftinger"-Krimis erschütternd belegt."

Er kann sich vielmehr mit dem Buch beruhigt Zuhause unter dem Ölgemälde mit dem röhrenden Hirsch in seinem Eicherustikalsessel zu einer Schallplatte des Napalmduos zurücklehnen und zwischen den Bissen von seiner Obatzdaschnitte einbilden, er läse einen Kriminalroman.


Belladonna: Thriller (Grant-County-Serie, Band 1)
Belladonna: Thriller (Grant-County-Serie, Band 1)
von Karin Slaughter
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen geschrieben mit Blut und ohne Hirn, 19. März 2013
Einem Opfer werden zusätzliche Öffnungen in den Körper geschnitten, damit man es besser vergewaltigen kann (Frau Slaughter hat anscheinend mal von Gilles de Rais gehört), die anderen werden dazu zweckmäßigerweise am Boden festgenagelt. Das hat schon was, wenn man einem allmählich erlahmenden Patterson und Konsorten die Kunden abspenstig machen will und sich dazu in der buchgewordenen Phantasie der Mittel bedient, mit denen früher in der Realität öffentliche Hinrichtungen die Massen geködert haben. Aber diese angepeilte Klientel sado-nekrophiler Voyeure wird der Autorin kaum den etwa 90 % ausmachenden Rest des Buches verzeihen, der aus sich ständig wiederholenden Schilderungen der vermurksten Einwohnerschaft eines amerikanischen Kuhdorfs besteht. unter denen der Täter von einem auch nur einigermaßen routinierten Thrillerkonsumenten mühelos auszumachen ist.
Noch grausamer als die so blumig geschilderten Taten ist allerdings der holprig-hölzerne Sextanerstil, der immer wieder an die schlimmsten Kommissar-Dialoge des seligen Herbert Reinecker erinnert (ich sagte - er sagte - sagen sie das nicht - das würde ich nicht sagen).
Mehr möchte der Rezensent dazu nicht sagen.


Rotkehlchen: Harry Holes dritter Fall (Ein Harry-Hole-Krimi, Band 3)
Rotkehlchen: Harry Holes dritter Fall (Ein Harry-Hole-Krimi, Band 3)
von Jo Nesbø
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

10 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen große Erwartung, riesige Enttäuschung, 18. Februar 2013
Der Rezensent hat die Romane Nesbos nicht in der Reihenfolge ihres Erscheinens gelesen. Zum Glück, sonst wäre er nie bis zum gelungenen "Leopard" vorgedrungen.
Denn falls es ein Spleen des Autors sein sollte, Phantasiewaffen wie z.B. die Odessa- (Stadt am Schwarzen Meer) oder die Malakow- (russischer Förderturm) Pistole als pseudo-drollige Anspielungen auf die Tula-Tokarev zu kreieren und diese in "Rotkehlchen" noch mit einem deutschen Märklin-Gewehr zu toppen (Was kommt als nächstes: die Käthe-Kruse-Flinte oder das Steiff-Knopf-im-Ohr-Maschinengewehr?), erschließt sich dessen Witz dem Rezensenten nicht. Der ist vielmehr der Auffassung, daß, wenn es sich nicht gerade um Gift im Landhauskrimi handelt, Mordinstrumente als handlungsrelevante Komponenten realistisch dargestellt werden müssen. Dies, um primär ein Mitkombinieren der Leser zu ermöglichen, zumindest jedoch, um ein Abgleiten auf das Niveau von Regiokrimis zu verhindern. An dieser Hürde ist Nesbo (mit seiner Stabilbaukastenknarre vom Kaliber 16 mm mag er sich selber für einen versteckten Spaßvogel halten) diesmal leider deutlicher als sonst gescheitert, weil jetzt auch noch der Anschein der Ernsthaftigkeit erweckt werden soll. So ist z.B. ein Revolver, der mit zwei Magazinen nachgeladen werden kann (S. 12), derart blödsinnig, daß es darüber bereits eine eigene Seite im Internet gibt. Es folgen auf S. 51 ein Bajonett (gemeint ist ein Seitengewehr, das aber erst in Verbindung mit einer Langfeuerwaffe zum Bajonett wird) und ein Moskin-Nagant (beabsichtigt wohl Mosin-Nagant).
Abgerundet wird das Negativum durch eine Ullstein-unwürdige, gravierende Minderleistung bei Übersetzung und Lektorat (beispielhaft auf S. 25: "der hochrangigste" statt der höchstrangige / S. 34: "Ein Junge mit Homey-Hosen, die so groß waren ..." statt Homey-Hose, die so groß war ...).
Das sind Minuspunkte von solcher Gewichtung, daß man darüber fast die eigentliche Story vergessen könnte, die mit der anschließend einsetzenden spannenden Parallelhandlung bis in den 2. Weltkrieg zurückgeht und eine dort begründete Rachegeschichte ankündigt, die durchaus ein buchfüllendes Format erhoffen läßt.
Doch gerade, als der Leser den Anfangsquatsch fast verdrängt hat, kommt es knüppeldick. Dann wird nämlich auf S. 134 ausgeführt, daß besagtes Scharfschützengewehr im Kaliber 16 mm (!) 150.000,-- DM gekostet hat (!!) und in größerer Zahl von der Baader-Meinhof-Bande gekauft worden ist, die also alleine für die Bewaffnung mit Gewehren mehrere Millionen ausgegeben haben müßte (!!!).
Nach Auffassung des Rezensenten kann es durchaus kontroverse Ansichten darüber geben, welche Art von Unterhaltungszweck ein Thriller/Krimi verfolgen sollte. Nur darf er keinesfalls als Vehikel dienen, den Leser zu verarschen. Bei S. 135 war daher logischerweise mit der Lektüre Schluß.


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