Shop now Shop now Shop now Shop now Shop now Öle & Betriebsstoffe für Ihr Auto Jetzt informieren PR CR0917 Cloud Drive Photos UHD TVs Learn More Mehr dazu Hier klicken Mehr dazu Hier Klicken Jetzt bestellen AmazonMusicUnlimited BundesligaLive longss17
Profil für Andreas Tögel > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Andreas Tögel
Top-Rezensenten Rang: 1.012
Hilfreiche Bewertungen: 1628

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Andreas Tögel (Südlich von Wien)

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-15
pixel
Das Ende der SPÖ: Von der absoluten Mehrheit in die Bedeutungslosigkeit
Das Ende der SPÖ: Von der absoluten Mehrheit in die Bedeutungslosigkeit
von Sörös Martin
  Taschenbuch
Preis: EUR 19,00

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der Trend ist kein Genosse mehr, 18. Oktober 2017
Mag der Titel mit Sicherheit überzeichnet sein, kommt der Untertitel den Tatsachen schon näher: „Von der absoluten Mehrheit in die Bedeutungslosigkeit“. Errang die einst staatstragende Partei unter „Sonnenkönig“ Bruno Kreisky anno 1979 noch satte 51,03 Prozent der Wählerstimmen, dümpelt sie gegenwärtig bei unter 30 Prozent dahin. Erstmals in der Geschichte der Zweiten Republik, ist es ihr als der den Kanzler stellenden Regierungspartei gelungen, bei einer Nationalratswahl als zweiter ins Ziel zu kommen – und das nur knapp vor den drittplatzierten Freiheitlichen. Blamabel. Victor Adler und Bruno Kreisky werden vermutlich in ihren Gräbern rotieren.

Auf kurzweilige, ironisch pointierte, aber keineswegs bösartige Weise, geht der Autor den Gründen für den systematischen Abstieg der einstigen Partei der werktätigen Massen auf den Grund. Serienweise Skandale, offensichtliche Ziel- und Identitätsverluste und unattraktives Führungspersonal, bilden die Hauptgründe für den stetigen Wählerverlust. Das Auftauchen des charismatischen Populisten Jörg Haider, Mitte der 80er-Jahre, dessen Kür zum Chef der FPÖ und die darauf folgende Ausgrenzungsstrategie („Vranitzky-Doktrin“), hat den Wählerverlust nur noch weiter beschleunigt und die Freiheitlichen gestärkt. Jetzt waren und sind es eben sie, die den Finger am Puls der kleinen Leute haben, nicht mehr eine zum korrupten Macht- und Pfründenerhaltungsverein degenerierte Sozialdemokratie. Die Facharbeiter, die einst die roten Kerntruppen bildeten, stehen heute mehrheitlich im blauen Lager.

Auch der Tod des intelligenten und eloquenten Herausforderers Haider, der überaus erfolgreich in den roten Arbeiterhochburgen wilderte, brachte keine Trendwende. Die beinahe schon neurotisch wirkende Ausgrenzungspolitik, nahm und nimmt den Genossen vielmehr jeden Verhandlungsspielraum und zwingt sie zur ungeliebten Dauerkoalition mit der zweiten großen Volkspartei, der ÖVP.

Der unerwartete Aufstieg des schwarzen Jungstars Sebastian Kurz, trägt zum weiteren Niedergang der Sozialisten bei. Denn er scheint die Zeichen der Zeit erkannt zu haben und auf die richtigen Themen zu setzen. Der politische Trend ist im Jahr 2017 kein Genosse mehr. Wenn die SPÖ sich nicht alsbald neu erfindet, wird ihr Weg in die Bedeutungslosigkeit unumkehrbar.


Die blinden Flecken der Geschichte: Österreich 1927-1938
Die blinden Flecken der Geschichte: Österreich 1927-1938
von Gudula Walterskirchen
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,90

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Faktenbasierte Abrechung mit linken Geschichtsnarrativen, 8. Oktober 2017
Im Zuge ihres erfolgreichen Marsches durch die Institutionen haben es die Linken geschafft, bestimmte Forschungsbereiche nahezu vollständig unter ihre Fuchtel zu bringen. Die Geschichtswissenschaft – namentlich die Zeitgeschichte – zählt dazu. Die Zeit zwischen den beiden Weltkriegen wird daher weitgehend von den Narrativen bestimmt, die linke Historiker – weithin unwidersprochen – in die Welt setzen.

Fünf der Mantras, die diesen von den Roten gerne – kontrafaktisch - als „Ära des Austrofaschismus“ bezeichneten Abschnitt der jüngeren Geschichte prägen, hat die Historikerin und Erfolgsautorin Gudula Walterskirchen in ihrem letzten Buch einer kritischen Prüfung unterzogen und ist, nach Berücksichtigung bisher ungenutzter Quellen, zu einer weit vom Mainstream abweichenden Beurteilung der Ereignisse gekommen.
Ob es um das Drama von Schattendorf und den damit zusammenhängenden Justizpalastbrand geht; um den „Aufstand friedlicher Arbeiter“ gegen das „faschistische“ Dollfuss-Regime; um die tatsächlichen Ziele der sozialdemokratischen Putschisten im Februar 1934; und um die Frage, welche Rolle der illegalen Nationalsozialisten dabei gespielt haben: hier wird mit kritiklos nachgebeteten Mythen abgerechnet. Das betrifft auch die Beurteilung des Einmarsches Adolf Hitlers im März 1938.

So kann etwa gar keine Rede von einem politisch motivierten Fehlurteil gegen die ruchlosen Mörder „friedlicher Arbeiter“ in Schattendorf sein, wie die Autorin anhand eingehenden Quellenstudiums und der Einschätzung prominenter Juristen nachweist. Auch war das Ziel der „demokratischen Arbeiter“, die anno 1934 (entgegen den Direktiven der eigenen Parteiführung) den von Vornherein zum Scheitern verurteilten Putsch gegen die ständestaatliche Regierung versuchten, keineswegs die Wiederherstellung der Demokratie, sondern vielmehr die Errichtung einer sozialistischen Diktatur.

Das klingt anders, als man es aus den tiefroten Geschichtsinstituten zu hören gewohnt ist. Zum Kämpfen gehören nämlich allemal zwei Parteien und niemals liegt die Schuld am Ausbruch von Feindseligkeiten allein bei einer der beiden. Das war auch 1927 und 1934 nicht anders.

An der Bewertung der Persönlichkeit des von den Sozialisten bis heute als „Arbeitermörder“ denunzierten und inbrünstig gehassten Kanzlers Dollfuss, der ein halbes Jahr nach dem roten Putschversuch von Nationalsozialisten ermordet wurde, scheiden sich bis heute die Geister. Gudula Walterskirchen formuliert eine sehr differenzierte, aber dennoch keineswegs apologetische Beurteilung seiner Politik.

Die Sozialisten haben es geschafft, die Begebenheiten der Zwischenkriegszeit in einer Weise zu deuten und den Menschen einzubläuen, dass sie bei Bedarf jederzeit dazu eingesetzt werden können, ihrer rezenten Politik Vorschub zu leisten. Die rigorose Tilgung der Namen ihr missliebiger Persönlichkeiten aus der Bezeichnung von Straßen und Plätzen, ist ein schöner Beleg dafür. Geltung und Bestand hat nur, was roter Politik dient. Der Einsatz moralischer Doppelstandards ist dabei obligat.

Wer an einem nicht ideologisch determinierten Bild Österreichs in der Zeit zwischen 1927 und 1938 interessiert ist, sollte dieses Buch gelesen haben.


Wachablöse: Auf dem Weg in eine chinesische Weltordnung
Wachablöse: Auf dem Weg in eine chinesische Weltordnung
von Karin Kneissl
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,90

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Wiederkehr des Drachen, 24. September 2017
Nach vielen Jahrhunderten der weitgehenden geopolitischen Bedeutungslosigkeit, meldet sich das nach einer atemberaubenden wirtschaftlichen Aufholjagd mit neuem Selbstbewusstsein ausgestattete China auf der Weltbühne zurück – und zwar mit großen Ambitionen. Nicht erst, seitdem sich in den USA mit seinem „America-First“-Präsidenten Trump ein neuer Isolationismus ankündigt, sondern schon ab dem Moment, als die reine Lehre der marxistische Ideologie unter Deng Xiaoping durch wirtschaftlichen Pragmatismus abgelöst wurde, begannen sich die geopolitischen Gewichte dramatisch zugunsten Chinas zu verschieben.

Nach dem europäischen 19. Und dem amerikanischen 20., scheint das 21. Jahrhundert zu dem des neu entstehenden Reiches der Mitte zu werden. Das bevölkerungsreichste Land der Welt steht im Begriff, in jenes Vakuum vorzustoßen, das ein nur noch mit sich selbst beschäftigtes Europa und die auf dem Rückzug befindliche Führungsmacht des Westens, die USA, preisgeben.

China geht, bevorzugt in Afrika, aber auch im Mittleren und Nahem Osten, wirtschaftlich und diplomatisch in die Offensive. Nicht mit Bombern und Panzern, wie die Amerikaner und nicht mit sinnfreier bis kontraproduktiver Entwicklungshilfe oder ewig moralisierender Arroganz à la Europa. Vielmehr machen sie sich mit der Vergabe wohlfeiler Kredite, sowie mit Investitionen in Infrastrukturprojekte und Industrieunternehmen daran, die Welt zu erobern. Das von Staatspräsident Xi Jinping vorangetriebene Projekt „Neue Seidenstraße“, steht als Symbol für die langfristigen Ziele des zum größten Energieimporteur der Welt avancierten Bevölkerungsriesen.

Die geopolitischen Gewichte verschieben sich zunehmend vom Atlantik zum Pazifik. Die von US-Präsident Trump verfügte Aufkündigung des transpazifischen Freihandelsvertrages TTP, könnte Chinas Plänen durchaus weiter Vorschub leisten.

Derzeit scheint es, als ob der Höhenflug des Landes nur von internen Problemen, wie seiner frühzeitiger Vergreisung dank der Ein-Kind-Politik, und Problemen mit der zunehmend größer werdenden Wohlstandsungleichheit, gestoppt werden könnte, nicht aber von seinen wirtschaftlichen und militärischen Wettbewerbern.

Karin Kneissl, die sich längst als Expertin für den Nahen und Mittleren Osten profiliert hat, legt mit diesem Buch eine ebenso kompakte wie profunde Analyse der aufstrebenden pazifischen Supermacht China vor.


Deutschland entgleist: Wie sich eine Gesellschaft selbst ruiniert
Deutschland entgleist: Wie sich eine Gesellschaft selbst ruiniert
von Christoph Braunschweig
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,90

10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Traum und Wirklichkeit, 16. September 2017
Wer dem Meinungshauptstrom Glauben schenkt, könnte meinen, in der besten aller Welten zu leben: Die Wirtschaft brummt, der Wohlstand wächst, niemals wurde das Land der Dichter und Denker besser regiert. Freiheit und Sicherheit herrschen im Überfluss und das Germania geht einer rosigen Zukunft entgegen.

Dass dieses von der Regierung und den gleichgeschalteten Medien gezeichnete Bild mit der Realität nichts gemein hat, sieht jeder, der nicht mit Blindheit geschlagen ist. Die Autoren des vorliegenden Buches decken schonungslos und kenntnisreich auf, wo es krankt. Dabei geht es weder um Schwarzmalerei oder Panikmache, noch um die Erzeugung wohliger Schauer beim Suhlen in apokalyptischen Untergangsszenarien, sondern um eine sachlich-kühle Analyse des Istzustandes der deutschen Gegenwart, sowie um eine Erklärung dafür, weshalb die herrschenden und (noch) über die Deutungshoheit gebietenden Eliten, ebenso entschlossen wie konsequent gegen die Interessen derer vorgehen, die schon länger hier leben.

Einen großen Teil ihrer Aufmerksamkeit schenken die Verfasser den mit der Massenimmigration aus Afrika und dem Orient verbundenen und von Politik und Medien totgeschwiegenen oder grob verharmlosten Problemen. Die Handschrift des liberalen, markorientierten Ökonomen lassen jene Kapitel erkennen, die dem herrschenden Wirtschafts- und Geldsystem gewidmet sind. Hochinteressant ist auch die tiefschürfende Erklärung für den von Deutschland immer wieder beschrittenen „Sonderweg“ – sowohl in politischer, als auch in wirtschaftlicher Hinsicht. Das völlige Fehlen einer liberalen Tradition, wie sie etwa in England oder in den USA existiert, erklärt einen Großteil der erschreckenden Obrigkeits- und Staatshörigkeit weiter Kreise der deutschen Gesellschaft, sowie deren unbegreifliche Kritiklosigkeit gegenüber einer erratischen Regierungspolitik.

„Die Deutschen verdächtigen die Herrschenden nur ungern. Lieber vertrauen sie ihnen oder vergöttern sie sogar.“ Die aktuellen Meinungsumfragen zur Popularität Angela Merkls, liefern dafür den schlagenden Beweis. Lesenswert!


1866 Königgrätz (marixwissen)
1866 Königgrätz (marixwissen)
von Helmut Neuhold
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 6,00

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine entscheidende Weichenstellung, 7. September 2017
Mit dem Ortsnamen Königgrätz, verbindet der einigermaßen geschichtsinteressierte Zeitgenosse, in erster Linie den Begriff „Zündnadelgewehr“. In der Tat trug die modernere Infanteriebewaffnung der preußischen Truppen, einen wichtigen Teil zu ihrem Triumph über die mit Vorderladern ausgerüsteten Österreicher bei. Schwerer als dieser zweifellos vorhandene technische Vorteil, wog jedoch das strategische Können des preußischen Oberbefehlshabers Helmuth von Moltke, der fünf Jahre später, bei Sedan, seinen größten Erfolg im deutsch-französischen Krieg erringen sollte.

Der Autor beleuchtet indes auch zahlreiche andere Gründe, die zu dem am 3. Juli 1866 erlittenen Debakel der österreichischen Nordarmee beitrugen. Da war einmal das geopolitische Genie Bismarcks, der alles daran setzte, ein geeintes Deutsches Reich unter preußischer Führung zu schaffen. In einem solchen Konstrukt war für den Vielvölkerstaat Österreich kein Platz – sosehr Kaiser Franz Josef sich auch als „deutscher Fürst“ fühlen mochte. Der von Preußen und Österreich 1864 gemeinsam gegen Dänemark geführte Krieg, respektive dessen Ergebnis, lieferte dem preußischen Ministerpräsidenten die Ausgangsbasis für den von ihm gewünschten Konflikt mit den ungeschickt taktierenden Österreichern. Sein im April 1866 geschlossenes gegen Österreich gerichtetes Bündnis mit Italien, nötigte Kaiser Franz-Josef zu einer Zersplitterung seiner ohnehin nicht allzu starken Kräfte. Zum anderen darf die weitaus bessere Organisation und Disziplin der preußischen Truppen nicht übersehen werden. Den Generalstab der Nordarmee als "chaotisch" zu bezeichnen, ist mit Sicherheit nicht übertrieben. Der mit seinem Kommando ohnehin überforderte Feldzeugmeister Benedek stand am Tag der Schlacht faktisch ohne Generalstab da und hatte zudem mit offener Insubordination einiger Korpskommandanten zu kämpfen. Zuletzt kam also alles so, wie es kommen musste.

Kontrafaktische Geschichtsbetrachtungen ändern zwar nicht an den Ereignissen, liefern aber mitunter reizvolle Einsichten und Erkenntnisse: Wären nicht starke Teile der österreichischen Armee auf dem italienischen Schauplatz gebunden gewesen (die eineinhalb Wochen vor Königgrätz bei Custozza einen beachtlichen Erfolg gegen zahlenmäßig überlegene Feindkräfte erringen konnten); wäre anstelle des mit seiner Aufgabe überforderten, greisen Benedek, der Sieger von Custozza, Erzherzog Albrecht mit dem Kommando der Nordarmee betraut gewesen; und hätte schließlich nicht eine Reihe von Fehleinschätzungen dazu geführt, auf den waffentechnischen Vorteil eines Hinterladergewehrs zu verzichten; die europäische Geschichte hätte einen völlig anderen Verlauf nehmen können.

Denn, und das arbeitet der Autor sehr schön heraus, „Königgrätz“ war nicht einfach eine Schlacht von vielen. Nein, hier erfolgte eine entscheidende europäische Weichenstellung. Ohne den preußischen Sieg keine „kleindeutsche Lösung“, kein „Deutsches Reich“ unter preußischer Führung und – wer weiß – vielleicht kein als „Urkatastrophe Europas“ in die Geschichte eingegangener Erster Weltkrieg.

Ohne die überragende und opferreiche Leistung der österreichischen Artillerie, wäre die Schlacht vermutlich in ein Massaker ausgeartet. So aber konnte der glücklose Benedek wenigstens das Gros seiner Verbände vor ihrer völligen Vernichtung bewahren.

Kurzbiographien der Staatsmänner beider Seiten und der an der Front eingesetzten Kommandeure, sowie Schilderungen der an Nebenkriegsschauplätzen am Main (wo es zum hoffnungslosen Kampf der zusammengewürfelten Bundesarmee gegen die Preußen kam) und in Italien (wo es angesichts der politischen Umstände für Österreich militärisch nichts mehr zu gewinnen gab) abgelaufenen Ereignisse, komplettieren das Bild.

Einzig zu beklagender Mangel: Der völlige Verzicht auf Kartenmaterial, der es dem Leser beinahe unmöglich macht, die minutiös geschilderten Manöver nachzuvollziehen.


Österreichs Kriegshelden: Landsknechte - Haudegen - Feldherren
Österreichs Kriegshelden: Landsknechte - Haudegen - Feldherren
von Helmut Neuhold
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,90

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nicht nur Wein, Weib und Gesang in Kakanien, 14. August 2017
„Kriege mögen andere führen, du, glückliches Österreich heirate!“ Dieses mutmaßlich aus der Zeit von Kaiser Maximilian I. stammende Zitat, das die über viele Jahrhunderte erfolgreich betriebene Heiratspolitik der Habsburger charakterisiert, sagt zugleich einiges über das Fremd- und Eigenbild des österreichischen Militärs aus. Im scharfen Gegensatz zu „den Preußen“, von denen man weiß, dass sie mit Kommissstiefeln an den Füßen geboren werden, traut man dem austriakischen „Kamerad Schnürschuh“ kein sonderliches Talent für militärische Belange zu. Zu Unrecht, wie das vorliegende Buch belegt.

Der Autor präsentiert eine Reihe hochverdienter „Landsknechte, Haudegen, Feldherren“ (so der Untertitel), die die Geschichte Österreichs im Lauf vieler Jahrhunderte durch ihr taktisches Geschick und strategisches Genie zum Teil entscheidend beeinflusst haben. Nur wenige der beschriebenen Männer, dürften dem durchschnittlich informierten Zeitgenossen unserer Tage bekannt sein. Ausnahmen davon bilden wohl Prinz Eugen, Feldmarschall Radetzky oder Andreas Hofer. Doch wer kann mit Namen, wie etwa Erzherzog Albrecht, Leopold Joseph von Daun oder Gideon Ernst von Laudon etwas anfangen, die mit Reiterstandbildern an prominenten Plätzen im Herzen Wiens geehrt werden?

Eine Analyse von rund 7.000 Gefechten und Schlachten, die in der Zeit von 1495 bis 1895 unter Beteiligung österreichischer Truppen stattgefunden haben, ergibt für diese eine „Erfolgsquote“ von etwa 65%. Nicht schlecht, für die Armee eines Reiches, das man eher mit Musik, Wein und Mehlspeisen, denn mit Pulverdampf in Verbindung bringt.

Die mit Kriegsherren des Mittelalters beginnende Darstellung der einzelnen Persönlichkeiten, die mit einem Fliegerhelden des Ersten Weltkriegs endet, bietet zugleich eine komprimierte Geschichtslektion. Sind die geschlagenen Schlachten doch stets in einen politisch-strategischen Kontext eingebettet, der zumindest kurz umrissen wird.

Wie ein roter Faden zieht sich die unausgesetzte Geldnot des Hauses Habsburg durch das das Buch. „Ohne Geld ka Musi“, besagt ein altes Wiener Sprichwort. Und ohne entsprechende personelle und technische Ausrüstung ist es auch schwer, gegen besser gewappnete Gegner im Felde zu bestehen. Angesichts dessen – und eingedenk der ebenfalls das gesamte Buch durchziehenden Tatsache, dass die habsburgischen Herrscher ihren Gegenspielern zum Teil nicht nur intellektuell, sondern vor allem hinsichtlich ihres Verständnis' für Militärstrategie oft heillos unterlegen waren, kann man über die trotzdem erstaunlichen Erfolge der vorgestellten Herren im Kampf gegen Türken, Franzosen, Preußen und Russen, nur staunen.

Die Kurzbioraphien zweier Protagonisten auf „exotischen“ Kriegsschauplätzen verleihen dem interessanten Werk zusätzliche Würze: Einer davon ist Johann Carl Khevenhüller, der an der Seite Kaiser Maximilians in Mexiko gekämpft hat; der zweite ist Rudolf von Slatin, der für die Briten im Sudan gegen die fanatischen Horden des Mahdi gefochten hat.

Männer dieses Zuschnitts, oder solche wie die beiden Verteidiger Wiens gegen die Türken (1529 Niklas Graf Salm, 1683 Ernst Rüdiger Graf Starhemberg), strafen all diejenigen Lügen, die alle Österreicher schlechterdings für Nulpen und militärische Blindgänger halten. Fazit: ein vielfach illustriertes, hochinformatives Buch für geschichtsinteressierte Leser.


Was Sie über Inflation wissen sollten: Die Wahrheit darüber, warum Ihr Vermögen schrumpft
Was Sie über Inflation wissen sollten: Die Wahrheit darüber, warum Ihr Vermögen schrumpft
von Henry Hazlitt
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Über Wesen und Bedeutung der Inflation, 7. August 2017
Das bereits im Jahr 1960 in englischer Sprache erschienene Buch des liberalen Journalisten und Buchautors Henry Hazlitt, liegt nun auch auf Deutsch vor. Abgesehen von einigen, auf spezifisch US-amerikanische Ereignisse bezogene Passagen, hat das Werk nichts an Aktualität eingebüßt. Mit der ihm eigenen Gabe, Sachverhalte auf allgemein klare Weise zu erläutern, die sich dem Verständnis des in Fragen der Geldtheorie unbeleckten Laien entziehen, beschäftigt sich der Autor hier mit einem der wichtigsten Phänomene moderner Volkswirtschaften.
Kaum ein anderer in der Nationalökonomie gebrauchter Begriff, wird so unterschiedlich interpretiert, wie der der Inflation. Hazlitt definiert ihn so: „Inflation ist ein Wachstum der Geldmenge, welches das Wachstum des Güterangebots übersteigt“ und ist damit nicht ganz so strikt, wie andere Vertreter der „Österreichischen Schule“, für die jede Ausweitung der Geldmenge Inflation bedeutet.

Hazlitt fordert eine Rückkehr zum Goldstandard, wiewohl er die gewaltigen Probleme keineswegs übersieht, die einem solchen Schritt entgegenstehen und/oder jedenfalls eine sehr behutsame Vorgangsweise geraten scheinen lassen.

Die von Regierungen und Notenbanken für sich reklamierte Kompetenz, eine „moderate“ Inflation (von zwei bis drei Prozent p.a.) herbeiführen und dauerhaft garantieren zu können, bestreitet er ganz entschieden. Beginnt nämlich eine zunächst „schleichende“ Inflation erst einmal, sich zu beschleunigen (etwa, weil das Publikum für die nahe Zukunft eine verstärkte Geldentwertung erwartet), kann alles sehr schnell gehen. Den von ihren Fähigkeiten felsenfest überzeugten Geldalchemisten, bleibt dann einfach zu wenig Zeit für wirkungsvolle Gegenmaßnahmen. Zahlreiche Hyperinflationen, wie zum Beispiel die in Deutschland anno 1923, sprechen eine klare Sprache.

Der 1993 verstorbene Autor würde vermutlich im Grabe rotieren, hätte er die exzessive Geldmengenausweitung im Gefolge des Platzens der Dot.com-Blase im Jahr 2000 und des Immobiliencrashs 2008 noch erlebt. Zeitlebens war für ihn nämlich absolut klar, dass die mit einer noch so „moderaten“ Inflation einhergehenden Nachteile, ihre wenigen kurzfristig möglichen Vorteile in jedem Fall überwiegen.

Inflation, das ist spätestens nach der Lektüre dieses hervorragendes Sachbuchs sonnenklar, ist kein Naturereignis. Sie wird auch nicht durch profitsüchtige Unternehmer, konsumgierige Haushalte oder anmaßende Lohnforderungen ausgelöst. Ursache eines auf breiter Front erfolgenden Anstiegs der Preise für Waren oder Dienstleistungen, ist in jedem Fall ein erweitertes Geldangebot.

Mit der Aufblähung der Menge monopolisierten Zwangsgeldes, ist zudem eine Umverteilung von unten nach oben, weg vom „Mann von der Straße“ - hin zu den politisch-wirtschaftlichen Eliten, verbunden. Wenigen Gewinnern stehen damit zahlreiche Verlierer gegenüber. Die von F. A. Hayek im Jahr 1976 vorgeschlagene „Denationalisierung des Geldes“, würde die derzeit nahezu unbeschränkte Macht von Regierungen und Notenbanken brechen.

Wer das Wesen der Inflation mit all ihren Gefahren erfassen will, sollte zu diesem Buch greifen.


Wir Weicheier: Warum wir uns nicht mehr wehren können und was dagegen zu tun ist
Wir Weicheier: Warum wir uns nicht mehr wehren können und was dagegen zu tun ist
von Martin van Creveld
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,90

8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Über Infantilisierung, Feminisierung und Dekadenz des Westens, 26. Juli 2017
„Warum wir uns nicht mehr wehren können und was dagegen zu tun ist“, lautet der Untertitel dieses erfrischenden, ganz und gar ohne Rücksicht auf die Erfordernisse der Politischen Korrektheit verfassten Buches. Die im ersten Teil des Untertitels erhobene Behauptung, wird vom Autor minutiös erläutert und schlüssig belegt. Von der Verweichlichung der Jugend, über die fatale Feminisierung der Streitkräfte westlicher Staaten, bis zur mittlerweile allgegenwärtigen Gedankenpolizei, die jede Form von Gewalt (sofern sie nicht von angeblich unterdrückten Minderheiten ausgeht) – und damit auch den Krieg an sich und die zu seiner Führung nun einmal erforderlichen Soldaten verurteilt, abwertet und verabscheut.

Wie die längst verlorene Wehrhaftigkeit der westlichen Staaten zurückzugewinnen ist, oder besser – ob das angesichts der dort herrschenden kollektiven Dekadenz überhaupt noch möglich ist, bleibt indes weithin offen. Zwar erhebt der Autor durchaus plausible Forderungen, was sich alles ändern müsste, um unsere Zivilisation gegen künftige Attacken nach innen und außen zu wappnen; daran, dass das in einer Zeit aber keinesfalls passieren wird, in der die Auslieferung von deutschen Schützenpanzern am fehlenden Nachweis für deren Unbedenklichkeit im Hinblick auf das Fruchtwasser schwangerer Soldatinnen scheitert, dürfte wohl auch der gelernte Militärhistoriker Creveld selbst keinen Moment lang zweifeln. Wie heißt es so schön: "Helm ab zum Gebet" oder "Fertigmachen für den Zusammenbruch!"

Er selbst präsentiert mit seinem Hinweis auf die von zahlreichen Historikern seit der Antike konstatierten Zyklizität der geschichtlichen Entwicklung (dem ewigen auf und ab der Kulturen), im Grunde selbst die traurige Gewissheit: Der Westen hat seine Zukunft hinter sich. 70 Jahre Frieden, haben uns Glauben gemacht, dass es nie mehr Krieg geben könne – zumindest nicht auf unserem eigenen Boden. Wie alle hochstehenden, reich, bequem, weibisch und feige gewordenen Zivilisationen der Vergangenheit, wird wohl auch die unsere von vergleichsweise primitiven, rückständigen dafür aber wehrhaften und nach wie vor über die Fähigkeit zur Fortpflanzung verfügenden Barbaren niedergeworfen werden. Eigentlich schade...


Die Hierarchie der Opfer (Kaplaken)
Die Hierarchie der Opfer (Kaplaken)
von Martin Lichtmesz
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 8,50

13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Über Dummheit, Niedertracht und Selbsthass, 20. Juli 2017
Der Autor gliedert sein Buch in zwei Teile. Im ersten geht es um die in Westeuropa mittlerweile alltäglich gewordene Gewalt in Form sexueller Belästigung von Frauen die schon länger hier leben, über die immer stärker in Mode kommenden Gruppenvergewaltigungen, bis hin zum Mord. Der zweite Teil ist terroristischen Aktivitäten gewidmet, die – wie die im ersten Teil behandelten Phänomene – in einem völlig unübersehbaren Zusammenhang mit der muslimischen Masseneinwanderung stehen. Von Politik und Meinungshauptstrom wird dieser Zusammenhang indes entweder gar nicht thematisiert, verharmlost oder geleugnet. Wer es wagt, ihn anzusprechen, macht sich damit zum Paria, ist ein „Hetzer“, Rassist“, „islamophob“ und/oder ein Nazi. Solche Zeitgenossen haben jedes Recht an der gesellschaftlichen Teilhabe verwirkt und dürfen von höchsten politischen Würdenträgern und der Journaille ungestraft als "Pack", "Mischpoke" oder "Dunkeldeutsche" diffamiert werden.

Wer es für unerträglich hält, Fehler einzugestehen, eine Agenda verfolgt, die „große Ziele“ enthält, die durch Kleinigkeiten, wie Mord und Totschlag nicht gefährdet werden dürfen, oder wer schlicht bis ins Mark verkommen ist, wird sich exakt so verhalten, wie Regierungen und deren Symbionten in Medien, Justiz und Verwaltung das seit Jahr und Tag tun.

Als Opfer eignen sich ausschließlich immerzu verfolgte, „schutzsuchende“ Ausländer, während als Täter nur autochthone Männer in Frage kommen. Fälle, die nicht ins Narrativ des mit ewiger Erbschuld beladenen „Ugly German“ passen, dem immerzu die Rolle des Täters zufällt, werden ausgeblendet, zurechtgebogen und umgedeutet.

Ohne sich in ermüdenden Aufzählungen und Detailschilderungen zu verlieren, präsentiert der Autor einige typische Beispiele, die das immer gleiche Ritual illustrieren, an dessen Ende nicht selten eine völlige Täter-Opfer-Umkehr steht.

Schweden, ein Land, das von politischer Korrektheit so vollständig durchseucht ist wie kein zweites, erfreut sich – dank der Völkerwanderung – inzwischen der höchsten Vergewaltigungsrate Europas. Ein schöner Erfolg jahrzehntelang betriebener linker Politik, fürwahr. Wer es dort wagt, diesen Umstand mit der muslimischen Masseninvasion in Zusammenhang zu bringen, wird in Acht und Bann getan, ja riskiert sogar den wirtschaftlichen Ruin (billiger geben es die Jakobiner der politischen Korrektheit meist nicht). „Das etwaige Leiden der „Refugees“ wiegt…schwerer als jenes der Bürger des eigenen Landes, die im schlimmsten Fall das Pech haben, ihr Leben zu verlieren.“ Die diesem autodestruktiven Irrsinn zugrundeliegende Dummheit, dieser mörderische Selbsthass, droht zum Sargnagel unserer Gesellschaften zu werden.

Fazit: Lichtmesz' Büchlein bietet eine zwar beunruhigende, dafür aber informative und kurzweilig zu lesende Lektüre.


Masse und Macht (Elias Canetti, Werke (Taschenbuchausgabe))
Masse und Macht (Elias Canetti, Werke (Taschenbuchausgabe))
von Elias Canetti
  Sondereinband
Preis: EUR 16,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein Rätsel, 4. Juli 2017
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Am Ende des knapp 600 Seiten dicken Schmökers erschließt sich nicht so recht, worum es dem Autor zu tun war. Andere Werke zum Phänomen der Masse, wie etwa Gustave Le Bons „Psychologie der Massen“ oder Ortega y Gassets „Der Aufstand der Massen“, geben im Unterschied zu Canettis Werk keinerlei Anlass zur Ratlosigkeit. Diese beiden Darstellungen warten allerdings auch nicht mit der Uferlosigkeit auf, die man Canettis Opus Magnum attestieren muss. Ein Buch, das anthropologische, psychologische, politische und historische (die Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit) Aspekte des Phänomens „Masse“ zu integrieren beabsichtigt, führt wohl beinahe zwangsläufig zur Verwirrung des Lesers.

Was die – zweifellos sehr interessanten – und in verschiedenen Abschnitten des Buches immer wieder auftauchenden Beschreibungen von Stammesgeschichten australischer, ozeanischer oder afrikanischer Ureinwohner zu suchen haben, will nicht so recht klar werden. Ob das von Canetti beschriebene Phänomen des „Stachels“ im Zusammenhang mit dem Befehl tatsächlich etwas taugt, sei dahingestellt. Das mit „Der Überlebende“ überschriebene Kapitel, will sich überhaupt nicht so recht in das Thema einfügen. Die Beschreibung der verschiedenen Erscheinungs- und Entwicklungsformen der Masse erscheint indessen klar, logisch und ergibt ein stimmiges Bild. Auch das Kapitel „Meute und Religion“ eröffnet erhellende Einsichten, wie auch Canettis Beschäftigung mit den „Elementen der Macht“.

Nach dem Konnex der Phänomene Masse und Macht indes, sucht der Leser (zumindest der Verfasser dieser Rezension) vergebens. Ein zwingender Zusammenhang zwischen den einzelnen Kapiteln ergibt sich jedenfalls nicht. Fazit: Masse und Macht ist eine, fast könnte man behaupten, anekdotische Aneinanderreihung von miteinander nicht oder kaum in Beziehung stehenden Erscheinungsformen sozialer Interaktionen. Das Buch ist ungeheuer kenntnisreich, sprachlich hochstehend und mit großer Liebe zum Detail verfasst. Es liest sich leicht und flüssig, lässt den Leser allerdings mit dem nagenden Zweifel zurück, worum es darin eigentlich ging...


Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-15