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Beiträge von S. Christina
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Rezensionen verfasst von
S. Christina
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Reptile Room (A Series of Unfortunate Events)
Reptile Room (A Series of Unfortunate Events)
von Lemony Snicket
  Taschenbuch

5.0 von 5 Sternen Spaßiges Jugendbuch, 31. Mai 2010
Auch im zweiten Band der 13teiligen Reihe ändert sich das Leben der drei Baudelaire Waisen auf tragische Weise. Gerade bei ihrem Onkel Monty angekommen und glücklich dort sein zu dürfen, stirbt der berühmte Schlangenforscher eines plötzlichen Todes. Zwei Einstiche deuten darauf hin, dass ein Schlangenbiss die Todesursache war. Doch die Baudelaires glauben nicht an ein Unglück. Hat Montys neuer Assistent Stephano damit etwas zu tun? Oder verdächtigen ihn die Kinder nur, weil er frappierende Ähnlichkeit mit ihrem alten Feind Graf Olaf hat?

Nun hab ich mein erstes englisches Buch seit der Schulzeit vor fast 9 Jahren gelesen. Dennoch kam ich gut in die Geschichte rein und konnte mir unbekannte Wörter durch Lesen des ganzen Satzes erschließen. Dabei half mir auch, dass der Autor weniger geläufige Wörter oft in einem Satz erklärt bzw. die Protagonisten erklären lässt. Es handelt sich also um ein Jugendbuch bei dem eigentliche Zielgruppe auch etwas lernen kann. Doch nicht nur für Jugendliche eignet sich die kurzweilige Lektüre, mich hat es auch mit Mitte 20 gut unterhalten. Sonst würde ich die Lektüre eher Kindern ab 10 Jahren empfehlen, da einige Szenen nicht ganz ohne Gewalt auskommen. Die Geschichte an sich wäre abgesehen davon, schon für Jüngere geeignet, da das Buch sehr einfach und flüssig zu lesen ist. Der Autor wendet sich immer wieder an den Leser um ihn vor einem Weiterlesen zu warnen, sollte er ein zartes Gemüt besitzen oder ihn auf anderes aufmerksam zu machen. Dieses direkte Miteinbeziehen des Rezipienten schafft ein besonderes Verhältnis zu dem Buch.


Flavia de Luce 1 - Mord im Gurkenbeet: Roman
Flavia de Luce 1 - Mord im Gurkenbeet: Roman
von Alan Bradley
  Gebundene Ausgabe

0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schwarzer Humor vom feinsten, 31. Mai 2010
Flavia ist ein untypisches 11jähriges Mädchen im England des Jahres 1950. Sie interessiert sich für Wissenschaften und forscht in ihrem eigenen Labor an den unterschiedlichsten chemischen Verbindungen herum. Im krassen Gegensatz dazu stehen ihre beiden Schwestern die richtige Mädchen-Mädchen sind. Deswegen gibt es auch öfters Streit zwischen ihnen, den ihr Vater schlichten muss. Als Flavia eines Morgens eine Leiche im Gurkenbeet findet, möchte sie den Tod natürlich am liebsten selbst aufklären und beginnt unverzüglich Nachforschungen anzustellen. Als die Polizei ihren Vater verdächtigt und schließlich in Untersuchungshaft genommen wird, kämpft Flavia gegen die Zeit um herauszufinden, was sich wirklich ereignet hat.

Alan Bradley hat ein unterhaltsames wie spannendes Jugendbuch verfasst und mit Flavia eine sympathische Protagonistin erschaffen. Mit großer Liebe zum Detail sind die einzelnen Charaktere herausgearbeitet, wodurch die Geschichte sehr lebendig wirkt. Auch die Handlung ist gut durchdacht und sämtliche Erzählstränge sind schlüssig. Nebenbei erfährt man interessante Tatsachen über Gifte, chemische Verbindungen und Pflanzen, die so einfach erklärt werden, dass sie auch für Nichtbewanderte logisch sind. Weiterhin ist es dem Autoren gelungen, mit bisweilen altmodischen Ausdrücken und Verhaltensweisen der Protagonisten, eine authentische 50iger Jahre Atmosphäre zu erzeugen. Viel Witz in Wort und Handlungen lockern den Krimi auf, der Humor ist stellenweise sehr trocken bis schwarz. Insgesamt ist eine sechsteilige Buchreihe um die Jugendliche Detektivin Flavia geplant. Ich sehe den folgenden Bänden schon mit großer Vorfreude entgegen.


Das Herz ist ein einsamer Jäger
Das Herz ist ein einsamer Jäger
von Carson McCullers
  Taschenbuch

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Melancholisch, aber wunderschön, 31. Mai 2010
n einem ärmeren Viertel, einer nicht näher genannten Stadt des Bundesstaates Georgia im Amerika der 30er finden sich einige Außenseiter zusammen. Die 13jährige Mick hat ein großes Musiktalent, was in ihrer großen, armen Familie nicht gefördert werden kann, der Cafébesitzer Biff Brannon und der etwas verrückter Kommunist Jake Blount sind mit ihrem Leben nicht zufrieden und der schwarze Arzt Benedict Copeland hat sich von seiner Familie entzweit - so unterschiedlich sie auch sind, sie alle freunden sich mit dem Taubstummen John Singer an und erzählen ihm von ihren Problemen. Irgendwie fühlen sich alle bei Singer geborgen und verstanden. Leider merkt niemand, dass der Taubstumme Mann selbst auch Probleme hat und Hilfe bräuchte.

Mir gefiel sowohl die Idee des Romans, als auch die Umsetzung sehr. Das Buch ließ sich angenehm lesen und hat eine schöne Sprache. Carson McCullers Roman ist so einfühlsam geschrieben, die Ängste und die Verlorenheit der Protagonisten so anschaulich dargestellt. Wenngleich auch der Taubstumme die Hauptperson ist, so befasst sich die Autorin zu einem großen Teil mit der Ungleichbehandlung der unterschiedlichen Rassen. Die schwarzen Protagonisten erleiden allesamt Nachteile aufgrund ihrer Hautfarbe, sei es geringerer Arbeitslohn, härtere Strafen oder dass sie im Alltag schlechter behandelt werden als weiße. McCullers bedient sich dabei immer wieder diskriminierender Ausdrücke wie "Negergeruch" oder "Negerviertel", die sie sehr provokant einsetzt. Denn ihre Intention ist es, auf die Misstände der Rassendiskriminierung aufmerksam zu machen. Als das Buch 1940 erschien, wurden Afroamerikaner noch sehr viel schlechter als weiße behandelt. Besonders fasziniert hat mich, dass die Autorin das Buch bereits mit 23 geschrieben hat. Denn es ist einfach großartig und ich hätte es eher jemand reiferem zugeschrieben.


Tote Mädchen lügen nicht
Tote Mädchen lügen nicht
von Jay Asher
  Gebundene Ausgabe

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Jugendbuch mit Tiefgang, 31. Mai 2010
Clay Jensen bekommt ein Päckchen mit 7 Kassetten zugeschickt. Als er beginnt sie anzuhören ist es ein Schock für ihn, denn sie wurden von Hannah Baker besprochen. Dem Mädchen in das er heimlich verliebt war, das Mädchen das sich vor kurzem umgebracht hat. Pro Kassettenseite erzählt Hannah von einer bestimmten Person ihres Lebens, den 13 Menschen die jeder ein Grund für ihren Suizid waren. Jede dieser Personen soll die Kassetten hören und sie dann an den nächsten weitergeben, der erwähnt wird. Damit das auch wirklich passiert, hat Hannah einen Mitschüler beauftragt, der die Einhaltung ihres letzten Wunsches akribisch verfolgt.

Jay Asher hat ein äußerst packendes Jugendbuch verfasst. Trotz der harten Thematik gelang ihm eine leicht zu lesende Lektüre. Gemeinsam mit dem Protagonisten Clay macht man sich als Leser auf in Hannahs Gefühlswelt. Von Geschichte zu Geschichte vervollständigt sich das Gesamtbild vom Leben des Mädchens und ihren vielen Enttäuschungen und erhält Einblick was sie zu ihrem letzten Entschluss bewog. Abwechselnd zu den kursivgedruckten Worten, mit denen das auf der Kassette gesprochene geschrieben steht, lesen wir Clays Gedanken und Erlebnisse während des Hörens. Dadurch ist man live am geschehen und fühlt mit Clay, wie Hannahs Erzählungen auf ihn wirken. Diese Erzählweise ist perfekt gewählt und bringt zusätzliche Spannung in die Lektüre. Da Selbstmordgedanken bei Jugendlichen verbreitet sind, dürfte die stets aktuelle Thematik viele Jugendliche und auch ihre Eltern ansprechen. Zudem auch einige Fakten über erste Anzeichen von Selbstmord genannt werden. Das Buch ist zwar schnell gelesen, doch bietet es genug Stoff für weitere Gedanken.


Als ich meine Mutter im Sexshop traf: Die intimsten und peinlichsten Beichten der Welt
Als ich meine Mutter im Sexshop traf: Die intimsten und peinlichsten Beichten der Welt
von Robert Neuendorf
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 12,90

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Sex sells, 31. Mai 2010
Sex sells und peinliche Beichten erst Recht. Der Mensch erfreut sich doch immer gerne an unangenehmen Situationen - natürlich nur solange es die anderen trifft. Eine Auswahl von lustigen, schrägen und peinlichen Episoden wurde in diesem Büchlein zusammengestellt.

Das Buch ist in mehrere Kapitel unterteilt, wobei jedes einer anderen Rubrik, wie beispielsweise Sex, Ekel oder Ungerechtigkeit gewidmet ist. Die Beiträge wurden aus der Onlineplattform beichthaus.com entnommen, daher besitzen sie neben großer Authenzität auch den ein oder anderen Rechtschreibfehler. Schnörkellos und bisweilen äußerst detailliert schildern die unterschiedlichen Menschen ihre ganz persönlichen Geheimnisse. Einiges fand ich nicht glaubhaft und denke damit wollte nur jemand provozieren oder besonders ekelhaft sein, doch bei den meisten Geschichten kann ich mir gut vorstellen, dass sie sich so zugetragen haben. Zwischendurch ist das Buch ganz interessant zu lesen, es unterhält ein paar Stunden, aber mehr auch nicht.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 7, 2011 12:58 PM MEST


Warum japanische Frauen länger jung bleiben
Warum japanische Frauen länger jung bleiben
von William Doyle
  Taschenbuch

12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Interessantes Sachbuch über die japanische Ernährung, 31. Mai 2010
Japan hat neben der höchsten Lebenserwartung auch die geringste Rate an Übergewichtigen. Eigentlich paradox, wo im Land der aufgehenden Sonne doch das Essen eine so große Rolle spielt und die japanischen Speisezettel unglaublich breit gefächtert sind. Naomi Moriyama, in New York lebende Japanerin, erklärt warum der japanische Lebensstil so gesund ist und was ihn eigentlich ausmacht.

Die wichtigsten Säulen der japanischen Ernährung werden ausführlich geschildert und anhand Beispielen typischer Gerichte bzw. Gewohnheiten erläutert. Zitate von Fachleuten zu den Themen Übergewicht, Herzerkrankungen und ausgewogene Ernährung bekräftigen die Argumente der Autorin außerdem. Neben vielen Rezepten ihrer Mutter, sowie Großmutter und Grundsätzen der japanischen Küche, hat die Autorin ihre eigene Biografie miteingebracht. So berichtet sie neben vielen Anekdoten aus ihrem Leben, oder dem ihrer Verwandten beispielsweise, wie sich ihr Studium in den USA auf ihr Gewicht und ihre Lebensweise ausgewirkt hat. Naomi Moriyama stellt auch immer wieder die Gewohnheiten Japans denen der westlichen Welt gegenüber, teilweise mit Schemata oder Grafiken. Dadurch werden die Unterschiede einleuchtend und oft auf einen Blick erkennbar dargestellt. Außerdem machen die Wechsel zwischen Fakten und persönlichen Schilderungen das Buch zu einer unterhaltsamen und stets interessanten Leküre.

Am Ende des Sachbuchs werden diverse Bezugsquellen japanischer Produkte genannt, Asialäden in großen Städten in Deutschland, Österreich und der Schweiz mit Adresse aufgeführt, sowie einige Onlinehändler gelistet, so dass man keine Ausrede mehr hat, die genannten Rezepte nicht nachzukochen. In der Tat scheinen die meisten Gerichte ohne großen Zeitaufwand einfach nachkochbar, doch günstig ist der Spaß leider nicht. Daher meist nichts für den Alltag in Deutschland. Doch viele andere der genannten Grundsätze, z.B. Portionsgröße oder der feierlichen Zelebration schöner Mahlzeiten betreffend lassen sich leicht umsetzen. Ich persönlich finde diese Ratschläge sinnvoll, denn obwohl Essen auch bei uns einen großen Stellenwert einnimmt, so ist es oft alles andere als gesund. Die Rückkehr zu traditioneller Küche und dem gemeinsamen Genießen während der Mahlzeiten finde ich in unserer schnelllebigen Welt sehr erstrebenswert.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 6, 2012 9:43 AM CET


Mahlers Zeit: Roman (suhrkamp taschenbuch)
Mahlers Zeit: Roman (suhrkamp taschenbuch)
von Daniel Kehlmann
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Seltsames Buch über einen seltsamen Typen, 31. Mai 2010
David Mahler hatte schon als Kind das besondere Talent erstaunlich gut mit Zahlen umgehen zu können. Im Kopf konnte er die schwierigsten Rechnungen aufs Komma genau berechnen und auch die Zahl der Sterne am Nachthimmel genau zu nennen war ihm möglich. Seine Begabung und Leidenschaft für Forschung macht er schließlich zum Beruf und setzt sich als Physiker mit den grundlegenden Naturgesetzen auseinander. Als er schließlich auf eine Formel stößt, die den Lauf der Zeit umkehren könnte, versucht er sich auf wissenschaftlichem Terrain Gehör zu verschaffen. Doch einige seltsame Ereignisse stellen sich ihm dabei immer wieder in den Weg.

Nach "Die Vermessung der Welt" hat Daniel Kehlmann wieder ein Buch rund um einen Naturwissenschaftler geschrieben, nur handelt es sich diesmal um eine fiktive Person. Das Buch erläutert keine physischen Theorien, sondern zeigt mit dem Protagonisten einen Mann der sich fanatisch mit einem Thema auseinandersetzt, bis er direkt besessen von seiner Idee ist und sich sein ganzes Leben nur noch darum dreht. Mit einer schnörkellosen Sprache werden ein paar Tage im Leben des Protagonisten, durchwoben von Rückblicken auf sein bisheriges Leben, erzählt. Dabei hat man Anteil an den emotionalsten Momenten in seiner Vergangenheit, doch wie er sich in der Gegenwart fühlt, kommt weniger zur Sprache. Zwar sind seine Träume geschildert und auch seltsame Ereignisse die er sich mutmaßlich lediglich einbildet, werden immer wieder genannt. Doch dürften deren Ursachen eher körperlicher Natur sein, was es emotional für Mahler bedeutet bleibt schwammig. Dadurch bleibt die Person von Mahler recht farblos und ohne Tiefe. Das Buch lies mich ein wenig ratlos zurück, was es genau aussagen möchte blieb mir verborgen.


Ein Mann wie Holm
Ein Mann wie Holm
von Matthias Keidtel
  Taschenbuch

4.0 von 5 Sternen Humorvolles aus dem Leben eines Sonderlings, 31. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: Ein Mann wie Holm (Taschenbuch)
Holm ist der Inbegriff eines Losers. Mit 37 wohnt er zwar nicht mehr bei seinen Eltern, aber auf dem Sofa seiner Tante. Mit ihr verbringt er am liebsten seine Zeit und benimmt sich generell wie ein Rentner; die Tagesschau ist das Highlight seiner zwar minütiös durchgeplanten, doch ereignislosen Tage. Da er sich im Leben noch immer nicht angekommen fühlt, beschließt er dass es nun an der Zeit ist, sich endlich einzuleben. Deshalb sucht er sich Arbeit und lässt sich von seiner Tante mit einer Hemdenverkäuferin verkuppeln. Damit beginnen die Probleme erst richtig.

Was habe ich mich bei dieser Lektüre amüsiert. Der Sonderling Holm ist dermaßen gut gezeichnet, sein lebensfremder Charakter absolut realistisch und bis ins kleinste dargestellt. Anfangs hat es mich noch verwirrt, dass die wörtliche Rede nicht mit Anführungsstrichen dargestellt ist, doch einmal eingelesen war ich in der Geschichte gefangen. Durch die gute Darstellung des Protagonisten habe ich mich desöfteren ob seines skurilen Verhaltens fremdgeschämt und auch lauthals gelacht. Matthias Keidtels nüchterne Sprache harmoniert hervorragend mit der Erzählweise, Holms Gedanken ohne Vorwarnung in die Geschichte einfließen zu lassen. Dadurch hat man gut an seinen Gedanken teil und kann seine seltsamen Handlungen besser nachvollziehen. "Ein Mann wie Holm" ist der erste Teil der Trilogie um das Leben eines modernen Mannes und hat meine Lust auf die folgenden Bände geweckt.


Die Axt im Chrysanthemenwald - 50 Wege sich in Japan zu blamieren
Die Axt im Chrysanthemenwald - 50 Wege sich in Japan zu blamieren
von Kerstin Fels
  Broschiert

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mehr als nur ein Benimmbuch, 28. Mai 2010
Herrn Hofmann kann man getrost typisch deutsch nennen. Als der Endvierziger geschäftlich nach Japan muss, hat er von dem Land und seinen Gepflogenheiten nur eine äußerst vage Vorstellung. Von seiner Firma wird ihm eine Dolmetscherin zur Seite gestellt, die ihm gleichzeitig auch als Benimmdame dient. Denn Danebenbenehmen kann man sich in Japan sehr leicht, wenn man sich nicht mit der Kultur beschäftigt hat. So schafft es Herr Hofmann auch trotz der hilfsbereiten Dame immer wieder ins Fettnäpfchen zu steigen.

Kerstin und Andreas Fels haben ein Benimmbuch der etwas anderen Art geschrieben. In kurzen Kapiteln erlebt der Protagonist verschiedene alltägliche Situationen in Japan, worauf meist mit Kopfschütteln, teilweise aber auch mit Wutausbrüchen reagiert wird. Welches Benehmen die Japaner dazu gebracht hat und welches Verhalten angemessen gewesen wäre, wird hinterher ausführlich geschildert. So erfährt man viele für Europäer merkwürdige, bis skurile Verhaltensweisen der Japaner und bekommt einen deutlichen Einblick in deren Kultur. Die Erklärungen sind leicht verständlich und nicht belehrend. Außerdem erfährt man einiges über die japanische Vergangenheit, wodurch die Hintergründe mancher bizarr anmutender Verhaltensweise transparenter wird. Ein unterhaltsames Buch, das amüsant zu lesen ist und gleichzeitig viel wissenwertes bietet.


Bronsteins Kinder: Roman (suhrkamp taschenbuch)
Bronsteins Kinder: Roman (suhrkamp taschenbuch)
von Jurek Becker
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,50

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schuldfragen, 28. Mai 2010
"Darf einer, der mit dreißig Jahren geschlagen wurde, mit sechzig zurückschlagen?"

Der 19jährige Hans Bronstein lebt im Jahre 1973 zusammen mit seinem Vater, seine doppelt so alte Schwester wurde während des Krieges weggegeben, da die Familie jüdischen Glaubens ist. Die Schwester ist seither geistig verwirrt und lebt in einem Heim, wo sie regelmäßig von Hans besucht wird. Als Hans sich mit seiner Freundin Martha zu einem romantischen Stelldichein in der Waldlaube seines Vaters treffen will, macht er dort eine schockierende Entdeckung: Sein Vater und zwei weitere Männer, halten dort einen Mann gefangen und scheinen ihn auch zu foltern. Der Mann war im Krieg Aufseher in einem Konzentrationslager und die drei Juden möchten sich nun rächen.

Jurek Becker verwebt geschickt zwei Zeitebenen miteinander. Der Ich-Erzähler berichtet abwechselnd aus seinem jetzigen Leben und dem von vor einem Jahr, als er das Geheimnis seines Vaters entdeckte. Mit einer lebendigen Sprache werden die Ereignisse und Gedanken unterhaltsam geschildert. Leider bleibt jedoch einiges im Dunkeln was mich noch interessiert hätte, z.B. woran Hans' Vater gestorben ist oder warum seine Beziehung zu Martha gescheitert ist. Aber das ist wohl nebensächlich, denn der Roman behandelt zentral zwei grundsätzliche Problematiken; Dürfen sich Kriegsopfer an ihren Peinigern rächen? und Darf ein Geheimnis unter keinen Umständen verraten werden? Zu letzterer Frage ist der Gefühlszwiespalt von Hans sehr gut beschrieben und man kommt nicht umhin sich zu fragen, wie man selbst in dieser moralischen Zwickmühle verfahren würde. Die Frage der Rache wird weniger ausführlich besprochen, doch steht sie stets im Raum. Handelt es sich doch fast um eine Grundfrage der Menschheit, die bereits mit dem Zitat "Auge um Auge, Zahn um Zahn" im Alten Testament aufgeführt wird, dem Buch woran Juden und Christen gleichermaßen glauben.


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