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Angles
Angles

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Strokes der Post-Nullerjahre, 24. März 2011
Rezension bezieht sich auf: Angles (Audio CD)
Es hat in den letzten Jahren fraglos einige großartige Sachen, spannende Debütalben gegeben, allerdings meist eher im Avantgarde oder Elektronikbereich. Die Rockmusik dümpelte jedoch eher so vor sich hin, denn das Garagenrockrevival, das die Strokes bekanntermaßen 2001 mit Is this it lostraten, wurde von den zahlreichen Epigonen eher langweilig und eben als lahmer Abklatsch fortgesetzt, ohne dem ganzen etwas wirklich neues hinzuzufügen. So sind auch einige dieser Bands entweder ganz in Vergessenheit geraten oder haben es geschafft durch eine Hinwendung zu Mainstream oder Stadionrock nun als Poster neben dem von Justin Bieber in den Zimmern kleiner Mädchen zu hängen. Selbst die Vogelwelt fand das zum Teil offenbar so unerträglich, dass eine Taube während eines Konzertes einer dieser einstmalig guten, mittlerweile peinlichen Bands beschloss, ihren Darm in den Mund eines der Bandmitglieder zu entleeren. Deutlicher kann man wohl kaum zum Ausdruck bringen, was man von einer derartigen musikalischen Entwicklung hält. Nicht so die Strokes; diese haben eine einerseits enervierende, andererseits womöglich aber nötige und kluge Pause von über fünf Jahren eingelegt, um Angles auf die Beine zu stellen. Natürlich bauen sich da immense Erwartungen auf, die eigentlich kaum erfüllbar sind. Im putting your patience to the test singt Julian Casablancas in der ersten Zeile des Openers Maccu Picchu und man denkt unwillkürlich: Ja, verdammt! Wenn man fragt, ob sich das Geduldigsein denn gelohnt hat, kann man das jedoch auch nur mit Ja beantworten. Weder ist Angles ein Aufguss der vorigen Platten noch ist es eine völlige Abkehr vom bekannten Strokes-Sound. Es finden sich Songs, die auch auf Room on Fire (Taken for a fool; Life is simple in the moonlight), Is this it (Under cover of darkness) oder FIOE (Metabolism) gepasst hätten. Manche Stücke wiederum hören sich an, wie Thin Lizzy und The Kinks in den 80ern, nur eben übertragen auf die Gegenwart und mit einem strokesken Anstrich. Das bereits erwähnte Maccu Picchu greift das reggeaeartige Intro von Automatic Stop auf, zieht dies aber konsequent den ganzen Song über durch und ist damit schon einmal ein perfekter Song für den kommenden Sommer. Das post-punkmäßige YouŽre so right hat durchaus Ähnlichkeit mit River of Brakelights von Phrazes of the Young, der Solo-Platte von Casablancas und das ist meiner Meinung nach absolut begrüßenswert. Games hat zwar Synthieflächen, aber entgegen einiger Behauptungen ist da trotzdem auch eindeutig eine Gitarre zu hören. Im Großen und Ganzen bietet das Album viel Abwechslung, sowohl gute Laune und Verve als auch Melancholie und ein bisschen Experimentierfreude. Bei Gratisfaction soll angeblich zum ersten Mal auf einer Strokes-Platte auch der ganze Rest der Truppe den Refrain im Chor mitschmettern und was Julian so mit seiner Stimme anstellen kann, ist ja ohnehin immer wieder erstaunlich. Somit ist das ganze eine ausgewogene Sache und man stellt erleichtert fest, dass die Strokes viele ihrer jüngeren Nachahmer nach wie vor locker in die Tasche stecken und ihren Stil und alles, was sie großartig macht, in die Gegenwart der Post-Nullerjahre überführt und erweitert haben.

Allerdings wäre es schön gewesen, wenn im Booklet auch wieder die Lyrics abgedruckt gewesen wären und, ganz ehrlich, ein bissel länger hätte das Album auch sein können. Wenn die Strokes sich wieder fünf Jahre Zeit lassen für ihr nächstes Album, sind 10 Songs etwas wenig, um nicht irgendwann Mangelerscheinungen zu bekommen. Gerüchten zufolge sollen sie ja aber bereits an der fünften Platte arbeiten, so dass wir vielleicht hoffen können, diesmal schon in einem oder auch zwei Jahren mit neuem Stoff" versorgt zu werden.
Klare Kaufempfehlung für Angles und wer die anderen Platten noch nicht kennt, sollte sich diese ganz schnell besorgen und erleben, wie RockŽn Roll einem wirklich das Leben retten kann, ganz wie in jenem Song der einstigen Strokes-Vorbilder von Velvet Underground.


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