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Rezensionen verfasst von
Lilienthal

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Telemann
Telemann
Preis: EUR 7,99

12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Traumschöner Telemann, 17. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Telemann (Audio CD)
Als ein wenig langweilig galt Telemann noch vor einiger Zeit - ganz falsch, wie man sieht, wenn MeisterInnen seine Opernarien und Violinkonzerte darbieten. Melodiöse Arien mit verschiedensten Emotionen gibt es hier zu hören, und wie! Nuria Rials Sopran erklingt in diesen Arien aus verschiedenen Opern Telemanns stets leicht und glasklar, aber zugleich warm und gefühlvoll, dem barocken Ideal entsprechend mit einer zarten, nahezu transparenten Höhe und einem warmen, runden tieferen Register. Rials Stimme ist in der Höhe kristallklar und bezaubernd silbrig, und in jeder Lage so klangschön, dass man alles um sich vergessen kann. Dass die junge Katalanin über eine perfekte Technik mit makellosen Koloraturen verfügt, Effekte wie das Vibrato höchst überlegt einsetzt und die deutschen Texte mit perfekter Aussprache darbietet, braucht kaum gesagt zu werden. Ihr Ton ist stets lyrisch, ihr Ausdruck innig, doch zugleich so direkt und mit einer so eindrucksvollen Fähigkeit, sich zu größter Intensität zu steigern, dass in den traurigen Stücken kaum ein Auge trocken bleibt. Sie beherrscht außerdem die auch bei Sopranistinnen seltene Kunst, hohe Töne forte zu singen, ohne dabei jemals das feine silbrige Timbre zu verlieren.
Sehr passend ergänzt wird die Einspielung durch zwei Violinkonzerte Telemanns mit der großartigen Julia Schröder als Solistin, die das Kammerorchester Basel auch leitet. Das Ensemble musiziert lebhaft, frisch und stilvoll. Dank des umsichtigen Dirigat von Julia Schröder ist das Zusammenspiel mit der Sängerin hervorragend.
Telemann wäre von dieser Aufnahme sicherlich begeistert gewesen. Unbedingte Kaufempfehlung.


Vivaldi
Vivaldi
Preis: EUR 8,99

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Melancholischer Vivaldi, 16. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Vivaldi (Audio CD)
Dies ist nun wirklich nicht die einzige CD mit Arien von Vivaldi; somit findet man wie stets eine Mischung aus sehr bekannten und weniger gesungenen Arien vor uns kann vieles vergleichen - leider zum Nachteil der vorliegenden Aufnahme.
In „Armatae face et angibus“ ist Frau Kozena im Klang recht blass, immer wieder außer Atem, in der tiefen Lage teilweise sehr schwacher Ton. Eine solche Bravourarie sollte, wenn man sie schon einspielt, technisch besser beherrscht werden. „Nel profondo“ klingt im Vergleich zu anderen Interpretationen sehr glatt und uninteressant, kraftlos - was lieblich improvisierende Lauten in dieser Arie intensiver Gefühle einer überdimensional emotionalen Figur zu tun haben, erscheint ebenfalls fraglich. Hier hat auch das Orchester bzw. der Dirigent einige nicht optimale Entscheidungen getroffen, und nicht nur hier. Das einen Schlummer begleitende „Mentre dormi“ z.B. wird von Marcon so langsam angegangen, dass schon einschlafen kann, bevor die Sängerin einsetzt, hinzu kommen eine etwas eigenartige agogische Gestaltung, deren genaue Funktion mir nicht klar ist, eine Tendenz der Kozena, das Tempo noch weiter zu verlangsamen, und ein melancholischer Ton, der zum Inhalt schwerlich passt - diese Arie hat man schon erheblich besser gehört. Nahezu das gleiche gilt für die herrliche Arie „Sol da te“, deren Ton trüber Melancholie zum Zustand euphorischer Verliebtheit, der hier eigentlich vorliegt, in krassem Widerspruch steht.
Natürlich gibt es auch schöne Momente, und Frau Kozenas Stimme glänzt in der Höhe durchaus, aber dies gleicht nicht aus, dass hier Arien gewählt wurden, in denen sie in der Tiefe kraftlos klingt; vor allem aber klingt Frau Kozena für den heutigen Geschmack zu emotionslos oder präziser gesagt zu durchgehend melancholisch - wo der Wechsel der Gefühle fehlt, kann Gesang kaum berühren. Fans mögen die Einspielung dennoch schätzen; ansonsten kann man getrost zu Aufnahmen anderer Sängerinnen oder Countertenöre greifen.


Vinci: Artaserse
Vinci: Artaserse
Preis: EUR 18,99

18 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Alle Farben der Countertenorstimmen, 13. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Vinci: Artaserse (Audio CD)
Undenkbar war es in Rom, der katholischsten aller Städte, im Jahr 1730, dass eine Frau auf der Bühne in einer Oper gesungen hätte, und so war die Premierenbesetzung von Leonardo Vincis „Artaserse“ in diesem Jahr rein männlich, besetzt also mit Kastraten, mit dem großartigen Carestini in der Rolle des Arbace. Mittlerweile stehen uns viele hervorragende Countertenöre zur Verfügung, die den schwierigen Partien in Barockopern gewachsen sind, und so ist es nur konsequent, einmal eine Oper nur mit Countertenören zu besetzen (wie ja auch schon von W. Christie erfolgreich umgesetzt). So haben wir also das Glück, in diesem „Artaserse“ (übrigens der Erstvertonung dieses berühmten Librettos von Metastasio - Hasse kam erst nach Vinci - und einer Ersteinspielung) fünf der besten Countertenöre unserer Zeit zu hören, deren Stimmen zudem so verschieden sind, dass keinerlei Eintönigkeit aufkommen wird.
Hervorzuheben ist bei dieser Einspielung zuerst das stringente und rhythmusstarke Dirigat des großartigen Diego Fasolis, unter dessen souveräner Leitung jedes Ensemble präzise spielt und jede Arie, jedes Rezitativ seinen eigenen, interessanten Charakter erhält. Solche technische Perfektion und solchen musikalischen Schwung würde man sich von jedem Dirigenten wünschen. „Concerto Köln“ spielen die abwechslungsreiche und klug gestaltete neapolitanische Komposition Vincis lebhaft und schwungvoll.
Philippe Jaroussky in der Titelrolle des Prinzen Artaserse überzeugt stimmlich mit seinem glanzvollen, über die gesamte Tessitura hinweg makellosen Stimmton sowie mit perfekter Technik. Zudem berührt Jaroussky mit seiner vollkommenen Beherrschung von Timbre und Ausdruck sowie mit lyrischem Ton und herausragender Musikalität den Hörer von der ersten Note an. Dieser herausragende Sänger verfügt deutlich mehr als seine Countertenor-Kollegen über die Kunst, den Zuhörer nicht nur zu beeindrucken, sondern ihn mit seinem Gesang emotional zu berühren und zu bewegen. Der vorliegende „Artaserse“ verdankt somit Philippe Jaroussky einen großen Teil seiner Wirkung.
Der bislang noch recht unbekannte Franco Fagioli zeigt in der schweren Rolle des Arbace einen eindrucksvoll großen Stimmumfang mit klarer, perfekt gestützter Höhe, einem weichen, oft erstaunlich vollen tiefen Register sowie hervorragende Technik auch in den schwierigsten Koloraturarien. Für mich klingt sein Ton im tieferen Bereich manchmal etwas beengt und sein Gesang vielleicht etwas übermäßig kontrolliert, nicht vollkommen frei, aber dies ist bereits Geschmackssache.
Der junge Valer Barna-Sadabus verfügt über eine im Bereich des Sopran gelagerte, klangschöne und leichte, gut gestützte Stimme sowie offenkundig über eine hervorragende Ausbildung. Es ist sehr zu hoffen, dass dieser begabte und gutaussehende junge Sänger seine Karriere klug angehen, weiterhin intensiv an seiner Technik und Intonation (die selten ganz wenig „verrutscht“) arbeiten, und nicht kurzfristig von profitbegierigen Plattenfirmen „verheizt“ werden wird.
Die Rolle der Mandane wird von Max Cencic wie immer mit einem reichen „mezzosopranigen“ Timbre, doch leider stellenweise auch einer gewissen schneidenden Härte in der höheren Lage gesungen. Hier wäre, zudem in einer Frauenrolle, wieder einmal etwas weniger besser gewesen.
Klangschön präsentieren sich auch die Stimmen von Minenko, der sehr ähnlich wie Cencic klingt, und Daniel Behle, dem einzigen Tenor in dieser Oper, der eigentlich für einen Bösewicht geradezu zu angenehm klingt.

Die Technik der Einspielung, das Booklet und dessen visuelle Gestaltung überzeugen ebenfalls - jeder Freund von Barockopern wird hier gerne zugreifen und mit Sicherheit langanhaltende Freude an dieser Einspielung haben.
Die Oper wird übrigens in wenigen Wochen (Herbst 2012) in Nancy inszeniert mit quasi der Besetzung dieser CD, und anschließend in anderen Städten, unter anderem Köln, in konzertanter Version zu genießen sein. (Ob man einige der Männer dann lieber "in Röcken" oder ohne erleben möchte, kann man sich somit aussuchen...)
Uneingeschränkte Empfehlung.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 6, 2013 12:00 PM CET


Streams of Pleasure-Opernarien und Duette
Streams of Pleasure-Opernarien und Duette
Preis: EUR 19,99

5.0 von 5 Sternen Freudevoller Fluss des Klangs, 12. Oktober 2012
Duetteinspielungen gab es in den letzten Jahren viele, aber diese ist dennoch besonders lohnend, insbesondere wegen der beiden Sängerinnen. Karina Gauvin verfügt über eine kristallklare Sopranstimme von wahrhaft betörendem Klang, ein ungewöhnlich weiches, kraftvolles tieferes Register und im Koloraturgesang eine makellose Technik. Marie- Nicole Lemieux ist eine Altistin mit einer erstaunlich starken und ausdrucksstarken Stimme, die sich auf Wunsch jedoch auch in einen erstaunlich süßen und schönen Sopran aufschwingen kann. - Optimale Voraussetzungen, und die Erwartungen, die man deshalb an diese Einspielung haben konnte, werden tatsächlich aufs Schönste erfüllt. In der vokalen Klangschönheit dieser beiden Stimmen kann man buchstäblich sich und die Welt vergessen, zugleich überzeugen die beiden Solistinnen mit stets mitreißendem emotionalem Ausdruck und souveräner musikalischer Gestaltung. Hier singen zwei Vollblutmusikerinnen miteinander, ergänzen und steigern sich gegenseitig, und dass die Begleitung durch Alan Curtis mit seinem "Complesso Barocco" in Tempo und Ausführung eher ruhig bleibt, ist hier sogar eher ein Gewinn. Sehr passend ist auch die Auswahl rein englischsprachiger Arien und Duette aus den wundervollen Oratorien Händels, in deren ruhigem Fluss, aber unglaublich kraftvollem Ausdruck die beiden Sängerinnen ihre Fähigkeiten und ihre musikalische Gestaltungskraft voll ausschöpfen können. Eine Aufnahme, die sinnliche Lebensfreude ausstrahlt, doch auch tiefe Gefühle vermittelt, gestaltet von zwei klugen und wunderbaren Musikerinnen - unbedingt empfehlenswert.


Mission (Limited Deluxe Edition)
Mission (Limited Deluxe Edition)
Preis: EUR 11,99

29 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vorfahr von Händel, 25. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Mission (Limited Deluxe Edition) (Audio CD)
Es ist schwer zu glauben, aber Cecilia Bartoli hat hier tatsächlich erneut einen musikalischen Schatz entdeckt - vielleicht einen noch größeren als mit Vivaldi. Agostino Steffani ist ein herausragender Komponist, dessen Musik tatsächlich auf einer Stufe mit der Händels steht, und es ist unverständlich, dass bislang nahezu keine Einspielungen dieser so kunstfertig gearbeiteten wie emotional überwältigenden Musik vorliegen. Cecilia Bartoli hat nun einige der herausragendsten Arien, Werke mit Orchester und Chor sowie Duette eingespielt, mit den exzellenten "Barocchisti" unter Diego Fasolis, und die CD ist herausragend.
Hier sind unverkennbar brennende Musikliebhaber am Werk, denen keine Mühe zu groß war, um diese Musik so exakt, klangvoll und bewegend wie möglich zu präsentieren. Bartoli singt berückend schön, süß in der Höhe, kraftvoll, aber warm in der Tiefe, wie üblich mit einer technischen Perfektion vor allem in den Koloraturen, die nahezu übermenschlich erscheint. Im Ausdruck greift sie niemals, wie einige andere Sängerinnen, auf Klischees zurück, sondern ist fühlbar stets authentisch. Sie will die Hörer berühren, und das gelingt ihr.
Da Steffani besonders für seine wunderbaren Kammerduette bekannt ist, ist es höchst passend, dass Cecilia Bartoli für die vorliegende CD auch einige Duette mit dem Countertenor Philippe Jaroussky eingespielt hat. Die klangschönen Stimmen, die enorm sensible Phrasierungskunst und die überzeugende emotionale Interpretation der beiden Sänger passen perfekt zueinander, so dass diese Duette die CD wirklich sehr bereichern.
All dies geschieht offenkundig im Dienste der Musik und des Komponisten - nicht wie bei einigen anderen Sängerinnen (wie Kermes) als beliebige Auswahl von Stücken, sondern mit einem klaren Konzept, das Frau Bartoli selbst entwickelt hat - Steffani soll wieder zu seinem Recht kommen, und er tut es mit dieser Einspielung in der Tat.
Die Qualität des Klangs, des Booklets, der Fotos usw. sind selbstverständlich exzellent - etwas anderes ist bei Frau Bartoli undenkbar. Die Fotos zeigen, dass diese Sängerin sich dem Stil, in dem andere Sängerinnen präsentieren lassen, verweigert, und mit gutem Grund. Cecilia Bartoli tritt wahrhaft hinter die Musiker, deren Kunst sie präsentiert, zurück, und dies wird durch die Fotos gut symbolisiert. Man möge diese CD bitte primär wegen Agostino Steffani kaufen.
Uneingeschränkte Kaufempfehlung.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 30, 2013 12:02 PM MEST


Dramma
Dramma
Wird angeboten von dodax-shop
Preis: EUR 4,27

28 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Merkwürdig ungleichmäßig, 29. August 2012
Rezension bezieht sich auf: Dramma (Audio CD)
präsentiert sich die Gesangsleistung von Simone Kermes in der vorliegenden Einspielung mit teils bekannten, teils unbekannten Arien von Porpora, Pergolesi, Händel und Hasse. Während die meisten Töne in der höheren Lage wunderbar klar und schön erklingen, mischen sich in anderen Arien unschön schrille, nicht gänzlich beherrschte Töne in die Koloraturen. Außerdem wagt sich die Sopranistin ins Altregister hinab - diese Töne kommen extrem schwach daher, und die tiefsten werden so mühselig und rauh herausgepresst, dass man sich fragt, warum sich die Sängerin so unglücklich einem Vergleich mit den exzellenten Koloraturmezzosopranistinnen unserer Zeit aussetzt, deren Stimmen im Brustregister ein kräftiges, klangvolles Fundament besitzen.
Gleichmäßig ist in dieser Einspielung hingegen die fehlende Aufmerksamkeit auf ein präzises Legato oder eine makellose Aussprache des Italienischen. Sich längere Koloraturen mit „a-ha-ha-ha-ha“ anzuhören ist beschwerlich und sollte dem Hörer bei einer CD, die sich mit anderen höchst optimistisch vergleicht, eigentlich nicht zugemutet werden. Das gleiche gilt für die Aussprache des Italienischen, die einen, wenn aus dem Sovrano ein „soff-rano“, dem vedro ein „vitro“ wird, immer wieder zumindest überrascht die Stirn runzeln lässt.

In den viel besprochenen und natürlich entscheidenden virtuosen Gesangskünsten enttäuscht die Sängerin an entscheidenden Stellen. Voller Vorfreude blickt man dem „messa di voce“, dem ausgedehnten Anschwellen und Abschwellen eines gesungenen Tons, entgegen, wird aber mit einer mit starkem Vibrato versehenen Kurzversion mit kürzest möglichem Decrescendo abgespeist. Einen Ton wie die Kermes anschwellen zu lassen, vermag jedes Kind; die hohe Kunst läge darin, den Ton sehr langsam wieder abschwellen zu lassen, und zwar, ohne dass dabei ein unkontrolliertes Vibrato entsteht. In Perfektion ist diese hohe Kunst z.B. bei Cecilia Bartoli zu hören. Frau Kermes entzieht sich diesem Anspruch zweifach, indem ihr Decrescendo so kurz ist, dass man eigentlich gar nicht mehr von einem „messa di voce“ sprechen kann, und das ganze Gebilde gleich und unhistorisch mit Vibrato gesungen wird. „Advantage: Bartoli“, möchte man da sagen.
In den so wichtig genommenen Koloraturen der schnellen Arien finden sich bei Frau Kermes diverse Schwächen in allzu großer Häufung. Immer wieder sind Töne besonders in schnellen Passagen höchst ungenau intoniert - meint man, bei der Geschwindigkeit werde der Hörer das nicht bemerken? - Man sollte den Hörer und sein Urteilsvermögen nie unterschätzen.

Außerdem irritiert Frau Kermes mit ihrer seltsamen Manier, einzelne Töne mit einem die Intonation verzerrenden Ansatz zu singen, die wohl besonders ausdrucksvoll wirken soll, tatsächlich aber schlicht nicht zum Stil barocker Gesangstechnik passt. Auch Kermes' Verwendung von rubato ist sehr eigenartig: Töne werden nicht mit einem erkennbaren Grund oder musikalischen Zusammenhang, sondern offenbar beliebig zu früh oder zu spät angesetzt; die improvisierende musikalische Ausgestaltung im Barock präsentierte sich sicherlich anders, überlegter und ernsthafter.
Ähnlich wirkt die Manier des insgesamt sehr auf die Sängerin ausgerichteten Orchesters, in einigen Passagen plötzlich grundlos extrem zu verlangsamen, was die Musik aber leider nicht ausdrucksvoller, sondern nur sehr langsam und langatmig werden lässt. Die Verzierungen der Dacapo-Teile der Arien schließlich, in denen ein Sänger des Barock seine Kunst ganz entfalten konnte und einige SängerInnen unserer Zeit durch reiche Kreativität und so waghalsige wie hochmusikalische Varianten glänzen, enttäuschen gänzlich: In einigen Arien (z.B. dem beliebten „Lascia ch'o pianga“) gibt es beinahe gar keine Veränderungen; dort, wo verändert wurde, geschah dies äußerst zaghaft und einfallslos.

Insgesamt eine sehr enttäuschende Einspielung. Vielleicht wäre man besser damit beraten, weniger CDs mit Frau Kermes herauszugeben, die hier von Sony doch einigermaßen "verheizt" wird und dafür die Musik mit mehr Engagement und Sorgfalt zu behandeln.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 16, 2012 11:27 AM MEST


Angelo Manzotti ~ Vivaldi Opera Arias
Angelo Manzotti ~ Vivaldi Opera Arias
Preis: EUR 15,15

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Bedauerlich, 24. Juli 2012
Der Ansicht meiner Vorrezensentin kann ich mich leider in keiner Weise anschliepen; vielmehr sehe ich mich genötigt, vom Kauf dieser CD oder irgendeiner mit dem Falsettisten Angelo Manzotti entschieden abzuraten. Sobald es in die obere Hälfte des Registers dessen geht, was sonst jeder Countertenor mühelos in der Kopfstimme singt, wird es wirklich schlimm: Die Töne werden großenteils verfehlt, und an denen, deren Höhe zufällig einigermaßen stimmt, kann man dem geplagten Hörer demonstrieren, was das Wort "Falsett" heißt: Ein Herausquetschen der Töne an den Rändern der Stimmbänder mittels zu viel Druck - wenn es nicht technisch richtig verwendet und gestützt ist und so zur Kopfstimme wird. Man kann in der Höhe singen, oder schreien, und letzteres zu hören ist nie ein Vergnügen. Herr Manzotti hat seine Stimmbänder leider mit so falscher Technik geplagt, dass er sicherlich keine Kopfstimme mehr entwickeln wirde, sondern eher ein Fall für den Phoniater. Bedauerlich. Zum Glück gibt es viele andere Sänger und Sängerinnen, die das Repertoire von Vivaldi gut und schön singen.


Angel Voices:Magic of Castrati
Angel Voices:Magic of Castrati
Preis: EUR 4,99

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Countertenorstimmen, 24. Juli 2012
Rezension bezieht sich auf: Angel Voices:Magic of Castrati (Audio CD)
... wäre ein passender Titel, und zwar einige ausgewählte, Highlights aus der Gegenwart und den letzten Jahrzehnten. Gleich drei der ausgewählten Stücke aus verschiedenen Epochen singt Philippe Jaroussky, verständlicherweise, denn seine in jeder Lage runde, weiche und süße Stimme und feinsinnige musikalische Gestaltung anzuhören ist wirklich ein unvergleichlicher Genuss, auch für jemanden, der die Stimmlage noch gar nicht kennt. Von Vivaldi, J. A. Hasse und J. Chr. Bach stammen die Arien, die Jaroussky singt; hinzu kommen besonders schöne Arien von Händel, Gluck und Mozart in einer durchaus repräsentativen Auswahl von Stücken, die im 18. Jahrhundert für Kastraten komponiert wurden. Als würdiger Ersatz für diese erweisen sich auch die übrigen Countertenöre in diesem Sampler: Besonders David Daniels überzeugt mit seinem weichen und vollen Alt; und die Stimmen James Bowman und René Jacobs zeigen, wie gut auch bereits einige der besten Countertenöre der letzten Jahrzehnte klangen. Einige Szenen mit Rezitativen lockern die CD auf, und erfreulicherweise sind verschiedenste Orchester zu hören.
Insgesamt eine schöne Sammlung für den Einsteiger oder um jemanden mit der Stimmlage des Countertenors bekannt zu machen, aber weder eine besonders bemerkenswerte Auswahl von Stücken, noch umfassend. Auf anderen Samplern findet man mehr Countertenöre, bis hin zu den legendären Deller und Oberlin; und für einen kleinen Einstieg kann man auch durchaus gleich zu einer CD von Philippe Jaroussky greifen. Trotzdem als kleines Geschenk durchaus empfehlenswert.


Duetti
Duetti
Preis: EUR 14,98

73 von 73 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vokalkunst in Vollendung, 4. November 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Duetti (Audio CD)
Duettrecitals gibt es viele, aber dass zwei Countertenöre miteinander duettieren, ist schon wegen der Seltenheit des Repertoires außergewöhnlich. Und außerordentlich ist das Ergebnis der hier eingespielten Kantaten und Kammerduette. Dass die Stimme von Philippe Jaroussky glockenhaft klar und lieblich ist, die von Max Emanuel Cencic etwas dunkler und herber, und dass beide über eine vollendete Technik in Tonbildung und Koloraturen verfügen, weiss man. Aber was für ein Genuss es ist, die beiden zusammen singen zu hören, überrascht dennoch. Mit vollendeter Musikalität und zugleich präzise wie zwei Uhrwerke singen die beiden die komplexen, hochvirtuosen kontrapunktischen Linien und Koloraturen der gewählten Kantaten und Kammerduette. In einigen der Duette verblüffen Jaroussky und Cencic mit einem so aufeinander abgestimmten Ton, dass man beinahe der Illusion unterliegt, ein Sänger singe hier mit zwei Stimmen ... durchaus im Sinne der Kammerkantaten, bei denen oft beiden Stimmen den gleichen Text haben und die Reflexionen einer einzigen Person wiedergeben. Vor allem aber erfüllen diese beiden hochbegabten Musiker in dieser Aufnahme jede Phrase mit musikalischer Einfühlung und intensiver Emotion; es ist unmöglich, von dem berückend schönen Duett mit den Nachtigallen oder den intensiven Klagen der von ihrer Nymphe verlassenen Liebhaber unberührt zu bleiben. Bemerkenswert auch, dass Jaroussky und Cencic mal in der gleichen Lage als zwei Soprane singen, dann wieder als Sopran und Alt, wobei sie Jarousskys klangvollen höheren Sopran und Cencics warmes Altregister ganz ausnutzen.
Das kleine kammermusikalische Ensemble von 'Les Arts Florissants' spielt wie zu erwarten unter der souveränen Leitung von William Christie klar, lebhaft und kreativ. Die Einspielung wird durch eine wechselnde Begleitung der Duette und Kantaten mit Cello, zwei Violinen, Orgel, Laute usw. aufgelockert; außerdem singen Jaroussky und Cencic jeweils eine Solokantate. (Alle Stücke auf der CD sind vokal; eine kluge Entscheidung, denn von diesen beiden Sängern kann man kaum genug hören.) Die hier eingespielten gänzlich unbekannten Kammerkantaten und Duette von Benedetto Marcello, Francesco Conti, Giovanni Bononcini, Francesco Mancini und anderen sind durchgehend hochinteressante Neuentdeckungen.
Nach Ansicht des Rezensenten die beste Einspielung von Duetten dieses Jahres, unbedingt empfehlenswert.
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 21, 2012 8:05 PM CET


Fauré Requiem, Cantique de Jean Racine
Fauré Requiem, Cantique de Jean Racine
Preis: EUR 8,19

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Chor, Orchester und Esprit, 10. September 2011
Das Requiem von Gabriel Fauré zeichnet sich dadurch aus, dass es leicht, tröstlich und einfach wunderschön und erhebend klingt. Keine schwerblütige Traurigkeit oder Drohungen mit einem jüngsten Gericht, sondern leuchtende Aussichten auf das "Paradisum" bietet diese Orchestermusik mit Chor unter dem so souveränen wie leichtfüígen Dirigat bon Paavo Järvi. Im "Pie Jesu", einer eindringlichen Bitte um Frieden für die Seelen der Menschen, erstrahlt die anmutige und wahrhaft bezaubernde Stimme von Philippe jaroussky und vermittelt einen Eindruck solch zeitlos schwebender Schönheit, dass man sich beinahe schon in der Ewigkeit wähnt. In dieser Weise ist diese geistliche Musik Faurés im besten Sinne spirituelle Musik, und aufgrund der fabelhaften Besetzung mit den genannten Järvi und Jaroussky sowie Chor und Orchestre de Paris auch voll Esprit. Die weiteren Stücke auf der Aufnahme sowie die warme Baritonstimme von Matthias Goerne runden das Album wunderbar ab. Eine gänzlich gelungene Einspielung: das Wagnis, erstmals einen Countertenote die Sopranstimme singen zu lassen, hat sich gelohnt.


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