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Garnet

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Zeugin der Toten: Kriminalroman
Zeugin der Toten: Kriminalroman
von Elisabeth Herrmann
  Gebundene Ausgabe

11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Moderner Krimi mit Vergangenheitsbewältigung - gute Unterhaltung!, 22. Februar 2011
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Eine Putzfrau, die Tatorte säubert und in den Blickwinkel des BND, der ehemaligen Stasi, der CIA und ich weiß nicht was sonst noch gerät, dabei herausfindet, was es mit ihrer eigenen Vergangenheit auf sich hat, gleichzeitig noch ein Stück DDR-Geschichte aufarbeitet, kann das gutgehen? Ja, es kann.

Die Eingangssequenz des Buches beschreibt einen Vorfall in einem Kinderheim in Sassnitz im Jahre 1985. Und dass dieses Jahr und dieser Vorfall eine ganz erhebliche Bedeutung für alles Folgende haben muss, ist klar. Es geht um das Mädchen Judith.

Die erwachsene Judith Kepler lebt im Berlin der Gegenwart und arbeitet als "Cleaner", jemand, der nach einem Todesfall den Tatort säubert, für ein privates Reinigungsunternehmen. Bei einem Einsatz in einer Mietwohnung in einem anonymen Hochhaus findet sie Unterlagen, die merkwürdigerweise mit ihrer eigenen Vergangenheit zu tun haben und überrascht dann einen Techniker des BND, der sie auf die Spur weiterer Hinweise bringt (unabsichtlich natürlich). Im Verlauf ihrer Recherchen, was es mit diesen Unterlagen und dem Mord an der Frau in der Wohnung auf sich hat, trifft sie auf weitere Personen, vor allem einen, der ihr weiterhelfen wird: Den Ex-BNDler mit dem etwas sperrigen Namen Quirin Kaiserley.

Judith ist eine nicht ganz alltägliche Person: Sie ist unerbittlich, sowohl gegen ihre Kollegen als auch gegen sich selbst. Sie ist neugierig, hartnäckig und unbequem, wenn es darum geht, Informationen zu bekommen, die sie bei ihrer Suche weiterbringen. Sie hat eine eher unrühmliche Vergangenheit mit Drogen, Knast und geringer Schulbildung. Und trotzdem ist sie mir im Verlauf des Buches richtig sympathisch geworden, denn sie ist auch geradlinig und ehrlich.

Hingegen ist die Handlung teilweise etwas wirr geraten: Es tauchen so viele Namen auf, die ich manchmal nicht behalten konnte und die nur an zwei oder drei Stellen im Buch eine kleine Rolle spielen. Zwar gibt es einen klaren fortlaufenden Handlungsstrang, der sich durch das ganze Buch zieht, gelegentlich sind aber Kapitel eingeschoben, die mit Judith zunächst wenig zu tun haben, deren Zusammenhang ich auch erst nicht erkannt habe. Zudem gibt es einige Rückblenden in das entscheidende Jahr 1985, in denen es vor allem um Stasi-interne Gespräche geht. Das nimmt der Handlung auch manches Mal ein wenig an Tempo. Erst in der zweiten Hälfte des Buches wird die Sicht auf manche Dinge klarer, und es war derart spannend, dass ich die zweite Hälfte innerhalb weniger Stunden zuende gelesen habe.

Die Sprache ist modern und von vielen technischen Begriffen durchzogen, die mir nicht immer geläufig waren. Verstanden habe ich längst nicht alles und auch Zusammenhänge oder Erklärungen, die zum Beispiel Judith im Buch verstanden hat, habe ich nicht immer nachvollziehen können. Manches klärte sich allerdings zum Ende hin auf. Dem Gesamtverständnis hat es keinen Abbruch getan.

Insgesamt ein lesenswerter Thriller auf sprachlich gutem Niveau. Ob der Hintergrund der Story (Stasi-Machenschaften etc.) tatsächlich Hand und Fuß hat, kann und mag ich nicht beurteilen. Tatsächlich aber ist der Autorin meiner Ansicht nach ein spannender, detailfreudiger Roman gelungen mit tollen Schauplätzen und einer liebevoll beschriebenen Protagonistin, leider zum Ende hin noch mit einigen sehr konstruiert scheinenden Entwicklungen. Obwohl ich nach der ersten Hälfte noch skeptisch war (da hätte ich wohl drei Sterne mit Tendenz zu vier vergeben), mag ich jetzt mit dem Gesamteindruck dieses Buches guten Gewissens vier Sterne vergeben - mit Tendenz zu fünf!

Ein Rat noch zum Schluss: Dieses Buch sollte man von Anfang an sehr aufmerksam lesen, auf keinen Fall querlesen, denn dann verliert man schnell den Überblick über die teilweise doch recht komplexe Handlung. Auch wenn es manchmal langatmig erscheint, gibt es vor allem am Anfang doch sehr viele Informationen, die im späteren Handlungsverlauf wichtig werden.


Postman
Postman
DVD ~ Kevin Costner
Wird angeboten von ronnypb
Preis: EUR 18,75

5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Einfältige Geschichte in beeindruckenden Bildern: Lang, aber nicht zu lang, 20. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: Postman (DVD)
Mit Spoilern

Nach seinem langsamen (und langen) unglaublich erfolgreichen Western-Epos Der mit dem Wolf tanzt dachte Kevin Costner wohl, auch hier wieder mit einem bedächtig erzählten, aber auch leicht an der Grenze zum Ausufern schrammenden Film Erfolg zu haben. Dass das nicht der Fall war, ist hinlänglich bekannt, aber eigentlich unverdient. Denn dieser Film, der im Kino floppte und auch heute noch von Kritikern gerne etwas abfällig behandelt wird, erzählt in großartigen Bildern eine zwar einfältige, nichtsdestotrotz schöne Geschichte: Die von dem Postman (Kevin Costner), der in einer nicht allzu fernen Zukunft in einer nach einer apokalyptischen Katastrophe in den mittelalterlichen Feudalismus zurückgefallenen Welt durch das einfache Zustellen von alten Briefen ein Kommunikationsnetz wieder aufbaut und dadurch der Tyrannei des Feudalherrn ein Ende macht.

Zum Postboten wird der Postman, dessen Name und auch Herkunft irgendwie unklar bleibt, eher zufällig. Nachdem er den Schergen des tyrannischen General Bethlehem (Will Patton) in die Hände gerät, der ihn und andere auf perfide Art und Weise zu skrupellosen Söldnern ausbilden will, flieht er von dort wieder und findet auf der Flucht zufällig ein vor der endzeitlichen Katastrophe verunglücktes Postauto. Er nimmt die Post an sich, um sie den Empfängern doch noch zukommen zu lassen: Aber nicht aus lauter Nächstenliebe, sondern um sich damit Essen zu verdienen. Aus Selbstschutz erzählt er in dem ersten Dorf, in das er mit seiner Post kommt, die Lüge von den wiederhergestellten Vereinigten Staaten und vom Aufbau eines Postsystems und sät so Hoffnung und damit auch erstes Aufbegehren gegen den Tyrannen Bethlehem.

Viele der Figuren in diesem Endzeitszenario sind eher eindimensional. Wer der Böse ist, ist klar: Das ist der abgrundtief fiese General Bethlehem (der sich seiner "Qualitäten" als Tyrann durchaus bewusst ist, eigentlich aber eher lächerlich wirkt, schon allein dadurch, dass er zugibt, in seinem früheren Leben Kopierervertreter gewesen zu sein und sich gleichzeitig mit dem Feldherrn Hannibal vergleicht). Der ist so böse, wie ein Mensch überhaupt nur böse sein kann. Der Postman aber, der Gutes tut, tut es eher aus Eigennutz denn aus anderen Beweggründen. Als aus seiner ersten Zustellaktion sich nach und nach ein wieder funktionierendes Postnetz zwischen den - auch in Kleidung und Lebensgestaltung - eher mittelalterlich anmutenden verstreut liegenden Siedlungen entwickelt, wird es wieder gefährlich: General Bethlehem muss, um seine Machtüberlegenheit zu sichern, dieses Kommunikationsnetz unbedingt zerstören. Und dies will er mit hinterhältigen Mitteln durchsetzen. Währenddessen versteckt sich der Postman verletzt im Wald und genießt seine Zweisamkeit mit Abby, die er vor Bethlehem gerettet hat, die ihm aber zunehmend skeptisch gegenübersteht ...

Ich möchte nur einige Dinge herausgreifen, die ich an diesem Film mag. Zum einen ist Kevin Costner in beeindruckenden Bildern ein durchaus atmosphärisches Epos gelungen. Nicht zuletzt die Szenen, in denen der Postman mit der Seilbahn über die Landschaft "hinwegfegt", sind durchaus sehenswert.

Die gelegentlichen anachronistisch wirkenden Anspielungen in der hinter das Zeitalter der Industrialisierung zurückgefallenen Welt ohne Autos, Computer und andere moderne Errungenschaften (zum Beispiel, als der Postman zu dem "Bürgermeister" einer Stadt sagt: "Sie waren mal berühmt, Sie waren ein Rockstar.") tragen dazu bei, dass der Film nicht so ganz ernst und düster wirkt.

Zwar sind die Dialoge eher einfach gestrickt, aber die Botschaft ist dadurch ja auch ziemlich eindeutig: Nur durch Kommunikation, durch Organisation, kann Widerstand gegen tyrannische Systeme entstehen. So ist hier die Szene, in der einige Männer eines Dorfes hingerichtet werden und einer, der bisher an dem Postman zweifelte, gleichsam im letzten Atemzug noch das "Reite, Postman, reite!" hinausruft, zu nennen. Na ja, schon pathetisch, und ich gebe zu, in diesem Moment funktioniert auch genau das, was der Film beabsichtigt: Da lasse ich mich denn doch gerne mitnehmen in diese mitreißende Stimmung. Und auch die Szene, die dann Bezug nimmt auf das Ende (in der ein Junge dem vorbeigaloppierenden Postman einen Brief übergibt), hat wohl ein bisschen zuviel Pathos. Vielleicht ist das alles wirklich ein wenig dick aufgetragen und unterfordert wohl auch ein wenig den Zuschauer, aber ich muss auch nicht in jedem Film die Botschaft erst mit der Lupe suchen müssen.

Der Postman selbst ist nicht wirklich ein Egoist, auch wenn er das, was er tut, eher aus eigennützigen Gründen macht. Eigentlich ist er eher einer, der seine Ruhe will, seinen Frieden, er ist einer, der sich raushalten will. Als er mit der Tatsache konfrontiert wird, dass die Zustellung der Briefe für die immer mehr werdenden und sich organisierenden Postzusteller eine wirkliche Gefahr zu werden droht, möchte er, dass die Briefzustellung beendet wird, da hat sich das System aber schon verselbstständigt. Und erst als es zur alles entscheidenden Schlacht kommt, trifft er eine Entscheidung. Dass am Ende eben doch die Gerechtigkeit (und "das Gute") - auch unter Zuhilfenahme des wichtigsten amerikanischen Symbols, der Nationalflagge - siegt, kann man dem Film letzten Endes ohne Weiteres als Patriotismus unterstellen. Na und?

Bei allem kommt Kevin Costner als Postman sehr charismatisch rüber - wie auch anders? - er inszeniert sich ja gleichsam selbst (wenn auch nicht ganz so aufdringlich wie zum Beispiel Mel Gibson in Braveheart).

Also alles in allem ein schöner, bedächtig erzählter Film, dessen Motive man nicht groß hinterfragen muss, um ihn zu verstehen, den man aber durchaus genießen kann. Ich mag diesen Film.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 30, 2013 7:54 PM MEST


Les appliqués brodés de Lucie
Les appliqués brodés de Lucie
von Delphine Mongrand
  Taschenbuch

9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kleine filigrane Projekte mit Applikationen und Stickereien, 9. Februar 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Les appliqués brodés de Lucie (Taschenbuch)
Dieses Buch besitze ich schon eine Weile, aber es hat immer ein bisschen ein Randdasein in meinem Nähbuch-Regal geführt. Was eigentlich schade ist, denn es enthält wunderschöne Ideen zum Kombinieren von Nähen und Sticken.

Die Ideen sind allesamt ein bisschen rustikal, fast ein wenig countrymäßig, erinnern aber insgesamt doch auch ein wenig an den Tilda-Stil. Dass sie so rustikal wirken, liegt auch an den ausgewählten Stoffen, die oft kariert sind und in Naturtönen gehalten. Die Modelle sind fast durchgehend versehen mit kleinen Applikationen und niedlichen Stickereien. Kleine Accessoires wie Knöpfe und Zierborten werden ebenfalls verwendet. Das Titelbild gibt übrigens einen guten Eindruck davon, was einen in diesem Buch erwartet.

Es sind durchweg eher kleine Projekte in diesem Buch zu finden, also kleine Wandbehänge, Tablettdeckchen, Geschenksäckchen, Buchschoner, oft mit Motiven, die irgendwie mit Tee und Teetrinken zu tun haben. Es gibt aber auch einen kleinen Katzen-Wandbehang und einen Jahreszeiten-Wandbehang (mein persönlicher Favorit!). Alles wirkt sehr filigran.

Also ich meine, für Nähanfänger ist dieses Buch nichts. Es ist zudem nur in Französisch erhältlich, allerdings dürfte das für schon fortgeschrittene Näherinnen kein Problem sein. Zwar ist mein Schul-Französisch noch rudimentär vorhanden, aber die Erklärungen am Anfang des Buches sind mit sehr guten Zeichnungen und Fotos illustriert, sodass selbst ohne Französisch-Kenntnisse eine etwas geübtere Näherin gut klarkommen kann. Zumal man ja dann meist sowieso nur noch an den Ideen und Vorlagen interessiert sein dürfte.

Die Vorlagen sind übrigens ebenfalls sehr gut und immer in Original-Größe, allerdings gibt es oft Schriftzüge, die natürlich in französischer Sprache sind.

Allen, die den Tilda-Stil mögen und trotzdem mal gerne etwas Neues ausprobieren möchten, mag ich dieses Buch empfehlen. Allerdings braucht man schon ein bisschen Übung und Zeit, damit eines der Projekte wirklich gut gelingt. Aber die Mühe lohnt sich!

Es gibt übrigens noch ein weiteres Buch dieser Autorin mit ebenfalls sehr hübschen Ideen.

Patchwork et appliqué brodé


Klingt meine Linde
Klingt meine Linde
von Astrid Lindgren
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 8,50

19 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Klingt meine Linde, singt meine Nachtigall, 5. Februar 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Klingt meine Linde (Gebundene Ausgabe)
In diesem kleinen Büchlein sind vier wunderschöne, aber auch tieftraurige Märchen von Astrid Lindgren vereint, deren Inhalt ich zunächst kurz wiedergebe:

Sonnenau

Die beiden Geschwister Matthias und Anna kommen nach dem Tod der Mutter zu dem Bauern auf Myra, der sie nicht aus Großherzigkeit, sondern zum Arbeiten in seinem Stall wohnen lässt. Deshalb dürfen sie nur im Winter zur Schule gehen. Die kleine Anna hat Mühe, daran zu glauben, dass sie bis zum Winter überleben wird bei karger Kost und harter Arbeit, aber als der Winter kommt, leben sie tatsächlich noch und besuchen die Schule. Aber auch dort werden sie nicht gut behandelt, und auf dem langen Rückweg von der Schule zurück zum Myrabauern durch Schneewehen, fliegt ihnen auf einmal ein kleiner roter Vogel über den Weg, der ihnen den Weg zu einem wunderschönen Land zeigt, das Sonnenau genannt wird. Wenn die Pforte zu diesem Land geschlossen wird, kann sie nie wieder geöffnet werden. Obwohl sie - wie Anna immer wieder betont - kein gutes Kinderleben haben, gehen sie doch immer wieder zurück, bis sie eines Tages nach Sonnenau gehen und doch die Pforte hinter sich schließen.

Die Schafe von Kapela

Als ein Wolf alle Schafe auf dem Kapelahof reißt, kommt große Not über die Bewohner. Die kleine Stina Maria sitzt oft bei ihrem Großvater, der alte Geschichten erzählt und dabei immer mit seinem Stock auf den Boden klopft. Als Stina Maria für ihren Großvater den Stock holen soll, steht auf einmal ein Männlein vor ihr und verlangt, dass es ein Ende haben müsse mit dem Klopfen. Es verspricht auch neue Schafe, aber Stina Maria müsse mit ihm in sein unterirdisches Reich kommen. Dort vergisst sie, wer sie ist und verbringt Monate und Jahre im Reich der Unterirdischen, bis sie auf einmal ein gewaltiges Dröhnen vernimmt. Sie erinnert sich, dass sie heim muss auf den Kapelahof, und die Frau, die sie im unterirdischen Reich "Mutter" genannt hat, bringt sie zurück nach Hause, zusammen mit den neuen Schafen.

Klingt meine Linde

Das Mädchen Malin kommt nach dem Tod seiner Eltern in das Armenhaus und wird dort die Kleinmagd der Pompadulla, einer Art Vorsteherin des Armenhauses, um ihr beim Betteln zu helfen. Das Leben, das Malin nun führen muss, ist karg und trostlos, aber beim Besuch im Pfarrhaus hört sie zufällig die Worte "Klingt meine Linde, singt meine Nachtigall?" Bei diesen wunderschönen Worten scheint ihr ihr Leben gar nicht mehr so trostlos, aber immer mehr sehnt sie sich danach, diese Worte Wirklichkeit werden zu lassen, und sie wünscht sich ein Samenkorn. Irgendwann schafft sie es tatsächlich, auf dem Acker vor dem Armenhaus aus einer Erbse eine Linde wachsen zu lassen. "Mit Glauben und Sehnen wird es gelingen", sagt sie. Aber die Linde hat keine Seele, sie klingt nicht. Und so beschließt Malin, dem Baum ihre eigene Seele zu geben ...

Junker Nils von Eka

Der kleine Junge Nils liegt im Sterben, als er sich in eine andere Welt träumt: Auf dem Rollo in seinem ärmlichen Elternhaus, was das Kostbarste ist, was es dort gibt, ist ein Schloss zu sehen, und so träumt er, dass er als Junker seinen Herrn, den König Magnus, aus einem Gefängnis im Schloss Wildgiebel befreit. Auf der Flucht retten sie sich in eine Höhle, die später Königshöhle genannt werden wird, aber als die Soldaten ihnen zu nahe kommen, tauschen Nils und König Magnus die Rollen, und Nils wird an des Königs Statt gefangen genommen. Er ist fest entschlossen, sein Leben für seinen König hinzugeben. Und der Junker Nils wird auch hingerichtet, aber im gleichen Moment kommen die Soldaten des Königs und befreien das Schloss. Der Junge Nils aber überlebt ...

Alle Geschichten beginnen mit dem Satz "Vor langer Zeit, in den Tagen der Armut ...". Es geht also immer um sehr arme Kinder, die oft den Tod herbeisehen. Das ist vor allem in der ersten und dritten Geschichte der Fall. Die Kinder reflektieren auch schon vorher über ihren eigenen Tod, in der ersten Geschichte ist es die kleine Anna, die oft wiederholt, dass "ihr Kinderleben nicht lange währe". Die Entscheidung für den Tod, der hier als Erlösung, ja geradezu als Paradies dargestellt wird, wird von den Kindern sehr bewusst getroffen.

Die zweite Geschichte ist ein wunderbares, aber auch ein wenig schwermütiges Märchen über die Unterwelt. Und obwohl Stina Maria dieses Reich wieder verlässt, bleibt doch nach dem Lesen eine gewisse Traurigkeit hängen.

Die dritte Geschichte, die auch dem Buch seinen Titel gegeben hat, ist, finde ich, die allerschönste. Das Mädchen Malin schafft es kraft seiner Gedanken, aus einer Erbse eine Linde wachsen zu lassen, um dem Leben im Armenhaus etwas Freude zu verschaffen und ist dann zutiefst enttäuscht, als der Baum kein Leben hat und nicht klingt und keine Nachtigall sich in dem toten Baum niederlässt. Und auch hier ist es wieder eine bewusste Entscheidung des Kindes, den Tod zu wählen: Damit der Baum eine Seele bekommt, gibt sie ihr eigenes Leben und ihre eigene Seele und lebt in dem Baum weiter.

Die vierte Geschichte über den kleinen Nils ist die längste Geschichte, und sie bleibt mir ein bisschen rätselhaft: Als Junker gibt er für seinen König sein Leben, im richtigen Leben erlöst er sich dadurch gleichsam selbst und überlebt. In dieser Geschichte geht es vor allem um das Abenteuer, den König aus dem Schloss zu befreien, und immer wieder wiederholt der König die Worte: "Genug jetzt, Junker Nils, es lohnt nicht die Mühe, alles ist aus, meine Zeit ist um." Wie sich herausstellt, lohnt es sich aber doch, denn der König überlebt, und Nils am Ende auch.

Diese vier Geschichten sind zauberhaft und wehmütig, tieftraurig und hoffnungsfroh abwechselnd. Die beiden Geschichten, in denen die Kinder tatsächlich sterben, habe ich mit Tränen in den Augen gelesen. Gerade weil die Kinder den Tod herbeisehnen, finde ich es schwierig, Kindern zu erklären, was da geschieht, und möglicherweise werden gerade jüngere Kinder diese Geschichten auch nicht so verstehen, wie sie es verdient haben. Ein religiöser Bezug fehlt - trotz der Andeutung eines jenseitigen Lebens - in diesen Geschichten aber völlig.

Ich meine, dass diese in ihrer Sprache so poetischen Geschichten eher von Kindern ab einem Alter von ca. 10 oder 11 verstanden werden, wahrscheinlich sogar noch älter (wohl auch abhängig vom Kind). Ich meine deshalb, es ist auch durchaus sinnvoll, dieses Buch nicht einfach an Kinder zu verschenken, bevor man als Erwachsener nicht selbst den Inhalt kennt. Ich finde aber dennoch, dass sie etwas ganz Besonderes sind und Kindern sicher nicht vorenthalten werden sollten und müssen.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 8, 2014 10:10 AM MEST


Der Zauber von Santa Rosa
Der Zauber von Santa Rosa
von Babs Horton
  Taschenbuch

16 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein ZAUBERhaftes Buch ..., 16. Januar 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Zauber von Santa Rosa (Taschenbuch)
Die 13-jährige Catrin gehört eigentlich nirgendwo hin: In dem Internat, das sie besucht, fühlt sie sich wie eine Außenseiterin, ihre Mutter hat nicht einmal vor, die Ferien mit ihr zu verbringen. Und so fällt es ihrer Mutter ein, sie während der Ferien in ihren Heimatort Kilvenny zu schicken, zu ihren alten Tanten Ella und Alice. Das Problem ist nur, dass Catrins Mutter seit Catrins Geburt keinerlei Kontakt mehr zu ihren Tanten hat. Und obwohl sie auf ihren Brief hin, ob der Besuch Catrins in Kilvenny in Ordnung geht, keinerlei Antwort erhält, muss Catrin doch die Reise antreten.

So weiß Catrins Mutter Kizzy nicht, dass ihre Tante Alice schon vor mehreren Jahren gestorben ist und das Hotel, das die beiden geführt haben, das Shrimp's Hotel, mehr als nur vernachlässigt und heruntergekommen ist.

Als Catrin in dem verlassenen Ort, der vor vielen Jahren vom Tourismus, der mit dem Shrimp's Hotel einherging, gelebt hat, ankommt, erwartet sie niemand, denn ihre Tante Ella weiß nicht einmal, dass sie kommt. Und so ist der Empfang mehr als frostig.

Obwohl Catrin und ihre Großtante Ella sich zunächst nicht leiden können, nähern sich die beiden an, Ella muss nach vielen Jahren das Hotel verlassen, um sich um Essen und eine sichere Unterkunft für sie beide kümmern zu können, denn das Hotel ist eigentlich unbewohnbar. Und auch Catrin, die nun zunächst bei Ella bleiben soll, erkundet nach und nach den Ort und seine Umgebung, lernt dabei einige interessante Menschen kennen, die ihr nach und nach die Vergangenheit ihrer Familie nahebringen und findet ein altes Buch mit wunderbaren Rezepten und Bildern eines verschollenen italienischen Malers namens Piero di Bardi.

Catrin - obwohl in ihrer Unglücklichkeit magersüchtig - ist fasziniert von diesem Buch und beginnt, Rezepte daraus nachzukochen.

Während der Maler Piero aus einem kleinen italienischen Dorf namens Santa Rosa stammt, wird in immer wiederkehrenden Rückblenden das dortige Leben zur Zeit der Entstehung des Buches 200 Jahre zuvor beschrieben. Dabei geht es vorrangig um zwei gleichaltrige Kinder aus völlig unterschiedlichen Familien: das Mädchen Ismelda, Tochter von Signor Bisotti, und Bindo, einen missgebildeten auf der Straße lebenden Jungen.

Catrin selbst lebt im Jahre 1960, und die Beschreibungen von ihr dürften auch dem damaligen Zeitgeist entsprechen: Sie ist unbeholfen und verklemmt, aber nach und nach überwindet sie ihre Unsicherheiten und man spürt während des Lesens gleichsam, was für eine Entwicklung sie durchmacht, auch beim Essen. Ihre Familiengeschichte verläuft fast parallel zu der des Mädchens Ismelda, denn auch dieses wird von seiner Familie verstoßen (die Beschreibungen von Ismelda erinnern sehr an das Märchen "Aschenputtel"). Aber erst nach und nach, während Catrin in diesem Sommer 1960 den Ort Kilvenny und seine Bewohner erkundet, wird der Leser gewahr, dass einige Rätsel zu lösen sind, die sich vorrangig um das geheimnisvolle Rezeptbuch, aber auch um die Vergangenheit ihrer Mutter und ihrer Tanten drehen. Am Ende schließt sich der Kreis ...

Das alles ist so zauberhaft beschrieben, es ist eine - trotz aller Widrigkeiten, die sich für Catrin ergeben - sonnige Geschichte und war gerade in diesen dunklen Wintertagen genau das Richtige für mich, um mich zu entspannen. Mit viel Herzblut und sehr liebevoll beschreibt die Autorin die handelnden Personen, vor allem Ella scheint ihr ans Herz gewachsen zu sein. Es ist eine Geschichte, die vom Füreinanderdasein handelt, aber auch davon, dass Lebenslügen vieles zerstören können. Zerstört war ja vor allem das Hotel, aber auch Ellas Leben, und mehr als einmal habe ich mich beim Lesen gefragt, wann denn nun mit dem Wiederaufbau des Hotels begonnen wird.

In diesem Buch geht es aber auch viel um Essen und Nichtessen, um Kochen, um Genießen, und das ist jedem, der dieses Buch liest, auch nur zu empfehlen: Genießen!


Track 29 - Ein gefährliches Spiel
Track 29 - Ein gefährliches Spiel
DVD ~ Theresa Russell
Wird angeboten von Zweitausendeins Versand Dienst GmbH
Preis: EUR 4,99

12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Modelleisenbahn als amerikanischer Traum?, 5. Januar 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Track 29 - Ein gefährliches Spiel (DVD)
Im Café einer an der Fernstraße liegenden Kleinstadt trifft Linda, die gelangweilte Ehefrau eines Arztes (Christopher Lloyd) den Tramper Martin (Gary Oldman). Linda (Theresa Russell) wohnt in einem typischen amerikanischen Kleinstadthäuschen direkt an der Fernstraße neben einem dieser typisch amerikanischen überdimensionierten Wassertürme. Linda trinkt zuviel Alkohol und ist genervt von dem spießigen Hobby ihres Mannes: Der verbringt viel Zeit mit seiner Modell-Eisenbahn, und zwar so viel, dass er sogar seine Arbeit vernachlässigt.

Gerade in dem Moment, als Linda vergeblich versucht, sich in ihrem Swimmingpool zu ertränken, taucht Martin wieder auf und behauptet, ihr Sohn zu sein, den sie als 15-Jährige nach einer Vergewaltigung bekommen und zur Adoption freigegeben hat.

Nun, ohne zuviel verraten zu wollen, aber ziemlich schnell ist klar, dass es Martin, auf den Linda ihre ganzen unerfüllten Wünsche nach einem Kind, aber auch unerfüllte sexuelle Wünsche projiziert, nur in ihrer Einbildung gibt. Was folgt, ist ein Psychotrip in Lindas Seele.

Dieser Film ist weder eine Komödie (trotz seiner komischen, skurillen Elemente) noch eine Tragödie (selbst der versuchte Selbstmord von Linda erscheint wie eine Farce: Man sieht in dieser Szene, wie sie krampfhaft versucht, ihren Körper unter Wasser zu halten, aber das Hinterteil, das aus dem Wasser herausragt, hindert sie daran).

Komödienhaft wird der Film dann, wenn beispielsweise Lindas Ehemann Henry vor versammelter Mannschaft eine pathetische, geradezu hymnische Rede auf den amerikanischen Traum hält ("ein Symbol dessen, wer wir sind, wer wir waren und wohin wir wollen") und doch nur seine Modelleisenbahn meint.

Nicht zuletzt deshalb ist Linda fast mitleiderweckend, wie sie ihren Kummer im Alkohol ertränkt und sich in ihren Gedanken an den diabolisch wirkenden Martin hängt.

Als Martin schließlich die Eisenbahnanlage von Lindas Mann zerstört, mutet dies fast wie eine Orgie an und wirkt doch wie ein Befreiungsschlag.

Die letzte Szene des Films bewirkt - zumindest bei mir - tatsächlich ein Aufatmen.

Der Film ist voll von Symbolik und irren Bildern. Gary Oldman als Martin mit leicht irrem Blick liefert eine frühe, gleichwohl perfekte Leistung seines schauspielerischen Könnens ab. Sowohl Christopher Lloyd als Spießer Henry mit nicht ganz gewöhnlichen sexuellen Vorlieben als auch Theresa Russell als seine unterforderte Ehefrau finde ich grandios. Was mich an diesem Film wirklich sehr gestört hat, ist die deutsche Synchronstimme von Theresa Russell. Die dürfte nämlich - wenn mich nicht alles täuschte - die gleiche gewesen sein, die auch für Barbra Streisand zuständig ist, und es passte gar nicht. Deshalb ist es ein Segen, dass man gelegentlich auf die englische Tonspur wechseln kann. Im amerikanischen Original wirkt der Film ohnehin noch viel intensiver.

Dem Regisseur Nicolas Roeg ist hier meiner Ansicht nach ein großartiger Film gelungen mit einem tollen Schauspieler-Ensemble (und einem damals noch ziemlich unbekannten Gary Oldman). Obwohl ich diesen Film schon vor mehreren Jahren zum ersten Mal im Fernsehen gesehen habe und er mich damals sehr beeindruckt hat, war mir nicht bewusst gewesen, dass Gary Oldman (den ich als Schauspieler richtig gerne mag) hier als Martin auftritt. Das habe ich erst kürzlich gesehen, als ich auf die Idee gekommen bin, die DVD zu kaufen.

Warum dieser Film so unbeachtet ist, liegt vielleicht daran, dass man sich darauf einlassen muss, und das ist nicht leicht: Er demontiert den amerikanischen Traum in Form der Modelleisenbahn in teilweise verwirrenden Bildern. Einen gewissen Zynismus kann man dem Film sicher auch nicht absprechen.

Ausstattung der DVD ist eher dürftig: Extras werden im Menü zwar versprochen, geliefert werden aber nur schriftliche (!) Biografien der Hauptdarsteller und eine Bildergalarie.
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 12, 2011 9:19 AM MEST


Kälteschlaf: Island-Krimi
Kälteschlaf: Island-Krimi
von Arnaldur Indriðason
  Gebundene Ausgabe

18 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schwieriges Thema in einem Krimi (?) gut umgesetzt, 27. Dezember 2010
Kommissar Erlendur hat im Moment nicht viel zu tun, und so kann er sich darauf einlassen, den Selbstmord einer jungen Frau zu untersuchen: Eine Freundin der Toten übergibt ihm ein Tonband, auf dem eine Séance aufgenommen wurde. Gleichzeitig ist er auch - da offensichtlich nicht ausgelastet - immer noch auf der Suche nach zwei vermissten jungen Leuten: Vor 30 Jahren verschwanden die beiden spurlos.

Und so kommt es denn, dass Erlendur auf immer neue Personen trifft, die ihn näher an die Lösung des Rätsels um den Tod der jungen Frau (und der zwei Vermissten?) heranbringen.

Eigentliche Handlung gibt es in dem Roman recht wenig, dafür aber umso mehr Gespräche. Gelegentlich hatte ich das Gefühl, als würde ich ein Hörspiel lesen. Das kann anstrengend sein, war es in diesem Fall aber überhaupt nicht. Die Sprache ist sehr direkt, niemals wird um den heißen Brei herumgeredet.

Der Autor schafft eine Atmosphäre, die mich fast mitfrösteln lässt: Der Roman spielt im Spätherbst in Island, die Seen sind schon ein wenig zugefroren. Es bedarf nur weniger, aber intensiver Worte und Sätze, um die frostigen Temperaturen fast mitspüren zu können. Im Übrigen geht es hier wirklich um ein Thema, mit dem wenige Menschen sich freiwillig beschäftigen würden: Um das Leben nach dem Tod, um den Übergang von einem Leben ins andere, was "danach" kommt, jedenfalls so konkret, wie es hier der Fall ist ...

Parallel zu Erlendurs Ermittlungen muss er selbst über ein Erlebnis in seiner Kindheit nachdenken: Sein Bruder verschwand ebenfalls, als beide Brüder zusammen in einen Schneesturm gerieten.

Was mir sehr gefiel an diesem Roman, ist die schlichte, fast kühle Sprache, die Direktheit der handelnden Personen. Auch Erlendur als kauziger, nicht mehr junger, mit Familienproblemen behafteter Kommissar ist da keine Ausnahme. Man kann ihn so in eine Reihe bringen mit Mankells Wallander oder Rankins Inspector Rebus, er ist ein nachdenklicher, seine Ermittlungen im Alleingang durchziehender Mann.

Ich frage mich, als was man dieses Buch nun bezeichnen kann. Als Thriller wohl kaum. Als Krimi vielleicht. Ganz bestimmt aber als richtig guten Roman.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 28, 2010 8:23 PM CET


Stilmix -: Stylish wohnen mit Vintage, Retro, Ethno, Kitsch & Co. -  -
Stilmix -: Stylish wohnen mit Vintage, Retro, Ethno, Kitsch & Co. - -
von Selina Lake
  Gebundene Ausgabe

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Sind wahllos vom Flohmarkt zusammengesuchte Sachen Stilmix?, 20. Dezember 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Dieses Buch ist einfach nur eine Sammlung von lauter bunten Sachen: Blumig gemusterte Schürzen über einer mit orange-weißen Kissen bedeckten weißen Korb-Bank, großblumig tapezierte Küchenschränke (!), ein Papierfußballer an einer grünen Schrankwand im Esszimmer (!), ein über ein Sofa, das mit quietschbunten Kissen bedeckt ist, gehängtes gelbes Kleid, bunte Federn in einer bunten Vase ... Ansonsten: Voll gestellte Tische und Anrichten mit allem möglichen Schnickschnack, alles irgendwie nicht sinnvoll zusammengestellt, sondern wahllos hingestellt, nee, aber das ist es nicht, was ich von einem Buch mit dem Untertitel "Stylish wohnen mit Vintage, Retro, Kitsch & Co." erwarte. Kitsch ist ja gut und schön, aber wenn Stilmix bedeutet, einfach alles zu nehmen, was man von Omas Dachboden und vom Flohmarkt noch so kriegen kann und es dann wahllos in eine Wohnung stellt, ohne jede Motivation für eine gewisse Ordnung (nicht Ordentlichkeit!), dann ist der Titel dieses Buches getroffen. Zumal bei derart speziellem Geschmack, den dieses Buch vermittelt, ein Nachmachen selbst für Menschen, die solches mögen, schwer sein dürfte und eben selbst als Anregung für einen bestimmten Einrichtungsstil sich dieses Buch nicht eignet.

Dass ein Marmeladenglas auch als Blumenvase dienen kann, wusste ich übrigens schon.

Trotzdem: Schön fotografiert und gut ausgeleuchtete Objekte und Räume, gebe ich diesem Buch - von dem ich eigentlich dachte, dass es mehr hergeben würde - zwei Sternchen.


Schafkopf: Kriminalroman (Ein Wallner & Kreuthner - Krimi)
Schafkopf: Kriminalroman (Ein Wallner & Kreuthner - Krimi)
von Andreas Föhr
  Broschiert

5 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kurzweilige Krimi-Kost mit bayerischem Lokal-Kolorit, 24. August 2010
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Ein Polizist, der beim Joggen Zeuge eines Mordes wird, sich dabei übergeben muss (aber nicht wegen der ekligen Umstände des Mordes, sondern weil sein Kreislauf versagt), das alles im tiefsten ländlichen Bayern, ermittelnde Kripo-Beamte mit eigenartigem familiären Hintergrund (der "Chef-Ermittler" wohnt bei seinem Opa!), klang mir dann doch irgendwie sehr nach einer deutschen Fernseh-Serie, die oftmals in Klamauk endete. Als ich dann gelesen habe, dass der Autor dieses Buches tatsächlich Drehbücher für besagte Fernseh-Serie geschrieben hat, war mir wirklich alles klar.

So weit meine Vorurteile.

Glücklicherweise haben sich diese meine Vorurteile im weiteren Roman-Verlauf nicht bestätigt: Zwar ist der Roman flapsig geschrieben mit viel Lokal-Kolorit (und zugegebenermaßen habe ich auch nicht jedes Wort verstanden, was aber dem Gesamtverständnis keinen Abbruch tat), aber eben auch kurzweilig, ernsthaft, bisweilen brutal und - tatsächlich - spannend.

Tolle, teilweise witzige Dialoge machen die Geschichte lebendig, drehbuchartig wirkt es aber dennoch nicht.

Ein wenig gestört haben mich zu Anfang die sowohl zeitlich als auch die Personen betreffend unterschiedlichen Handlungsstränge, ihnen zu folgen ist aber kein Problem.

Dass der Mord und ein weiterer aufgeklärt werden, ist ja wohl klar, aber dennoch habe ich mich gut amüsiert und empfehle das Buch jedem, der - wie ich - zwar auch mal etwas härtere Krimi-Kost konsumiert, sich aber zwischendurch auch ein wenig erholen muss.
Kommentar Kommentare (8) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 17, 2010 10:48 AM MEST


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