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Rezensionen verfasst von
Scarce Dormouse

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Swearin (Lp+CD) [Vinyl LP] [Vinyl LP]
Swearin (Lp+CD) [Vinyl LP] [Vinyl LP]
Wird angeboten von MEDIMOPS
Preis: EUR 14,75

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Breeders mit bad vibes, 24. Januar 2015
Rezension bezieht sich auf: Swearin (Lp+CD) [Vinyl LP] [Vinyl LP] (Vinyl)
Na ja, Swearin' klingen, als müssten sie bei einem Wettbewerb mitmachen, wer am ehesten nach den Breeders zu Zeiten von "Pod" klingt. Tatsächlich findet sich hier auf der Clear Vinyl-LP der typische amerikanische Indie-Rock a la Breeders und Throwing Muses, vielleicht mit ein bisschen mehr Punk, als hätten wir immer noch das Jahr 1991. Ist also im Prinzip die Art von Musik, die ich mag, dennoch muss ich mich bei Swearin' immer zwingen, die LP überhaupt aufzulegen. Nicht zündet wirklich und weshalb man eine weitere Klon-Band braucht, ist auch schleierhaft. Da die zweite LP um keinen Deut besser ist und die Sängerin zudem noch reichlich unattraktiv, dürfte die Sache mit Swearin' eh erledigt sein, wage ich mal zu behaupten. CD liegt der Vinyl-Ausgabe bei. Anspieltipp: Kenosha und Kill 'em with kindness.


Back to the Egg
Back to the Egg
Wird angeboten von Bessere_Musik ( 12-24 Tage Lieferzeit aus Kalifornien)
Preis: EUR 66,85

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das unterschätzte letzte Wings-Album, 16. Januar 2015
Rezension bezieht sich auf: Back to the Egg (Audio CD)
"Back to the egg" ist und bleibt ein bei vielen Kritikern und Fans ungeliebtes (und unbekanntes) Wings-Album, ich halte es hingegen für komplett unterschätzt und für eines der besten McCartney-Werke, weil er sich hier ein wenig gehen lässt und richtig rockt und großartige Balladen noch dazu gibt, ohne den Schmalz oder das Zuckrige, das für mich viele an sich tolle McCartney-Stücke kaputt macht. Wieso hat das Album so einen schlechten Ruf? Dazu muss man wissen, dass McCartney, wie er selbst sagt, müde und etwas gelangweilt war von der ganzen Wings-Geschichte. Schon wieder hatte sich die Besetzung geändert, Jimmy McCulloch und Joe English waren beiden während der London Town-Aufnahmen ausgestiegen, Laurence Juber und Steve Holly waren neu in der Band. McCartney aber hatte offenbar wenig Lust sich auf das neue Personal einzulassen, was schließlich auch zur geplatzten Japan-Tournee führte, auf der Paul wegen Drogenbesitz im Gefängnis landete. Laut Denny Laine hat McCartney die Tour absichtlich sabotiert. Dabei waren die Neuzugänge absolut klasse an ihren Instrumenten - wie man auf dem letzten Live-Konzert der Wings in dieser Besetzung nachhören kann, auf "Concert for Kampuchea", auf dem übrigens Ende 79 schon "Coming Up" live von den Wings (!) gespielt wurde.
Ebenfalls verwirrend für manchen Fan war wohl, dass Paul Stimme auf diesem Album manchmal sehr heiser klingt.
Dabei fängt "Back to the Egg" mit einem großartigen Intro an (Reception), mit tollem Bass, geht weiter mit zwei Power-Pop-Songs, die sich nicht im McCartney-Ouevre verstecken müssen, bevor "Spin it on" richtig hart rockt. Mit "Again and again" durfte der treue Denny Laine ran, bevor "Old Siam Sir" und das soulige "Arrow through me" die Seite 1 beschließen. Etwas übertrieben geht es weiter mit dem "Rockestra Theme", ein wie "The Broadcast" etwas unnötiges Stück, zu dem McCartney die Rock-Prominenz der Zeit (David Gilmour, Pete Townshend, John Bonham, John Paul Jones, Ronnie Lane u.a.) eingeladen hatte, die auch auf "So glad to see you here" spielen. Und nach dem Rocker "To You" folgen zwei bzw vier wunderbare Balladen (After the ball/Million Miles; Winter Rose/Love awake). Das Album wird vom jazzigen Vaudeville-Stück "My Baby's Request" abgeschlossen, das in der McCartney-Tradtion von "When I'm Sixty-Four" und "You gave me the answer" steht.
Leider passen die Bonus-Tracks zu diesem eigentlich sehr geschlossenem Album wenig. "Daytime Nighttime Suffering" ist zu sehr Disco und zu wenig rockig, die beiden "Weihnachtslieder", vor allem der furchtbare Reggae am Ende versauen die CD etwas.
Insgesamt ist "Back to the egg" sicher ein untypisches Wings-Album, wenn man die Wings mit Stücken wie "Silly Love Songs" oder "With a little luck" assoziiert. Es ist für mich aber eines der besseren McCartney-Alben der 70er. Schade, dass McCartney höchstens noch selten so rau geklungen hat wie hier.


Songs from the Wood [Vinyl LP]
Songs from the Wood [Vinyl LP]

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Jethro Tull's zweite beste Phase, 13. Januar 2015
Rezension bezieht sich auf: Songs from the Wood [Vinyl LP] (Vinyl)
Songs from the Wood läutet nach dem schwachen "Too old to Rock and Roll" die zweite geniale Phase von Tull ein, die je nach Zählweise 3 bis 5 Alben umfasst. Hier prästentieren sich Jethro Tull erstmals durch und durch als Folkrock-Musiker mit "kitchen prose and gutter rhymes", allerdings zu 100% im Jethro Tull-Stil, also kein traditioneller, etwas altbackener Folkrock ala Steeleye Span. Die akustischen Instrumente haben klar den Vorrang, Mandoline, Flöte, akustische Gitarre, dennoch ist das Album unglaublich kraftvoll. Lediglich das mit verzerrten Gitarren aufwartende Pibroch und der Klassiker Velvet Green, der eher an Barockmusik denken lässt, fallen etwas aus dem Rahmen. Ein thematisch weitgehend in sich geschlossenes Album um Landleben, Jagd, Waldgeistern, Lagerfeuer et cetera, lyrisch immer mit Andersons Augenzwinkern versehen, musikalisch von Musikern auf dem Höhepunkt ihres Könnens eingespielt. Insbesondere der zu früh verstorbene Bassist John Glascock muss hier erwähnt werden.

Das Cover spiegelt übrigens kongenial die Musik wieder. Hier muss ich mit einem auch in Foren weitverbreitetem Irrtum aufräumen:
das Cover ist KEIN Gemälde, sondern ein nachbearbeitetes, übermaltes Photo. Es gibt nämlich tatsächlich Photos aus dieser Photosession, z.B. im Tour-Programm der England-Tour 1977. Dass hinten bei den credits steht "painted by..." bezieht sich nur über das "Nachmalen" über das Photo.
Die CD enthält zwei Bonus-Tracks. Man sollte allerdings aufpassen, dass man nicht die Ausgabe mit copy control erwischt, weil die beim Abspielen zu Problemen führen kann, je nach CD-Player.


Songs from the Wood
Songs from the Wood
Wird angeboten von westworld-
Preis: EUR 14,66

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Wald- und Wiesenphase, 13. Januar 2015
Rezension bezieht sich auf: Songs from the Wood (Audio CD)
Songs from the Wood läutet nach dem schwachen "Too old to Rock and Roll" die zweite geniale Phase von Tull ein, die je nach Zählweise 3 bis 5 Alben umfasst. Hier prästentieren sich Jethro Tull erstmals durch und durch als Folkrock-Musiker mit "kitchen prose and gutter rhymes", allerdings zu 100% im Jethro Tull-Stil, also kein traditioneller, etwas altbackener Folkrock ala Steeleye Span. Die akustischen Instrumente haben klar den Vorrang, Mandoline, Flöte, akustische Gitarre, dennoch ist das Album unglaublich kraftvoll. Lediglich das mit verzerrten Gitarren aufwartende Pibroch und der Klassiker Velvet Green, der eher an Barockmusik denken lässt, fallen etwas aus dem Rahmen. Ein thematisch weitgehend in sich geschlossenes Album um Landleben, Jagd, Waldgeistern, Lagerfeuer et cetera, lyrisch immer mit Andersons Augenzwinkern versehen, musikalisch von Musikern auf dem Höhepunkt ihres Könnens eingespielt. Insbesondere der zu früh verstorbene Bassist John Glascock muss hier erwähnt werden.

Das Cover spiegelt übrigens kongenial die Musik wieder. Hier muss ich mit einem auch in Foren weitverbreitetem Irrtum aufräumen:
das Cover ist KEIN Gemälde, sondern ein nachbearbeitetes, übermaltes Photo. Es gibt nämlich tatsächlich Photos aus dieser Photosession, z.B. im Tour-Programm der England-Tour 1977. Dass hinten bei den credits steht "painted by..." bezieht sich nur über das "Nachmalen" über das Photo.
Die CD enthält zwei Bonus-Tracks. Man sollte allerdings aufpassen, dass man nicht die Ausgabe mit copy control erwischt, weil die beim Abspielen zu Problemen führen kann, je nach CD-Player.


Songs from the Wood-Remastered
Songs from the Wood-Remastered
Preis: EUR 8,99

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die zweite beste Phase, 10. Januar 2015
Rezension bezieht sich auf: Songs from the Wood-Remastered (Audio CD)
Songs from the Wood läutet nach dem schwachen "Too old to Rock and Roll" die zweite geniale Phase von Tull ein, die je nach Zählweise 3 bis 5 Alben umfasst. Hier prästentieren sich Jethro Tull erstmals durch und durch als Folkrock-Musiker mit "kitchen prose and gutter rhymes", allerdings zu 100% im Jethro Tull-Stil, also kein traditioneller, etwas altbackener Folkrock ala Steeleye Span. Die akustischen Instrumente haben klar den Vorrang, Mandoline, Flöte, akustische Gitarre, dennoch ist das Album unglaublich kraftvoll. Lediglich das mit verzerrten Gitarren aufwartende Pibroch und der Klassiker Velvet Green, der eher an Barockmusik denken lässt, fallen etwas aus dem Rahmen. Ein thematisch weitgehend in sich geschlossenes Album um Landleben, Jagd, Waldgeistern, Lagerfeuer et cetera, lyrisch immer mit Andersons Augenzwinkern versehen, musikalisch von Musikern auf dem Höhepunkt ihres Könnens eingespielt. Insbesondere der zu früh verstorbene Bassist John Glascock muss hier erwähnt werden.

Das Cover spiegelt übrigens kongenial die Musik wieder. Hier muss ich mit einem auch in Foren weitverbreitetem Irrtum aufräumen:
das Cover ist KEIN Gemälde, sondern ein nachbearbeitetes, übermaltes Photo. Es gibt nämlich tatsächlich Photos aus dieser Photosession, z.B. im Tour-Programm der England-Tour 1977. Dass hinten bei den credits steht "painted by..." bezieht sich nur über das "Nachmalen" über das Photo.
Die CD enthält zwei Bonus-Tracks. Man sollte allerdings aufpassen, dass man nicht die Ausgabe mit copy control erwischt, weil die beim Abspielen zu Problemen führen kann, je nach CD-Player.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 12, 2016 6:46 PM CET


Mountains
Mountains
Preis: EUR 15,64

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Umwerfend!, 28. Dezember 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Mountains (Audio CD)
Wow, was für ein Debut. Natürlich ist es keines, da es sich hier nur um das erste Solo-Werk der Helium-Sängerin/Songschreiberin handelt. Aber wie konnte ich diese Platte nur so lange übersehen?
Eine wunderbare, winterliche Platte, aber warm, man schaut hinaus auf die schneebedeckte Landschaft und liegt am Feuer, während zarte Tupfer von Piano und Gitarre ein Kunstlied nach dem anderen zaubern. Gleichzeitig leicht unheimlich, wie in einem Kinderfilm, in dem sich alte Puppen bewegen und Spieluhren sich drehen und erklingen. East coast-Indie at its best. Großartige Lieder in kleinem Rahmen, ohne dabei jemals öde oder ermüdend zu werden, nein, das ist wirklich Kunst, was hier geboten wird. Mary Timony hat fast alle Instrumente allein eingespielt, nur gelegentlich von jemand am Schlagzeug unterstützt.
Der Frau, die später bei White Flag mit zwei Dritteln der großartigen Sleater-Kinney gespielt hat, sollte man sich wirklich mehr widmen. Nicht so verhuscht wie Lisa Germano, nicht so hysterisch wie Sleater-Kinney, sondern genau richitg. Eine Schande, dass es in Deutschland nur Helene Fischers in die Charts schaffen.


No Reason to Cry
No Reason to Cry
Preis: EUR 9,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Clapton and the Band, 26. Dezember 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: No Reason to Cry (Audio CD)
Eric Clapton hatte stets betont, wie sehr ihn "Music from Big Pink" beeinflusst habe in seiner Entscheidung, sich amerikanischer Musik zuzuwenden. Ähnlich wie George Harrison war er ein großer Fan von Dylans zeitweiliger Begleitband, und hier hat er sich einfach den Wunsch erfüllt, mit THE BAND zu spielen. Tatsächlich könnte man "No reason to cry" auch als eine The Band-LP einordnen, auf der Clapton Lead-Sänger ist. Bei allen Tracks spielen die meisten Mitglieder von The Band mit, zwei Titel stammen von Richard Manuel und Rick Danko (Beautiful Thing; All our past times), der sich auch den Gesang mit Clapton beim wunderschönen "All our past times" teilt. Die Songs sind durch die Bank wunderbar, "Carnival" mit seinem treibendem Rhythmus schon fast funky, Blues gibt es ebenfalls zu Genüge (Last Night, nur auf CD; Double Trouble; County Jail), dann die Ballade "Hello Old Friend", die zu den besten Clapton-Stücken zählen dürfte, das großartige "Black Summer Rain", dazu herausragende Mitmusiker wie Ron Wood und Billy Preston. Ein sehr amerikanisches Album insgesamt.
Die oft übersehene und unterschätzte Marcy Levy, die sich später Marcella Detroit nannte und eine Hälfte der Shakespears (sic) Sister war, ist ab dieser Platte eine starke Partnerin, sowohl beim Songwriting als auch beim Gesang. Das gar nicht schreckliche "Innocent Times" zeugt von ihrer Stimmgewalt, nur "Hungry", ein ziemlich doofes Country-Rock-Stück, fällt ab.
Dass Clapton auf "No reason to cry" nur selten als Gitarrist in den Vordergrund tritt, spricht eigentlich nur für ihn. Alle guten Gitarristen wissen, dass sie sich nicht immer in den Vordergrund spielen dürfen, und hier war die Band-Idee einfach wichtiger als Star- und Solo-Allüren. "Sign Language" ist ein tolles Dylan-Stück, das auch von einem The Band-Album hätte sein können.
"No reason to cry" braucht sich vor dem sehr ähnlichen, wenn auch ein klein bisschen besserem "Slowhand" nicht zu verstecken. Es ist deutlich besser als das lahme "There's one in every crowd" und enthält zum Teil bessere Songs als "Ocean Boulevard".

Weshalb wurde die LP von Kritiker so verrissen und so wenig geschätzt? Ich denke, es liegt vor allem daran, dass Clapton hier keine Soli spielt wie zu Dominos oder Cream-Zeiten. Das aber ist, wie gesagt, ein Missverständis. Clapton wollte ja weg von dem Super-Gitarristen-Image. Außerdem gibt es wunderbare licks und slide-Einlagen zu Genüge auf "No reason...".
Es fehlt veilelicht ein Hit wie "I shot the Sheriff" oder "Wonderful tonight". Na und?
Immer wieder wird der LP vorgeworfen, dass die Sessions Alkohol-umnebelt waren. Andererseits waren das die kompletten 70er bei Clapton, sobald er vom Heroin mal weg war. Man traute Clapton wenig zu, am wenigsten er sich selbst. In seiner Biografie äußert er sich geringschätzig über "No reason to cry", dabei gibt er gleichzeitig zu, dass er sich eigentlich an gar nichts mehr erinnern kann. Claptons Stimme klingt auf "No reason..." etwas brüchiger, das macht aber gerade den Reiz dieser roots-Musik aus. Dass Clapton überhaupt singt, wurde ja erst sehr viel später von den Kritikern entdeckt, die in ihm immer noch und immer nur den Gitarren-Gott sahen.
Alle Vorwürfe und Vorurteile verblassen also, wenn man diese sehr entspannte, sehr angenehme LP einfach als Clapton and THE BAND anhört. Die Songs jedenfalls sind großartig! Wer The Band mag und Dylan in den frühen 70ern (Planet Waves; Before the Flood usw), leigt hier 100% richtig.


Rock: Das Gesamtwerk der größten Rock-Acts im Check, Teil 1. Ein Eclipsed-Buch.
Rock: Das Gesamtwerk der größten Rock-Acts im Check, Teil 1. Ein Eclipsed-Buch.
von Christoph Rehe
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 29,95

10 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zum Rumblättern, 26. Dezember 2014
"Rock - ein eclipsed-Buch" - schwer zu beurteilen, was man davon halten soll.
Zuerst muss jedem klar sein, dass eclipsed ein ProgRock-Musikmagazin ist und im Geiste der Prog-Hörer bewertet.
Zudem sollte man wissen, dass hier "nur" 20 Bands/KünstlerInnen vorgestellt werden, dafür aber wie versprochen mit ihrem Gesamtwerk. Aber was taugt das Buch nun?
Zum einen muss man sagen, dass die Aufmachung sehr schön ist (Hardcover, gute Bindung, hochwertiger Druck), es enthält viele Fotos, wenn auch fast alle aus den 70ern, aktuellere Fotos von noch aktiven Künstlern, die hier vertreten sind, fehlen.

Das Buch ist sehr übersichtlich aufgemacht, fast zu übersichtlich, da am Ende eines jeden Kapitels alle Studio-Alben, Live-Alben, Compilations usw. aufgelistet sind, es dann die sehr schöne Zeitleiste gibt mit dem Ranking, dann gibt es nochmal ein extra-Kästlein mit dem Ranking der Alben ohne Zeitleiste, dann die Top-Songs-Leiste und diverse zusätzliche Übersichts-Kästchen (Top 5 für Kenner usw.) sowie die schöne Idee für Empfehlungen zum Weiterstöbern (Artverwandtes; Erben).
Prerssestimmen aus dem Erscheinungsjahr der Alben sowie Selbsteinschätzungen der Künstler ergänzen das Bild, dazu dann noch ein track-listing zu jedem Album sowie weitere Hintergrundinfos wie Musiker, die mitgewirkt haben. Natürlich fehlt eine kurze Einführung zu jeder Band/jedem Künstler nicht. Jedes Album wird noch einmal genau besprochen.
Und der Leser fühlt sich etwas erschlagen. Vielleicht hätte man doch auf die ein oder andere Info (Chart-Platzierung) verzichten können, das Buch straffen und dafür ein paar andere Bands mit aufnehmen können. Na ja, soll ja noch ein Teil folgen. Ächz.

eclipsed bewertet die Alben angeblich nicht nach kommerziellen Erfolg, auch wenn das nicht immer glaubhaft ist. Ansonsten folgt das Buch dem Muster des "Einkaufzettels" des ProgRock-Magazins eclipsed: Kaufrausch = 5 Sterne, Pflichtkauf = 4 Sterne, Qualitätskauf = 3 Sterne, Verlegensheitskauf = 2 Sterne, Fehlkauf = 1 Stern.

Hier setzt der erste große Kritikpunkt meinerseits an: das eclipsed-Team (typisch für meist recht scheuklappige Musikjournalisten und Prog-Hörer) leistet sich einige katastrophale Fehlurteile, die nicht mehr mit subjektiver Meinung zu rechtfertigen sind.
Das schwache "Aerial" von Kate Bush enthält 5 Sterne, das miserable "Director's Cut" sogar noch 3 Sterne, wohingegen das stets unterschätzte "Lionheart" nur 3 erhält? Schlimmer bei Deep Purple: das lahme "Slaves and Masters" wird als besser eingestuft als "The battle rages on"? Ok. Noch diskutabel. Das glatte "A trick of the tail" von Genesis soll auf einer Stufe mit den Meisterwerken stehen? Ganz schlimm: eines der besten, wenn auch etwas anderen Jethro Tull-Alben (Catfish Rising) wird mit zwei Sternen abgespeist. Sowohl "Roots to Branches" als auch "Rock Island" sind schlechter. Das lanweilige "Stand up" bekommt Bestnote, das wesentlich bessere "Benefit" nur 3 Sterne. Die sehr laue Live-Doppel-LP "Burst out" (habe erst letztens einen verriss gelsen) hat wieder 5 Sterne. "A Passion Play" bekommt plötzlich vier Sterne, obwohl das Album jahrelang als grässlich galt? (Ich finde A Passion Play allerdings auch recht gut). Das miese "Thick as a brick 2" bekommt dagegen auch vier Sterne? Hä? Auch bei Pink Floyd könnte man heftigst über die Beurteilungen streiten ("A Dvision Bell" bekomt bei mir höchstens 2 Sterne; "More", typisch frühe Floyd eigentlich, wird von eclipsed runtergemacht usw.). "Their Satanic Majesties Request" von den Stones ist eigentlich der klassische Fehlkauffall, bekommt aber dennoch 3 Sterne bei eclipsed, während die gar nicht so schlechten Alben "Emotinal Rescue" und "Tattoo You" dagegen absinken? "Die mittelmäßigen Alben "It's only rock'n'roll" und "Steel Wheels" sollen besser als "Goat's Head Soup" sein? Auch bei neil Young gibt es bei den bewertungen große Fragezeichen. So ist z.B. "Le Noise" sicher eher bei Fehlkauf zu vertorten (enthält maximal zwei gute Songs).
Klar, jeder hört Musik anders, der Geschmack hängt stark von der musikalischen Sozialisation ab und vom Alter, in dem man einer bestimmte Platte/Band das erste Mal begegnete, aber eclipsed liegt wirklich manchmal komplett daneben und kennt sich vor allem mit Kate Bush null aus.
Denn gibt in diesem doch extrem akribischen Buch mindestens einen Fehler: es wird behauptet, dass die vier Songs der Kate Bush-EP "Live at Hammersmith" nicht in der Box This Woman's Work enthalten sei. Das ist falsch. Alle vier Songs finden sich auf der zweiten Raritäten-CD. Wenn hier schon solche Fehler auftauchen, dann fragt man sich natürlich, ob bei anderen Künstlern im Buch ebenfalls Fehler enthalten sind. So zum Jethro Tull"-Cover von "Songs from the wood". Seit Jahren wird der selbe Unsinn verzapft, es handle sich um ein photorealistisches Gemälde. Stimmt nicht, liebe Tull-Fans. Es ist ein Photo, das mit Stift und Farbe nachbearbeitet wurde!!! Beweis: das Tour-Programm der Jethro Tull-Tour in Great Brtain 1977. Da gibt es noch weitere Photos (!) der selben Photo-Session wie vom Front-Cover von "Songs from the Wood". Dass hinten auf dem Cover steht "Painting by..." ist ja nicht falsch, weil über das Cover-Photo ja gemalt wurde. Oh Mann.

Letztlich stellt sich noch die Frage, nach welchen Kriterien die Bands eigentlich ausgewählt wurden. Wie haben es Manfred Mann' Earth Band, nach denen heute kein Hahn mehr kräht, in das Buch geschafft? Wieso sind Bands wie Kraftwerk oder Can in einem Buch, das "Rock" heißt? Die Auswahl erscheint mir höchst willkürlich.

Insgesamt ist eclipsed nur unerfahrenen Musikliebhabern zu empfehlen, die tatsächlich noch Kaufempfehlungen brauchen. Leuten, die sich gut mit der Rockmusik und den hier besprochenen Bands/KünstlerInnen auskennen, wird das Buch wenig Erhellendes bieten. Alles in allem bin ich doch ziemlich enttäuscht. Aber zum Rumblättern ist es ganz nett.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 17, 2015 2:54 PM MEST


Rock: Das Gesamtwerk der größten Rock-Acts im Check, Teil 2. Ein Eclipsed-Buch.
Rock: Das Gesamtwerk der größten Rock-Acts im Check, Teil 2. Ein Eclipsed-Buch.
von Christoph Rehe
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 29,95

8 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen OFFENBARUNGSEID, 26. Dezember 2014
Bereits nach dem ersten Band hatte mich das ungute Gefühl beschlichen, dass hier zu sehr durch die Prog-Brille geschielt wird. Auch war die Auswahl an „Rock“(?)-acts eher erratisch, die Einschätzung mancher Platten nicht nachvollziehbar. Leider setzt sich all dies nahtlos fort. Schon das Konzept finde ich fragwürdig: soll es nun um die größten Rock-Acts gehen – oder doch um die erfolgreichsten? Im Vorwort heißt es, „Gruppen und Künstler, die die Rockmusik entscheidend bereichert haben“. Alan Parsons Project, dieses leichtgewichtige mainstream-Projekt (denn APP war nie eine echte Band) ohne Tiefe? Entscheidend die Rockmusik bereichert? Hust. Supertramp? Eine Band, die einer Rehabilitierung bedurfte, denn die haben sehr guten Pop gemacht. Aber eine wegweisende Rockband? Hallo? Toto? Reiner AOR als Bereicherung der Rockmusik? Wie bitte?
Und muss man tatsächlich AC/DC näher untersuchen, wo doch so ziemlich jedes Album gleich klingt, nämlich nach Hardrock mit Blueswurzeln? Da drängt sich doch der Verdacht auf, dass hier ein Massenpublikum angesprochen werden soll, und nicht der Kenner.

Positiv könnte man zu diesem zweiten Rock-Band der Zeitschrift "eclipsed" wieder die Aufmachung vermerken: ausführliche Diskografie mit vielen Querverweisen, schönes Hardcover mit vielen tollen Fotos, eine für die Übersichtlichkeit interessante Zeitleiste usw. Auch den Mut für die absolut willkürliche Auswahl an Bands und MusikerInnen, die zur Folge hat, dass unbestrittene Größen wie die Beatles oder Dylan neben Bands wie Toto oder Eloy im selben Buch vertreten sind, kann man bewundern. Muss man aber nicht.

Die Besprechungen jeder einzelnen vorgestellten Platte ist eine nette Fleißarbeit, bleibt aber nach wie vor oberflächlich und teils fehlerhaft. Die Fülle an Informationen erschlägt aber auch, es gibt unglaublich viel überflüssige Information. Zudem ist das Buch absolut vorhersehbar: was als gut und was als schlecht gewertet wird, ist keine Überraschung bei einer Zeitschrift, die tatsächlich das jüngste Pink Floyd-Album (für mich Fahrstuhlmusik, Resteverwertung, um noch mal Kohle zu machen, ein peinlicher, unwürdiger Abschied) großartig findet. Vorhersehbar, dass die ersten vier Sabbath-LPs bei Kaufrausch landen (da gibt es allerdings auch keinen Einspruch von mir), dass bei Rainbow die Dio-Platten als die besten gelistet, dass bei den Beatles Revolver bis Abbey Road gelobt werden (und NEIN, die Beatles sind KEINE Prog-Band!!!).
Zu oft wird nur wiederholt bei den Bewertungen, was seit Jahren mainstream-Konsens ist, die immer gleichen Vorurteile der Fans und Kritiker werden nachgeplappert. Die Enttäuschung der Fans und Kritiker über manche Platten entspringt jedoch wohl der falschen Erwartungshaltung, vor allem bei Dylan. Da fehlt mir eine größere Eigenständigkeit im Denken der Macher dieses Buches.
So werden natürlich die Dylan-Platten der späten 70er und 80er niedergemacht, so geschieht weiterhin dem großartigen „No reason to cry“ von Clapton Unrecht.
Gäbe es einen weiteren gruseligen eclipsed-Band, dann kämen vielleicht Thin Lizzy vor. Bei Kaufrausch stünde natürlich „Jailbreak“ an erster Stelle. Eines der am besten verkauften Lizzy-Alben, von dem seit Jahren behauptet wird, es sei auch das beste. Stimmt natürlich nicht. Das Problem sind auch die Fans, die seit Jahren an dem gleichen Urteilen festhalten, anstatt mal eine Neubewertung zu wagen.
Nun, Geschmäcker sind allerdings verschieden, und über einige der vorgestellten Bands und LPs kann man sicher trefflich streiten, vor allem bei Clapton und Dylan habe ich mich jedoch manchmal richtig ärgern müssen. Um es noch mal klipp und klar zu sagen: natürlich sind Bewertungen subjektiv (obwohl das Buch schon versucht einen Maßstab zu setzen), natürlich bin auch ich nicht das Maß aller Dinge, Fehlurteile wie in „Rock“ können aber nicht unwidersprochen stehen bleiben.

Um bei der recht dämlichen Einteilung zu bleiben, hier meine wie gesagt natürlich ebenfalls höchst subjektiven „Korrekturen“, natürlich nur punktuell, da dies sonst den Rahmen sprengen würde:

AC/DC: unnötige, die überhaupt aufzuführen. Hier bestätigt sich mein verdacht, dass sich die ganze Reihe eher an, naja, halt ein ganz bestimmtes Publikum richtet, das sich auch gerne mal Uriah Heep beim Dorffest anhört.

Bei den Beatles geht’s ja noch, aber „With the Beatles“ mindestens Pflichtkauf; „A Hard Day’s Night“ Kaufrausch.
„Magical Mystery Tour“ nur Pflicht, kein Rausch, zu viele Luschen verbergen sich hier (Flying; Baby you’re a rich man; zudem kein echtes Beatles-Album, da eher Single-Sammlung, teils aus der Peppers-Zeit). Wieso also bei Kaufrausch?

Bei Clapton die ersten Ausfälle:
„No reason to cry“ ist eine großartige Clapton-Platten (mindestens Pflichtkauf), mit Dylan und der Band eingespielt, enthält es unglaublich großartige Songs wie „All our past times“, „Hello Old Friend“ oder das Marcy Levy-Stück „Innocent Times“. (Marcy Levy wird übrigens auch hier zu wenig gewürdigt, dabei ist sie immerhin eine der Shakespeare’s Sisters gewesen und später solo als Marcella Detroit erfolgreich; auch stammt "the Core" auf "Slowhand" zum Teil von ihr). Dagegen ist das erste selbstbenannte Album schlicht langweilig, die meisten Stücke stammen von Bonnie Bramlett, nach der heute kein Hahn mehr kräht, es ist einfach veraltet. Dass Clapton bei „No reason to cry“ im Drogensumpf war, ist kein Argument gegen die Platte. Clapton war die gesamten 70er im Drogensumpf. „There’s one in every crowd“ ist ebenfalls schlechter als „No reason to cry“, ganz schlimm der Reggae-Abklatsch „Don’t blame me“, wo man versuchte den Erfolg von „I shot the Sherriff zu wiederholen.
„Pilgrim“ – Claptons Synthie-Platte, ist deutlich in Nähe von Fehlkauf einzuordnen. Was hat die eclipsed-Leute da geritten, es bei Pflichtkauf zu führen? So mutig oder bahnbrechend war das, was Clapton da geleistet hat, ja wirklich nicht.

Dass Dream Theater hier auftauchen, überrascht etwas, da fast zu modern für eclipsed, aber es ist ja Prog (Metal). Dass das Debut grottenschlecht ist, gilt als Konses von Dream Theater-Fans, nur eclipsed weiß es nicht und beweist weiter schlechten Geschmack.

Auch bei Dylan Kopfschütteln:
Außer „Empire Burlesque“ und vielleicht „Dylan & the Dead“ gibt es da meiner Ansicht nach eigentlich keinen Fehlkauf, und das sage ich nicht, weil ich etwa so ein großer Dylan-Fan wäre. Vielleicht gerade deshalb. Selbst den unverstandenen Crooner-Alben „A Fool such as I“ und „Self Portrait“ (ist doch eine prima Ironie) kann ich etwas abgewinnen. Dylan war nie das, was die Fans und die Welt in ihm sehen wollten. Ich glaube, Dylan ist und war immer nur an amerikanischer Musik interessiert, an den Protestsängern, dem alten Blues, dem Gospel eben auch, der Country-Music.... Und er hat einfach alte Spielarten ausprobiert. So what? "A Fool such as I" ist doch ein schönes, schnulziges Country-Album. Dass andererseits ein gruseliges Country-Album (Workingman's Dead) der Hippie-Country-Rock-Band Grateful Dead (hähä) als Kaufrausch-Album geführt wird... seltsam.
Die Dylans Christen-Phase wird von vielen gehasst. Auch eclipsed schließt sich wieder an. Dabei ist „Saved“ ein wunderbares Gospel-Rock-Album, gut gespielt und mit schönem background-Gesang, das mit „Pressing On“ und „Solid Rock“ noch mehr gute Songs zu bieten hat als nur „A Satisfied Mind“. Man muss ja nicht auf die Texte hören.
„Down in the Groove“ unterscheidet sich nicht von anderen Dylan-Alben, da er auch anderswo covert. Das kann man ihm doch nicht zum Vorwurf machen. Es gibt tolle Songs wie „Silvio“, das elegische Shenandoah", das lustige "Ugliest girl in the world"... man muss sich einfach Zeit nehmen. Auf keinen Fall ein Fehlkauf. „Love and Theft“: deutlich schlechter als gelistet, „Modern Times“ ist besser. Warum soll denn "Under the red sky" ein Fehlkauf sein? Es ist sicher kein großartiges Werk, aber so schlecht ist es dann doch nicht. Es stammt einfach aus der leichtfüßigen Travelling Wilburys-Phase. Real Live ist keinesfalls die schlechteste live-Platte, das ist Dylan and the Dead. Auch Budokan ist schrecklich im Vergleich. Auf Real Live spielen übrigens Carlos Santana und Mick Taylor ein paar schöne Soli.

Bei Eloy breiten wir lieber den Mantel des Schweigens aus.
Mit Peter Gabriel weitgehend einverstanden, da ist's aber auch nicht schwer.

Mit ELP konnte ich persönlich nie was anfangen, deshalb auch hier kein Kommentar.

The Grateful Dead. Als Live-Kapelle sicher toll, aber ihre Country-Studio-Alben..., naja...
Da ist gerade so eine etwas funkigere Platte wie Shakedown Street klasse, die von eclipsed natürlich schlecht bewertet wird.

Iron Maiden geht wieder von den bewertugen her, wobei auffällt, dass die eclipsed-Leute in Sachen Metal etwas sicherer beurteilen.

Mike Oldfield: „Hergest Ridge“ ist ein ganz müder Abklatsch von „Tubular Bells“ und sicher Verlegenheitskauf. „Dass „Crisis“ als Kaufrausch geführt wird, zeigt ja doch ein bisschen, wie die Rock-Autoren ticken: zu mainstream-lastig.
Der Long-Track „Crisis“ gehört zu den eindeutig schwächeren Sachen von Oldfield, unkonzentriert, einfallslos, viel schwächer als „Taurus II“ von „Five Miles Out“. Die Hits sind eben sehr radiotauglich, ist ja nicht schlecht, aber eben mainstream. Man denke nur an "Shadow on the wall". Lässt einen doch heutzutage eher schaudern, oder? Nichts, was wirklich die Rockwelt groß beeinflusst hätte. „In High Places“ mit dem Yes-Sänger ist sogar gruselig bis lächerlich. Daher „Crisis“ höchstens bei „Pflichtkauf“ einordnen.
Dass all die Tubular Bells-Aufgüsse noch als Qualitätskauf auftauchen ist fragwürdig, „Man on the Rocks“ eindeutig ein Fehlkauf.
Da überrascht es, dass das großartige „Amarok“, das fast immer im Oldfield-Kanon vergessen wird, hier gewürdigt wird. Gehört bei mir sogar zu „Kaufrausch“!

„Rainbow“ mag ich ganz gern, aber hier gibt es keine einzige überraschende Zeile, und ob diese Band wirklich hier auftauchen muss, nachdem schon Deep Purple und Black Sabbath behandelt wurden, ist mehr als fraglich. Was haben sie denn noch hinzugefügt? Rainbows Relevanz in der Rock-Welt jedenfalls ist sicher eher gering (was nicht he9ßen soll, dass Rainbow schlecht waren!). „Straight between the eyes“ übrigens ist besser als sein Ruf, wohingegen bei „Stranger in us all“ einfach die guten Songs fehlen.

Bei Patti Smith ist natürlich klar: „Horses“ und „Easter“ sind Überalben, ganz klar Kaufrausch. Da stimme ich zu. Das radikale „Radio Ethopia“ wird auch richtig eingeordnet, „Wave“ ist eher nur „Pflichtkauf“.
Nicht einverstanden bin ich mit den späteren Wertungen: „Twelve“ ist grottenschlecht. Klarer Fehlkauf. „Trampin“ nur ermüdend, „Gung Ho“ zu durchwachsen, beide nur Qualitäts bis Verlegenheitskäufe. Dafür ist „Peace and Noise“ viel besser, da es die 70er evoziert, auch „Dream of Life“ ist eine gute Platte für ein Lebenszeichen aus den 80ern.

Springsteen ist ja auch kein Problem, da wars aber auch einfach für die eclipsed-Schreiberlinge.

Supertramp? Haha! Maßgebliche Beeinflussung der Rock-Welt? Kicher. Andererseits bin froh, dass sie hier mal gewürdigt werden, denn als leichte Pop-Gruppe waren sie ziemlich gut, werden aber nach wie vor von allen geschmäht.
Ebenso wie Supertramp haben Alan Prsons Project allerdings in so einem Band nichts verloren.

Toto? Relevanz? Mag ich jedenfalls überhaupt nicht, diese Langweiler. Waren vielleicht technisch versierte Musiker, haben deshalb aber noch lange keine gute Musik gemacht. Auch Van der Graaf Generator, obwohl sicher ne interessante Band, sind wohl kaum als irgendwie erheblich für die Rock-Musik einzustufen.

So, bleiben The Who. „The Who sell out“ enthält gerade mal zwei gute Songs, was für mich einen Pflichtkauf nicht rechtfertigt. Ein Album-Konzept, das nicht aufging. Dafür ist „The Who by Numbers“ doch echt prima, endlich mal kein blödes Opern-Konzept mehr, sondern gute Rock-Songs. Pflichtkauf.

Der nächste Grusel-Band (Rock Teil 3) enthält dann Thin Lizzy 8als eine der besseren Sachen), Camel, Dire Straits, ELO, Barclay James Harvest, Santana, Uriah Heep und Kiss... Ach, es geht noch schlimmer, wie eine der letzten Ausgaben von eclipsed beweist: die Scorpions auf dem Einkaufszettel!? Ächz!
Schauder, Schudder. Mir reicht’s jedenfalls vorerst mit eclipsed.
Wäre eclipsed ein cooles Magazin, und nicht ein konservatives, rückwärtsgewandtes Magazin/Buch, dann gäbe es in Band 3 Radiohead, P.J. Harvey, Tom Waits, und für die älteren Semster Velvet Underground und Zappa, und als deutsche Band Ton Steine Scherben, aber naja.... es wurden die Scorpions....

Bin trotzdem schon auf Diskussionen (bitte keine doofen beleidigenden Kommentare) gespannt.
Kommentar Kommentare (21) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 22, 2015 8:34 PM CET


Warchild
Warchild
Preis: EUR 20,99

8 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Unnötiges Boxset, 26. Dezember 2014
Rezension bezieht sich auf: Warchild (Audio CD)
Vorab ganz kurz zur LP Warchild selbst: mir persönlich hat die LP immer sehr gut gefallen (fünf Sterne). Im Gegensatz zu anderen sehe ich hier die Rückkehr zu den Songs in normaler Länge. Die beiden Konzeptalben TAAB und Passionplay sind eher die Ausnahme im Tull-Katalog. Gleichzeitig stellt Warchild ein Übergangsalbum dar: bekanntermaßen tauchen hier Lieder auf, die schon während der Passion Play-Sessions entstanden, vom Stil her ähneln die Songs teils denen auf "Living in the past" (eine Neuauflage als Doppel-CD remastered ist überfällig!), andererseits weisen sie schon in Richtung "Minstrel in the gallery". Noch spielt Ian Anderson Saxophon, aber natürlich auch Flöte, und ich finde zu dem Album Warchild passt es hervorragend. Die Songs sind mit typisch britischem bzw. Anderson-Witz gespickt und auf dem (LP)-Cover hinten pantomisch verbildlicht.
Es gib eigntlich, wenn man sich im frühen Tull-Kosmos auskennt, keinen einzigen schwachen Song auf Warchild. Ganz sicher ist das Album wesentlich besser als "Too old to Rock and Roll", das letzte Album der alten Jethro Tull der ersten Hälfte der 70er.

Das neue Box-Set, wieder von Steve Wilson remixt (Remixt!!! Nicht remastered!!!), bläht sich nun wieder auf vier CDs bzw DVDs auf, bietet aber gegenüber der remasterten CD-Auflage von 2002 kaum Mehrwert. Fast alle bonus-Tracks waren bereits veröffentlicht, die meisten eben auf der CD von 2002 oder auf "A Nightcap" oder auf "20 Years of Jethro Tull".
Die wenigen neuen (Good Godmother; Tomorrow was today) rechtfertigen die Anschaffung wohl kaum.
Dann gibt es noch sehr viele Tracks, die alle im Prinzip instrumentale Ballettmusik sind, und für mich persönlich eher verzichtbar (Field Dance; Waltz of Angels; The Beach usw).
Auch die an sich schöne Aufmachung bietet nun weder an Fotos noch sonstwie irgendeinen Mehrwert. Nichts, was man haben müsste. Über Steve Wilson kann man tatsächlich geteilter Meinung sein. Mir ist sein Mix stets zu wattig (Ganz übel der Vergleich bei Hawkwinds Meisterwerk "Warrior on the edge of time" zwischen Original-LP und Steve Wilson-Mix. Nur nebenbei.)

Die Frage muss sich also nun wirklich jeder selbst stellen, vor allem alle, die die CD von 2002 haben: braucht man diese Box? Für mich ein klares Nein.
Kommentar Kommentare (7) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 12, 2015 3:50 PM MEST


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