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Rezensionen verfasst von
Primrose

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Das Lachen und der Tod: Roman
Das Lachen und der Tod: Roman
von Pieter Webeling
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

5.0 von 5 Sternen Die Tragödie hat nicht das letzte Wort., 22. Mai 2015
Rezension bezieht sich auf: Das Lachen und der Tod: Roman (Taschenbuch)
Ernst Hoffmann ist Kabarettist, Komiker – und Halbjude. Letzteres wird ihm zum Verhängnis, im Jahre 1944 wird er nach Auschwitz deportiert. Im Transportwaggon lernt er eine wunderschöne Frau namens Helena kennen, in die er sich dem Schicksal zum Trotz verliebt. Nach der Ankunft in Auschwitz trennen sich ihre Wege, doch er kann sie nicht vergessen. Der Barackenälteste Schlomo, der es gut mit ihm und den anderen Gefangenen meint, findet heraus, dass Helena noch am Leben ist. Er sorgt für den heimlichen Briefkontakt zwischen Helena und Ernst, im Gegenzug verspricht der Komiker, jeden Tag für einen Lacher in der Baracke zu sorgen. „Jeden Tag ein Lacher“ gehört schon bald zum festen Abendprogramm: am Abend versammeln sich alle Gefangenen und jemand erzählt einen Witz oder eine lustige Begebenheit. So versuchen die Menschen für einen Augenblick lang das Grauen des KZ-Alltags zu vergessen und wieder zu spüren, was es heißt, fröhlich zu sein.
Irgendwann erfährt der Lagerkommandant von Ernst Hoffmanns Talent als Komiker und bietet ihm an, in Zukunft für die Unterhaltung der SS-Leute zu sorgen. Im Gegenzug würde er besser behandelt werden und müsste nicht mehr unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten. Ernst lehnt zunächst ganz entschieden ab. Doch dann merkt er, dass hier nicht nur sein eigenes Wohl im Spiel steht, sondern auch das seiner großen Liebe Helena…

„Das Lachen und der Tod“ erzählt die Geschichte eines jungen Mannes, der grausamsten Bedingungen ausgesetzt wird und dennoch für das weiterkämpft, was andere schon längst verloren habe: für Liebe, für Hoffnung und für den Glauben, dass man der Tragödie nie das letzte Wort überlassen darf.

Während des Lesens lief mir des Öfteren ein kalter Schauer über den Rücken, einige Gewaltszenen werden allzu bildhaft beschrieben und man hat als Leser das Gefühl, für einen Moment selbst in der Baracke von Ernst zu liegen, neben Fäkalien, neben Menschen, die eher tot als lebendig sind, und neben dem Gestank nach Tod und Verwesung.

Pieter Webeling erschafft auf 300 Seiten eine bedrückende, grausame und doch mit Lachen und Hoffnung gespickte Atmosphäre, die auch nach dem Zuklappen des Buchdeckels den Leser noch lange begleitet. Die Geschichte vor dem realen Schauplatz ist unfassbar traurig, doch Ernst erlebt auch Momente der Freude, so dass der Leser das Schicksal des jungen Ernst mit sehr viel Empathie mit verfolgt.

Ernst ist in allen Facetten ein sehr beeindruckender Charakter, wobei „beeindruckt“ trotz langer Überlegung doch das falsche Wort ist. Wie beschreibt man eine Person, die in Ausschwitz lachen kann? Wie charakterisiert man jemanden, der der allgegenwärtigen Angst vor dem Tode trotzt und seiner Freundin Liebesbriefe schreibt? Ernst ist beeindruckend, ja. Er ist mutig und gibt die Hoffnung nicht auf, in all der Grausamkeit des Konzentrationslagers etwas Menschliches zu finden.

Die Komik in der Geschichte wirkt keinesfalls falsch oder gestellt, was bei so heiklen Themen durchaus passieren kann. Webeling gelingt es, ein bedrückendes Szenario mit der Liebe eines Menschen auf so plausible Art zu verbinden, dass man sich als Leser wünscht, Ernst Hoffmann gekannt zu haben. Seine Charakterstärke ist ohnegleichen, sein Humor einmalig.

Aber er ist keinesfalls die einzige Figur, die den Leser nachdenklich stimmt. Da ist da noch Schlomo, der Barackenälteste, der sich wirklich um seine Baracke kümmert, anstatt diese verkümmern zu lassen. Wie oft schon hat er Ernst ein Stück Essen zugeschoben, wie oft schon hat er auf eigene Gefahr für den Briefwechsel zwischen Ernst und Helena gesorgt. Schlomo ist ein älterer Herr, von den Gräueltaten der Nazis geprägt und dennoch in der Lage, gut zu seinen Mitmenschen zu sein.

Und was ist mit dem Lagerkommandanten? Enspricht er dem typischen deutschen Soldaten unter Hitlers Fahne, wenn es denn den „typischen Soldaten“ gab? Der Lagerkommandant hat ein gepflegtes Äußeres und ein Lächeln auf den Lippen. Ein Lächeln bei der Geburtstagsfeier seines Sohnes, das er mit viel Herzblut organisiert. Und ein Lächeln beim Durchwinken eines kleinen Jungen, den er damit direkt in die Gaskammer schickt. Er möchte Ernst und Helena helfen und ihr Leben um einiges erträglicher machen, doch was er dafür verlangt, ist ein hoher Preis, der nicht in Geld gemessen werden kann.

Pieter Webeling hat eine Geschichte erschaffen, die zeigt, wie diese auf den ersten Blick so gegensätzlichen Begriffe Lachen und Tod doch nebeneinander existieren können. Sie beeindruckt, berührt und lässt den Leser mit einem mulmigen und beklommenen Gefühl zurück. Eine klare Leseempfehlung!


Geschichten für kleine Prinzessinnen
Geschichten für kleine Prinzessinnen
von Patricia Schröder
  Audio CD
Preis: EUR 7,95

5.0 von 5 Sternen Auch für große Prinzessinnen, 17. April 2015
In jedem Mädchen steckt eine kleine Prinzessin und in jeder Prinzessin steckt der Wunsch nach einem wunderschönen Schloss, einem perfekten Prinzen und jeder Menge Abenteuer. Diese Abenteuer können junge Mädchen nun mit dem neuen Hörbuch aus dem Hörverlag erleben. In „Geschichten für kleine Prinzessinnen“ werden sechs Erlebnisse von Prinzessinnen beschrieben, die so abenteuerlich und aufregend klingen, dass die Kinder am liebsten gleich selbst in die Märchenlandschaft schlüpfen möchten.

Meine Schwester (6) hat sich sehr gefreut, als ich mit der CD nach Hause kam und vorschlug, diese mit ihr am Abend zu hören. Wir spielten also die CD ab und obwohl ich am Anfang mir vorgenommen hatte, nur kurz zu bleiben und später noch einige Dinge zu erledigen, konnte ich mich nicht von den Prinzessinnengeschichten losreißen und habe mir sie deshalb doch tatsächlich auch zu Ende angehört. Die Stimme der Erzählerin Rosalie Thomass ist ruhig und angenehm. Sie klingt beruhigend und vertraut, wirkt zugleich aber auch nicht allzu feminin und kommt somit auch gut in tiefere Tonlagen. Wenn sie erzählt, hört man ihr gerne zu, da sind meine Schwester und ich uns einig. Überhaupt sind wir begeistert von dem Hörbuch, das mittlerweile fest in ihrem Gute-Nacht-Ritual mit eingebaut ist.

Die Geschichten auf der CD haben insgesamt eine Spiellänge von 1h16 min. Eine einzelne Geschichte dauert also um die 10 min, was perfekt ist, wenn man zwischendurch oder am Abend sich in fremde Welten träumen möchte. Bei vielen Kinderhörbüchern besteht das Problem, dass die Kinder mitten in der langen Geschichte einschlafen, was bei „Geschichten für kleine Prinzessinnen“ mit den kurzen abgeschlossenen Erzählungen kein Thema ist.

Jede Geschichte ist total liebevoll gestaltet, sodass man sich als kleine (oder große;)) Prinzessin gut in sie hineinträumen kann. Die Geschichten sind kindgerecht und weisen vereinzelt zauberhafte und übersinnliche Elemente auf, sind aber zugleich nicht zu kitschig verpackt und können so immer wieder angehört werden.

Die CD hat bei uns in der Familie absolut bestanden und ist auch nach zwei Wochen des ständigen Rauf- und Runterhörens immer noch im Gebrauch.


What if? Was wäre wenn?: Wirklich wissenschaftliche Antworten auf absurde hypothetische Fragen
What if? Was wäre wenn?: Wirklich wissenschaftliche Antworten auf absurde hypothetische Fragen
von Randall Munroe
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wissenschaft kontert Wahnsinn, 9. April 2015
Randall Munroe ist der Verfasser des Werkes “What if? – Was wäre wenn?“ und stellt gleich am Anfang klar: Ja, es gibt sie. Die ganz dummen Fragen. Fragen, welche man nicht im Bekanntenkreis stellt, falls man nicht für verrückt erklärt werden möchte. Fragen, die den Menschen dennoch im Stillen beschäftigen und die man einfach beantwortet haben möchte. Abhilfe schafft Munroe auf seiner Website [.....], auf der er die verrückten Fragen seiner Leserschaft beantwortet. Die besten Fragen und Antworten von dieser Website hat er nun zusammengetragen, einen Haufen noch nie beantworteter Fragen beantwortet und was dabei herausgekommen ist, ist das Büchlein „What if?“, das uns all das erklärt, was wir (n)immer wissen wollten…

Kann man einen Raketenrucksack allein aus Maschinengewehren bauen? Was würde passieren, wenn die Erde plötzlich stehenbliebe und sich nicht mehr drehen würde? Könnte man genug Energie aufbringen, um alle Menschen von der Erde weg zu befördern?

Ah ja, wem haben diese Themen nicht schon schlaflose Nächte bereitet. Munroe widmet sich in seinem neuen Buch all diesen Fragestellungen und erklärt die absurdesten Dinge mit viel Liebe und Humor. Man muss kein Mathe-Fan sein, um Spaß an dem Buch zu haben und man muss auch nicht die Naturwissenschaften lückenlos verstehen. Munroe bereitet jedes Thema idiotensicher auf und erklärt verrückte Dinge so wissenschaftlich präzise, dass man sich am Ende so manch einer Erklärung denkt…hm, ja, warum eigentlich nicht? Ein Beispiel liefert uns das im Buch erwähnte Rhinovirenproblem. Wir alle hatten schon mal eine Erkältung und wissen, wie nervig das ist. Wenn man aber nun alle Menschen der Welt an einem Ort zusammentrommeln und diese dort eine Zeit lang ausharren lassen würde…würde jeder Mensch jeden mit dem Virus einmal angesteckt haben, das Virus würde mangels neuer Behausungsmöglichkeiten irgendwann absterben und keine Gelegenheit haben, neue ähnliche Viren zu bilden … und demnach wären dann alle Erkältungskrankheiten für immer und ewig ausgerottet… oder?

Warum diese Frage ein logistisches Problem der Extraklasse darstellt und dazu das eigentliche Problem keineswegs lösen würde, beschreibt Munroe mithilfe seiner berühmten Strichmännchencomics. Diese kleinen Strichmännchen ziehen sich durch das ganze Buch. Die Zeichnungen lockern die Erklärungsansätze auf und bringen den Leser zum Lachen.

Mit einem lockeren Schreibstil und vielen mehr oder weniger hilfreichen (aber oft total witzigen) Fußnoten hat Munroe mit „What if?“ das Wissenschaftsbuch für Laien geschrieben, dessen Inhalt man wirklich versteht und sich automatisch einprägt, weil die Themen zu verrückt zum Vergessen sind.

Einige Kapitel sind in die Länge gezogen und nicht für alle Leser interessant. Meiner Meinung nach interessiert zum Beispiel die Frage bezüglich Yoda eben nur Star-Wars-Fans. Die Themen, in denen Waffen und Bomben irgendeine Rolle spielen, hätte man zudem auch ruhig reduzieren können, aber nichtsdestotrotz sind viele gute und interessante Fragen und Antworten in dem Werk enthalten.

Nach der Lektüre hat man zwar nichts fürs Leben gelernt, aber für die nächste Party wird man auf jeden Fall Gesprächsstoff auf Lager haben.

Ich kann „What if? Was wäre wenn?: Wirklich wissenschaftliche Antworten auf absurde hypothetische Fragen“ allen Menschen empfehlen, die sich mit einem einfachen Schulterzucken nicht zufriedengeben und gerne den Grund der Dinge erforschen, egal wie verrückt dieser erscheinen mag.


Das Blubbern von Glück
Das Blubbern von Glück
von Barry Jonsberg
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,99

5.0 von 5 Sternen Das Glück von A-Z, 4. April 2015
Rezension bezieht sich auf: Das Blubbern von Glück (Gebundene Ausgabe)
Candice Phee ist zwölf Jahre jung und lebt in einer zerrütteten Familie. Seit ihre kleine Schwester Frances Sky eines Nachts gestorben ist, ist nichts mehr so, wie es einmal war. Candices Mutter ist depressiv, verschanzt sich tagein, tagaus in ihrem Bett und spricht nur selten ein Wort. Candices Vater ist ein Computerfreak und hat große Träume und Geschäftsideen, doch seit sein Bruder (seiner Meinung nach) ihm eine Idee gestohlen hat und damit reich geworden ist, fühlt sich Candices verbitterter Papa nur noch betrogen. Der reiche Onkel hingegen sieht die Sache ganz anders und würde alles dafür tun, um den Familiensegen wieder herzustellen, doch das erweist sich als äußerst schwierig. Und dann sind da in Candices Leben noch der Fisch namens Erdferkel-Fisch, der unter einer Identitäts- und Glaubenskrise leidet und ihr bester Freund Douglas, der aus einer anderen Dimension stammt. Alle sind sie unglücklich und haben etwas an ihrem Leben auszusetzen, was Candice überhaupt nicht gefällt. Und so macht sie sich daran, die Welt ein kleines Stückchen besser zu machen…

„Das Blubbern von Glück“ erzählt von der jungen Candice, die eines Tages in der Schule die Aufgabe erhält, einen Aufsatz über sich selbst zu schreiben. die 26 Kapitel sollen dabei Titel tragen, welche mit den 26 Buchstaben des Alphabets beginnen. Und so macht sich Candice an die Arbeit, beginnt mit A wie Aufsatz und was dabei letztlich herauskommt, ist eine wunderbare Geschichte über ein Mädchen, das alle in ihrer Umgebung dazu bringt, ein kleines bisschen mehr Glück im Leben zu sehen.

Candice Phee ist eine außergewöhnliche Protagonistin. Sie liest abends zum Einschlafen am liebsten das Wörterbuch und verinnerlicht dabei die neuen und schwierigen Wörter. Ihr Lieblingsschriftsteller ist Charles Dickens (im Übrigen ist er auch der einzige Autor, dessen Bücher sie liest). Wenn Candice mit neuen Leuten in Kontakt kommt, so braucht sie immer eine Weile, bis sie sich sicher und wohl genug fühlt, um mit dem Gegenüber zu sprechen. Bis dato greift sie auf Zettelchen zurück, auf welchen sie ihre Gedanken aufschreibt und diese so anderen Menschen mitteilt. Candice ist verschroben und irgendwie anders, das merkt der Leser schon gleich zu Beginn der Geschichte, die aus ihrer Sicht in der Ich-Form erzählt wird. Sie nimmt alles ganz wörtlich und genau und muss sich manchmal in ihren Aussagen selbst korrigieren, damit auch alles wirklich seine Richtigkeit hat. Viele Menschen halten Candice daher für autistisch, was ihrer Meinung nach aber nicht stimmt. Sie ist einfach sie selbst, und wenn das etwas anders ist, so ist das auch nicht schlimm.

Die allerbeste Eigenschaft an Candice ist, dass sie in allen Menschen nur das Beste sieht und immer und überall helfen möchte. Ihre Lehrerin, die aufgrund ihres Kullerauges gehänselt wird, versucht sie mit besonderen Geschenken aus dem Juxartikelladen aufzuheitern. Zu einer Klassenkameradin, die kein nettes Wort für Candice übrig hat, ist diese dennoch stets freundlich und hilfsbereit. Candices Art verunsichert viele Menschen, die nicht wissen, wie sie mit ihr umzugehen haben, aber Candice stört das nicht. Für sie ist jede Person ihr Freund, sie macht sich Gedanken über den Glauben ihres Goldfisches und darüber, wie ihr Freund Douglas, der aus einer anderen Dimension hergekommen ist, wieder zurückgehen kann.

Die Geschichte der jungen Dame wird so liebenswürdig erzählt, dass man sie einfach ins Herz schließen muss. Candice kann auf ihre eigene Art anstrengend und nervig sein, aber im Grunde möchte sie immer nur das Beste und regt sich nicht über Kleinigkeiten auf, was jeder von uns sich von ihr abschauen kann. In jedem von uns steckt wohl ein kleines bisschen von Candice und dennoch wünschen wir uns, ihr noch ähnlicher zu sein. Denn die Welt wäre ein besserer Ort, wenn alle so wären wie sie. Das hat ihr reicher Onkel mal gesagt. Und dem kann ich absolut zustimmen.

„Das Blubbern von Glück“ erzählt davon, wie Candice es schafft, zwischen den Buchstaben A-Z so viel Freude und Fröhlichkeit zu versprühen, dass im Nachhinein nicht nur jeder in ihrem Umkreis glücklicher ist, sondern auch der Leser, der nun vor Glück vor sich hin blubbert.


Extradunkel: Roman
Extradunkel: Roman
von Gabrielle Zevin
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Was bittersüß begann, wird nun immer dunkler, 2. April 2015
Rezension bezieht sich auf: Extradunkel: Roman (Gebundene Ausgabe)
Anya Balanchine ist kaum den Kinderschuhen entwachsen und plant nun ihr einzigartiges Projekt. Im Jahre 2084 plant sie in New York, wo Schokolade als illegal eingestuft wird, einen Nachtclub der besonderen Art zu eröffnen. „Dunkelkammer“ soll sie sich nennen und Schokoladengetränke offiziell als Arznei auf Rezept anbieten. Für dieses waghalsige Vorhaben schließt sie sich mit ihrem ehemaligen Erzfeind Nummer 1 zusammen: Charles Delacroix.
Doch ihr Projekt stößt nicht nur auf Zustimmung. Ihre große Liebe Win versteht nicht, warum sich Anya plötzlich mit seinem verhassten Vater abgibt und ist enttäuscht, dass ihr das Geschäft anscheinend wichtiger ist als seine Liebe zu ihr. Daraufhin wendet Win sich von Anya ab. Diese ist in der Zwischenzeit damit beschäftigt, die „Dunkelkammer“ am Laufenden zu halten. Und dann sind da noch ihre zwei alte Freunde, Theo und Yuji, die wiederauftauchen und sich ganz besondere Verhältnisse von Anyas neuem Geschäft versprechen.

„Extradunkel“ ist der dritte Band und damit der Abschluss der Trilogie rund um Anya Balanchine und ihre Welt, in der Schokolade gegen das Gesetz verstößt. Der erste Band „Bitterzart“ hat mir super gefallen, den Nachfolgeband „Edelherb“ fand ich ganz solide. Mit „Extradunkel“ findet die Reihe der Bestsellerautorin Gabrielle Zevin nun einen blassen Abschluss, der durchaus hätte mehr werden können.

Während in den ersten beiden Bänden der Mafia-Flair der Geschichte überwiegt, scheint Anya Balanchines Familie nun weitestgehend in den Hintergrund zu rücken. Vielmehr konzentriert sich der Großteil des Abschlussbandes auf Anyas Geschäft. Der Name ihres Nachtclubs, das ultimative Rezept für das ultimative Clubgetränk, die Frage, ob, wie und wo sie expandieren soll. Was einst eine spannende Geschichte in einer dystopischen Welt voller Abenteuer war, gleicht nun eher einem Protokoll über die Geschäftsführung eines Nachtclubs. „Extradunkel“ baut an mehreren Stellen stark ab.

Anya Balanchine habe ich während des Lesens als ein Kind wahrgenommen, das viel zu schnell erwachsen wurde und aus diesem Grund Aufgaben übernehmen und Entscheidungen treffen muss, für die es noch längst nicht bereit ist. So nimmt sie zum Beispiel nach dem Tod ihrer Eltern die Erziehung ihrer jüngeren Schwester Natty in die Hand, muss jedoch einsehen, dass diese sie nicht als Elternersatz willkommen heißt und ihren ganz eigenen Kopf hat.
Anya hat viel zu tun, übernimmt als 18-jähriges Mädchen schon die Geschäftsführung eines semi-legalen Nachtclubs und muss sich mit Natty und deren Liebesprobleme herumschlagen. Und als wäre das alles nicht genug, kommen auch noch ihre eigenen Beziehungskrisen hinzu. Theo kommt aus Mexiko nach New York, hilft Anya bei der „Dunkelkammer“ und kommt ihr immer näher. Nach einiger Zeit taucht auch ihr Geschäftspartner Yuji aus Japan wieder auf und bittet Anya in ganz eigener Sache um einen Gefallen. Die Charaktere haben alle eigene Sorgen und Probleme, jedoch bekommt man als Leser von jeder Figur nur blasse Merkmale präsentiert. Ich wurde beim Lesen weder mit Yuji, noch mit Anjas Familienmitgliedern warm, welche hier und da in der Geschichte auftauchen und genauso schnell wieder verschwinden. Diese scheinen fast nur mit in den Plot eingebaut worden zu sein, um die Stimmung eines düsteren Mafia-Hintergrunds aufleben zu lassen.

Die einzelnen Kapitel des Buches tragen Überschriften in vollen Sätzen, die alle in der Ich-Form formuliert sind. Das dritte Kapitel lautet somit etwa: „Ich nehme die Hilfe eines alten Freundes in Anspruch, zweifle einen Moment lang, ringe mit dem Konzept des Tanzens und küsse einen schönen Fremden“. Diese Satzstrukturen als Kapiteltitel sind zwar eine nette Idee, verraten an einigen Stellen jedoch auch schon den weiteren Inhalt der Geschichte, sodass ihr die Spannung genommen wird.

„Extradunkel“ ist der Abschluss der „Bitterzart“-Trilogie, welche schokoladensüß angefangen hat und nun in ihrem Abschluss einen bitteren Geschmack entstehen lässt.


Die Poetry-Slam-Fibel: 20 Jahre Werkstatt der Sprache
Die Poetry-Slam-Fibel: 20 Jahre Werkstatt der Sprache
von Bas Böttcher
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,90

10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Bibel und Fibel des gesprochenen Worts, 28. Dezember 2014
Die Poetry-Slam-Fibel, herausgegeben von Bas Böttcher und Wolf Hogekamp, führt den Leser in die wunderbare Welt des gesprochenen Worts ein. „Poetry Slam – was ist das?“ werden sich manche jetzt fragen. Das Format ist in den englischsprachigen Ländern schon länger berühmt und hat nun seit einige Jahren auch in Deutschland Fuß gefasst. Ganz knapp gesagt ist Poetry Slam ein Dichterwettstreit, ein Event, bei dem um die zehn Poetry Slammer ihre Texte vortragen dafür Punkte bekommen. Der- oder diejenige, die am Ende die meisten Punkte erhält, gewinnt einen symbolischen Preis.

In der Poetry-Slam-Fibel werden zunächst einige Hintergründe und Regeln zu dem Dichterwettstreit erklärt, der weitaus größere Teil des Buches setzt sich aber aus einer Ansammlung verschiedenster Slamtexte zusammen. Und diese sind einfach grandios. Es gibt nur wenige Bücher großer Verlage, die Bände mit Poetry-Slam-Texten herausgeben, umso erfreuter bin ich, dass ich nun auf dieses Werk gestoßen bin.

Die großen Namen der Szene sind alle mit ihren Gedichten und Texten in dem Büchlein verewigt, darunter natürlich Bas Böttcher und Wolf Hogekamp als Herausgeber des Buches, aber auch Lars Ruppel, der amtierender Poetry-Slam-Meister ist und supertolle gereimte erzählende Lyrik schreibt (schaut ihn euch mal auf youtube an!) sowie Pierre Jarawan (ein Meister der Poesie) sind vertreten. Die Texte für Poetry Slams beschränken sich hierbei keineswegs nur auf Lyrik. In der Poetry-Slam-Fibel findet man ein Sammelsurium mit Texten zu den unterschiedlichsten Themen aus verschiedenen literarischen Gattungen. Prosa, Drama oder eben auch Gedichte… alles ist hier mit dabei.

Ich lese immer wieder gerne in dem kleinen Büchlein und bin jedes Mal aufs Neue fasziniert von der Leichtigkeit, mit der einige Slammer/innen mit Sprache und Worten umgehen können. Fabian Navarro ist für mich einer DER Namen in der Poetry-Slam-Szene überhaupt, seine Texte kann man hundertmal lesen und es wird dennoch nicht langweilig.

Die Poetry-Slam-Fibel ist ein super Sammelsurium von Werken verschiedener Autoren und eignet sich auch gut als Geschenk für literaturbegeisterte Menschen und/ oder Poetry-Slam-Einsteiger.

Der Satyr-Verlag hat noch einige weitere Bücher einzelner Poetry-Poeten/innen herausgegeben, darunter das neue Buch von Lars Ruppel „Holger, die Waldfee – 10 Gedichte über Redensarten“ und „…und was kann man damit später mal machen?“ von Alex Burkhard. Und wer noch mehr Slamtexte sucht, wird sicher im Lektora-Verlag fündig, ein Verlag eigens für Poetry-Slam-Werke.


Eines Tages, Baby: Poetry-Slam-Texte - Mit "One Day", dem Poetry-Slam-Smash-Hit mit über 6 Mio. Fans auf YouTube
Eines Tages, Baby: Poetry-Slam-Texte - Mit "One Day", dem Poetry-Slam-Smash-Hit mit über 6 Mio. Fans auf YouTube
von Julia Engelmann
  Audio CD
Preis: EUR 6,99

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gute Texte, lahmes Thema, 28. Dezember 2014
Julia Engelmann hat 2013 in Bielefeld den Poetry Slam im dortigen Uni-Hörsaal gerockt und ist nun ein Stern der Poetry-Slam-Szene. Monate nachdem ihre Performance auf Youtube gestellt wurde, schien der Engelmann-Virus sich plötzlich auszubreiten, ihr Video wurde millionenmal geklickt und die junge Dame wurde berühmt. In dem Hörbuch „Eines Tages, Baby“ kann man ihre gesprochene Version ihres gleichnamigen Hit-Textes hören ebenso wie dreizehn weitere ihrer Slam-Werke.

Engelmann studiert Psychologie, interessiert sich nebenbei aber auch sehr für die Schauspielerei, für Musik und Theater – und natürlich für den Poetry Slam. In den Texten der jungen Poetin dreht es sich oftmals um das Thema der Individualität. Sie grenzt sich gerne von dem Rest der Welt ab und betont ihre Andersartigkeit unter anderem in dem Werk „Ich kann alleine sein“ und „Stille Wasser sind attraktiv“. Julia Engelmann schreibt tiefsinnig und hat gute Ideen, um ihre Botschaft zu verpacken. Ihre Texte kann man sich oft anhören und ihre Stimme ist angenehm.

Die ersten ihrer Texte habe ich mir sehr gerne angehört, doch nach einiger Zeit ist mir aufgefallen, dass sie sehr auf das Thema ihrer Individualität herumreitet. In vielen ihrer Werke verpackt sie den Begriff der Andersartigkeit unter verschiedenen Synonymen, skizziert das Bild der Gesellschaft und im Vergleich dazu das Bild von sich selbst. Je öfter ich mir ihre Texte anhöre, desto ausgelutschter finde ich ihre Selbstinszenierung. Meiner Meinung nach übertreibt es die Gute etwas mit ihrer Idee von sich selbst als Mauerblümchen, was nebenbei bemerkt so gar nicht zu ihrer sehr präsenten Darstellung ihrer eigenen Person in den Medien passen will.

Nichtsdestotrotz sind die Texte an sich toll geschrieben und voller schöner Zitate, so zum Beispiel das Gedicht „Für meine Eltern“, in dem sie ihre Dankbarkeit gegenüber der elterlichen Liebe verarbeitet.

Es ist schade, dass in dem Hörbuch kein Begleitheft mit den Texten in gedruckter Version vorhanden ist, aber dafür gibt es schließlich die Taschenbuchversion der Slamtexte Julia Engelmanns.

Fazit: Eine Sammlung netter Slamwerke, geschrieben von einer guten Poetin.


Träume, was du träumen willst: Die Kunst des luziden Träumens
Träume, was du träumen willst: Die Kunst des luziden Träumens
von Howard Rheingold
  Taschenbuch
Preis: EUR 16,99

29 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lebe deine Träume, 20. August 2014
Träume, was du träumen willst

Luzides Träumen – vor einigen Monaten gehörte dieser Ausdruck noch nicht zu meinem Wortschatz, doch mittlerweile bin ich auf gutem Wege, selbst die Kunst zu erlernen. „Luzides Träumen“ bedeutet, bei vollem Bewusstsein zu träumen. Während man schläft und sich plötzlich irgendwo wiederfindet, weiß man also genau, dass dieser Moment gerade im Traum passiert – im Gegensatz zu dem „normalen“ Träumen kann man sich an luzide Träume hinterher noch gut erinnern. In dem Sachbuch „Träume, was du träumen willst“ von Stephen LaBerge und Howard Rheingold wird erklärt, warum es so toll sein kann, sich an seine eigenen Träume zu erinnern und wie man es hinkriegt, das Nachtleben selbst zu steuern.

In dem Buch erfährt der Leser viele wichtige Informationen über das Träumen an sich, die einem dabei helfen sollen, sich auf das Vorhaben vorzubereiten. Man bekommt erklärt, wie Träume entstehen und wie das luzide Träumen funktioniert, was man dabei beachten muss und welche wunderbaren Momente einem durch dieses Mittel gegeben werden.

Als ich vor einigen Monaten im Internet auf ein Bild mit einer kurzen Anleitung zum Thema „Luzides Träumen“ stieß, war ich hellauf begeistert. Von dieser Sache hatte ich zuvor nur wenig gehört. Ich hatte immer nur mitbekommen, dass es Leute gibt, die „ihre Träume steuern und kontrollieren können“, was ich ziemlich cool fand. Und ich konnte mich auch gut daran erinnern, dass ich einmal womöglich „aus Versehen“ einen luziden Traum hatte. Ich stand auf einem hohen Berg und hatte einen Besen in der Hand. Kurzerhand stieg ich aus Leichtsinn und Entdeckungsfreude auf den Besen und sprang vom Berg. Und tatsächlich hatte mein Besen magische Kräfte und ich flog! Dieses Gefühl werde ich wohl nie vergessen, so ist mein Kinderwunsch also doch in Erfüllung gegangen. Aber seitdem hatte ich solche Augenblicke nicht mehr erlebt. Nie hätte ich gedacht, dass man die Methode selbst erlernen kann, das ist so cool!

Eine Sache vorne weg, es ist keinesfalls so, dass man nach dem Lesen sofort die Technik beherrscht. Ich habe etwa einen Monat für die Lektüre an sich gebraucht und bin wiederum seit einem Monat dabei, mich im luziden Träumen zu üben. Ehrlich gesagt sind meine Erfolge bisher eher bescheiden, aber ich übe fleißig weiter, denn die Autoren verstehen es absolut, den Leser für eine Sache zu begeistern! Man erfährt sehr viele wissenschaftliche Hintergründe über das Träumen an sich und lernt im Laufe der Zeit auch mit schlechteren Träumen umzugehen.

Die vielen angeführten Beispiele von Menschen, die das luzide Träumen beherrschen bzw. zumindest schon einmal intensiv erlebt haben, faszinieren mich und geben mir Hoffnung, dass es bei mir auch irgendwann klappt. Denn das klare Träumen ist laut den Autoren nicht nur eine tolle Abenteuerreise, sondern sie kann auch dazu führen, dass die kognitiven Fähigkeiten von dem Träumer verbessert werden und man in schwierigen Zeiten wieder etwas Frieden findet. Ein Beispiel erzählt etwa von einem Traum, in dem der Träumer eine Farbe sieht, die er noch nie zuvor gesehen hat und die wunderschöne Landschaft bzw. den Moment so intensiv empfindet, wie man es im wahren Leben wohl kaum tun kann. Solche Beispiele des klaren Träumens bereichern laut den Autoren das Leben und das Bewusstsein.

Es ist absolut faszinierend, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Denn Träumen tun wir schließlich alle, wenn auch nicht immer das, was wir wollen. Mit dieser Lektüre kann sich das aber eines Tages hoffentlich ändern.


Code Black: Thriller
Code Black: Thriller
von Kat Carlton
  Gebundene Ausgabe

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Was passiert, wenn die eigenen Eltern keinen Bürojob haben..., 6. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Code Black: Thriller (Gebundene Ausgabe)
„Kannst du auf dem Heimweg Milch holen?“, lautet die harmlose SMS.
„Ja, klar“, denken die meisten Personen.
„Lauf um dein Leben!“, denkt Kari Andrews. Für die sechzehnjährige Schülerin bedeutet diese Nachricht Lebensgefahr. Ihre Eltern arbeiten als Agenten bei der CIA und haben Kari und ihren sieben Jahre alten Bruder Charlie für gefährliche Situationen vorbereitet. Die beiden Geschwister flüchten sofort aus ihren beiden Schulen und gehen nacheinander zu den drei Notfalltreffpunkten, die sie früher mit ihren Eltern ausgemacht haben. Doch ihre Eltern erscheinen nicht. Stattdessen treffen sie auf zwei weitere Agenten der CIA, die alles daran setzen, um Kari und Charlie festzunehmen. Die Geschwister sind mehr als verwirrt. Wo sind bloß ihre Eltern? Was geht hier vor? Und warum hat jemand das Gerücht in die Welt gesetzt, wonach ihre Eltern Spione seien? Kari und Charlie tun ihr Bestes, um ihre Mama und ihren Papa wiederzufinden …doch dabei geraten sie selbst in Gefahr.

„Code Black“ sticht aus der Masse hervor –allein schon durch das schwarze Cover mit dem neonpinken Buchschnitt. Erwartet habe ich eine nette Geschichte über eine Agentenverfolgungsjagd. Bekommen habe ich eine spannenden und verschachtelten Roman über zwei junge Personen, die zusammen mit ihren Freunden immer tiefer in die Fänge der CIA geraten.

Der Schreibstil der Autorin unter dem Pseudonym Kat Carlton ist für einen Thriller wie geschaffen. Carlton schreibt total spannend und versteht es, den Leser von erster Sekunde an in den Bann zu ziehen. Einmal die Seiten aufgeschlagen, verfängt sich der Leser zusammen mit den Hauptfiguren in ein Geflecht aus Geheimnissen und Lügen und schafft es erst, sich daraus wieder zu befreien, wenn die letzte Seite von „Code Black“ gelesen ist.

Als Leser ist man immer dabei, beim Lesen bin ich in die Geschichte hinabgetaucht und konnte mit Kari und Charlie zusammen eine spannende und gefährliche Suche antreten. Die Spannung der Geschichte ist da – und das, obwohl der Ausgang von „Code Black“ spätestens ab der Mitte des Romans relativ durchsichtig und vorhersehbar ist. Auch wenn der Plot keinen Oscar verdient hat, so weiß Carlton doch mit einem lockeren und amüsanten Stil zu überzeugen.

Kari Andrews hat eine Menge Verantwortung zu tragen, als sie die SMS mit dem Code erhält. Obwohl ihre Eltern in Lebensgefahr schweben und sie alles daran setzen sollte, um sie wiederzufinden, ist Kari zwischenzeitlich mit den Gedanken nicht ganz bei sich, was mich sehr an ihr stört. In einem absoluten Notfall, wie es in der Geschichte der Fall ist, hat Kari anscheinend immer noch Zeit und Nerven, um sich über den superaussehenden Jungen Luke den Kopf zu zerbrechen und sich über Lukes Gegenstück, den nervigen und arroganten Evan, zu ärgern. Meiner Meinung nach ist das ein ziemlich unpassendes Verhalten, dafür, dass ihre Eltern verschwunden sind und höchstwahrscheinlich in den Momenten, in denen Kari sich Gedanken um ihre Selbstdarstellung in Bezug auf Luke macht, vielleicht von irgendwelchen Agenten festgehalten und verhört werden! Ein flacher, oberflächlicher Charakter, der dennoch auch gute Seiten vorweisen kann. So ist da zum Beispiel Karis grenzenlose Liebe zu ihrem Bruder Charlie, der ein total kluger Junge ist und mit seinen sieben Jahren schon in die 5. Klasse geht. Vielleicht hat die Autorin da etwas zu dick aufgetragen, aber es soll ja durchaus solche Leute geben. Charlie ist nett, klug, witzig und alles in allem einfach total sympathisch, vor allem, wenn er sich von seiner unbeholfenen Seite zeigt.

Die beiden Geschwister sind auf ihrer Mission nicht alleine, sondern werden unter anderem von Evan und Luke begleitet, doch die alles entscheidende Frage ist, wem sie vertrauen können – und wer vielleicht doch ein Verräter ist.

Das Ende ist vorhersehbar und eher plump, aber vielleicht macht die Autorin es im Folgeband besser? Die letzten Zeilen lassen ahnen, dass die Geschichte um Kari und Charlie in „Code Black“ noch lange nicht zu Ende ist.
„Code Black“ ist ein gelungener Thriller über zwei Kinder, die sich in ein gefährliches Abenteuer stürzen. Trotz der Vorhersehbarkeit des Endes weiß Kat Carlton mit ihrem charmanten Stil zu überzeugen.


Herz verspielt: Band 1 (Die "Herz verspielt"-Trilogie, Band 1)
Herz verspielt: Band 1 (Die "Herz verspielt"-Trilogie, Band 1)
von Simone Elkeles
  Broschiert

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Eher schwach, 26. Juni 2014
Ashtyn ist jung, ehrgeizig und die neu ernannte Anführerin ihres Football-Teams. Über ihren Erfolg freut sie sich riesig, doch ihr Freund Landon, der im gleichen Team spielt und sich erhofft hatte, das Team anführen zu können, kann es nicht ertragen, nur der Zweitbeste zu sein. Kurzerhand wechselt er das Team und spielt von nun an für die Erzfeinde von Ashtyns Team. Ein Schock für die ganze Mannschaft! Ashtyn kann das nicht auf sich sitzen lassen und plant Rache… doch dafür braucht sie den Stiefsohn ihrer Schwester, den Bad Boy Derek, denn sie gleichzeitig hasst und doch irgendwie anziehend findet…

Simone Elkeles‘ Debütroman „Du oder das ganze Leben“ hat mich damals vor Jahren einfach nur verzaubert. Da war es klar, dass ich auch ihre neuen Bücher lesen musste. „Herz verspielt“ ist nun ganz neu rausgekommen und erzählt die Geschichte von Ashtyn und Derek, die sich seit der ersten Begegnung hassen und doch die Finger nicht voneinander lassen können. Eine Liebesgeschichte, ganz nett erzählt – an die „Du oder“-Reihe kommt der Roman jedoch leider nicht ran.

Ich bin fasziniert von Elkeles‘ Einfallsreichtum, der bei „Du oder das ganze Leben“ in den Roman geflossen ist – mittlerweile scheint es jedoch, als würde der Autorin die Ideen ausgehen, sodass sie sich nun an Klischees bedienen muss, um Geschichten zu schreiben. Ashtyn ist ein ehrgeiziges Mädchen, das es den Jungs in ihrer Footballmannschaft unbedingt zeigen will. Derek ist der Bad Boy schlechthin, der aber natürlich auch doch so seine guten Seiten hat. Da Dereks Stiefmutter Ashtyns Schwester ist und sie zusammenziehen, können sich die beiden Jugendliche auch nicht so leicht aus dem Weg gehen. Obwohl sie aus unterschiedlichen Welten zu kommen scheinen, Ashtyn eigentlich ein fast perfektes Leben führt und Derek sich mit Schuldgefühlen aufgrund seiner Vergangenheit herumschlagen muss, kommen sie sich näher und merken, dass sie sich im Grund mögen. Ashtyn möchte jedoch nicht nur aus Spaß eine Beziehung eingehen, wenn sie sich bindet, so soll es auch etwas Ernstes sein. Für Derek hingegen besteht der Sinn einer jeden noch so flüchtigen Beziehung aus Spaß.

Die ersten zweihundert Seiten scheinen sich nur um die Frage zu drehen, ob Ashtyn und Derek irgendwann ein Pärchen werden oder nicht. Sie spüren selbst, dass zwischen Hass und Liebe nur ein schmaler Grad liegt und dass man die beiden Gefühle manchmal auch leicht verwechseln kann. Für meinen Geschmack war das Liebesdrama jedoch zu viel des Guten. Die Geschichte ist vorhersehbar und plätschert an vielen Stellen vor sich hin, ohne besonders viel Spannung oder Inhalt aufweisen zu können. Die Charaktere sind eher blass und scheinen nicht allzu viel Persönlichkeit vorweisen zu können.

Simone Elkeles hat einen lockeren Schreibstil, was sich in „Herz verspielt“ erneut zeigt. Der Roman ist eine leichte Lektüre und der Inhalt bleibt einem nicht im Gedächtnis, aber an sich liest sich die Geschichte recht schnell.

Wer eine ergreifende Liebesgeschichte sucht, ist bei „Herz verspielt“ an der falschen Adresse. Für alle Kitsch-und Romanzenliebhaber ist dieser Roman aber wahrscheinlich genau das Richtige.


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