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Rezensionen verfasst von
Corsicana "Corsicana" (Köln)

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Am Ende bleiben die Zedern: Roman
Am Ende bleiben die Zedern: Roman
von Pierre Jarawan
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,00

3.0 von 5 Sternen Wenn man in der neuen Heimat nicht ankommen kann, 17. September 2017
Samir und seine kleine Schwester Aline werden als Kinder libanesischer Flüchtlinge in Deutschland geboren. Sie wachsen behütet auf - in einer Nachbarschaft mit anderen Flüchtlingen aus dem Libanon. Immer dabei ist die etwas ältere Yasmin, die alleine mit ihrem Vater lebt, die Mutter kam wohl in den Wirren des Bürgerkriegs im Libanon ums Leben.

Als Samir 7 Jahre alt ist, verschwindet sein heißgeliebter Vater plötzlich spurlos. Und Samir verliert den Halt im Leben. Schule interessiert ihn wenig, festen Beziehungen geht er aus dem Weg und auch das Verhältnis zur Schwester wird schwierig.

Erst viele Jahre später wird Samir in den Libanon reisen und auf die Suche nach seinem Vater gehen. Wird er endlich Frieden finden?

Dies ist ein sehr "orientalisches" Buch und es erzählt in der Tradition der alten Geschichtenerzähler aus dem Orient eine Geschichte vom Suchen und Finden (ich musste zwischendurch immer an Rafik Schami denken....). Geschickt und spannend wird Samirs Suche im Libanon mit den Märchen verstrickt, die der Vater immer dem Sohn erzählte. Und nebenher wird sehr viel über die Geschichte des Libanons und des Nahen Ostens erzählt. Und es wird deutlich, warum der Flüchtlingsstrom nicht abreißt. Früher die Libanesen, jetzt die Syrer.

Allerdings sind die eingeschobenen geschichtlichen Einblicke etwas zu "Lehrbuchhaft". Und die sehr gefühlvolle und berührende Geschichte manchmal - etwas zu "kitschig" - es gibt einfach zu viele Zufälle.

Und ich persönlich konnte mit dem Protagonisten nicht so viel anfangen. Mich nervte seine Antriebslosigkeit, sein "Nicht-Weiterkommen-Wollen". Während die Frauen in der Geschichte (Yasmin, die Mutter und die Schwester) sich irgendwann mit den Gegebenheiten abfinden und neue Wege finden, bleibt Samir in der Vergangenheit stecken. In einer Liebe zu einem Vater und zu einem Land, die er beide eigentlich nicht kennt.

Ich habe das Buch im Rahmen eines privaten Lesekreises gelesen. Und die Mitleser hatten etwas mehr Verständnis für das Trauma des Protagonisten und für seine daraus folgenden "Nicht-Taten",

Auf jeden Fall ist es ein beeindruckender Debütroman - wenn auch etwa 100 Seiten weniger dem Buch schon gut getan hätten, vieles war etwas zu ausschweifend. Aber das Thema der Flucht und der Entwurzelung ist und bleibt aktuell. Leider.


Sonntags in Trondheim: Roman (Die Lügenhaus-Serie, Band 4)
Sonntags in Trondheim: Roman (Die Lügenhaus-Serie, Band 4)
von Anne B. Ragde
  Broschiert
Preis: EUR 16,00

4.0 von 5 Sternen Neues von der Familie Neshov, 4. September 2017
Schon das erste Buch aus dieser Reihe über eine Familie von einem Bauernhof bei Trondheim ("Lügenhaus") hat mich damals begeistert. Und deshalb musste ich auch unbedingt diesen neuen Band lesen (der leider erst einige Jahre nach dem dritten Teil erschienen ist).

Bei der Familie Neshov sind inzwischen ca. 3 Jahre vergangen. Erlund und sein Mann Krumme sind gemeinsam mit einem lesbischen Paar Eltern von 3 Kindern geworden und leben glücklich in Kopenhagen. Margido hat endlich eine Sauna im Badezimmer - lebt aber ansonsten eher einsam vor sich hin. Und er muss eine Entscheidung bezüglich seines Bestattungsunternehmens treffen. Mit der Zeit gehen - oder in Rente gehen? Der "Vater" lebt endlich glücklich im Altersheim. Und will nie mehr auf den Hof zurück. Dieser Hof war Schauplatz vieler Familiengeheimnisse und Familienstreitigkeiten. Jetzt ist die Familie nicht mehr zerstritten - aber der Hof liegt einsam und verlassen, die Ländereien sind verpachtet.

Torunn, die Hoferbin und einzige Enkelin der Familie, hatte vor drei Jahren den Hof Hals über Kopf verlassen und sich in eine unglückliche Beziehung gestürzt. Aber jetzt ist die Beziehung endgültig zu Ende. Und Torunn beschliesst, Trondheim und den Hof aufzusuchen.

So unterschiedlich und teilweise skurril die Familienmitglieder auch sind - und so teilweise außergewöhnlich ihre Lebensweisen - so zeigt das Buch doch (wie auch die Vorgängerbücher) eigentlich nur das "normale" Leben. Eigentlich passiert gar nicht so viel. Essen und Einkaufen und Putzen und Arbeiten wird viel Raum gegeben. Wie im richtigen Leben. Und zwischendurch werden neue Weichen im Leben gestellt. Auch wie im richtigen Leben.

Und genau dies macht die Bücher von Anne Ragde über einen Bauernhof in Norwegen so lesenswert und liebenswert. Die Personen werden liebenswert beschrieben - aber realistisch. Manches ist schon sehr tragisch-traurig. Aber nie hoffnungslos. Sondern das Buch umweht eine warmherzige Atmosphäre. Und zeigt, dass zu glücklichen Momenten manchmal belegte Brote und Kaffee reichen.

Ich habe gerne Neues von der Familie gelesen - und würde mich sehr freuen, wenn die Serie fortgesetzt würde. Das war ja eigentlich nach dem 3. Band (dessen Ende ich persönlich damals sehr unbefriedigend fand) nicht geplant. Aber jetzt gab es doch den 4. Band. Und hoffentlich weitere.


Heimkehren: Roman
Heimkehren: Roman
von Yaa Gyasi
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,00

5.0 von 5 Sternen Familiengeschichte vor dem Hintergrund der Sklavenhaltung, 28. August 2017
Rezension bezieht sich auf: Heimkehren: Roman (Gebundene Ausgabe)
Noch nie habe ich ein Buch über ein so schwieriges Thema gelesen, das literarisch so gut konzipiert und geschrieben ist.

Ehrlich gesagt habe ich vor dem Lesen ein wenig gezögert. Plötzlich war ich mir nicht mehr sicher, ob ich wirklich so viele schlimme Dinge über Sklavenhaltung und Rassismus lesen kann und will.

Aber als ich einmal angefangen hatte, konnte ich nicht mehr aufhören.
Dieses Buch zieht in den Bann, auch wenn natürlich viele schlimme Dinge passieren. Aber es gibt in jedem Kapitel auch etwas Herzerwärmendes, Lebens- und Liebenswertes. Und das macht die Lektüre gut erträglich. Der Schreibstil ist darüber hinaus klar und gut verständlich. Irgendwie leicht, trotz der schweren Thematik.

Das Buch erzählt chronologisch die Geschichte von zwei Familienzweigen, die aus zwei Halbschwestern entstehen (die sich übrigens nie kennen lernen).

Die ältere Schwester Effia wächst an der Goldküste - auf dem Gebiet des heutigen Ghana - als ungeliebtes Kind einer Stiefmutter auf, der das Baby untergeschoben wurde. Später wird sie mit einem weißen Kommandanten der Sklaven-Festung verheiratet. Es war wohl sehr üblich, dass die weißen Sklavenhändler eine einheimische Frau heirateten - obwohl in der Heimat eine Ehefrau und Kinder warteten. Die Ehe wird trotzdem einigermaßen glücklich. Und die Nachfahren dieser Verbindung werden reich und mächtig mit dem Sklavenhandel. Denn es war mitnichten so, dass nur die Weißen die Schwarzen gejagt und gefangen hätten - nein - diese Arbeit haben einheimische Stämme gemacht, die ihre Kriegsgefangenen meistbietend an die Weißen verkauft haben. Dies war für mich persönlich eine neue Erkenntnis, hier war ich vorher wohl uninformiert.
Dieser Erzähl-Strang reicht von Effia bis zu der Zeit, als ihre Nachfahren sich zunächst vom Sklavenhandel abwenden und spätere Generationen in die USA auswandern.

Esi, die Halbschwester von Effia, wächst zunächst mit ihrer Mutter auf. Als ihr Dorf dann aber überfallen wird, gibt die Mutter auf und Effia wird als Sklavin nach Amerika verschleppt. Das Einzige, was die Mutter ihr hinterlässt, ist ein Stein mit Goldschimmer. Den gleichen Stein hat die Mutter damals für Effia hinterlassen - und Effia wird ihn bei ihrer Heirat bekommen und dabei erfahren, dass sie nicht die Tochter ihrer Stiefmutter ist, sondern von einem Hausmädchen abstammt, die "ins Feuer gegangen" ist.

Feuer und diese Steine werden im gesamten Roman immer wieder thematisiert.
Dem Familienzweig von Effia wird es gelingen, den Stein von Generation zu Generation weiterzugeben. Esi verliert den Stein jedoch schon im Verlies der Festung, vor der Verschiffung nach Amerika. Und auch im folgenden Verlauf sind Esis Nachkommen die Opfer von Versklavung, unmenschlichen Arbeitsbedingungen und Rassismus. Und der Weg hinaus in ein menschenwürdiges Leben ist hart.

Und irgendwann am Ende werden die Nachfahren der beiden Schwestern die Festung in Ghana besuchen. Und "Heimkommen".

Erzählt wird eine fulminante Familiengeschichte in recht kurzen Kapiteln, die jeweils abwechselnd von einer Person pro Generation aus jeweils einem Familien-Strang erzählen. (Ein Tipp: Hinten im Buch gibt es einen Stammbaum, der hilft bei der Übersicht).
Auch wenn auf diese Art nur Bruchstücke aus den Erlebnissen der Familien erzählt werden, wirkt die gesamte Geschichte trotzdem komplett.

Als Leser erfährt man immer kurz, was aus der Vorgängergeneration geworden ist. Dieses abwechselnde Erzählen macht die Lektüre spannend. Durch geschicktes Erzählen schafft es die Autorin, dass man als Leser den Überblick behält.
Es ist übrigens auch möglich, zunächst nur die geraden und danach die ungeraden Kapitel hintereinander zu lesen. Ich habe dies ab dem zweiten Teil des Buches gemacht und es gab keine Verständnisschwierigkeiten.

Nachdem ich in letzter Zeit recht viele Bücher über Afrika und Rassismus gelesen habe (Americanah, Jeder Tag gehört dem Dieb, Diese Dinge geschehen nicht einfach so, Swing Time), muss ich sagen, dass dieses Buch das literarisch und inhaltlich am besten gelungene Werk war.

Dieses Buch hat mich berührt und begeistert.
Und ich denke, es sollte Schullektüre werden.


Swing Time: Roman
Swing Time: Roman
von Zadie Smith
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,00

4.0 von 5 Sternen Zadie Smith ist eine gute Beobachterin, 18. August 2017
Rezension bezieht sich auf: Swing Time: Roman (Gebundene Ausgabe)
Zadie Smith ist eine sehr gute Beobachterin.
Sie beobachtet Tendenzen in der Gesellschaft. Und stellt sie in Romanform dar. Dabei bedient sie sich einer ausgefeilten, beschreibenden, klaren Sprache, die sicherlich literarisch anspruchsvoll ist. Und trotzdem gut zu lesen ist.

Dieser Roman spielt wieder überwiegend im Londoner Nordwesten, wie schon einer der Vorgänger-Romane "London NW", den ich damals mit Begeisterung gelesen habe. Diesmal hat die Begeisterung mich leider nur so knapp durch den ersten Teil des Romans getragen. Danach ließ meine Begeisterung nach und ich empfand vieles als langatmig oder uninteressant. Was sicher daran lag, dass ich persönlich wenig mit der Protagonistin / Erzählerin der Geschichte anfangen konnte.

Schon in London NW gab es eine Protagonistin dieses Typs: Gut erzogen von einer Mutter mit Ambitionen und Bildung - aber selbst ziemlich lethargisch, phantasielos und komplett un-ambitioniert. Was man gerne auch als Anti-Reaktion auf den Ehrgeiz der Mutter interpretieren kann - mir persönlich war die Protagonistin deshalb trotzdem sehr fern. Und die meisten anderen Personen in der Geschichte auch.

Es geht im Kern um zwei Freundinnen, beide "Mischlinge" (sprich Milchkaffee-Braun), die im Londoner Nordwesten aufwachsen. Die eine, Tracey, mit einer arbeitslosen, weißen Mutter, die nichts anderes zu tun hat, als ihre Tochter anzuhimmeln und in Rosa-Glitzer-Zeugs zu stecken. Und in den Tanzunterricht. Zum Glück ist die Tochter begabt und wird später einige Engagements ergattern. Aber dann....
Die andere, die Erzählerin, hat eine schwarze Mutter aus Jamaika und einen weißen Vater, der als Postbote arbeitet. Was aus Sicht von Tracey "falsch herum" ist. Der Vater kümmert sich ums Kind - und die Mutter um die Bildung. Ihre eigene. Denn die Mutter will raus aus dem Sozialwohnungs-Umfeld. Und sie wird es schaffen. Und später in die Politik gehen. Ihre Tochter wird sie auf diesem Weg aus den Augen verlieren - oder diese sie - je nachdem, wie man das sieht.
Die Tochter wird keine Tänzerin (mangelnde Begabung). Sie wird zwar studieren - aber keinen Ehrgeiz entwickeln. Und als persönliche Assistentin einer weltbekannten Sängerin arbeiten (diese ist so ein wenig Madonna und ein wenig Kylie Minogue). Als Assistentin ist die Protagonistin immer schön in der zweiten Reihe - und ohne eigene Ziele. Aber irgendwann wird die weltbekannte Sängerin sie feuern. Warum? Damit beginnt der Roman. Und erzählt in Rückblenden abwechselnd aus der Zeit der Kindheit und aus der Zeit mit der Sängerin.

Obwohl mir das Lesen zwischendurch schon langweilig wurde. so muss ich doch das Können von Zadie Smith bewundern. Sie ist eine scharfe Beobachterin gesellschaftlicher Zustände und eine begnadete Analystin dieser Zustände. Und schaut damit gleichzeitig in die Zukunft unserer Gesellschaft. London ist eine viel multikulturellere Stadt, als sie bei uns in Kontinentaleuropa oft wahrgenommen wird (und das hat sich mit meinen persönlichen Erfahrungen während eines Auslandssemesters in London gedeckt). Und Rasse und Hautfarbe spielen eine ganz andere Rolle, als viele heute noch Denken. Und Bildung und Ehrgeiz spielen auch eine ganz andere Rolle und sind in Zukunft wahrscheinlich noch viel bedeutender als Hautfarbe und Rasse.

Damit bewegt sich Zadie Smith mit ihren Romanen eigentlich schon in der Zukunft. Sie ist eine wahrhaft "moderne" Schriftstellerin, was sich in ihrer eher assoziativen und Episoden-artigen Schreibform erkennen lässt. Manchmal überfordert sie damit ihre Leser. Und manchmal gelingt es ihr nicht, die heutigen Leser zu fesseln (wie zeitweise bei diesem Roman). Und manchmal sind die Figuren dem Leser einfach fremd (wie in mehreren ihrer Romane) - aber immer beobachtet und beschreibt Zadie Smith hervorragend.

Deshalb gebe ich diesem Roman dann doch 4 Sterne - obwohl mir zwischendurch manchmal das Lesen schwer fiel.


Die Tochter des Seidenhändlers: Roman
Die Tochter des Seidenhändlers: Roman
von Dinah Jefferies
  Broschiert
Preis: EUR 15,00

2.0 von 5 Sternen Gute Grundidee - leider nicht so gut umgesetzt, 10. Juli 2017
Vietnam Anfang der 50er Jahre. Der 2. Weltkrieg ist vorbei, aber Vietnam ist immer noch unter französischer Herrschaft. Doch der Widerstand der vietnamesischen Bevölkerung wächst.
In dieser Zeit haben es zwei Schwestern besonders schwer, die "gemischtrassig" sind. Der Vater ist ein erfolgreicher Seidenhändler (daher der Titel). Und die vietnamesische Mutter ist bei der Geburt der zweiten Tochter Nicole gestorben. Nicole sieht auch - im Gegensatz zu ihrer Schwester Sylvie - vietnamesisch aus, während Sylvie äußerlich als Französin durchgeht.

Als der Vater dann noch seiner ältesten Tochter die Leitung der Firma übergibt und für seine jüngste Tochter nur die Leitung eines alten Seidenladens übrig bleibt, spitzen sich die Konflikte zwischen den Schwestern zu. Umso mehr, als dass der smarte Amerikaner Mark plötzlich zwischen den Schwestern steht. Nicole verliebt sich in ihn, er scheint auch Gefühle für Nicole zu haben - aber Sylvie behandelt ihn wie ihren zukünftigen Ehemann.

So wie sich die Konflikte zwischen dem Vater und Nicole und zwischen den Schwestern zuspitzen und gleichzeitig Mark eine undurchsichtige Rolle spielt, so spitzen sich die Konflikte über die Herrschaft in Vietnam zu. Und Hanoi scheint an die vietnamesischen Kämpfer zu fallen....

So gut auch diese Grundidee der Geschichte war, so spannend und interessant der geschichtliche Hintergrund - so recht schlecht waren leider Schreibstil und Konzeption des Buches. Schade. Am Anfang haben mich noch die Geschichte und das exotische Setting begeistgert. Aber zum Schluss hin bin ich immer mehr an der recht unmotivierten Personenzeichnung und am holprigen Sprachstil verzweifelt.

Ich hatte einen guten Unterhaltungsroman erwartet. Und wurde leider enttäuscht. Schade, die Geschichte hätte Potential gehabt.


Bruderlüge: Thriller (Martin Benner, Band 2)
Bruderlüge: Thriller (Martin Benner, Band 2)
von Kristina Ohlsson
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

4.0 von 5 Sternen Wer Schwesterherz verschlungen hat muss auch Bruderlüge lesen, 22. Juni 2017
In Bruderlüge wird die Geschichte um Martin Benner und um seine Ermittlungen zur angeblichen Serienmörderin Sara aus "Schwesterherz" weiter erzählt.

Inzwischen ist viel passiert. Und im Grunde genommen wird es in diesem Buch fast noch schlimmer für Martin als im Vorgängerband. Um seine Adoptivtochter Belle zu schützen, muss Martin viel Undercover ermitteln, wobei ihm weiterhin versucht wird. Morde unter zuschieben. Aber Martin ist beharrlich. Und so langsam dämmert ihm, dass das Ganze mit einem Todesschuss zu tun haben könnte, den er als junger Polizist in Texas abgefeuert hat....

Aber wie hängt das alles zusammen?

Die noch nicht aufgelösten Handlungsstränge aus Schwesterherz werden in diesem Buch zu Ende erzählt.
Deshalb: Unbedingt Schwesterherz zuerst lesen.

Ich persönlich war mit einigen Auflösungen nicht so ganz glücklich. Aber trotzdem waren beide Bücher spannende Unterhaltung.


Schwesterherz: Thriller (Martin Benner, Band 1)
Schwesterherz: Thriller (Martin Benner, Band 1)
von Kristina Ohlsson
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

4.0 von 5 Sternen Temporeicher Thriller, 22. Juni 2017
Martin Benner ist ein erfolgreicher Anwalt, hat eine Dachgeschosswohnung in einem der guten Viertel von Stockholm, fährt Porsche und plant gerade mit seiner Kanzlei-Partnerin mit der ihn eine on-off-Beziehung verbindet, einen Urlaub an der Cote d`Azur.
Da kommt ein etwas abgerissener Mann in seine Kanzlei und bittet ihn, die Wahrheit über seine verstorbene Schwester und deren verschwundenen Sohn herauszufinden.
Wobei die Schwester fünf Morde gestanden hatte.....Mafia

Eigentlich ein No-Go, diesen Auftrag anzunehmen. Aber Benner war einmal kurzzeitig Polizist in Texas - und das Ermittlerfieber hat ihn nie ganz losgelassen. Und außerdem fanden die ersten Morde in Texas statt.

Und so fängt ein Strudel von Ereignissen an. Temporeich wird der Leser auf viele Fährten und in viele Sackgassen geführt und entwickelt so langsam eine Paranoia. Denn es ist irgendwie nichts, wie es scheint. Und Martin Benner scheint fast hoffnungslos verloren in diesem Spiel - und als dann noch Belle, seine Adoptivtochter, bedroht wird, begreift auch Martin Benner, dass er sich mit einem Mafia-ähnlichem Kartell angelegt hat.

Kristina Ohlsson ist eine bekannte schwedische Krimi-Autorin. Hier hat sie jedoch eher einen amerikanischen Thriller geschrieben. Actionreich, viele Tote, viele Verwicklungen, ein (Neben) Schauplatz in Texas und ein interessanter Ermittler. Erfolgreich als Rechtsanwalt und ein liebevoller Ersatzvater für seine Adoptivtochter. Aber auch mit schwierigen Seiten: Sexsüchtig, Beziehungsunfähig und mit einer traurigen Vergangenheit als Kind einer Alleinerziehenden, Alkoholsüchtigen Mutter, die vom Vater des Kindes (einem Afroamerikaner aus Texas) verlassen wurde.

Dies alles wird so einem wirklich furiosen Krimi verarbeitet. Und im zweiten Band "Bruderlüge" werden dann auch die restlichen offenen Fragen aus "Schwesterherz" geklärt.


Der Tote im Strandkorb (Die Inselkommissarin 1)
Der Tote im Strandkorb (Die Inselkommissarin 1)

4.0 von 5 Sternen Locker-leichter Schreibstil, viel Lokalkolorit, 17. Juni 2017
Irgendwie war ich im Amrum-Fieber. Erst "Das Inselhaus" und "Die Inselfamilie". Und jetzt noch ein Krimi, der auf Amrum spielt. Die Landschaftsbeschreibungen kannte ich schon aus den anderen Büchern - aber für Neu-Leser bringen sie viel Lokalkolorit. Und der Fall ist spannend und rührt an ernsthafte Themen. Aber vor allem ist das Buch gute Unterhaltung. Ein wenig Spannung, ein wenig Miträtseln, viel Lokalkolorit - und Liebe darf natürlich auch nicht fehlen. Freue mich auf weitere Folgen.


Die Inselfamilie (Amrum 2)
Die Inselfamilie (Amrum 2)
Preis: EUR 2,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Fortsetzung von Inselhaus, 17. Juni 2017
Rezension bezieht sich auf: Die Inselfamilie (Amrum 2) (Kindle Edition)
Dies ist der zweite Band der Amrum-Trilogie von Jette Hansen. Im ersten Band kommt Anne auf die Insel und lernt ihr geerbtes Haus und deren Bewohnerin Emma kennen. Und sie lernt Ben kennen, mit dem sie inzwischen zusammen auf Amrum lebt. Und dann ergeben sich dramatische Entwicklungen, die auf Bens Vergangenheit kommen. Und es zeigt sich immer mehr, dass Anne, Emma, deren mütterliche Freundin Edith und natürlich Ben immer mehr zu einer Familie zusammenwachsen.

Auch dieser zweite Teil der Amrum-Trilogie hat mir wieder sehr gut gefallen. Für mich war es die optimale Urlaubslektüre. Leider war ich zwar nicht auf Amrum - aber die Bücher von Jette Hansen machen Lust darauf, Amrum zu besuchen.
Aber erst einmal habe ich danach "Die Inselkommissarin" gelesen - spielt auch am Amrum.


Als wir unbesiegbar waren: Roman
Als wir unbesiegbar waren: Roman
von Alice Adams
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 20,00

4.0 von 5 Sternen Realistische und schöne Geschichte einer Freundschaft, 15. Juni 2017
1995 liegen vier Freunde im Gras auf dem Campus eines Colleges in Bristol und philosophieren über ihre Zukunft, Die natürlich glänzend und erfolgreich sein wird. 2015 werden die vier Freunde immer noch befreundet sein - aber inzwischen wird eine Menge passiert sein.

Es wird beruflichen Erfolg und beruflichen Misserfolg gegeben haben, scheiternde Beziehungen, zuviel Alkohol und zu viel Drogen, geplante Kinder und ungeplante Kinder, Das "normale" Leben eben. Aber das werden die vier Freunde noch lernen müssen, Einfach weiterzumachen im Leben, neue Wege zu denken und neue Wege zu gehen. Und das Glück beim Gehen zu finden.

Wahrscheinlich macht jeder Mensch diese Erfahrungen im Laufe seines Lebens. Und genau deshalb ist das Buch so interessant und aufschlussreich. In irgendeiner Person wird sich jeder Leser in irgendeinem Aspekt wiederfinden. Und vielleicht beginnen, darüber nachzudenken, wie das bei ihm selbst so abgelaufen ist.

Der Schreibstil des Buches ist sehr gut, es werden viele Entwicklungen zwischen 1995 und 2015 gut erläutert (Finanzkrise, Kokain aus Partydroge usw.) und die Charaktere im Buch sind gut herausgearbeitet und vielschichtig, bei allem Klischee. Denn wer erinnert sich nicht an die schillernden Künstlerfiguren, die in der Schule eher mittelmäßig waren - aber sooo anders und sooo interessant - vor ihnen lag doch sicher ein tolles Leben - oder?

Die Auflösung gibt es im Buch.


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