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Rezensionen verfasst von
Revilo Sier

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Old Men in New Cars - In China essen sie Hunde 2
Old Men in New Cars - In China essen sie Hunde 2
DVD ~ Kim Bodnia
Wird angeboten von JB Media
Preis: EUR 16,90

3.0 von 5 Sternen Der zweite Film von “In China essen sie Hunde“, 8. Juli 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Nachdem der Regisseur und Ex-Stuntman Lasse Spang Olsen mit dem Film “In China essen sie Hunde“ einen kleinen Erfolg feiern konnte, plante man auf diesem Niveau, drei Jahre später, einen zweiten Film. Ein Problem war wohl, dass die Schauspieler, die dem ersten Film eine besondere Note gaben, zum größten Teil den Filmtod dort starben. Deshalb entschied man sich den zweiten Film vor die Zeit des ersten Filmes zu setzen und so konnte man fast alle Schauspieler wieder verpflichten. Zumindest auf dieser Schiene war dann ja etwas von diesem Film zu erwarten. Doch wie schon so oft klappt es mit einem zweiten Film nicht mehr so gut. Es ist, wie auch der erste Film, eine schwarzhumorige Action-Komödie, die wie im Stile des Erstlingswerkes abläuft. Action- und Stuntszenen sind eine Menge vorhanden. Vielleicht nehmen sie hier im zweiten Film sogar zu viel Raum ein. Sie werden einmal sogar im Belmondo-Stil wiederholt. Auf jeden Fall gefällt mir dieser Film nicht mehr so gut. Taktisch läuft er aber genauso ab wie der erste Film. Es gibt eine Gefängnisbefreiung, einen Banküberfall und sogar hier einen Geldtransportüberfall in einem Flugzeug. Also überall noch einen drauf. Sogar bei den Sprüchen wird nicht gespart. Wenn man aber die einzelnen Szenen mit denen des ersten Filmes vergleicht, schneiden sie hier jedoch meiner Meinung nach schlechter ab. Bei diesen Szenen hier knallt sogar, leider noch während des Zusehens, einem der Kitsch vor das Auge. Vielleicht auch ein Grund, warum dieser Film schon eine FSK 16-Freigabe erhielt, im Gegensatz zum ersten Film, der erst eine FSK 18-Freigabe hat. So ist dann dieser Film meiner Meinung nach etwas “überwürzt“ und die Handlungen wirken in der Kürze nicht mehr so, wie man es von dem ersten Film kennt.
Auf jeden Fall ist Harald (Kim Bodnia) dabei, der am Anfang des Filmes aus dem Gefängnis kommt. Auf dem Nachhauseweg, den er, weil er von seinen zwei Restaurantmitarbeitern Martin (Nikolaj Lie Kaas) und Peter (Tomas Villum Jensen) vergessen wurde, selbst antreten muss, wird er schon gleich auf die Probleme hingewiesen, die jetzt auf ihn zukommen. Rückzahlung von Schulden an die Balkan-Mafia und auch der Todeskampf seines Ziehvaters Monk (Jens Okking) mit Leberproblemen im Krankenhaus. Um ihm seinen Wunsch zu erfüllen, noch einmal seinen unehelichen Sohn Ludvig (Torkel Petersson) zu sehen, scheut Harald (Kim Bodnia) keine Mittel und Wege, dies mit seinen beiden Mitarbeiter Martin (Nikolaj Lie Kaas) und Peter (Tomas Villum Jensen) auch zu bewerkstelligen. So startet dann Haralds (Kim Bodnia) aufwendiger Weg zum “Wohle“ seiner Freunde. Übrigens Ludvig ist in einem schwedischen Hochsicherheitsgefängnis als fünffacher Frauenmörder inhaftiert.
Mit dieser Geschichte wird dann der Film gefüllt. Als weibliche Zutat ist auch noch die gute Schauspielerin Iben Hjejle dabei, die eine Frau spielt, die immer von Selbstmordgedanken geprägt ist. Die Schauspieler spielen auch allesamt ihre Rollen ganz gut. Aber irgendwie fehlen die Extras. Sogar bei Harald (Kim Bodnia) wirken seine Wutausbrüche oft etwas aufgesetzt, vor allem im Zusammenhang mit seinem kleinen Angestellten Vuk (Brian Patterson), was im ersten Film überhaupt nicht der Fall war.

Als Empfehlung sage ich, man sollte sich vor allen zuerst den ersten Film anschauen. Dann entscheidet sich alles weitere von selbst. Ich musste dann auch den zweiten Film sehen. Einen Dritten wird es nach diesem wohl nicht mehr geben. Obwohl dieser zweite Film “Old Men in New Cars“ auch nicht zu schlecht war

Meine Schulnote: 4+


Verlockende Falle
Verlockende Falle
DVD ~ Sir Sean Connery
Wird angeboten von multimedia4sale
Preis: EUR 9,99

3.0 von 5 Sternen Dieser Film ist wohl wirklich eine verlockende Falle, 7. Juli 2015
Rezension bezieht sich auf: Verlockende Falle (DVD)
Dieser Film ist ein amerikanischer High-Tech-Action-Thriller, wo es um Diebstahl, Einbruch der mathematischen Art geht. Alarmanlagen umgehen und alles zur richtigen Zeit machen. In der Besetzung hat man das Beste bekommen, was es zu dieser Zeit gab. Sean Connery, der den Meisterdieb Robert MacDougal spielt, und auch Catherine Zeta-Jones, die die Meisterdiebin Virginia Baker darstellt. So hat sich dann wohl auch der Regisseur Jon Amiel darauf verlassen, dass mit den Beiden automatisch ein guter Film herauskommt. Dies ist aber leider nicht gelungen, finde ich. Und da ist vor allem die Geschichte schuld. Die Schauspieler sind nicht schlecht, aber auch nicht überragend. Sie helfen der Geschichte auch nicht, irgendwie besser auszusehen.
Um was geht es? Meisterdiebin Virginia Baker (Catherine Zeta-Jones) arbeitet bei einer Versicherungsfirma und versucht den Meisterdieb Robert MacDougal (Sean Connery) in eine Falle zu locken. Sie plant einige Kunstraube und nimmt Kontakt zu ihm auf, weil sie seine Hilfe braucht. Diese finden dann auch statt und Meisterdieb Robert MacDougal (Sean Connery) macht mit. Am Anfang finden noch ein klein wenig Vorbereitungen und Trainingslager statt, um die Verlockungen der wunderhübschen Catherine Zeta-Jones dabei oft in Bilder zu stellen, dann am Schluss beim finalen Einbruch geht es auch ohne. Naja, Virginia Baker (Catherine Zeta-Jones) hatte ja doch schon viel weit vorher einige getroffen. Als dann alle Einbrüche so mehr schlecht als recht abgeschlossen sind, waren alle Voraussetzungen, die uns die Macher so gezeigt hatten, nicht mehr so. Jäger wurden zu Gejagten und umgekehrt. Keine Rolle blieb an seinem Platz. Also alles total anders. Gut, auch überraschend. Nun geht aber einem der ganze Film nochmals durch den Kopf und viele Szenen; die während des Filmes stattfanden, passen mit dieser Auflösung wirklich nicht mehr. So blieb für mich nur noch ein Kopfschütteln übrig und beim nochmals Nachdenken konnte ich vielleicht erklären, warum ich bei einem nicht so schlecht spielenden Sean Connery, bei einer sehr oft wundervoll in Bildern gezeigten Catherine Zeta-Jones, die sich beim Training so elegant herumwindet und im Halbschlaf so erotisch präsentiert wird, dass man mit dem Meisterdieb Robert MacDougal (Sean Connery) mitfühlen kann, wie sich dieser langsam in sie verliebt, den wunderbaren Bildern von der Anlage des schottischen Schlosses verwöhnt wird, und dann schließlich trotzdem nicht so richtig schön in den Film eintauchen konnte. So war dieses Ende dann doch noch etwas angenehm für mich.
Eine Empfehlung ist dieser Film meiner Meinung nach für Sean Connery-Fans. Es soll der drittletzte Film dieser noch lebenden Legende sein. Aber für die Fans von Catherine Zeta-Jones ist es noch mehr eine Empfehlung. Sie gibt fast alles, was man mit dem Auge erfassen kann, ohne wirklich richtig alles zu geben, was aber auch nicht in dieser Form notwendig war.

Meine Schulnote: 4+


Schwedisch für Fortgeschrittene
Schwedisch für Fortgeschrittene
DVD ~ Helena Bergström
Wird angeboten von SchwanHM
Preis: EUR 10,72

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Frauen im Disko-Fieber, 6. Juli 2015
Rezension bezieht sich auf: Schwedisch für Fortgeschrittene (DVD)
Der britische Filmregisseur Colin Nutley, der in Schweden tätig ist, hat, wie auch in dem Bonus-Interview hier auf dieser DVD erklärt, einen Film machen wollen, wo es um Frauen ab 40 Jahre alt geht, die erwachsene Kinder haben, keine finanzielle Probleme und bei denen der Ehepartner abhandengekommen ist. An zwei Beispielen erzählt er hier dann die Geschichte des Filmes. Die eine Rolle, Elisabeth Staf, eine quirlige Gynäkologin, hat er mit seiner Ehefrau Helena Bergström erstklassig besetzt und für die zweite Frau Gudrun Nyman, eine spröde Politesse, wurde Maria Lundquist verpflichtet. Beide Frauen in diesem Film haben einiges gemeinsam. Sie haben jeweils ein erwachsenes Kind, sind über 40 Jahre alt und wurden von ihren Ehemännern verlassen. Aber sie gehen anfangs, bevor sie sich kennenlernen, verschieden mit diesem 'Problem' um. Elisabeth Staf (Helena Bergström) genießt das Nachtleben, vor allem den Nachtclub 'Heartbreak Hotel', welcher auch den Titel des Originals stellt. Gudrun Nyman (Maria Lundquist) lebt dagegen, außer bei ihrem Job, sehr zurückgezogen in ihrem Haus und muss sogar von ihrer Tochter irgendwie gezwungen werden, mal aus dem Haus zu gehen. So treffen sich dann beide Frauen in kurzer Zeit 3 Mal (die ersten beiden Begegnungen sind sehr witzig) und beschließen darauf, dass sie sich zusammentun und etwas erleben wollen, weil es das Schicksal wohl so will.
Eigentlich ein Stoff für eine überdrehte Komödie, was durch den bekannten schwedischen Touch etwas zurückgenommen sein sollte. Und so ist dieser Film auch. Er hat aber auch sehr viel Tragik, zumal die beiden Frauen immer noch von ihrer Vergangenheit in Form ihrer Ehemänner konfrontiert werden. Bei Elisabeth Staf (Helena Bergström) geht es von ihrem Ehemann aus und sie will ihn wirklich nicht mehr. Dies glaubt sie auch von ihrer Freundin Gudrun Nyman (Maria Lundquist), die auch von ihrem Ex-Ehemann bedrängt wird. Aber hier tickt dann Gudrun (Maria Lundquist) doch ein kleines bisschen anders.
Im Endeffekt ein ganz schöner Film mit gut spielenden Schauspielern. Hier kommt es auch, trotz Dramatik, mit vielleicht ein klein wenig zu starkem Klischee, zum Happy-End. Der Witz kommt hier ganz gut an. Aber an manchen Sachen hält man sich zu lange auf (Gudruns ersten Orgasmus) oder es passt nicht ganz richtig in den Film (verpatztes Blind Date). So musste ich manchmal auch auf die Uhr schauen. Vielleicht weil ich fühlte, als würde man den Film etwas strecken. Er war aber nicht langweilig und ich kann allen Bewertungen bisher etwas abgewinnen, die ihm viele oder auch weniger Sterne hier gegeben haben. Ich persönlich müsste ihm vier Sterne geben, aber leider hat dieses Thema mir nur durchschnittlich gefallen. Deshalb also drei ganz DICKE.
Aber zum einmal anschauen ist dieser Film auf jeden Fall geeignet. Bei dem jetzigen Handelspreis empfehle ich aber, noch zu warten. Anfang Januar 2014 habe ich diese DVD für ca. 5,- Euro erworben. Ich werde diese aber nicht in meine Sammlung aufnehmen, sondern weitergeben. Bis 10,- Euro würde bei diesem Einmalanschauen mitgehen.

Meine Schulnote: 3


Old Boys - Alte Herren & krumme Dinger
Old Boys - Alte Herren & krumme Dinger
DVD ~ Kristen Halken
Preis: EUR 5,97

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Das wilde Abenteuer eines einsamen Durchschnitt-Dänen in Schweden, 3. Juli 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Old Boys - Alte Herren & krumme Dinger (DVD)
Dieser Film ist irgendwie ein Road-Movie der leichteren Art. Er kommt auch ganz gut realistisch daher, bis auf den eingebauten Kleinkriminellen, der allerdings inhaltlich die Würze dieser Geschichte hergibt. So ist es wohl ein 'Wohlfühl-Film', den man am Ende schön findet und ihn vielleicht in zehn Jahren wieder anschaut. Als Komödie gemacht, hat dieser Film aber auch sehr viel Tiefgang und auch etwas Tragik, was für mich auf jeden Fall einen Stern mehr bringt, da dies gut dargestellt wird.
Vagn (Kristian Halken) ist ein Hausmeister, der zurückgezogen irgendwo in Dänemark lebt. Mit einem Alter von über 50 Jahren, zeigt er nur noch öffentliches Sozialengagement bei seiner Altherren-Fußballmannschaft. Dieses Hobby pflegt er schon seit seiner Kindheit. Und mit dieser Mannschaft fährt er auch nach Nordschweden zu einem Turnier. Seine Mannschaftkollegen sind schon von einem anderen Kaliber, und es macht mir als Zuschauer Spaß, diesen bei dieser Reise zuzuschauen. Nun kommt aber Dramatik in diese Geschichte, weil Vagn (Kristian Halken) an einer Raststätte vergessen wird und dadurch der Bus ohne ihn die Reise fortsetzt. Vagn (Kristian Halken) wird aber nicht nervös und findet sogar jemanden, der ihn wieder zu seinem Bus bringen soll. Leider ist dieser jemand der junge John (Robert Hansen), der halt gerade aus dem Gefängnis kommt und seinen 'alten Job', nämlich Autodiebstahl und Tankstellenüberfall, wieder aufnimmt. Zuerst merkt Vagn (Kristian Halken) nichts davon. Später dann doch und irgendwie kommt dann alles, trotz Probleme, am Schluss ins Reine. Zusätzlich taucht dann auch noch Jeanne (Laura Christensen) auf, die die beiden begleitet und so kommt das Thema Liebe hier auch einen Part in diesem Film. Im letzten Drittel hatte ich mal kurz auf die Uhr geschaut. Vielleicht, weil das Thema Liebe den Film etwas 'verlangsamt' hat. Aber eine große Schwäche des Filmes war diese Situation auch nicht.
Trotz einfacher Geschichte und auch Dialoge ist es ein wenig überdurchschnittlicher Film, wobei gerade der Vagn (Kristian Halken), für mich, eine phantastische, realistisch nachvollziehbare Charaktere für diesen Film hergibt.
Auf jeden Fall eine Empfehlung wert.

Meine Schulnote: 3+


In China essen sie Hunde
In China essen sie Hunde
DVD ~ Dejan Cukic
Wird angeboten von cvcler
Preis: EUR 7,97

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wahre Bruderliebe, 26. Juni 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: In China essen sie Hunde (DVD)
Als ich mir diese schwarzhumorige Action-Komödie des Regisseurs und Ex-Stuntman Lasse Spang Olsen angeschaut hatte, dachte ich zuerst an Quentin Tarantino-Filme, mehr noch an Guy Ritchie-Filme. Aber so richtig dran war dieser Film bei beiden Filmemacher dann auch nicht, was wohl auch voll beabsichtigt war. So ist dieser Film zu allererst ein Film in diesem Genre, der nicht ganz diesen skurrilen Humor und Sarkasmus der beiden anderen Filmemacher erreicht. Durch das Filmende bekommt er dann aber doch noch eine Einzigartigkeit, was ich auch für eine Superidee halte, obwohl die Umsetzung dieser sich nur durchschnittlich ansieht.
Im Grunde ist dieser Film sehr kurzweilig anzusehen. Die Handlungen sind manchmal sogar überraschend, obwohl man diese, nachdem man die Struktur des Filmes erkannt hat, erwartet.
So geht es in diesem Film um einen normalen, für seine Freundin Hanne (Trine Dyrholm) eher langweiligen, Durchschnittsbürger Arvid (Dejan Čukić), der als Angestellter in einer Bank arbeitet. Weil er eher zurückhaltend ist, bekommt er auch mal Prügel auf der Straße, zum Beispiel da Kredite durch ihn nicht bewilligt wurden. Als er dann einen Banküberfall vereitelt, wird er als Held gefeiert. Das hilft ihm aber nicht bei seiner Freundin. Denn sie ist aus seiner Wohnung ausgezogen. Als dann in diesem Schockzustand noch die Freundin des Bankräubers Astrid (Line Kruse) bei ihm auftaucht, sich bei ihm beschwert und ausweint, kommt ihm dann folgende Idee. Er will ihr Geld besorgen und das kann er nur mit dem einzigen Kriminellen, den er kennt, seinem Bruder Harald (Kim Bodnia), einem dubiosen Restaurantbesitzer. Dieser findet Gefallen an seinem Bruder und unterstützt die Ideen von Arvid (Dejan Čukić) ohne irgendwann einmal zu zweifeln, da diese Ideen und Pläne nicht immer die Voraussetzungen haben, wie Arvid (Dejan Čukić) das so denkt. Das ist wohl wahre Bruderliebe. So kommt es dann für alle Teilnehmer des Filmes zu ganz verrückten, skurrilen und auch lebensgefährlichen Situationen, die durch einen Transportergeldraub, Gefängnisausbruch und einen versuchten Bankraub zustande kommen. Es versteht sich von selbst, dass diese Situationen nicht alle überleben. Da hat sogar am Schluss noch das Überirdische seinen Spaß.
Schauspielerisch ist alles richtig perfekt in diesem Film. Vor allem ragt Kim Bodnia hier heraus. Bei diesem Inhaltsablauf spielt er die einzige Rolle, an die man sich halten kann, um die Abläufe auch etwas realistisch zu betrachten. Auch liegt es wohl an ihm, dass man während des Filmanschauens gar nicht so richtig merkt, dass hier die Rollen überhaupt keine Tiefe haben, was schließlich zum Schluss ein kleiner Schwachpunkt des Filmes ist. Was mich dann nach der Betrachtung am meisten gestört hat, ist dann der Auslöser der Geschichte. Diese Astrid (Line Kruse) hatte, bei dem was sie ist, eigentlich keinen Grund bei Arvid (Dejan Čukić) aufzutauchen. Vielleicht aber kannte sie Arvid (Dejan Čukić) besser als wir alle zusammen und wusste schon vor dem Besuch welche “Entwicklung“ es für diesen nehmen würde.
Als Bewertung schwanke ich zwischen drei oder vier Sterne. Da der Schluss, die Gang von den Brüdern Arvid und Harald duellieren sich mit einer Serben-Gang in einer Straßenschlacht, die sich in ein Café verlagert, mir bildlich etwas unausgereift vorkommt, und ich kurz so fühlte, als ging es dem Regisseur nicht schnell genug zum Ende zu kommen, denke ich das drei dicke Sterne genug sind. Und wegen Kim Bodnia, der diesen Film besser erscheinen lässt, sind das dann vier kleine Sterne.

Meine Schulnote: 3+


Inga Lindström - Svens Vermächtnis
Inga Lindström - Svens Vermächtnis
Wird angeboten von Filmexpress
Preis: EUR 9,90

2.0 von 5 Sternen 40. Folge der Inga Lindström TV Verfilmung, 24. Juni 2015
Rezension bezieht sich auf: Inga Lindström - Svens Vermächtnis (DVD)
Bis heute wurden, von 2004 an, 57 Folgen dieser beliebten ZDF Serie produziert. Da es so viele Folgen wurden, muss ja schon etwas Schönes an diesen Filmen sein. Leider konnte ich mit Ausnahme der Optik kaum Positives an dieser Folge finden. Die Bilder und die Landschaft kommen sehr gut herüber, aber der Inhalt ist schon sehr schmalzig hier aufgetragen. Wie immer ist es eine Liebesgeschichte, die mit Dramen und Problemen aufgeputscht wird und sich aber irgendwie einfach in Wohlgefallen auflöst. Alle sind am Ende glücklich und die, die es nicht sind, werden in der Geschichte nicht mehr behandelt.
Hier geht es um drei Freunde, Elin (Marie Zielcke), Jonas (Xaver Hutter) und Sven (Kai-Ivo Baulitz), die am Anfang nach der Abiturfeier noch beim gemeinsamen Zelten gezeigt werden. Zehn Jahre später treffen sie sich gemeinsam bei Sven, der einen frisch zertifizierten Öko-Bauernhof aufgebaut hat. Jonas (Xaver Hutter) ist ein bekannter Rennfahrer geworden und Elin (Marie Zielcke) ist in Stockholm verheiratet mit dem Apotheker Frank Holgersohn (David C. Bunners), wo sie auch in dessen Apotheke beruflich mithilft. Der einzige Schatten ihrer Beziehung ist wohl, dass es mit dem Kinderwunsch nicht klappt. Nun aber stirbt Sven (Kai-Ivo Baulitz) an einem Gehirntumor, was er auch schon vor dem Wiedersehen wusste und vererbt seinen Hof an seine beiden Freunde. Diese müssen nun sehen, was sie mit dem Hof machen, und irgendwie verlangt dies, dass sich ihr Leben grundsätzlich ändert. Es kommt auch schließlich zu einer Beziehung zwischen den Beiden. Dies alles macht den Film aus. Zu sehen, wie es bis dahin geht, trotz noch mancher aufkommenden Probleme, die jeder einzelne der Beiden noch zusätzlich im Laufe des Filmes bekommt. Das kann einem gefallen oder, wie unter dem Strich bei mir, auch nicht.
Es soll also eine romantische Story sein mit einigen kleinen Dramaeinheiten. So wie es dann bei mir ankam, dachte ich, es wird halt sowieso nicht so schlimm, wie es den Anschein hat. In diesem Sinne spielen die Schauspieler hier auch ihre Rollen. Es ist halt eine Sendung, die man am Abend nach einem anstrengenden Tag anschauen kann. Man muss nicht viel oder auch gar nicht nachdenken.
Allein schon wegen den Landschaftsaufnahmen werde ich mir weiter Folgen der Inga Lindström-Reihe ansehen. Vielleicht kann ich ja dann irgendwann einmal auch 3 Sterne vergeben. Aber ein Sammler dieser Folgen werde ich bestimmt nicht.

Meine Schulnote: 4


Donna Leon - Feine Freunde / Das Gesetz der Lagune
Donna Leon - Feine Freunde / Das Gesetz der Lagune
DVD ~ Uwe Kockisch
Preis: EUR 8,99

3.0 von 5 Sternen Donna Leon - 6. und 12. Folge, 26. Mai 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Eine deutsche Fernsehserie, die in Venedig spielt, und trotz Venedig einen sehr deutschen Touch hat. Gespickt mit deutschen Schauspielern wird auch die italienische Mentalität irgendwie etwas deutsch und das passt ja eigentlich gar nicht. Vielleicht ist das aber schon wieder originell und erzeugt dadurch auch eine Art Wohnzimmeratmosphäre. Eine Mithilfe dafür sind auch die großartigen Aufnahmen von Venedig. Bei diesen zwei Folgen sind die komödischen Einlagen etwas im Hintergrund. Liebe und auch gegen seine Überzeugung zu arbeiten werden hier groß geschrieben.
Diese DVD beinhaltet die 6. und die 12. Folge, wo die Romane "Feine Freunde" und "Das Gesetz der Lagune" verfilmt wurden, die in der Romanfolge als 9. und 10. Band herausgekommen sind.
Die 6. Folge "Feine Freunde" ist die zweite Folge mit Uwe Kockisch in der Rolle des Commissario Guido Brunetti. Hier wird Brunetti neben einem Mordfall, vor allem mit Bestechungen aller Art konfrontiert. Privates, sein Ermittlungsfall und auch sein Chef Vice-Questore Giuseppe Patta (Michael Degen) sind damit betroffen. Bei seinem Chef muss er sogar solche Methoden anwenden, um ihm familiär zu helfen. Hier wird eine Geschichte solide daher gezeigt. Einige deutschsprachige Schauspieler spielen ihre Rolle so als Gaststars, wie zum Beispiel hier Thomas Thieme. Auch andere sind dabei. Manchmal hat man das Gefühl, solche Rollen werden ausgewürfelt. Trotzdem ist es auch ganz amüsant zu sehen: 'Wie kann man nur diesen Typ für solch eine Rolle vorsehen?', - aber dann auch 'Wie schlägt er sich darin?' So hat dann jede Folge auch ihren eigenen Charme und bei jeder Folge passiert in diesem Metier immer wieder dasselbe. Diese Folge ist eigentlich etwas ernster und vielleicht auch nur wegen des zweimaligen Kurzeinsatzes von Thomas Thieme gefällt mir der Streifen etwas besser als die andere Folge auf dieser DVD.
Die 12. Folge "Das Gesetz der Lagune" war für mich etwas schlechter, obwohl hier die Büroassistentin Signorina Elettra Zorzi (Annett Renneberg) sogar eine Hauptrolle hat, die sie sogar sehr gut bewältigt. Doch das Umfeld der Geschichte wird hier schon ein wenig banal gezeigt. Das können die schönen Bilder der Lagune auch nicht mehr ganz kaschieren. Die Bevölkerung der Lagune soll ja anders sein als die in Venedig. Das ist schon gelungen, aber so wie sie gezeigt werden, wirken sie fast abstrakt. Und dann laufen Commissario Guido Brunetti (Uwe Kockisch), sowie sein Begleiter Sergente Lorenzo Vianello (Karl Fischer), durch die Siedlung und zeigen jedem Bilder von Verdächtigen und sogar später passiert dasselbe mit einer "illegal" beschafften Cassette vom Finanzamt, wo sie ein geheimes Gespräch zweier vielleicht Verdächtigten auch jedem vorspielen. Doch hier werden die Folgen daraus sogar positiv und retten schließlich auch die hier in diesem Film liebgewonnene Signorina Elettra Zorzi (Annett Renneberg).
Diese beiden Donna-Leon-Filme sind eigentlich ganz nett, aber bestimmt nicht großartig gemacht. Für Fans ist diese DVD auf jeden Fall eine Empfehlung. Ich bin zwar keiner von diesen, aber ich will mir mal alle Folgen ansehen. Und auf DVD gibt es schließlich alle, bis auf die jetzt neu abgedrehte 21. Folge.

Donna Leon - Feine Freunde - Meine Schulnote: 3-
Donna Leon - Das Gesetz der Lagune - Meine Schulnote: 4+


Ein Herr ohne Kleingeld!
Ein Herr ohne Kleingeld!
DVD ~ Jean Gabin
Wird angeboten von Flohpreis
Preis: EUR 5,76

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein guter, aber auch typischer Jean Gabin-Film, 21. Mai 2015
Rezension bezieht sich auf: Ein Herr ohne Kleingeld! (DVD)
Diese DVD beinhaltet eine Tragikomödie, die nicht zu sehr tragisch wirkt. Und eine Paraderolle für den unvergessenen Jean Gabin, der hier seine typisch für ihn gemachte Rolle vollends auskostete.
Es spielt den etwas verarmten Baron Jérôme Napoléon Antoine, der an der Mittelmeerküste sein Leben als Lebenskünstler fristet. Meistens spielt er mit mehr oder weniger Erfolg im Kasino. Wenn es schlechter läuft, vermittelt er Kaufgeschäfte durch seine Beziehungen. Im ersten Teil des Filmes bekommt man dieses Leben von ihm sehr gut vermittelt. Ich konnte sogar mitfühlen. Dann gewinnt er beim Spielen ein Boot und noch etwas Geld. Das Boot soll er in Rotterdam abholen und das Geld soll ihm unterwegs, wenn er das Boot dann zur Mittelmeerküste fährt, überwiesen werden. Dafür nimmt er zur Unterhaltung seine 'Perle' Germain-Joubert (Micheline Presle) als Reisegefährtin mit, die an der Mittelmeerküste Frankreichs ungefähr denselben Lebensstil pflegt, wie er selbst. Bei der Fahrt nach Monte Carlo über die Kanäle Frankreichs gehen ihnen dann das Geld aus und schließlich auch das Benzin. Sie legen an einem einsamen Ort an und warten dann auf die Überweisung des Geldes, was nicht eintrifft. So werden sie gezwungen ihre 'Arbeit' als Lebenskünstler wieder aufzunehmen um sich zu 'versorgen'. Für Baron Jérôme Napoléon Antoine (Jean Gabin) ist das moralisch etwas schwieriger als an der Mittelmeerküste. Und auch bei 'Perle' Germain-Joubert (Micheline Presle) hat dies Folgen. Sie landet als Ehefrau bei Maurice Montbernon (Jean Desailly), einem lokalen reichen Erben eines Champagnerherstellers. Die immer größer werdende Not lässt dann den Baron Jérôme Napoléon Antoine (Jean Gabin) auch langsam einem Plan heraufbeschwören, das Boot zu verkaufen und sich in dem Ort niederzulassen und dort ein normales Bürgerleben zu leben, weil auch die Restaurantbesitzerin Maria Vilandier (Blanchette Brunoy) ein Auge auf ihn geworfen hat. Doch dann kommt schließlich doch die Überweisung.........

Dieser Film ist zu keiner Zeit langweilig. Ein perfekt spielender Jean Gabin, in einer Paraderolle für ihn, sorgt auch für Qualität und die Geschichte hat, für mich positiv, keine aufgesetzten Handlungsstränge. So ist dieser Film für mich ein etwas über einem Durchschnittsfilm zu bewerten. Für Jean Gabin-Fans sicher ein Sammelobjekt. Für mich ein netter Unterhaltungsfilm, den ich auch irgendwann einmal wieder ansehen kann.

Meine Schulnote: 3+

PS: FSK 16 ist wohl etwas übertrieben. Wahrscheinlich weil die Beiden auf dem Boot ohne Trauschein waren und das 1960.


Feuchtgebiete
Feuchtgebiete
DVD ~ Carla Juri
Preis: EUR 6,97

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die ersten 10 Minuten muss man durchhalten, dann........., 20. Mai 2015
Rezension bezieht sich auf: Feuchtgebiete (DVD)
Diese DVD beinhaltet die Kinoverfilmung des Buches Feuchtgebiete von Charlotte Roche, eine britischen Moderatorin, Produzentin, Schauspielerin, Hörspielsprecherin und Autorin. Wer das Buch kennt, weiß wohl schon vorher, auf was er sich einlässt, wenn er diesen Film anschaut. Wer das Buch nicht gelesen hat und vielleicht auch gar nicht kennt, dem sei gesagt, dass er hier vielleicht an seine Grenzen kommt.
Man stelle sich vor, man hat einige Leute aus den verschiedensten Gesellschaftsbereichen und dazu auch Charlotte Roche vor sich, die gefragt werden, innerhalb einer Minute alles aufzuzählen, was ihnen zu weiblichen Feuchtgebieten alles einfällt. Und jede einzelne Aufzählung wird dann schonungslos in diesem Film verarbeitet. Ich kann nur sagen, wenn man die ersten 10 Minuten wirklich innerlich durchhält, dann schafft man den Film auch fertig anzusehen. Er bleibt auf diesem Niveau und wird nicht härter und man kann gegen Ende auch erkennen, dass man eine ganz interessante Geschichte erzählt bekommt.
Ja eigentlich ist der für mich nicht schöne Film ein ganz guter Film. Er ist wahrscheinlich als Tragik-Komödie zu bezeichnen. Satire merkte ich beim Anschauen eigentlich nicht. Eher sogar oft einen intensiven Realismus, wobei die Schauspieler dafür vor allem verantwortlich waren. Sie wurden auch sehr gut ausgewählt
Carla Juri spielt hervorragend die Helen Memel, die sehr rebellisch durch das Leben läuft und im Bezug 'Feuchtgebiete' keine Hemmungen hat. Sie macht alles was sie will, und sagt auch alles was sie denkt in diesem Bereich. Sie will provozieren wo sie nur kann und das gelingt ihr auch. So kommt sie auch sehr unsympathisch daher, was für diesen Film auch etwas tragisch ist, da man keinen Sympathieträger in der Hauptrolle mehr hat. Das ändert sich erst am Schluss des Filmes, wo sie etwas Erfolg mit dem Pfleger Robin (Christoph Letkowski) hat, in den sie sich während ihres Krankenhausaufenthaltes verliebt, und ihn am Ende auch bekommt. Im Abspann am Ende des Filmes sieht man dann noch in Bildern, wie eine sympathische Helen Memel sein kann. Dass Carla Juri einen leichten schweizerischen Akzent hatte, merkte ich nicht so richtig. Dass man sie manchmal nicht so direkt verstand, war meiner Meinung nach noch von Vorteil, da sie ihre Sprüche zu den Anderen nie laut, sondern eher zaghaft vortrug, und die Zuhörer, im Film meistens der Pfleger Robin (Christoph Letkowski), erst nicht glauben wollten, was aus dem Munde von Helen Memel (Carla Juri) so zu den Ohren drang. Danach legte sie dann los. Uns Zuschauer erging es wohl so ähnlich wie dem Pfleger Robin (Christoph Letkowski). Nur wir bekamen dann die Phantasien von Helen Memel im Gegensatz zu ihm noch mit Bildern präsentiert.
Mein Sympathieträger ist deshalb hier in diesem Film der Pfleger Robin, der hier von Christoph Letkowski gespielt wird, der auch einen Teil der Filmmusik zu diesem Film beigesteuert hat. Er muss innerhalb des Krankenhauses die ganzen Eskapaden der Helen Memel ertragen. Und das tut er auch. Einmal wird er etwas leicht verärgert, aber am Ende sind die beiden sogar wahrscheinlich ein Liebespaar. Meine Hochachtung vor ihm.
Die Eltern von Helen Memel wurden mit Meret Becker als Mutter und Axel Milberg als Vater hervorragend ausgewählt. Sie spielen das Paar so gut, dass man als Zuschauer mehr als nur gut verstehen kann, warum Helen wegen einem Kindheitstrauma als Ursache zu dem geworden ist, was sie ist, und dies während ihres Krankenhausaufenthaltes auch dann erkennt. Ob sie sich ändern wird?
Als Schmankerl gibt es dann noch den Dr. Notz, der in seinem kurzen Einsatz auch hervorragend von Edgar Selge gespielt wird, und die Corinna (Marlen Kruse), die als beste Freundin von Helen alles mitmacht, bis sie ein Kind bekommt, sich auch darauf freut, und deshalb bis zum Abspann von der sehr egoistischen Helen verstoßen wird.
So ist es eigentlich ein vier Sterne-Film. Man muss ihn halt nur ertragen können. Ich konnte das einmal und hoffe, dass es keine Fortsetzung des Filmes geben wird, weil ich die dann wieder schauen würde.
Da es für mich kein Durchschnittsfilm ist, und er mir eher wegen des Themas nicht gefällt, müsste ich ihm eigentlich nur zwei Sterne geben. Aber ich denke, das ist zu wenig. So gebe ich drei Sterne, und das zum ersten Mal für einen Nichtdurchschnittsfilm. Bei vier Sterne müsste er mir gefallen. Dies macht er vielleicht bei der Nachbetrachtung, aber nicht beim direkten anschauen.
Eine Empfehlung ist hier schwer zu geben. Wenn es der einzige Film seiner Art bleibt, was ich hoffe, dann vielleicht. Nach 10 Minuten weiß man wie gesagt auch Bescheid, wie der Film grundsätzlich tickt. Gelegenheiten wird es bestimmt auch noch oft im TV dazu geben, diesen Film zu sehen. Dann kann man, wenn's gefällt, auch Besitzer dieser DVD werden.

Meine Schulnote: 3


Landauer - Der Präsident
Landauer - Der Präsident
DVD ~ Josef Bierbichler
Wird angeboten von the-dvd-house
Preis: EUR 6,89

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen TV-Biographie über Kurt Landauer – Der Präsident, 15. Mai 2015
Rezension bezieht sich auf: Landauer - Der Präsident (DVD)
Als ich von dieser DVD erfuhr, hörte ich das erste Mal etwas über Kurt Landauer, der als Präsident des FC Bayern München, unserem deutschen Fussball-Vorzeigverein schlechthin, die Geschichte dieses Vereins entscheidend mitgeprägt hatte. So etwas kann ich mir dann auch nicht entgehen lassen. Also habe ich mir diesen Film besorgt, nachdem ich mir vorher noch die Biographie von Kurt Landauer angeschaut habe. Jude, Nazizeit, Konzentrationslager, Flucht aus Deutschland, Verlust eines großen Teils seiner Familie, Ende des zweiten Weltkrieges und Rückkehr nach Deutschland. Aus solchen Fakten lässt sich doch schon ein ganz guter Durchschnittsfilm machen. Im Endeffekt ist er dann auch so geworden. Nicht so dramatisch, aber im Endeffekt doch ganz gut gelungen. Die Schauspieler spielen ihre Rollen überzeugend, aber nicht überragend. Aber sie wurden auch nicht so eingesetzt, dass man überragend spielen kann. Josef Bierbichler (spielt der Kurt Landauer), Jeanette Hain (spielt die spätere Ehefrau von Landauer Maria Baumann), Herbert Knaup (spielt den 2. Präsidenten Sigi Hermann), Andreas Lust (Spielt den Trainer Conny Heidkamp), Andrea Wenzl (spielt die Sekretärin Inge Streicher) und Eisi Gulp (spielt den Präsident von 1860 München Alfred Radschuweit) haben es normalerweise drauf, überragend zu spielen.
Der Film selbst zeigt die Zeit nach dem Krieg, als Kurt Landauer (Josef Bierbichler) wieder aus seinem Exil in der Schweiz nach München zurückkommt und dort dem FC Bayern München wieder auf die Sprünge hilft. In diesem Film hilft er sogar dem Fußball in München auf die Sprünge. Alle Wiederstände stoppen ihn nicht, auch wenn die Wunden der Kriegszeit und auch der Nazizeit noch nicht ganz verheilt sind. So erkennt er dann bei seiner Arbeit und spätestens nach einem Gespräch mit Conny Heidkamp (Andreas Lust), dass er später trotz seiner Arbeit ein Opfer dieser Zeitgeschichte sein wird. Aber die Liebe zu dem FC Bayern München ist zu groß und deshalb kann er nicht anders, als für den Verein da zu sein, um ihn zu beeinflussen und zu prägen. Hier hört der Film dann auf und die Folgen sehen wir hier nicht mehr. Denn 1951 wurde er nicht mehr vom Verein als Präsident gewählt. Danach wurde er eigentlich vergessen (da gehöre ich später auch dazu, denn ich habe nicht gewusst, wer das ist). Ab 2013 dann, über 50 Jahre nach seinem Tod, wird er vom FC Bayern zum Ehrenpräsidenten gewählt. Das ist vielleicht auch ein Beispiel, wie lange Vergangenheitsbewältigung dauern kann.
Man merkt, dass es eine TV-Verfilmung ist. Die Trümmerstadt wirkt irgendwie manchmal nicht so echt, als Kurt Landauer (Josef Bierbichler) vom Bahnhof zum Fußballgelände läuft. So wirkt die Musik, die mit untermalen soll, in welchem Zustand die Stadt in dieser Zeit ist, bei diesen Bildern sogar aufgesetzt. Ich war immer froh, wenn man auf diese Bilder während des Filmes verzichtete, denn bei diesem Filmablauf passten sie eigentlich nicht recht hin. Auch bei den Jubelarien während der Fußballspiele, hatte ich das Gefühl, dass man mit wenigen Leuten arbeitete, was ja normal ist, aber hier auch nach wenig aussah. So ist halt die Stärke dieses Filmes nur, wenn man sich auf Kurt Landauer (Josef Bierbichler) konzentriert und den Film nur aus seinem Umfeld aus betrachtet. Aber vielleicht macht das ja auch jeder Zuschauer automatisch.
Als Empfehlung kann ich nur sagen für jeden FC Bayern Fan ein Muss, für alle andere ein Kann. Hier wird der “große“ Kurt Landauer mit einem “kleinen“ Film verewigt. Ich an seiner Stelle hätte mich gefreut.

Meine Schulnote: 3


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