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Rezensionen verfasst von
leo buch

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Americana - Musings on Jazz a
Americana - Musings on Jazz a
Preis: EUR 15,99

5.0 von 5 Sternen Durchdrungen und ernst und ..., 22. Juli 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Americana - Musings on Jazz a (Audio CD)
Ich sehe das Foto mit den Baumwollflückern, die Familie ... oder die Feldarbeiter ... alle schwarz ... man könnte es wieder runterzoomen auf den alten Konflikt. So naiv wird keiner mehr sein (?) ... dies ist trotzdem in meinen Ohren eine super Scheibe, weil sie sich nicht scheut, "ehrlich" zu sein. Ich setze das bewusst in Anführungsstriche. Wegen der Ehrlichkeit, die immer eine zweite Seite hat. Was nützt das, was du sagst, und was nützt das, was du willst. Du musst es trotzdem sagen. Und was sagst du?

Diese feine Stimme in seinem Horn. Das ist über das Ehrliche auch unglaublich höflich, freundlich und doch spüre ich, er will mir etwas mitteilen, ein vom Cover schon mitgeteiltes Statement: ein politisches. Weil es bis in die Familien, die Schicksale reinreicht. Die da oben wir hier unten. Dazwischen die Stimme des Saxophon?

Ich komme auf diese Interpretation, weil mir das heute einmal mehr bewusst geworden ist. Erzählt nur die Märchen von den Erfolgen, hier wird aus dem Leben erzählt, und das hat bekanntlich viel mehr Seiten ... die vielen Stimmen mit zweideutigen Aussagen: Man kann sich rühren lassen, man kann weghören, man kann sagen ... naja ... so ist das halt ... Anything goes und schnuppe ... aber wer zuhören will, bitte: Es will berühren, anfassen, nicht aufdringlich, nicht laut .. es will eine Geschichte, die der Familie erzählen ... welche noch?

Die Aufnahme hat Zug und das Zeug zum Dauerbrenner. Wenn man den Blues da vorne weg einmal gehört hat, nochmal ... ja ein Ohrwurm fast. Eine Platte die du sonntags bei geöffnetem Fenster deinen Nachbarn schenkst ... und irgendwann fragen sie dich, wer ist das eigentlich, den du da immer hörst. Wie, du kennst Jd Allen nicht. Unbedingt weitersagen!


Gezeiten des Geistes: Die Vermessung unseres Bewusstseins
Gezeiten des Geistes: Die Vermessung unseres Bewusstseins
Preis: EUR 18,99

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vom Wort zum Geist - dem Spektrum des Bewusstseins, 10. April 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Computer haben kein Bewusstsein. Nichtmal ein Bruchteil des Unterbewussten des Menschen ist erfasst. Und solange nichtmal der Mensch sein Unterbewusstsein kennt, solange jeder einzelne mit dem Rätsel der Nacht beschäftigt ist und erwacht und sogar Schwierigkeiten hat, den eben noch erlebten Traum nachzuerzählen, wird keine Maschine der Welt das Spektrum eines Menschen erschließen (vorstellbar wäre das bestenfalls in einer Art Modell): hochkonzentriert, geschärft bis hin zu ermüdet und träumend – kurz: die KI hat kein Gehirn.

Das Buch mäandert (manchmal wie eine lexikalische Maschine) durch die Welt der großen Autoren der Literatur von Shakespeare bis Nabokov, manchmal redundant, dann wieder poetisch, manchmal fragen und suchend: Der Mensch ist im Eigenerleben, Denken, Fühlen, in seinem Bewusstseinsspektrum um so vieles angeregter, reicher, größer, stärker, auch schwächer, weicher und emotionaler.

Dem Geist, eine Mischung aus Bewusstsein im Körper, mit emotionaler Kompetenz, kann keine Maschine entsprechen. Nach Logik der Maschine. Die Maschine hat keine Idee von der Welt im Wandel. Wenn sich der Mensch allerdings nach den Bedürfnissen der Maschine richtet, und nicht umgekehrt, so wird sie zur Gefahr. Dieser aber will Gelernter nicht noch einen Text entgegenstellen, sondern auf das hinweisen, was den Menschen auszeichnet. Als Teil von Kultur, erfahren, gelebt und mehrschichtig. In Gelernters Modell durchlebt der Mensch täglich aufs Neue ein Spektrum von Bewusstseinszuständen. Das ist mehr als ein Ja Nein Abfragespiel. Mehr als ein Einkaufszettel, mehr als eine Shoppingtour.

Wenn die Maschine erst alle Winkel der Welt ausgemessen hat, jeden Satz katalogisiert und alles, was der Mensch zu denken vermag, als Antwort liefern kann, so ist sie noch immer nicht in der Lage zu träumen, zu vergessen. Die Maschine hat keine Seele, sie ist logistisches Neutrum. David Gelernter, eigentlich Kulturpessimist – gibt Raum zur optimistischen Gegendarstellung. Und arbeitet oder kompensiert sich an den großen Autoren der Weltliteratur ab. Es scheint mir, als habe er sich selbst einen Wunsch erfüllt ... jenseits des Logarithmus ist der Logos, das Wort - und daran hat Gelernter große Freude und versteht es, diese mitzuteilen als poetische und gut zu lesende Reise durch die Vielfalt der Sprache, durch die Vielfalt des menschlichen Bewusstseins. Wenn erst klar ist, wie das Modell Gelernters "funktioniert", kann man das Buch an jeder beliebigen Stelle aufschlagen und "drauflos lesen" ... man braucht es nicht immerzu mit Logik und mit geschärftem Bewusstsein "studieren", man kann es vielmehr "mittendrin" lesen und sich entspannen - sich dem Sprachfluss hingeben ... und auch "genießen." Ein schönes Buch der Wanderung durch den Geist des Menschen, losgelöst von der Maschine. Lesbar auch als eine Literatur zur Entspannung vom allzu zeitnahen Rhythmus der ständig fordernden und reizenden Logik und Arithmetisierung des Alltags und Lebens durch die Maschine.

Eine Reise. Durch die Welt der Literaten. Es ist dies seine, des Programmierers Reise. Eine Kompensation von Bits und Bytes. Jeder einer oder Jede eine schreibe sein/ihr eigenes dazu. Es erhebt dabei keinen wissenschaftlichen Anspruch, denn die Wissenschaft hat Computer. Leben und erleben und wünschen und zaudern, sich irren und sich bessern – ein unerschöpflicher Pool. Gelernter kehrt also das Rationale und Deklinierende der Maschine um und kümmert sich um das, was der Maschine abgeht: das Unbewusste, Unterbewusste, das nicht Sichtbare ... die Sprache des menschlichen Hirns. Mit Freude am Geist. Der übrigens nicht vermessen wird, im Original heißt der Titel: The Uncovering the Spectrum of Consciousness. Das ist etwas anderes als es zu vermessen. Das heißt dann wohl eher aufdecken und erkennen … oder sich darauf einlassen.

Die Übersetzung von Sebastian Vogel will ich trotzdem auch hervorheben. Sie arbeitet in einem schönen Sprachrhythmus und hilft, den menschlichen Verstand weich zu zeichnen, damit nicht abhanden kommt, was ihn auszeichnet und letztendlich unerschöpflich macht. Die Welt jenseits der Rationalität, vom Traum zum Unbewussten macht sie erst spannend und reich. Das wird ein wie auch immer gestalteter Supercomputer niemals "verstehen."

Ein großartiges Buch - eines Informatikers, der mit den Gezeiten des Geistes dem menschlich Geist seine Referenz erweist - jenseits der Computer!


Spark
Spark
Preis: EUR 8,99

10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Funken sprühende Gewitterfront, 1. April 2016
Rezension bezieht sich auf: Spark (MP3-Download)
Oscar Peterson hatte einen eignen Stil, Hiromi Uehara hat einen. Unverkennbar ' und doch meinte Oscar Peterson, er habe keinen, er spiele, was seine Seele hergebe ' und wenn man auf das Tape "Place To Be" von Hiromi im Netz schaut, wenige Tage nach dem Ableben von Oscar Peterson aufgenommen (hier der Link zur Soloaufnahme: Place To Be), so wird schnell klar. Da gab und gibt es eine Verbindung, die jenseits aller Akrobatik vor allem den inneren Spirit anspricht. Große Worte ' und ebenso viel dahinter:

Diese Aufnahme. Man kann sagen, ein Gewitter mit vielen Farben. In jedem Grollen auch die Ruhe vor dem nächsten Grollen; dem, was ein Sommergewitter verspricht. Die Ruhe nach und vor dem Sturm. Hiromi erweist einmal mehr ihrem Oscar Peterson (und auch Beethoven) ihre Referenz. Wiedermal famos und mit stoischer Ruhe begleitet von Antony Jackson mit seinem sechssaitigen Bass und dem virtuosen Simon Phillips am Schlagzeug, der schon mit Jeff Beck, Mick Jagger, Mike Oldfield und vor allem der Band Toto unterwegs war.

Dieses Album nun ein zweiundsiebzig minütiger Trommelwirbel auf Bass, Schlagzeug und Piano, das fängt mit einer leichten Melodie im Titelstück Spark, zu Deutsch: Der Funke, an, um schon nach eineinhalb Minuten das zu werden, was die ganze Aufnahme über andauern wird. Die heranziehenden Wolken weichen dem Sturm, 'werden zum Wirbel der Arpeggien' in einem Tempo auch, das ist schon unfassbar wieder! In "Wake up and dream" wird es dann (zum Glück auch) zum warmen Regen. (Auf der Haut)

Rhythmisch, akrobatisch, vielseitig, abwechslungsreich und mit viel Spaß vorgetragen ... der Funke springt rüber!

Einziger Wermutstropfen: Live war sie gerade in der Schweiz und zu sehen sein wird sie bis Juni in Australien und in den USA. Und leider erst am Samstag, 9.Juli in Rotterdam beim North Sea Jazz 2016. Sicher regengeschützt und unterm Hallendach. Was nicht heißt, dass es dadrinnen dann doch wieder ein großes Gewitter gibt!

Hiromi Uehara Piano, Anthony Jackson Bass, Simon Phillipps Drums


Continuum
Continuum
Preis: EUR 17,99

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Groove per QM, 23. März 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Continuum (Audio CD)
Wenn man die Anmoderation zu Continuum hört, so spricht Bärtsch von Energie, von Momentum, von Timing. Von Gemeinschaft und Team. Lange Zusammenarbeit sei essentiell. Das subtile Feilen an Phrasierung, Klang, Dramaturgie und Performance. So entsteht Ritual Groove Musik, die zwar überwiegend von ihm komponiert sei, aber erst durch die Zusammenarbeit ihre Fließrichtung bekommt, in den jeweiligen Gruppen ausdifferenziert. (Mobile und Ronin)

Auf dieser Aufnahme nun Mobile. Continuum zeigt eine "spiralförmige Bewegung vorwärts zurück zu den Wurzeln – ein Fließen in die Zukunft." Um die Kammermusikqualität ihrer Musik hervorzuheben, haben sie sich diesmal mit fünf Streichern verstärkt. "Die interessiert sind an Time, Groove – an Spiel." So viel zur Anmoderation.

Die Module kann man im einzelnen anders interpretiert hier anhören, bzw holen:
Modul 29_14, zusammengesetzt aus Modul 29 (AER) Aer und 14 (Ronin Live 09) Live
Modul 12 (Auch auf Ritual Groove Music Ritual Groove Music)
Modul 18 (Auch auf AER)
Ab Modul 5 (Auch auf Ritual Groove Music)
In Modul 60 ist neu
Modul 4 (Auch auf Ritual Groove Music)
Modul 44 (Auch auf Holon Holon)
Krönender Abschluss: Modul 8_11 (Zusammengesetzt aus Modul 8 (in Kombinationen zu hören auf AER wie hier als 8_11, auf Live 2009 als 8_9, auf Randori als 8_9 I,II,III Randori)

Die Aufnahme entwickelt bei mehrfachem Hören die eigentümliche Bärtsch‘sche Magie und Schwerkraft. Das nennt sich Groove – und Fließen. Oder: „Wo die Gravitationskräfte die Harmonie außer Kraft setzen“ – ich würde sagen: … entwickelt sich Musik zu einem Film wie ein Roman zu einer Geschichte - in die man gern abtaucht. Eine gelungene Aufnahme, die ich (persönlich) in eine Reihe stelle mit Holon und Live 2012 Live, auch wenn ich (noch) Schwierigkeiten habe mit den Streichersätzen (die aber zumindest in Modul 44 doch schon noch einen schönen Spannungsraum zeichnen

Nik Bärtsch Piano, Kaspar Rast Schlagzeug, Sha Kontrabass und Bass Klarinette, Nicolas Stocker Percussion
Streicher: Etienne Abelin; Ola Sendecki, David Schnee, Ambrosius Huber, Solme Hong (Module 60, 18, 44)


You and I
You and I
Wird angeboten von FelsenMusik
Preis: EUR 14,25

8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ein Blick hinter die Ansprüche von Jeff Buckley, 20. März 2016
Rezension bezieht sich auf: You and I (Audio CD)
Ein Ausnahmemusiker, gerademal 30 Jahre alt geworden. Sohn des Singersongwriter Tim Buckley (der wiederum an einer Überdosis starb) - aufgewachsen bei seiner Mutter, der Pianistin Mary Guibert - zu Lebzeiten produzierte er nur ein Studio-Album: "Grace" - sein Opus Magnum, an dem auch Karl Berger als Arrangeur mitmischte. Aufmerksam machte mich damals Radio4You auf diese vier Oktaven umspannende Stimme. Bis an die Schmerzgrenze treibt er sie im Stück "Grace", von dem hier nun neben etlichen Coverversionen eine akustische Version vorliegt. Die Coverversionen sind im einzelnen:

Just Like a Woman, von Bob Dylan Blonde on Blonde
Everyday People, von Sly Stone Everyday People (Re-Recorded / Remastered)
Don't let the Sun Catch You Cryin, von Joe Greene, hier die Version von Ray Charles Don't Let the Sun Catch You Cryin'
Calling You von Bob Telson, Soundtrack von Out of Rosenheim ... unvergesslich Bagdad Cafe (Soundtrack)
The Boy with the Thorn In His Side, von Morrissey
Poor Boy Long Way From Home, traditioneller Blues, vermutlich 20iger
The Night Flight von Led Zeppelin Night Flight
I know it's over von Morrisey

Die akustischen Aufnahmen beziehen ihren Reiz vor allem aus der überwältigenden Stimme von Jeff Buckley. Ob er nun ganz weich klingt im Selbstgespräch von "Dream of You and I" oder experimentell und extrovertiert auf Led Zeppelins "The Night Flight" - oder wenn man den Song "Grace" nochmal vergleicht - einmal hier in der akustischen, einmal dort auf der Aufnahme im Arrangement mit Karl Berger Grace - es bleibt die unverwechselbare Jeff Buckley Stimme - die, wenn man sich noch auf sein Gitarrenspiel einlässt, deutlich macht, warum Coldplay, Radiohead oder Courtney Love ihn als Inspirationsquelle bezeichnen. (Ich höre auch Melody Gardot) - Um den Kreis nach hinten hin zu schließen: Buckleys Inspirationsquellen heißen Robert Plant, Morrissey von The Smiths, Alex Chilton, Freddie Mercury, Nina Simone, Judy Garland. Eine mehr als anspruchsvolle Auswahl.

Diese rein Akustische Aufnahme nun vor dem Hintergrund des orchestralen und wuchtigen "Grace" eine wunderbare Vorab-Position. Das sind Demo-Aufnahmen, noch vor der Veröffentlichung von Grace. Man kommt aus dem Hören-Staunen nicht heraus.

Ein schönes und absolut empfehlenswertes Denkmal eines der ganz großen Stimmen des 20igsten Jahrhunderts. Wen es bei "Calling You" nicht durchschüttelt - nun ... je häufiger ich die Aufnahme höre, desto mehr stellt sich mir die Frage. Wieso kommt die Aufnahme erst jetzt - nun, sei's drum. Jetzt ist sie da und großartig, Jeff Buckley eben.


Matterhorn
Matterhorn
Preis: EUR 7,99

5.0 von 5 Sternen Schon ganz eigenständig und wer sie nicht kennt - es wird Zeit, 6. März 2016
Rezension bezieht sich auf: Matterhorn (MP3-Download)
Von John Blevins ' eine echte Berg-Besteigung ' eine Gruppe, auf die man ein Auge werfen wird ' mit anderen Worten: Sie wird sich durchsetzen. Wenn sie denn zusammenhalten bzw. bleiben. Denn es sind da nicht wenige, die das Matterhorn erklimmen:

John Blevins - Trompete
Drew Williams - Tenor Saxophone
Brad Mullholland - Alt Saxophon/Flöte/Klarinette
Nick Grinder - Posaune
Marta Sanchez - Fender Rhodes
Jeff McLaughlin - Gitarre
Marty Kenney - Bass
Nathan Ellman-Bell - SChlagzeug, Perkussion
John Doing Kongas

Was diese Gruppe herausragend macht? Nun. Timing, Arrangement - und die Klasse der einzelnen Musiker, ob Saxophon, Gitarre, Schlagzeug, Bass - und schließlich die Trompete und auch die einzige Frau in der Gruppe, Marta Sanchez am Fender - die Elektronischen Raffinessen. Das Ganze ist eine Sammlung aus treibendem Bass gleich Groove, immer rhythmisch treibend - mit sehr gut gehaltenen Kompositionen, sehr gut treibenden Spannungsläufen - wenn sich das Schlagzeug auch mal zum Solo freiarbeitet wie in "Identity Theft". Und wer sich auf der Website von John Blevin umtut, wird nicht nur die Aufnahme hören können, sondern ein paar Tapes anschauen dürfen - großartig, wie zum Beispiel Drew Williams die Bassklarinette "provoziert" - ja, was ist das? Fusion, Jazzrock? Funky und Groove - Synthi - Wimmern, Wummern - das ist in jedem Fall begnadet guter Sound - frisch unverbraucht - hochspannend - einfach super! Man wünscht diesem Marathon sehr bald einen klar lesbaren Erfolg und dass sie die Ernte ihrer tollen Arbeit einfahren! Unbedingt und unvermeidlich! Nur zu empfehlen. Macht richtig Lust auf Mehr.


River Silver
River Silver
Preis: EUR 18,99

9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Klangräume für Flügelhorn und Koto, 17. Januar 2016
Rezension bezieht sich auf: River Silver (Audio CD)
Dieses Jahr startet ECM mit Ben Monder Amorphae, mit Ches Smith The Bell und mit Michel Benita, dem aus Algerien stammenden Bassisten. Allein beim Anhören konnte ich viel Klangraum und gute Abstimmung vermuten - wieder sind wie schon beim Album von 2010 "Ethics" Mieko Miyzaki, Matthieu Michel, Eivind Aarset und Philippe Garcia mit von der Partie. Nimmt man die 2010 erschienene Aufnahme allerdings zum Maßstab, wird gleich ohrenfällig, dass Eivind Aarset diesmal vergleichsweise ruhig und hintergründig bleibt, dafür aber Matthieu Michel weit nach vorn kommt - im Vergleich: die Aufnahme von 2010 ist, um einige elektronische Raffinessen angereichert, eher opulent. Wer es also kräftig will, kann sich bei der "alten" Aufnahme Ethics nochmal umtun.

Diese hier besticht im Umkehrschluss durch Ruhe und Atmosphäre - auf ihr gibt es in meinen Ohren vier herausragende Stücke, in denen das Elektronische zurückgefahren scheint, sieht man davon ab, dass Aarset den Hintergrund mit seiner Gitarre füllt. Gleich in "Back from The Moon" bringt er den Hintergrund zum Schwingen, vor dem sich Schlagzeug und Miyazakas Koto entfalten und das Flügelhorn von Matthieu Michel Klartext spielt - mit schöner Deutlichkeit und über einer einfachen und schönen Melodie - mit leichter Steigerung der Dynamik. In Steigerung von Spannung und Atmosphäre ähnlich das Stück "Off The Coast". Aarset auch hier erstmal "nur" den Hintergrund ausfüllt - Miyazaka und Benita mit Garcia am Schlagzeug den Puls vorgeben für den klaren Ton von Michel am Flügelhorn - in "Toonari" ist es wieder Aarset der eröffnet - was mich persönlich fasziniert, ist das unmittelbare gegen oder miteinander Zupfen der Saiten von Koto und Gitarre - während Bass und Schlagzeug ganz entspannt den Puls treiben - über dem dann Michel wieder gestochene Schärfe freisetzt. Da ist in den Zwischenräumen viel Platz, sich gedanklich "dazwischen" zu setzen. In der Art könnte ich das Stunde um Stunde mithören - schließlich "Toonari Hacihi Gatsu" - das ist das Gespräch zwischen Benita und Miyazaki - das kann man kaum kommentieren - mein persönlicher Liebling der Aufnahme - denn dass Bass und Koto so miteinander sprechen, höre ich in der Form zum ersten Mal : großartig!

Will damit gesagt haben, die vier Stücke sind meine persönlichen Favoriten, sehr fein eingerahmt und getragen von "River Silver" bis "Snowed In": das ist im Ganzen eine bis in die Details tolle Aufnahme geworden; empfehle ich hiermit ausdrücklich jedem/jeder, der/die Musik liebt und sucht, wo Raum und Sound einen mitnehmen auf eine bildreiche und gut erzählte Reise. Ohne im Einzelnen den Entstehungshintergrund der Stücke zu kennen - aber das hier ist schonmal eine sehr schöne An- wie Aussage für das neue Jahr.

Michel Benita Bass
Mieko Miyazaki Koto
Matthieu Michel Trompete, Flügelhorn
Eivind Aarset Gitarre, Electronics
Philippe Garcia Schlagzeug
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 17, 2016 5:51 PM CET


Kopfschuss: Autobiografische Zeitfenster
Kopfschuss: Autobiografische Zeitfenster
Preis: EUR 5,37

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen mitten rein ins lauernde Herz, 8. Januar 2016
... noch immer kenne ich mich in der Self-Pub-Szene nicht wirklich aus ... suche aber zunehmend hier und bin mit diesem Buch wieder fündig geworden ... es gefällt mir sehr ... Sprachwitz - gute Szenenbeschreibungen - schöner Stil in einer rundum fein gesponnenen Tagebuchprosa - und stimmig. Bei einigen Stellen auch mit Scherzbeilage. Zum Beispiel die Stasiunterlagen ... schon ungeheuerlich, was da zusammengebraut wurde: "Als Motiv konnte herausgearbeitet werden, daß die Kießling versuchte, um sich einen Personenkreis aufzubauen, mit denen sie Trinkgelage durchführen konnte." Wenn es nicht so traurig wäre ... zum schief gucken und werden in Kursivschrift und fett.

Das Buch ist voller schöner Sprachmomente und Miniaturen - wieder ein Beispiel: "Schoko aus Jena, ein hübscher farbiger Kumpel, zu Besuch bei mir ausgerechnet an dem Wochenende und natürlich mit verhaftet, grinste als wir auf die LKW stiegen und sagte "Jetzt machen wir eine Fahrt ins Grüne!" (Tatsächlich gehts aufs Polizeipräsidium.) Auch dieser kleine Holperstein: "die Kerzenlicht gute Zigarren Luft" - macht sofort Assoziationen auf und ich sehe viele gute Kerzenlicht Zigarren Luft vor mir - das ist nicht nur auf sich selbst bezogen - die Autorin schafft es vielmehr wiederholt, auch die mir eigenen inneren Bilder mit solchen Worten zu wecken. Ich kann den Text also zweifach lesen. Einmal als Abhandlung, Erzählung und Essay der Geschichte der Autorin - aber auch immer mit einem Augenzwinkern in die eigene Biografie hinein: Im "Wintersonnenschnee" oder in: "Du schraubst den Deckel auf die Linse der Kamera und dir läuft eine Eiswindträne über die Wange. Ich wisch die vor dir stehend mit meinem Handrücken weg und "brenne diese Sekunde auf meine Festplatte". "Danke."" Oder in: "Mein Gehirn versinkt im Wachs, das langsam an der Kerze vor mir runter läuft."

Ich wünsche der Autorin weiteren Erfolg und hoffentlich viele Leser und Leserinnen, möchte betonen ... ich habe das Buch nicht als eins nur für Frauen gelesen - sondern geschrieben von einer Frau mit einem Sinn und einem Fingerspitzengefühl für gute Fügungen in Satz und Wort. Eine in meinen Augen gelungene gute Literatur unter den Selbst-Publiziererinnen. Ich könnte weiter zitieren oder als Beleg anführen, zum Schluss nur noch dies: "Ich bewegte mich nicht, ich atmete nicht, meine Ohren starrten durch die Wände."

"Danke." - dafür!


Siggi Loch-a Life in the Spirit of Jazz
Siggi Loch-a Life in the Spirit of Jazz
Preis: EUR 39,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geburtstagskuchen auf 5 Cds, 6. Oktober 2015
Das ist ein bisschen Nostalgie, ein bisschen in alten Zeiten unterwegs sein - vor allem die zweite CD hatte mich gleich auf der heiteren Seite. Diese unvergesslichen Stimmen von John Lee Hooker, Muddy Waters und Buddy Guy - einfach großartig. Dann rutscht das Ganze in den Rock 'n Roll, aber auch das lustig bis heiter - kann man sehr gut nebenbei hören und selbst nach dem dritten und vierten Mal nicht langweilig.

Wer da alles die Wege des Siggi Loch gekreuzt hat, und wem er da alles auf die Beine geholfen hat - schon unglaublich. Wusste ich gar nicht: Al Jarreau, Klaus Doldinger, Philip Catherine und Joachim Kühn gehören genauso zu seinen Entdeckungen wie Katja Ebstein, Marius Müller-Westernhagen oder Heinz Rudolf Kunze. Da gibt es also zwei Leben eines Siggi Loch (wahrscheinlich noch viel mehr) - ein Leben vor der Gründung des ACT-Labels, und eins, das schließlich ganz dem ACT-Label gewidmet ist. Hier vor allem dann die Entdeckung von Esbjörn Svensson oder Michael Wollny oder Nils Landgren. Das erfährt man alles in dem kleinen, schicken Beiheft mit schönem Bildmaterial - dort man vor allem einen immer freundlichen und begeisterten Siggi Loch sieht. Immer ganz nah am Geschehen. Das wirkt kaum gestellt oder distanziert, sondern irgendwie freundschaftlich (der frühere Siggi Loch) oder väterlich (der heutige).

Die Cds sind thematisch nach Lebensphasen geordnet.

CD1 The Beginning - hier tritt gleich mit dem ersten Stück Sidney Bechet in Erscheinung. Dieser Bechet Siggi Loch fünfzehnjährig am Jazz-Nerv gepackt hat. Und da Siggi Loch keinen Hehl draus machte, dass er kein so großartiger Musiker war, aber sich immer wünschte, in der Nähe der Musiker zu sein, verschrieb er sich schnell dem Vermarkten von Musik, dem Sichtbar- und Hörbarmachen von Musik, nicht ohne seine Jazz-Vorliebe weiter zu pflegen. Sich hierfür richtig hingehend zu verausgaben, sollte ihm dann ab 1992 mit Gründung des ACT-Labels gelingen.

CD2 (Blues & Rock) ist die Bluesige im Anfang, die Rock 'n Roll-hafte im Mittelteil, und dann wird es sogar ziemlich kitschig mit Nights in White Satin - man spürt richtig hingehend den Duft von 4711 des Hammond Orgel-Spielers mit einfachster Begleitung, wenn da Gitarre und Schlagzeug und Bass nichts machen, außer ihre fast schon schulbuchmäßige Begleitung abzuspulen - so war das wohl - mit einfachen Mitteln I feel free vor sich hinsmashen - und donnern. Man könnte geradewegs wieder in den Keller hinuntersteigen und auch nochmal losröhren ...

CD3 nennt sich dann "Crossing Borders" - lt. Begleitheft soll sie "Siggi Lochs Vision der kreativen Verbindung von vermeintlich undurchlässigen Genres" in den Mittelpunkt rücken. Da ich ja durch die beiden ersten CDs schon sehr heiter gestimmt bin, kann ich das mit George Gruntzens Cembalo-Geklimpere gerade noch akzeptieren, mit einem Lächeln versteht sich, denn noch immer wird hier ziemlich wild drauf los gezimbelt - immerhin hört man schon auch mal einen Bass zaghaft ein Solo antesten - "zugekleistert" durch eine Klarinette - sei's drum, denn diese CD ist von allen die abwechslungsreichste - da geht's gleich in einen Country über - um ins Arabische zu wechseln - von dort ins Spanische - es folgt ein Tango klapp klapp - zwischendurch dann eh einer meiner Lieblingssongs aus dem ACT-Programm, Christoph Lauer mit Sidsel Endresen - abgeschlossen wird die CD mit einem starken Duo Klavier und Trompete. Super-CD!

CD4: Hier wird es für Eingefleischte des ACT-Programms etwas schwierig. Denn wer schon viele CDs hat, wird einige Doppler hinnehmen müssen. Umgekehrt frage ich mich allerdings, was soll das Label auch machen, wenn hier die Anfänge des Labels dargestellt werden sollen - da sind ja nun inzwischen einige Klassiker entstanden - man könnte sich höchsten darüber streiten, was denn nun das stärkste E.S.T -Stück ist oder welchen Nils Landgren du hören willst - oder welches Polygon dir recht ist?

CD5 rundet das Ganze mit den Auftritten der ACT-Künstler in der Philharmonie ab. Auch hier wird man als ACT-Kenner um Doppler nicht herumkommen. Allerdings will ich auch hier mit meiner Kritik auf leisen Sohlen daherkommen: erstens habe ich bei insgesamt 66 Stücken vielleicht gerademal 4/5 Doppler, zweitens gilt das gleiche wie für CD4 - im Ergebnis man die CD in einem Stück hören kann, zurückgenommen im Hintergrund oder auch etwas kraftvoller über die ganze Breite der Anlage. (P.S. Wer also einen Bogen macht um Compilations, sollte einfach die Titelauswahl selbst nochmal checken und dann entscheiden!)

Einen Zwischenruf/Schlussakkord habe ich noch: Diese Sammlung ist auch bestens geeignet, Leute, die sich schwer tun mit jazzigen Tönen, an den Jazz heranzuführen, so wie es wohl insgesamt Siggi Lochs größte Leistung ist, über die Distanzen, sich nicht auf eine ganz bestimmte Ästhetik festgelegt zu haben, Musik also nicht nur als für eine bestimmte/unbestimmte elitäre Clique glänzen oder brillieren zu lassen, sondern sie so vielen es eben geht, möglich zu machen. Wer also seinen im Musik-Dschungel irrlichternden Freunden, Verwandten oder erwachsenden Kindern schon immer mal sagen wollte, was Jazz alles kann und will, und ist - hier ist eine Box für Einsteiger genauso für Leute, die meinen, schon alles gehört zu haben.

Dem Geburtstagskind sei dafür gedankt. Denn wo gibt es das schon. (Nur bei Betriebsausflügen wohl - da zahlt immer das Geburtskind drauf.) Hier schenkt es uns, was es für gut und richtig hält. Das nehme ich dankend an! Und empfehle es gerne weiter!


Snowy Egret
Snowy Egret
Preis: EUR 9,99

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kraftvolle Implosionen und feine Ruhemomente, 5. Oktober 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Snowy Egret (MP3-Download)
Warum weiß man, wieso einem etwas gefällt, obwohl die anderen dazu sagen, wie kann man so etwas hören? Wenn man durch Zufall auf eine Pianistin trifft, die schon mehr als zehn Platten unter die Freunde ihrer Musik gebracht hat. Wenn man so etwas spürt wie Timing, Parallelwelt, Ereignisraum und Vielfalt, wenn man sich von etwas beeindruckt weiß und das mitteilen will - dann ist wohl etwas Besonderes passiert.

Das beginnt mit einer Fanfare - das Thema ist im Anspielbeispiel zu hören. Die Auflösung des Themas übernimmt die Gitarre und führt in ein eigenes Schieben und Improvisieren, die beiden am Schlagzeug und Bass treiben es voran, während Mylford das Thema dazwischenschiebt, damit sich auch die Trompete freispielen darf. Es kommen zusammen: Musiker. Komposition. Ruhemomente, Unruhemomente. Das Aufeinander-Hören, das Miteinander, das gemeinsame Jagen, die Abwechslung. Dieses etwas kräftigere Stück wird abgelöst von Night in Sorrow - ganz die Ruhe selbst, von der Gitarre eingeleitet, das hört man auch im Anspielbeispiel. Der Bass schleicht sich leise hinzu. Das Schlagzeug folgt und schließlich eine Melodie übers Klavier. Das war es schon, möchte man meinen, ist aber so fein gesponnen - da gehst du dahin. Wieder wunderbar aufgelöst vom Thema ins Spiel. Und da das über die ganze Aufnahme immer wieder geschieht auf bestmöglich Art, bleibt sie ein wunderbares Beispiel dafür, wie Herz, Kopf und Bauch gleichzeitig angesprochen werden. Und noch immer muss ich rufen, Vorsicht. Das ist noch immer Jazz. Wem sage ich das?

In den Anhörbeispielen ist der eigenständige Charakter der Aufnahme schon ganz gut zu hören, aber noch nicht, wie die Musiker schließlich, nachdem die Themen jeweils gestellt sind, aufeinander losgehen und umeinander ringen, drängen, kämpfen (man sagt auch sich arrangieren dazu), das lässt sich sehr gut im dritten Stück hören. Da ist ein anfänglich klarer Ansatz gegen Ende des Stücks aber derart von allen zusammen gegen oder miteinander zerlegt - es muss zwangsläufig wieder Ruhe einkehren. Das leistet "Ching Ching" tatsächlich auf eine ganz eigene Weise. Obwohl ein Trommelwirbel mit Melodia und Trompete im Anfang, wird es ein eher zurückgenommenes und sentimentales Stück - was dann aber von Schlagzeug und Bass und Gitarre komplett in eine wieder stämmigere Reibung überführt wird.

Diese Aufnahme ist vor allem ein Feuerwerk der Ideen, und eine Implosion wie Explosion. Ein vorletztes Beispiel: "The Kitchen" - da wird anfänglich mit Gitarre und Bass auf die Widersprüchlichkeit oder Unterschiedlichkeit der jeweiligen Seite (Saiten) hingewiesen, bis in der dritten Minuten das Thema gemeinsam aufgenommen ist, von allen!, um das Stück in eine komplett andere Richtung zu verschieben, wo das Klavier schließlich einen Ritt auf der Rasierklinge des Bass hinlegt - da bleibt nichts am Platz - ein großer Satz in die Tasten. Und zu guter Letzt: "Strawberry": was als kleiner Blues beginnt, findet sein glückliches Ende in karibischen Rhythmen.

Eine wie ich finde richtig gute Aufnahme.

Featuring:
Myra Melford: piano, melodica
Ron Miles: cornet
Liberty Ellman: guitar
Stomu Takeishi: acoustic bass guitar
Tyshawn Sorey: drums
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 12, 2015 12:29 PM MEST


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