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Rezensionen verfasst von
Colin "metal.de"

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Ancestral Energy
Ancestral Energy
Preis: EUR 34,76

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geniales Album, 16. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: Ancestral Energy (Audio CD)
Wer auf eine Mischung aus US- und traditionellem Metal europäischer, speziell englischer Schule steht, sollte nun die Ohren spitzen. Die aus Florida stammenden Metaller von ARTIZAN haben jüngst ihr zweites Album “Ancestral Energy” via Pure Steel Records veröffentlicht und sollten jedem Fan der genannten Richtungen zusagen. Gewürzt haben sie ihr musikalische Potpourri mit einem Schuss progressive Metal. Wem jetzt Bands wie IRON MAIDEN und JAG PANZER, alte QUEENSRYCHE oder auch JACKAL (falls die noch wer kennt) in den Sinn kommen, liegt mit dieser Annahme nicht falsch.

Dabei dienen die genannten Bands aber nur als Orientierungshilfe, denn eigentlich spielen ARTIZAN ihren Sound sehr eigenständig und brauchen sich hinter den genannten Bands nicht zu verstecken. Gleich der Opener “I Am The Storm” ist eine Hymne, die man nicht mehr aus dem Kopf bekommt. ARTIZAN bündeln gleich hier ihre Stärken und überzeugen mit durchdachtem, leicht progressivem Songwriting. Zudem haben ARTIZAN mit Tom Braden einen Könner in der Band, der sich in eine Reihe mit den großen Sänger der Szene stellen kann. Er veredelt die Songs auf eine Weise, die einem als Hörer immer wieder Gänsehautmomente beschert. Überhaupt spielen ARTIZAN ihren Metal mit einer Leichtigkeit, die vielen namhaften Bands schon längere Zeit abgeht. Songs wie “The Raven Queen”, “The Death Of Me”, “Deep Ocean Dreams” oder “The Guardian” packen den Hörer schon nach nur wenigen Takten und lassen ihn nicht mehr los.

Die progressiven Elemente sind gerade so in die Songs eingebaut, dass die Nummern auch nach mehrmaligem Hören interessant bleiben, dabei aber nie zu kopflastig und ausufernd werden. Das wiederum ist dem völlig unprätentiösen Spiel von Gitarrist Shamus McConney geschuldet, der sein Können nie in den Vordergrund stellt und dessen kompositorisches Talent im abschließenden Titeltrack kulminiert. Hier bringt die Band alle ihre Stärken noch einmal auf den Punkt und kreiert ein packendes Stück Musik, das nicht nur alle Trademarks von ARTIZAN beinhaltet, sondern auch die wichtigsten Genrekomponenten bündelt. Prominente Unterstützung bekommen ARTIZAN von keinem Geringeren als ex-ICED EARTH-Sänger Matt Barlow, der sich optimal mit Tom Braden ergänzt und ebenfalls ein klasse Leistung zeigt.

“Ancestral Energy” überzeugt auf ganzer Linie und dürfte in diesem Jahr nicht so einfach zu überflügeln sein. Hier trifft Härte auf eingängige Melodien, sowie intelligentes Songwriting. Im Prinzip also all das, was sich der Fan wünscht. Wer JAG PANZER nachtrauert und sich fragt, wann IRON MAIDEN mal wieder ein überzeugendes Album abliefern, muss sich “Ancestral Energy” in den Schrank stellen. Wenn es ARTIZAN in Zukunft schaffen, ähnlich hohe Kunst abliefern, dürfte die Wachablösung nur eine Frage der Zeit sein.


Immortal
Immortal
Preis: EUR 16,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nicht Fisch, nicht Fleisch, 13. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: Immortal (Audio CD)
Satte fünf Jahre liegen zwischen RITUAL STEELs letztem Output “Invicible Warriors” und dem aktuellen Album “Immortal”. Was die Band in der Zwischenzeit so getrieben hat, vermag ich nicht sagen, da ich die Kieler bislang nicht auf dem Schirm hatte. Cover und Logo sprechen bezüglich der musikalischen Ausrichtung der Band die deutliche Sprache des True Metal, was prinzipiell schon einmal nicht verkehrt ist. Zwar wird es im Genre des echtmetallischen Metal immer problematischer neue Pfade zu betreten, aber RITUAL STEEL geben sich hörbar Mühe innerhalb ihres Spektrums interessante Songs zu schreiben.

Der Anspruch an die eigenen Kompositionen ist dabei recht hoch, was schon der knapp über Minuten lange Opener “Aggressor” unter Beweis stellt. Nach etwas zu langem Intro legt das Trio um Bandkopf Martin Zellmer einer Dampfwalze gleich schön heavy los. Irgendwie fehlt mir bei der Nummer aber so ein wenig die Nachhaltigkeit. Kein wirklich gelungener Einstig in das Album. “The Ritual Law” kommt da schon knackiger aus den Boxen und kann durch einen gelungenen Refrain, sowie abwechslungsreiches Songwriting punkten. Leider offenbart aber gerade auch diese Nummer einen großen Nachteil von “Immortal”, den Gesang von Frontmann John Cason. Wie der Mann in den Strophen an den Tönen vorbei singt, ist kaum auszuhalten und schadet dem Song immens. Ist das denn im Studio keinem aufgefallen? Das kann doch so nicht gewollt sein. Ich gebe gerne zu, dass ich mit dem Gesang von Cason nicht zu hundert Prozent warm werde, aber bei Nummern wie “Judgement Day”, dem coolen “Dr. West” oder dem aggressiven “Fire” passt er sich dem Song an und bringt auch gute Leistungen.
Die genannten Songs gehen brechen das True-Metal-Korsett zwar nicht auf, bieten dem geneigten Banger aber genug Stoff, um sich mit einem Bier in der Hand die Rübe abzuschrauben. Auch das mit BLACK SABBATH-Flair ausgestatteten “Get Down To The Underworld” kann ebenso überzeugen wie das mit scheidenden Riffs versehene “Metal Sanctuary”. Weniger überzeugen kann hingegen das abschließende, über 23 Minuten lange “Welcome To The Metal Dead”. Hier scheitern RITUAL STEEL an den schon erwähnten Ansprüchen. Die Nummer geht schön flott los und rifft angenehm vor sich hin, wird mit zunehmender Spieldauer aber immer uninteressanter und packt den Hörer zum Schluss überhaupt nicht mehr. Da wäre nach dem Beginn definitiv mehr drin gewesen.

Zu schwarzmalerisch möchte ich hier aber auch nicht klingen. Es ist nur so, dass “Immortal” sowohl Licht, als auch Schatten beinhaltet. Hier sind starke Echtmetallstücke, die jeden Genre-Fan begeistern dürften. Auf der anderen Seite stehen aber auch Songs, die mit dem Rest nicht mithalten können. Nicht die beste Platte des Genres, aber auch nicht die schlechteste. Antesten kann nicht schaden, mich hat das vierte Album von RITUAL STEEL aber nicht überzeugt.


Die Wahrheit über Wacken: Wacken von A-Z
Die Wahrheit über Wacken: Wacken von A-Z
von Till Burgwächter
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,90

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sehr unterhalsames Buch - auch für Nicht-Metaller, 9. Juni 2013
Dass das Wacken Open Air mittlerweile das Oktoberfest unter den (weltweiten) Heavy Metal-Festivals ist, ist ja schon länger bekannt. Auch, dass die Veranstalter (Bauer ‘Menschen sind leichter zu melken als Kühe’ Trede rechnen wir hier der Einfachheit halber mit ein) immer neue Ideen haben um den Besuchern ihres Festivals den Aufenthalt angenehmer zu gestalten und/oder ihnen das Geld aus der Tasche zu ziehen (je nach Sichtweise natürlich), ist den meisten geläufig. Trotzdem pilgern jedes Jahr um die 70.000 Menschen in das kleine, beschauliche norddeutsche Dorf Wacken um sich ca. 3 Tage lang von gefühlten 1.000 Bands die Gehörgänge frei blasen zu lassen.

Über diese Begebenheit hat sich wohl auch Till Burgwächter so seine Gedanken gemacht und bereits im Jahr 2005 seine satirische Sichtweise zu Wacken in dem Buch “Die Wahrheit über Wacken” kund getan. Das Buch erfreute sich so großer Beliebtheit, dass bereits 2007 eine überarbeitete Version heraus kam und nun die 2011er Ausgabe vorliegt. Auch bei der neuen Ausgabe – man könnte auch Re-Re-Release sagen – zielen die Kolumnen und Glossen auf das Zwerchfell der Leserschaft und treffen mit schöner Regelmäßigkeit ins Schwarze.

Egal, ob Herr Burgwächter sich in “Wacken von A bis Z” beispielsweise über die Dixis, das Essen oder den ‘wichtigen’ Backstage-Bereich (in welchem es nur ‘wichtige Macher’ gibt) auslässt. Er trifft immer den Nagel auf den Kopf und man ertappt sich ein ums andere Mal dabei Till zu zustimmen. Wer, der schon einmal in Wacken war, hat sich nicht schon gefragt, warum die Security elendig lange braucht, um die Menschenmassen zu checken, nur um kurze Zeit später – wenn man selbst an der Reihe ist – den Eingangsbereich komplett zu öffnen? Eben. Zudem weist Till noch auf Problematiken ganz anderer Art hin. So kann man unter dem Stichpunkt “Aspirin, das” quasi mit dem Medikament mitfühlen, wenn es den Rachen herunter gespült wird, in der Annahme Zahnschmerzen oder leichtes Kopfweh bekämpfen zu müssen und sich dann 24 Hektolitern Alkohol gegenüber sieht. Jedem sollte klar sein, dass dies eine ziemlich aussichtlose Angelegenheit ist.

Auch das Wacken-Horoskop kann ebenso überzeugen, wie das belauschte ‚Gespräch‘ zwischen IRON MAIDEN-Manager Rod Smallwood und Wacken-Veranstalter Holger Hübner. Einziger Kritikpunkt dieses ansonsten sehr empfehlenswerten Buch, ist die Rubrik “Ein Lied für Wacken”. Hier trifft Till Burgwächter zumindest meinen Humor nicht. Das macht aber eigentlich nichts, denn man kann ja nie den Humor von jeder Person treffen. Von daher gibt es natürlich auch keine Schönheitsfehler zu beklagen.

Ansonsten sollte aber jeder Banger und nicht nur diejenigen, die schon einmal in Wacken waren, dieses Buch gelesen haben, denn es erfüllt nicht nur den Zweck der Unterhaltung, sondern steigert auch ungemein die Lust wieder nach Wacken zu fahren. In diesem Sinne: Wackööööööön!!!


Restored To Life
Restored To Life
Preis: EUR 16,28

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gelungener Einstand, 9. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: Restored To Life (Audio CD)
“Restored To Life” zeigt eine hörbar gereifte Band, die sich verglichen mit dem Material des Demos enorm gesteigert hat. Neben sieben brandneuen Tracks finden sich mit “Necrophobia” und “Eternal Gloom” ebenfalls zwei Songs des Demos auf dem Album. Gerade auch diese beiden Stücke profitieren ungemein von der neuen Besetzung und kommen um einiges fokussierter aus den Boxen. Auch die anderen Songs wissen durch die Bank zu überzeugen. Ihren Stil haben SABIENDAS auf dem Debüt natürlich nicht geändert, vielmehr haben die Mannen um Alex ihren Stil verfeinert und die eigene Note steht wesentlich mehr im Vordergrund, als noch auf “Buried Alive”. Songs wie “Faces In The Dark”, “Cheating Death” oder “Retributionist” sind geprägt durch das Zusammenspiel von Schlagzeug und Gitarren. Während die Riffs schön brutal, aber auch verspielt daher kommen, untermalt Drummer Toni die Songs mit vielen verschiedenen Rhythmusfiguren und trägt so dazu bei, dass die Songs nicht langweilig werden. Auch Sänger Jan drückt den Liedern seinen Stempel auf. Er agiert immer dem Song entsprechend und setzt seine Stimme sehr variabel ein. So erinnert er beispielsweise bei “Prophets Of Blood” streckenweise sogar an Chris Barnes von SIX FEET UNDER, was man ja durchaus als Kompliment werten kann. Insgesamt gibt es an “Restored To Life” nicht viel zu meckern. Die Songs sind stimmig arrangiert, die einzelnen Musiker mit viel Herzblut bei der Sache – was man den Stücken anhört – und auch die Produktion erfüllt internationalen Standard. Unter dem Strich stellt das SABIENDAS-Debüt eine gelungene Old-School-Death-Metal-Platte dar, die Fans des Genres sich unbedingt auf die Liste schreiben sollten. Es lohnt sich auf jeden Fall der Band ein Ohr zu leihen.


Dark Deceiver
Dark Deceiver
Preis: EUR 18,63

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Starkes Prog-Metal Album, 9. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: Dark Deceiver (Audio CD)
Progressive-Metal Bands sehen sich ja meist (zu Unrecht) mit dem Vorwurf konfrontiert, dass sie zwar geniale Musiker in ihren Reihen haben, aber ihre Kompositionen den Wiedererkennungswert vermissen lassen. Klar, ein Klischee.

Auf den ersten Blick könnte man diesen Vorwurf auch den Amis von ZERO HOUR machen. Die Jungs um die Brüder Jasun und Troy Tipton brennen auf ihrem nunmehr fünften Album “Dark Deceiver“ ein technisches Feuerwerk ab, dass es Genre-Fans Freudentränen in die Augen treiben dürfte. Vergleiche mit den omnipräsenten DREAM THEATER oder auch WATCHTOWER kommen nicht von ungefähr. ZERO HOUR spielen definitiv in derselben Liga wie genannte Bands.

Damit dürfte auch ungefähr die Marschrichtung von “Dark Deceiver“ klar sein. Hoch technischen und komplexen Progressive-Metal bieten die neun Songs der Scheibe, die phasenweise noch vertrackter als der Vorgänger “Specs From Pictures Burnt Beyond“ ist (ja, das geht!). Stücke wie der Opener “Power To Believe“ oder “Inner Spirit“ sind garantiert keine leichte Kost und verlangen danach, öfter gehört zu werden (und selbst dann findet man noch immer neue Facetten). Das gilt besonders für kurze Tracks wie dem Titelsong. Die vielen Takt- und Rhythmuswechsel, die neben den harten Metal-Riffs einen wichtigen Faktor im Bandsound darstellen, sind absolut schlüssig in die Songs integriert und stellen keineswegs ein störendes Element dar. Ebenso gelungen, wie die musikalische Umsetzung, wurden auch die Gesangslinien arrangiert. Sänger Chris Salinas hat innerhalb der Songs genügend Freiraum sich zu entfalten und den Songs seinen Stempel aufzudrücken.

Auf “Dark Deceiver“ haben ZERO HOUR alles richtig gemacht und geben Progressive-Metal-Fans die absolute Vollbedienung und ein extrem spannendes und interessantes Album. Technisch verspielt und komplex, dabei aber eingängig und melodisch. Für mich ist das neue Werk der Band sogar noch ein wenig besser als “Specs From Pictures Burnt Beyond“. Ein Hammeralbum!


Angl
Angl
Preis: EUR 17,60

5.0 von 5 Sternen Stark wie immer, 9. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: Angl (Audio CD)
Ich muss gestehen, ein derart starkes Album wie „angL“ hätte ich dem guten IHSAHN nicht wirklich zugetraut. Natürlich hat der Mann mit EMPEROR einige exzellente Alben und Genre-Klassiker auf den Markt gebracht und ich bin, bei vorliegendem zweiten Solowerk des Norwegers, von einer Black-Metal-Scheibe ausgegangen.

Mit Black-Metal hat „angL“ aber nur bedingt zu tun. Viel mehr ist es IHSAHN gelungen, ein enorm abwechslungsreiches, modernes Metalalbum aufzunehmen. Auf „angL“ treffen progressive Elemente knackige Riffs und interessante Songstrukturen. Egal, ob der blackmetallische Opener „Misanthrope“, das eher hypnotische „Elevator“ oder das von arabischer Melodieführung geleitete „Scarab“ gewählt werden. IHSAHN hat es tatsächlich geschafft, wütende Black-Metal-Elemente adäquat mit melancholisch ruhigen Passagen und den schon erwähnten fetten Riffs gleich zu setzen. Jeder Song auf „angL“ ist ein Volltreffer. Ein melancholisch angehauchtes Stück wie „Emancipation“ harmoniert perfekt mit einer Blastbeat-Hassattacke vom Kaliber „Malediction“.

Das gilt ebenso für Mastermind IHSAHNs Gespür für Spannungsbögen und die immer wiederkehrenden atmosphärischen Zwischenstücke in den Songs, die sich hervorragend mit den harten Riffs und IHSAHNs Gesang vereinen. Dass er auf dem Album von Mikael Akerfeldt (OPETH) unterstützt wird, passt ebenfalls ins Bild und spricht für die Qualität dieser Scheibe. Es gibt wirklich nicht genügend Superlative um dieses Album zu beschreiben. Ehrlich, ich habe die CD mehr als zehnmal gehört, immer mit dem Hintergedanken: Da muss doch ein Fehler sein. Nein, es gibt einfach keinen…

Es gibt wirklich nicht viele Künstler, die es schaffen, ein derart breites musikalisches Spektrum zu kreieren und dann das Ganze auch noch mit den entsprechenden Emotionen zu versehen, so dass das Ergebnis glaubwürdig klingt. IHSAHN hat es geschafft und ein zeitloses Album aufgenommen, das sowohl seiner Vergangenheit Tribut zollt, als auch offen für modernere Einflüsse ist. Respekt! Warum es dann „nur“ neun Punkte gibt? Weil ich das Gefühl habe, dass der gute IHSAHN da mit dem nächsten Longplayer noch einen draufsetzen wird. Kaufen!


Sleep Now,Quiet Forest
Sleep Now,Quiet Forest
Wird angeboten von ProMedia GmbH
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen Guter Gothic Metal mit Folk-Einschlag, 9. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: Sleep Now,Quiet Forest (Audio CD)
„Aus den weiten Wäldern Neuenglands tritt mit TODESBONDEN eine verträumte Formation erstmals scheu ins Licht der Öffentlichkeit.“ So die Beschreibung des Promo-Flyers zu „Sleep Now, Quiet Forest“, dem Debütalbum des amerikanischen Quintetts um AUTUMN TEARS-Frontfrau Laurie Ann Haus. Eine passende Umschreibung, wie ich finde. Denn verträumt ist die Scheibe definitiv!

Melancholisch, atmosphärisch oder romantisch sind weitere Attribute, mit denen man die Musik auf „Sleep Now, Quiet Forest“ beschreiben kann. Soweit zu den Emotionen, die von TODESBONDEN in ihrer Musik (glaubhaft) verarbeitet werden. Diese Emotionen werden von einer Basis begleitet, die ganz klar Metal heißt. Auch wenn er nicht die Präsenz im TODESBONDEN-Sound hat, wie man sie von ähnlich gelagerten Bands kennt. Das macht aber nichts, da die Musik auf „Sleep Now, Quiet Forest“ mit einer Metal-Breitseite ausgestattet nicht wirklich funktionieren würde. Durch das Hinzunehmen von (mittlerweile nicht mehr ganz so) genrefremden Instrumenten wie zum Beispiel Blockflöte oder Violine, ist das gebotene Spektrum auf TODESBONDENs Debüt daher sehr groß und die Instrumente brauchen entsprechend Platz, um sich entfalten zu können.

Während der Opener „Surrender To The Sea“ noch grob in die NIGHTWISH-Ecke eingeordnet werden kann, kommt schon der zweite Song „Surya Namaskara“ mit seinem orientalischen Arrangement völlig eigenständig daher, was auch zum Großteil an den schon genannten Instrumenten liegt. Generell legen TODESBONDEN sehr viel Wert auf die Arrangements der Stücke, wovon Lieder wie die schöne Halbballade „Ghost Of A Crescent Moon“ oder das nur mit klassischer Gitarre und Violine vorgetragene „Flow My Tears“ profitieren. Das heißt jetzt natürlich nicht, dass man hier nur langsame oder akustische Stücke zu hören bekommt. Natürlich finden sich auf dem Album auch typische Metal-Songs (u.a. „Sailing Alone“, „Trianon“), die schön krachen und hervorragend zu den ruhigeren Kompositionen passen.

Es ist halt die Mischung, die diese CD so interessant macht. Hier wird der Gothic-Metal (im weitesten Sinne) nicht neu erfunden, das ist klar. Dennoch ist „Sleep Now, Quiet Forest“ ein richtig schönes Debütalbum geworden, welches vor allem von den vertonten Emotionen lebt.


Ignorance and Vision
Ignorance and Vision
Wird angeboten von SDRC
Preis: EUR 15,01

4.0 von 5 Sternen Interessantes Potpourri, 9. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: Ignorance and Vision (Audio CD)
Melodisch, eigenständig, abgedreht, eingängig, eigenwillig, unanständig und glam-rockig sind Begriffe mit denen man MY BABY WANTS TO EAT YOUR PUSSY umschreiben kann. Die Band bietet wirklich ein musikalisches Potpourri, dass man sich manchmal fragt, ob die sie noch alle beisammen haben.

Ich versuche es mal anders herum. Die Bands, die sich in der MBWTEYP-Stammkneipe treffen, hören auf so illustre Namen wie QUEEN, THE BEATLES, SYSTEM OF A DOWN oder RED HOT CHILI PEPPERS. Das ist hier nur die grobe Richtung, in der man die Musik des Quintetts einordnen kann. Songs wie der Opener „Boys & Girls“ oder „Sahra“ tönen völlig eigenständig aus den Boxen. Mal rockig, mal poppig, aber immer melodisch. Eine progressive Note kann man der Band bei einer derartigen Stilvielfalt natürlich auch nicht absprechen. Hier wird fröhlich geswingt, da wird es im Song plötzlich melancholisch. Der Hörer erlebt auf „Ignorance & Vision“ eine wundersame Reise durch Jahrzehnte Musikgeschichte.

„Dogs Run Riot“ vereint zum Beispiel Ska, SYTEM OF A DOWN-Elemente und modernen Rock in sich. „Biology Is A Fairytale“ (Anspieltipp!) zeigt wie man eindrucksvoll Funk, BEATLES-typische Harmonien und melancholische Momente unter einen Hut bringt. „America“ wiederum ist ganz klar von Funk und Swing beeinflusst. Wohingegen „Peace Interstellar“ eine völlig abgefahrene Klancollage ist, die gegen Ende sogar mit Disco-Beats aufwartet. Auch wenn sich die Vermischung der Stile etwas konfus wirkt, so ist die Scheibe eines sicherlich nicht: langweilig. An einigen Stellen ist es nicht einfach den Intentionen der Band zu folgen, aber letztlich bekommen MY BABY WANTY TO EAT YOUR PUSSY jedes Mal noch rechtzeitig die Kurve.

Egal, welchen Song man herauspickt. Der Hörer wird bei jedem Stück wieder und wieder von neuen Ideen überrascht, die sich in den Songs verstecken. Sicherlich ist die Scheibe nur bedingt Metaller-kompatibel, aber interessant ist sie allemal. Und das ist es ja was zählt. Anhören lohnt sich in jedem Fall!


Shades
Shades
Preis: EUR 18,46

3.0 von 5 Sternen Ausbaufähig, 9. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: Shades (Audio CD)
Einen richtig schönen Hassbatzen haben KNIGHTS OF THE ABYSS aus Glendale/Arizona auf ihrem Debütalbum eingespielt. Aggression und Brutalität gehen hier einher mit technischem Können und trotzdem nachvollziehbaren Songstrukturen. Nach dem kurzen Intro "Banished" legen die Jungs aus den U.S. von A. gleich mächtig los mit "A New Darkened Faith". Guter Einstieg um sich die Murmel weich zu bangen.

Eigentlich keine Überraschung, denn wer Stücke wie "Don't Feed The Heathens" oder "Bound By Heresy" im Gepäck hat, kann soviel nicht falsch machen. Die Breaks sitzen, die Tempo- und Rhythmuswechsel sind geschickt gesetzt. Hier und da mag man alte Helden wie AT THE GATES im Bandsound heraushören, das ist aber insofern in Ordnung, als dass KNIGHTS OF THE ABYSS nicht einfach platt klauen, sondern ihrem eigenen Sound lediglich ein paar Farbtupfer hinzufügen.

Auch Melodien sind den Jungs um Gitarrist Cody Bechtel kein Fremdwort. Die Songs werden mit dezenten Melodien aufgewertet, wie man sie vom Schweden-Death-Metal her kennt, die aber nicht so im Vordergrund stehen, wie beispielsweise bei IN FLAMES. Hinzu kommt noch eine Prise US-Death-Metal (zum Beispiel DEATH) und fertig ist der Cocktail mit Namen "Shades". Ausfälle gibt es auf dieser Scheibe nicht zu hören, dafür aber starkes Songmaterial. Die phasenweise eingefügten Thrash-Metal-Riffs passen sich dem Gesamtsound hervorragend an und geben den Songs so noch eine zusätzliche Note. Was der Band eigentlich nur noch fehlt, ist die eigene Identität – will sagen: Es gibt zu viele Bands, die bereits diesen Sound spielen und KNIGHTS OF THE ABYSS haben zwar starke Songs am Start, wirken bei allem Wohlwollen momentan aber noch zu austauschbar.

Da es die Band erst seit drei Jahren gibt ist es echt erstaunlich auf welchem Niveau sich die Songs bereits befinden, das lässt sich nicht bestreiten. Wenn KNIGHTS OF THE ABYSS jetzt noch das gewisse Etwas in ihren Sound bringen, haben sie IN FLAMES und Konsorten schon sehr bald eingeholt. Da bin ich mir ziemlich sicher.


Playground
Playground
Preis: EUR 12,43

4.0 von 5 Sternen Starkes Livealbum, 9. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: Playground (Audio CD)
Dass Prog-Metal aus deutschen Landen auch international konkurrenzfähig ist, beweisen nicht nur die exzellenten Alben von Bands wie TOMORROW’S EVE oder VANDEN PLAS. Vor nicht allzu langer Zeit hat sich mit SIEGES EVEN eine Band reformiert, die die deutsche Szene maßgeblich geprägt hat. Als logische Konsequenz auf die vielen erstklassigen Scheiben der Band, kommt mit "Playgrounds“ das erste Live-Album von SIEGES EVEN dieser Tage auf den Markt.

Die Diskussion über den Sinn von Live-Alben ist so alt, wie das Live-Album selbst. Deshalb lassen wir das mal weg. Fakt ist aber, dass SIEGES EVEN mit "Playgrounds“ ein echt starkes Live-Album herausgebracht haben, dass auch als solches zu erkennen ist. Wenn man die Scheibe laufen lässt und die Augen schließt, dann kann man sich tatsächlich eine Live-Situation mit der Band vorstellen und die atmosphärischen Lieder der Band tragen ihren Teil dazu bei.

Dass hier absolute Top-Musiker zu hören sind, ist hinlänglich bekannt. Da muss man eigentlich gar nicht darauf hinweisen, dass mit den beiden Holzwarth Brüdern (Bass und Drums) eine der besten Rhythmusgruppen der Szene auf "Playgrounds“ zu hören ist. Unglaublich, was die beiden zusammen für komplexe Sachen spielen, dabei aber immer noch grooven ohne Ende. Hinzu kommt das facettenreiche Gitarrenspiel von Markus Steffen und die warme Stimme des "neuen“ Sängers Arno Menses. Absolut stimmig was die vier auf "Playgrounds“ darbieten.

Stimmig ist auch die Songauswahl, die SIEGES EVEN auf der Tour gespielt haben. Egal, ob man Stücke des neuen Albums "Paramount“ (auf denen natürlich das Hauptaugenmerk liegt) wie den klasse Opener "When Alpha And Omega Collide“ oder ältere Stücke der Marke "These Empty Spaces“ auswählt. Die Songs passen zusammen und harmonieren schön miteinander, so dass kein Bruch entsteht. Kein schwacher Song, kein Ausfall, dafür aber Musik auf richtig hohem Niveau bietet "Playgrounds“. Natürlich sind die Live-Versionen roher, erdiger und die Produktion ist etwas spartanischer gegenüber den Studioalben ausgefallen. Das stört aber in keiner Weise und trägt dazu bei, die Live-Atmosphäre richtig wieder zu geben. Starkes Live-Album einer starken Band.


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