Fashion Sale Hier klicken Sport & Outdoor reduziertemalbuecher Cloud Drive Photos Learn More Sommerschlussverkauf Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Autorip Summer Sale 16
Profil für Colin > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Colin
Top-Rezensenten Rang: 4.078
Hilfreiche Bewertungen: 370

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Colin "metal.de"

Anzeigen:  
Seite: 1-10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20 | 21-30
pixel
The Luxury
The Luxury
Wird angeboten von music_wasmyfirstlove
Preis: EUR 18,90

3.0 von 5 Sternen Kann man kaufen, muss man aber nicht, 29. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: The Luxury (Audio CD)
Die Liste an guten und talentierten Bands die aus Kanada kommen ist schier endlos. Angefangen bei den göttlichen RUSH über TRIUMPH und ANNIHILATOR bis hin zu VOIVOD reicht die Liste. Auch DOMENICA stammen aus Kanada, aber ob man sie in die Liste oben genannter Bands einordnet, wird die Zukunft zeigen. Im Hier und Jetzt liegt das Debütalbum “The Luxury” vor und soll einen ersten Eindruck ob des Talents der Band vermitteln.

DOMENICA bewegen sich musikalisch nicht in den Fußstapfen der oben genannten Gruppen. Vielmehr spielen sie modernen Rock mit einem Schuss Alternative Rock, der ganz auf die Stimme von Frontfrau Bekki Friesen zugeschnitten ist. Hinzu addiert wird hier und da auch noch ein wenig Rotzrock und schon ist der Soundcocktail von DOMENICA angerührt. Modern produziert kommen die dreizehn Nummern schön druckvoll aus den Boxen und machen schon mit dem Opener “Music” klar wo die Reise hingehen soll.

DOMENICA versuchen sich an dem Spagat zwischen radiokompatiblen Nummern wie der bereits ausgekoppelten Single “Above Me” und dem eigenen musikalischen Anspruch. Dieser Spagat gelingt der Band allerdings nur bedingt, da man sich mitunter viel zu tief in den Alternative Rock zurück zieht und einige der Songs dadurch nicht im Langzeitgedächtnis des Hörers bleiben. Die Melodien und Refrains wirken manchmal nicht bis ins letzte Detail überdacht und ausarrangiert, was Stücken wie den ruhigeren “The Long Road” und “No Matter What You Say” etwas an Identität fehlen lässt. “Black Moon” hingegen ist ein modernes Rock Stück mit latentem Pop-Appeal und steht DOMENICA seht gut zu Gesicht. Die schon erwähnte Single kann ebenfalls überzeugen und auch die heftigeren Ausbrüche wie “What Goes Around” passen gut ins Bild von “The Luxury”.

Nun sind leider nicht alle Songs qualitativ auf demselben Level anzufinden, daher bekommt die Scheibe einen etwas faden Beigeschmack. Stücke wie “I Love My Gun” und “Lady Like Me” wirken eher wie Lückenfüller und vermögen es nicht den Hörer in dem Maße anzusprechen, wie es die oben genannten Stücke tun. In Anbetracht der Tatsache, dass es sich hier um ein Debütalbum handelt und DOMENICA zweifellos Potential besitzen, drücken wir hier mal ein Auge zu. Der erste Schritt ist getan, jetzt muss sich Hauptsongwriterin Bekki auf ihre Stärken konzentrieren und dann sind bei der nächsten Scheibe auch mehr Punkte drin. “The Luxury” wirkt jedenfalls noch nicht vollends ausgereift, aber daran kann noch gearbeitet werden.


Justice
Justice
Preis: EUR 11,49

4.0 von 5 Sternen Starkes Comeback, 29. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Justice (Audio CD)
Manchmal kommen alte Helden eben mit bärenstarken Scheiben zurück und zeigen der neuen Generation wie man ordentlich und vor allem laut rockt. Im letzten Jahr legten LYNYRD SKYNYRD mit ihrem neuen Album “God & Guns” ein ordentliches Pfund vor. Dass die Genrekollegen MOLLY HATCHET quasi direkt im Anschluss ein ebenfalls superbes Album veröffentlichen würden, hatte ich so nicht unbedingt erwartet. Fünf Jahre sind in den Southern Rock-Kosmos gezogen, ohne ein neues Lebenszeichen der Band und nicht wenige hatten die Band um Gitarrist Bobby Ingram längst abgeschrieben.

Mit “Justice“ kommt nun der Nachfolger des recht erfolgreichen “Warriors Of The Rainbow Bridge” in die Läden und man kann schon anhand der ersten Takte des Openers “Been To Heaven, Been To Hell” feststellen, dass die Southern Rock-Legende nichts verlernt hat. Weder in musikalischer Hinsicht, noch was die Intensität der dargebotenen Kompositionen betrifft. MOLLY HATCHET pendeln dabei immer zwischen den Southern Rock-Wurzeln der Band und dezenten Einflüssen aus anderen, benachbarten Genres. So ist “I’m Gonna Live `Til I Die” (wer kommt bloß auf solch geniale Titel?) beispielsweise ein wunderbar episches, knapp neun Minuten langes Stück, das erst in zweiter Instanz dem Southern Rock zugeschrieben werden kann. Vielmehr handelt es sich hier um ein lupenreines Hard Rock-Stück, das sich aber dennoch gut in den Albumkontext einfügt und neben bandtypischen Rockern wie dem schon genannten Opener, “Safe In My Skin” oder “Deep Water” nicht nur bestehen kann, sondern als ein Highlight der Scheibe durchgeht.

Gleiches gilt für “Fly On Wings Of Angels”, welches einen Ruhepol im Kontrast zu den restlichen Rockern darstellt und, man kann es erahnen, eine Ballade ist. Man kann zu Balladen stehen wie man mag, bei einem solchen Album gehören sie einfach dazu – zudem sich das Stück ebenso wie das folgende “As Heaven Is Forever” nicht im Kitsch verliert. Beide Songs bilden die Mitte des Albums und stehen den rockigen Stücken in nichts nach. Die rauchige Stimme von Sänger Phil McCormack verleiht den Kompositionen – und zwar nicht nur hier – einen ganz eigenen Charme, der neben dem Gitarrenspiel von Bobby Ingram eines der Trademarks der Band ist. Warum es allerdings zwei (gutklassige) Balladen direkt hintereinander sein müssen, weiß wohl nur die Band selbst.

Mit dem Gute-Laune-Song “Tomorrows And Forevers” wird die zweite Runde der rockigen Nummern eingeleitet. Der Song ist zwar kein Ausfall, kann den hohen Standard der anderen Lieder aber nicht halten. Da kommt mit “Vengeance” schon ein ganz anderes Kaliber aus den Boxen. Schön aggressiv und hart vorgetragen, kann dieser, für die Band typische, Southern-Rocker vollends überzeugen. Auch die beiden abschließenden “In The Darkness Of The Night” und “Justice” (mit ähnlich genialem Schluss wie LYNYRD SKYNYRDs “Free Bird”) runden ein starkes Album ab, das ich MOLLY HATCHET so nicht mehr zugetraut hätte.


2000 Jahre J.B.O.(+Bonus Dvd)
2000 Jahre J.B.O.(+Bonus Dvd)
Preis: EUR 10,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Live sind J.B.O. nach wie vor spitze, 29. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: 2000 Jahre J.B.O.(+Bonus Dvd) (Audio CD)
Nach der sehr erfolgreichen Tour zur aktuellen Scheibe “I Don’t Like Metal – I Love It”, war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, wann ein neues Livealbum der fränkischen Spaßbuben erscheinen würde. Mit “2000 Jahre J.B.O. – Live” legen Hannes, Vito und ihre beiden Kumpel also ihren zweiten Livemitschnitt vor und dürften damit eigentlich, objektiv gesehen, keinen Fan enttäuschen. Das liegt nicht nur an den immer lustigen Konzerten der Band oder an ihren Fähigkeiten an den Instrumenten.

Vielmehr ist es die Mischung aus den vorzüglich umgesetzten Coverversionen, den Eigenkompositionen und dem Humor der Band, der vor allem in der Livesituation einfach wunderbar ist. Aber was erzähle ich das hier? Das ist ja eigentlich längst bekannt. So ist es auch kein Wunder, dass sich auf der aktuellen Scheibe die Klassiker quasi die Klinke in die Hand geben. Neben Standards wie “Könige”, “Bimber Bumber Dödel Dei”, “Fränkisches Bier”, “Ein Fest” oder dem unverzichtbaren “Verteidiger des Blödsinns” (in einer wunderbar harten Version), stehen Songs neueren Datums wie “I Don’t Like Metal”, “Head Bang Boing” oder “Dio in Rio” und fügen sich gut in das Gesamtbild des Albums ein.

Dass der typische J.B.O.-Humor nicht zu kurz kommt, liegt an den lustigen, bisweilen sinnentleerten Ansagen. So wird dem Publikum beispielsweise weiß gemacht, man würde jetzt und final bei diesem Jubiläumskonzert (20 Jahre J.B.O.) im fränkischen Bamberg das Geheimnis um die Todesursache von "Bolle" aufdecken. Pech nur, das gerade in dem Moment als Hannes das Geheimnis lüften will, eine unsägliche Rückkopplung die Stimme des Sängers verschluckt. Da muss man schon schmunzeln (auch, wenn dieser Gag die komplette Tour über bemüht wurde) und darf als Hörer/Fan weiterhin gespannt sein, ob Bolles Tod dann doch irgendwann einmal aufgeklärt wird. Auch die anderen Ansagen und Textneuinterpretationen machen Spaß und man kann das nächste Konzert von J.B.O. kaum abwarten.

Die Stimmung des Konzerts wurde optimal eingefangen und wer sich die Rosa Armee Fraktion aus Franken noch nicht live geben konnte, wird einen ungefähren Eindruck bekommen, was bei einer J.B.O.-Show so abgeht. Die Stimmung war super und auch der Sound ist schön fett. Da es ja hoffentlich bald Sommer wird, stellt “2000 Jahre J.B.O. – Live” eine gute Anschaffung dar, denn die nächste Grillparty kommt bestimmt und dann heißt es wieder: I Don’t Like Metal – I Love It!


Rising
Rising
Wird angeboten von DVDMAXXX
Preis: EUR 7,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unschlagbar, 29. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Rising (Audio CD)
Nach seiner ersten Trennung von DEEP PURPLE suchte Ritchie Blackmore neue Musiker um sich zu scharen und hatte sein Augenmerk vornehmlich auf den Sänger des ehemaligen DEEP PURPLE-Supports ELF, Ronnie James Dio, geworfen. Der war einer musikalischen Kooperation nicht abgeneigt, bestand aber darauf, dass die komplette Backingband zu den neu formierten RAINBOW gehören sollte. Davon wenig begeistert, aber den Sänger unbedingt in der Band haben wollend, stimmte Blackmore zu. Das Ergebnis, das Debütalbum “Ritchie Blackmore’s Rainbow“, zeigte die Band noch auf der Suche nach ihrem ureigenen Sound. Erste Anzeichen waren da und mit “Man On The Silver Mountain“ enthält die Platte zumindest einen Rock-Klassiker.

Das zweite Album “Rising“ sollte dann neue Maßstäbe in der hart rockenden Welt setzen. Dio und Blackmore ergänzen sich auf “Rising” perfekt und zaubern einen Gänsehautmoment nach dem anderen in die Ohren des Hörers. Dio hatte das Potential, das seine Zusammenarbeit mit Blackmore barg, erkannt und stimmte zu neue Musiker in die Band zu holen. Das stellte sich als kluger Schachzug heraus, denn mit Cozy Powell und Jimmy Bain kam eine der besten Rhythmusgruppen die es jemals gab, zu RAINBOW. Auch Keyboarder Tony Carey gehört zu den besten seiner Zunft und spielte sich die Bälle mit Ritchie Blackmore gekonnt zu. Als sechstes ‘Bandmitglied’ wurde für den Produzentenjob der ehemalige DEEP PURPLE und zukünftige BLACK SABBATH- und IRON MAIDEN-Produzent Martin Birch verpflichtet, der “Rising” einen perfekten Sound verpasste. Soviel zu den optimalen Rahmenbedingungen.

Durch die beteiligten Personen ist ein starkes Rockalbum ja eigentlich schon selbstverständlich. Mit dem was die Herren Blackmore, Dio, Powell, Bain und Carey hier aber abliefern hatte die Rockwelt nicht im Ansatz gerechnet. RAINBOW veröffentlichten 1976 ein stilprägendes Album, dessen Einfluss bis ins Jahr 2010 und vermutlich auch darüber hinaus reicht. Auch die sechs Songs weisen keinen einzigen Schwachpunkt auf. Angefangen bei dem bedeutungsschweren Keyboard-Intro, das in dem fulminanten Opener “Tarot Woman” aufgeht, bis zur letzten Note des abschließenden “Light In The Black” passt auf “Rising” wirklich alles perfekt zusammen. Die typischen Blackmore-Rocker (“Run With The Wolf”, “Lady Starstruck”) verzücken jeden Hard-Rocker immer wieder aufs Neue und gehören rifftechnisch zu dem Besten was Herr Blackmore jemals aufgenommen hat.

Den musikalischen Orgasmus haben sich RAINBOW aber für die letzten beiden Nummern aufgespart. Mit “Stargazer” steht an vorletzter Stelle des Albums eine Jahrhundertnummer, die auch heute noch Ihresgleichen sucht. Manch einer behauptet, dass Ronnie James Dio hiermit sein gesangliches Meisterstück abgeliefert hat. Fakt ist jedenfalls, dass der kleine Sänger mit der großen Stimme bei “Stargazer” zumindest eine seiner intensivsten Leistungen gebracht hat. Die epische, leicht orientalisch angehauchte Nummer, die von den Münchner Philharmonikern instrumental unterstützt (und aufgewertet) wurde, kann getrost als Blaupause für symphonischen Hard Rock /Metal angesehen werden, auch wenn u.a. DEEP PURPLE bereits früher mit einem Orchester gearbeitet haben. Hier wird die Mischung aus Hard Rock Klassik das erste Mal perfekt in Szene gesetzt.

Das abschließende “Light In The Black” bringt dann noch einmal die Stärken der Band auf den Punkt. Ein Ohrwurmriff von Ritchie Blackmore in Einklang mit dem genialen Drumming von Cozy Powell und der alles überragenden Stimme von Ronnie James Dio machen diesen acht Minuten langen Song zu einem absolut würdigen Abschluss einer der wichtigsten Platten des Hard Rock. Hier wurde nichts, aber absolut gar nichts falsch gemacht. Ein Muss für jeden Hard Rock-Fan und solche die es noch werden wollen. “Rising” hat Geschichte geschrieben und enthält sechs Songs für die Ewigkeit.


The Last in Line
The Last in Line
Preis: EUR 7,97

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Muss man im Schrank stehen haben, 29. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: The Last in Line (Audio CD)
Nachdem er bereits mit RAINBOW und BLACK SABBATH Jahrhundertalben aufgenommen hatte, machte sich der kleine Mann mit der großen Stimme selbständig und auch die erste Veröffentlichung unter eigenem Namen ("Holy Diver") gilt heute völlig zu Recht als Klassiker des Heavy Metal. Das Nachfolgealbum "The Last In Line" wurde dann besonders mit Argusaugen betrachtet. Würden Ronnie James Dio und seine Mitstreiter ein qualitativ ähnlich starkes Album aufnehmen können? Klare Antwort; natürlich konnten sie.

War es auf dem Vorgänger noch "Stand Up And Shout", das die Marschrichtung des Albums vorgab, so ist es hier das starke "We Rock", das den Hörer nötigt die Teufelshörner, die wir heute liebevoll 'Pommesgabel' nennen, gen Himmel zu strecken. Gefolgt von dem epischen Titeltrack ist DIO auf "The Last In Line" ein gleichfalls grandioser wie packender Einstieg in sein zweites Soloalbum geglückt. Beide Stücke, wie auch der Rest der Platte, profitieren vor allem von dem Zusammenspiel von Ronnie James Dio und seinem damaligen Gitarristen Vivian Campbell, die ein ähnlich starkes Doppel darstellen, wie es Ozzy und Randy Rhoades ein paar Jahre vorher taten. Dio und Campbell verstehen sich auf "The Last In Line" quasi blind und treiben sich gegenseitig immer wieder zu Höchstleistungen an. Das entlädt sich in Nummern wie "Breathless", welches als dritter Song der Scheibe etwas im Schatten der beiden Opener steht, oder in dem intensiven Uptempo-Stück "Evil Eyes". Für den nötigen groovigen Unterbau sorgt mit Jimmy Bain am Bass und Vinny Appice an den Drums eine ebenso talentierte wie druckvolle Rhythmussektion, ohne deren Dazutun "The Last In Line" nicht so tight klingen würde, wie es der Fall ist.

Als weiteres Stilmittel wird DIOs Hang zu mystisch angehauchten Songs eingesetzt. So steht mit "Egypt (The Chains Are On)" ein weiterer Alltime-Classic am Ende des Albums, der das Erfolgsrezept von DIO eigentlich sehr gut widerspiegelt. Ein packender Groove, die mystische Atmosphäre und die großartigen Melodien machen die Musik von DIO so speziell. Aber auch die anderen Nummern von "The Last In Line" stehen qualitativ auf einer Stufe mit den bereits genannten Songs und man kann hier, ebenso wie auf dem Vorgänger, keinen Ausfall verzeichnen. Es mag sein, dass bei dem einen oder anderen Hörer die Stücke nicht sofort zünden. Das ist dann aber der Tatsache geschuldet, dass "The Last In Line" ein ähnliches Schicksal hat wie seinerzeit "The Mob Rules" von BLACK SABBATH, nämlich direkt nach einem Metal-Klassiker veröffentlicht worden zu sein.

Qualitativ steht "The Last In Line" seinem Vorgänger "Holy Diver" in nichts nach. Alle typischen Trademarks sind vorhanden und auch das Gespann Dio/Campbell hat dem Album genügend magische Momente verliehen, sodass es ein würdiger Nachfolger des Debüts geworden ist und als gleichberechtigter Partner an dessen Seite steht. Diese Scheibe gehört genau wie ihr Vorgänger in jede halbwegs gut sortierte Metal-Sammlung und sollte dort einen Ehrenplatz einnehmen.


Sickness of Memory
Sickness of Memory

4.0 von 5 Sternen Gelungene Platte, 28. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Sickness of Memory (Audio CD)
Neue Bands haben es in den heutigen Zeiten noch schwerer als früher, in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken. Die Veröffentlichungsflut lässt manch talentierten Newcomer auf der Strecke bleiben. Ein Schicksal, das auch die Österreicher von MOSFET durchaus ereilen könnte. Könnte, aber nicht muss. Mit “Sickness Of Memory“ hat das Quintett um Sänger Philipp Essl soeben sein Debütalbum via Refused Records auf den Markt gebracht. Verschrieben haben sich MOSFET dabei einem Sound, der eindeutig im Thrash Metal verwurzelt ist und dabei aber noch andere Genres in die Musik einfließen lässt.

Die Einflüsse kommen dabei vorwiegend aus den härteren Metal-Genres, wobei man auf “Sickness Of Memory“ auch durchaus Elemente aus dem klassischen Heavy Metal finden kann. Alleine durch die Bandbreite der in den Sound integrierten Einflüsse kommen die zehn Nummern (inklusive des Bonus- Track “King Of Damnation“) abwechslungsreich aus den Boxen und langweilen den Hörer nicht. Zwar überwiegen die aggressiven Tracks, aber auch weniger schnelle Stücke wie das melodische “Aurora“ können Akzente setzen und fügen sich mit den anderen Songs in einen gelungenen Gesamtkontext zusammen. Da stört es auch nicht wirklich, dass man die Vorbilder der Band teilweise deutlich heraushört, denn wenn man die für KREATOR-typische Aggressivität mit AMON AMARTH-artigen Melodiebögen paart und das Ganze dann homogen klingen lassen kann, hat man beim Songwriting prinzipiell erst einmal nicht allzu viel falsch gemacht. So präsentieren sich Tracks wie “Eternal Desecration“, “Lawnmower“, “Stillbirth“ oder der superbe Titeltrack schön brutal und laden den Hörer zum fröhlichen Headbangen ein.

Dass man die Einflüsse klar benennen kann, wird der Band an einigen Stellen sicherlich negativ angerechnet werden; mich hingegen stört es eher weniger. Da habe ich schon Platten gehört, die man durchaus als dreistes Plagiat bezeichnen kann und dazu gehören MOSFET sicherlich nicht. Die Songs sind mit vielen Ideen gespickt und können durch die zahlreichen Breaks ebenso überzeugen wie durch das Riffing. Gut, MOSFET sind keine Progger, aber das muss ja auch nicht immer so sein. Die Riffs sitzen und man merkt den Jungs an, dass sie mit Elan bei der Sache sind. Bei Songs wie “Liberation Of His Madness“ kommt noch ein dezenter VENOM/BEWITCHED-Touch hinzu, der einem ein breites Grinsen ins Gesicht zaubert und Lust auf Gerstensaftkaltschale macht. Von daher: Daumen hoch.

Wenn die Jungs in Zukunft noch ein wenig mehr an ihrer Eigenständigkeit arbeiten, kann da in Österreich durchaus etwas entstehen. Der Weg ist bereitet, jetzt gilt es ihn auszubauen. Für den Moment ist MOSFET mit “Sickness Of Memory“ ein ziemlich ansprechendes Debüt gelungen, in das sowohl Death Metaller als auch Thrasher gerne einmal hinein hören dürfen.


Agitation
Agitation

4.0 von 5 Sternen Starkes Comeback, 28. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Agitation (Audio CD)
Da sind sie wieder. Obwohl sie laut Beipackzettel nie wirklich weg waren. Die deutschen Thrasher ACCU§ER, die Ende der 80er und Anfang der 90er drei hochgelobte Platten herausbrachten, melden sich mit Album Nummer neun auf der Bildfläche zurück. Da den Jungs bislang die verdiente Aufmerksamkeit auf breiter Front versagt war, versuchen die Siegener mit “Agitation“ verlorenen Boden gut zu machen. Ob ihnen das gelingt, wird die Zeit zeigen. Mit dem aktuellen Album ist jedenfalls schon einmal ein Anfang gemacht.

Wer die alten Scheiben der Band kennt, wird auch von der neuen Platte angetan sein. Obgleich sich im Bandsound einige Veränderungen bemerkbar machen: so ist das früher markante, verspielte Element der Gitarren etwas zugunsten brachialer Riffs in den Hintergrund gerückt. Das steht den Kompositionen eigentlich ganz gut und passt auch zur Stimme von Sänger/Gitarrist Frank Thoms, der seine Texte noch ein Stück weit aggressiver und angepisster als auf den älteren Scheiben darbietet und dabei ein wenig an Max Cavalera erinnert (“Strength For All“). Nun sind ACCU§ER aber klug genug die Songs, auch wenn sie im Kontext der bisherigen Veröffentlichungen der Band eher basisch gehalten sind, abwechslungsreich zu gestalten und nicht in die Bedeutungslosigkeit abdriften zu lassen. Dazu tragen die kleinen, nicht immer auf den ersten Blick erkennbaren Nuancen der Gitarren bei, die natürlich als Trademark auch weiterhin vorhanden sind. Das mag jetzt zu nächst mal ambivalent klingen, ist es aber nicht. Man könnte hingegen sagen, dass die Zeiten rauer geworden sind und die Siegener einfach ihre Umwelt reflektieren. Da passen brutale, auf den Punkt gespielte Riffs eben besser als Filigrantechnik.

Der typische Stil, den ACCU§ER auf Alben wie “Who Dominates Who?“ oder “Double Talk“ etabliert haben, ist nach wie vor derselbe, nur eben von einem anderen Blickwinkel aus betrachtet. Die bekannten zweistimmigen IRON MAIDEN-Leads wie in “Century Of The Fall“ bilden einen schönen Kontrast zu den brutalen Riffs und aggressiven Vocals. Auch die Produktion kann sich hören lassen und trägt ihr übriges dazu bei, den Songs einen brutalen Anstrich zu verleihen. Einziger Wermutstropfen an dieser Stelle ist das quasi nicht vorhanden sein der Bassgitarre. Das ist schade, denn eigentlich trägt ja gerade auch der Bass dazu bei, dass die Songs ordentlich Druck erzeugen. Ansonsten ist auf “Agitation“ aber alles im Lot.

ACCU§ER sind also wirklich wieder zurück und präsentieren uns mit “Agitation“ ein Comeback-Album, das keinen Fan der Band enttäuschen dürfte. Auch, wenn die Band hier von einer anderen Seite an ihre Musik herangegangen ist, kommt am Ende doch der typische ACCU§ER-Stil wieder zum Vorschein und das ist gut so. Rein hören sollten Thrasher auf jeden Fall, vielleicht bekommen die Jungs ja dieses Mal mehr Aufmerksamkeit als damals.


Kvlt Ov Dementia
Kvlt Ov Dementia
Wird angeboten von metal-store24
Preis: EUR 9,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Voll auf die Glocke, 28. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Kvlt Ov Dementia (Audio CD)
Die brasilianische Metal-Szene ist seit Jahren ein Garant für qualitativ hochwertigen Metal jeglicher Couleur. Neben international erfolgreichen Acts wie SEPULTURA, ANGRA oder KRISIUN, kann auch der Underground mit vielen echten Perlen aufwarten. Die hier vorliegende CD von CHAOS SYNOPSIS ist eine solche, soviel sei verraten. Das Trio hat sich auf seinem ersten vollständigen Album “Kvlt Ov Dementia” einer Mischung aus Death- und Thrash Metal verschrieben, die sich durch eine ungeheure Intensität auszeichnet.

Dabei beweisen CHAOS SYNOPSIS ein glückliches Händchen, was die Ausgewogenheit der eben beschriebenen Mischung angeht. Die Thrash Metal-Elemente stehen gleichberechtigt neben den Death Metal-Eruptionen, die meist in Form von Blastbeats über den Hörer hereinbrechen. Hinzu kommt eine Prise Old School-Riffing und so werden Nummern wie „Only Evil Can Prevail“, “Sarcastic Devotion” oder “Blinding Chains” zu Nackenbrechern erster Güte. Die Brasilianer verstehen es zudem, die den Songs innewohnende Aggression in die Richtigen Bahnen zu lenken, was sich darin äußert, dass die Stücke alle auf den Punkt kommen und sich nicht in chaotischen Songstrukturen verlieren. So ist das Aggressionspotential der Songs streckenweise ähnlich hoch wie bei den Kollegen von KRISIUN oder DEMOLITION HAMMER seinerzeit. Allerdings kann man auch auf “Kvlt Ov Dementia” trotz des Intensitätsfaktors klare Songstrukturen erkennen. Dabei hilfreich ist die äußerst gelungene Produktion, die sich auch im internationalen Vergleich sehen lassen kann. Bass und Drums sorgen für den nötigen Druck als Unterbau für die Riffs von Gitarrist JP und den angenehm tiefen Vocals von Sänger Jairo. Die Instrumente kommen alle gut zur Geltung und der klare aber druckvolle Sound rückt die fett aus den Boxen kommenden Nummern ins richtige Licht. Insofern gibt es hier auch einen Pluspunkt.

Für ein Debütalbum wirken die Songs durchdacht und auch sehr gut arrangiert. So fügt sich mit der schon angesprochenen optimalen Produktion und dem gelungenen Coverartwork ein Gesamtbild zusammen, das echt Appetit auf mehr macht. Natürlich erfinden CHAOS SYNOPSIS das Rad an dieser Stelle nicht neu. Das ist aber auch gar nicht die Intention der Band. Frisch und unverbraucht klingen die Songs auf “Kvlt Ov Dementia” aber allemal, so dass Death Metaller und Thrasher, die auch die etwas härtere Gangart präferieren mal in “Kvlt Ov Dementia” rein hören sollten. Sehr gutes Debüt der brasilianischen Newcomer.


Dirt in the Skirt
Dirt in the Skirt
Preis: EUR 15,64

3.0 von 5 Sternen Muss man nicht im Schrank stehen haben, 28. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Dirt in the Skirt (Audio CD)
BUGGIRL sind zurück, frohlockt der Beipackzettel. Ich habe von der Band noch nichts gehört, will das aber mal so glauben. Jedenfalls legen die australischen Zwillinge Amber und Clinton Spence mit “Dirt In The Skirt“ ihr zweites Vollalbum vor und haben dem Vernehmen nach nichts an ihrem Sound geändert – ja, ich gebe zu, ich habe doch etwas recherchiert. Die beiden Australier frönen auch auf dem zweiten Album einer Mischung aus Rock und Punk.

Wobei man sich die Stilbezeichnung sicherlich individuell aussuchen kann. Ob Nummern wie “Master Of Disaster“ jetzt Rotzrock, schon Punk oder einfach nur dreckiger Bluesrock sind, ist in den meisten Fällen gar nicht so leicht zu eruieren. Fest halten kann man aber, dass sich Amber und Clinton in allen genannten Genres sehr wohl fühlen und hieraus auch die Essenz ihres Sounds ziehen. Das Energielevel der Songs ist über die ganze Distanz der zehn Songs enorm hoch, soviel steht ebenfalls fest. Dazu trägt auch die schön rotzig gehaltene Produktion ihren Teil bei, die allerdings auch nicht alle Soundlöcher schließen kann. Und Soundlöcher gibt es einige auf “Dirt In The Skirt“ zu hören. Da sich auf dem Album keine Bassspuren befinden, sind Abstriche im Sound bei den Solopassagen von Madame Spence nur natürlich, was wiederum das Hörvergnügen schmälert. Ansonsten sind Gitarre und Schlagzeug schön druckvoll inszeniert worden.

Über diese kleine Nachlässigkeit könnte man noch hinweg sehen, wenn BUGGIRL beim Songwriting überzeugen würden. Das ist aber leider nicht der Fall. Die in der ersten Hälfte dargebotenen, mit leichtem MOTÖRHEAD-, AC/DC-, ROSE TATTOO-Touch versehenen Stücke wie das starke “Spread That Eagle“, der folgende Titeltrack oder das flotte “Wasteland“ können durch eine lockere Rotzigkeit und Frische überzeugen. Das gilt aber nicht für alle Nummern von “Dirt In The Skirt“. Die zweite Albumhälfte fällt qualitativ deutlich ab und gipfelt in dem völlig uninspirierten “Rock Your City“ (mit einem völlig grausigen Refrain), das alle Schwächen der Band offen legt.

BUGGIRL schaffen es auf ihrem zweiten Longplayer nicht den Spannungsbogen über die gesamte Albumlänge aufrecht zu erhalten. Dafür sind die Kompositionen der zweiten Albumhälfte einfach zu schwach und nicht nachhaltig genug. Die Ansätze sind zweifellos vorhanden, allerdings sollten die Australier an ihrem Songwriting arbeiten. So bleibt nur das gesicherte Mittelfeld für BUGGIRLs “Dirt In The Skirt“.


Brush-Fires of the Mind
Brush-Fires of the Mind
Preis: EUR 15,83

3.0 von 5 Sternen Muss man nicht im Schrank stehen haben, 28. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Brush-Fires of the Mind (Audio CD)
Einer der besten Rhythmusgitarristen der Welt ist mit einem neuen Album zurück, Jon Schaffer. Allerdings kommt der ICED EARTH-Boss heuer nicht mit einer neuen Scheibe seiner Hauptband über den großen Teich, sondern mit seinem neuen Projekt SONS OF LIBERTY. Mit diesem Projekt bringt Jon Schaffer seinen Patriotismus/seine politischen Ansichten musikalisch zum Ausdruck und greift textlich Themen auf, die mit den in Amerika mittlerweile verklärt benutzten Begriffen wie „Freedom“ oder “Liberty” gespickt sind. Da man die politischen Ansichten nicht unbedingt teilen muss, soll an dieser Stelle versucht werden, lediglich auf die Musik von SONS OF LIBERTY (benannt nach einer Vereinigung, die Gewalt gegen Autoritäten durchaus billigte) einzugehen.

Das ist gar kein so leichtes Vorhaben, denn durch viele eingespielten Zitate wird der Hörer, selbst wenn er versucht die Texte auszublenden, immer wieder auf den politischen Anspruch der Scheibe aufmerksam gemacht. Musikalisch hingegen fährt Herr Schaffer, der alle Instrumente selbst eingespielt hat, in den Gewässern, die von den letzten ICED EARTH-Alben bekannt sind. Positiv fällt dabei auf, dass sich Jon bei den Gesangsparts gut aus der Affäre zieht. Im Gegensatz zu früher (“Stormrider”) singt er heute etwas weicher, was bei den ruhigeren Stücken wie “Our Dying Republic” ziemlich gut passt. Auch der Einfluss den die jahrelange Zusammenarbeit mit Matt Barlow hat, ist deutlich zu hören, passt aber stimmig in den Kontext.

Von der Gitarrenarbeit bin ich hingegen enttäuscht. Wo sind die genialen Rhythmusfiguren, die Jon Schaffer, ich sagte es bereits, zu einem der besten Rhythmusgitarristen der Welt gemacht haben? Die Riffs wirken uninspiriert und nur in ganz wenigen Fällen können die Licks die Herr Schaffer unter eine Bridge oder einen Refrain spielt, an alte Zeiten erinnern. Einzig das starke “We The People” geht etwas in die klassische ICED EARTH Richtung. Das ist für einen etablierten Künstler wie John Schaffer aber zu wenig. Denn, auch wenn die meisten Refrains gut ins Ohr gehen, wirkt die Instrumentierung, beziehungsweise das Songwriting nicht völlig ausgereift und das hört man Nummern wie “Tree Of Liberty” oder auch “Indentured Servitude” an. Tempovariationen finden sich nur sehr selten auf “Brush-Fires Of the Mind”, so dass die vornehmlich im Midtempo gehaltenen Nummern streckenweise ohne Langzeitwirkung an einem vorbei plätschern. Da hat Jon Schaffer schon bessere und vor allem wesentlich spannendere Songs geschrieben.

Ich möchte hier nicht davon sprechen, dass der ICED EARTH-Boss ein Schatten seiner selbst ist. Aber gelungen ist “Brush-Fires Of The Mind” nur an den wenigsten Stellen. Die ellenlangen Intros/Outros und eingespielten Samples schmälern das Hörvergnügen noch zusätzlich und treiben den Nervpegel konstant nach oben. Dass politische Texte musikalisch unterlegt werden, ist im Punk seit jeher üblich. Im Metal hingegen brauchen auch solche Texte ein solides, ansprechendes Gerüst, sonst funktionieren die Songs nicht. Jetzt ist “Brush-Fires Of The Mind” kein kompletter Mist, vielleicht sollte Jon Schaffer aber wieder auf seine Stärken besinnen und ein starkes neues ICED EARTH-Album aufnehmen. SONS OF LIBERTY ist jedenfalls keine Sternstunde in der Karriere des ICED EARTH-Masterminds.


Seite: 1-10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20 | 21-30