Jeans Store Hier klicken b2s Cloud Drive Photos OLED TVs Learn More HI_PROJECT Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Summer Sale 16
Profil für Bajazet30 > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Bajazet30
Top-Rezensenten Rang: 47.433
Hilfreiche Bewertungen: 1685

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Bajazet30 (Göttingen, Niedersachsen)

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-13
pixel
La Cenerentola
La Cenerentola
Preis: EUR 24,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ganz nett, aber kein Knaller..., 12. Mai 2008
Rezension bezieht sich auf: La Cenerentola (Audio CD)
Ich habe damals beim Erscheinen der "Cenerentola" kurz im Plattenladen reinhören können und mich spontan gegen einen Kauf entschieden. Nun, da die Aufnahme kostengünstiger ist, habe ich sie mir bestellt. Und meine Begeisterung hält sich immer noch in Grenzen. Die überschwenglichen Rezensionen oben kann ich jedenfalls nicht ganz nachvollziehen. Größter Schwachpunkt der Aufnahme ist aus meiner Sicht die viel gelobte Kasarova und deren sehr herbes, wenig mädchenhaftes Timbre, das nicht so recht zu einer Cenerentola passen will. Ich muss immer eher an einen Tancredi, Sesto oder Orfeo denken als an ein junges, keckes Mädchen. Ich würde deswegen in der Titelpartie Jennifer Larmore, Joyce DiDonato oder sogar Cecilia Bartoli deutlich den Vorzug geben. Auch in den Läufen ist Kasarova ihren Konkurrentinnen unterlegen, selbst wenn sie in der Höhe und Tiefe gewisse Trümpfe ausspielen kann. Aber der direkte Vergleich mit der ebenfalls live aufgenommenen Naxos-Einspielung fällt für Kasarova ernüchternd aus: Didonato zeigt auf eindrucksvolle Weise, wie eine Cenerentola klingen muss, das Finalrondo ist so atemberaubend gesungen, dass man seinen Ohren nicht zu trauen glaubt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendjemand, der etwas von Stimmen versteht, hier Kasarova den Vorzug geben würde. Schade nur , dass Naxos-Aufnahmen häufig ein gewisses Schattendasein fristen und nicht so bekannt sind.
Auch Chernov ist mit den halsbrecherischen Koloraturen leicht überfordert - hier ist ihm ein Belcantist wie Corbelli sicherlich deutlich überlegen.
Ein absoluter Pluspunkt der Aufnahme ist Antoninio Siragusa als Ramiro: Mit stupender Leichtigkeit meistert er die Tücken der Partie bravourös. Er ist für mich eindeutig der beste aller Ramiros

Fazit: Ich würde die Aufnahme mit Didonato oder Larmore favorisieren und beide sind sogar noch preiswerter... Auch Bartoli finde ich als CD-Cenerentola einfach überzeugender, selbst wenn ich sie "live" weit weniger gern in der Rolle hören möchte als Kasarova.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 6, 2008 7:43 PM CET


Riccardo Primo (Ga)
Riccardo Primo (Ga)
Wird angeboten von MEDIMOPS
Preis: EUR 10,89

12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nicht die beste Aufnahme..., 30. März 2008
Rezension bezieht sich auf: Riccardo Primo (Ga) (Audio CD)
Also ich muss doch eine Gegendarstellung zu der überschwenglichen Kritik meines Vorrezensenten abgeben. Zunächst einmal handelt es sich mitnichten um die erste vollständige Aufnahme des Werkes. Es gibt eine hervorragende Einspielung unter Rousset von 1996 - und diese ist der vorliegenden eigentlich in fast allen Bereichen überlegen. Und dies bei den durchaus hohen Ansprüchen an die Interpreten. Sängerisch hat Händel nämlich beim "Riccardo Primo" aus dem Vollen schöpfen können, denn ihm stand gewissermaßen das Dreigestirn der Londoner Sängerszene zur Verfügung: der Kastrat Senesino (Titelrolle) sowie die verfeindeten Primadonnen Bordoni (Pulcheria) und Cuzzoni (Constanza).
Insbesondere in Bezug auf die Titelpartie würde ich Sara Mingardo gegenüber Zazzo deutlich den Vorzug geben. Ihre Stimme zählt zweifellos zu den faszinierendsten, die es im Barockbereich gibt: warm, geläufig, androgyn und unbeschreiblich schön. Ihre Brusttöne sind beispielsweise denen Zazzos deutlich überlegen und auch ihre Koloraturen sind "geläufiger". Die junge Sandrine Piau (heute ein internationaler Star!) ist sicherlich als Costanza ebenfalls besser als Nuria Rial. Lediglich bei der Pulcheria kann man sich streiten, weil Brua (unter Rousset) ein sehr gewöhnungsbedürftiges Timbre hat.
Außerdem spricht für Roussets Aufnahme, dass ihr noch das Pionierhafte anhaftet. Man merkt, dass sich alle Sänger auf ein Abenteuer eingelassen haben und sichtlich Freude an der Herausforderung gehabt haben. Bei Goodwin klingt alles schon ein bisschen routiniert...

Fazit: Ich würde Roussets Aufnahme den Vorzug geben, auch wenn die vorliegende Aufnahme keinswegs schlecht ist. Drei Sterne gebe ich nur, damit als "Endergebnis" vier Sterne herauskommen - und die hat dieser Riccardo auch verdient...
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 14, 2009 9:01 PM MEST


Philippe Jaroussky - Carestini (The Story of a Castrato) [Deluxe Edtion]
Philippe Jaroussky - Carestini (The Story of a Castrato) [Deluxe Edtion]
Wird angeboten von MEDIMOPS
Preis: EUR 17,40

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wirklich sehr gut gesungen..., 24. März 2008
Auch wenn ich eigentlich wirklich kein Fan von Countertenören bin und auch bei meiner ersten Rezension (zu der "Normalversion" zu dieser CD) entsprechend kritische Töne angeschlagen habe, so möchte ich diese bei Deluxe-Ausgabe doch teilweise abschwächen. Zwar bleiben meine grundsätzlichen Bedenken bestehen, aber mit etwas zeitlichem Abstand und dementsprechend häufigem Hören der CD treten die Vorzüge der vorliegenden Aufnahme immer deutlicher zutage. Insbesondere wenn man sich an das etwas spezielle Timbre von Jarousskys Stimme gewöhnt hat (ja, sogar wenn es nicht mag), muss anerkannt werden, dass sämtliche Arien technisch einwandfrei gesungen werden. Die Virtuosität ist sogar atemberaubend - insbesondere die Koloraturen im Passagenwerk. Hier könnnen tatsächlich nur die allerbesten Mezzos mit ihm konkurrieren. Hinzu kommt, dass die Arienauswahl genial und vor allem abwechslungsreich ist (u.a. Gluck, Händel, Porpora, Hasse).

Fazit: Eine Aufnahme, die jeder Freund des Ziergesanges unbedingt besitzen sollte - auch solche, die Countertenöre nicht mögen. Mit etwas Geduld erschließen sich hier wahre Schätze...

Als Bonbon ist das Booklet der Deluxe-Ausgabe noch sehr ansprechend in Buchform gestaltet und beinhaltet vor allem eine Reihe schöner Fotos.


Der Engel mit den dunklen Flügeln
Der Engel mit den dunklen Flügeln
von Elizabeth Knox
  Taschenbuch

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Genial, unkonventionell - aber letztlich trotzdem unbefriedigend, 23. März 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Elizabeth Knox ist eine herausragende Schriftstellerin, die das Schreiben wirklich gelernt hat (ihr Literaturstudium ist ihr deutlich anzumerken!). [Nachtrag: Eigentlich wollte ich keine so ausführliche Rezension schreiben, aber das Buch hat es mir wirklich angetan und ich musste darüber schreiben - sorry...]

Doch zunächst zum Inhalt:
Im Jahr 1808 geht der junge Winzersohn Sobran Jodeau mittsommers ins Freie, um sich aus Liebeskummer zu besaufen (Von der Derbheit der Sprache sollte sich der Leser hier bitte nicht abschrecken lassen!). Im Weinberg trifft er einen Engel, dem er fast jedes Jahr an gleicher Stelle wiederbegegnet. Er erzählt ihm, was passiert ist, trinkt mit ihm erlesene Weine und philosophiert über Gott und die Welt. Irgendwann kriegt er mit, dass dieser Xas kein Engel des Lichts ist, sondern einer von der gefallenen Sorte, wenn auch mit ein paar Privilegien ausgestattet. Er darf hin und her reisen und sich sogar einen Garten anlegen. Sobran wird fast verrückt darüber, dass sein Engel vom Bösen kommt, versöhnt sich aber schließlich mit ihm. Beide beginnen eine Liaison.
Wegen eines Verstoßes gegen die göttliche Ordnung (nicht wegen der Love-Story!) wird Xas vom Erzengel Michael (!) schwer verwundet. Er kann nur gerettet werden, indem Luzifer persönlich seinem Gefolgsmann die Flügel aboperiert und ihn zu einem immer noch Unsterblichen, aber Erdgebundenen macht. Nach Jahren der Trennung findet Sobran seinen Engel wieder, engagiert ihn als Hauslehrer seiner zahlreichen Kinder und unterhält mit ihm und seiner Gräfin Aurora weiterhin ein Liebesverhältnis. Irgendwann stirbt er in Xas` Armen, hinterlässt eine schwerreiche, aber durch Morde und Wahnsinn dezimierte Familie - und den Weinberg aller Weinberge.

Wirrer Inhalt? Habe ich zuviel verraten? Zweifelsohne, aber der eigentliche Inhalt verblasst angesichts von Knox virtuoser, eindringlicher und poetischer Schreibweise. Allein mit welcher Kenntnis und Detailgenauigkeit sie die Weine beschreibt, die Sobran keltert, sommeliert und - zumeist mit Xas - trinkt, lässt einem den Geschmack auf der Zunge regelrecht nachempfinden. Und erst die Beschreibung des Engels selbst - einfach meisterhaft...
Eine Eigenart des Romans ist die Einteilung der Kapitel, die jeweils dem Weinbau und der Weinkennerschaft gewidmet sind und immer ein Jahr umfassen. Sie variieren in ihrer Länge erheblich: von einem Satz bis zu mehreren Seiten. Dabei stehen die Gespräche zwischen Sobran und Xas meist im Mittelpunkt, aber auch viele andere Handlungsstränge werden aufgegriffen und gekonnt weitergeführt (Liebes- und Familiengeschichten, eine Mordserie, die Historie Frankreichs etc.). Dominierend sind jedoch die Gespräche zwischen Engel und Mensch, in denen es auch um Gott und den Himmel geht - und hier liegt das Problem des Romans. Zwar entwickelt Knox eine eigene Theologie, welche allerdings sehr stark auf christlich-katholischen Traditionen beruht (z.B. was die biblischen Namen der Engel angeht), obwohl auf die Institution Kirche und deren Lehren überhaupt nicht eingegangen wird. Der Engel Xas gibt einige Antworten (meist nur in Form von Andeutungen) auf einige der dringendsten Fragen der (christlichen) Menschheitsgeschichte: Was geschieht nach dem Tod? Was ist die Hölle? Wer ist Gott? Wer war Jesus? Die Antworten bleiben vage, mitunter poetisch und bildhaft, aber in jedem Fall unbefriedigend. Viele Fragen, die man einem Engel gern gestellt hätte, mussten einfach ausgeklammert werden, obwohl Sobran - und nochmehr die kirchenkritische Atheistin Aurora - wirklich mehr als genug Gelegenheiten gehabt hätten, mehr zu erfahren (z.B. warum es überhaupt verschiedene Religionen gibt, wie das Verhältnis zwischen Gott und den Menschen beschaffen ist usw.). Aber wie hätten diese Fragen beantwortet werden sollen? Die Autorin war freilich klug genug, sich hier nicht zu weit aus dem Fenster zu lehnen: Sie deutet an, sie bleibt vage und Nachfragen der Protagonisten an den Engel bleiben meist aus.
Nur ganz am Ende des Romans wechselt sie geschickt die Erzählform: Hier tritt Xas als Ich-Erzähler in Erscheinung und reflektiert noch einmal die Ereignisse. Es ist das einzige Mal, dass der Leser in ihn hineinsehen kann. Sein sibyllinisches Fazit: "Ich habe mich zwischen dich und die Schwerkraft gestellt. Unmöglich." Und mit dem letzten Wortsatz ist dann auch alles (oder auch nichts) gesagt...

Mit seiner poetischen Brillianz spricht das Buch die Gefühle des Lesers an: Eine wunderbar romantisch, spannende und faszinierende Geschichte. Den Intellekt kann das Buch mit seinen Antworten und Ideen nur bedingt befriedigen - wie sollte es auch anders sein?
Uneingeschränkte Kaufempfehlung für ein Buch, dass (leider) nicht besser geschrieben werden konnte.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 19, 2011 5:19 PM MEST


Carestini - The Story of a Castrato
Carestini - The Story of a Castrato
Preis: EUR 7,47

30 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Mit Sicherheit nicht wie Carestini, aber trotzdem gut..., 20. Februar 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Offensichtlich scheint es momentan "in" zu sein, dass die Superstars der Opern-Szene Hommage-Alben an längst verstorbene Sänger bzw. Sängerinnen aufnehmen: Bartoli huldigt Malibran, Florez Rubini - und nun Jaroussky dem Kastraten Carestini. Ziemlich praktische Angelegenheit, denn ein direkter Vergleich ist mangels Aufnahmen nicht möglich und die so postum geehrten Künstler können sich auch nicht wehren...
Prinzipiell ist dieser Umstand auch kein Problem, wenn sich nicht gerade die Countertenöre so massiv dagegen gewehrt hätten (und haben), mit den Kastraten "in einen Topf gepackt" zu werden. Und dies zu Recht: Ihre Art des Singens ist aus meiner Sicht mit denen der Kastraten keinesfalls gleichzusetzen. Ich wiederhole mich diesbezüglich gern: Es dürfte wohl kein Zweifel daran bestehen, dass die Technik des heutigen hohen Singens, also überwiegend mit der Kopfstimme, wie Jaroussky dies praktizert, kaum jener der großen Kastraten (NICHT der Falsettisten, die es damals auch gab) entsprochen haben kann, deren Stimmen - soweit kann man dies unzweifelhaft den zeitgenössischen Quellen entnehmen - vor allem sehr voll waren und einen außerordentlichen Umfang besaßen. Sie waren technisch (vor allem in Beug auf die Atemtechnik) den Damen meist deutlich überlegen. Dies trifft auf die Stimme Jarousskys definitiv nicht zu, die als recht dünn zu bezeichnen ist. Nur im tiefen Register wagt Jaroussky - wie einst Ragin - einige schöne, volle Brusttöne, die sich dann auch gleich wohltuend durch ihre Fülle von übrigen hohen eher dünnen Tönen (z.B. in den Koloraturen) unterscheiden. Insofern suggeriert das vorliegende Album eine Kontinuität, die so nicht existiert.
Doch abgesehen von der naturbedingt eher dünnen Stimme Jarousskys ist das Album natürlich grandios: Die Auswahl des Repertoires lässt Barock-Belcantisten das Herz höher schlagen (vor allem die Graun- und Porpora-Arien!). Jaroussky bewältigt die Partien für einen Counter außerordentlich souverän und technisch brilliant und auch am Dirigat sowie der Aufnahmetechnik gibt es nichts zu mäkeln.

Fazit: Ich hätte mir ein solches Album zwar lieber von Genaux, Pizzolato oder DiDonato gewünscht, trotzdem ist es aber schon allein wegen der Repertoireauswahl ein Muss für Barockfans.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 17, 2011 3:07 PM MEST


Griselda
Griselda
Preis: EUR 18,04

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Günstig - aber sonst nichts..., 13. Februar 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Griselda (Audio CD)
Von dieser "Griselda" kann man getrost die Finger lassen, denn es gibt hier den für eine relativ unbekannte Barockoper erfreulichen Umstand einer Alternative, sodass man nicht auf diese Einspielung angewiesen ist. Die vorliegende Aufnahme ist nämlich in fast allen Belangen der Konkurrenz von Naive (unter Spinosi) unterlegen: Besonders problematisch ist das sehr langweilige, übertrieben behäbige und wenig akzentuierte Dirigat, das gerade bei den Bravourarien für gähnende Langeweile sorgt. So dauern die Arien in etwa 1-2 Minuten länger als bei der Konkurrenz. Die langsamen Tempi kommen vor allem den Sängern entgegen, die sonst mit den z.T. halsbrecherischen Koloraturen überfordert gewesen wären. Neben den behäbigen Tempi sind zudem noch einige fragwürdige Transkriptionen zu kritisieren: So wird die Soprankastratenrolle des Ottone (hervorragend bei Naive von Simone Kermes gesungen) hier von einem Tenor dargeboten, der mit den Verzierungen so seine Schwierigkeiten hat. Eine solche Besetzungspolitik ist eigentlich seit den 80iger Jahren obsolet!
Auch wenn in der vorliegenden Aufnahme auf Countertenöre verzichtet wird (was meinem persönlichen Geschmack ja prinzipiell entgegenkommt), können die Alternativbesetzungen (Bariton / Mezzo) nicht überzeugen, weil die Sängerriege der Starbesetzung bei Naive (Kermes, Cangemi, Lemieux) einfach deutlich unterlegen ist.

Fazit: Auch wenn der Preis günstig ist, sollte man lieber ein paar Euro mehr ausgeben und sich die "Griselda" von Naive zulegen. Es ist gut investiertes Geld!


Tolomeo (Ga,Ital.)
Tolomeo (Ga,Ital.)
Preis: EUR 20,99

13 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Über weite Strecken unglaublich langweilig..., 8. Februar 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Tolomeo (Ga,Ital.) (Audio CD)
Ich weiß nicht, wie ich diese neue Curtis-Produktion bewerten soll. Und das meine ich wirklich ehrlich... Sie klingt eigentlich exakt genauso wie alle Vorgänger, d.h. sie ist jenen wärmstens zu empfehlen, die Cutis' "Floridante", "Fernando", "Radamisto" etc. mögen. Alle diese Aufnahmen sind eigentlich fast beliebig austauschbar - ich könnte jedenfalls den Unterschied allenfalls an der Sängerbesetzung feststellen, aber ich bin auch nur eine Laie, der Curtis' Zugang zu den Werken vielleicht einfach nur nicht versteht. Auf jeden Fall kann nicht allein der Komponist für die Ähnlichkeit der Aufnahmen verantwortlich gemacht werden - denn es gibt ja schließlich den kürzlich erschienenen "Amadigi" unter Banzo. Dieser unterscheidet sich so sehr von Curtis' Herangehensweise, dass man fast den Eindruck hat, es handele sich um gänzlich unterschiedliche Komponisten. Und mir persönlich gefällt Banzos dynamisch-expressive Herangehensweise um Lichtjahre besser als Curtis nüchtern-akademischer Stil, der immer recht trocken wirkt. Aber das ist vermutlich Geschmackssache...
Ich habe jedenfalls selten etwas Langweiligeres als die erste CD der vorliegenden Produktion gehört: einlullend, monoton, trocken und nahezu frei von Highlights. Und dies bei der hochklassige Sängerbesetzung, die der Banzos sicherlich überlegen ist.
Ich stehe mit meinem recht harten Urteil übrigens nicht (ganz) allein dar: Eine Freundin von mir, die ein Barock-Neuling ist, urteilte nach dem ersten Hören der CD spontan, dass sie nie gedacht hätte, dass Händel so langweilig sein könnte.
Zur Ehrenrettung der Aufnahme: CD 2+3 sind deutlich besser als die erste, denn hier kommt ansatzweise so etwas wie Dramatik auf und die Sängerinnen können (mit Einschränkung) ihre Trümpfe ausspielen...
Ich würde mir jedenfalls wünschen, dass für andere Barock-Projekte eine derartig hochkarätge Besetzung zur Verfügung stehen würde. Wer weiß, vielleicht nimmt sich ja ein anderer nochmals des Werkes an und entwirft eine alternative Interpretation.

Fazit: Wer Curtis liebt, sollte diese Aufnahme unbedingt besitzen, denn sie ist ein "echter Curtis"; alle anderen, die einen expressiveren (moderneren?) Zugang zu Händels Werk bevorzugen, rate ich dringend zu Banzo (Amadigi), Jacobs (Rinaldo) oder mal zu einem ganz anderen Barock-Komponisten (Vivaldi, Hasse, Graun).
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 8, 2014 7:03 PM MEST


Amor Profano
Amor Profano
Preis: EUR 8,99

21 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unglaublich gut..., 11. Januar 2008
Rezension bezieht sich auf: Amor Profano (Audio CD)
Bereits 2006 aufgenommen und seit Weihnachten 2006 angekündigt - nun ist sie da: Die neue Platte von Simone Kermes. Und das Warten hat sich wirklich gelohnt. Amor Profano ist sogar noch besser als der Vorgänger. Was Frau Kermes gesanglich hier abliefert, ist absolut vom Feinsten: Unglaubliche Läufe, eine fantastische Agilität im Passagenwerk, langer Atem, imposante Brust- und Spitzentöne, effektvolle Piani, perfektes Legato, viele zusätzliche Verzierungen und überraschende Kadenzen. Ich denke, Frau Kermes zählt sicherlich zu den technisch perfektesten Sängerinnen unserer Zeit. Puristen mögen ihre Art des Gesanges als manieriert und Effekt erheischend empfinden, doch war das Zeigen des eigenen Könnens im Barock durchaus Usus. Und Frau Kermes kann wirklich viel zeigen.
Insbesondere der Vergleich mit anderen (z.T. ebenfalls hervorragenden) Interpretationen der vorliegenden Arien zeigt die Sonderklasse von Frau Kermes. Sie übertrifft meines Erachtens alle Konkurrenten und Konkurrentinnen.

Auch musikalisch ist die Platte wirklich gelungen: Der Vorteil gegenüber dem Vorgänger (Amor Sacro) liegt sicherlich vor allem in der abwechslungsreicheren Musik: Die Motetten waren vom Aufbau her ja alle recht identisch, während auf der vorliegenden CD eine unglaubliche Vielfalt mit dem Besten aus Vivaldis Opernschaffen anzutreffen ist. Arien mit Trompeten und Pauken, kurze, dramatische Arien, Bravourarien sowie Lamento-Arien bilden eine äußerst reizvolle Mischung.

Zwei kleine Kritikpunkte gibt es aber dann doch auch anzumerken:
1. Frau Kermes klingt manchmal so, als ob sie zu weit Weg vom Mikro steht. Ihre Stimme wird also nicht immer optimal eingefangen.
2. Einige Arien (z.B. Agitata da due venti) hätten etwas langsamer angegangen werden können. Die Interpretationen wirken hier teilweise etwas gehetzt.

Fazit: Ein absolutes Muss für Freunde des virtuosen Gesanges und Vivaldi-Liebhaber. Unbedingte Kaufempfehlung!!!


Georg Friedrich Händel: Semele
Georg Friedrich Händel: Semele
Wird angeboten von Fulfillment Express
Preis: EUR 34,06

7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Leider nicht der ganz große Wurf..., 9. Januar 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Georg Friedrich Händel: Semele (Audio CD)
Mit Semele fing bei mir meine Leidenschaft für die Oper des Barock 1993 überhaupt erst an, obwohl die Komposition selbst eigentlich gar keine Oper ist, sondern eher als eine Art "Hör-Drama" bezeichnet werden muss, weil eine szenische Aufführung von Händel niemals vorgesehen war.
Trotzdem bin ich nach wie vor der Meinung, dass Semele die beste Komposition Händels überhaupt ist, obwohl das Werk bei den Zeitgenossen durchgefallen ist. Diese Aufnahme ist die dritte von Rang, aber meines Erachtens nicht die beste.

Meine Hauptkritikpunkte bezüglich der vorliegenden Aufnahme gehen vor allem in zwei Richtungen:
1. Die Besetzung der Ino - der 2. Hauptrolle - mit Hilary Summers ist inadäquat: Sie kann keine Koloraturen singen und allenfalls in den Rezitativen mit ihrer vollen Bruststimme punkten. Sämtliche Arien sind allerdings deutlich schlechter gesungen als in den Vergleichsaufnahmen (Marilyn Horne, Della Jones).
2. Das Dirigat ist erstaunlich uninspiriert - die Tempi sind insgesamt viel zu langsam gewählt, sodass der Pepp fehlt.

Aber es gibt auch Pluspunkte zu verbuchen:
Rosemary Joshua ist sicherlich die technisch beste Semele und das Hauptargument für den Kauf der Aufnahme: Sie wagt zusätzliche Verzierungen und gestaltet die Rolle insgesamt glaubwürdig.
Auch Richard Croft ist m.E. der überzeugendste aller Jupiters, wenngleich ihm das Dirigat nicht erlaubt, seine vokalen Trümpfe voll auszuspielen (wie etwa in der Minkowski-Ariodante).

Die 1993er Aufnahme unter John Nelson mit Kathleen Battle in der Titelrolle wurde zwar heftig kritisiert, ist aber alles in allem trotzdem insgesamt besser gelungen, zumal Samuel Ramey einen fantastischen Somnus abgibt.


Rossini - La Donna del Lago
Rossini - La Donna del Lago
Preis: EUR 54,99

8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Für den Preis einfach zu wenig Leistung..., 3. Januar 2008
Rezension bezieht sich auf: Rossini - La Donna del Lago (Audio CD)
"La Donna del Lago" zählt für mich zu einer der schönsten Rossini-Opern überhaupt, trotzdem konnten mich alle bisherigen Einspielungen immer nur bedingt überzeugen. Daher möchte ich diese Neueinspielung nutzen, einmal einen sehr subjektiven Vergleich zwischen den einzelnen Aufnahmen anzustellen.
Ein Hauptproblem ist eigentlich immer die die Besetzung der Haupttrolle (Elena) - diese kann in keiner der Einspielungen hundertprozentig überzeugen, was unter anderen damit zusammenhängt, dass sie die meiste Zeit in der sehr undankbaren Mittellage (Sopran / Mezzo) singen muss und darüber hinaus nur im Finalrondo wirklich brillieren kann.

1. Bellugi (1970 live in Turin):
Eine Pionierarbeit: Insbesondere die Leistung von Montserrat Caballe muss hier gelobt werden. Sie steht zum Zeitpunkt der Aufnahme im Zenit ihres Könnens und meistert die Tücken der Elena-Partie mit Bravour. Sie ist m.E. die beste Elena, zumindest bei den Sopranen. Überraschend ist auch die Leistung von Verdi-Tenor Bonisolli, der mit den vielen Koloraturen der Uberto-Partie wenig Mühe hat. Ein Totalausfall ist jedoch Julia Hamari als Malcolm. Sie kann die Tücken der Partie nicht ansatzweise bewältigen. Der Hörer ist geradezu erleichtert, dass ihr die zweite Arie ganz gestrichen wurde.
Die Klangqualität ist in Ordnung. Insgesamt eine empfehlenswerte Aufnahme.

2. Scimone (1981 Live in Houston)
Fantastische Einspielung dieser Oper mit einer hochkarätigen Besetzung. Größtes Manko ist die wirklich miserable Aufnahmequalität, die den Hörgenuss doch erheblich trübt. Marilyn Horne ist als Malcolm natürlich ein "Knaller". Auch Rockwell Blake als Uberto ist technisch, emotional und von der Lautstärke her fantastisch, wenn auch weniger klangschön als ein Florez (trotzdem aber besser ;-). Das Timbre von Frederica von Stade ist sehr gewöhnungsbedürftig, sie klingt manchmal ein wenig "besoffen". Trotzdem halte ich diese Aufnahme - auch wegen des günstigen Preises - für empfehlenswert.

3. Pollini (1988, übrigens die einzige Studio-Aufnahme)
Ricciarelli ist als Sopränchen mit einer mäßigen Technik (Brüche im Register, geschleifte Koloraturen) und einer ziemlichen Indisponiertheit zum Zeitpunkt der Aufnahme als Elena völlig inakzeptabel. Punkten können hier Ramey (in der kleinen Rolle des Douglas) und Valentini-Terrani als Malcolm. Die Tenöre sind ebenfalls technisch gut, klingen aber mir persönlich etwas sehr dünn. Von dieser Aufnahme würde ich alles in allem abraten.

4. Muti (1994)
June Andersen ist technisch besser als Ricciarelli - trotzdem halte ich die Besetzung der Elena mit einem Mezzo grundsätzlich für sinnvoller. Großer Schwachpunkt dieser Aufnahme ist vor allem Martine Dupuy - dem schwächsten aller Malcoms. Sensationell: Rockwell Blake als Giacomo. Auch Merritt ist koloratursicher, wenngleich nicht immer klangschön. Muti dirigiert mir allerdings ein wenig zu uninspiriert.

5. Benini (Edinburgh, 2006)
Die vorliegende "La Donna" von Opera Rara ist die einzig wirklich vollständige (daher auch 3 CDs) - wobei die Ergänzungen eigentlich alle entbehrlich sind. Klangtechnisch ist es von allen Aufnahmen zwar die beste, aber Carmen Giannattasio kann als Elena hier wahrlich nicht überzeugen: Mit einer wenig klangschönen Stimme, einer nicht immer ganz korrekten Technik und einigen vokalen Unsauberkeiten kommt ihr die Live-Einspielung nicht entgegen. Auch Patricia Bardon als Malcolm kann im Vergleich mit der starken Konkurrenz in dieser Rolle nicht mithalten. Sie klingt einfach zu dünn und teilweise gehetzt. Erstaunlich: Kenneth Tarver als Giacomo, der eine unglaublich gute Technik hat und die höllisch schweren Koloraturen seiner Rolle souverän bewältigt. Gregory Kunde kann zwar noch mit einer stupenden Höhe beeindrucken, allerdings klingt seine Stimme in der Mittellage doch schon etwas "verbraucht" und die Koloraturen werden bisweilen ziemlich geschleift.
Aufgrund der genannten Defizite und des wirklich sehr hohen Preises würde ich deshalb vom Kauf dieser Aufnahme abraten.

6. Zedda (Wildbad, 2006)
Eine wirkliche Überraschung ist die kürzlich erschienene Live-Aufnahme aus Bad Wildbad von den Rossini-Festspielen. Sie ist von allen Einspielungen auf jeden Fall vom Dirigat her - Altmeister Zedda war am Werk - die akzentuierteste. Vor allem Sonia Ganassi kann - trotz einiger Startschwierigkeiten - als Elena am ehesten überzeugen. Sie singt das schwere Finalrondo "Tanti affetti" nach Caballe von allen am besten. Noch herausragender ist allerdings Marianna Pizzolato als Malcom: wunderschöne Stimme, makellose Technik und tolle Höhen und Tiefen. Vielleicht sogar der beste aller Malcolms. Nicht ganz so überzeugend sind die Tenöre, jedenfalls in Anbetracht der extrem starken Konkurrenz - insbesondere Ferdinand von Bothmer klingt mir persönlich ein wenig dünn.
Trotzdem würde ich diese - zudem noch sehr preiswerte - Naxos-Einspielung der von Opera Rara deutlich vorziehen.

Fazit: Die Oper ist so schön, dass man getrost mehrere Einspielungen besitzen sollte. Folgende Kaufreihenfolge würde ich empfehlen: 6, 1, 2 - und dann den "Rest".


Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-13