Shop now Shop now Shop now Shop now Shop now Hier klicken Jetzt informieren PR CR0917 Cloud Drive Photos Learn More Mehr dazu Hier klicken Mehr dazu Hier Klicken Shop Kindle AmazonMusicUnlimited AmazonMusicUnlimited BundesligaLive longSSs17
Profil für Mag Sarah Krampl > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Mag Sarah Krampl
Top-Rezensenten Rang: 4.563
Hilfreiche Bewertungen: 1694

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Mag Sarah Krampl (Villach)

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-20
pixel
Wohltemperiert: vom Klavier zum Kavalier
Wohltemperiert: vom Klavier zum Kavalier
von Heinz Zitta
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,49

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Licht und Schatten im Reich der verschobenen Jahreszeiten, 15. März 2017
Heinz Zittas Erzählungen sind Geschichten, die sich in Raum und Zeit abspielen, mal wird der Raum vergrößert oder verkleinert, mal die Zeit gedehnt oder verkürzt.
In diesem Raum-Zeit Kontinuum entstehen wunderbare, zum Teil skurrile Begebenheiten, die den Draht zur Realität jedoch nie verlieren und aufgrund des großen naturwissenschaftlichen Wissens des Autors immer bodenständig bleiben, auch wenn sie oft im Weltall oder auf einem in Zukunft bewohnbaren Planeten spielen. Die Kunst in diesen 64 Erzählungen besteht darin, fantastische Elemente sparsam einzufügen, gerade soviel von der Realität abzudriften, wie es nötig ist, um die Spannung aufrechtzuerhalten. In nahezu jeder Erzählung bemerkt man eine gewissenhafte Genauigkeit, die manchmal durch Zahlen, manchmal durch genaue Ortsbeschreibungen oder auch durch die Angabe technischer Daten zum Ausdruck kommt. Der Autor hebt zuweilen von seinem Technikerdasein ab, aber immer nur genauso viel, dass er noch Anhaltspunkte für sich behält. Die Themen sind zum teil sehr persönlich und reichen von Reiseerlebnissen bis zu Unfällen und Besuchen klassischer Musikkonzerte, zum größten Teil aber spielen die Geschichten weit weg, auf Planeten, im Weltraum bzw. im Mikro und Makrokosmos. Objektivität versus Subjektivität. Man bemerkt die Lust zur objektiven, genauen Beobachtung und naturwissenschaftlichen Beschreibung. Das Subjektive bzw. Persönliche kommt in Form von tollpatschigen, lustigen, gar erotischen Erfahrungen zutage, die beim Lesen nie ein Schmunzeln vermissen lassen. Dazwischen, zwischen dem großen Feld der Daten, Zahlen und Fakten und der sehr persönlichen Erlebnisse, gibt es Feste, griechische und sonstige Götter, Rituale, Religionsfragen, Genderfragen, gesellschaftliche Stereotype, klassische Musik, Filme und Märchen. .
Der Aufbau der Geschichten ist bemerkenswert, da alle 64 Texte in sich abgeschlossen sind, jeder Text hat einen Anfang und ein Ende, das sich oft auf den Anfang bezieht und das sehr oft eine überraschende Pointe enthält. Somit ist der Leser, sobald er das durchschaut hat, gebannt, wie die jeweilige Erzählung wohl ausgehen mag.
Insgesamt ein schön gestaltetes Buch mit vielen interessanten, lustigen und zukunftsorientierten Geschichten über menschliche Wesen und materiell-geistige Substanzen.

Hier noch zwei Auszüge aus dem Buch:

„Ist das Wissen denn magnetisch?“
„Ja, wenn es noch jung und frisch ist, solange ist es anziehend. Wenn es aber älter wird, dann verliert es seine Anziehungskraft und verschwindet im Abgrund des verlorenen Wissens. Dort unten, in diesem tiefen, dunklen Loch, da leben die Bewahrer des alten Wissens inmitten all des verlorenen Wissens auf dem Abfall des Wissens wie auf einer Müllhalde. Sie durchsuchen die verlorenen und vergessenen Müllberge des Wissens nach brauchbarem, wiederverwertbarem Wissen.“

„Im Nu stehen wir vor einem feuerroten Tor mit grünen Ornamenten und schwarzer Schrift: Willkommen im Hades! Eintritt für Atheisten frei, Katholiken zahlen die Hälfte. Keine Retourtickets erhältlich!
„Ich glaube, wir sind richtig“, sage ich zu Orpheus und öffne knarrend das Tor.
„Halt!“, fängt uns hier ein diabolisch grinsender Lakai ab. „Zuerst ist dieser 17-seitige Fragebogen auszufüllen.“
Volkszählungsgeübt setze ich souverän meine Kreuze. Bei der Frage nach dem Religionsbekenntnis kann Orpheus sich nicht so recht zwischen Zeus und Jupiter entscheiden. Auf meine Empfehlung hin kreuzt er „ohne Bekenntnis“an. Sicher ist sicher, bevor noch altgriechische oder römische Kirchensteuerbescheide eintrudeln. Unsere Rucksäcke müssen wir an der Garderobe abgeben und dann geht es hinein in die Tiefen der Unterwelt.“


Der Klang der Engel: Schottland-Venedig-Thriller
Der Klang der Engel: Schottland-Venedig-Thriller
von Michael Sumper
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannender Thriller mit wertvollen Insider-Informationen über Geschichte, Land und Leute., 8. März 2017
Diese sich hauptsächlich in Schottland und Venedig abspielende Jagd nach Templerschätzen und ihren Räubern ist eine dicht gesponnene Geschichte, die mich oft an Dan Browns Trilogie (Da-Vinci Code, Inferno), aber auch an Szenen in James Bond Filmen denken ließ. Formal ist der Roman so ähnlich aufgebaut wie Sumpers Vorgänger: „Energie“ und hat zum Teil auch die selben Protagonisten. Übersichtlich in 27 Kapiteln aufgeteilt fängt die Erzählung gleich in den schottischen Highlands an, wo sich eine zunächst geplante Tigerreportage bald in einen Thriller rund um die Templer und deren Schätzen verwandelt – wie dem Kopf Johannes des Täufers oder den letzten Abendmahl Becher – die zufällig in einer Kirche gefunden werden und prompt von einem berühmt berüchtigten eigenartigen Sammler aus Venedig gestohlen werden.
Es ist aber kein einfach zu lesender Roman. Man stockt des öfteren, weil darin einige geschichtliche Daten und Fakten, sowie, meiner Meinung nach, viel zu viele komplizierte Eigennamen und deren Berufe, wie zum Beispiel Alan McChattan, Chef des Scottish Executive Education Department, vorkommen, die den Lesefluss einigermaßen bremsen. Ab der Mitte, vor allem die Kapitel über Venedig, wird es vom Lesefluss wesentlich besser. 5 Sterne gebührt dem Buch trotzdem, weil es voll von richtigen und wichtigen Informationen über schottische und venezianische Kostbarkeiten, Schauplätze und geschichtlichen Daten ist. Dass es zum Beispiel im schottischen Hochland fürchterlich viele Mücken - sogenannte Midges - gibt, die einen stechen und unangenehme eitrige Pusteln hervorrufen oder dass in Venedig der billige Hauswein, den man an der Theke trinkt, „ombra“ (Schatten) heißt, sind Dinge, die ein normal Sterblicher, außer er lebt dort, nicht weiß und auch nicht so leicht irgendwo nachlesen kann.
Fazit: Spannender Thriller mit wertvollen Insider-Informationen über Geschichte, Land und Leute.

Hier noch zwei Textstellen zur Veranschaulichung der dichten Informationen, die in diesem Buch enthalten sind:

Der Mönch sah in eine Reihe großer Augen.
„Aber um zum Kern zu kommen, alles andere würde zu weit führen, erwähne ich noch die Lehrlingssäule oder Apprentice Pillar, die von einem Lehrling errichtet wurde, der einer von uns war […] Das Interessanteste an dieser Lehrlingssäule ist der Stave Angel, der Engel der Säule. Er ist ganz oben zu sehen. Er hält wie die anderen Engel in der Kapelle ein Musikinstrument. Diese geheimnisvollen musizierenden Engel verwirrten die unzähligen Gralsjäger schon immer. Es ist allerdings nur ein Notenblatt oder sogar nur eine einzelne Notenzeile, auf der der Engel mit dem Zeigefinger der rechten Hand das B und mit der linken Hand den Ton A mit dem Mittelfinger und den Ton C mit dem Zeigefinger hält. [...]

In der alten Kirche San Giacomo dall‘Orio, einer der ältesten Kirchen von Venedig überhaupt, saß ein betagter Priester mitten im Kirchenschiff an seinem Schreibtisch, so wie er es jeden Tag machte. Er wartete auf Gläubige, die vielleicht beichten wollten, und er gab Informationen an Touristen aus, die dieses besondere Gotteshaus besuchten. Die Kirche handelte es sich um die Pfarrkirche des Vikariats San Polo-Santa Croce-Dorsoduro. Sie ist aus dem 9. Jahrhundert und ist sehr oft umgebaut worden. Es sind byzantinische und barocke Elemente sowie welche aus der Romanik und der Renaissance in der Kirche zu finden. Einige Säulen des Innenraumes stammen aus der Beute des Vierten Kreuzzugs aus dem Jahr 1204 unter dem greisen und blinden Dogen Enrico Dandolo. Der Dachstuhl der Kirche hat die Form eines kieloben liegenden Schiffes und ist aus dem 14. Jahrhundert. Nicht viele Touristen verirren sich in die Kirche, da sie nicht auf der Haupteinfallsroute aller Venedig-Süchtigen liegt.


Crash! Boom! Ben!
Crash! Boom! Ben!
von Betty Buttersky
  Taschenbuch
Preis: EUR 15,47

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen „Im Leben jeder Frau gibt es einen BEN“, 18. Dezember 2016
Rezension bezieht sich auf: Crash! Boom! Ben! (Taschenbuch)
Wenn die Chemie stimmt, ist man/frau machtlos. Julie McCalligan verliebt sich restlos in ihrem Arbeitskollegen und späteren Chef und schreibt darüber im Zuge ihrer Lesetour, denn sie hat ein Buch über ihr „Liebesverhältnis“ zu Ben geschrieben, ein Buch im Buch sozusagen. Viel mehr möchte ich nicht verraten, denn zum Schluss hält das Buch noch eine inhaltliche Überraschung parat. Der Roman strotzt von erotischen Szenen, die beim Lesen unweigerlich erregen. Die Autorin hat gekonnt jede sexuelle Regung in Verbindung mit dem verliebten Gefühl beschrieben, wobei für meinem Geschmack ihre Brustnippel etwas zu oft hart werden. Das Liebesverhältnis zwischen den zwei eigentlich verheirateten Protagonisten ist von Anfang an prickelnd und je tiefer man in das Buch eindringt, desto erotischer wird es. Die sexuelle Lust gewinnt immer und die Gewissensqualen gegenüber den Ehepartnern halten sich in Grenzen, flackern vorm sexuellen Akt nur kurz auf. Die Macht der Liebesgefühle ist einfach zu stark und Julie zu neugierig, um nicht durchtrieben zu sagen, um ihre Vernunft bzw. ihren Verstand walten zu lassen. Die Sprache ist sehr flüssig, nicht nur im wahrsten Sinne des Wortes, sondern der Roman liest sich leicht und locker, als würde man als Leser einer erzählten Geschichte lauschen.
Mir persönlich hat der Stil sehr gut gefallen, denn, im Gegensatz zu einem italienischen Roman mit ähnlicher Thematik (Sara Tessa: L‘uragano di un batter d‘ali), wo die Sexszenen noch härter waren, aber die Sprache dafür ärmer und abgehackter, gelang es der Autorin Betty Buttersky den Leser still und leise auf diese Liebesreise mitzunehmen und nicht nur über den sexuellen Akt an sich, sondern über Städte, Arbeit und Reisen, über Freunde und Feste zu erzählen. Die eigentlichen erotischen Spiele werden zwar oft mit denselben, sich wiederholenden Wörtern und Ausdrücken beschrieben aber in jeder Szene gibt es eine Art Steigerung oder ein neues Detail, und das so genannte Vorspiel findet nur im Kopf der Protagonistin statt, die sich, weil derart verliebt, ihren Gefühlen hingibt und diese meisterlich beschreibt. Manche Szenen erinnern unweigerlich an Szenen von Shades of Grey oder an manche Szenen, die immer wieder in pornographischen Filmen vorkommen.
Insgesamt ein gelungener Roman, der sich in einem durchliest, weil man einfach gespannt ist, wie es wohl weitergeht zwischen Ben und Julie, Julie und Ben.

Hier noch eine kleine Kostprobe:

„Ich spüre, wie mich die Woge der Lust gleich überrollen wird. Doch Ben verlässt sogleich und ohne Vorwarnung den heißesten Ort und schnaubt obszön in mein Gesicht.
„Stellungswechsel!“
Ich bin heiß und feucht zwischen meinen Beinen und egal was er mit mir noch vorhat, ich will diesen ekstatischen Zustand aufrechterhalten.
Ben öffnet den Schlafsack und setzt sich auf. Vorsichtig lehnt er sich gegen den roten Stoff, der auf der Rückwand des Betts angebracht ist. Ich folge ihm aus der überhitzten Schlafstätte. Die Kälte im Zimmer trifft auf meine glühende Haut und versucht, sie zu kühlen, doch sie scheitert. Auch meiner lodernden Spalte kann sie nichts anhaben. Die Feuchtigkeit, die aus meinen Körperöffnungen entweicht, kondensiert bei diesen Temperaturen und die angenehme Frische animiert meine Triebe, mich Ben wieder hinzugeben.“


Der Usambaraveilchenstreichler auf dem Weg zum Südpol
Der Usambaraveilchenstreichler auf dem Weg zum Südpol
von Gerhard Benigni
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,49

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen „Schließlich und endlich sind die Lesenden anfänglich gespannt wie ein Regenschirm“, 13. Dezember 2016
Wie im letzten Buchtitel: „Fertigteilparkettboden. Im Niedrigenergiereihenhaus“ hat Gerhard Benigni, der Villacher Autor der Stunde, ein Faible für längere und etwas kompliziertere Wortkonstruktionen. Und da wären wir schon bei der großen Stärke von Benignis Büchern und Erzählungen: das Wort, mit dem assoziativ gespielt wird, bis Gedankengänge ineinandergreifen. Seine Geschichten sind mal kurz, mal länger, immer gespickt mit konkreten Ereignissen aus Gesellschaft, Sport, Musik, Literatur, Politik oder Religion. Aber auch aus eigenen Erfahrungen wird berichtet und über manch eine Reise wird Tagebuch geführt. Hin und wieder macht der Autor auch nicht vor dialektalen Ausdrücken halt, genauer vor dem Kärntner Dialekt, wenn es darum geht, bestimmte sozialkritische und gesellschaftskonventionelle Situationen aufzuzeigen. Es geht oft um Situationskomik, die nicht selten einen ironischen Ton erhält. Der Autor scheut aber auch nicht davor zurück, sich selbst unter die Lupe zu nehmen und selbstreflektierend über manche seiner Unzulänglichkeiten augenzwinkernd zu schreiben.
Die Sätze sind zwar kurz gehalten, aber umso wortreicher. Ein Gedanke folgt dem Nächsten in definitiv ausgesprochener Weise. Manchmal überschlagen sich die assoziativen Gedankensprünge und muten etwas überfrachtet an, sodass es schwierig wird, den Lesefluss beizubehalten. Komplizierte Wörter wie „Ileozökalklappe“, aber vor allem frei erfundene Wörter bzw. Eigenkreationen wie zum Beispiel: „verlegentlich, Gehlächter, Zwetschkenröster“ usw. kommen immer wieder vor. Interessant und lustig sind auch viele der enthaltenen Sprichwörter, die der Autor wieder mit Eigenkreationen bestückt: „Kurzer Kunstgriff ins fettarme Näpfchen“ und „Ein Mantel des Schweigens breitete sich über das leicht bekleidete Mädchen“ sollen hier als Beispiel dienen.
Nach dem Lesen dieser 28 Kurzgeschichten plus dem „Nachdenklichen Nachwort“ wird einem bewusst, wie schön es ist, mit Sprache kreativ umzugehen und was man mit Wörtern alles ausdrücken kann, wie Ludwig Wittgenstein einst in seinen „Philosophische Untersuchungen“ im Aufzeigen einiger Sprachspiele darlegte.


Es regnet Liebe
Es regnet Liebe
von Gerald Eschenauer
  Gebundene Ausgabe

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Es regnet Liebe: „Ein sehr persönlicher Akt“ oder „Mein Vermächtnis ist und bleibt mein Herz“, 4. Dezember 2016
Rezension bezieht sich auf: Es regnet Liebe (Gebundene Ausgabe)
Gerald Eschenauer, 1972 in Zweikirchen (Kärnten) geboren, hat mit diesen 84 Kurzgeschichten, Gedichten und Standortbestimmungen, dem Wort Liebe Sinn und Bedeutung verliehen. In diesen Texten geht es hauptsächlich um die Liebe zwischen zwei Menschen, zwischen Mann und Frau, zwischen einem Herbert, einem Norbert und einer Elfriede oder Susanne, Namen, die stellvertretend für alle Liebenden dieser Welt stehen. Die kleinen Begegnungen, die Details in einer Paarbeziehung sind es, die hier zur Sprache kommen und die sehr oft die Liebesfähigkeit der Menschen infrage stellen. Denn Liebe hat sehr wenig mit dem allgemeinen Verständnis zu tun, das von Hollywood und der Werbung propagiert wird. Liebe wird hier als ein Prozess verstanden, der sehr oft schmerzhaft bis aufklärend ist, denn hinter dem Liebenden steckt immer ein fehlbarer, sich nicht selten widersprechender, von Umwelt und Konvention beeinflusster Mensch mit seinen täglichen Sorgen, mit einem menschlichen Körper und menschlichen Gefühlen. Somit wird hier die Liebe nicht durch die rosarote Brille betrachtet, auch wenn von Verliebtheit öfter die Rede ist, die jedoch schlussendlich auch als schmerzhaftes Gefühl, weil mit Abhängigkeit verbunden, entlarvt wird; Liebe ist für den Autor eher ein „sich dem Leben“ hinzugeben mit all seinen unterschiedlich liebesgetränkten Facetten. Liebe ist kein Zustand, Liebe ist eine Möglichkeit. Alternativen werden aufgezeigt, wenn es darum geht, zukünftige Entscheidungen zu treffen, die von der Liebe durchtränkt wurden. Wen die Liebe mit Amors und Cupidos Pfeil trifft, der ist ge- und betroffen im wahrsten Sinne des Wortes und steht vor einer unbestimmten Zukunft, die ihn in ihrer Unbestimmtheit herausfordert. Liebe wird somit zu jenem Motor, zu jener unzerstörbaren Elementarkraft, die das Leben erst ermöglicht, die das Leben als einzige Kraft spürbar werden lässt. Dass diese Kraft zwar unzerstörbar ist und schlussendlich zum Guten führt, ist unbestritten aber nicht von vornherein mit positiven Gefühlen von Glück verbunden. Ganz im Gegenteil: Exzesse, Übertreibungen, Verzweiflung und Gewissensqualen begleiten diesen Prozess, der zu einem erhofften, glücklichen Ausgang, aber auch zum Scheitern führen kann. Wie das Leben eben so ist, Unfälle, Schmerz und Tod sind von der wahren Liebe nicht wegzudenken und schon gar nicht wegzufühlen.
Frauen werden hier nicht selten als Studienobjekte herangezogen, um vom Autor dann auch dementsprechend wahrheitsgetreu und einfühlsam beschrieben werden zu können. Dicke, alte, perverse, verliebte, verzweifelte, naive und emanzipierte Frauen in ihrer Stärke und Fehlbarkeit, in ihrem Dasein als Konterpart und Liebespartner der Männer gekennzeichnet. Liebe ist nicht nur Hochgefühl für Körper und Geist, sondern und vor allem auch Schmerz, Trauer, ein sogenannter Dorn im Herzen, der ganz schön gefährlich werden kann und nicht selten mit dem Tod endet. Die Verbindung von Liebe und Tod, sei es Selbstmord, Mord oder ein natürliches Dahinscheiden, verleiht dem Wort „Liebe“ die nötige Achtung. Mir kommt es so vor, als ob der Autor schließlich aufzeigen möchte, dass Liebe einfach die spürbare Suche nach sich selbst ist, dessen Finden jedoch nur durch andere möglich wird, im Dialog mit dem geliebten Gegenüber. Das erinnert mich an das Werk von Martin Buber „Ich und Du“, wo der Mensch in der Beziehung zum Gegenüber nicht ein Es/Er/Sie kühl und distanziert betrachtet, sondern eben in eine Ich-Du Beziehung mit seinem innersten und gesamten Wesen eintritt, welches auch die Voraussetzung für die Beziehung zu einem ewigen „Du“ - ob man es dann platonische oder göttliche Liebe nennt, sei jedem selbst überlassen – ist.
Diese Kurzgeschichten und Gedichte laden zum selbst nach- und weiterdenken ein. Ich persönlich kam zu dem Fazit, dass Liebe und Freiheit nur dann zusammenpassen, wenn man dem anderen und sich Raum lässt, wenn die Liebe nicht mit Abhängigkeiten und gefährlichen Manöver erstickt und getötet wird, sondern wenn die Liebe von einer großen Portion Akzeptanz begleitet wird, die dieses Herzklopfen nicht in Angst und Schrecken stecken bleiben lässt, sondern dazu dient, gewisse spürbare Grenzen hin zu neuen Erfahrungen zu überschreiten, wie es einst Blaise Pascal in seine „Pensées“ als Motto im Leben verstand: „Das Herz hat seine Gründe, die der Verstand nicht kennt.“

Hier noch ein Gedicht aus dem Buch:

Blindflug

Zu lieben
ist Glück in seiner vollendetsten Form.

Dazwischen
Schmerz, Hoffnung, Trauer, Hochgefühl.

Ich tappe im Dunkeln
bei dir.
Ich bewege mich rasant,
obwohl ich in dir ruhe.
Dein Verständnis
geht weit über das Bewusste hinaus.
Wie kann ich dir gerecht werden?
Jemals und für alle Zeit.
Erlegen.

Die Zeit
verkehrt die Zweifel
in Hoffnungen.
Wenn ich bei dir bin,
erfüllen sie sich.
Wenn du weit fort bis,
verkehren sich die Hoffnungen
in Zweifel.
Ausgeräumt von dir,
wenn wir uns wiedersehen.


Energie: Ein Scot-Arabic-Roman
Energie: Ein Scot-Arabic-Roman
von Michael Sumper
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,90

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen „Dieser Teil unseres Geheimnisses ist die pure Energie!“, 24. Oktober 2016
Rezension bezieht sich auf: Energie: Ein Scot-Arabic-Roman (Taschenbuch)
Michael Sumper (1953 geboren in Villach) hat in diesem Roman seine vielen Reisen, sowohl geschichtlich als auch geografisch wahrheitsgetreu in eine Krimi-Fantasy Geschichte eingebaut.
Die Erzählung beginnt in einer Whiskybrennerei in Schottland und endet in Marokko, wobei Landschaft, Gepflogenheiten, ja sogar die Sprache in diesen zwei Ländern innerhalb der ausgedachten Handlung ausschmückend zur Wirkung gebracht werden. Die Städte Edinburgh, Elgin, Marrakech oder Tafraoute kann man virtuell in diesem Roman bereisen und sich einige Kenntnisse im Schottischen oder Arabischen aneignen. Viel Fachwissen im Bereich technisch-handwerklicher Tätigkeiten stehen neben geschichtlichen Fakten und kulturellen Informationen. Holzarten wie der Arganbaum oder länderspezifische Gerichte wie Tajine zum Beispiel werden hier erwähnt. Der Erzählstil ist einfach aber familiär, umgänglich, realistisch. Wobei die Handlung einen breiten Raum für fantastische Elemente einnimmt, die an Star-Wars Episoden aber auch an mytische Gestalten erinnern. Das ethnische Volk der Berber, samt ihrem mystischen Geheimwissen wird in die Geschichte souverän eingebaut. Michael Sumper ist es gelungen einen sehr spannenden Krimi mit Fantasy-Elementen einerseits und die eigenen Reiseerfahrungen andererseits perfekt und zum Teil auch mit Humor zu Papier zu bringen.

Hier noch zwei bezeichnende Textstellen aus dem Buch für den Witz und die Beschreibung der Städte:

„Wohin fliegen Sie?“, fragte Julia und erkannte sofort, dass dies eine nicht so intelligente Frage war. Sie waren alle im selben Flieger nach Agadir.“

„Sie wurden direkt auf dem Hauptplatz von Marrakech abgesetzt, wobei das Gepäck vom Fahrer anschließend in das bereits reservierte Hotel gebracht wurde. Vor dem Marktplatz, dem größten Platz von Marrakech, dem Djemaa el Fna, stand eine lange Reihe von Droschken, die unter einigen großen Bäumen auf Kundschaft warteten. Es war ein großer, freier, ebener Platz, auf dem Wasserverkäufer, Schlangenbeschwörer und Geschichtenerzähler sowie diverse Händler ihre Stände aufgestellt hatten. Orangensaftverkäufer und Gaukler belebten zusätzlich diesen schönen Platz, der in der Vergangenheit genauso blutig wie einzigartig im weiten Umkreis war.“


Miefke Saga III: Auch für Allergiker ...
Miefke Saga III: Auch für Allergiker ...
von Gerald Eschenauer
  Broschiert

5.0 von 5 Sternen „Kärnten ist überall“, 12. November 2015
Der hoffentlich vorläufig letzte Band der Miefke Saga enthält inhaltlich alle Elemente der vorigen zwei Bände, geht aber weit darüber hinaus. Es geht in den Essays und Kurzgeschichten nun hauptsächlich um den Menschen als Individuum, das sich unweigerlich in die Gesellschaft unter den bestehenden wirtschaftlichen und politischen Gegebenheiten einfügen muss, soll, darf oder sich bewusst dagegen entscheidet, für Freiheit und Eigenverantwortlichkeit plädiert. Problematisch dabei ist, dass heute jeder alles darf, Dekadenz und mangelnder Anstand sind zur traurigen Realität geworden. Die Betrachtungen der politisch-wirtschaftlichen Landschaft ändern sich auch in diesem dritten Teil nicht, wenn es darum geht, die Gier nach Gewinnmaximierung durch Bausünden beispielsweise oder die Hypo Alpe Adria Bank als das Land in den Ruin treibende Institution aufzuzeigen.
Sogar einen Leserbrief schreibt Eschenauer darüber und sendet ihn an die Kleine Zeitung, wobei diese sich weigert, ihn zu veröffentlichen, weil nach Meinung der Chefredakteurin nicht die richtigen Worte gewählt wurden, was wiederum zur Frage der freien Meinungsäußerung führt. Hier ein treffendes Zitat daraus:

„Weiteres Einsparungspotenzial gefällig? Gerne. Verkaufen Sie Ihren Fuhrpark, senken Sie die Höchstanschaffungsgrenzen für Dienstwägen. Reduzieren Sie die aufgrund eigenfälliger Unfähigkeit entstandenen politikgetreuen Consultig- und Beraterhonorare. Nehmen Sie rückwirkend die Anhebung der Politikergehälter aus dem Jahr 2014 zurück. Heben Sie die Immunität von Politikern auf und führen Sie Haftungen für politische Fehlentscheidungen ein. Kurz gesagt: Räumen Sie mit diesem dilettantischen Scheißhaufen namens „Kärntner Landesregierung“ auf. Dies ist keine Begehrlichkeit, sondern eine Notwendigkeit. [...]“

Eschenauers Texte sind nicht frei von Provokationen, die den Menschen nicht kalt lassen können, die ihn zu einer Reaktion animieren, wie man an dem Leserbrief gut erkennen kann. Ausreden parat zu haben genügt dem Autor als Literaten und sprachversierten Menschen nicht, das kommt in den oft schonungslos präsentierten Wahrheiten ans Licht, wenn der Autor beispielsweise sagt: „Retuschiert erglänzen wir im schönen Schein“.

Der im Buch enthaltene offene Teil, der sich an die bestehende wirtschaftlich-politische Landschaft richtet wird jedoch von Gedanken und Betrachtungen hinsichtlich der philosophisch relevantesten Fragen, die mit unserem Dasein als sterbliche, alternde Wesen zu tun haben, überragt: Liebe und Tod, Selbstmord, Unfälle, Beziehungen, Single Dasein, Alterserscheinungen, Ehe, Leben und Zeit. Einige Erzählungen enden mit dem abrupten freiwilligen oder unfreiwilligen Tod des meist männlichen Protagonisten, sodass der Leser irgendwie erschrickt, denn man liest gespannt über das Leben eines Menschen und am Ende, ohne dass man es im entferntesten vermutet, stirbt er plötzlich durch einen Unfall. Umgekehrt geht es aber auch oft um Alterungsprozesse und um das nicht abrupte, sondern das langsame Absterben der körperlichen Funktionen. So wird die Zeit sowohl punktuell, als Augenblick betrachtet als auch als ein Prozess, beständig fortschreitend, durch diesen Satz sehr schön ersichtlich:

„Das Leben? Das Leben. Das Leben geht weiter ...“

Aufgrund einiger Texte, die persönliche, weil den Alltag betreffende Überlegungen die von einem männlichen Protagonisten geäußert oder gedacht werden, enthalten, fragt man sich als Leser unweigerlich was erfunden und was autobiographisch ist. So bleibt die Lektüre stets spannend und lebendig.

Hier noch ein Zitat aus dem Buch:

„Schöne Aussichten sind das. Der freie Mensch im 21. Jahrhundert. Ein Sklave seiner selbst. Seines Fortschrittsdenkens, seines wahnwitzigen Perfektionsanspruchs. Ein Zerrbild des Humanwesens, das er einmal war. Der Mensch des 21. Jahrhunderts – ein seelenloses Wesen. Wo sind die guten Entscheidungen? Wo sind sie geblieben? Wo bleibt der Mensch?“


Miefke Saga II: Passionen
Miefke Saga II: Passionen
von Gerald Eschenauer
  Taschenbuch

5.0 von 5 Sternen „Politiker- und Politkerinnen Stresstest … oder … Herzkammerflimmern in Europa“, 11. November 2015
Rezension bezieht sich auf: Miefke Saga II: Passionen (Taschenbuch)
Im zweiten Band der Miefke Saga, die den Untertitel „Passionen“ trägt, werden, ähnlich wie im ersten Band, Kärntner Missstände in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft aufgezeigt, wobei der Autor sich nun auch mit überregionalen Krisen, die bis in den europäischen Raum reichen, beschäftigt. Wie Griechenland und Spanien, die nahe am Burnout zu sein scheinen. Der Sarkasmus nimmt zugunsten rhetorischer Fragen und Überlegungen etwas ab, obwohl das Scheitern der Kärntner Wirtschaft und Politik noch immer schonungslos mit Worten auseinander genommen wird. Probleme, die nicht nur in Kärnten seit Jahrzehnten bestehen, haben mit Freunderlwirtschaft bei Arbeitspostenvergebungen, mit dummen Politikern, die jegliche gute Form von Politik zerstören, ja nicht einmal im Ansatz berücksichtigen, mit Korruption und der Auswahl von Berufen, die am besten intellektlos sein sollen, damit man der eigenen Faulheit und Bequemlichkeit frönen kann, zu tun. Es scheint, als würde der Autor öfter vor diesen Zuständen humorvoll resignieren und den nicht zu ändernden Missständen mit einem Schmunzeln begegnen. Viel wird auch über technische Kommunikationsmittel geschrieben, die sich auf die Sprechkultur negativ auswirken und schließlich zur Kommunikationslosigkeit führen können; Smartphones, Facebook und die neuen Medien machen eine sinnvolle Kommunikation oft nahezu unmöglich. Eschenauer plädiert für mehr Natürlichkeit, beispielsweise für eine andere, unvoreingenommene Sicht auf Politik und Sport. Der Autor stellt alles und alle in Frage, wie die laut grölenden Menschen bei Volksfesten in Kärnten oder die glitzernde Welt der Einkaufszentren und zeigt damit die oberflächliche, unnatürliche, am Lebenssinn vorbeigehende Art der Gesellschaft, das Leben zu leben.
Abgerundet wird dieser zweite Band der Miefke Saga durch vier in Gedichtform geschriebenen Seiten.


Miefke Saga
Miefke Saga
von Gerald Eschenauer
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,00

5.0 von 5 Sternen „Kärnten unser, im Himmel, geheiligt werde dein Name“, 11. November 2015
Rezension bezieht sich auf: Miefke Saga (Taschenbuch)
Der Autor, Gerald Eschenauer, der nicht nur Schriftsteller, sondern auch Förderer der Kärntner Literatur und der Literatur im Allgemeinen sowie Gründer und Obmann des Vereines „Buch13“ ist, hat in diesen „literarischen Statements“, die im Rahmen eines 366 Tage dauernden Fotoprojekts entstanden sind, nicht von ungefähr, 13 kurze Essays über die Unmöglichkeit in Kärnten Kärntner zu sein, verfasst und den perfekten Auftakt zur derzeit bestehenden 3 bändigen Reihe „Miefke Saga“ geschaffen.
Ob es sich um die Hypo-Alpe-Adria Bank, um Landespolitik und ihren Politiker, um das Arbeitsmarktservice, um Möchtegerns, die mit Geld, Autos und Schönheitsoperationen protzen, handelt, vom Sarkasmus des Autors bleibt nichts verschont.
Geschont wird Niemand, wenn es darum geht, Falschheiten, Korruption und die sich daraus ergebenden Missstände im Land Kärnten aufzuzeigen, wobei die Sprache von der nüchternsdsten Aussage, voller Zahlen und Fakten, bis zur Mundart und zum Teil derben Ausdrücken reicht. Eschenauer lässt hin und wieder die Leute im Dialekt sprechen und sich zum Teil unterhalten, wobei der Autor, als Erzähler, als Beobachter, lange Sätze, voll mit Gerundien und Partizipialkonstruktionen, verfasst.
Das Buch enthält am Ende auch einige lyrische, mit Wortspielen angereicherte Kompositionen, sodass, obwohl es nur aus 50 Seiten besteht, unterschiedliche Literaturarten zu finden sind. Insgesamt eine kurzweilige, aber intensive Lektüre, die ein österreichisches Bundesland in einigen seiner Mentalitätsfacetten wahrheitsgetreu nachzeichnet.


Tote Kinderseele: Mein Weg zurück ins Leben
Tote Kinderseele: Mein Weg zurück ins Leben
Preis: EUR 6,80

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wie viel Schmerz haltet der Mensch aus, ohne daran zu zerbrechen?, 16. Mai 2015
Hermine ist ihr Name, der Name einer starken Frau, die eigentlich ein Mann sein möchte. Als Befriedigungsobjekt, als Ersatzobjekt sowohl seelisch als auch körperlich ausgenutzt und bereits in jungen Jahren verletzt, schaffte sie schließlich den Sprung ins gute Leben und setzt sich heute für jene Menschen und Kinder ein, die sexuelle Gewalt erleben. In einer Pflegefamilie unter schlechtesten Erziehungsbedingungen aufgewachsen, mit einer Pflegemutter, die sie schlecht, wie ein Aschenputtel behandelte und einem Pflegevater, der sie einige Male brutalst vergewaltigte, kam sie bald in ein Erziehungsheim für schwererziehbare Mädchen. Sie entwickelte eine homosexuelle Ader und verliebte sich in Mädchen, später in Frauen. Einige Jahre als Prostituierte tätig, Drogen- und Alkoholabhängig, entschied sie sich schließlich zu einer Entziehungskur. Selbst ein Mädchen, während ihrer Ausbildung zur Glasmalerin, auf die Welt setzend, musste sie sie aus Notgründen auch zu Pflegeeltern, diesmal aber zu Liebevollen, geben. Wie kann ein Mensch soviel Leid aushalten? Irgendwann ist einem alles egal, wie auch Hermine in den 16 Jahren ihrer Süchte und Prostitution. Aber sie wollte das gar nicht und ihr Überlebenswille war schließlich stärker und siegte. Kinder derart zu misshandeln, wie sie misshandelt wurde, hinterlässt einen bitteren Geschmack im Leben. Woher kommt das Vertrauen, das einen doch immer wieder aus dem Selbstmitleid, aus dem Misstrauen heraushilft, wenn nicht entweder von Gott, von unserem Über-Ich im Freudschen Sinne, unserem Gewissen, das uns letztendlich leitet, oder von anderen Menschen, die einen begegnen und mit ihrer liebevollen Art uns doch Hoffnung, Ruhe und Ablenkung von unseren Schmerzen schenken und uns somit im richtigen Moment retten. Woher kommt diese geistige Kraft, die wir alle Liebe nennen, die Hoffnung und Vertrauen spendet und uns die Kraft gibt, nicht zu verzweifeln, sondern weiter zu machen, egal unter welchen Bedingungen, wenn nicht von der Bereitschaft mancher Menschen, das Gute zu fördern und das Schlechte zu ignorieren. Das Leben ist ein Geschenk und oft wird es einfach aus unterschiedlichsten Gründen, vielleicht wegen der 7 Todsünden zerstört, kaputt gemacht, getötet. Vielleicht sollten wir einmal beginnen die 7 Lebenstugenden zu befolgen, nur diese können zu einem guten, friedvollen Leben führen: Demut, Großzügigkeit, Geduld, Liebe, Mäßigkeit, Vertrauen und Tüchtigkeit. Ich glaube, Hermine hat einige der von ihr an eigenem Leib erlebten Todsünden in Lebenstugenden verwandelt und dazu gehört eine gehörige Portion an Kraft und Durchhaltevermögen. Diese Autobiografie zeichnet sich dadurch aus, dass sie sehr persönlich und detailreich geschildert wird. Es wird nichts verschönert aber auch nichts dramatisiert. Nackt, schonungslos und doch voll mit persönlichen Gefühlen werden die Ereignisse im Leben Hermines von ihr erzählt. Die Sprache ist nüchtern und doch hat sie eine ganz besondere Note, die liebe- und kraftvolle Note Hermines selbst.


Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-20