Hier klicken Sale Salew Salem Hier klicken Sonderangebote studentsignup Cloud Drive Photos UHD TVs Learn More TDZ HI_PROJECT Hier klicken Mehr dazu Mehr dazu Shop Kindle AmazonMusicUnlimitedFamily longss17
Profil für Nicole Demiray > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Nicole Demiray
Top-Rezensenten Rang: 6.403.877
Hilfreiche Bewertungen: 53

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Nicole Demiray
(REAL NAME)   

Anzeigen:  
Seite: 1
pixel
Ein Sommernachtstraum: Nach William Shakespeare (Weltliteratur für Kinder)
Ein Sommernachtstraum: Nach William Shakespeare (Weltliteratur für Kinder)
von Barbara Kindermann
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,90

11 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Irrungen und Wirrungen im Elfenwald, 23. September 2008
Shakespeares Komödie "Ein Sommernachtstraum" gehört zu den wohl berühmtesten Werken des Dramatikers und zu den wenigen Stücken, die regelmäßig auf deutschen Bühnen inszeniert werden. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass von diesem Stück ein ganz besonderer Zauber ausgeht, der entsteht, wenn sich Wunderbares mit Komischem vereint.

Um diesen Zauber auch schon den Jüngsten zugänglich zu machen, hat die Erzählerin und Herausgeberin Barbara Kindermann die wesentlichen Handlungsmerkmale sowie zahlreiche Zitate der in den siebziger Jahren durch A.W. von Schlegel entstandenen Übersetzung in einen Prosatext überführt. Entstanden ist eine wunderschöne Nacherzählung, die nicht nur das Beziehungsdilemma zweier Liebespaare beschreibt, sondern vor allem den zwischen dem Herrscherpaar des Elfenreichs entstandenen Streit.

Königin Titania und König Oberon ringen um einen indischen Jungen, den Titania in ihrem Gefolge hat und den Oberon gern in seinem Gefolge hätte. Am Rande der Streitigkeiten wird Oberon den verzweifelten Liebespaaren gewahr, die zu später Stunde im Wald herumirren, und beschließt diesen zu helfen. An dieser Stelle kommt Oberons Diener Puck ins Spiel, der in seinem Auftrage eine rote Zauberblume beschaffen soll. Diese Blume besitzt magische Kräfte und vermag es Lebewesen ineinander verliebt zu machen. Mit Hilfe der Blume soll Puck die beiden Liebespaare von ihrem Kummer befreien und nebenbei auch Titania, der sturen Gattin Oberons, einen Streich spielen. Einige unglückliche Zufälle und auch seine Liebe zu Späßen tragen dazu bei, dass der kleine Elf erst für viel Durcheinander sorgt, bevor sich alles zum Guten wendet.

Untermalt wird die komische und oft turbulente Erzählung von den wunderschönen Illustrationen Almud Kunerts. Diese machen das Kinderbuch nicht nur zu einem Kunstwerk, sondern tragen gerade bei den Kleinsten zum besseren Verständnis der Geschichte bei.
Empfohlen für Kinder ab 5

Herausgeberin: Barbara Kindermann
Titel: Ein Sommernachtstraum
Verlag: Kindermann Verlag (2005)
ISBN: 3-934029-14-0


Das Schloß
Das Schloß
von Franz Kafka
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 4,95

22 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "Wie komme ich ins Schloß?" - "Du? Gar nicht!", 21. Dezember 2007
Rezension bezieht sich auf: Das Schloß (Gebundene Ausgabe)
"Das Schloß" ist Kafkas dritter und letzter Roman. Ebenso wie "Amerika" und "Der Prozeß" liegt "Das Schloß" nur als Fragment vor.

Ähnlich wie ein geschickt unterbrochener Mehrteiler im Abendprogramm, endet Kafkas Romanfragment plötzlich und ohne Vorwarnung an genau der Stelle, die verspricht Licht ins Dunkel zu bringen. Dem Leser bleibt nur die Möglichkeit über das, was kommen könnte zu spekulieren oder den Roman für sich selbst abzuschließen. Doch wie kommt es zu dem starken Wunsch, um jeden Preis das Ende erfahren zu wollen?

Ein Mann namens K. spielt einmal mehr die Hauptrolle in Kafkas Roman, dessen Anfang an einen Schauerroman erinnert. "Es war spätabends, als K. ankam. Das Dorf lag in tiefem Schnee. Vom Schloßberg war nichts zu sehen, Nebel und Finsternis umgaben ihn, auch nicht der schwächste Lichtschein deutete das große Schloß an. Lange stand K. auf der Holzbrücke, die von der Landstraße zum Dorf führte, und blickte in die scheinbare Leere empor."

Auch wenn der Roman nicht ganz so schaurig verläuft wie etwa "Dracula", ist er doch voll von merkwürdigen Menschen, Vorkommnissen und Zufällen, die dem Leser immer wieder neue Rätsel aufgeben. Selbst die Hauptfigur K. ist für den Leser ein Rätsel, denn bis zum Schluss weiß der Leser nicht, wer K. ist, wo er herkommt und warum er unbedingt in ein Schloss will, von dem zwar ständig die Rede ist, aber für dessen Existenz es keine Beweise gibt.

Genauso ominös wie das Schloss selbst, sind die mächtigen und viel beschäftigten Beamten des Schlosses. Der wichtigste von Ihnen, Klamm, ist den ganzen Roman über zwar in aller Munde, aber für den Leser nicht greifbar. Ähnlich wie beim Schloss, gibt es keinen Beweis für seine Existenz, und die Beschreibungen Klamms durch die Dorfbewohner könnten gegensätzlicher nicht sein. "Er soll anders aussehen, wenn er ins Dorf kommt, und anders, wenn er es verläßt, anders, ehe er Bier getrunken hat, anders nachher, anders im Wachen, anders im Schlafen, anders allein, anders im Gespräch und, was hiernach verständlich ist, fast grundverschieden oben im Schloß. Und es sind schon selbst innerhalb des Dorfes ziemlich große Unterschiede, die berichtet werden, Unterschiede in der Größe, der Haltung, der Dicke, des Bartes, nur hinsichtlich des Kleides sind die Berichte glücklicherweise einheitlich: Er trägt immer das gleiche Kleid, ein schwarzes Jackettkleid mit langen Schößen."

Doch nicht nur Klamm stachelt die Neugier des Lesers an. Die Dorfbewohner, die weder über K.s überraschende Ankunft, noch über seine Absicht zum Schloss gelangen zu wollen sehr erfreut sind, scheinen, wie der Protagonist selbst, Leichen im Keller zu haben. Allen voran die Wirtin, in deren Gasthaus die Beamten tief in der Nacht ihre Bürgersprechstunden abhalten. Sie ist eine von vielen Dorfbewohnern, die K., der sich als Landvermesser ausgibt, für seine Zwecke benutzen will. Allerdings scheitert er.

Je mehr er versucht zum Schloss vorzudringen, desto mehr Hindernisse tauchen auf. Seinen Wunsch ins Schloss zu gelangen, ersetzt er deshalb zeitweise mit dem Wunsch Klamm zu sehen. Doch auch hier muss er erfahren, dass das Streben nach einem Treffen mit Klamm einem Kampf gegen Windmühlen gleicht.

Einmal jedoch bekommt K. die Chance Klamm in seiner Bürgersprechstunde zu treffen, muss jedoch sehr lange warten. Durch einen dummen Zufall nimmt er die falsche Tür und gelangt zum Beamten Bürgel. Dieser ist so freundlich, dass K. sich in seiner Nähe ganz geborgen fühlt. So geborgen, dass die Anspannungen der letzten Tage von ihm abfallen und er in einen tranceartigen Schlaf fällt. Als er aufwacht, ist es zu spät, um Klamm zu treffen. Er hat seine vielleicht einzige Chance verschlafen.

"Das Schloß" ist durch die zahlreichen Geheimniskrämereien fesselnd und mysteriös zugleich. Kaum glaubt man der Lösung eines Rätsels auf der Spur zu sein, wird man eines besseren belehrt. Von Anfang an ist nichts wie es scheint, und im Verlauf des Romans wird nichts klarer, sondern alles immer mysteriöser. Das abrupte Ende weckt beim Leser das Gefühl, selbst die ganze Zeit getäuscht worden zu sein und lässt die Frage aufkommen, ob das Schloss und seine Beamten wirklich soviel Macht haben, wie die Dorfbewohner behaupten.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 3, 2009 7:16 PM MEST


Nachtprogramm
Nachtprogramm
von David Sedaris
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine schrecklich nette Familie, 21. Dezember 2007
Rezension bezieht sich auf: Nachtprogramm (Taschenbuch)
Der Autor David Sedaris ist ein Amerikaner mit griechischen Wurzeln. Neben seiner Tätigkeit bei namhaften Zeitungen wie The New Yorker und dem Esquire hat der begnadete Humorist noch Zeit uns sein ganz alltägliches Familienleben mundgerecht zu servieren. Mundgerecht heißt in diesem Fall in Form von Kurzgeschichten, die am Wochenende ausgiebig in mehreren Gängen genossen oder mal Zwischendurch wie Fastfood verschlungen werden können.

David Sedaris ist nichts heilig, weder seine Homosexualität noch die merkwürdigen Verhaltensweisen seiner Verwandten und Mitmenschen und schon gar nicht irgendwelche traditionellen Bräuche wie Weihnachten. Beglückte uns Sedaris in seinem letzten Buch Ich einen Tag sprechen hübsch mit seinen Erlebnissen in der Sprachschule, seiner Technophobie und der Frage, ob eine Glocke oder ein Osterhase besser Eier verteilen kann, so stehen in Nachtprogramm die merkwürdigen Verhaltensweisen seiner Nachbarn, seine Jugendsünden und diverse Familienabenteuer aus seiner Kindheit auf dem Programm.

David Sedaris lässt uns in 22 Kurzgeschichten an seinem Leben teilhaben und vergisst auch nicht, uns peinliche Details zu schildern. Alles was geschieht wird trocken und ehrlich kommentiert, so ehrlich, dass der Leser sich krümmt vor Lachen. So muss man sich über Klein-David amüsieren, als er mit entsetzen feststellen muss, dass es Menschen gibt, die bewusst keinen Fernseher haben und sich stattdessen ein kleines Boot leisten mit dem sie an den See fahren. Das macht sie eindeutig zu bemitleidenswerten Leuten und hervorragenden Beobachtungsobjekten. Vor allem, da sie den hohen Feiertag Halloween dadurch verpassen und ihren armen Kindern zumuten am Tag nach Halloween von Haus zu Haus zu ziehen.

In Slumus Lordicus beschreibt er den Aufstieg und Fall des elterlichen Immobilienimperiums und den Ärger mit störrischen Mietern. Aber nicht nur seine Eltern bekommen ihr Fett weg. Die mit Abstand lustigste Geschichte verdanken wir seinem, für Sedaris Fans schon legendären, Bruder Paul, besser bekannt als Rooster. Was keiner für möglich hält geschieht: Paul heiratet. Jedoch nicht ganz so traditionell wie man sich das bei griechischen Paaren vorstellt. Statt eines orthodoxen Pfarrers wird die Zeremonie von einer Esoterikerin abgehalten - Amerika ist eben das Land der unbegrenzten Unmöglichkeiten - und die Gäste werden nicht in einem schicken Hotel, sondern einem Motel untergebracht. Wenig später wird seine Frau schwanger und bereits wenige Stunden, nachdem der Schwangerschaftstest positiv ist, wird die gesamte Verwandtschaft davon in Kenntnis gesetzt und fast stündlich mit Neuigkeiten in Bezug auf Babyausstattung, Bewegungen und ähnlichem versorgt. Das Geschlecht erfahren sie jedoch erst bei der Geburt, denn im Gegensatz zum Drucken der Einladungskarten im 3. Monat und dem Kauf aller erhältlichen Babyartikel, bringt die Kenntnis des Geschlechts Unglück!

Am Ende des Buches hat der Leser viel gelacht und die Familie Sedaris so lieb gewonnen, dass er in den Buchladen geht, um sich mit weiteren Geschichten über den ganz normalen Wahnsinn im Hause Sedaris zu versorgen.


Supergute Tage oder Die sonderbare Welt des Christopher Boone
Supergute Tage oder Die sonderbare Welt des Christopher Boone
von Mark Haddon
  Taschenbuch

5.0 von 5 Sternen Pudel am Spieß und andere Katastrophen, 21. Dezember 2007
Mark Haddons Roman Supergute Tage oder Die sonderbare Welt des Christopher Boone erzählt die Geschichte des 15jährigen Christopher. Wer nun glaubt der Roman sei ein durchschnittlicher Teenagerschmöker, der irrt. Der Roman ist weit davon entfernt die Probleme des Erwachsenwerdens, der ersten Liebe und des ersten Sex zu thematisieren. Nicht einmal die typischen Pubertätskrisen zwischen Eltern und Kindern spielen hier eine Rolle, denn der Protagonist ist kein durchschnittlicher 15jähriger. Christopher ist Autist, und sein Leben wird von diversen Zwängen, Ängsten, Abneigungen und Rätseln beherrscht.

Bei einem seiner nächtlichen Spaziergänge, diese unternimmt der Protagonist des Öfteren, entdeckt er plötzlich einen toten Hund im Garten der Nachbarin. Bei näherer Betrachtung stellt sich heraus, dass es sich um Wellington, den Pudel der Nachbarin handelt. Dieser ist jedoch keines natürlichen Todes gestorben, sondern hinterhältig mit einer Mistgabel ermordet worden. Christopher beschließt der Sache auf den Grund zu gehen, denn er mag Hunde, weil "sie haben nur vier Stimmungen: glücklich, traurig, ärgerlich und aufmerksam. Außerdem sind sie treu. Und Hunde lügen nicht, weil sie nicht sprechen können." Doch nicht nur seine Zuneigung zu Hunden macht den Fall interessant, auch sein Schulprojekt, das Verfassen eines Kriminalromans, profitiert von diesem Vorfall. Er beginnt die ihm vertrauenswürdig erscheinenden Leute in der Nachbarschaft zu verhören und sie heimlich zu beobachten, womit er nicht nur den Nachbarn, sondern auch seinem Vater auf die Nerven geht.

Während seiner Recherchen stößt Christopher eines Abends durch Zufall auf an ihn adressierte Briefe. Merkwürdigerweise befinden sich diese im Kleiderschrank seines Vaters und tragen die Handschrift seiner verstorbenen Mutter. Was als Jagd auf einen kaltblütigen Hundemörder beginnt, wird bald zur Suche nach etwas verloren Geglaubtem. Schließlich entlarvt Christopher nicht nur Wellingtons Mörder, sondern auch eine große Lüge, was seinem Leben eine jähe Wendung gibt.

Mit viel Charme, aber stellenweise etwas klischeehaft, erzählt Mark Haddon Christophers Geschichte. Von der ersten Seite an zieht der Junge den Leser in seinen Bann. Er lässt uns die Welt mit seinen Augen sehen und versucht uns Dinge, die wir nicht verstehen können, verständlich zu machen. Der einfache, aber niemals plumpe Stil macht den Roman zu einer entspannenden Lektüre, in der Komik und Tragik harmonisch arrangiert sind. Ein Happy End im klassischen Sinne gibt es nicht. Vielmehr hat der Autor für den Roman das bestmögliche Ende geschrieben, weder kitschig noch traurig, sondern genau richtig.


Boxhagener Platz: Roman
Boxhagener Platz: Roman
von Torsten Schulz
  Taschenbuch

17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mord an einem Fischkopp, 21. Dezember 2007
Rezension bezieht sich auf: Boxhagener Platz: Roman (Taschenbuch)
Torsten Schulz, 44, Berliner, Drehbuchautor, Regisseur und Professor für Dramaturgie an der Filmhochschule Potsdam hat nach einigen Drehbüchern, einem Buch zum Film und einem Sachbuch endlich einen Roman geschrieben. "Boxhagener Platz" heißt sein charmantes Werk, dass einem auf 191 Seiten das Leben Ende der 60er in der ehemaligen DDR nahe bringt.

Dies tut er gekonnt mit Hilfe einer Ostberliner Familie, den Jürgens', die alles andere als durchschnittlich und normal ist. Oma Otti, die rüstige Rentnerin, die Grabpflege zu ihren Hobbys zählt. Vater Jürgens, der ABV (Abschnittsbevollmächtigte), der seinen Dienst sehr ernst nimmt und ständig um den Boxhagener Platz schleicht. Mama Jürgens, die ab und zu ins Café NORD oder zu RENI geht, da Vater Jürgens sein Pulver bereits verschossen hat und Holger, der Sohn der Familie. Er steckt irgendwo zwischen Kindheit und Pubertät und versucht stetig seine Wissenslücken in punkto Sex zu schließen, was hauptsächlich auf dem Boxhagener Platz geschieht, wo Holger und seine Freunde ihre Zeit verbringen.

Oma Otti, eigentlich Ottilie, hat bereits fünf Ehemänner ins Grab gebracht und um den sechsten ist es auch nicht gut bestellt. Sie bedauert zwar, "dass de Männer aber ooch immer so schnell schlapp machen", aber dass findet sie immer noch besser als wenn sie selbst "abnibbeln" würde. Lieber auf dem Friedhof Blumen gießen, als selbst begossen werden scheint das Motto der rüstigen Alten zu sein, die die Männerherzen der über 60 jährigen rund um den FEUERMELDER, einer Kiezkneipe, höher schlagen lässt. "Die Kerle könn' noch so alt sein, aber von `n Weibern könn' se bis zum Schluss nicht lassen". Und weil Ehemann Nummer sechs zwar noch nicht tot ist, aber eben auch nicht mehr so richtig lebendig, schaut sich Oma Otti schon einmal nach jemand neuem um. Sie braucht natürlich nicht lange zu suchen, sind doch gleich zwei Bewerber zur Stelle. Fisch-Winkler, "der hässliche Karpfenkopp", der sie mit Gratis-Fisch gewinnen will und Karl Wegner, der Oma Otti erst zum Grabgießen einspannt, um ihr dann "den ersten Preis für Grabpflege" zu überreichen.

Eines Morgens jedoch wird der alltägliche Wahnsinn rund um den Boxhagener Platz gestört. Ein Mord ist geschehen. Ein Unbekannter hat Fisch-Winkler in seinem Laden mit einer Bierflasche erschlagen. "Um Fisch-Winkler, den ollen Karpfenkopp, isset ja nun wirklich nicht schade" findet Oma Otti, dennoch ist der Mord an Fisch-Winkler Wochenlang Kiezgesprächsthema Nummer eins.

Torsten Schulz schafft es mühelos durch die plötzlich auftauchenden Gerüchte so viele Verstrickungen zu schaffen, dass eigentlich jeder der Täter sein könnte: der fast-tote Opa Rudi, ein Saufkumpan aus dem FEUERMELDER, der Nachbar von gegenüber. Alles und jeder ist verdächtig und schließlich ist auch ein Komplott aus dem Westen nicht mehr ausgeschlossen. Bis zum Schluss werden die wüstesten Theorien gesponnen und nebenbei auch Skandale aus den elterlichen Schlafzimmern aufgedeckt.

"Boxhagener Platz" ist eine Ostberliner Komödie, die nicht nur durch ihre komischen Charaktere und deren Berliner Schnauze amüsiert, sondern auch jedes nur denkbare Klischee karikiert, so dass der Leser nicht nur der Aufklärung des Mordes, sondern auch Oma Ottis nächster Äußerung entgegenfiebert.


Seite: 1