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Muggenhorst (Riesa)

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Pornography (Deluxe Edition)
Pornography (Deluxe Edition)
Preis: EUR 15,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen It Doesn't Matter If We All Die..., 12. Oktober 2010
Rezension bezieht sich auf: Pornography (Deluxe Edition) (Audio CD)
Es gibt in der Geschichte der populären Musik einige Platten, die man als seelisch labiler Mensch mit etwas Vorsicht genießen sollte. Das 1982er Erzeugnis der Herren Smith, Gallup und Tolhurst gehört mit Sicherheit dazu. Die zu diesem Zeitpunkt schwer drogen- und alkoholgeplagte Band goss hier alles, was die wenig optimistischen frühen 80er Jahre an Hoffnungslosigkeit zu bieten hatten, in ein absolut markerschütterndes Soundgewand, eine Ton gewordene Ausgabe von Goethes "Die Leiden des jungen W." in acht Songs.

Wo soll man anfangen? Mit der die abgrundtiefe Stoßrichtung bereits zu Beginn aufzeigenden Textzeile "It Doesn't Matter If We All Die" beim mit seinen sägenden Gitarrenklängen schwer unter die Haut gehenden "One Hundred Years"? Oder dem wilden Bass/Drums-Duell der Singleauskopplung "The Hanging Garden"? Man taucht mit zunehmender Spieldauer immer tiefer in die Cure'sche Abwärtsspirale ein, Smiths teilweise wie hingeworfen klingende Gitarrenakkorde wirken in ihrer Filigranität wie ein Netz, das sich den Hörer umso tiefer darin verstricken lässt, je energischer er sich daraus zu befreien sucht. Diese hypnotische Wirkung wirkt faszinierend und beunruhigend zugleich, sehr gut beispielsweise beim Track "Siamese Twins" oder dem über sechsminütigen "The Figurehead" zu beobachten.

"A Strange Day" bekam einen grandiosen Chorus spendiert, der gegen die tiefdepressiven Strophen aufzubegehren scheint. Übertroffen noch von "Cold", einer einzigartigen Mischung aus Synthesizer- und Cello-Klängen, Robert Smiths klagendem Gesang und stark schaumgebremsten Drums. Sollte es jemals so etwas wie eine ultimative Wave-Hymne geben - hier ist sie! Mit der verstörenden Soundcollage "Pornography" entrinnt man dem Alptraum mit knapper Not, nicht ohne jedoch den Ratschlag "Find A Sickness, Find A Cure!" hinterhergerufen zu bekommen. Ein schaurig-schöner Höllentrip!

Die Bonus-CD dieser Deluxe Edition widmet sich wie auch schon diejenigen der Vorgängeralben allerlei Raritäten aus dem Demo- und Liveaufnahmenbereich. In ersterem darf "Break" schräg aus den Boxen scheppern, während die ohne Vocals aufgenommenen "Demise" und "Temptation" wie auch "The Figurehead" und "The Hanging Garden" in sehr guter Soundqualität daherkommen. "One Hundred Years" klingt hingegen noch richtig unfertig, eine breit wabernde Synthiefläche drängt die das Albumoriginal prägenden Gitarrensounds deutlich in den Hintergrund, die Drums sind lediglich behelfsmäßig mit einer Sequencer-Linie vertreten. Richtig experimentell geht es hingegen beim 13minütigen "Airlock: The Soundtrack" zur Sache. Ein wild und scheinbar ohne Plan klimperndes Piano, kombiniert mit allerlei Geräuschkulisse und einem ebenfalls eher improvisierten Bass ergeben ein schwerverdauliches, aber nicht uninteressantes Endergebnis.

Sechs Live-Tracks in Bootleg-Qualität (bis auf die scheinbar aus dem Soundboard gezogenen "A Short Time Effect" und "Siamese Twins") geben einen guten Einblick in die Konzertqualitäten der Truppe, bevor das hervorragende Studiodemo "Temptation Two" nach stolzen 115 Minuten Spieldauer einen Schlußpunkt unter dieses Glanzstück einer jeden Musiksammlung setzt. Volle Punktzahl, gar keine Frage!


Das grosse Hokuspokus. Aus dem Leben berühmter Magier
Das grosse Hokuspokus. Aus dem Leben berühmter Magier

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Biographien längst vergessener Artisten, 7. Oktober 2010
Der 1945 gegründete Ostberliner Henschel Verlag gab in der DDR zahlreiche Sachbücher zum Thema Kunst und Kultur heraus. Unter anderem erschienen dabei auch diverse Sammelwerke zur Geschichte des Zirkus, der Dressur oder der Zauberkunst. In diesem 1981 erschienenen Buch werden die Lebensgeschichten heute nur noch Experten bekannten Vertreter der Magiesparte und deren berühmtester Illusionen geschildert.

In sechs Kapiteln erfährt der Leser mehr über den Münsteraner Alexander Heimbürger (1819-1909), der mit seinen Vorstellungen Nord- und Südamerika eroberte, Carl Hertz (1859-1924), der den Trick der "Verschwundenen Dame" zwar nicht erfand, aber einem breiten Publikum bekannt machte, des ersten Präsidenten des "Magic Circle", David Devant (1868-1941), des unter bis heute nicht restlos geklärten Umständen auf der Bühne tödlich verletzten "falschen Chinesen" Chung Ling Soo (1861-1918), des aufgrund seiner Rolle im Dritten Reich nicht unumstrittenen bundesdeutschen Magiers Kalanag (1903-1963) sowie des sowjetischen Illusionisten Emil Kio senior (1894-1965), zu dessen Verdiensten die Transformierung der Magie weg von der reinen Varieté-Nummer zur eigenständigen Zirkus-Attraktion gehört.

Teilweise basieren die mit zahlreichen Fotos versehenen Kapitel auf den Memoiren der entsprechenden Künstler, weswegen diese Abschnitte in der Ich-Form erzählt sind. Allerdings merkt das Impressum eine starke Bearbeitung der entsprechenden Passagen an. Durch diese Wechsel der Erzählperspektive wirkt das Buch manchmal etwas gestückelt, was allerdings nichts daran ändert, es mit einer interessanten Dokumentation über in der Öffentlichkeit längst vergessene Künstler zu tun zu haben. Lehrreich und unterhaltsam!


Die Fussball-EM ~ Klassikersammlung 2 ~ Deutsche Triumphe, alle grossen Spiele ~ Finale 1996 ~ Deutschland-Tschechien 2:1 n. V.
Die Fussball-EM ~ Klassikersammlung 2 ~ Deutsche Triumphe, alle grossen Spiele ~ Finale 1996 ~ Deutschland-Tschechien 2:1 n. V.

4.0 von 5 Sternen Deutschlands bisher letzter Titel, 4. Oktober 2010
Analog zu der zwei Jahre zuvor erschienen WM-Klassikersammlung veröffentlichte die "BILD am Sonntag" zusammen mit dem Sammelserien-Spezialisten DeAgostini im Vorfeld der Fußball-Europameisterschaft 2008 eine 40 Ausgaben umfassende Reihe, die große Partien der deutschen Elf bei europäischen Turnieren sowie einige Klassiker ohne deutsche Beteiligung in nicht-chronologischer Reihenfolge enthielt. Allen Scheiben war ein Begleitheft mit weiterführenden Informationen über Vorgeschichte, Hintergründe sowie statistischen Elementen wie Aufstellungen etc. beigefügt.

"Wo warst Du als...?" ist ein beliebtes Spiel. Oftmals weiß man noch sehr genau, an welchem Punkt der Welt man Zeuge eines bestimmten historischen Ereignisses wurde. Bei diesem Finale - Deutschlands bisher letztem Fußball-Titel - weiß ich das auch noch sehr genau. Ich trieb mich an jenem 30. Juni 1996 in Nordafrika herum und sah somit dieses Endspiel zwischen Deutschland und dem Überraschungsfinalisten Tschechien mit arabischen TV-Kommentar - eine wirklich einzigartige Erfahrung! Sollte man jemals etwas anderes als die berühmten südamerikanischen "Goooooooooooooooooooooooooooooool!!!"-Reporter benötigen - bei den Herren im Maghreb wird man auch bestens fündig.

Dieses Match ist so etwas wie die größte Stunde zweier deutscher Herrn: Berti Vogts und Oliver Bierhoff. Ersterer, immer im übermächtigen Schatten seines Amtsvorgängers Franz Beckenbauer, erlebt hier seinen einzigen Triumph, bevor der bittere Abstieg bis zum enttäuschenden Viertelfinal-Aus bei der WM 1998 beginnt. Zweiterer, erst kurz vor dem Turnier zum Nationalspieler geworden und hier als prompt treffender Joker eingewechselt, startet mit dieser Partie seine bis später in den Funktionärsrang führende steile Karriere im DFB. Da er zudem noch das erste "Golden Goal" der Geschichte im Herrenbereich erzielte, zemetierte das noch seinen Geschichtsbuch-Status.

Das Spiel ist für ein Finale eines der gefälligeren. Beide Teams agieren bis in die zweite Hälfte hinein sehr ausgeglichen mit teilweise hochkarätigen Torchancen, alleine Stefan Kuntz hätte mehrfach zum Matchwinner werden können. Eine Fehlentscheidung (Sammers Foul an Poborský fand deutlich sichtbar außerhalb des Strafraums statt) und der anschließend durch Berger mit etwas Glück verwandelte Strafstoß steigerte die Dramatik noch zusätzlich, der Rest ist Fußball-Historie...

Anerkennen muss man auf deutscher Seite insbesondere die Tatsache, dass die Elf buchstäblich mit dem letzten Aufgebot spielte, da sich der Kader durch Verletzungen und zwei Sperren für Reuter und Möller rapide gelichtet hatte. Man hatte Mühe, aus einem ursprünglich 24 Mann umfassenden Aufgebot genug einsatzfähige Feldspieler aufzubieten. Die düsteren Gedankenspiele von Berti Vogts bei der schweren Verletzung von Dieter Eilts in der 43. Minute kann man wohl nur erahnen.

Das alles passiert unter den Augen der Queen, des Ewig-Kanzlers und Vogts-Freunds Helmut Kohl, des damaligen tschechischen Präsidenten Václav Havel oder diverser Sport-Promis von Bobby Charlton bis Boris Becker. Das Publikum steht mehrheitlich hinter den Tschechen, denn aufgrund der alten Erzrivalität (und der Halbfinal-Niederlage gegen Deutschland) hatten auch die Gastgeber Partei für den Außenseiter ergriffen. Mehrfach zeigen die Fernsehbilder Kopfbedeckungen in den tschechischer Nationalflaggenoptik und dem Logo des Revolverblatts "The Sun".

Die Bild- und Tonqualität der DVD ist halbwegs zufriedenstellend, immerhin spendiert man dem Zuschauer noch die putzige Vorstellung der Mannschaften an die Adresse der Königin durch die Kapitäne Klinsmann und Kadlec, letzterer mit einem angedeuteten Hofknicks (!) sowie die Siegerehrung mit der Pokalübegabe durch die Monarchin. Weiteres Bildmaterial, wie es noch bei der WM-Klassikeredition gang und gäbe war, fehlt. So bleibt eine erfolgreiche Momentaufnahme im doch recht tristen deutschen Fußball der 90er Jahre und tschechische Superstars wie (der damals noch kurzhaarige) Pavel Nedved, Karel Poborský oder Vladimír Šmicer am Anfang ihrer internationalen Karrieren. Ein echter Klassiker, der sich von der sportlichen Qualität allerdings dem Halbfinale Deutschland gegen England (Ausgabe 5 der Edition) beugen muss.


Tears of Joy (Remix Ep)
Tears of Joy (Remix Ep)
Wird angeboten von cd-lp-buch-film
Preis: EUR 2,20

4.0 von 5 Sternen Ein großer Name im Hintergrund, 29. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Tears of Joy (Remix Ep) (Audio CD)
Für die Remixtätigkeiten zu ihrer 1999er Single "Tears Of Joy" ließen die Augsburger Distain! mit Gareth Jones einen ganz großen Namen der Synthpop-Szene Hand ans Stück legen. Gleich zwei Neuversionen des Titelstücks steuerte der Brite, der teilweise bahnbrechende Alben von Depeche Mode, Erasure, Nick Cave oder den Einstürzenden Neubauten produzierte, für diese EP bei.

Der musikalische Reigen beginnt mit mit dem bandeigenen "Radio Mix", ein gefälliges Stück, das allerdings ohne größere Ecken und Kanten auskommt. Tanzbar und mit griffigem Refrain versehen - da kann man nicht viel falsch machen.

Deutlich tiefer greift hingegen Meister Jones in die Sound- und Effektekiste. Der "Club Mix #1" wummert mit ordentlich Tiefendruck aus den Boxen und verleiht dem Stück einen um Einiges höhere Intensivität, ohne dabei das Tempo großartig anzuheben. Gelegentlich nimmt sich der Track sogar etwas zurück um gleich im Anschluss wieder mit voller Kraft weiterzumachen. Sehr viel zurückhaltender und ganz seinem Namen verpflichtet hingegen der auf ein interessantes Wechselspiel von Drums und Effekten basierende "Chill Out Mix", der zudem einige vertraut erscheinende Sounds aus dem Œuvre Depeche Modes präsentiert. Das gefällt!

Mit "She's Gone" und "No Excuse" gibt es noch zwei Bonustracks obendrauf, wobei ersterer ein etwas angerocktes Stück und zweiterer ein gesanglich stellenweise gewöhnungsbedürftiger Popsong konventioneller Bauart mit sehr schönem Refrain darstellt.

Insgesamt sicherlich kein Meilenstein des Genres, aber ein qualitativ guter Tonträger von etwa achtzehneinhalb Minuten Spieldauer.


Das Imperium der Wölfe (Lübbe Audio)
Das Imperium der Wölfe (Lübbe Audio)
von Jean-Christophe Grangé
  Audio CD
Preis: EUR 10,49

3.0 von 5 Sternen Fällt mit fortschreitender Handlung leider ab, 24. September 2010
Man muss kein Prophet sein, um bei einem Buch von Jean-Christophe Grangé zu wissen, was einen erwartet. Eine düstere und spannende Story, garniert mit einem gewissen Maß an politischem und wissenschaftlichem Hintergrund sowie einem recht erklecklichen Anteil an stellenweise geradezu abstoßender Gewalt. "Das Imperium der Wölfe" macht hierbei keine Ausnahme.

Ähnlich wie schon bei "Die purpurnen Flüsse" laufen hier zwei scheinbar voneinander unabhängige Erzählstränge aufeinander zu, bis sie miteinander kollidieren und ihr unmittelbarer Zusammenhang erkenntlich wird. In diesem Buch ist es der Fall der an fortschreitendem Gedächtnisverlust leidenden Anna Heymes, die sich zunehmend in ein von ihrer persönlichen Umgebung inszeniertes Komplott hineingezogen fühlt und vor einem scheinbar geplanten medizinischem Anschlag flieht. In der anderen Plotlinie verfolgt der Pariser Polizist Paul Nerteaux eine auf brutalste Art und Weise durchgeführte Mordserie an illegal eingewanderten türkischen Frauen. Um in der abgeschotteten Immigrantenszene ermitteln zu können, holt er den wegen seiner Brutalität gefürchteten Polizisten Jean-Louis Schiffer aus dem vorzeitigen Ruhestand zurück, in den dieser wegen seiner Methoden versetzt worden war. Schnell wird klar, dass hinter all den Folterungen und Verstümmelungen der Opfer kein einfacher Psychopath steckt, sondern die berüchtigen türkischen "Grauen Wölfe" ihre Hände im Spiel haben...

Bis zur großen Vereinigung der beiden Handlungsebenen war ich von diesem Hörbuch sehr angetan. Joachim Kerzel liest mit seiner Wahnsinnsstimme wie immer vorzüglich, der Plot ist hochspannend und aufgrund realer Hintergründe äußerst brisant. Selbst die in drastischen Einzelheiten beschriebene Gewalt scheint sich reibungslos einzupassen, ohne natürlich ihre absoluten Widerwillen erzeugende Wirkung einzubüßen. Leider fällt dieser hohe Standard nach der reichlichen Hälfte des Inhalts zu einer dumpf-brutalen Rachestory zusammen, die mich wenig fesseln konnte. Ein grandios verschenktes Potential, der Bruch ist so unübersehbar wie unerklärlich und zieht meine Gesamtwertung kräftig nach unten. Fazit: Jean-Christophe Grangé hat wahrlich schon Ausgereifteres geliefert.


JAG: Im Auftrag der Ehre - Die fünfte Season, Teil 5.2 [3 DVDs]
JAG: Im Auftrag der Ehre - Die fünfte Season, Teil 5.2 [3 DVDs]
DVD ~ David James Elliott

4.0 von 5 Sternen Gelungener Mix, 23. September 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Der abschließende Teil der auf zwei Vollpreisboxen aufgeteilten fünften Staffel der Militäranwaltserie beinhaltet dreizehn Episoden auf drei DVDs, zuzüglich einem kurzen Gag Reel mit Versprechern der Schauspieler während der Dreharbeiten.

Erneut erweist sich die Serie aus der Feder von Produzent Donald P. Bellisario als gelungene Verquickung zwischen der Darstellung des US-Militärapparats und dessen Justiz, den Liebesnöten der Protagonisten und eines gewissen politisch-historischen Hintergrunds. So werden beispielsweise die Geschehnisse des japanischen Angriffs auf Pearl Harbor bzw. des Koreakriegs und deren Auswirkungen auf die Gegenwart thematisiert. Die die erste Box der fünften Season dominierenden actionbetonten Folgen werden zugunsten mehr auserzählter Geschichten etwas zurückgefahren, was der Abwechslung sehr gut tut, gerade auch, weil der Humor - allen ernsten Szenarien zum Trotz - nicht zu kurz kommt. Die Handlung ist erneut weltweit angelegt, so spielt etwa die Doppelfolge "Boomerang/Wiedersehen macht Freude", bei der Lieutenant Commander Harmon Rabb (David James Elliott) wieder auf seinen alten Rivalen Mick Brumby (Trevor Goddard) trifft, in Australien. Ebenfalls gewohnt ist die durchweg positive Darstellung des amerikanischen Militärs und seines globalen Einsatzes für landeseigene Interessen, was beim einen oder anderen Zuschauer einige Bauchschmerzen auslösen dürfte.

Bild (im Format 16:9, Full Frame) und Ton (Dolby Surround) sind ordentlich, reichen aber selbstverständlich nicht Werte von Kinofilmen heran. Für eine TV-Serie befindet man sich aber durchaus im oberen Mittelfeld. Eher bedauerlich ist neben der bei späteren Seasons endlich korrigierten Aufteilungspolitik das bis auf eingangs bereits erwähnte Mini-Feature fehlende Bonusmaterial, gäbe doch das Thema der Serie gewaltige Mengen an Hintergründen her.

Meine persönlichen Favoriten unter den Episoden finden sich in: "The Bridge at Kang So Ri/Die Brücke von Kang So Ri", "Overdue & Presumed Lost/Das Geheimnis von Pearl Harbor" und "Surface Warfare/Grabenkämpfe".


Official Version
Official Version
Preis: EUR 17,92

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Re-Release der Schaffensperiode 1986-1987, 22. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Official Version (Audio CD)
In der Reihe der 1992 mit neuem Cover-Artwork versehenen Re-Releases der Belgier behandelt "Official Version" Erscheinungen der Jahre 1986 bis 1987. Geboten wird wieder alles was das Herz des der Brachialelektronik zugeneigten Hörers erfreut - stampfende Rhythmen, hypnotischer Gesang und ein gerüttelt Maß an Düsternis.

Eröffnet wird die auf dieser Scheibe enthaltene Stunde vom Siebeneinhalbminüter "W.Y.H.I.W.Y.G.", bester Tanzbodenstoff im von den Stahlkappenschuh-Trägern geliebten "Drei Schritte vor, drei Schritte zurück"-Rhythmus. Gesungen wird dabei kaum sondern der Stampfer beschränkt sich überwiegend auf das effektvolle Einbinden von Samples der verschiedensten Art. Anders sieht das schon bei "Rerun Time" aus, bei dem Jean-Luc De Meyer seine Grabesstimme auspacken darf.

Insgesamt dominieren auf dieser CD die für die erfolgreichste Phase der Truppe typischen Sounds von stakkatohaften Rhythmen und metallisch-rumpelnden Klängen. Exemplarisch hierfür "Masterhit (Part I & II)", das von seinem Gegensatz von geradezu sanft vorgetragenen Vocals und treibend-einschneidender Musik lebt. Man greift bei diesem Tonträger also genau zu etwas Repräsentativem, kann aber trotzdem genug Abwechslung finden, wie beispielsweise beim fast schon balladenhaften "Slaughter", dem giftig flirrenden "Quite Unusual" oder dem von diversen Tempiwechseln geprägten "Red Team". Apokalyptischer Schlußpunkt hingegen "Angst" mit furchteinflößenden Sprachsamples eines evangelikalen US-TV-Predigers.

Diese Neuveröffentlichung wartet darüber hinaus noch mit vier Bonustracks auf, den 12 Inch-Versionen von "Unusual" und "Aggressiva" sowie zwei "Masterhit"-Remixen, die dem Original noch einmal ganz andere Facetten entlocken. Insgesamt eine feine EBM-Scheibe!


Blase und Bläschen
Blase und Bläschen
von Gerhard Vogel
  Gebundene Ausgabe

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Amüsantes Zeitdokument, 21. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Blase und Bläschen (Gebundene Ausgabe)
Für mich war es immer ein Festtag, bei meinen Besuchen meiner Großeltern in den Kinderbüchern meines Vaters und seiner jüngeren Geschwister zu stöbern. Somit fielen mir ein ums andere Mal Erscheinungen aus den frühen 60er Jahren in die Hände, die man heute als Erwachsener als interessante Zeitdokumente der DDR jener Jahre lesen kann, so auch dieses 1963 erschienene Kinderbuch des Schriftstellerehepaars Gerhard und Christiane Vogel.

Erzählt wird die Geschichte der beiden befreundeten Zweitklässler Udo und Werner alias Blase und Bläschen. Diese leben in einem für die Jahre kurz nach der Zwangskollektivierung typischen Dorf der DDR und vertreiben sich die Zeit mit frechen Streichen. In den normalen Alltag platzt im April 1961 die Nachricht über Juri Gagarins ersten Weltraumflug. Der großsprecherische Blase ist sofort Feuer und Flamme und will selbstverständlich auch Kosmonaut werden. Doch erst einmal muss er seinen skeptischen Freund von der Notwendigkeit seiner außergewöhnlichen Trainingsmethoden überzeugen...

Die Euphorie, die gerade den Ostblock nach Gagarins Flug erfasste, kann man heute kaum noch nachvollziehen, ansatzweise ist sie aber in diesem Buch zu erahnen. Somit vermengen sich hier Kinderstreiche nach Art der Lausbubengeschichten mit realem geschichtlichen Hintergrund. Ein gewisser moralischer Zeigefinger ist dabei jederzeit zu bemerken, denn das sozialistische Erziehungsideal wirkt selbstverständlich umgehend auf alle Aktivitäten der beiden Neunjährigen ein. Dies wirkt aus heutiger Sicht etwas fremd, ebenso wie Begriffe und Einrichtungen, die schon zu meiner Kinderzeit - etwa 15 Jahre später - überholt waren, wie die Maschinen- bzw. Reparaturtechnischen Stationen (MTS und RTS) auf dem Land. Auch die im Buch noch zahlreich vorkommenden Maikäfer dürfte heutzutage nur noch selten jemand zu Gesicht bekommen.

Dies alles sollte man bei der Lektüre im Hinterkopf behalten, was aber nicht davon abhalten kann, dass "Blase und Bläschen" auch noch nach fast fünf Jahrzehnten zu unterhalten weiß. 1968 erschien mit "Feuer, Wasser und Wolkenbruch" eine weitere Geschichte um die beiden Jungen.


Die Fussball-EM ~ Klassikersammlung 1 ~ Deutsche Triumphe, alle grossen Spiele ~ Viertelfinale 1972 ~ England-Deutschland 1:3
Die Fussball-EM ~ Klassikersammlung 1 ~ Deutsche Triumphe, alle grossen Spiele ~ Viertelfinale 1972 ~ England-Deutschland 1:3
DVD ~ unbekannt
Wird angeboten von DasFilmsyndikat
Preis: EUR 4,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der legendenumwobene Sieg von Wembley, 20. September 2010
Analog zu der zwei Jahre zuvor erschienen WM-Klassikersammlung veröffentlichte die "BILD am Sonntag" zusammen mit dem Sammelserien-Spezialisten DeAgostini im Vorfeld der Fußball-Europameisterschaft 2008 eine 40 Ausgaben umfassende Reihe, die große Partien der deutschen Elf bei europäischen Turnieren sowie einige Klassiker ohne deutsche Beteiligung in nicht-chronologischer Reihenfolge enthielt. Allen Scheiben war ein Begleitheft mit weiterführenden Informationen über Vorgeschichte, Hintergründe sowie statistischen Elementen wie Aufstellungen etc. beigefügt.

Der Auftakt der Edition enthält eines der legendenumwobensten Länderspiele der deutschen Fußball-Geschichte. Glücklicherweise räumt das Begleitheft mit so manchem Mythos auf, denn entgegen der existierenden landläufigen Meinung spielte man den Gegner eben nicht an die Wand, wovon weite Teile der zweiten Halbzeit mit wild anstürmenden Engländern zeugen. Dennoch wohnt man einem der besten Partien der DFB-Auswahl bei, nicht umsonst wurde die 72er-Mannschaft, die später auch den Europameistertitel holen sollte, als bestes deutsches Team aller Zeiten bejubelt. Auch wenn solche Vergleiche angesichts der permanenten Weiterentwicklung des Sports freilich hinken - es ist durchaus etwas dran!

Zunächst die bemerkenswerten Fakten: Der erste Sieg in Wembley gegen zu diesem Zeitpunkt seit sieben Jahren auf heimischen Boden ungeschlagene Engländer hat sicherlich eine historische Würdigung verdient. Dazu Günter Netzers bestes Spiel im (hier einmal grünen) Nationaltrikot, Uli Hoeneß und Paul Breitner als jeweils 20jährige Jungspunde oder der damals in der Regionalliga spielende Siggi Held als zweimaliger Tor-Vorbereiter. Trotzdem: sicher war der Sieg trotz der langen Führung nicht. Dem Strafstoß zum 2:1 ging beispielsweise eine krasse Fehlentscheidung des französischen Schiedsrichters Robert Héliès voraus. Zwar wurde Held offensichtlich von Englands "Sportler des Jahrhunderts" Bobby Moore gefoult, dies jedoch so klar vor der Strafraumgrenze, dass man den von Netzer mit viel Glück verwandelten Elfmeter durchaus als Geschenk ansehen kann. Müller machte anschließend mit einem für ihn wahrlich typischen Tor aus der Drehung den Deckel zu.

Vieles an diesem Spiel wirkt aus heutiger Sicht wie aus einer anderen Welt. Das fängt beim für aktuelle Zustände geradezu gemächlichen Spieltempo an, geht über absurde Frisuren- und Trainingsanzugmode bis hin zum Kommentar Werner Schneiders, der praktisch jeden Ballkontakt mit dem entsprechenden Spielernamen begleitet. Dazu noch der damalige EM-Modus mit Hin- und Rückspiel sowie die heute eher albern wirkenden "Deutschland vor, noch ein Tor!"-Sprechchöre von den Rängen - ja, die Zeiten haben sich wirklich geändert...

Dass man mit dieser DVD ein feines Stück Sportgeschichte in den Händen hält, täuscht nicht darüber hinweg, dass die Bildqualität allenfalls mäßig ist. Das Grün des Rasens flimmert unnatürlich und augenmalträtierend, die Digitalisierung des Ausgangsmaterials ist durch die deutlich sichtbaren Artefakte wenig sorgfältig ausgeführt worden. Zudem wird schon bei der ersten Folge der Reihe ein Manko der gesamten EM-Edition offensichtlich: Das die WM-Sammlung so interessant machende zusätzliche Material (Interviews, Vorberichte, Halbzeitanalysen etc.) fehlt hier praktisch auf jeder DVD, auf einigen gibt es geradezu eine böse Überraschung, doch dazu an entsprechender Stelle mehr...


Kein Titel verfügbar

4.0 von 5 Sternen Neustart zu zweit, 15. September 2010
Nach dem Rausschmiss ihres Bassisten Sahnie zum Duo geschrumpft, reduzierten Bela B. und Farin Urlaub alias Die Ärzte aus Berlin (aus Berlin!) den Titel ihres dritten Longplayers auf den Bandnamen - eigentlich ein damaliges Stilmittel für Debütalben - wohl auch, um einen Neuanfang zu symbolisieren. Dazu passen die von Starfotograf Jim Rakete recht düster gehaltenen Fotos auf Cover und im Booklet ebenso wie die eher morbide Grundausrichtung der gesamten Platte. Ob Liebeskummer, Vampire oder eher abgründige Seiten der Sexualität - hier war für alles gesorgt, so gründlich, dass sich auch wieder einmal die den Ärzten in herzlicher Abneigung verbundene Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften ins Geschehen einschaltete und den gesamten Tonträger aufgrund des Tracks "Geschwisterliebe" kurzerhand (wie schon beim Vor-Vorgänger "Debil" geschehen) auf den Index setzte.

Musikalisch geben sich die Herren B. und Urlaub wieder einmal die Klinke in die Hand und greifen bei den jeweils geschriebenen Titeln höchstselbst zum Mikrofon (B:: viermal, Urlaub: inklusive des mäßigen Coversongs "Jenseits von Eden" siebenmal), wobei der lange Blondschopf hauptsächlich für den drastisch-bissigen Teil und der damals als Paradewaver auftretende Bela für die dunkle Romantik verantwortlich zeichnet. Mir persönlich haben schon immer die Urlaub'schen Ergüsse mehr gelegen, so auch hier. Die Ärzte bildeten damals ohnehin den perfekten Soundtrack zu einer Jugend (auch, wie in meinem Falle, in der DDR) und demzufolge griff man bei erstem Liebeskummer zielgerichtet zu "Wie am ersten Tag" (der bekennende Beatles-Fan Urlaub bediente sich hier hörbar bei "Don't Bother Me" vom "With The Beatles"-Album) oder "Für immer", ohne bei Letzterem freilich die auslegbare Zweideutigkeit zu begreifen, eine Fähigkeit, die Farin Urlaub bis zur Meisterschaft perfektionierte. Geht man beispielsweise den textlichen Weg von "Zum letzten Mal" zu Ende, landet man gleich beim nächsten Indexkandidaten...

Natürlich ist dies alles schwer mit den heutigen Ärzten zu vergleichen, geradezu schlagermäßig und soft wirken die typischen 80er-Songs im Kontext zum aktuellen Gitarrengeknüppel der Kapelle. Trotzdem sind sich die Herren Doktoren bekanntlich nicht zu schade, das eine oder andere Frühwerk gelegentlich live zum Besten zu geben. Eine äußerst begrüßenswerte Haltung, die sich fürwahr nicht jede altgediente Band zu eigen macht. Aber Selbstironie war schon immer eine ganz große Stärke der Berliner.

"Die Ärzte" ist vielleicht nicht das beste Album aus der Frühphase der Truppe, enthält aber allerhand zu Klassikern avancierte Songs, wie das das Bandmaskottchen einführende "Sweet Sweet Gwendoline", das wohl auch heutigen Emos zusagende "Mysteryland" oder die mich immer noch zu Tränen rührende Nummer "Für immer". Ein deutscher Klassiker!


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