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Rezensionen verfasst von
Muggenhorst (Riesa)

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Born to die
Born to die
Wird angeboten von Music-CD-Connect-recordStore_Germany
Preis: EUR 36,90

4.0 von 5 Sternen Musikalisches Bindeglied, 6. Januar 2011
Rezension bezieht sich auf: Born to die (Audio CD)
Sich musikalisch mit dem emotionalen Thema Tierversuche zu beschäftigen, ist auf dem ersten Blick erst einmal wohlfeil. Ein paar ergreifende Worte gegen die Qualen der Kreatur, dazu ein emotional aufwühlendes Coverfoto und der allseitige Beifall ist sicher. Ob man dann selbst im Alltag von den Ergebnissen der umstrittenen Tests profitiert oder sich konsequent deren Auswirkungen auf das Privatleben verweigert, ist dann freilich oftmals eine andere Sache. Unterstellen wir jedoch einmal den Berlinern bei ihrer 1994 erschienenen Single nur die besten Absichten.

Im Grunde genommen lässt sich "Born To Die" als Bindeglied zwischen den 1993 und 1996 erschienenen ersten beiden Alben der Blind Passengers verstehen, bietet der Tonträger doch einen Remix des von "The Glamour Of Darkness" bereits bekannten "Yes, Sir!" und mit den beiden Versionen des Titelstücks bereits einen Vorgriff auf den später erschienenen Zweitling "Destroyka". Kann aber der "Hospital-Mix" des erstgenannten Stücks mit gesteigerter Aggressivität und pumpendem Rhythmus noch einige Qualitätspunkte zulegen, fiel die schlußendlich für das '96er-Album verwendete Version von "Born To Die" deutlich schwächer aus als der hier verwendete Edit und der über sechsminütige "Gen-Mix".

Mit dem wild vorwärtsstürmenden "Headache... (New Prosperity)" und dem Instrumental "Sarajevo", welches mit getragenen Synthie-Streicherklängen den damals noch tobenden Bosnien-Krieg thematisiert, werden netterweise noch zwei qualitativ hochwertige B-Seiten als Bonus dreingegeben, in Zeiten, in denen auch mal gerne auschließlich Remixe ein und desselben Stücks auf Maxi-CDs gepressst wurden, ein sehr fanfreundlicher Umstand! Alles in allem bekommt man etwa 22 Minuten im Stil der frühen Bandphase geboten, bevor sich die Herren um Nik Page deutlich härteren Klängen zuwandten.


Kein Titel verfügbar

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fantastische Zeitreise für Technikinteressierte, 4. Januar 2011
Der heute immer noch existierende Urania Verlag mit seiner wechselvollen Geschichte gab zu Zeiten der DDR Bücher zu Naturwissenschaft und Technik heraus. Eine besonders gelungene Veröffentlichung legte Hermann Heinz Wille mit dem 1983 bzw. 1986 erschienenen Doppelband "Geburt der Technik"/"Sternstunden der Technik" vor. Ersteres Buch widmet sich dem Zeitraum zwischen den Anfängen der Techniknutzung durch die Menschheit bis hin zum Jahr 1700, der zweite Band beschäftigt sich mit den technischen Errungenschaften der Moderne wie beispielsweise Dampfkraft, Elektrizität und Mobilität.

"Geburt der Technik" umspannt naturgemäß durch den behandelten riesigen Zeitraum eine Fülle von Ereignissen und Erfindungen. Ob die Nutzbarmachung des Feuers und der Wasserkraft, die ersten Werkzeuge aus Knochen und Stein oder der Beginn der Metallerzeugung, des Schiff- und des Bergbaus - all dies wird im eingängig-populärwissenschaftlichen Stil vor dem Leser ausgebreitet, Zeittafeln erleichtern hierbei die Orientierung. Dabei werden die jeweiligen gesellschaftlichen Umstände - eher DDR-ungewöhnlich - kaum für die klassenkämpferische Nutzung des Buchinhalts herangezogen, sondern vielmehr nur gestreift. Auch das trägt zum nach wie vor hochinformativen und unterhaltsamen Lesen bei.

Dies alles wird mit hervorragenden Illustrationen aus der Feder Wolfgang Parschaus sowie zahlreichen Fotos unterstützt. Bieten Letztere hautsächlich Exponatansichten aus Ausgrabungsstätten und Museen, tauchen die Zeichnungen tiefer in die Materie ein, veranschaulichen Funktionen oder vergleichen Entwicklungsstufen wie beispielsweise die Veränderung von Wagendeichseln im Laufe der Zeiten.

Wer also einen kompakten, aber dennoch umfassenden Überblick über die beginnende Technisierung der Menschheit sucht, aber deshalb keine staubtrockenen wissenschaftlichen Werke wälzen mag, sollte sich nach diesem Buch umsehen.


Die Fussball-EM ∼ Klassikersammlung 7 ∼ Deutsche Triumphe, alle grossen Spiele ∼ Finale 1976 ∼ CSSR-Deutschland 75 N. E.
Die Fussball-EM ∼ Klassikersammlung 7 ∼ Deutsche Triumphe, alle grossen Spiele ∼ Finale 1976 ∼ CSSR-Deutschland 75 N. E.
Wird angeboten von Sportskosm
Preis: EUR 11,99

5.0 von 5 Sternen Die schwärzeste Stunde des Uli Hoeneß, 30. Dezember 2010
Analog zu der zwei Jahre zuvor erschienen WM-Klassikersammlung veröffentlichte die "BILD am Sonntag" zusammen mit dem Sammelserien-Spezialisten DeAgostini im Vorfeld der Fußball-Europameisterschaft 2008 eine 40 Ausgaben umfassende Reihe, die große Partien der deutschen Elf bei europäischen Turnieren sowie einige Klassiker ohne deutsche Beteiligung in nicht-chronologischer Reihenfolge enthielt. Allen Scheiben war ein Begleitheft mit weiterführenden Informationen über Vorgeschichte, Hintergründe sowie statistischen Elementen wie Aufstellungen etc. beigefügt.

Es gibt nur etwa ein halbes Dutzend von Spielen der deutschen Nationalmannschaft, das mit Eigennamen geadelt wurde. Ob die "Wasserschlacht von Frankfurt" 1974 gegen Polen, "Die Schmach von Córdoba" gegen Österreich 1978 oder "Die Schande von Gijón" gegen den gleichen Gegner 1982 - irgend ein prägendes Ereignis hob diese Partien über andere hinaus. Und selbst wenn dieses Finale der Europameisterschaft 1976 nicht direkt zu einem solchen Titel gekommen ist, wird es doch immer mit der Formulierung vom "Schuss in den Nachthimmel von Belgrad" verbunden bleiben.

Dabei hat dieses Endspiel zwischen dem Titelverteidiger und amtierenden Weltmeister Deutschland und der CSSR einiges mehr zu bieten als den im entscheidenden Elfmeterschießen über die Latte gedonnerten Strafstoß des späteren Managers und Präsidenten von Bayern München, Uli Hoeneß. Eine erfrischend und turbulent aufspielende tschechoslowakische Mannschaft, die verdientermaßen bereits nach 25 Minuten 2:0 in Führung liegt, ein aufopferungsvoll kämpfendes deutsches Team um die brillianten Rainer Bonhof und Franz Beckenbauer (in seinem 100. Länderspiel), das mit der letzten Sekunde der regulären Spielzeit noch den Ausgeich und damit die Verlängerung erzwingt, Pfostentreffer, zu Unrecht nicht gegebene Elfmeter - was für eine Dramatik! Gekrönt wird das von Antonín Panenkas unglaublich abgezockten entscheidenden Schuß vom Punkt - ein demütigend frecher Lupfer, den ihm Sepp Maier angeblich bis heute übelnimmt. Dabei hätte der deutsche Torwart gut mit Selbstkritik zu tun, macht er doch beim zwischenzeitlichen 0:2 alles andere als "bella figura". Der vielzitierte Vergleich mit einer "fallenden Bahnschranke" ist da nicht unangebracht.

Das Begleitheft "glänzt" zwar wieder einmal mit einigen falsch zugeordneten Fotos, bietet aber einige drollige Streiflichter jenseits des Spielgeschehens wie die tatsächlich scheußlich anzusehenden hellblauen DFB-Trainingsanzüge oder die Vergleichbarkeit der tschechischen Spieleroptik mit den männlichen Pornostars der Zeit. Alles in allem ein wahrer Klassiker und ein Glanzlicht dieser Edition!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 5, 2014 10:03 AM MEST


10.000 Hz Legend
10.000 Hz Legend
Preis: EUR 6,97

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Abfallend..., 22. Dezember 2010
Rezension bezieht sich auf: 10.000 Hz Legend (Audio CD)
Es ist immer so eine vertrackte Sache, wenn man sich als Anhänger eines bestimmten Bandsounds so richtig schön in seiner Erwartungshaltung eingekuschelt hat. Man legt die CD in den Player, freut sich auf Wohlbekanntes in neuer Ausgabe und bekommt dann hin und wieder ganz gepflegt eins mit der "Ätsch!"-Keule übergezogen. So in etwa dürften sich viele "Moon Safarirista" beim erstmaligen Hören des vierten Air-Outputs "10.000 Hz Legend" gefühlt haben.

Dabei haut der Opener "Electronic Performers" durchaus in die Kerbe des Vertrauten. Es blubbert und plöngt zwar etwas heftiger als in früheren Tagen der Franzosen, das geht aber durchaus in Ordnung. Etwas komplizierter schaut die Lage bei "How Does It Make You Feel" aus. Da wird in einer Schmalzballade ziemlich viel zusammengeklöppelt, das auf den ersten Blick nur schwer zueinanderpassen mag. "70er-Schwulst meets OMD meets Beatles". Oder so. Mein Geschmacksdaumen bleibt dabei aber dennoch nach oben gereckt. Die Singleauskopplung "Radio #1" hingegen trifft aber nun gar nicht meinen Geschmack, zu wild zusammengewürfelt wirkt das Ganze.

Und so setzt sich das leider fort. Uninspierierte Vocals treffen auf dahinplätschernde Melodielinien, die Perlen, für die Nicolas Godin und Jean-Benoît Dunckel eigentlich bekannt sind, muss man sich dabei echt herausuchen. "Radian" ist so eine funkelnde Ausnahme. Weltmusikanleihen treffen auf düstere Elektronik, ein nervöser Grundrhythmus gibt die Schlagzahl vor, bis sich alles in die Breite auflöst und den Weg für die gewohnten Air-Spielereien freigibt. Mein Lieblingsstück des Albums! Auch das hyperaktive "Lucky And Unhappy", das wahrhaft giftige "Sex Born Poison" oder das etwas an die frühen Goldfrapp erinnernde schräge "Wonder Milky Bitch" oder der Glam-Hoppler "Don't Be Light" dürfen sich zu den wirklich gelungenen Songs der Platte zählen.

Ansonsten gilt: leider mehr Füllmaterial als früher. Neben bereits erwähntem "Radio #1" fallen auch "People In The City", "Caramel Prisoner" und der Bonustrack "The Way You Look Tonight" in die "durchaus verzichtbar"-Kategorie. Daher muss sich "10.000 Hz Legend" im bandinternen Ranking etwas weiter hinten anstellen, schon blöd, wenn man gleich zu Karrierebeginn so einen Überklopper wie "Moon Safari" auf den Markt geworfen hat...


Durch Den Wilden Kaukasus
Durch Den Wilden Kaukasus

3.0 von 5 Sternen Nicht die optimale Variante einer Reiseerzählung, 21. Dezember 2010
Rezension bezieht sich auf: Durch Den Wilden Kaukasus (Audio CD)
Außergewöhnlich ist es nicht, wenn ehemalige Auslandskorrespondenten der öffentlich-rechtlichen Sender während oder nach ihrer aktiven Journalistenzeit ihre ehemaligen Einsatzgebiete bereisen und näher porträtieren. Ob Klaus Bednarz, Gerd Ruge oder wie in diesem Fall der ehemalige WDR-Intendant und ARD-Vorsitzende Fritz F. Pleitgen - alle veröffentlichten Reise- und Menschengeschichten abseits der Touristenpfade, meistens als Kombination Dokumentarfilm/(Hör)Buch konzipiert.

Der mit angenehm sonorer Stimme lesende Autor hat sich für seine Tour eine landschaftlich äußerst reizvolle, aber politisch schon jahrhundertelang äußerst unruhige Weltgegend ausgesucht - den im wahrsten Sinne des Wortes "wilden" Kaukasus. Mit vielen Zitaten aus der Literaturgeschichte im Gepäck durchquert er die aus der Konkursmasse der Sowjetunion hervorgegangenen Nachfolgestaaten der Region, schildert Traditionen und Neuentwicklungen, Konflikte und Historisches. Gelegentlich geschieht das etwas bräsig und langatmig, manchmal sogar ein wenig zu sehr Ich-bezogen. Dennoch wecken die Gespräche mit Dorfbewohnern, Grenzposten und Lokalgrößen Interesse und auch Fernweh.

Das größte Manko der Hörbuch-Ausgabe ist freilich die fehlende Visualität. Zwar werden Originaltöne der TV-Doku verwendet, aber gerade bei solch einer bildmächtigen Landschaft geht doch sehr viel von der Wirkung verloren. Daher ist dieses Hörbuch maximal als Ergänzung zur DVD zu empfehlen.


JAG: Im Auftrag der Ehre - Die sechste Season, Teil 6.1 [3 DVDs]
JAG: Im Auftrag der Ehre - Die sechste Season, Teil 6.1 [3 DVDs]
DVD ~ David James Elliott
Wird angeboten von DOXX
Preis: EUR 11,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Licht und Schatten, 20. Dezember 2010
Gelegentlich kommt es vor, dass man sich als Serienfan und braver DVD-Käufer von Publisher-Seite (um es mal vorsichtig auszudrücken) echt veräppelt vorkommen lassen muss. Muss es denn immer erst lautstarker Proteste der Kunden bedürfen, um mit der unsäglichen Doppel-Vollpreis-Veröffentlichung der einzelnen Staffeln mittels zweier Boxen aufzuhören? Und wie fühlt sich dann der Käufer, wenn die bisher aufgeteilten Seasons via Zweitveröffentlichung dann doch noch ohne Splittung erscheinen, was angeblich vorher nicht ging? Herzlichen Dank auch, Paramount!

Genug des Ärgers, ran ans Eingemachte. 12 Folgen hat Box 6.1 zu bieten, deren Handlungsschauplätze wieder einmal rund um den Globus verteilt sind und in denen sich Actionelemente, Gerichtsverhandlungen sowie private Erlebnisse der Protagonisten in ausgewogenem Maße abwechseln. Letzteres hat mir an "JAG" immer besonders gefallen, werden doch die gezeichneten Charaktere nicht als strahlende Helden bar jeden Fehlverhaltens oder zwischenmenschlicher Probleme gezeichnet. So wird in dieser Season beispielsweise das menschliche Drama von Fehlgeburten thematisiert.

Mit "Legacy/Stich ins Wespennest" und "A Separate Peace/Phönix" sind zwei Zweiteiler enthalten, die Staffel behandelt darüber hinaus auffallend oft internationale Konflikte, wie das Verhältnis der Vereinigten Staaten zu Russland, der Türkei und der arabischen Welt. Für den Klamauk ist diesmal weniger der von einem Schicksalsschlag getroffene Lieutenant Bud Roberts (Patrick Labyorteaux) sondern eher der übereifrige Petty Officer Tiner (Chuck Carrington) zuständig.

Bild und Ton sind solider TV-Durchschnitt, Bonusmaterial fehlt wie immer vollständig. Zu bemängeln ebenfalls der schlampig umgesetzte Kurz-Episodenguide auf der Rückseite der Hüllen. Da wurde wohl mal ohne groß drüberzuschauen der englische Pressetext durch den Übersetzungswolf gejagt und Mac fährt dann eben nach "Chechnya" und nicht nach Tschetschenien...


Greatest Hits
Greatest Hits
Preis: EUR 13,99

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Summerfeeling im CD-Format, 16. Dezember 2010
Rezension bezieht sich auf: Greatest Hits (Audio CD)
Die ganz großen kommerziellen Erfolge der vielköpfigen Gitans-Truppe sind zwar schon einige Jahre her, die mit diversen außereuropäischen Einflüssen angereicherte Flamenco-Musik der Gitarrenvirtuosen kann aber auch noch heute innerhalb weniger Augenblicke gute Laune, Urlaunsstimmung oder einfach pures Tanzvergnügen vermitteln. Ich tingelte jahrelang als Party-DJ durch die Lande und wenn man dann zu fortgeschrittener Stunde Kracher wie "Baila me" oder "Bamboleo" auflegte, gab es praktisch kein Halten mehr. Da mutiert selbst ein braver deutscher Familienvater schon mal zum feurigen Tanzboden-Torero...

Zwar geht den Tracks dieser "Best Of"-Kopplung, hintereinander gehört, gelegentlich etwas die Abwechslung ab, dafür schrammeln sich aber die Herren Reyes und Baliardo auf der Mehrzahl der Songs ordentlich die Finger wund. Nur gelegentlich gibt es geradezu liebevoll reduzierte Kleinode wie das anrührende Instrumental "Moorea" zu hören, eine entspannende Pause im doch sonst so dynamisch vorpreschenden Gipsy Kings-Katalog. Und selbst meine Wenigkeit, der der Coverei der persönlichen Lieblingssongs äußerst kritisch gegenübersteht, ist von der Flamenco-Variante des unsterblichen Sinatra-Klassikers "My Way" namens "A Mi Manera (Comme d'habitude)" schwer begeistert!

Gelegentlich geht es sogar regelrecht düster zur Sache. "Un Amor" ist ein etwa dreieinhalbminütiges Stück purer Schwermut und Melancholie und geht arg unter die Haut. Ein in jeglicher Hinsicht außergewöhnliches Stück stellt hingegen "Escucha me" dar. Angetrieben von einem locker-flockigen Reggae-Groove, spielt der Song darüber hinaus mit Bläsersätzen und indischen Sitar-Klängen - eine tolle Mischung! Auch "La quiero" bedient sich mit seinen Steel Drums in eher karibischen Gefilden, "Vamos a Bailar" wildert dafür im argentinischem Tango-Sound.

Insgesamt eine prima Sommermischung auch für kalte Wintertage mit einigen qualitativen Ausreißern nach oben und unten.


Treffpunkt Hungermauer.
Treffpunkt Hungermauer.
von Vladimir Pribsky
  Pappbilderbuch

3.0 von 5 Sternen Prag zu Zeiten der k.u.k. Monarchie, 15. Dezember 2010
Rezension bezieht sich auf: Treffpunkt Hungermauer. (Pappbilderbuch)
Der Ost-Berliner Verlag Neues Leben veröffentlichte zu Zeiten der DDR überwiegend Literatur für eine jüngere Leserschaft, so auch diesen 1974 entstandenen historischen Jugendroman des tschechischen Autors Vladimír Pribský.

Schauplatz der Handlung ist das damals zur Habsburger Monarchie gehörende Prag des Sommers 1869. Der 15jährige Jan streift durch die Stadt und entdeckt die erste Liebe. Mit seinem Freund Ferenc, schmiedet er Pläne, nach Amerika auszuwandern um dort das Glück zu finden. Die Realitäten des Alltags reißen ihn aber permanent aus seinen Träumen. Denn unverrichteter Dinge gerät Jan in den Arbeits- und Tarifkampf der Prager Drucker hinein...

Wenn man die Gepflogenheiten historischer Romane aus sozialistischen Zeiten kennt, ist man wenig überrascht, dass der Plot irgendwann einen Schwenk veranstaltet und einen Bezug auf irgendwelche klassenkämpferische Begebenheiten der Geschichte nimmt. Dies ist oftmals instrumentalisiert worden, indem Auseinandersetzungen mit eigentlich religiösem, bürgerlichem oder liberalem Beweggrund in die Traditionslinie der proletarischen Klassenkampfs gerückt wurden. Weiß man um diese Umstände, kann man auch etwas großzügiger darüber hinweg sehen.

Was dieses Buch aber dennoch lesenswert macht, ist die detaillierte Schilderung des damals noch von großem deutschen bzw. österreichischen Einfluß geprägten Alltagslebens der "Goldenen Stadt". Dazu trägt auch die gute deutsche Übersetzung bei, in der es von "hören S'", kommen S'" und "ja bittschön, gnä' Frau" nur so wimmelt. Auch die Schilderungen der architektonischen Kleinode Prags, wie der Kleinseite mit der titelgebenden Hungermauer, runden ein sehr stimmiges Gesamtbild ab. Der Plot ist vielleicht nicht fesselnd, als Sittenbild einer untergegangenen Epoche übt es jedoch einen gewissen Reiz aus.


Die Fussball-EM ~ Klassikersammlung 6 ~ Deutsche Triumphe, alle grossen Spiele ~ Vorrunde 1980 ~ Deutschland-Niederlande 3:2
Die Fussball-EM ~ Klassikersammlung 6 ~ Deutsche Triumphe, alle grossen Spiele ~ Vorrunde 1980 ~ Deutschland-Niederlande 3:2
Wird angeboten von Sportskosm
Preis: EUR 8,99

3.0 von 5 Sternen Erneutes Aufeinandertreffen der Erzrivalen, 14. Dezember 2010
Analog zu der zwei Jahre zuvor erschienen WM-Klassikersammlung veröffentlichte die "BILD am Sonntag" zusammen mit dem Sammelserien-Spezialisten DeAgostini im Vorfeld der Fußball-Europameisterschaft 2008 eine 40 Ausgaben umfassende Reihe, die große Partien der deutschen Elf bei europäischen Turnieren sowie einige Klassiker ohne deutsche Beteiligung in nicht-chronologischer Reihenfolge enthielt. Allen Scheiben war ein Begleitheft mit weiterführenden Informationen über Vorgeschichte, Hintergründe sowie statistischen Elementen wie Aufstellungen etc. beigefügt.

Ich habe es bereits in meinen Gedanken zum Finale des 1980er-Championats (Ausgabe 3 der Edition) gesagt: Es macht nicht wirklich Vergnügen, die Spiele dieses Turniers zu verfolgen. Zu hausbacken die Partien, zu trostlos und leer die Stadien. Zu diesem Vorrundenspiel verloren sich gerade einmal knapp 30.000 Zuschauer in das über 81.000 fassende Stadio San Paolo in Neapel, was sich hör- und spürbar auf die Stimmung auswirkt.

Sechs Jahre nach dem WM-Endspiel von 1974 barg die Ansetzung noch genug Zündstoff, was man sehr gut an einer Szene kurz vor dem Seitenwechsel beobachten kann. Zwar wird Torwart Toni Schumacher beim Kampf um den Ball nicht eben mit Samthandschuhen angefasst, aber die daraufhin folgenden Rempeleien inklusive Rudelbildung hätten wohl bei heutigen Gepflogenheiten einige gelbe oder rote Karten hervorgerufen. Besonders mit dem späteren Bundesligatrainer Huub Stevens legt sich der Kölner Keeper an und untermauert einmal mehr sein Rüpel-Image.

Dabei konnte das deutsche Team stellenweise auch auf dem Platz überzeugen, den jungen Bernd Schuster spielen zu sehen, ist wirklich ein außergewöhnlicher Genuss. Trotzdem geriet der sicher geglaubte Sieg nach einer 3:0-Führung durch zwei Gegentore innerhalb von 6 Minuten kurz vor Toresschluß (darunter ein fälschlicherweise mit Elfmeter geahndetes Matthäus-Foul vor der Strafraumgrenze) noch in Gefahr. Vielleicht behielt ZDF-Kommentator Rolf Kramer deshalb diese Erfahrung im Hinterkopf, als er beim WM-Halbfinale gegen Frankreich 2 Jahre später trotz eines 1:3-Rückstands in der Verlängerung nicht die Hoffnung aufgab. Sein vorschnelles Fazit dieses Spiels dürfte ihm eine Lehre gewesen sein...

Leider auch auf dieser Ausgabe der Klassikersammlung kein Bonusmaterial in Form von Vorberichten oder Interviews, dazu wurde auf qualitativ arg mitgenommenes Originalmaterial zurückgegriffen, Bild- und Tonaussetzer inklusive. Daher trotz des vergleichsweise guten Spiels eine Wertung mit etwas Abzug.


Appearances are deceptive (1992)
Appearances are deceptive (1992)

3.0 von 5 Sternen Durchwachsen, 13. Dezember 2010
Rezension bezieht sich auf: Appearances are deceptive (1992) (Audio CD)
Da beißt die Maus keinen Faden ab, die 90er waren die Dekade der tanzorientierten Musik. Hatten sich bereits etwa ab Mitte der 80er die Dancefloor-Produktionen auf eine kaum noch überschaubare und mit immer neuen Bezeichnungen versehene stilistische Spartenvielfalt aufgesplittet, differenzierte sich das Ganze im Folgejahrzehnt weiter aus. Wo soll man also dieses 1992 erschiene Album von Digital Orgasm, einem der zahlreichen Nebenprojekte des Lords of Acid-Machers Praga Khan, verorten?

Deutlich hörbar hört man der Platte die New Beat-Herkunft seiner Protagonisten an, auch wenn auf "Appearances Are Deceptive" aus allen Branchen munter zusammengemischt wird. Da rumpelt der Opener "Another World" mit seinem Drumloops und wilden Breaks wie The Prodigy zu ihren besten Zeiten, während dem ähnlich beginnenden "Running Out Of Time" ein geradezu simpler Tralala-Refrain im Kommerz-Houserhythmus untergejubelt wird. Ansonsen sehr viele sägende und blubbernde Acid-Klänge, teilweise tanzbar bis zum Exzess. Auf die Dauer geht den Tracks aber deutlich die Abwechslung ab, man ist da schon fast dankbar, wenn einem bei "Switch The Mood" wahre Synthie-Giftpfeile um die Ohren fliegen.

Gelegentlich geht es auch schwer daneben. "Startouchers" paart pure Beliebigkeit mit nichtssagenden Vocals, wirklich einer der Tiefpunkte. So bleibt eine durchwachsene Mischung, ein typisches Nebenprodukt eben. Am ehesten vergleichbar mit dem "White Room"-Album der Pop-Radikalinskis The KLF, freilich ohne jemals dessen Klasse zu erreichen. Anspieltips: "Another World", "Reality" und die an Moments Of Love" von The Art Of Noise erinnernde Hammerballade "Forever And A Day".


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