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Rezensionen verfasst von
Nicky_G (Düsseldorf)

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Für immer in deinem Herzen: Roman
Für immer in deinem Herzen: Roman
von Viola Shipman
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

4.0 von 5 Sternen Für immer in deinem Herzen – Entdecke deine Glücksfacetten!, 22. Juni 2016
Arden erhält besorgniserregende Post von ihrer Mutter Lolly, die in einem kleinen Ort am Michigansee lebt. Zusammen mit Tochter Lauren macht sie sich auf den Weg in ihre alte Heimat, um herauszufinden, was los ist. Dabei werden einige Geister der Vergangenheit heraufbeschworen und vergessen geglaubte Gefühle und Geschichten brechen hervor. Während Lolly und Lauren aufeinander eingehen, bleibt Arden distanziert. Wird sie ihren Weg finden?

Die Kapitel sind nach Charmanhängern unterteilt, die markante Punkte im Lebensweg der drei Frauen bedeuten. Das ist eine reizende Idee, die sich wunderbar in die Geschichten einfügt.

Der Erzählstil ist locker und reich an schönen Bildern wie „Schneeflocken … taumelten wie vergessenes Konfetti“ (S. 85). Auch ein paar Weisheiten werden in die Geschichten eingeflochten, so dass man etwas länger über manche Abschnitte nachdenkt. „Aber wenn wir der Welt nicht all unsere Facetten zeigen, dann sind wir nur ein flaches Stück Papier.“ (S. 263)

Selten empfand ich die Erzählung etwas überdreht und quietschbunt, so wie man sich die USA vorstellt. Besonders mit der Miss-Wahl ziemlich am Ende konnte ich überhaupt nichts anfangen.

Was mir wiederum sehr gut gefallen hat, waren die Rückblenden, in denen von vorherigen Frauengenerationen gesprochen wird. Diese verbinden sich fließend mit den heutigen Geschichten.

Trotz der positiven Grundstimmung schleichen sich traurige und schicksalshafte Untertöne mit ein und zeigen, dass man sein Leben so hinnehmen muss, wie es ist, egal wie unberechenbar es einem erscheinen mag. Es ist das, was man draus macht und das muss man selber machen. Niemand kann einem sein eigenes Glück vorschreiben.

„Tut das, was euch glücklich macht. Es klingt so einfach, und dennoch ist es so schwer, weil nur so wenige von uns es tun. Wir leben aus Furcht. Wir leben für andere, für ihre Hoffnungen und Erwartungen. Wir tun das, was alle anderen glücklich macht. […] Warum machen wir es uns so schwer? Unser Ziel sollte unsere Leidenschaft sein.“ (S. 239) Dem gibt es eigentlich nichts hinzuzufügen.

Ein berührendes Buch, selten ein wenig kitschig, aber nachdenklich stimmend.


Albert muss nach Hause: Die irgendwie wahre Geschichte eines Mannes, seiner Frau und ihres Alligators
Albert muss nach Hause: Die irgendwie wahre Geschichte eines Mannes, seiner Frau und ihres Alligators
von Homer Hickam
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,90

5.0 von 5 Sternen Albert muss nach Hause – Roadtrip durch die Südstaaten mit einem Alligator und einem Hahn, 14. Juni 2016
Albert ist ein Krokodil. Nein, pardon, ein Alligator! Als er eines morgens Homer aus dem Bad vertreibt, hat der junge Ehemann von Elsie genug davon und verlangt, dass Albert zurück nach Orlando, Florida gebracht wird. Er ahnt nicht, dass damit für ihn eine Abenteuerreise beginnt, auf der sie nicht nur einen Hahn als Passagier mitnehmen werden, sondern auch berühmte Autoren kennenlernen, in kriminelle Taten verwickelt, in einem Film mitspielen und noch viel mehr erleben werden.

Der Leser erfährt dabei Amüsantes und Abstruses, eine gelungene Kombination, ebenso wie die unterschiedliche Sichtweise von Elsie und Homer, so dass man viel mehr erfährt, was die beiden denken und wie sie fühlen. Die Szenen greifen gut ineinander über und setzen sich spannend fort.

Die Charaktere werden nicht plump beschrieben, sondern anhand ihrer Vergangenheit und ihrer aktuellen Aussagen und Taten charakterisiert. Dadurch bekommt man ein viel besseres, ein lebendigeres Bild von ihnen. Der Humor ist liebenswert und leise, so dass ich etliche Lieblingsstellen entdeckt habe wie zum Beispiel als Elsie zu Homer meint, er wäre doch tiefgründig und er antwortet, dass er ja auch Bergwerksarbeiter wäre.

Dennoch gibt es auch nachdenkliche und traurige Momente. Besonders ist mir dabei Homers Ausspruch: „Gegen einen Traum kann man nur schwer ankommen, und einen Traum aufzugeben, ist vielleicht noch schwerer.“ im Gedächtnis geblieben. Darüber habe ich immer wieder nachdenken müssen. Bei manchen Geschichten wünscht man sich schon fast, dass sie wahr wären. Als Elsie und Homer John Steinbeck zu seinem bekanntesten Buchtitel verhelfen, ist das einfach wunderbar.

Elsie ist unbeständig, will ausprobieren, wirbelt, weiß nicht, was sie möchte. Dagegen ist Homer ganz anders. Er weiß, dass er nach dem Trip wieder in seine Heimatstadt fahren und dort arbeiten möchte. Elsie hingegen will genau das nicht, so dass ein ständiger Konflikt schwelt. Dabei konnte ich als Leser beide Personen gut verstehen und ihre Haltung nachvollziehen. Aber beide verändern sich, entwickeln sich und lassen sich aufeinander ein, wachsen während der Wochen, die die Reise andauert, zusammen.

Ist es nun wirklich passiert oder nicht? Eigentlich ist die Frage egal, solange man sich von dieser Geschichte gefangen nehmen und darin treiben lässt.


Meine Familie und andere Katastrophen: Roman (KiWi)
Meine Familie und andere Katastrophen: Roman (KiWi)
von Jonina Leosdottir
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen Meine Familie und andere Katastrophen – Alltag in Island und nicht nur da!, 14. Juni 2016
Eyglos ist verzweifelt: ausgerechnet auf der Überraschungsparty zu seinem 60. Geburtstag verkündet ihr Vater, dass er sich von seiner Frau trennen wird. Alle sind geschockt, vor allem Margret. Aber je mehr sie über ihr Leben mit Ragnar nachdenkt, desto mehr fällt ihr ein, was ihr alles missfallen hat. Während Eyglo versucht, die beiden wieder zusammenzubringen, bahnen sich neue Katastrophen an, denn ihr Lebensgefährte fühlt sich weiterhin für seine psychisch kranke Ex-Frau verantwortlich und muss sich zudem um drei Kinder kümmern.

Der Anfang des Romans ist sehr lustig, auch wenn es sich um ein ernstes Thema handelt. Auch gefällt mir die Schreibweise, bei der jedes Familienmitglied seine Sichtweise beisteuert und man so als Leser einen umfassenden Blick auf die Lebenssituation erhält. Einzig, dass so viele Personen in so kurzer Zeit auftauchen, die zudem für uns ungewöhnlich fremdklingende Namen besitzen, ist zu Beginn etwas verwirrend, aber das legt sich schnell.

Die Probleme, die erläutert werden, sind nicht unbekannt, weil sie direkt aus dem Alltag gegriffen sind. Dadurch bekommt man auch selbst den Spiegel vorgehalten und vergleicht mit seiner eigenen Lebensweise und Familiensituation. Was will ich wirklich, was erwarte ich von meinem Leben? Wo sehe ich mich in ein paar Jahren? Kann ich noch etwas ändern? Habe ich Fehler gemacht und welche Konsequenzen ergeben sich daraus?

Ebenso erkennt man, wie unterschiedlich die Generationen mit ihrem Leben umgehen, aber wie gleich sie sich doch zuweilen sind.
Manchmal erscheint einem die Geschichte allzu banal, um spannend zu sein, aber durch amüsante Wortkreationen wie „empfindlichfarben“ (S. 116) oder belustigende Szenen wird das familiäre Chaos aufgelockert.

Ich hätte mir noch ein wenig mehr Witz erhofft, der das Ganze aus dem Alltag heraushebt und vielleicht entsprechend ironisiert. Auch das allzu offene Ende lässt mir zu viel Spielraum für Spekulationen.


Kein Sommer ohne Liebe: Roman
Kein Sommer ohne Liebe: Roman
von Mary Kay Andrews
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

3.0 von 5 Sternen Leichte Sommerlektüre ohne Tiefgang, 6. Juni 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Kein Sommer ohne Liebe: Roman (Taschenbuch)
Greer ist Locationscout in Hollywood und momentan in Florida auf der Suche nach dem richtigen Ort für einen neuen Film. Da wird sie mit dem Küstendorf Cypress Key fündig und stellt das Leben der Bewohner mächtig auf den Kopf. Denn nur wenige Tage nach ihr reist die Filmcrew an und der Zirkus kann beginnen. Da ist es für Greer nicht hilfreich, dass sie sich in den Bürgermeister Eb verliebt, der ihr zudem Steine in den Weg legt, da er das Kasino retten möchte, das der Regisseur in die Luft sprengen möchte. Wird Greer auf ihr Herz hören?

Der Einstieg in die Geschichte hat mir deshalb gut gefallen, weil ich die Berufswahl von Greer als Locationscout ungewöhnlich fand. Das ist mal eine nette Abwechslung. Ebenso ausführlich sind auch die Charaktere beschrieben, was mir in einem Punkt negativ aufgefallen ist: Ebs Größe mit "etwas mehr als ein Meter achtzig" wird innerhalb weniger Seiten zwei Mal erwähnt, was meines Erachtens überflüssig ist. Ansonsten sind die Figuren recht vorhersehbar, aber manche stechen dann doch hervor wie zum Beispiel Allie, die minderjährige Nichte von Eb. Sie hat ein paar Ecken und Kanten, die auch bei Greer ein bisschen mehr Hintergrundwissen heraus kitzeln, so dass Greer für den Leser greifbarer wird.

Natürlich gibt es ein paar Komplikationen, Spannung wird aufgebaut, Konflikte zwischen den Charakteren werden ausgetragen. Das liest sich kurzweilig, auch weil die Sprache einfach verständlich ist, und so das Buch schnell gelesen werden kann. Dieses Buch ist eine typische Sommerlektüre, die man gut im Urlaub lesen kann, wenn man häufig unterbrochen wird oder wenn man mal längere Zeit nicht zum Lesen kommt. Es fällt einem sofort wieder ein, was passiert ist und wie die Personen zuzuordnen sind.


Sommerreise: Roman
Sommerreise: Roman
von Åsa Hellberg
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

2.0 von 5 Sternen Sommerreise – Berührungs- und belangloser Road Trip zweier Frauen, 6. Juni 2016
Rezension bezieht sich auf: Sommerreise: Roman (Taschenbuch)
Sara ist Anfang fünfzig und frisch geschieden. Das Haus ist verkauft, und sie ist in eine kleine Wohnung gezogen. Das Einzige, was von ihrem Ex-Mann noch übrig ist, ist sein Motorrad. Nicht nur um ihm eins auszuwischen, sondern auch um sich selber abzulenken, überredet sie ihre beste Freundin Jessica, mit ihr eine Motorradtour in die Toskana zu unternehmen. Jessica, bekannte Autorin, lässt sich nur unwillig überreden, hofft aber, ihre Schreibblockade in den Griff zu bekommen. So machen sich die beiden Frauen auf in ihr Abenteuer, das sie nicht nur mit einem attraktiven Fotografen zusammenstoßen lässt, sondern das auch Schatten der Vergangenheit heraufbeschwört, die Sara lieber nicht geweckt hätte.

Aus diesem Grundgerüst hätte eine spannende und tiefgründige Geschichte gesponnen werden können, aber leider hat die Autorin das Potenzial nicht voll ausgeschöpft, sondern streift nur die Oberfläche, sowohl der Figuren als auch des Handlungsstrangs.

Einzig die Andeutungen auf dunkle Flecken in der Vergangenheit ließen mich aufhorchen und weiterlesen, weil ich hoffte, damit näher an die Charaktere heranzukommen. Allerdings dauerte das viel zu lange, bis sich wirklich Spannung einstellte und die war dann auch nur gebremst vorhanden und außerdem allzu vorhersehbar.

Die Personen empfand ich als langweilig und ausdruckslos, so dass ich keine Beziehung zu ihnen aufbauen wollte. Mehrmals dachte ich, dass ich mir genauso die Romane von Jessica vorstellen würde. Alles war irgendwie zu perfekt und wenn Ecken und Kanten auftauchten, wirkten sie eher gekünstelt und wurden direkt wieder relativiert. Das war zu glatt und zu gefällig, als dass es Emotionen bei mir hätte hervorrufen können. Zum Beispiel Sara: sie ist Reisejournalistin, kann aber nicht mit Problemen während des Motorradtrips (wie das Auffinden des Schlosses) umgehen, wirkt eher unselbständig.

Sehr schade, denn ich hatte mir eine pfiffige, gedankenreiche Geschichte vorgestellt, bei der man mit den beiden Frauen mitfiebert.


Leuchtturmmord: Ein Rügen-Krimi (Romy Beccare ermittelt, Band 5)
Leuchtturmmord: Ein Rügen-Krimi (Romy Beccare ermittelt, Band 5)
von Katharina Peters
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen Solider Rügen-Krimi, 4. Mai 2016
Romy und ihre Kollegen werden mit einem äußerst brutalen Mord an einer Frau konfrontiert. Jemand hat sie zusammengeschlagen und dann erstochen. Während das Umfeld der Toten durchleuchtet wird, stoßen die Ermittler auf mehr Todesfälle im Freundeskreis. Gibt es einen Zusammenhang? Und was hat es mit den toten Boxern auf sich, die innerhalb von wenigen Wochen in der Nähe von Krankenhäusern gefunden werden?

Der Leser wird direkt mit dem rüden Mord am Leuchtturm konfrontiert; eine Einleitung gibt es kaum. Dennoch wirkt die anfängliche Beschreibung etwas distanziert, so wie man es sich von einem Polizisten erwarten würde, der objektiv versucht, den Fall zu lösen und die Fakten zu sammeln.
Da es sich bereits um den fünften Fall von Romy Beccare handelt, werden die Personen nicht allzu ausführlich beschrieben, aber man gewinnt dennoch einen guten Überblick und findet sich schnell im Figurenumfeld zurecht. Trotzdem erfährt man so viele private Zusammenhänge, dass man sich sowohl die Charaktere als auch ihre Beziehungen gut vorstellen kann.

Die Kulisse Rügen bzw. Stralsund ist geradezu liebevoll beschrieben, so dass man gerne mal hinfahren möchte, um sich das genauer anzusehen. Die Morde müssen dann natürlich nicht sein…

Im weiteren Verlauf des Buches kristallisieren sich die beiden parallelen Handlungsstränge (die Morde im Freundeskreis um Merle und die tödlich verwundeten Boxer) stärker heraus und man stellt sich zwangsläufig die Frage, ob beide irgendwie zusammenhängen. Aufmerksames Lesen, auch der kleinen Nebensatzbemerkungen, ist hilfreich. Und so taucht man immer mehr ein in einen soliden Krimi, der zum Ende hin zunehmend komplexer wird.

Einzig die Übergänge von einer Szene zu einer gänzlich anderen sind innerhalb der Kapitel (zumindest im e-book) schwer zu identifizieren. Die Abschnitte hätten deutlicher gekennzeichnet werden können. Dies stört mitunter den Lesefluss.

Vielschichtiger Krimi mit viel Lokalkolorit.


Atlas der unentdeckten Länder
Atlas der unentdeckten Länder
von Dennis Gastmann
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

4.0 von 5 Sternen Atlas der unentdeckten Länder – Wenn einer eine Reise tut…, 22. April 2016
Dennis Gastmann hat sich auf Reisen begeben, aber nicht in die überlaufenen Touristenmetropolen dieser Welt, sondern er wollte Gegenden erkunden, die weitgehend unbeachtet und unbereist sind. Seine Erlebnisse und Begegnungen hat er in diesem Buch festgehalten.

Schon die Aufmachung mit den Skizzen, die man vorne und hinten findet, erinnert an Reiseberichte des 19. Jahrhunderts. Das lässt Nostalgie aufkommen, die aber nicht lange anhält.

Man lernt nicht nur weitgehend unbekannte Länder kennen, sondern auch sonderbare Zeitgenossen, die dorthin reisen wollen. Diese sind genauso abstrus und faszinierend wie die Länder selbst. Was man allerdings vermerken muss: Kommerz und Touristen haben überall Einzug gehalten, egal, wie weit man reist. „Kein Paradies ohne Schlange.“ (S. 41) Das ist schon ein wenig schade, denn es macht deutlich, dass es selbst solch eine fernab von jeglicher Zivilisation existierende Insel nicht mehr ohne Wirtschaft, Geld, Handel und Konsum schafft.

Die eingestreuten Anekdoten sind sehr passend, fügen sich gut in das Gesamtbild des Buches. Die auftauchenden Charaktere sind lebensnah und herzlich beschrieben und lassen erkennen, dass es nicht interessiert, woher man kommt oder wo man lebt. Wenn man offen auf die Menschen zugeht, dann öffnen sie sich einem ebenfalls. Dadurch spiegelt der Bericht den schillernden Kosmos individueller Persönlichkeiten wider, der auf der weiten Welt heimisch ist. Es lohnt sich, sich mit den Einheimischen auseinanderzusetzen, auch wenn man die Sprache nicht kann. Irgendwie klappt es schon. Und dann kann man Überraschendes entdecken wie die Gastfreundschaft im Zug.

Episodenhaft werden die Absätze aneinandergereiht, gerade so als hätte man sich während der Reise Notizen gemacht und würde sie nun zu einem Gesamtbild zusammenformen wollen. Dennoch sind nicht nur Anekdoten darin zu finden, sondern auch Informationen über Land, Leute und Geschichte. Die Kombination finde ich richtig spannend.

Mit der ein oder anderen Geschichte konnte ich nichts anfangen, aber das lag eher am Thema und nicht am Schreibstil. Das komplette Buch klingt relativ leichtfüßig, aber ich kann mir vorstellen, dass es zweifelnde, wenn nicht sogar angsterfüllte Momente gab, die im Nachhinein abgemildert werden.

Ein lesenswertes Buch für Reisende, die gerne Ungewöhnliches und Fremdes entdecken (wollen).


Die Reise der Amy Snow
Die Reise der Amy Snow
von Tracy Rees
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

5.0 von 5 Sternen Die Reise der Amy Snow – Briefrätselreise im Stil von Jane Austen, 22. April 2016
Rezension bezieht sich auf: Die Reise der Amy Snow (Broschiert)
„Wenn Gott gewollt hätte, dass wir alles wissen, hätte er die Welt nicht so rätselhaft gemacht.“ S. 82

Aurelia findet in der Nähe ihres Zuhauses ein Baby, notdürftig eingewickelt und schreiend. Siebzehn Jahre später ist aus dem Baby Amy Snow geworden. Als Aurelia viel zu früh stirbt, steht Amy alleine da und muss sich ihren eigenen Weg suchen. Zum Glück hat Aurelia vorgesorgt und schickt ihre Freundin auf eine Reise, die so manche Überraschung birgt, aber auf der sie auch wunderbare Menschen kennenlernt, so dass sie sich langsam von ihrer traurigen Kindheit verabschieden und eine eigenständige Frau werden kann.

In leisen Worten, aber eindringlich, wird einem direkt Amys Einsamkeit und der große Verlust der Freundin bewusst. Dazu trägt die Beschreibung der grausamen, rauen und kalten Umgebung bei, die sie nun auf ihrer Reise hinter sich lassen will. Aus Aurelies Brief heraus spricht die tiefe Freundschaft und ehrliche Verbundenheit zwischen den beiden Frauen. Und natürlich macht er Lust darauf, mit Amy auf Reisen zu gehen, um zu erfahren, welches letzte Spiel sich Aurelie ausgedacht hat, denn davon berichtet sie ebenso rührend wie gewitzt.

Zu Beginn habe ich mich etwas schwer getan mit dem Schreibstil, weil er teilweise wuchtig war und dem 19. Jahrhundert entsprach, aber wenn man einmal darin schwelgt, geht es wunderbar und man fühlt sich an die klassische Frauenliteratur a la Jane Austen erinnert.

Die Zeit, die hier beschrieben wird, ist eine Zeit der Umwälzung und der Industrialisierung, die ihren besonderen Reiz darin hat, dass sie aus der Sicht einer einfachen Frau vom Lande gesehen wird. Auch das Frauenbild zu Mitte des 19. Jahrhunderts wird gut dargestellt: es galt schon als verwerflich als Frau alleine zu reisen. Wie unvorstellbar!

Die Berichte aus der Vergangenheit und die Reise von Amy machen aus der Geschichte eine vielschichtige Erzählung, ein Porträt der damaligen Zeit. Die Beschreibungen sind sehr detailreich, wie man zum Beispiel schön an den Kleidern erkennen kann, die getragen werden.

Eindringlich sind vor allem die Gefühlsverwirrungen von Amy, die ihre Geschichte selber erzählt, so dass man sich gut in sie hineinversetzen kann. Aber ebenso vielschichtig und individuell „mit all ihren Eigenarten und Schwächen“ (S. 334) werden die weiteren Figuren charakterisiert, so dass ein bunter, lebendiger Roman entstanden ist.


Nur ein Tag: Teil 1
Nur ein Tag: Teil 1
von Gayle Forman
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

4.0 von 5 Sternen Nur ein Tag – Carpe diem et vitae!, 11. April 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Nur ein Tag: Teil 1 (Broschiert)
Allyson befindet sich auf Europareise mit ihrer Freundin, als sie Willem kennenlernt und entgegen ihrer sonstigen Lebenseinstellung spontan mit ihm nach Paris fährt. An diesem einen Tag erlebt sie alle Gefühlsfacetten, aber als sie am nächsten Morgen erwacht, ist Willem fort. Zurück in Amerika nimmt sie ihr altes Leben wieder auf, aber wird es sie so erfüllen, wie sie es sich wünscht?

Zu Beginn war mir die Sprache zu teeniehaft und dadurch teilweise nervig. Da es sich hierbei aber um einen Jugendroman handelt, ist es wohl angemessen. Es wird mit ein paar Klischees jongliert (Holländer fahren bekifft Rad oder Italiener können sich nicht anstellen), was aber ganz amüsant ist. Dazu passt natürlich auch Paris mit seinem Status als Stadt der Liebe.

Mir gefallen die Bilder über die Zeit, die immer wieder aufgegriffen werden, genau wie die über einen Tag und was dann alles passieren könnte. Wenn man sich auf das Leben einlässt und vielleicht mal eine Entscheidung trifft, die für einen selbst ungewöhnlich ist, dann passieren vielleicht Dinge, die einen aus seiner Rolle und seinen festgefahrenen Trott herausfallen lassen. Die Welt steht offen, wenn man es möchte, wenn man selber offen ist und andere an sich heranlässt. Die Botschaft in diesem Roman ist deutlich, aber gibt dadurch auch Denkanstöße.

Die erste Hälfte des Buches hat mich nicht wirklich mitgerissen, aber die zweite Hälfte gefiel mir richtig gut. Das lag vor allem an Allysons Gefühle, die so beschrieben wurden, dass man sie gut nachvollziehen konnte, an ihrer Entwicklung im Laufe der Geschichte und an den Nebencharakteren, die buntes Leben hineinbrachten. Auch die Suche, die Allyson startet, um Willem zu finden und herauszubekommen, warum er sie damals einfach verlassen hat, ist sehr spannend und zeigt besonders schön, wie sehr sie sich verändert hat.

Ich musste erst mit der Geschichte warm werden, begeisterte mich im Laufe des Romans aber immer mehr, so dass ich jetzt sehr gespannt auf den zweiten Teil bin.


Eine Therapie für Aristoteles: Roman
Eine Therapie für Aristoteles: Roman
von Melanie Sumner
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

4.0 von 5 Sternen Eine Therapie für Aristoteles – Ungewöhnliche Lebensstudie einer 12-Jährigen, 6. April 2016
Aris ist mit ihrer Mutter Diane und ihrem Bruder Max nach dem Tod des Vaters von Alaska nach Georgia gezogen. Hier erlebt sie die typischen Teenagerprobleme und versucht sich selbst schließlich zu therapieren, in dem sie einen Roman in 30 Tagen schreibt. Ihr erwünschtes Happy End wäre, dass ihre Mutter mit Penn zusammenkäme, einem Freund der Familie, der immer da ist, wenn er gebraucht wird. Aber wird ihr Wunsch in Erfüllung gehen?

Schon zu Beginn musste ich schmunzeln, denn ich habe das Vorwort auch gelesen und lese es eigentlich immer, weil mich die Gedanken des anderen zu dem vorliegenden Buch interessieren. Gut gefielen mir zudem die Zitate, die den Kapiteln vorangestellt werden, weil sie entweder etwas über den Inhalt oder über die Entwicklung der Charaktere offenbaren.

Die Geschichte von Aris und ihrer Familie wird ungewöhnlich erzählt, was sie erfrischend anders macht und mir beim Lesen richtig viel Spaß gemacht hat. Das Einzige, was ich zwischendurch vermisst habe, war eine kompakte Handlung, denn manchmal hatte ich das Gefühl, die Szenen seien einfach aneinander gereiht worden, ohne dass sie zwingend Sinn ergeben müssten. Das tat dem Lesegenuss aber keinen großen Abbruch.

Die Charaktere sind absolut herrlich: ich könnte mich bei fast jeder Szene kaputtlachen über diese alltäglichen Dinge, die bei Aris so wunderbar, einzigartig und ungewöhnlich klingen wie zum Beispiel in dem Zitat „wer braucht schon Wände, wenn man keine Grenzen kennt?“ (S.94) deutlich wird oder in so kleinen Bemerkungen wie „Sie maß Kaffeesahne mit einem Löffel ab und schummelte dabei.“ (S. 135). Das finde ich absolut liebenswert und machen die Personen zu Charakteren, die man sich gut vorstellen kann, weil man sich teilweise selber darin wiederfindet.

Auf einmal gerät man in einen kleinen philosophischen Exkurs zu Proust und die nichteuklidische Geometrie. Dieses Buch steckt voller Überraschungen, nicht nur im Inhalt, sondern auch beim Layout.

Empfehlenswert für Leser, die das Ungewöhnliche suchen.


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