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Beiträge von Aleshanee @ We...
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Rezensionen verfasst von
Aleshanee @ Weltenwanderer (München)

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Das Haus der Monster: Gruselroman
Das Haus der Monster: Gruselroman
Preis: EUR 4,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Konnte mich leider nicht so wirklich überzeugen ..., 18. Oktober 2017
Das war nicht wirklich was für mich ... zu ausschweifend und dadurch wenig Spannung, der schwarze Humor war auch nicht meiner und ich hab den Grusel vermisst.

In jeder Stadt gibt es dieses eine verfallene, gruselig anmutende Haus, in dem ein kauziger Sonderling wohnt - genau um diesen geht es im Haus der Monster, um John Coal.
Von den Streichen, die ihm die Kids aus der Gegend spielen, genervt, stellt er ihnen eine Falle. Vier von ihnen müssen es sich nun in seinem feuchten Keller gemütlich machen und seiner Lebensgeschichte lauschen, die er in vier Episoden erzählt.

Aus der Ich-Perspektive von John wirkt es zu Beginn sehr witzig und unterhaltsam und erinnert mich im Aufbau an Montagues Schauergeschichten - nur eben für Erwachsene. Allerdings kommt für mich keine wirklich gruselige Atmosphäre für mich auf, manches wirkt zu ausschweifend auf Kosten der Spannung und ich war öfters mal nahe dran, Seiten zu überblättern.
Die Ideen waren nicht schlecht, kamen aber bei mir einfach nicht an. Fans von schwarzem Humor mögen auf ihre Kosten kommen, meinen Geschmack hat es leider nicht so wirklich getroffen ...

In der ersten Geschichte geht es um ein gut gehütetes Familiengeheimnis, in der zweiten um eine schicksalhafte Begegnung auf Hoher See, in der dritten um etwas Dunkles in den Schatten der Nacht und die letzte handelt von einer Begegnung mit einem Vampir.
Eine vielfältige Auswahl, die immer kurz unterbrochen wird von John Coals Unterhaltung mit den Jungs, denen er die Geschichte erzählt.

Eigentlich eine nette Sammlung an Schauergeschichten die andere Leser sicher mehr begeistern wird. Für mich waren sie zu langatmig aufgebaut und dadurch nicht wirklich spannend oder gruselig.

Allerdings ist ein Gedanke an mir hängengeblieben, den ich euch nicht vorenthalten möchte:

Zitat bei Position 3286

"Manche Leute behaupteten, so etwas wie schreckliche Kinder gäbe es nicht, es käme alles auf die Eltern an, und da mag durchaus etwas dran sein, aber nur bis zu einem gewissen Maß. Manche Kinder haben es schwerer als die meisten anderen und entwickeln sich zu den besten Menschen. Andere haben es ganz leicht und werden zum Bodensatz der Gesellschaft.
Ich glaube, wir sollten unseren Raupen etwas mehr Verantwortung für die Schmetterlinge zugestehen, zu denen sie sich entwickeln, und nicht alles auf Gott, Darwin und Computerspiele schieben."

Ich hab einige Rezensionen gesehen, die viel mehr Begeisterung gezeigt haben als ich - also wer Interesse an dem Buch hat, sollte sich da von mir nicht abhalten lassen ;)

© Aleshanee
Weltenwanderer


Auf Pilgerfahrt mit Gevatter Tod: Schauergeschichten
Auf Pilgerfahrt mit Gevatter Tod: Schauergeschichten
von Daniel Mosmann
  Taschenbuch
Preis: EUR 13,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schaurige Geschichten mit originellen Ideen!, 16. Oktober 2017
Viele wissen ja mittlerweile, dass Kurzgeschichten und ich nicht oft zueinander finden - aber ich lasse mich immer gerne wieder darauf ein in der Hoffnung, dass sie mich doch noch überzeugen können.

Von Daniel Mosmann hatte ich ja schon den Kurzgeschichtenband "Von Kastanien und Knochen" gelesen, der mir richtig gut gefallen hatte.

Auch in diesem Band hat er mich mit seinem Schreibstil recht schnell wieder eingefangen, denn er schafft es mit seiner intelligenten und beinahe schon antiquierten Art, die Atmosphäre der alten Schauergeschichten einzufangen, die man von früher her kennt. Anfangs wirkt es vielleicht noch etwas skurril, doch je mehr Seiten man liest, desto mehr entwickelt sich ein Sog und man kann wunderbar in seine besondere Art der Formulierung eintauchen.

Er schafft es immer, schon auf wenigen Seiten die Figuren, die Atmosphäre und die Thematik sehr klar auf den Punkt zu bringen, ohne dabei zu viel zu verraten - und hat am Ende der Geschichten meist noch einen besonderen Knalleffekt. Manches konnte ich schon vorausahnen, bei anderen wiederum bin ich überrascht worden. Es ist ein buntes Gemisch aus den verschiedensten Arten von Gruselgeschichten und ich bin fasziniert auf welche verschiedenartigen Ideen der Autor gekommen ist!

8 Geschichten und 2 Gedichte erwarten euch, die unterschiedlich lang sind und auch jede für sich einen ganz eigenen Stil hat. Mit den Gedichten konnte ich nicht soviel anfangen, obwohl auch sie einen gewissen Charme haben. Es gibt aber durchweg eine unterhaltsame Abwechslung aus typischen Spukgeschichten, sich rächenden Ehefrauen, einem außer Kontrolle geratenen Experiment, einer unschönen Verwechslung und alle möglichen Arten von gruseligen Szenarien.
Besonders gefallen hat mir "Biester", das war auch die längste Geschichte mit knapp 60 Seiten, die auch einen nachdenklich machenden Hintergrund aufgreift. Überhaupt findet man in den Geschichten immer wieder versteckte Hinweise auf das, was in unserer Gesellschaft schief läuft, aber eben oft im Dunkeln bleibt. Dabei gibt es aber keinen erhobenen Zeigefinger, sondern alles gekonnt retouchiert mit einer gehörigen Portion Sarkasmus, Morbidität und Wortwitz.

Bei einigen hätte ich mir gewünscht, dass man noch ein bisschen später auf die Lösung kommt.

Winterzauber ✮✮✮✰
In einem Landhaus ✮✮✮✮
Oben, auf dem Knochenberg ✮✮✮✰
Zur alten Linde *Gedicht*
Biester ✮✮✮✮✮
Das sonderbare Begräbnis des William M. Roth ✮✮✮✮
Das Exkrement Gottes ✮✮✮
Zwischen Kraut und Kartoffeln ✮✮✮✰
Die vergessenen Kinder ✮✮✮✮
Auf Pilgerfahrt mit Gevatter Tod *Gedicht*

© Aleshanee
Weltenwanderer


Young Elites - Das Bündnis der Rosen
Young Elites - Das Bündnis der Rosen
von Marie Lu
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,95

5.0 von 5 Sternen Düster, ergreifend, fesselnd und vor allem: außergewöhnlich! 4.5 Sterne gibt es von mir!, 14. Oktober 2017
"Ich habe mich so lange nach allem Möglichen gesehnt - nach Liebe, nach Verständnis, Dingen, die ich nie wirklich brauchte. Ich brauche nichts als die Unterwerfung, die sich durch Angst erreichen lässt. Ich weiß nicht, warum es so lange gedauert hat, bis ich das erkannt habe." Zitat

Leider kamen ja einige nicht mit dieser Anti-Heldin klar. Schon im ersten Band zeichnete sich deutlich ein Bild von Adelina ab, dass von Hass- und Rachegelüsten geprägt war. Verständlich, da sie in ihrer Kindheit jahrelang unter den Schlägen und psychischen Misshandlungen ihres Vaters und der Gesellschaft zu leiden hatte. Nicht in jedem erwächst daraus ein strahlender Gutmensch, der mit fairen Mitteln zu kämpfen weiß. Genau das hat die Autorin hier gezeigt und genau das fasziniert mich so an dieser Geschichte!

Hoffnungen, Träume, Liebe - Adelina hat hier einige Entscheidungen vor sich, Möglichkeiten und Chancen; welche Wahl wird sie treffen? Sie begibt sich auf die Suche nach dem geheimnisvollen Magiano, ist er tatsächlich nur eine Legende oder wird er sie in ihrem Kampf um den Sieg unterstützen?

Die Geschichte wird im Präsens erzählt und die Sichtweisen wechseln sich ab. Adelina erzählt aus der Ich-Perspektive und so erhält man einen sehr guten Eindruck von ihrer inneren Gefühlswelt, ihrem Zwispalt, der sie zu zerreißen droht. Das obige Zitat zeigt sehr deutlich, wie sehr sie mich sich kämpft. Ihre Sehnsucht nach Liebe, nach Zugehörigkeit, nach Vertrauen, das alles wurde immer wieder missbraucht und ihr entrissen. Auch wenn sie neue Verbündete findet fällt es ihr schwer, sich den drängenden Stimmen zu widersetzen, die ihr immer wieder vorhalten, wie übel ihr mitgespielt wurde. Böses mit Bösem zu vergelten scheint ihr der einzige Weg, um sich aus der Hölle zu befreien, die sie durchlebt hat.
Adelina hat so viel verloren und wurde aufs bitterste enttäuscht; sie verliert sich in diesem Strudel aus Ablehnung und übersieht dabei, was ihr geblieben ist.

"Warum kann ich nicht ein einziges Mal als Erste zuschlagen, so plötzlich und mit solcher Wucht, dass meine Feinde vor mir niederkauern, bevor sie auch nur auf den Gedanken kommen, sich gegen mich zu erheben? Was ist so erstrebenswert daran, gut zu sein?" S. 110

Dabei haben sie alle nur ein Ziel vor Augen: endlich Frieden und die Akzeptan der Malfettos, der Gezeichneten. Im Lande Beldain werden sie sogar als "Kinder der Götter" bezeichnet, ihre Gabe als Geschenk der Macht betrachtet. Doch die Königin Giuletta aus Kenettra und vor allem der Erste Inquisitor, Teren Santoro, sehen in ihnen das Böse, das ausgerottet werden muss.
Die düstere Atmosphäre hängt beharrlich über dem Geschehen und die Ereignisse aus dem ersten Band nehmen verhängnisvolle Ausmaße an. Die Königin von Beldain, Maeve, entwickelt einen perfiden Plan, die Gemeinschaft der Dolche sortiert sich neu und auf Kenettra gibt es schwerwiegende Veränderungen, die alle auf ein großes Finale hinführen.

Ich finde diesen Zwispalt der Gefühlswelt von Adelina großartig und hoffe sehr, dass auch andere verstehen, warum sich ihr Herz so verhärtet hat. Es ist ergreifend, tragisch und fesselnd, wie sie immer wieder mit sich kämpft und versucht, den richtigen Weg zu finden und dabei immer mehr die Orientierung verliert. Die Magie spielt hier dabei natürlich auch eine große Rolle, denn sie gibt ihr Macht, endlich Macht über diejenigen, die Schuld sind an ihrem Unglück. Die die "Gezeichneten" verfolgen, sie töten, sie als minderwertig betrachten und damit jeglicher Willkür preisgeben.

Die Idee der Magie finde ich auch besonders spannend. Jeder der Begabten hat eine besondere Fähigkeit, bei Adelina ist es die Gabe der Illusion, andere können eins der Elemente beherrschen oder sich den Willen von Tieren untertan machen. Sie benutzen dabei die Energiefäden, die sie greifen können und ihre Macht wird genährt aus einer bestimmten Neigung. Bei Adelina aus der Angst, dem Entsetzen anderer, was ihr natürlich nochmal ein besonderes Maß an Grausamkeit verleiht.
Aber es kommen auch hier noch einige Überraschungen, die die Aussicht auf den letzten Band besonders spannend machen.

Das Ende war überhaupt äußerst dramatisch und der Schluss perfekt gesetzt.

© Aleshanee
Weltenwanderer

Young Elites

1 - Die Gemeinschaft der Dolche
2 - Das Bündnis der Rosen
3 - OT "The Midnight Star" (erscheint hoffentlich 2018 auf deutsch)


Das Lied der Krähen: Roman (Glory or Grave, Band 1)
Das Lied der Krähen: Roman (Glory or Grave, Band 1)
von Leigh Bardugo
  Broschiert
Preis: EUR 16,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das hat viel Potenzial um mein Jahreshighlight zu werden!, 11. Oktober 2017
Eine unmögliche Mission, abenteuerlustige Charaktere, unberechenbare Magie und spannungsgeladene Action! Ich bin absolut begeistert!

Ich hab die Grischa Trilogie der Autorin gelesen und mochte sie wirklich gerne, aber das hier toppt es sogar nochmal um einiges! Das ganze spielt in der gleichen Welt, aber soweit ich mitbekommen habe, einige Jahrhunderte zuvor. Man kann es auf jeden Fall unabhängig voneinander lesen, denn die Abenteuer haben keinen Bezug zueinander.

Schauplatz ist vorrangig die Stadt Ketterdam auf der Insel Kerch inmitten der Wahren See. Ähnlich wie in unserer Gesellschaft gibt es auch hier die Börse, Händlergilden, und die Barrens, die Slums, in denen sich die Banden in Revierkämpfe verstricken. Zwischen Glücksspielen und Freudenhäusern rivalisieren die "Dregs" gegen "Black Tips" und andere Gangs, die die Gegend unsicher machen: ein Sammelsurium aus Mördern, Dieben und Lügnern. Es ist ein hartes Leben und jede der Figuren hat nicht nur mit den widrigen Umständen zu kämpfen, sondern auch mit den Dämonen aus der Vergangenheit, die sie geprägt haben.

Die Grischa, die Magiebegabten, sind meist nicht mehr als Sklaven und werden um ihrer Fähigkeiten willen ausgebeutet. Doch die Gier ist ein ständiger Weggefährte der Mächtigen und so kommt es zu Experimenten, die schnell außer Kontrolle geraten. Was genau der Auslöser ist werd ich euch nicht verraten, aber es könnte eine Kehrtwende jeglicher Strukturen dieser Welt beeinflussen.

Das ruft Kaz Brekker auf den Plan, doch es dauert eine Weile, bis er all seine Gefährten beisammen hat, um die aussichtslose Aufgabe anzugehen. Vertrauen ist für Kaz unbekanntes Terrain, aber er muss sich auf alle verlassen können. Dabei überlässt er nichts dem Zufall, denn er ist einer der besten Strategen wenn es darum geht, für jede unliebsame Überraschung den richtigen Plan parat zu haben.
Wirklich sympathisch sollte er einem nicht sein, denn er ist rücksichtslos, egoistisch und gnadenlos, und trotzdem: seine Vergangenheit deckt nach und nach auf, wer hinter dieser Maske aus Abgebrühtheit steckt!

Aber auch die anderen Gefährten haben einiges zu verbergen - von manchen erfährt man mehr, von anderen weniger, aber jeder von ihnen ist für eine Überraschung gut ...

Zitat aus dem Klappentext

"Ein Dieb mit der Begabung, aus jeder Falle zu entkommen.
Eine Spionin, die nur "das Phantom" genannt wird.
Ein Verurteilter mit einem unstillbaren Verlangen nach Rache.
Eine Magierin, die ihre Kräfte nutzt, um in den Slums zu überleben.
Ein Scharfschütze, der keiner Wette widerstehen kann.
Ein Ausreißer aus gutem Hause mit einem Händchen für Sprengstoff."

Die Kapitel sind aus den verschiedenen Perspektiven der Figuren erzählt und so erfährt man auch die Hintergründe: über ihr Verhalten, ihre Eigenheiten und wie sie alle nach Ketterdam und zu dieser ungewöhnlichen Mission gekommen sind. Keiner von ihnen zeigt sein wahres Gesicht, niemand will sich eine Blöße geben; ihre Vergangenheit hat sie geprägt und dadurch sind sie vorsichtig, misstrauisch und einsam. Doch der Auftrag schweißt sie zusammen und offenbart einiges, was bisher nur im Dunkeln ihrer Seele verborgen lag.

Anfangs wird man ziemlich bombardiert mit ungewöhnlichen Namen und Bezeichnungen, da kommt man aber sehr schnell rein, denn die Autorin schafft es wunderbar, alles miteinander zu verknüpfen und ein beeindruckendes Gesamtbild zu schaffen.

Schon die Vorbereitungen für den Coup versprechen einiges an Spannung, aber als es dann los geht kann man das Buch wirklich nicht mehr aus der Hand legen! Die Schauplätze wechseln mit großartigen Kulissen und einer hochexplosiven Atmosphäre. Ich war so mitten im Geschehen, dass ich alles um mich herum vergessen habe und ein dramatischer und nervenaufreibender Höhepunkt dem anderen gefolgt ist!
Dazu kommen die einschneidenden Gefühle, die die Charaktere vorantreibt, sei es Wut, Rache oder Verzweiflung - und sogar Liebe. Ich hab Momente der Spannung erlebt, der Freude, der Betroffenheit und noch so viel mehr ... ich bin absolut begeistert und freu mich jetzt schon auf die Fortsetzung!

Dazu kommt noch die schöne Aufmachung, die das Buch auch noch von der Optik her zu etwas besonderem macht!
Band 2 "Das Gold der Krähen" erscheint hoffentlich nächstes Jahr auf deutsch :)

©Aleshanee
Weltenwanderer


Mord erster Klasse: Der dritte Fall für Wells & Wong
Mord erster Klasse: Der dritte Fall für Wells & Wong
von Robin Stevens
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der beste Fall bisher! Super unterhaltsam und spannend - weckt Erinnerungen an Agatha Christies "Mord im Orientexpress", 9. Oktober 2017
Ein wundervolles Buch, das meine Erinnerungen an Agatha Chriesties "Mord im Orientexpress" immer wieder wach gerufen hat! Die Geschichten ähneln sich schon sehr und es gibt einige Parallelen, was mich aber gar nicht gestört hat. Das ganze wird ja aus der Sicht von der jungen Hazel erzählt, die eine frische und äußerst unterhaltsame Art hat, diesen besonderen Mordfall zu Papier zu bringen.

Denn die Bücher sind ja sozusagen das "Fall-Buch" der beiden Detektivinnen Hazel und Daisy, die sich im Deepdean Internat in England kennen gelernt haben. Während Daisy die tapfere und neugierige Wortführerin ist, nimmt Hazel eher den zurückhaltenden Part ein, doch man merkt, wie sie immer mehr über sich hinaus wächst - und Daisy mittlerweile das Wasser reichen kann.

Die Erwachsenen sind ja gar nicht glücklich darüber, dass die beiden Mädchen dauernd in Mordfälle verwickelt werden und vor allem, dass sie auch noch selbst ermitteln. Deshalb sind sie dieses Mal mit Hazels Vater im Orient-Express unterwegs - er möchte die jungen Damen zur Raison bringen und verspricht sich einen erholsamen Urlaub, bei dem sie sich wieder auf das besinnen, was junge Mädchen in dem Alter eigentlich tun sollten. Er nimmt Hazel sogar das Versprechen ab, sich aus allem herauszuhalten, aber gegen das Ermittlungsfieber kann man wohl einfach nichts machen.

Zuerst werden wieder alle wichtigen Personen vorgestellt, die sich im Schlafwagen Kabine an Kabine einfinden - man behält auch gut den Überblick, denn auch wenn es viele Figuren sind, ist jede davon individuell und einprägsam. Besonders schön sind hier auch wieder vorne im Buch das Personenregister und die Grafik mit allen Beteiligen im Speise- und Schlafwagen.

Es dauert auch ein Weilchen bis es zum Mord kommt, auch das kennt man aus den alten Filmen, aber dabei setzt die Autorin alles so schön in Szene, so dass man bestens vorbereitet ist.
Die Spannung steigt kontinuierlich und bis kurz vor Schluss kann man nur raten, wie das alles wohl abgelaufen ist. Wenn man "Mord im Orientexpress" kennt hat man wohl einen gewissen Vorteil, aber lasst euch überraschen, denn der Plan ist wirklich sehr verstrickt.
Daisy und Hazel haben alle Hände voll zu tun, unter den wachsamen Augen von Hazels Vater trotzdem ihre Ermittlungen durchzuführen. Sie werden dabei auch immer geschickter und das ganze immer aus der Sicht der Kinder mitzubeobachten und mitzuverfolgen macht wirklich großen Spaß!

Ich muss sagen, dass mir dieser Band bisher am besten gefallen hat - sei es weil ich mich sehr an Agatha Christies Mörderjagd erinnert hat, oder durch die erfinderische und spannend aufgebaute Spurensuche der jungen Mädels, die in einer wunderbaren Atmosphäre den Flair der damaligen Zeit widergespiegelt hat.

© Aleshanee
Weltenwanderer

Ein Fall für Wells & Wong

1 - Mord ist nichts für junge Damen
2 - Teestunde mit Todesfall
3 - Mord erster Klasse

Die folgenden Bände sind momentan noch nicht übersetzt
4 - Jolly foul play
5 - Mistletoe and murder


Spiegelgrund: Lasst, die ihr eintretet, alle Hoffnung fahren (Vakkerville Mysteries 3)
Spiegelgrund: Lasst, die ihr eintretet, alle Hoffnung fahren (Vakkerville Mysteries 3)
Preis: EUR 2,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mystery, Thrill und Horror - alles vereint in dem krönenden Abschluss im Spiegelgrund!, 7. Oktober 2017
Komplexe Handlung, komplexe Figuren und komplexe Genres - das alles zu einem phänomenalen Konstrukt zusammengewebt, dass am Ende ein perfekt abgerundetes Bild ergibt ;)

Diese Reihe ist schon wirklich was ganz besonders! Nicht nur, weil ich mit dem Autor in persönlichem Kontakt stand, sondern auch, weil er mich mit seinem anfangs etwas absurdem Werk tatsächlich so begeistern konnte! Der erste Band wirkte ja noch etwas konfus: viele Figuren, viele verschiedene Elemente und ein scheinbar wirr zusammengewürfelter Mix an Handlungssträngen. Aber Anton Serkalow hat es tatsächlich geschafft, diese ganzen losen Fäden zu einem stimmigen Bild zusammenzuknüpfen.

Es passiert wirklich viel in Vakkerville an diesem Halloween Wochenende, an dem sich diese drei Bände abspielen. Trotzdem es so voll gepackt ist und aus vielen verschiedenen Sichtweisen der Figuren erzählt wird, erhält man immer mehr Überblick und durchschaut, was tatsächlich dahintersteckt. Vor allem auch die Übergänge zwischen den einzelnen Perspektiven sind genial gwählt und regen die Spannung an und sind teilweise perfekt verbunden. Diesen komplexen Aufbau bis zum Ende durchzuhalten und dabei alles durchdacht zum Ende zu bringen verdient wirklich Respekt!
Ich war zwar an manchen Stellen etwas verwirrt, aber das hat sich auch schnell wieder gelegt. Man merkt von Band zu Band auch eine Steigerung und der Schreibstil hat mir hier super gut gefallen. Vor allem auch die metaphorischen Bilder waren großartig gewählt und ich liebe die vielen Anspielungen auf Bücher, Filme, Lieder und Computerspiele, die er hier eingebaut hat. Im Anhang werden sie auch nochmal im einzelnen aufgeführt, wobei man die meisten wirklich kennt, was sehr angenehm ist.
Denn meistens wenn solche Sachen zitiert werden hab ich keine Ahnung um was es geht.
Am liebsten ist mir ja tatsächlich der "Scheuch", der seit dem ersten Band eine große und überraschende Entwicklung durchgemacht hat und dessen Idee an sich einfach grandios ist!

Über die Handlung will ich natürlich nicht zuviel verraten um nicht zu spoilern. Ich konnte aber sehr gut in die Geschichte einsteigen, denn am Anfang gibt es einen Rückblick auf das Geschehen in den ersten beiden Bänden.
Im Mittelpunkt steht hier auf jeden Fall der Spiegelgrund, eine psychiatrische Anstalt für Kinder und Jugendliche, die sogar einen realen Hintergrund hat.
Überhaupt sind viele der Themen sehr real, wie die Vorurteile gegenüber Minderheiten, die bedenkenlose Handlungsweise der Politik, die grausame Existenz von Kindersoldaten oder auch der Medikamentenmissbrauch bzw. das gewissenlose Verhalten mit Experimenten an Menschen.

Der Schauplatz der Irrenanstalt "Spiegelgrund" war natürlich perfekt für die grauenerweckenden Szenen, die viele der Charaktere an die Grenzen gebracht haben, an ihre eigenen, und sogar an die Grenzen ihrer Welt, denn auch Parallelwelten spielen eine Rolle. Eine Art Mischung aus der Welt hinter den Spiegeln gekreuzt mit dem Zauberer von Oz auf eine groteske und gruselige Weise, die eine düstere und makabere Atmosphäre geschaffen hat.

Wirklich gegruselt hab ich mich zwar nicht, aber ich bin da ja sehr immun dagegen, da wird es anderen vielleicht etwas anders ergehen. Überhaupt gibt es hier die ganze Gefühlspalette von Ekel, Grauen, Spannung, Komik, Thrill, aber auch einige Momente der Fassungslosigkeit und auch Berührtheit, die mir zu Herzen gegangen sind.

Das ist mit Sicherheit keine Geschichte für "Jedermann", aber ich kann sie nur jedem ans Herz legen, der mal etwas außergewöhnliches Lesen möchte, etwas fernab vom Mainstream und sich darauf einlassen kann, der sich nicht vor komplexen Handlungen scheut und Gefallen an abgefahrenen und mystisch gruseligen Phänomenen findet.

© Aleshanee
Weltenwanderer

Vakkerville Mysteries

1 - Dämmergrau
2 - Nebelgrenze
3 - Spiegelgrund

Diese Geschichte wird mit der Trilogie abgeschlossen sein - aber es tummeln sich so viele schillernde Figuren in Vakkerville, dass auf jeden Fall noch weitere Geschichten folgen werden ;)


Das Fundament der Ewigkeit: Historischer Roman (Kingsbridge-Roman, Band 3)
Das Fundament der Ewigkeit: Historischer Roman (Kingsbridge-Roman, Band 3)
von Ken Follett
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 36,00

2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen 3.5 Sterne für eine vielschichtige Handlung in einer facettenreichen Epoche - der Schreibstil war leider nicht überzeugend, 6. Oktober 2017
Ich hab mich riesig über die Fortsetzung gefreut, denn die beiden vorherigen Romane über Kingsbridge haben mich total gefesselt. Bei historischen Romanen bin ich ja etwas eigen, bei manchen fliegt man regelrecht durch die Seiten, bei anderen komme ich nicht so wirklich rein. Leider muss ich gestehen, dass ich hier ein klein bisschen enttäuscht war.

Die Handlung ist sehr abwechslungsreich und entwickelt sich auf verschiedenen Ebenen weiter, denn es wird aus der Sichtweise von verschiedenen Figuren erzählt. Dadurch erhält man einen weitreichenden Überblick über alle Ereignisse, die mit den Protagonisten zusammenhängen, aber auch mit den umwälzenden Entwicklungen, die im Königshaus und vor allem in den Glaubensfragen zu dieser Zeit für große Veränderungen sorgen.
Der Schreibstil, also das war hier mein großes Manko. Vielleicht liegt es an den beiden Übersetzern, denn manche Stellen waren sehr kurzweilig und unterhaltsam, andere hingegen hätte ich gerne übersprungen, weil es doch etwas langatmig war. Vor allem empfand ich aber die Art und Weise sehr einfach, teilweise nicht zur Epoche passend und viel zu lapidar geschrieben, fast schon wie ein Aufsatz. Das hat mich echt überrascht, weil ich das bei diesem Autor überhaupt nicht gewohnt bin!
Außerdem waren die Wiederholungen recht zäh, wenn auf vorhergehende Situationen hingewiesen wurde, das kam doch recht oft vor.

Von den Charakteren gibt es bei so einem großen Werk natürlich einige, dafür gibt es vorne im Buch auch ein Personenregister, auf das ich aber nicht zugreifen musste. Man kann jeden sehr gut und schnell einordnen und ich hatte keine Probleme, den Überblick zu behalten.
Die Handlung spielt ja über einen Zeitraum vieler Jahre und die Charaktere entwickeln sich dabei teilweise vorhersehbar, manche aber auch überraschend anders. Gerade was auch die Problematik der Religion zu dieser Zeit angeht, haben einige ganz strikte Ansichten, während die anderen etwas auf verlorenem Posten stehen die hoffen, dass Katholiken und Protestanten irgendwann ihren Glauben auch friedlich nebeneinander leben können.
Ein leider immer noch aktuelles Thema zu unserer Zeit, unglaublich dass die Menschen nach so vielen Jahrhunderten nicht gelernt haben, in Frieden zu leben ohne anderen vorzuschreiben, welcher Glaube der richtige und wahre ist.

Auf dieses Thema ist Ken Follett auch teilweise sehr detailliert eingegangen was ich total interessant fand. Dabei hat er jeder "Seite" ihre Art des Denkens zugestanden und man kann es auch irgendwie nachvollziehen - der Fanatismus von einigen ist zwar für mich völlig unverständlich, wie in jedem anderen Bereich auch, aber man sieht sehr deutlich, wie sich das alles immer hochgeschaukelt hat und dadurch Gemetzel und Kriege entstanden sind.

Ebenfalls sehr schön ist die Kulisse der damaligen Zeit, man reist durch verschiedene Länder wie England, Frankreich, Spanien und nach Übersee, erlebt die Ränkeschmiede am Königshof aber auch die vielen kleineren in den Kaufmannsfamilien, die oft auch ein ganzes Leben zerstören konnten.

Insgesamt eine facettenreiche und gut strukturierte Handlung über einen weitreichenden Zeitraum mit interessanten Charakteren und vielen Hintergründen zu den damaligen Beweggründen aus vielen Bereichen. Durch den Schreibstil hab ich leider nicht so richtig eintauchen können und es wechselte zwischen spannenden Momenten und etwas zähflüssigen Stellen; vor allem die oft etwas einfallslose und fast schon unbeholfene Art der Schreibweise hat mir nicht so gefallen.

© Aleshanee
Weltenwanderer

Kingsbridge Saga

1 - Die Säulen der Erde
2 - Die Tore der Welt
3 - Das Fundament der Ewigkeit


Scythe - Die Hüter des Todes
Scythe - Die Hüter des Todes
von Neal Shusterman
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

5.0 von 5 Sternen Einfach nur genial!, 4. Oktober 2017
Ich kannte ja von diesem Autor nur die drei Bücher seiner Vollendet Reihe, die bisher ins deutsche übersetzt wurden und ich wusste: auch dieses Buch hier würde mich begeistern ... und WIE es mich begeistert hat! Einmal angefangen, konnte ich es nicht mehr aus der Hand legen!

Das Leben der Menschen ist nicht mehr endlich. Die Zivilisation soweit fortgeschritten, dass Naniten jeglichen Schmerz, jede Verletzung oder zerstörerische Verzweiflung ausgleichen können. Dass es keine Regierungsformen mehr gibt, sondern nur noch den unbestechlichen Thunderhead, entstanden aus der virtuellen Cloud und Träger allen Wissens, der zwar einen Funken Bewusstsein besitzt, doch in all seinen Bestrebungen gerecht handelt, um die Menschen gleichwertig und gut leben zu lassen.
Und, das größte Mysterium, die Menschen sind dadurch tatsächlich unsterblich geworden.

Eine schöne Vorstellung - doch alles hat eine Kehrseite: denn wenn niemand mehr stirbt, wie sieht es dann mit dem Platz auf unserer gut gefüllten Erde aus?

"Die Entwicklung der Zivilisation war abgeschlossen. Das wusste jeder. Was die Menschheit betraf, gab es nichts neues mehr zu erfahren. Nichts an ihrer Existenz musste noch enträtselt werden. Und das bedeutete, dass kein Mensch wichtiger war als irgendein anderer." S. 18

Genau hier treten die Scythe auf den Plan, die Hüter des Todes. Sie agieren frei vom Urteil oder dem Ermessen des Thunderhead und sind dafür zuständig, der Überbevölkerung entgegen zu wirken. Sie haben dadurch eine hohe Stellung, natürlich, denn jeder will sich mit ihnen gutstellen, könnte er doch morgen schon mit der Sense vor der Tür stehen, oder einer Pistole, einem schleichenden Gift ... die Methoden sind vielfältig, aber das Ende immer gleich.
Willkürlich soll die Auswahl sein, bar jedes Vorurteils, trotzdem moralisch und ethisch nach einem gewissen Standard - doch die Scythe sind auch nur Menschen ...

... und deshalb sehr vielschichtig und uneins selbst in ihrer eigenen abgeschotteten Gemeinschaft.
Es bilden sich Lager und mittendrin finden sich Citra und Rowan, zwei 16jährige Teenager, die in dieser makaberen Berufung ausgebildet werden sollen. Sie beiden wollten gar nicht, aber einem Hüter des Todes zu widersprechen ist nicht leicht, vor allem wenn dadurch die eigene Familie bis zum eigenen Tod Immunität gegenüber den Scythe genießt.
Die beiden Protagonisten, aus deren Sichtweise im Wechsel erzählt wird, sind sehr unterschiedlich von ihrer Auffassung und ihrer Handlungsweise, aber tief innen drin auf einem Level wenn es darum geht, den Akt des Tötens niemals gleichgültig zu sehen, und gerade deshalb wahrscheinlich die perfekten Anwärter für diese "Berufung".

Bei einigen Rezensionen hab ich gelesen, dass die Gefühle der Protagonisten hier zu sehr auf der Strecke bleiben. Das finde ich gar nicht, denn man erlebt sehr gut, wie sehr sie mit ihrer Situation zu kämpfen haben und wie es ihnen aber immer mehr gelingt, ihren eigenen Weg zu finden, um damit umzugehen.
Genauso fehlen einige Hintergründe zum Thunderhead, der alles regelt und dem sich auch niemand wirklich widersetzt, oder dem "resetten", also das Zurücksetzen eines Menschenalters von 80 auf 30, von 90 auf 45 oder je nachdem, wie es beliebt.
Aber das alles im Detail zu erfahren war mir gar nicht so wichtig, denn im Fokus stand für mich das Thema, wie die Scythe damit umgehen, töten zu müssen, um das Überleben aller anderen zu sichern. Vor allem, da sie über allen stehen und kaum jemandem Rechenschaft schuldig sind ... so etwas ist immer ein gefährliches Pflaster.
(Der zweite Teil heißt im Original übrigens "Thunderhead", also denke ich mal, dass wir dort dann noch mehr darüber erfahren werden)

Fast noch wichtiger allerdings waren mir die Menschen, die in diesem ewigen Strom der Zeit leben. Wenn man alles weiß und nichts mehr verbessert werden kann, was können wir mit dem gesammelten Wissen dann noch anfangen? Wenn sie keinen Schmerzen leiden und keine tiefe Verzweiflung spüren können, sind sie dann überhaupt fähig, wahre Freude und Leidenschaften zu empfinden?
Und hier kommen wir zum Gegenspieler, zum bösen Scythe, der hier seine fanatische Überzeugung ausleben kann, die aber im Endeffekt vielleicht auf etwas gründet, was gar nicht so negativ ist - auch wenn man da etwas tiefer graben muss. Denn das Leben der Menschen in dieser Welt ist tatsächlich eintönig, wenn man die Ewigkeit vor Augen hat und um daraus auszubrechen, wählt er nur leider den ungünstigsten Weg.

Neal Shusterman hat hier wieder eine so bizarre und doch reale Zukunftsversion der Menschheit geschaffen, dass ich einfach nur gefesselt war und jeden Moment mit Spannung verfolgt habe. Bei jedem Perspektivenwechsel kommt ein Eintrag aus dem Nachlese-Tagebuch eines Scythe - ein sehr schönes Mittel, um die Gesellschaft und den Status der Scythe zu erklären. Aber auch Einblicke zu geben, die mich wieder viel zum Nachdenken angeregt haben.
(Da das Töten zur Sterblichkeitsära gehört, wird die Ausübung der Scythe "Nachlese" genannt)

Dadurch, dass der Autor nicht alles bis ins Detail erklärt, bleibt dem Leser auch viel zum interpretieren und mitfühlen, was ich besonders gelungen finde, denn das Gesamtbild und die Atmosphäre waren immer intensiv und präsent.

© Aleshanee
Weltenwanderer

Arc of a Scythe Trilogie

1 - *Scythe* Die Hüter des Todes
2 - *Thunderhead* soll Ende 2018 auf deutsch erscheinen
3 - noch nicht erschienen


Die Schlange von Essex
Die Schlange von Essex
von Sarah Perry
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,00

5.0 von 5 Sternen Total ungewöhnlich und erfrischend anders als erwartet!, 30. September 2017
Rezension bezieht sich auf: Die Schlange von Essex (Gebundene Ausgabe)
Das Buch ist mir als erstes durch das Cover aufgefallen - eigentlich gar nicht meins durch diese vielen Details und den Stil, andererseits aber gerade dadurch wieder etwas ausgefallenes, was ins Auge sticht. Vor allem auch unter dem Schutzumschlag ist das Buch in dunklem Grün mit so einer Oberfläche wie Schlangenhaut. Eine originelle Idee!

Der Titel und der Klappentext haben mich dann noch neugieriger gemacht, und ich habe wieder einmal etwas ganz anderes bekommen, als ich erwartet hatte: und zum Glück war es eine positive Überraschung!

Das viktorianische England wird hier ganz anders dargestellt, wie in vielen anderen Geschichten. Die Autorin merkt das auch in ihrem Nachwort an, dass sie von anderen Werken inspiriert wurde, die das gesellschaftliche Leben im 19. Jahrhundert ganz anders interpretiert haben. Ich war immer wieder erstaunt und hab mich köstlich amüsiert, welchen Umgangston, welche Gedanken und Gefühle die Figuren in dieser Geschichte widergespiegelt haben.
Ob arroganter Gentleman, vermögender Kavalier, vom Ehrgeiz zerfressener Arzt oder resolute Freundin aus der Unterschicht ... dieses Buch beinhaltet ein wahres Sammelsurium an unterschiedlichen Charakteren, die allesamt einen vielleicht negativen Touch haben aber auch etwas anrühriges, so dass sie einem doch irgendwie ans Herz wachsen.
Man kann sich in jede der Figuren sehr gut hineinversetzen, denn es wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt und dabei jedem genug Raum gegeben um zu zeigen, dass jeder von ihnen trotz einiger unvorteilhafter Charakterzüge ein wunderbarer Begleiter und Freund sein kann.

Vor allem natürlich Cora Seaborne, die Witwe, die nicht trauert - sondern erleichtert ist, endlich dem Joch der Ehe entkommen zu sein. Sie musste sehr leiden unter ihrem hartherzigen Mann, der ihr jahrelang eingebläut hat, wie schwach und unzulänglich eine Frau ist. Gerade deshalb will sie jetzt diese "Fraulichkeit" abstreifen, trägt einen viel zu großen Herrenmantel und plumpe Stiefel und begiebt sich auf die Spuren Charles Darwins.
Mit dem Pfarrer William Ransome und dessen Familie, die sie während ihrer Suche nach der Schlange von Essex kennenlernt (die immer wieder als Legende und Gerücht auftaucht und für all die schlimmen Unglücke zur Verantwortung gezogen wird), verbindet sie sofort eine gewisse Verbundenheit.
Zuviel will ich dazu aber nicht verraten, nur dass sich alles anders entwickelt, als man vielleicht erwartet hat.

Die Geschichte wird nie langweilig, denn nicht nur die sonderbare Beziehung zwischen Cora und William steht im Mittelpunkt, auch die anderen Figuren, ihre Wünsche und Sehnsüchte und die geltenden Klassenunterschiede in und um London geben dem ganzen eine kurzweilige Abwechslung, aber auch einige berührende und zum Nachdenken anregende Momente.
Das ganze wird vor allem durch den Schreibstil zu etwas besonderem - ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, wie ich das beschreiben soll. Sarah Perry benutzt viele Metaphern, die aber nicht abgenutzt wirken sondern frisch und lebendig; sie hauchen dem Leben der Figuren eine ganz besondere Atmosphäre ein und trotz vieler sprunghafter Wechsel von einem Geschehen zum anderen, hatte es einen angenehmen Rhythmus, der flüssig zu lesen war.

Wer gerne mal in die viktorianische Zeit eintauchen will, ohne sich mit den üblichen Mustern zu belasten, sollte das Buch auf jeden Fall ausprobieren. Es hat eine ungewohnte gesellschaftliche Spielart, außergewöhnliche Charaktere und eine Tiefe, über die man hinwegliest und der man sich erst einige Augenblicke später so richtig bewusst wird. Dabei ist es auch amüsant, unterhaltsam, mit vielen grundsätzlichen Fragen, die man überlesen, aber auch etwas mehr darüber nachdenken kann.
Aberglaube, Gott und die Wissenschaft, Neigungen und Hoffnungen, die Leichtigkeit des Lebens und die Schwermut und natürlich die Liebe ... das alles vereint ergibt es ein wunderschönes Leseerlebnis!

© Aleshanee
Weltenwanderer


Weißzeit
Weißzeit
von Christoffer Carlsson
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,99

4.0 von 5 Sternen 4.5 Sterne - sehr ungewöhnlich mit einer ganz besonderen Atmosphäre, 26. September 2017
Rezension bezieht sich auf: Weißzeit (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch hat auf ungewöhnlichem Weg zu mir gefunden und ich war erst etwas skeptisch: mit ca. 200 Seiten, großer Schrift und kurzen Kapiteln gehört es jetzt nicht zu den Büchern, von denen ich viel erwarte, doch ich wurde überrascht!

Diese Geschichte fällt komplett aus dem Rahmen was ich sonst so kenne, es ist ein Ausschnitt, eine Art Momentaufnahme aus dem Leben von Vega, die es wahrlich nicht leicht hat im Leben - aber sich durchzukämpfen weiß.

"Packend, rau, emotional" steht in der Verlagsbeschreibung und ich finde keine besseren Worte, die es treffender beschreiben. Vega wächst in einer dorfähnlichen Atmosphäre auf, die viel in der Vergangenheit und Traditionen lebt; fest verankerte Vorurteile bestimmen das Bild und die sind teilweise auch berechtigt. Diese Stimmung schleicht sich sehr gut in die Handlung ein.
Vegas Familie und auch deren Bekannten sind nicht gerade das, was man erfolgreich nennen würde, doch die ärmlichen Verhältnisse sind Vega in ihren jungen Jahren nie aufgefallen. Sie kannte es ja nicht anders.
Erst in der Schule hat sie begriffen, dass es auch andere Möglichkeiten gibt; doch sie scheint sich eher davon abzugrenzen und die Chance, aus ihren Gewohnheiten auszubrechen, gar nicht wahrhaben zu wollen. Bzw. nicht daran zu glauben.

Das Leben hat ihr bisher vor allem gezeigt, wie man sich mit eher anrüchtigen und zwilichten Geschäften über Wasser hält, doch als plötzlich die Polizei vor der Tür steht, die ihren Bruder Jakob sucht, stellt sie sich der Wahrheit, die ihr eine Tragödie offenbart.

Der Schreibstil ist aus Vegas Sicht in der Ich-Perspektive gehalten und so klärt sich nur nach und nach, welches Geheimnis sich in den einsamen Herzen der Figuren verbirgt. Wie schon gesagt sind die Kapitel kurz ghalten und der Stil wirkt teilweise etwas abgehackt - schafft aber dadurch eine sehr eindringliche Atmosphäre, der ich mich während dem Lesen kaum entziehen konnte.

Vor allem Vega selbst steht im Mittelpunkt. Ihre Einsamkeit, ihr Versuch, damit klarzukommen und sich selbst zu definieren. Ihre Suche beschränkt sich nicht nur darauf aufzudecken, was in jener schicksalhaften Nacht tatsächlich geschehen ist, sondern auch etwas zu finden, woran sie sich festhalten kann. Etwas, dass ihr das Gefühl von Nähe und dem Gefühl der Zusammengehörigkeit schenkt. Obwohl sie dabei sehr erwachsen wirkt und dem nacheifert, was ihr vorgelebt wird, spürt man deutlich ihre Unsicherheit und ihr Bedürfnis nach Beständigkeit.

Der kurze Einblick in dieses Leben gewährt wirklich nur einen Ausschnitt, der aber umso intensiver ist und zeigt eine sehr triste und berührende Welt, in der jeder der Figuren versucht, irgendwie zu überleben. Es ist mir echt schwer gefallen, hier eine Bewertung in Sternen abzugeben, denn die Geschichte hat mich bewegt und auch erschüttert, und ich hätte mir einfach nur noch etwas mehr gewünscht; aber so richtig definieren kann ich es nicht. Sie wird mir jedenfalls noch längere Zeit nachklingen.

© Aleshanee
Weltenwanderer


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