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Rezensionen verfasst von
tabula_rasa2605 (Rhein-Neckar)

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Der Gast: Roman
Der Gast: Roman
von Richard Laymon
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen eher was für Fans, 20. Mai 2012
Rezension bezieht sich auf: Der Gast: Roman (Taschenbuch)
Ein scheinbar unauslöschbarer Serienmörder, ein magisches Armband, das Reisen ins Innere Anderer ermöglicht und ein biederer, gutmütiger Held wider Willen, der von einem Schlamassel ins nächste gerät und dabei urplötzlich zum Frauenhelden mutiert, bilden das Gerüst für diese eher mittelprächtig geratene Story.

Was den "Gast" von vielen seiner weiteren Werke unterscheidet, ist eine beträchtlich lange Episode, in der Laymon seinem Helden einige romantische Momente gönnt bzw. das, was er darunter versteht. Außerdem kommt diesmal leider sein derber Humor etwas zu kurz, trotz knapp 750 Seiten bieten sich erstaunlich wenige Möglichkeiten für die üblichen gehässigen Momente. Weiterhin sind der Protagonist und seine Mitstreiter zu brav und anständig geraten, so dass auch in dieser Hinsicht das gewohnte Maß an Abgründigkeit nicht erreicht wird.
Zum Verhängnis wird Laymon wie so oft seine wirre Handlung. Ein roter Faden ist nicht ansatzweise erkennbar, alles wirkt beliebig zusammengewürfelt.
All das muss jedoch nicht unbedingt zu einer negativen Einstufung führen. Immerhin führen gerade diese Aspekte umgekehrt stets dazu, dass Laymons Geschichten eine Alltagstauglichkeit vorweisen können wie nur wenige andere.
Egal ob im Urlaub, in der U-Bahn oder wo auch immer es an sinnvoller (?) Ablenkung mangelt, seine Bücher kann man selbst mit 2 Promille noch lesen, ohne überfordert zu werden. Hiervon macht auch "Der Gast" keine Ausnahme. Laymon hat sicher einige gradlinigere, spannendere, härtere Storys verfasst, allerdings auch schon weitaus größeren Schwachsinn verzapft als in diesem Fall.
Fazit: kann man lesen, kann man sich genauso gut sparen.


Nero: Kaiser und Gott, Künstler und Narr
Nero: Kaiser und Gott, Künstler und Narr
von Philipp Vandenberg
  Taschenbuch

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nero, Antichrist und Ungeheuer?, 17. Mai 2012
Der Name Nero wird heute vorwiegend mit Wahnsinn, dem Brand Roms und dem Beginn der römischen Christenverfolgung in Verbindung gebracht. Philipp Vandenberg versucht mit diesem Sachbuch (!) Wahrheit von Legende zu trennen und das historisch fragwürdige, negative Bild des Kaisers zu entzerren.
Als Quellen dienen Vandenberg vor allem antike Historiker wie Tacitus oder Sueton. Der Aufwand an Recherchearbeit muss offensichtlich beachtlich gewesen sein.
Nero wird als naiver Jüngling, kaum an Politik, noch viel weniger am Krieg, dafür umso mehr an Kunst und Gesang interessiert, dargestellt, der von Anbeginn unfreiwillig in die Kaiserrolle gedrängt wurde, zum Regieren nicht geboren, sondern bestimmt wurde. Ein Herrscher, der im entscheidenden Moment nicht handelt, sondern vor Schreck ohnmächtig wird.
Irritierend allerdings wirken so manche Einschübe des Autors, nach denen Nero immer wieder als grausam oder gar mordlüstern charakterisiert wird. Kaum ein Nachweis wird hierfür jedoch erbracht, der über das damals übliche Maß einer blutrünstigen, ausschweifenden, aus den Fugen geratenen Epoche hinausgeht.
Ähnlich tendenziös wie Vandenberg manch zugrunde liegende historische Quelle brandmarkt, wirkt zumindest in mancherlei Hinsicht letztlich auch sein eigenes Buch. Er kritisiert ein zum Bösen verfremdetes Nero-Bild, nährt dieses aber nicht selten selbst.

Dennoch ist "Nero" lesenswert geraten für alle, die keinen historischen Roman, sondern ein Sachbuch erwarten. Wer den Unterschied zwischen Geschichte und Geschichten zu schätzen weiß, wird sicher gut unterhalten werden. Lediglich die damit einhergehende staubtrockene Herangehensweise dürfte nicht jedermanns Sache sein.


Der Junge, der Träume schenkte
Der Junge, der Träume schenkte
von Luca Di Fulvio
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,99

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen und es gibt ihn doch, den wahren Amerikaner, 20. April 2012
Rezension bezieht sich auf: Der Junge, der Träume schenkte (Taschenbuch)
Einen ungewöhnlichen Namen verpasst zu bekommen, gilt nicht selten als ein erster Anstoß zu einem ebenso ungewöhnlichen Leben. Als der kleine Natale Luminita, Ergebnis einer Vergewaltigung, mit seiner 15jährigen Mutter Anfang des 20. Jahrhunderts Sizilien verlässt und in New York ankommt, erhält er der Einfachheit halber zuerst einen passenden amerikanischen Namen: Christmas. Erzählt wird von einem Leben, das für Mutter und Sohn in der Gosse beginnt, sich in der Folge zunächst exemplarisch, später jenseits aller Erwartungen, jedoch stets unkonventionell entwickelt. Unerschütterlich bleiben allein die Hoffnung und der feste Glaube an die eigene, neue Heimat und Identität.

Entsprechend sind die Charaktere gezeichnet. Niemand ist ausschließlich gut oder böse, jedermann ist seines Glückes Schmied. Ähnlich lässt sich die Aussage der Geschichte deuten, wonach man ungeachtet aller Hindernisse nie aufgeben sollte, um sein Glück zu kämpfen.
Was wie ein ausschweifendes Mafia-Epos beginnt, schwenkt etwa nach der Hälfte in eine gänzlich andere Richtung um. Luca di Fulvio erzählt die vielbeschworene Geschichte eines amerikanischen Traums, eines Jungen, der in seiner neuen freiheitsliebenden Heimat nur mithilfe seiner Talente den Aufstieg aus dem Nichts und die Eroberung manch unerreichbar gehaltener Herzen vollbringt.
Das Buch wird all jene begeistern, die an die "wahren" Werte des Lebens glauben (oder zumindest davon träumen), an Liebe, Familie, Freundschaft, Loyalität. Dass dies alles oftmals wie ein Märchen für Erwachsene wirkt und durch seine Erzählweise auch an die Naivität des Lesers appelliert, sollte nicht ganz unerwähnt bleiben.


Adrenalin
Adrenalin
von Greg Iles
  Taschenbuch

12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Augen zu und durch, 8. April 2012
Rezension bezieht sich auf: Adrenalin (Taschenbuch)
Liest man die Kurzbeschreibung und kennt vielleicht den Namen des Autors noch nicht, so dürfte man nicht gerade mit großen Erwartungen an "Adrenalin" herangehen. Kasinoschiffe, auf denen niederste Gelüste befriedigt werden, lassen eher literarischen Schund denn anspruchsvolle Spannung erwarten.
Umso mehr hat mich (als Iles-Neuling) die Geschichte schließlich jedoch positiv überrascht. Greg Iles lässt sich viel Zeit, seine Charaktere in die Handlung einzuführen, Beziehungen und Vergangenheit seiner Figuren zu erläutern. Auch sonst scheint er nicht zu den Schnellen seines Faches zu gehören, lässt die Gedanken schweifen, Hintergründe in das Geschehen mit einfließen und hebt sich dadurch wohltuend von vielen seiner Genrekollegen ab. Spannung baut sich daher eher gemächlich auf, was jedoch nicht als Schwachpunkt gewertet werden muss.
Gewöhnungsbedürftig dürften für manch einen Leser der unterschwellige, permanente Militarismus sowie eine moralisch fragwürdige Einstellung zur Selbstjustiz sein. Greg Iles bestätigt nicht wenige Südstaatler-Klischees. Er versucht es gar nicht erst auf die subtile Art, seine Aussage ist klar und deutlich: Gewalt wird mit Gewalt beantwortet, Gesetze sind dehnbar, der Stärkere gewinnt. Im Notfall lässt man sich schnell seinen unverwundbaren Rambo-Busenkumpel einfliegen, der eben mal kurz eine Pause dabei einlegen muss, in Afghanistan für Ordnung zu sorgen.
Das alles wirkt an manchen Stellen ein wenig befremdlich, vom Realitätsgehalt mal ganz abgesehen, ändert jedoch nichts daran, dass die Story an sich alles andere als substanzlos geraten ist. Ganz im Gegenteil, wenn "Adrenalin" schon eines der schwächeren Bücher des Autors sein soll, macht es nur umso neugieriger auf seine restlichen Werke.


Splitter
Splitter
von Sebastian Fitzek
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ende gut, alles gut, 12. März 2012
Rezension bezieht sich auf: Splitter (Taschenbuch)
Die Grundidee zu "Splitter" ist altbewährt und erweist sich momentan als Goldgrube für vermeintliche Psychothriller-Talente: ein Unfall oder ein ähnlich traumatisches Erlebnis mit anschließender Amnesie, die von Stunde zu Stunde immer mehr Risse aufweist und den Protagonisten auf der Suche nach der Wahrheit von einem Albtraum in den nächsten befördert.
Ob dieses Schema aufgeht oder nicht, hängt wesentlich von zwei Faktoren ab, der Realitätsnähe und einem passenden Finale. In beiderlei Hinsicht gelingt Sebastian Fitzek bei "Splitter" gerade noch rechtzeitig der Richtungswechsel. Seine rasante Erzählweise lässt den Leser kaum durchatmen, zieht einen von Anfang an in den Bann und lässt auch im weiteren Verlauf kaum an Intensität nach. Jedoch ist dies mit immer mehr Steigerungen und Übertreibungen verbunden, die in vergleichbaren Fällen nicht selten den Inhalt der Geschichte ad absurdum führen oder ins Lächerliche ziehen. Auch Fitzeks Story hat durchaus ihre Schwächen. Den Gedächtnisverlust mit einer Nebenhandlung im schwerkriminellen Berliner Türstehermilieu zu verknüpfen, wirkt aufgesetzt und wenig überzeugend. Ebenso das Einbeziehen diverser Nebenfiguren. Zum Glück wird zum Ende hin ein halbwegs plausibles Finale konstruiert, das alle Handlungsstränge geschickt miteinander verbindet.
Fitzek geht - wie so oft - ein hohes Risiko ein, was sich in diesem Fall auszahlt, aber auch leicht in die Hose hätte gehen können.


Wir sind das Salz von Florenz: Historischer Roman (Allgemeine Reihe. Bastei Lübbe Taschenbücher)
Wir sind das Salz von Florenz: Historischer Roman (Allgemeine Reihe. Bastei Lübbe Taschenbücher)
von Tilman Röhrig
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "Es ist so einfach, aus der Menge ein willenloses Tier zu machen", 8. März 2012
Mitte/Ende des 15. Jahrhunderts zeichnet sich in der Republik Florenz das Ende einer Epoche ab. Noch hat der ungekrönte Herrscher Lorenzo de Medici die Zügel fest in der Hand, immer näher jedoch rücken Feinde von außen und innen, denen der humanistische Regierungsstil und die hemmungslose Geisteshaltung der Bürger ein Dorn im Auge sind. Gleichzeitig scheint die katholische Kirche gegen sämtliche selbst auferlegten Prinzipien zu verstoßen. Genau die richtigen Voraussetzungen für einen Bußprediger, der durch Norditalien zieht und die Gläubigen in Angst und Schrecken versetzt.
Natürlich beschränkt sich die Handlung nicht auf diese reine Männerwelt von Herrschaft und Macht, zu einem etwa gleich großen Anteil wird für die überwiegend weibliche Leserschaft das Leben dreier aus völlig unterschiedlichen gesellschaftlichen Rängen stammenden Frauen eingebaut, die die Geschichte mit alltäglichen Sorgen und allerlei Herzschmerz "bereichern".

Tilman Röhrig übertreibt es nicht so sehr mit den persönlichen Schicksalen seiner Protagonisten wie ein Ken Follett. Auch wenn Schicksalsschläge eine nicht unbedeutende Rolle einnehmen, so stehen diese nie im Vordergrund, sondern sind immer nur untergeordnete Bestandteile gesellschaftlicher und historischer Umbrüche.
Nervig sind allein manche Wiederholungen geraten. Dass die russische Hausmagd das R rollt und Papst Alexander der sechste seines Namens war, dürfte auch der Letzte irgendwann kapiert haben.
Ansonsten ist Röhrig der Spagat zwischen Geschichtsstunde und Schnulze gelungen. Trotz fast 900 Seiten kommt nie Langeweile auf. Der Beginn bzw. das Ende einer historischen Ära, Umsturz und Stimmungswandel der Bevölkerung werden sehr lebendig mit der Anziehungskraft der Extreme und den Schicksalen Einzelner verwoben. Schade nur, dass die Lebensgeschichte der interessantesten Figur des Romans, Girolamo Savonarolas, zu Beginn ein wenig untergeht. Die Wandlung vom Medizinstudenten zum religiösen Fanatiker hätte mehr Aufmerksamkeit verdient.


Die Bestien: Fantastischer Thriller (Horror Taschenbuch)
Die Bestien: Fantastischer Thriller (Horror Taschenbuch)
von Brett McBean
  Broschiert
Preis: EUR 13,95

5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen nichts Halbes und nichts Ganzes, 19. Februar 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Im Norden Georgias, inmitten der schönen Blue Ridge Mountains, sorgt eine Gruppe ganz spezieller Gesetzeshüter nach eigenen Regeln für Ordnung. Fremde werden nicht gern gesehen, es sei denn hilflos als potenzielle Beute. Als ein Biker sich auf seinem Weg nach Atlanta in der Dunkelheit verirrt und nichts weiter als eine Zwischenübernachtung im Sinn hat, scheint das nächste Opfer gefunden zu sein.

Brett McBean serviert dem Leser einen seltsamen Zwitter. Er bedient sich bei seinen Protagonisten gängiger Klischees geistig minderbemittelter, allzeit gewaltbereiter Südstaatler, übertreibt es damit aber so sehr, dass man die Handlung als solche kaum ernst nehmen kann. Daher kommt ein zweiter, übersinnlicher Part hinzu. Die Opfer müssen nicht nur vor einer Horde verwilderter Sadisten fliehen, gleichzeitig kommt ein Fluch ins Spiel, der weit über den Tod hinaus die Seelen der Beteiligten nicht ruhen lässt.
Zugute halten muss man dem Autor, dass er nicht auf billige Effekte setzt. Grausamkeiten werden gezielt eingesetzt, oft nur angedeutet, alles Weitere spielt sich im Kopf des Lesers ab. Langeweile kommt ebenfalls nie auf, da einigen Figuren die kranken Ideen einfach nicht ausgehen wollen.
Verständlich, dass McBean nicht die simple, alte Leier der Menschenjagd durch dunkle Wälder wiederholt, sondern stattdessen versucht, neue Aspekte in die Story einzubauen. Persönlich kann ich mit diesem Stilmix allerdings wenig anfangen und bevorzuge eher Geradlinigkeit. "Die Bestien" bietet gute Ansätze, hinterlässt zum Ende hin aber einen recht verschwommenen Eindruck.


Der letzte Weynfeldt (detebe)
Der letzte Weynfeldt (detebe)
von Martin Suter
  Broschiert
Preis: EUR 13,00

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Geld oder Herz?, 11. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Der letzte Weynfeldt (detebe) (Broschiert)
Zwei Welten prallen aufeinander, als sich Dr. Adrian Weynfeldt, gut situierter letzter Nachkomme einer alten Industriellenfamilie, und Lorena, ein in die Jahre gekommenes Ex-Model und Gelegenheitsdiebin, eines Abends in einer Bar kennenlernen. Keine einmalige, vielmehr eine schicksalhafte Begegnung für beide, wie sich bald herausstellt.

Wer die Schweiz mag, der kann Martin Suter nur schwer abgeneigt sein. Diskretion und Behäbigkeit (nicht zu verwechseln mit Langeweile), beides hierzulande unbekannt, fast schon verpönt, ziehen sich durch die gesamte Geschichte. Es passiert im Grunde nicht sonderlich viel, Suter hat auf den ersten Blick nichts Weltbewegendes zu verkünden. Seine Protagonisten scheinen mit geschlossenen Augen durchs Leben zu laufen, sind Gefangene ihrer festgefahrenen Rollen. Wie so oft bedarf es einer Initialzündung, um das Leben doch noch aus den gewohnten Bahnen zu werfen. Auf der einen Seite der sorglose Schöngeist, umgarnt von allerlei "Freunden", jedoch viel zu gut erzogen und auf Manieren achtend, um seinem Schicksal als gutmütige, unerschöpfliche Finanzierungsquelle den Garaus zu machen. Andererseits die vom Leben und den Männern Enttäuschte, die der Versuchung aufs große Geld um jeden Preis nicht widerstehen kann, was jedoch innerlich zu einem weitaus größeren Konflikt führt als gedacht.
Suter ist kein Mann der großen Worte, von Übertreibungen und Ausschweifungen bleibt der Leser verschont. Sein sachlicher, nüchterner Schreibstil ist ein Genuss und macht schon allein jedes seiner Bücher lesenswert.
"Der letzte Weynfeldt" mag vielleicht nicht mit Suters absoluten Highlights mithalten können, eine Empfehlung wert ist die Story jedoch allemal.


Robert Enke: Ein allzu kurzes Leben
Robert Enke: Ein allzu kurzes Leben
von Ronald Reng
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Robert ist eine großartige Wahl, als Torwart wie als Mensch.", 22. Januar 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Niemand Geringeres als José Mourinho schwärmte im Jahre 2002 in dieser Form über den noch jungen Robert Enke, zu einer Zeit, in der die Welt für diesen sportlich und menschlich noch weitestgehend sorgenfrei war.
Von Anfang an geht Robert Enke unbeirrt seinen eigenen Weg. Orientiert sich zwar an seinen Konkurrenten, setzt aber auf Kooperation, nicht auf Konfrontation, auf Sachlichkeit, nicht auf Show. Bleibt sein Leben lang bodenständig, fährt selbst als Nationaltorwart gelegentlich noch mit dem Zug zum Training, heiratet seine Jugendliebe, die den Rest seines Lebens auch in den dunkelsten Stunden nicht mehr von seiner Seite weicht. Und erkrankt zweimal in seinem Leben an Depressionen, beim letzten Mal mit tödlichen Folgen.
Mitten in seinem allzu kurzen Leben lernt er Ronald Reng, einen Sportjournalisten und späteren Freund der Familie, kennen, mit dem er ein lange geplantes Projekt verwirklichen will, seine eigene Biographie.

Ronald Reng lässt Enkes Familie, enge Freunde, Weggefährten und Kontrahenten zu Wort kommen. Das Buch ist angemessen schlicht und schnörkellos geschrieben. Aussagen werden nur selten kommentiert, spekulative Deutungen besonders hinsichtlich Robert Enkes psychischem Zustand glücklicherweise unterlassen.
Absolute Nicht-Fußballfans könnten ein wenig durcheinander geraten, da enorm viele Nebenfiguren auftreten und auch der ein oder andere Fachbegriff nicht allseits geläufig sein dürfte.
Spätestens die letzten 50 Seiten schließlich lassen jeden, der sich mit der Krankheit Depressionen noch nie eingehend befasst hat, fassungslos und erschüttert zurück. Wer meint, mit Kopf-hoch-Sprüchen könne jedes psychische Tief überwunden werden, kann hier Läuterung erfahren.
Allein die Vorstellung, finanziell ausgesorgt und beruflich erfolgreich die besten Jahre des Lebens noch vor sich zu haben, mit Frau, Tochter, Familie und Freunden an seiner Seite, und dennoch nichts mehr empfinden zu können, emotional erstarrt zu sein, überschreitet so manche Grenzen der eigenen Vorstellungskraft.

Ein aufrüttelndes, wichtiges Buch, das zwangsläufig einige Fragen unbeantwortet lassen muss. Nicht nur in Bezug auf Robert Enkes Leben, auch im Hinblick darauf, wie jeder selbst mit Druck und Erwartungen umgeht.


Spiral - The Ring II: Roman
Spiral - The Ring II: Roman
von Kôji Suzuki
  Taschenbuch

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen wissenschaftlich verwässert, 12. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Spiral - The Ring II: Roman (Taschenbuch)
Für diejenigen, die den ersten Teil kennen, die Ausgangslage: die Handlung wird direkt nach den Ereignissen des Originals weitergeführt. Der einzige Überlebende des Fluches, der Journalist Asakawa, befindet sich nach einem Unfall und dem Tod seiner gesamten Familie in apathischem Zustand, während sein Mitstreiter Ryuji von einem ehemaligen Studienkollegen und heutigen Gerichtsmediziner obduziert wird. Diesem fallen bei der Autopsie sogleich ungewöhnliche Besonderheiten auf, die ihm keine Ruhe lassen und schließlich dazu zwingen, die Vorkommnisse der letzten Woche von vorne aufzurollen.

Ohne zu viel verraten zu wollen, steht bei "Spiral" nicht mehr die Spannung, der Mythos des Ring-Videos im Vordergrund, vielmehr spielen DNA-Stränge, Codeentschlüsselung, Gentechnologie und Viren die Hauptrolle. Der Versuch, die Handlung zu entmystifizieren, ist jedoch von vornherein zum Scheitern verurteilt.
Zu Beginn ist es gerade die skeptisch wissenschaftliche Herangehensweise, die den Reiz dieser Fortsetzung ausmacht, da dadurch eine gewisse Realitätsnähe vorgegaukelt wird. Je weiter die Ausflüge in das Reich von Forschung und Medizin jedoch gehen, desto ermüdender, irrealer und unausgegorener wirken diese. Im technologieverliebten Japan mag dieser Schritt sogar verständlich sein, jedoch wird dadurch der Zauber des Vorgängers zerstört.
Nervig sind zudem die ständigen und allzu ausführlich geratenen Rückblicke, die bestenfalls Lesern, die das Original nicht kennen, das Verständnis erleichtern.
Seine wenigen starken Momente hat "Spiral" immer dann, wenn die rationalen Scheuklappen fallen und es ans Eingemachte geht. Wenn auch dem Wissenschaftler nichts anderes mehr übrig bleibt, als sich auf seine von Angst und Panik reaktivierten Urinstinkte zu verlassen. Doch leider beschränkt sich dies nur auf kurze Zwischenepisoden, bevor Vernunft und Ernüchterung wieder Einzug halten.
Man kann Koji Suzuki im Grunde keinen großen Vorwurf machen. Im Gegensatz zu so vielen anderen erfolgreichen Geschichten, die der Einfachheit halber phantasielos kopiert werden, versucht er wenigstens, die Story sinnvoll fortzuführen, indem er sich für einen gänzlich anderen Weg entscheidet als beim Original. Leider wirkt dies alles letztlich zu wirr und überladen.


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