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Rezensionen verfasst von
Behemoth "Kalthand" (Mecklenburg)

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Roverandom
Roverandom
von Christina Scull
  Taschenbuch

4.0 von 5 Sternen Zum Einschlafen..., 8. Oktober 2009
Rezension bezieht sich auf: Roverandom (Taschenbuch)
... ist dieses Buch tatsächlich hervorragend geeignet. Allerdings ist das in diesem Fall kein negativer Kritikpunkt, denn das Buch hat mit seinen etwa 130 Seiten und seiner einfach gestrickten, aber sehr fantasievollen Geschichte das Zeug dazu, einem wunderschöne Träume zu bescheren. Es ist eben ein Kinderbuch durch und durch. Die Geschichte vom kleinen Hund Roverandum, von Zauberern und Fabelwesen, vom Mann im Mond und von der tiefen See ist so vielseitig und doch so einfach zu verstehen, dass ich mir wünschte, es wäre mir zu meinen Kinderzeiten vorgelesen worden. Trotzdem, auch heute noch beschert mir dieses Buch einen angenehmen Schlaf. Es ist, als würde ich beim Lesen hinüber gleiten - auf die dunkle Seite des Mondes - und Roverandum dort treffen. Einfach schön!


Der Blumenkrieg
Der Blumenkrieg
von Tad Williams
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Typisch Williams..., 27. April 2009
Rezension bezieht sich auf: Der Blumenkrieg (Taschenbuch)
... muss ich nun sagen, nachdem ich auch die beiden "Shadowmarch"-Bücher gelesen habe. Eigentlich ist "Der Blumenkrieg" sehr vielversprechend, da es eben keine vier Teile umfasst und man annehmen könnte Williams fasse sich "kurz". Leider rechtfertigt auch in diesem Werk die Handlung nicht wirklich 900 Seiten.

Es ist wie so oft: Williams zeichnet eine schöne Welt, mit tollen Ideen (mir haben die Namen der Blumengeschlechter wie auch der anderen Kasten Elfiens sehr gut gefallen), interessanten und witzigen Charakteren (z.B. die Fee Apfelgriebs oder der Goblin Knopf) und detaillreichen Beschreibungen. Er führt einen Hauptcharakter ein, der eher ein Antiheld, als ein Held ist (Theo Vilmos) und ergötzt sich in ausgiebigen Beschreibungen über diese Fantasiewelt und deren Charaktere. Soweit so gut.

Leider ist Theo jedoch in meinen Augen zu sehr Antiheld: Einerseits erleidet er Schicksalsschläge, die einen aus der Fassung bringen könnten, andererseits zeigt er nicht ein bisschen charakterliche Entwicklung während des Werkes. Stattdessen versucht Williams ihn stets als schwach und mitleiderregend darzustellen, dass es einem irgendwann wirklich auf die Nerven gehen kann. Seitenlange Rechtfertigungen warum dies und jenes nicht getan wird, bzw. getan wurde, können spannende Abschnitte in ein gähnendes Loch aus Langeweile verwandeln. Dazu kommt, dass Williams um die spannenden Fragen stets einen Bogen macht, aber leider keinen gekonnten.

Das Beispiel schlechthin: Theo ist aus der Menschenwelt in die Elfenwelt gekommen. Er hält sich für einen stinknormalen Menschen, der nicht viel aus seinem Leben gemacht hat. Er weiß nicht warum er in Elfien ist, wird aber von fiesen Elfenfürsten gejagt. Warum? Nun ja, ich will nicht zuviel verraten, aber mir dämmerte es doch sehr früh und zwar wirklich weit vor Seite 900. Man muss eigentlich nur "Der Drachenbeinthron" gelesen haben und man kann sich den halben "Blumenkrieg" von selbst erklären.

Daher vergebe ich eine mittlere Wertung, denn handwerklich ist Williams wirklich einer der großen Fantasyautoren, wenn man das Können Spannung auf zu bauen nicht dazu zählt. Es ist wie so oft bei Williams dicken Büchern: viel Erzähltes, wenig Handfestes. Schade.


Am Ende der Welt: Eine Reise durch Feuerland und Patagonien
Am Ende der Welt: Eine Reise durch Feuerland und Patagonien
von Klaus Bednarz
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr gelungen, 25. März 2009
Bednarz' Reisebericht über das ferne Südamerika, über Patagonien und Feuerland, ist ein wunderschönes Sammelsurium aus dem Erlebtem einer Reise, aus Geschichten der unterschiedlichsten Menschen und Schicksale sowie aus eindrucksvollen Landschafts- und Naturbeschreibungen einer Region, die unter dem Kreuz des Südens als letzter Vorposten der Zivilisation das "Ende der Welt" markiert.

Die Stärke dieses Werkes hierbei ist vor allem die Vielseitigkeit, mit der dieses ferne Land gezeichnet wird. Bednarz schafft es, die Geschichte der ersten Seefahrer, der Ureinwohner, der frühen europäischen Siedler und der Zeit der Militärdiktatur dem Heutigen gekonnt gegenüberzustellen. Er thematisiert Umwelt- und soziale Fragen, erlebt Grenzkonflikte zwischen Argentinien und Chile, beschreibt das Leben und die Ansichten von Schafscherern, Goldsuchern, Meeresbiologen, Grenzbeamten sowie Nachfahren der indigenen Bevölkerung und macht sich auf, die Magellanstraße sowie Kap Hoorn zu erkunden um den Geist dieser wahrhaft geschichtsträchtigen Region am Ende (oder am Anfang) der Welt einzufangen.

Dieser Bericht, der mit jedem Kapitel ein feineres Bild zeichnet, ist alles andere als gewöhnlich. Er ist Ausdruck von Weitsicht und Objektivität, immer um Wahrheit bemüht. Er ist ein starkes Stück journalistischer Arbeit. Man kann nur hoffen, dass Klaus Bednarz nie aufhöre zu reisen.


Eragon, Bd. 3: Die Weisheit des Feuers (Eragon - Die Einzelbände, Band 3)
Eragon, Bd. 3: Die Weisheit des Feuers (Eragon - Die Einzelbände, Band 3)
von Christopher Paolini
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,95

9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Zum Wegschmeißen..., 16. März 2009
Inhaltlich lasse ich mich jetzt nicht mehr aus, denn gute Rezensionen mit allerlei berechtigten Kritikpunkten sind hier in Fülle nachzulesen. Ich werde einzig deshalb meine Meinung kundtun um den unbedarften Leser beim ersten Blick auf die Sterneskala ein wenig mehr von der wahren Qualität dieses durch und durch schlechten Machwerks zu informieren.

Eragon, Teil eins, war schlecht, abgekupfert, aber immerhin flüssig zu lesen. Eragon, Teil zwei, ließ sogar hoffen, denn in meinen Augen war die Ausdifferenzierung der Charaktere ein Fortschritt. Eragon, Teil drei, ist eines der schlechtesten Bücher im Bereich der Fantasy, das ich je gelesen habe.

Fazit: Auf keinen Fall kaufen, sondern stattdessen das Geld lieber für Fantasy mit Qualität ausgeben. (z.B.: J. R. R. Tolkien, G. R. R. Martin, T. Williams, P. Anderson, F. Herbert etc.)
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 25, 2011 12:21 PM MEST


Ballade vom Baikalsee: Begegnungen mit Menschen und Landschaften
Ballade vom Baikalsee: Begegnungen mit Menschen und Landschaften
von Klaus Bednarz
  Audio CD

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der mürrische Baikal, 6. Dezember 2008
Klaus Bednarz' Reise zum Baikal mag zwar zehn Jahre her sein, aber eine Landschaft mit seinen Menschen, Geschichten und Legenden in all seinen Facetten auszumalen ist eine Kunst, die nur wenige so gut beherrschen wie der Autor selbst und diese Qualität hat auch noch dann Bestand, wenn Russland ein ganz anderes Land ist, als es zur Zeit der Reise war. Bednarz' trockene und sparsame Art des Erzählens, die gerade in der Hörfassung zum Tragen kommt, beeindruckt mich sehr. Es ist eben das Erzählte und nicht der Erzähler, das im Vordergrund steht, also der Baikal und seine Geschichten und fast ist es so, als nehme man an der Reise selbst teil. Der einzige Minuspunkt der Hörfassung ist die Kürzung des Buches. Wie schnell sind drei CDs vorüber!

Dennoch, "Die Ballade vom Baikalsee", die ihren Anfang mit der Legende vom Baikal und seiner Tochter Angara nimmt, ist so vielseitig erzählt, so gekonnt ausgewählt, dass man dem Autor für seine Umsichtigkeit zutiefst dankbar sein muss. Wieviele Reiseberichte gibt es, die den Reisenden und Autor in den Mittelpunkt stellen! In Bednarz' "Ballade vom Baikalsee" stehen Fischer und Ökologen, Robben und Braunbären im Mittelpunkt. Sie erzählt von tückischen Winden und hohen Wellen, von Fabriken und Umweltverschmutzung, von Sträflingslagern und ehemaligen Häftlingen, aber auch von der grandiosen Natur des Baikal. Und sie erzählt vom russichen Schriftsteller Rasputin, der für dessen Schutz kämpft und der Meinung ist, dass auch der Mensch den mürrischen Baikal nicht besiegen könne.

Und so ist dieser Reisebericht ein wertvolles Zeitdokument. Er ist ein Plädoyer für den Schutz des Baikal und letzlich auch für den Planeten auf dem wir leben.


Im Bann der Wüste. Das Spiel der Götter 03.
Im Bann der Wüste. Das Spiel der Götter 03.
von Steven Erikson
  Taschenbuch

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gut, aber nicht mehr..., 1. Dezember 2008
Hatte mich der erste Band aus Eriksons "Spiel der Götter"-Saga ("Gardens of the Moon" - "Die Gärten des Mondes") noch positiv überrascht, folgte im zweiten Band Ernüchterung (Original: "Deadhouse Gates" im Deutschen: Band 2 und 3 "Das Spiel der Götter"). So positiv es zu bewerten ist, dass Erikson nicht wie George R. R. Martin mehrere Jahre für Folgebände benötigt, so negativ wirkt sich die verhältnismässig schnell geschriebene, veröffentlichte Literatur aus.

Band 2 ist um Einiges umfangreicher als Band 1 und besitzt deswegen auch nicht mehr die Tempiwechsel wie noch "Die Gärten des Mondes". Die Rasanz aus dem ersten Band ist lange Zeit passé und die Handlung nimmt eigentlich erst im letzten Drittel wieder Fahrt auf.

Die Idee selbst, einige Charaktere aus dem ersten in den zweiten Band mitzunehmen (Kalam, Fiedler, Crokus und Apsalar), andere jedoch völlig neu einzuführen und radikal den Schauplatz auf das "Reich der Sieben Städte" zu verlegen, empfinde ich als Bruch mit dem üblichen Fantasyeinheitsbrei und daher sehr positiv. Auch die schonungslose, realistische Darstellung von Krieg und Vertreibung erinnert an die Qualität von George R. R. Martin. Erikson entwickelt eine Stimmung, die sehr sehr düster ist.

Leider ist ein wesentlicher Handlungsstrang, nämlich die Flucht der imperialen Siebten Armee mit einem Zug von Flüchtlingen aus Hissar schon durch die Karte am Anfang des Buches absehbar. Das Ende hält zwar doch noch einige Überraschungen bereit, aber allen Schlachten, die auf dem Weg von Hissar nach Aren geschlagen werden, fehlen dadurch an jeglicher Spannung und machen deshalb leider etwa ein Drittel der Kapitel (Die Kapitel um den imperialen Historiker Duiker) sterbenslangweilig. Lichtblicke sind die Kapitel um den Assassinen Kalam, sowie die Kapitel mit Mappo und Icarium, bei denen wie schon im ersten Band der Reihe Rasanz und Tempo mit nachdenklichen, aber auch zum Teil sehr ironischen und humorvollen Passagen abwechseln. Die anderen Handlungsstränge kommen zum Großteil erst zum Ende in Gang.

Insgesamt würde ich daher dem zweiten deutschen Band "Das Reich der Sieben Städte" drei Sterne, dem dritten "Im Bann der Wüste" vier Sterne geben. Für mich ist "Deadhouse Gates" ein Buch für absolute Fans und hoffentlich nur eine kleine Schwäche Eriksons zwischendurch. Für die Folgebände wünsche ich mir: Bitte die Qualität aus dem ersten Band wieder zurück!


Die Gärten des Mondes. Das Spiel der Götter 01
Die Gärten des Mondes. Das Spiel der Götter 01
von Steven Erikson
  Taschenbuch

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Filmreif, 7. Oktober 2008
Eriksons "Malazan Book of the Fallen" erschien auch mir zunächst verwirrend und undurchsichtig. Die Tatsache, dass man sich etwa 100 - 200 Seiten einlesen muss, war mir allerdings aus anderen größeren Fantasy-Reihen bekannt. So kam es, dass ich einfach weiter las und Stück für Stück tauchte ich ein in eine Welt, in der es das eine Mal so rasant dahergeht, dass man glaubt, beim Lesen abgehängt zu werden, das andere Mal so ruhig und nachdenklich erzählt wird, dass man jede einzelne Szene detaillgetreu nachzeichnen könnte. Plötzlich merkte ich, dass hier keine Gleichschaltungsfantasy aus der Zwerge-Elfen-Orks-Schmiede vorliegt, sondern gute und wenig kitschige Fantasy einer Generation von Autoren, die in George R. R. Martin wahrscheinlich zurecht ihren bekanntesten Vertreter haben. "Das Spiel der Götter" ist gute Unterhaltung mit temporeichen Wechseln, die die Spannung aufrecht erhalten und durchaus auch Filmreife hätten. Daher: Alles in Allem eine echte Empfehlung.


Fiebertraum: Roman
Fiebertraum: Roman
von George R.R. Martin
  Taschenbuch

11 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Über das Volk der Nacht..., 1. September 2008
Rezension bezieht sich auf: Fiebertraum: Roman (Taschenbuch)
Als begeisterter Leser von Martins Eis-Feuer-Zyklus lagen die Erwartungen bei seinem Frühwerk "Fiebertraum" (erstmals erschienen 1982) hoch. Doch eine Geschichte über Vampire wollte mir zunächst gar nicht schmecken, da dieser Stoff sehr verbraucht ist und im Allgemeinen voller Klischees steckt.

Dass das Buch zweigeteilt ist, kann ich bestätigen (s. Rezension Wöllner). Der erste Teil beschäftigt sich im Grunde mit dem Leben in den 1850er Jahren am großen Strom des Mississipi. Martin zeichnet die amerikanische Gesellschaft zu dieser Zeit nach. Flussdampfer sind die wichtigsten Transportmittel entlang der Wasserstraßen und noch nicht von der Eisenbahn verdrängt. Sklaverei und Rassismus beherrscht die Südstaaten, New Orleans ist funkelnde Weltstadt und dreckiges Molloch zugleich. Abner Marsh, groß, verwarzt und hässlich, Eigner einer Dampfschifffahrtsgesellschaft, steht vor dem Ruin, als er das Angebot eines Joshua York bekommt, ein großes, schnelles Schiff zu bauen. Bis Abner Marsh entdeckt, wer bzw. was Joshua York und seine Gefährten sind, denen Marsh sich unterstellt hat, vergeht etwa die Hälfte des Buches. Gleichzeitig wechselt die Perspektive und einige Kapitel werden aus Sicht eines zweiten Charakters, Sour Billy Tipton, beschrieben, der die Drecksarbeit für den Plantagenbesitzer Julian erledigt, in dem er schöne Sklavinnen und Sklaven kauft, die Julian und seinem Gefolge als Nahrung dienen. Tipton ist schlank und sehnig, ohne Gewissen und verblendet. Aber er ist auch abhängig, willenlos. Ein Versprechen bindet ihn.

Die Hauptcharaktere sind also keine strahlenden Helden mit aussergewöhnlichen Fähigkeiten. Es sind Menschen mit Fehlern, tragisch und einsam.

Der zweite Teil führt die zwei Erzählstränge zusammen und die Handlung nimmt Fahrt auf und bekommt Feuer wie ein Dampfschiff, das mit Talg betrieben wird. Der Bug pflügt sich durch das Wasser, der Druck der Kessel ist zum Zerbersten und die Schaufelräder erzeugen eine Wand aus Gischt. Vampire treffen auf einander und es kommt zu Auseinandersetzungen, die einen Meister, einen Ranghöchsten ermitteln: den "Blutmeister". Plötzlich bannt das Buch wie die Augen des Volks der Nacht und die zweite Hälfte ist an einem Tag gelesen.

"Fiebertraum" deutet Martins atemberaubende Erzählkunst an, die "Das Lied von Eis und Feuer" so einzigartig macht. Bereits in diesem Frühwerk werden vielschichtige Charaktere mit Stärken und Schwächen von Martin kunstvoll gezeichnet. Kein Schwarz-Weiß-Film, sondern ein schillernder Alptraum voller Tragik und Spannung, das ist Martins "Fiebertraum". Daher vergebe ich vier Sterne, wegen der etwas zu lang geratenen Einleitung und weil das Lied von Eis und Feuer noch besser ist. Ansonsten: Sehr empfehlenswert!


Pferde stehlen
Pferde stehlen
von Per Petterson
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,95

9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ruhige Prosa, 25. August 2008
Rezension bezieht sich auf: Pferde stehlen (Taschenbuch)
Per Pettersons "Pferde stehlen" beginnt sehr vielversprechend. Die Art und Weise, wie sich der Protagonist Trond, ein Mann in den hohen Sechzigern, zurückzieht und beginnt Erinnerungen an einen Jugendsommer im Jahr 1948 zu verarbeiten, baut zunächst viel Spannung auf. Die Sprache Pettersons ist dabei einfach und flüssig zu lesen, dennoch aber sehr bildhaft.

Ab dem Punkt jedoch, an dem der Leser versteht, warum dieser Sommer für den Protagonisten wichtig ist, ist der Höhepunkt der Handlung leider schon überschritten. Das Buch klingt aus, ohne größere Wellen zu schlagen und der Leser fragt sich, ob dies schon alles gewesen sei. Obwohl der Verlust von Tronds Vater ein großer ist, wirkt die melancholische Stimmung und das Sichzurückziehen des Protagonisten am Ende ein wenig zu konstruiert. Bei aller sprachlichen Qualität fehlt diesem Werk der Spannungsbogen. Dennoch, "Pferde stehlen" ist kein schlechtes Buch. Es wird nur nicht jedem gefallen.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 13, 2009 10:40 PM MEST


1984: Roman - Mit einem Vorwort von Thomas M. Disch
1984: Roman - Mit einem Vorwort von Thomas M. Disch
von George Orwell
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,95

13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Willkommen im Jahr 1984, 11. April 2008
George Orwells Buch "1984", von dem ich immer wieder hörte, es aber nie selbst in die Finger nahm, hat mich jetzt, da ich es tatsächlich las, doch sehr überrascht. Ich glaubte, ein politisches Buch aus dem Jahre 1948 könne heute nicht mehr aktuell sein und sei auch literarisch wie inhaltlich veraltet. Wie habe ich mich getäuscht! Wüßte ich nicht, dass es bereits 60 Jahre alt ist, so könnte es in meinen Augen auch heute entstanden sein. Insofern ist es ein wahrhaft zeitloses Buch.

Natürlich entstand es vor dem Hintergrund der totalitären Regimes des Zwanzigsten Jahrhunderts, doch die Art, wie er seine Vision weiterdenkt, zeigt, dass keine Gesellschaft davor gefeit ist, autoritär und absolutistisch zu werden, wenn es die Freiheit des Einzelnen für die Sicherheit einer Gesellschaft und im Endeffekt für die Sicherung der Macht einer oberen Klasse aufgibt.

So folgt der Leser dem Hauptcharakter Winston Smith, der in London lebt, einer Stadt der Supermacht Ozeanien, welche nicht nur die Britischen Inseln, sondern Amerika und Teile Afrikas umfasst. Ozeanien ist eine von drei übriggebliebenen Supermächten und befindet sich je nach Situation im Krieg mit Eurasien oder mit Ostasien. Winston arbeitet für die äußere Partei, was in etwa der Zugehörigkeit einer mittleren Klasse der Gesellschaft entspricht. Mitglieder der Partei werden als potenziell gefährlich angesehen und leben in ständiger Überwachung, jede Abweichung von der Realität der Partei ist gefährlich. Gedanken werden kontrolliert und geahndet, der Gedankenpolizei sei dank. Und doch findet Winston sich nicht mit den bestehenden Verhältnissen ab, verliebt sich in eine Parteigenossin und träumt vom Widerstand; ein Umstand, der ihn und seine Geliebte Julia in den Abgrund führen wird. Glaubt man anfangs noch an die Möglichkeit eines Widerstandes, an die Existenz einer Opposition, so führt Orwell den Leser in immer dunklere Abgründe, die in der absoluten Ohnmacht und Hilflosigkeit gegenüber der Staatsmacht endet.

Daher ist dieses Buch eine Mahnung und ein Appell an die Wachsamkeit und die Mündigkeit des Einzelnen, nicht zu vergessen, Widerstand zu leisten, bevor diese düstere Vision Realität wird. Anzeichen dafür gibt es auch bei uns. Nicht umsonst gab es Neujahr 2008 den Auspruch: "Willkommen im Jahr 1984!" Und so ist es auch nicht wirklich wichtig, ob Orwell ein guter oder ein schlechter Belletrist war. "1984" ist nicht nur ein Buch, es ist ein literarisches Mahnmal. Ein literarisches Muss.


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